Mittwoch, 15.12.2010
THE END
Liebe Verfolger, ich habe mich schweren Herzens entschlossen, diesen Blog hier endgültig abzustellen. Ich will nicht mehr...
AB JETZT GEHTS HIER WEITER:
http://foxymorph.blogspot.com
Die haben einfach die besseren Features! ;-)
Ich lasse diese Seite erstmal noch bestehen, damit die alten Einträge nciht verloreng ehen oder ich eine Möglichkeit des Importierens gefunden habe. Neuer Blödsinn aber ab jetzt nur unter:
http://foxymorph.blogspot.com
ich wiederhole...
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Man liest sich!
Sonntag, 21.11.2010
I CONTROL, I FLY
Wenn wir in Deutschland Übung in einer Disziplin haben, dann im “Dagegen-Sein”. Nichts können wir so gut wie das. Wir haben es sogar zu einer derartigen Perfektion darin gebracht, dass wir bisweilen nicht einmal mehr einen Grund brauchen. Was bisweilen durchaus sinnvoll sein mag um irgendwelchen Kokolores zu verhindern, der uns aufgedruckt wird, kann aber auch durchweg schildbürgerhafte Blüten treiben. Im Zuge von Atom-Protesten und Stuttgart 21 schwangen sich somit auch eine Menge Trittbrettfahrer auf den Demonstranten-Zug (hmm, schönes Bild) und entdeckten, dass “Protest” auch sexy sein kann. Zumindest denken die das. “S21" hat zwar endlich wieder ein politisches Bewusstsein im politikverdrossenen Volke wach gerüttelt, das Problem ist aber, dass sich nahezu jeder berufen sieht dieses auch zu benutzen. Was dabei manchmal heraus kommt, hat eigentlich keine Bananenrepublik verdient.
Denn, was ist denn aktuell die gefühlt zweitgrößte Bedrohung der Bundesrepublik? Worum wird denn der größte Tamtam gemacht, wenn man mal vom “TERROR-ALARM-PANIK-ANGST-BEDROHUNGS-HORROR-FÜRST” aus dem Morgenland absieht? Ist es Stuttgart 21? Nein, das hat der Heiner derzeit ganz gut im Griff und es ist im Grunde genommen ebenso legitim wie Vorschlag Nummer 2: die Anti-Atombewegung. Nein, gefühlt ist derzeit der größte Feind der zivilen Freiheit und die gefühlte Geißel der bundesdeutschen Kleinbürgerlichkeit: Google Street-View! Das wird nicht etwa als technische Möglichkeit wahr genommen, nein, warum auch. Das ist das Böse, das wie der eisige Nordwind vom Autodach des Kameravehikels strömt um Mißgunst, Zwietracht und Leid im Volk zu säen. Bereits im Vorfeld wurde das Thema aufgeblasen, und in gewohnt deutscher Gründlichkeit auch die absurdeste Möglichkeit des Street-View Mißbrauchs erdacht. Fantasie haben wir hier ja, das muß man uns lassen. Die lächerlichste Variante in meinen Augen bestand darin, dass Einbrecher unsere Häuser online ausspähen könnten um den nächsten Raubzug zu planen. Niemand wäre in seinen eigenen vier Wänden auch nur ansatzweise sicher gewesen. Das Damoklesschwert der allgegenwärtigen Bedrohung wäre im virtuellen Raum jederzeit bereit gewesen uns in Form einer polnischen Gangsterbande auf das Haupt zu stürzen. Hektisch wurden bitterböse Widersprüche in die Tasten gehämmert und die vollständige Unkenntlichkeit von Heim und Herd eingefordert. Die Illusion der Sicherheit wurde quasi herbei gepixelt.
Auch bestand ja die Gefahr, dass man nebst KfZ auf der Straße fotografiert wurde und dann virtuell im Netz auftaucht... JEDER könnten einen dann sehen (theoretisch)... JEDER! Könnt ihr euch vorstellen, wie es sein muß, wenn jeder sehen kann, wie ihr an einer roten Ampel steht. Oder schlimmer: Wenn ihr einfach drüber lauft und Google euer schmutziges Geheimnis ans Licht der Öffentlichkeit zerrt. Da steht ihr dann für immer im virtuellen Raum, eurer verabscheuungswürdigen Untat angeprangert.
So, aber unserer gigantomanischen Protestwelle sei Dank, welche durch die Medien des ganzen Landes schwappte und bislang überwältigende 0,274% der Bevölkerung dazu brachte ihr Hab und Gut zu schützen hat dieses Schweinerei ein Ende. Und der Bürger obendrein das Gefühl, sich mal wieder so richtig gewehrt zu haben. Großkonzern, pfui! Komisch, gegen die wirklich Besorgnis erregenden Einschnitte in den Datenschutz regte sich in der Vergangenheit vergleichsweise wenig ziviler Widerstand. Auch wenn jetzt in der Terrorhysterie seitens der Bundesinnenminister-Konferenz die Vorratsdatenspeicherung wieder ausgebuddelt wird, interessiert das scheinbar keine Sau. Wahrscheinlich liegt es daran, dass das Zentralorgan der panischen Kleingeister, seinen Lesern Wörter mit mehr als 2 Silben nicht zumuten kann ohne von ihnen mit dem Vorwurf der Intellektualisierung konfrontiert zu werden. Und wer will das schon bei der BILD?!? Also wird auf die Verhältnismäßigkeit gepfiffen und gegen ein bei näherer Betrachtung belangloses IT-Projekt Stimmung gemacht, während weitaus “schlimmere” Eingriffe in die informationelle Selbstbestimmung durch gewunken werden.
Mal ganz pragmatisch betrachtet: was hat dieser Aufruhr uns gebracht: Verpixelte Gesichter, Nummernschilder und ein paar unkenntlich gemachte Häuser. Eigentlich nichts, was Google nicht ohnehin gemacht hätte. Schaut man sich ein paar Städte an, die man weltweit virtuell befahren kann, dann sieht man überall genau das. Nix Neues also, aber woher sollen das denn die geschätzten 94% des wütenden Mobs wissen, schließlich haben sie sich noch nie mit diesem Teufelszeug beschäftigt?! Wäre ja auch noch zu schön, wenn man am Ende noch gefallen daran finden sollte. Nein, dann doch lieber in der Illusion des moralisch überlegenen Gutmenschen schwelgen und weiterhin kontraproduktives Halbwissen vertreten.
Mich nervt sowas. Klar sollte man hinterfragen und zur da, wo es Sinn macht, auch mal ordentlich auf die Barrikaden gehen. Aber SINN muß es eben machen und nicht dazu führen, dass man das eigentliche Problem übersieht. Man muß sich mal Folgendes vor Augen führen: Während wir um jede erkennbare Fassade feilschen und in detektivischer Kleinstarbeit Fehler im Programm suchen um sie diesem bösen, bösen Großkonzern unter die Nase zu reiben, wird das virtuelle Deutschland nicht nur hässlicher, sondern auch noch langsamer vervollständigt. So kommt es dann, dass ich neben Seattle, NewYork und Berlin (um nur einige zu nennen) auch einen virtuellen Turn durchs finnische “Niemandsland” unternehmen konnte. War schon schön, mal durchs virtuelle Joensuu zu fahren und mal in Noljakka vorbei zu schauen um die eigene Ex-Behausung virtuell zu inspizieren. Wenn das jemand verpixelt hätte, ich hätte es persönlich genommen. Naja, Hauptsache wir werden hier alle zu biometrisch bevorratsdatenspeicherten Musterbürgern in anonymisierten Pixelhäusern, wer braucht da schon sowas nutzloses wie technischen Fortschritt?! Der erhöht eh nur die Terrorgefahr. Eine Frage hätte ich dann aber noch an all die Fassadenschützer und Wohnhausunkenntlichkeitsbeantrager da draußen, denen die Muffe immer noch vor virtuell organisierten Einbrecherbanden geht: Was macht ihr eigentlich, wenn die Typen einfach mal vorab bei euch vorbei fahren um eure Bude anzugucken? Richtig “Old School” sozusagen! Wem schreibt ihr denn einen Präventivbrief?
Donnerstag, 18.11.2010
THE WATCHER
„Kriegsähnliche Zustände“ in Afghanistan waren gestern, denn heute ist mal wieder Terrorzeit vor der Haustür. Mittlerweile hat man sich ja schon daran gewöhnt, daß alle paar Monate „erhöhte Aufmerksamkeit“ eingefordert wird, weil eine „neue Gefährdungslage“ festgestellt und schwammig formuliert wird. Das kann natürlich auch eine Gefahr sein, denn irgendwann nimmt das keiner mehr so richtig ernst. Aktuell wurden wir vom Innenminister auf Grund einer „grundlegend verschärften“ Gefährdungslage wieder einmal wachgerüttelt. Nur, was sollen wir tun? Insbesondere, wenn man sich die möglichen Terrorziele anschaut, die da benannt werden?!?! Ich wage mal die Behauptung, daß wir ohnehin machtlos sind. Zumindest so lange, wie wir uns nicht in verstohlen nach unseren Mitmenschen schielende Denunzianten verwandeln wollen. Der Aufruf, man solle Verdächtiges doch bitte mitteilen, mag zwar im ersten Moment Sinn machen, aber mittelfristig ist das Dingen mindestens ebenso gefährlich.
Nun, wir in der so genannten „westlichen Welt“ wedeln uns ununterbrochen einen auf unsere „freiheitlich demokratische Grundordnung“ von der Palme, die dem Individuum (theoretisch) größtmögliche Freiheits- und Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Daß damit seit 2001 ohnehin Essig ist, hat dem vernunftbegabten Wesen schon seit einer Weile gedämmert. „Anti-Terror-Gesetze“ ergänzen sich mit der medialen Verballhornung der Gefahrenlage zu einem Unsicherheitsgefühl, das man so herrlich benutzen kann um die eine oder andere „unliebsame“ Maßnahme der Vergangenheit politisch nun doch durch zu drücken.
Die neueste Gefährdungslage zeigt dies mal wieder. Kaum hatte de Maizière die gewohnt unkonkrete Warnung in die Mikrophone diktiert, schon überschlugen sich die üblichen verdächtigen Publikationen mit reißerischen schlagzeilen. Aktuell steht da folgendes: „TERROR-ALARM! Mit Hunden und MPs: Polizisten sichern unsere Züge“. Dabei wird selbstverständlich das Wort „Terror“ immer in Verbindung mit negativ besetzten Begriffen wie „Panik“, „Angst“, „Horror“ oder eben „Alarm“ verknüpft. Interessant ist daran insbesondere, daß genau diese… nennen wir sie mal „Zustände“… politisch vermieden werden sollen. Aber wenn sich der Herr Innenminister hinstellt und erklärt, daß Panik vollkommen unangebracht und Angst nicht nötig sei, ist das doch nur das Pfeifen im Walde. Mir kann niemand erzählen, daß die Politik die Reaktionen der Presse nicht antizipieren kann. Egal, was er sagt, das Ergebnis ist doch determiniert. Man kann wirklich nur hoffen, daß sich das Ganze schnell wieder legt und eben nix passiert. Klar, das wird dann auch den Sicherheitsmaßnahmen zugeschrieben werden. Vielleicht sogar zu Recht, aber momentan erinnert mich die mediale Terrorsau, die vom Boulevardirrwisch durchs Dorf getrieben wird, schon ein wenig an „1984“. Während ich die politische Reaktion noch als durchaus angemessen empfinde (Nationalstaaten haben nun mal eine Schutzfunktion für ihre Einwohner), übertreiben die Medien maßlos. Das Problem haben wir dann, wenn das zum selbstläufer wird und sich politisch umstrittene Entscheidungen der geschürten Angst bedienen.
Der größte Beschiß ist meiner Meinung nach, wie sich die Verantwortlichen selber in die Tasche lügen. Man kann sich doch nicht allen Ernsten vor die Mikros stellen du gebetsmühlenartig herunter leiern, daß wir uns unseren Lebensstil nicht einschränken lassen, weil dann die Terroristen ja schon gewonnen hätten. Tut mir leid, aber wenn der Reichstag eingezäunt, das Regierungsviertel abgeriegelt und die Polizeipräsenz massiv hochgefahren wird (Panzerwagen in Fußgängerzonen), dann ist das für mich ein Treppenwitz. Man sollte doch endlich ehrlich sein und zugeben, daß man sich schon längst eingeschränkt hat. Einschränken muß um den öffentlichen Raum bei konkreten Drohungen zu schützen. Das wäre zumindest ehrlich. Im letzten Jahrzehnt wurden Datenspeicherungen, Rasterfahndungen, Abhörgesetze und biometrische Ausweise durchgedrückt, vollkommen unabhängig vom Terror versteht sich. Aber was das anbetrifft, werden wir wohl eher mit verschwurbelten Worthülsen abgespeist werden. Ich sehe sie schon auf den Titelseiten prangen, die „terrorähnlichen Zustände“.
Mittwoch, 17.11.2010
INVISIBLE KID
Liebe Leute, soeben wurde ich auf ein kleines, feines Video aufmerksam, das ich mit euch teilen MUß! Geht nicht anders. Das Dingen rettete mit humormäßig den heutigen Tag auf der Zielgeraden. Hauptprotagonisten sind Kirk Hammett (Saitenvirtuose bei Metallica), jede Menge schwarzer Bälle und... na seht selbst. Köstlich! Vielleicht sollte man noch erwähnen, daß Hammett normalerweise so etwas wie der sensible Schöngeist der Band ist, auch wenn mans nicht vermuten mag, sobald man dieses Filmchen (mindestens 5 Mal) gesehen hat:
Ach ja, falls hier dann wider Erwarten die politische Korrektheit mitlesen sollte: No animals were harmed... und dem Kind ist auch nichts passiert. Die Schadenfreude ist also ungetrübt (sonst würde ich das Ding auch nicht posten.) Das Kind war übrigens Gerüchten zufolge der Sprössling des Tourmanagers. Das mit dem "Headbang" bekommt hier eine völlig neue Bedeutung.
Mittwoch, 03.11.2010
SEX CHANGES
„RICKY MARTIN IST SCHWUL!!!!“ Boah, neiiiiiin… im Ernst?!?! Da wäre man von alleine ja NIIIIEEEEMALS drauf gekommen. Wie auch?!? Der Wahnsinn! Ein Coming out, das uns alle bis ins Mark erschüttert und verblü… ach, Spaß bei Seite: Wen interessiert’s?! Seit Jahren sieht man diese komplett enthaarte Latinotrine ihren Hintern über die Bühnen dieser Welt schwingen und soll jetzt überrascht sein? Jemand, der in hautengen Lacklederhosen, Litern von Haargel und mit Eyeliner bepinselt auf die Bühne tritt und das „la vida loca“ nennt, der brüllt seine unterdrückte Identität dem neutralen Beobachter doch förmlich entgegen; daß das die Anwesenden nicht hören (wollen), ist der menschlichen Ignoranz zuzuschreiben. Von mir aus kann der Martin sein, was er will, die Musik machts nicht schlechter (und schon gar nicht bessser). Mich nervt nur dieses Rumgerühre in seinem Privatleben, was in den nächsten Tagen wieder medial eine Omnipräsenz haben wird, daß man diesem Kokolores nicht entgehen kann. ES INTERESSIERT MICH NICHT! Mir persönlich reicht zur Not auch die bloße Information (selbst auf die hätte ich verzichten können)! Ich brauche keinen pseudo-toleranten Blitzkrieg der Klatschpresse und die damit einher gehenden „Enthüllungen“ und Interviews mit irgendwelchen Bekannten von Martin. Laßt den Typen machen, was er will und mit wem er will… und vor allem: LAßT MICH DAMIT IN RUHE! Aber werden es sich die Frauke Ludowigs (by the way: Deren Garderobier gehört an die Wand gestellt) dieser Nation nehmen lassen mit süffisant-gehässigem Grinsen sämtliche Spekulationen breit zu treten und Gerüchte zu kommentieren, welche sie tags zuvor selbst in die Welt gesetzt haben? Wohl kaum. Gruselig ist das.
Persönlich finde ich es nur geradezu köstlich, wie der Martin seine so genannten „Fans“ jahrelang verarscht hat. Immer schön den Latin-Lover raushängen lassen und in seinen grenzdebilen Videos irgendwelche halbnackte Ischen abfingen nur um diesen kreischenden Mädels ordnungsgemäß die Knete aus dem Kreuz zu leiern. Wahrscheinlich noch schön von Management unter Druck gesetzt ab und an mal Pressefotos mit irgendwelche gekauften Models in den Blätterwelt zu streuen, damit der Schwindel ja nicht auffliegt. Jetzt, wo der Knilch und sein Gejodel seit ein paar Jahren vollkommen zu Recht in der Versenkung verschwunden sind, spielt man sozusagen noch mal den letzten Trumpf um den in die Jahre gekommenen puerto-ricanischen Hengst noch mal ins Bewusstsein der zunehmend desinteressierten Öffentlichkeit zu hieven: Das große Coming Out! Der ehemaligen Zielgruppe wird’s weitestgehend am Arsch vorbei gehen, ein paar besonders beknackte Anhängerinnen werden vielleicht noch in Tränen ausbrechen, aber das wird wohl eine recht überschaubare Anzahl sein. Doch wenn der Herr jetzt (im Idealfall recht zügig) einen neuen Silberling oder ein „Best of“ – Album (unter den Blinden ist der Einäugige…na ihr wisst schon) auf den Markt wirft, kann man aus dem ausgelutschten „Produkt“ Ricky Martin noch mal den letzten Rest Kaufkraft rausholen. Ich finde so was einfach nur lächerlich! Aber verhindern wird es niemand können, so läufts nun mal. Das eigentlich Schlimme an der Sache ist eben nur, daß wir diese längst überstanden geglaubte, akustische Heimsuchung nun wieder aufgetischt bekommen. Schrecklich!
Hätte man das Ganze nicht auf sich beruhen lassen können? Die Info einfach abhaken und weiter machen, ohne den Typ damit wieder, wie vom Management berechnet, als musikalischen Zombie wieder ans Tageslicht der Popkultur zu zerren! Man muß solche Outings auch medial einfach mal abhaken können. Ein kurzer Dreizeiler unter „Vermischtes“ und gut ist, bevor man noch schlafende Riesen weckt und einem, der es nicht verdienst hat, noch zu neuem „Weltruhm“ verhilft. Was man der Allgemeinheit damit alles ersparen könnte… Wahnsinn! Kurioser Weise hat diese Strategie bei Westerwelles Coming out damals wunderbar funktioniert (da ging der Publicity-Plan wohl nach hinten los). Wahrscheinlich lag es daran, daß jeder Angst davor hatte den am Ende noch zum Kanzler zu hypen nachdem man die resultierenden Popularitätseffekte bei Wowi erlebt hatte. Irgendwo hat also auch die Yellow Press noch ein Fitzelchen Moral!
Sonntag, 31.10.2010
WHERE THE STREETS HAVE NO NAME
Mein Timing war mal wieder miserabel! Kaum stellt man mal `ne schnieke 20er – Liste von absolut essentiellen Büchern auf, schon kann man sie ein paar Tage später wieder ändern. Nicht, daß ich es hätte kommen sehen… im Gegenteil. Nach längerer Schienenabstinenz schwang ich mich letzte Woche wieder mal ins Eisenross um ein paar Tage im Badenland zu verbringen. Da man dabei aber auch gleich knappe 7 Stunden in den Komfortpersiflagen von Mehdorns Erben zubringen muß (ohne Bordkino, Wii oder wenigstens einen Gaukler), braucht man eine Beschäftigung. Also wird ein viertel Stündchen vor der Abfahrt der Buchladen geentert und, schon traditionell, ein mehr oder weniger bewusst ausgewähltes Büchlein erstanden. So auch letzten Freitag. Als ich so vorm Taschenbuchstapel stand, stellte sich mal wieder die Frage, welches Machwerk es denn nun sein soll. Kurz zu meinen Kriterien. Unter „Thriller“ läuft im Normalfall nix. „Psycho – Thriller“ ist dann schon eher die Orientierungsmarke. Wenn da nur profan „Roman“ steht, muß das Büchlein schon anderweitig überzeugen können, damit es überhaupt nur im Entferntesten in betracht gezogen wird. Das Cover sollte nach Möglichkeit schon auf ein möglichst blutrünstiges Interieur schließen lassen, gern auch mit dem einen oder anderen Insekt verziert, welches in der Lache hockt. Zum Titel würde ich sagen „je abstruser, desto besser“! Ach ja, es sollte auch ein Taschenbuch sein, da ich die Angewohnheit habe Bücher beim Lesen etwas arg zu malträtieren. Wenn ich ein Buch gelesen habe, ist das danach selbst für den größten Deppen umgehend an dessen Zustand erkennbar.
Was auf diese Weise meine Aufmerksamkeit erweckt hat, wird dann erstmal inspiziert, der Klappentext gelesen und begutachtet. Aus einer Auswahl von 3 - 4 Büchlein erwählt man dann spontan jenes, welches einem in dem Moment irgendwie am meisten zusagt. Da ich meistens nicht mehr als 15 Minuten für die Entscheidungsfindung habe (ich bin noch in Verhandlungen mit der Bahn, daß diese sich zukünftig nach mir richtet), muß ich früher oder später zugreifen. Das ist gut, denn es verhindert, daß den halben Tag in der Bude verbringe und am Ende mit einem Spiegel rausmarschiere.
Freitag stand ich also wieder in der Bahnhofsbuchhandlung und ließ meine Blicke schweifen. Anerkennend wurde bei der einen oder anderen Neuerscheinung genickt, bei anderen hätte ich am Liebsten die Flucht ergriffen. Schließlich musste die Wahl zwischen einem mit nun nicht mehr präsenten Thriller über einen Psycho-Serienkiller in Amiland der vom FBI gejagt wird (jaja, ich weiß: SEHR originell…) und einem Büchlein, auf das ich schon im Sommerurlaub ein Auge geworfen hatte fallen. Damals wie letzten Freitag machte mich der Klappentext zwar extrem neugierig, der etwas holprige Titel (und Autor) machten mich aber mindestens ebenso misstrauisch. Denn „Das Buch ohne Namen“ von „Anonymus“ klingt irgendwie ZU offensichtlich auf Mystik getrimmt. Ich hatte die Befürchtung, daß sich dahinter nur so ein drittklassiger Schriebs verbirgt der irgendwie zwanghaft versucht einen auf „geheimnisvolle Schattenwelt“ zu machen. Im August konnte mich das noch abhalten zuzuschlagen und ich verbrachte meinen Urlaub mit Gonko dem Höllenclown („Hölle“ von Will Elliot). Aber Freitag griff ich dann zu. Mein Kalkül war „wenn’s Schrott ist, hab ich immer noch meine Bootlegs!“. Was soll ich sagen, es hat sich definitiv gelohnt! Das Buch ist unter normalen literarischen Maßstäben sicherlich nicht sonderlich erwähnenswert. Aber mit denen sollte man eh nicht an das Büchlein heran gehen. Daß die Charaktere nicht sonderlich ausgefeilt dargestellt werden fällt nicht weiter auf, da sie keine 2 Kapitel weiter im Regelfall ohnehin wieder umgenietet werden. Darüber hinaus basieren sie ohnehin auf derart stereotypen Klischeefiguren, daß man sie ohnehin von der ersten Erwähnung an vor Augen hat. Außerdem wird hier die Story an sich in den Mittelpunkt gerückt, was auch das eigentliche Highlight des Buches ist. Kurze Kapitel, jeweils mit haarsträubenden Cliffhangern versehen, eine Wende nach der anderen eingebaut. Das Ganze erinnert einen ziemlich schnell an einen Tarantino-Film… nur noch ne Ecke blutiger. Die Grundstory ist dabei ganz einfach: Ein mächtiger Stein wird von nahezu allen Einwohnern der abgelegenen Gangsterstadt Santa Mondega gesucht und gejagt. Das ganze würze man dann noch mit Westernelementen, Kampfmönchen, Vampiren, einem Regierungsbeamten mit uneingeschränktem Datenzugriff, Auftragskillern die sich für Elvis halten und einem scheinbar irren Serienkiller, der zum Austicken nichts weiter als ein Glas Bourbon benötigt. Ich fand es großartig! Man kann das Buch kaum zur Seite legen und ich hatte es somit auch sehr schnell durchgelesen. Als ich im Anschluß dann darüber nachdachte, wo ich es denn in der vorangegangenen Liste einordnen würde, einigte ich mich mit mir auf Platz 4! Das Buch macht beim Lesen einfach einen geradezu höllischen Spaß. Die Situationen in welche die Figuren geraten werden immer und immer abgedrehter, der hintergründige Humor mit dem das alles beschrieben wird ist bisweilen derart dunkelschwarz, daß man ganze Kapitel später noch schmunzeln muß. Man ist irgendwann sogar froh, daß auf ein „Psychogramm“ der einzelnen Figuren verzichtet wurde. Was brauche ich auch Informationen über die Handelnden, wenn stattdessen ein und dieselbe Schießerei aus 3 Perspektiven über 25 Seiten geschildert wird?!? Man vermisst es einfach nicht, weil diese einer Mischung aus Comic und Spaghetti-Western entwachsenen Gestalten in die ganze Szenerie so einfach perfekt hinein passen.
Kurzum: Geiles Buch!
Seit gestern besitze ich nun auch den Nachfolger, welcher aber zugegebenermaßen einen noch dämlicheren Titel trägt. Diesen hat er der deutschen Übersetzung zu verdanken! Wie man aus „The Eye of the Moon“ einen rumpliges Wortspiel wie „Das Buch ohne Staben“ machen kann… unverständlich! Aber ist ja auch wurscht! Jeder, der den ersten teil überlebt hat (was sprichwörtlich eine Hand voll Irrer war) ist wieder am Start. Bin mal gespannt, was das literarische B-Movie in seiner Fortsetzung so zu bieten hat. Ich halte es da mal mit dem Klappentext vom „Buch ohne Namen“:
„… und dann wird es blutig werden. Blutiger, als sich irgendjemand vorstellen kann.“
Mittwoch, 20.10.2010
I'M THE MAN
Vor gut einem Monat entschied ich mich spontan, ein weiteres Jahr vor mich hin zu altern. Ich strich eine „2“ aus meinem Lebensalter und ersetzte sie durch ihren numerischen Anrheiner, die „3“. Nun, im gehobenen Alter von 23 Lenzen erhielt ich ein postpubertäres Nachschlagewerk zum Thema erfolgreiche Adoleszenz. Einen allumfassenden Almanach, welcher den Namen „Ein Mann, ein Buch“ trägt. Zunächst möchte ich dieses Büchlein auch allen Geschlechts- und Leidensgenossen wärmstens an Herz legen. Der Titel ist Programm und der Inhalt lehrreich und amüsant, zwei Eigenschaften, die Bücher nur sehr selten ineinander vereinen. Man merkt, dass es nicht nur „für“ Männer, sondern auch „von“ Männern verfasst wurde, strotzt es streckenweise doch nur so vor Argumentationsstrukturen, die man sich nur an einem Mittwoch Abend in einer beliebigen Sportsbar bei Champions-League und Hopfenkaltschale zu erschließen vermag. Also, liebe Männer: Kaufempfehlung! Allerdings sollte Mann auch kritische Töne finden, dieses Buch betreffend. Hauptsächlich der Titel. „Ein Buch“ ist meiner Meinung nach noch lange nicht genug. Ein Mann sollte meiner Meinung nach noch einige andere Standardwerke kennen, Bücher, die einen auf dem Weg zu Ruhm und Ehre im persönlichen Wertesystem unterstützen. Zwar sehen es auch die Autoren so und empfehlen 25 vielschichtige Titel, was meiner Meinung nach aber unzureichend ist. Die empfohlenen Bücher sind zwar interessant, aber dann doch zu sehr auf den Durchschnittsmann ausgelegt. Für die Elite unter uns, für die bärtigen Lederjackenträger, die auf ihren mentalen Harleys durch die Kulturszene knattern, aber auch für all die anderen Freaks da draußen (die positiven), stelle ich nun hier die ultimative „Foxymorph Buchtipp-Liste für MÄNNER“ auf. Folgende 20 Titel dürfen meiner Meinung nach in keinem Bücherregal mehr fehlen.
20 „Ein Mann, ein Buch“ von Eduard Augustin, Philipp von Keisenberg, und Christian Zaschke
Eine Sammelsurium von Grundwissen, welches dem modernen Mann sowohl das Traktor fahren, 747 landen als auch beim Eröffnen einer Kneipe hilft. Lebenstipps rund ums Testosteron! Nebenbei noch amüsant geschrieben.
19 „Hannibal“ von Thomas Harris
Klar, „Das Schweigen der Lämmer“ ist das Standardwerk von Harris, mir gefällt Hannibal aber deutlich besser. Hannibal Lecter, diesen finsteren Schmackofax, durch das schöne Florenz wandeln zu sehen ist ein Genuß, insbesondere, wenn man Florenz kennt. Besser als im Schweigen der Lämmer kommt hier diese Zwiespältigkeit von Lecter heraus, der sich zwischen Monster und kultiviertem Bildungsbürger bewegt und dabei so allerlei Sympathien beim Leser weckt.
18 „Fußball Unser“ von Edward Augustin
Die Handbibel der sinnlosesten, aber gleichwohl unterhaltsamsten Fußballtatsachen. Statistiken, die eigentlich kein Mensch bracht, ohne die unser aller Lieblingssport aber auch um einiges ärmer wäre. Fällt euch zum Beispiel ein italienischer Nationalspieler der vergangenen 30 Jahre ein, der auf einen Konsonanten endet und kein Torwart ist/war? Das Büchlein kennt und nennt sie alle! ;-) Ein Beleg dafür, wie schräg die Realität bisweilen sein kann.
17 „The Shining“ von Stephen King
Der Film ist großartig, Jack Nicholson beängstigend authentisch und wer noch nie so recht den Reiz von Stephen King verstehen konnte, der findet ihn in diesem Buch 100%ig. Oder besser: Er wird von King „gefunden“, gehetzt und dann unausweichlich gefunden! So hinterhältig hat sich das Grauen selten in die Leseecke geschlichen. Kurz zur Story: Redrum! LESEN!!! ;-)
16 „Der Pate“ von Mario Puzzo
Ein Psychogramm einer Mafiafamilie über mehrere Generationen hinweg, das die Mechanismen und Alltäglichkeiten des organisierten Verbrechens ebenso beleuchtet wie die privaten Befindlichkeiten. Ähnlich wie „Omerta“, was man ebenfalls lesen sollte, wirkt das bisweilen zwar arg glorifizierend, aber den von Puzzo geformten Charakteren kann man sich nicht entziehen. „Ischä macke dir eine Angehbooot, dass du nischt ablähnän kannst!“
15 „Todesmarsch / Amok / Menschenjagd“ von Richard Bachmann
Bachmann ist King, und gleichzeitig aber auch wieder nicht. Kompromissloser als in seinen „eigenen“ Büchern geht der Meister unter seinem Pseudonym vor. Die drei Geschichten sind im Sammelband, aber auch einzeln erhältlich, lesen sollte man sie alle. Während in Todesmarsch ein Ausdauermarsch von Jugendlichen geschildert wird, bei dem das organisierende Militär die Aussteiger an Ort und Stelle liquidiert, wird in Amok ein Schüler zum Geiselnehmer seiner Klasse und zum Mörder diverser Lehrer. Menschenjagd dreht sich um ein fragwürdiges Medienspektakel der Zukunft. Gemeinsam ist allen drei Büchern, daß die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Beteiligten erstklassig ausgearbeitet werden. Die eigentliche Spannung bezieht sich jeweils aus diesem düsteren Kosmos der Interaktion. Spannung pur und jeweils ein Nervenkrieg sonders gleichen!
14 „Gyre“ von Clive Barker
Eine auf den ersten Blick abgedrehte Story über eine in einen Teppich eingewobene, geheime Welt entpuppt sich für deren Entdecker zu einem Horrortripp zwischen Realität und Scheinwelt. Thematisch eines von Barkers ungewöhnlichsten Büchern, aber fabulös umgesetzt. An diesem Punkt war Barker der bessere King!
13 „Dickicht“ von Scott Smith
Gekauft habe ich mir dieses Buch wegen des Covers, ich gebs ja zu. Außerdem brauchte ich für eine Zugfahrt einen angemessenen Lesestoff. Klappentext klang zwar nicht wirklich überzeugend aber wenigstens interessant; also war der 10er flux investiert. Eine meiner besseren Entscheidungen, wie sich zeigen sollte. Ein paar Twens machen einen Ausflug nach Südamerika und vergnügen sich zunächst irgendwo zwischen Tequilla und Strandparty. Irgendwann (auf Seite 2) begeben Sie sich dann auf eine Reise zu einer Atztekenstadt im Dschungel. Dort erwartet sie dann das hinterfotzigste Grünzeug der Literaturgeschichte, das einem nach den anderen die Lebenslichter auszupusten droht. Flucht, dank der netten Ureinwohner, unmöglich. Herrlich finster geschrieben, der Erzählstil ist der Hammer. Ein echter Pageturner, kann man nicht anders beschreiben.
12 „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams
Ein Klassiker. Leicht und humorvoll geht’s durchs Weltall. Vom „Vogonen“ bis zum „Pangalaktischen Donnergurgler“ durchlebt der letzte Mensch eine intergalaktische Odyssee um unseren Heimatplaneten rekonstruieren zu lassen, wobei er nicht nur den Architekten von Norwegen trifft, sondern sich auch noch mit dem Präsidenten der Galaxis rumschlagen muß. Ansonsten liefert dieses Buch noch die Antwort auf die ultimative Frage der Menschheit… !
Gehört in jeden Bücherschrank, ein Stimmungsaufheller par excellance!
11 „Rumo und die Wunder im Dunkeln“ von Walther Moers
Über Moers und seinen komplett überdrehten Zamonien – Kosmos MUß man einfach nur staunen. Mit Rumo geht’s, immer den silbernen Faden entlang, durch ein Wolpertingerleben. Vom niedlichen Kuschelköter zur Kampfmaschine gewandelt rettet Rumo seine Angebetete aus der finsteren Untenwelt und räumt dabei die schrägsten Gegner aus dem Weg. Das geht über Fantasy im engeren Sinne hinaus. Wer braucht schon Elben, wenn er tote Yetis haben kann?!?
10 Die Sekte von Mo Hayder
Ein Horrortripp irgendwo zwischen Sekte und Psychopath. Beklemmende Atmosphäre und unheimliche Morde inklusive. Auf einer abgeschiedenen Insel ermittelt sich ein Autor durch einen Albtraum aus Blut und Knochen, immer an der grenze zwischen Übersinnlichem und finsterer Realität menschlicher Abgründe. Ein weiteres meiner Bahn-Fahr-Bücher. Entdeckt und am Stück verschlungen.
09 „Neununddreißigneunzig“ von Frederic Beigbeder
Ein Einblick in die Werbewelt. Im Plot erzählt die Blaupause des New-Age-Yuppies von seinem Leben voller Ausschweifungen und Dekadenz. Dabei werden nicht nur die Grenzen des guten Geschmacks pulverisiert, sondern alt hergebrachte Erzählstrukturen gleich mit. In gewisser weise ist Beigbeder so was wie ein „Anti-Autor“, er hält sich an nichts und ihm ist ebenso wenig heilig. Im letzten Drittel wandelt sich diese kunterbunde Gegenwarts-Orgie dann analog zur Psyche des Erzählers in einen finsteren Abgrund aus Dekadenz und Gewalt.
Das Thema ist interessant, der Schreibstil ein Genuß und das andauernd provozierte Lachen bleibt einem beim nächsten Satz wiederholt im Halse stecken.
08 „Die Gelehrten der Scheibenwelt“ von Terry Pratchett
Pratchetts Scheibenwelt ist so etwas wie das englische Pendant zu Zamonien, nur eben anders. Eine komplett unlogische Welt die auf dem Rücken von Groß A’Tuin durchs Weltall treibt und deren Naturgesetze einen Alkoholspiegel von gefühlten 87,3 Promille aufweisen. Scheibenweltromane sind an sich schon höchst unterhaltsam, dieser hier ist aber außerdem noch bemerkenswert. Pratchett erklärt mit der Hilfe von wissenschaftlichen Gastautoren die Entstehung der Welt und die Evolution. Alles staunend betrachtet von den Zauberern der unsichtbaren Universität, die diese ganze Logik so gar nicht verstehen.
07 „Das Böse in uns“ von Cody McFadyen
Was dieser Typ seiner Hauptfigur in den Vorgängerromanen zugemutet und zugefügt hat, ist einfach unglaublich. Analog dazu sollte dieses Buch von Leuten mit sensiblem Magen gemieden werden. Eine Reise in die finstersten Ecken menschlichen Handelns, ein Serienmörderjagd irgendwo zwischen Religion und Selbstjustiz. Was man von einem guten Thriller erwartet, wird hier weit übertroffen, wozu auch das komplett unerwartete Ende zählt (wenn man die anderen McFadyens kennt).
06 „Needfull Things – In einer kleinen Stadt“ Stephen Kind
Das Böse kommt in Form eines kleinen Ramschladens in die Stadt und destabilisiert das Kaff dann binnen kürzester Zeit derart dass Mord und Totschlag regieren. Ein beängstigendes Psychogramm einer Kleinstadt, das auch aufzeigt, wie furchterregend einfach es sein kann die Zivilisation zu destabilisieren. Das ist auch das Fesselnde an dem Buch. Hier Terrorisiert nicht das übersinnliche Monstrum direkt, es zieht nur die Fäden so geschickt, dass die Bewohner sich das Leben selbst zur Hölle machen.
05 „Und die Eselin sah den Engel“ von Nick Cave
Hinterwältlerroman über einen Inzestgeschädigten Mörder. Cave als Sänger: Weltklasse! Als Autor auch, was man so nicht erwartet hatte. Das Buch ist so abgrundtief düster, dass man als musikalisches Pendant nur die „And No More Shall We Part“ nennen kann. Der Schreibstil sit dabei das absolute Highlight. Bisweilen zieht sich der Handlungsstrang zäh dahin, während Cave sich über die Unzulänglichkeiten seiner Romanfigur ausschweifend ereifert. Wenn man mit Cave und seinem Hang zum menschlichen Abgrund klarkommt, ist das ein hochkarätiger Lesespaß, den man aber nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte bzw. kann. Geht nicht.
04 „Gevatter Tod“ von Terry Pratchett
Was passiert, wenn sich der Tod einen Lehrling sucht um ab und zu in Ruhe angeln zu gehen? Her erfahren wir es. Das Ganze dann noch eingebettet in die Scheibenwelt mit all ihren schrägen Bewohnern. Kaum zu überbieten an Unterhaltungswert und Absurdität. Ein Lesespaß, den Mann sich nicht entgehen lassen sollte.
03 „White Line Fever“ von Lemmy Kilmister
Frauen gilt die “Autobiographie” ja bisweilen als Beispiel für guten, literarischen Geschmack. Aber was soll Mann sich mit politischen Lebenswerken drittklassiger Oppositionsführer rumschlagen, wenn einem Lemmy persönlich aus seinem Leben erzählt. Worum es in dem Buch geht? Sex, Drugs und Rock’n Roll, sprichwörtlich. Das Buch ist straight Lemmy, ohne irgendwelches selbstdarstellerische Geschwurbel bringt der Kerl es einfach auf den Punkt was es heißt, eine lebende Legende des Hardrock zu werden. Man glaubt ihm jedes schnapsgeschwängerte Wort, jede Affäre und die beschriebenen Exzesse sind wahrscheinlich eher unter- als übertrieben. Ein köstlicher Lesespaß, bei dem sogar Ufo’s nachvollziehbar werden.
02 “Die 13 ½ Leben des Käptn Blaubär” von Walther Moers
Das Meisterwerk von Moers. Begleiten wir Käptn Blaubär durch einige seiner Leben und durch Zamonien. Wen und was er dabei trifft, zeigt mal wieder auf, was für überdrehten Quatsch sich der menschliche Geist doch ausdenken kann. Moers bringt das aber alles in einen geradezu köstlichen Kontext und hetzt seinen Leser förmlich von Lachanfall zu Lachanfall. Herrlich hintergründig bisweilen, dazu mit einem ordentlichen Schuß Blutrunst zwischen den Zeilen ist das alles andere als ein Kinderbuch. Kleiner Tipp: Das Hörbuch übertrifft das Buch fast noch und der Grund dazu heißt: Dirk Bach!
01 “Der Herr der Ringe” von J.R.R. Tolkien
Allumfassende Fantasy-Saga, die man einfach gelesen haben muß! Man kann sich auch in der Folge einen wahren Kosmos von Tolkien-Büchern erschließen, die ähnlich begeistern. Ob Hobbit, Silmarillion oder die Kinder Hurins, alles lesenswert! Für mich das unangefochtene Männer-Buch Nr. 1, dem auch die zweifelsfrei großartigen Filme von Peter Jackson nicht das Wasser reichen können!
Ich hoffe, es ist für jeden was dabei gewesen. Wie immer bei solchen Listen sei abschließend noch die tiefgreifende Subjektivität der Betrachtung erwähnt. :-)
Montag, 02.08.2010
GOLLUMS SONG
Hallelujah! Da findet man nach gut einjähriger, fruchtloser Suche endlich wieder ein witziges Liedchen über das Verspeisen gemeuchelten Geviehchts im Netz und überlegt krampfhaft, wie man das denn in seinen Blogg einbauen und der Nachwelt empfehlen kann. Doch was passiert? Man surft auf der Suche nach Angriffspunkten durchs Internet… über „vegan.de“, „bielefeld.de“ und nicht zuletzt „vegan-bielefeld.de“ (kein Scheiß!) seine Lieblingsfeinde ab und findet zur Abwechslung mal so gar nix passendes. Irgendwie war es (bis vor ca. 5 Minuten) sogar mir zu abgedroschen wieder auf die Veganer einzudreschen, die haben schon so kaum Spaß am Leben. Immer nur dieses knirschende Körnerzeugs löffeln zu müssen und an keiner Bratwurstbude ohne mittleren Nervenkollaps vorbei zu kommen, das ist wahrhaft nicht beneidenswert. Also, dachte ich mir, „setz das Video in den Blogg und gut ist!“ Zumal das Filmchen auch irgendwo für sich selbst spricht. Aber kurz vorm Posting wurde ich auf das Forum von vegan.de aufmerksam, in welchem das Folgende gerne Wort für Wort nachgeprüft werden kann. Die Freude war diebisch, das Entsetzen streckenweise riesig! Mal schauen, was es im wurstlosen Mangoldkosmos so an brandheißen Themen zu diskutieren gibt. DAS… und nur DAS war dann aber auch der Fehler! Leset folgendes Problem, mit dem sich der User „Gorky 17 rumschlägt:
„Moin!
Hab gerade im Off-Topic gelesen, daß einige von euch den Herrn der Ringe gesehen haben.
Meine Frage: Wie könnt ihr als Veganer so was tun?
Es wurden ja der veganen Ansicht nach sehr viele Tiere für diese Produktion gequält.
Pferde wurden geritten, ganz am Anfang wurde eine Sau am Strick durch Hobbingen gezogen
wie viele Truthähne mussten für die Befiederungen der Pfeile sterben, usw....
Ich weiß das daß Posting sehr provokant wirkt, aber mich würde eure Meinung dazu sehr interessieren
Schönen Tag noch“
*lol* Pferde wurden geritten… wie grausam! JUNGCHEN: MIT DIESER EINSTELLUNG HÄTTE ES DIE MENSCHHEIT NCIHTMAL BIS INS MITTELALTER GESCHAFFT!!!
Reuben Proctor (ich wette, der heißt wirklich so) brachte es als Antwort auf den Punkt:
„Du hast natürlich zum Teil Recht.
Das Problem ist aber, daß es so etwas wie veganes Kino nicht gibt.“
Nun gut, ob ich das jetzt unbedingt als „Problem“ im engeren Sinne sehen würde, wage ich zu bezweifeln. Für mich spricht aus diesem Faktum eher die menschliche Vernunft!
User Tobias trägt dann Folgendes zur Diskussion bei:
Es ist, ohne totalen Auststieg, nicht möglich ganz vegan zu leben (100% wohl nie; vielleicht auf einem Raumschiff:-) ).
(…)
Wenn Veganer sich komplett ausklinken würden, hätten "die Anderen" ja einen wichtigen Einfluß im Leben weniger.
Wäre doch Unverantwortlich! :-)“
Och… so schlecht ist die Idee gar nicht, finde ich. Mir würde nix fehlen, wobei die Veganer-Dichte in meinem Umfeld auch gegen Null tendiert. Übrigens fällt auf, dass die Diskussion langsam vom Thema „Herr der Ringe“ abzudriften droht. Aber Husch-Husch zurück zur Topic!
Das erledigt dann der mutmaßliche Veganer mit dem passenden Nickname „NVA“:
„ich kann dir zum "Herr der Ringe" sagen, dass zumindest die Pferde (auser dass sie geritten wurden) keinesfalls gequält wurden.“
… aber der unglaublich zynische Akt des Reitens wird auch hier als Negativbeispiel stillschweigend akzeptiert. Gleichwohl ist die Diskussion zum Thema Mittelerde hiermit erschöpft. Zeit also, sich im Veganerforum anderen Themen zuzuwenden, die dem Tierfreund so unter den Nägeln brennen. Beipsiele gefällig? Gern!
Thema „Fruchtzwerge“. User Lakritze prangert an:
„Mit Entsetzen las ich heute in einer Babyzeitschrift, dass es jetzt Fruchtzwerge für Babies ab dem sechsten Lebensmonat gibt. Mit ach so gesundem Eisen, Kalzium und B-Vitaminen. (…)Der Werbung der milchverarbeitenden Industrie glaubt aber sonderbarerweise jeder.“
Es winkt der Skorbut!
Thema Autofahren, da wird auch die vegane Grundlage massiv angezweifelt:
„Wenn ihr schonmal im Sommer Auto gefahren seid, dann kennt ihr sicher den "Dreck" der sich auf der Autovorderseite recht schnell ansammelt. Dieser "Dreck" besteht zum Teil aus (zermatschten)Insekten, die man zu Hunderten tötet. (…)Ist das ein angemessener Grund, um Tiere zu töten?
Ist es logisch Honig ablehnen, aber Auto zu fahren?
Warum?“
Ich finde nicht mal die Fragestellung logisch, lieber Marco!
User „Alex“ bringt nun den Klassiker, allerdings ernst gemeint, was wieder einmal beweißt, dass kein dummer Spruch so absurd sein kann wie die Realität:
„Hi!
Mal ne kleine Frage?
Dürfen Veganerinnen Sperma schlucken? Es ist doch der Beginn von neuem Leben.
Und kann das ein Veganer mit seinem Gewissen vereinbaren wenn das seine Freundin tut?
Sicherlich eine etwas komische Frage. Aber mich interessiert die Antwort von anderen Veganern wirkllich.“
Man könnte hier noch hunderte Beispiele bringen, interessanter weise gipfelt das vegane Gutmenschentum letztenendes wieder in Tierquälerei, wie die Threads „vegane Katzennahrung“ und „Vegane Hunde und Katzen“ beweisen (huhu… RAUBTIER!!!!! Schon mal gehört?!?)
Manches ist aber beim besten Willen nur noch als bekloppt und gefährlich zu bezeichnen. Unvernünftig OHNE ENDE! Beispielsweise folgender Beitrag von Kostas:
„Hallo, mein Freund der Alex,will uns überzeugen Veganer zu werden. Eigentlich hört sich ja alles sehr vernünftig an was er sagt. Aber er ist so ein 1000%. Wir haben seit zwei Wochen ein super schnuckliges Baby. Darf das als Veganer dann weiter Muttermilch trinken? Er verneint dies mit dem Hinweis es gäbe schon tolle sojaprodukte. Was meint die Veganergemeinde dazu?
Ist alles so streng zu sehen?“
… ohne Worte! Wir leben in einer Gesellschaft, die solchen Leuten das Sorgerecht zuerkennt! Traurig!
Als ich mich so durch das Forum klickte, wurde mir immer klarer, dass es Leute in diesem Land gibt, die einen noch größeren Sockenschuß haben als ich. Ich werde das bei Gelegenheit mal meiner Schwester zeigen, wenn sie wieder an meinem Verstand zweifelt. Aber egal, eigentlich wollte ich euch ja nur ein kleines Liedchen verlinken, was nach diesem Schmonz da oben nun doch wieder perfekt passt. Naja, man könnte es sogar als Stimmungserheller nach all dem Enthaltsamkeitsbimbam bezeichnen:
Mittwoch, 28.07.2010
WOMAN
Moinsen! Jaja, die Eva. Irgendwie wirkt es aber inspirierend was die Schachtel da verzapft, denn: Führt es uns denn nicht in einen kurzen Moment der Besinnung? Erinnern wir uns bei ihren moralischen Schwällen nicht wehmütig an "damals", an "früher", wo es "sowas nicht gegeben hätte"; an die "gute, alte Zeit"?!? Alle unter 23 Jahren Lebensalter können das ja gar nicht nachvollziehen, WIR, wir haben schließlich noch "Raider" gegessen und Pluto als Planeten kennen gelernt. Wir haben noch handyfrei unsere Grundschule überstanden (manche sogar das Abi *hüstel*). Das könnt ihr Rotzlöffel euch ja gar nicht mehr vorstellen! Jedenfalls sollten wir das ganze Brimborium mal zum Anlaß nehmen, uns der "guten, alten Zeit" zurück zu erinnern, in der Eva H. noch hinterm Herd versauert wäre, anstatt ihre artikulative Gesellschaftsdiarrhö in die Medienlandschaft zu befördern. Damals hätte sie zwischen Bügelbrett, Staubsauger (Dabei fäält mir ein: "Es saugt und bläast der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann!") und Kohlenkeller nichtmal ansatzweise die Zeit gehabt. Geschweige denn die nötige schriftliche Erlaubnis ihres Göttergatten. Wie war das damals eigentlich?? Nun, ich habe da mal was vorbereitet.
Damals lag das Konzept des "Scönsaufens" noch in einer Hand. Nicht zu empfehlen war da natürlich, dies im Straßenverkehr zu tun. Überhaupt...:
*lol* Sicherheitsgurt... *lol*!
Jaja, so lief das damals, als das Truamland der Eva noch existierte. Aber war ja auch gesellschaftlicher Konsens, damals:
Und dann kamen da, nach diesem güldenen Zeitalter, irgendwann die Hippies und machten den Traum vom Patriarchat kaputt. Wo uns das dann noch hinführen wird, erklärt uns die Erlöserin am Besten selbst:
Montag, 26.07.2010
INQUISITION SYMPHONY
Neulich auf dem Obersalzberg: „ÄÄÄHHHHHFFFFA!!!! Schraiiibst do mal ainähn Arrrrrrtäkäl, där den Sittänverrrrfahl röööögorooooohs anprrrangärt und Wärrrte ins Bähwußtsain dähr Mänschän zoröckrohft!?! Am Bästän do schäbst die Scholt wiedär dän Häppähs än dä Schuhääää!!!!“
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/sex-und-drogenorgie-loveparade-zahlreiche-tote-bei-sodom-und-gomorrha-in-duisburg.html
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/grosse-resonanz-auf-loveparade-artikel.html
Für den Inhalt der Links ist alleine die Auteuse verantwortlich. Ich distanziere mich ausdrücklich von diesem Blödsinn!
Wenn man bedenkt, dass die Frau mal die Woch… äh Tagesschau transportiert hat, wird einem ja übel. Es ist schon sehr zynisch, wie die mit dem Love-Parade-Unglück umgeht. Und alles unter dem Deckmantel der „Schöpfung“ und der „Werte“! Wenn ich dieses Pamphlet lese, kann ich nur konstatieren: „WERTE AM ARSCH!“, denn wer sich so menschenverachtend zu 19 Todesopfern äußert, dem sind selbst die grundlegendsten, gesellschaftlichen Orientierungspunkte abhanden gekommen. Da hilfts dann auch nix, sich hinter christlichen Floskeln und der „Schöpfung“ zu verstecken, das machts nur noch schlimmer. Der Frau fehlt einfach jeder Respekt, auch dieses gezwungen dahergeholperte Bedauern, was vordergründig die gruseligsten Weltbilder verdecken soll ist beim Lesen der nächsten zwei Sätze doch schon wieder als Charade entlarvt. Schauen wir uns die Argumentationsstruktur doch mal aus der Perspektive eines religiös verwirrten Pseudofundamentalisten etwas näher an.
Loveparade ist also „böse“. Warum? Naja, weil wegen Sex, Alkohol und so. Und überhaupt sind viele Raver auch noch „vollgekifft“. Hallo, geht`s noch?!? Wer sagt denn heute noch „vollgekifft“??? Werte Frau Reichsmoralapostel, bei der Drogenjugend heißt das heute „stoned“ oder „breit“ (wenn sie Anglizismen vermeiden wollen… elende Feindsprache). Von mir aus sagen sie auch „high“, das ist der ewige Klassiker unter den Drogenbegriffen, aber bitte nicht „vollgekifft“. Außerdem: In was für einer Welt leben Sie denn? Einer Welt in der Raver kiffen? Gibt’s da auch rosa Elefanten auf Mopeds, die zum Friseur fliegen? Man merkt, dass Sie sich mit der Materie beschäftigt haben… . Also bitte, etwas mehr Recherche würde Ihnen gut tun! OK, also: Love Parade böse! Warum? Achso, hatten wir ja schon. Das hängt mit den ganzen Bekifften Alkis zusammen, die sich vorm Mischpult unkontrolliert paaren.
Aber, und das ist meistens die wichtigste aller Fragen, wer trägt die Schuld? Und vor allem: Woran eigentlich? Wer ist schnell geklärt: Das sind die bösen Achtundsechziger. Folgt man der Ähhfa und ihrem verschwurbelten Weltbild, ist das sogar logisch, denn die waren ja auch dauernd „vollgekifft“, als sie sich volltrunken gegenseitig besprungen haben und die gesellschaftliche Gesamtmoral quasi kollektiv hinwegvögelten. Zumindest vermutet das die Frau H.. Die „Werte“ und die „Moral“ gingen dabei flöten. Was blieb, war so Satanswerk wie „Gleichberechtigung“ und „Toleranz“. Ganz zu schweigen von „Atheismus“… igitt! Und weil damals die Normen umgekrämpelt wurden, hat sich die Jugend von Heute total vollgekifft der alkoholisierten Techno-Orgie ergeben, was ja nur in der Katastrophe enden konnte.
Wir lernen also: Schuld an der Tragödie vom Sonnabend sind die Hippies. Gibt’s bei Frau H. eigentlich auch noch andere Schuldige als die Hippies? Die Hippies haben ja schon die Mutterrolle zerstört und ihr eine karrieregeile Geburtsverweigerin entgegen gesetzt. Wenn diese dann doch mal ein Kind bekommt, verwahrlost dieses werktags komplett unterversorgt am geistigen Existenzminimum in einem antiautoritären Erziehungssystem, in welchem der kein moralisch integerer Religionslehrer mehr den heiligen Rohrstock schwingen darf. Und überhaupt hat uns die Eva ja auch gelehrt, dass die göttlich gewollte Rollenverteilung durch sie ausgehebelt wurde, durch diese Hippies! Stand Frau früher noch halbtags am Herd um den Rest der Zeit die Bude zu wienern, wird sie heute förmlich an den Arbeitsplatz gezerrt, egal wie sehr es ihr auch widerstreben mag. Von wem? Vom Hippie natürlich! (Man stelle sich das mal vor, wie so ein batikgetränkter Rastamann früh die Finanzdirektorin gegen deren Willen im Büro abliefert… vor allem „früh“ *lol*)! Aber alles das hat uns die Eva schon gelehrt. Und jetzt eben noch, dass die Hippies für die Love-Parade verantwortlich sind. Viel mehr noch, für das Unglück, das 19 Menschen das Leben kostete. Niveaulosere Publicity kann man meiner Meinung nach nicht erHASCHen. Aber man sollte der Frau ja auch nicht allzu unrecht tun, schließlich hat sie ja einen „Traum“. Ich zitiere mal:
„Ich habe nämlich einen Traum:
Den Traum eines Landes mit glücklichen Menschen, ohne Drogen, ohne übermäßigen Alkohol, ohne eine sexualisierte Gesellschaft, sondern eines Landes, in dem Menschen leben, denen Verlässlichkeit und gegenseitiger Respekt wichtig sind. Wünschenswert wäre ein Land, in dem die Menschen sich füreinander verantwortlich fühlen, ein Land, in welchem Politiker nicht mehr die Unwahrheit sagen dürfen, ein Land mit Medien, die wahr berichten. Ein Land mit geistiger Freiheit und Hilfe sowie Liebe für den Nächsten.“
… und die will uns was von „vollgekifft“ erzählen! Das, was die nimmt, gibt’s nur auf Rezept! Jedenfalls finde ich nach all diesen absurden Theorien über gesamtgesellschaftliche Hippie-Komplotte, die „Sodom und Gomorrha“ herbeigeführt haben die Schlussbemerkung noch mal sehr erstaunlich. Denn da ist die Rede davon, dass „ganz andere Mächte“ eingegriffen haben könnten um dem „schamlosen Treiben“ ein Ende zu setzen. Hmm… die Borg? Wohl kaum, die hat Picard ja besiegt. Ich glaube, und das ist nur eine Vermutung, die Frau will auf Gott hinaus. Ich sehe schon die nächste BLÖD – Schlagzeile:
„Loveparade-Katastrophe: GOTT entlastet Hippies! Untertitel: Eva H.: HILFE, sie wollten mich emanzipieren!!“
Dienstag, 20.07.2010
JUST... BREATHLESS
Sonntag, 11.07.2010
KICK OUT THE JAMS
So, ich gebs ja zu: Nach Berlin war die Luft raus! Tour vorbei und diese typische Mischung aus „WIE GEIL WAR DAS DENN?!?!?“ Und „Schade, wer weiß, wann die Jungs wieder kommen!“ macht sich breit. Dem zufolge war dann auch die Motivation (und urlaubsbedingt auch die Zeit) für dezidiertes Weiterverfolgen der Tour hier im Blog nicht mehr so ganz da. Außerdem gabs dann auch noch das „Problem“, dass alles, was nach Berlin kam nur noch Festivalauftritte waren, keine Headliner-Shows mehr. Davon gabs ja mit Dublin, Belfast und Berlin leider nur drei dieses Jahr. Lediglich drei Mal volles Setlist-Programm und acht Festivals. Aber wir wollen nicht meckern, mit Nijmegen und Berlin hatte ich wieder zwei absolute Schmankerl besucht und ein kleines, wenn auch weinendes Auge blieb nur bei Venedig und Oreias zurück. Die beiden Sets hätte ich gern noch mitgenommen. Auf was ich auch in Zukunft verzcihten werde, sind Shows in Polen. Nicht nur, dass die Typen „auswärts“ immer ein gewisses Nervpotential entfalten, auf ihrer eigenen Show benahm man sich dann auch gleich derart daneben, dass Eddie einschreiten musste. Nee, das muß ich mir nicht antun. Jedenfalls hier die Zusammenfassung der anderen Festivals:
01.07.2010 Gdyna, Polen (Heineken Opener’ Festival)
Set List:
Interstellar Overdrive
Corduroy
Do The Evolution
Hail, Hail
Got Some
Elderly Woman behind the Counter in a Small Town
Amongst The Waves
Unthought Known
Even Flow
Just Breathe
Daughter/Another break in the wall
Given To Fly
Arms Aloft
Why Go
Jeremy
Rearviewmirror
1st encore:
The Fixer
Better Man
Black
Alive
RITFW
Nach Berlin konnte man erwartungsgemäß keine Steigerung verzeichnen. Solides Festival-Set mit „Hail, Hail“, dem großartigen „Amongst the Waves“ und „Arms Aloft“ als Highlights.
03.07.2010 Arras, Frankreich (Main Square Festival)
Main Set:
Unthought Known
Got Some
Given to fly
State of Love and Trust
Corduroy
Even Flow
Just Breathe
Of The Earth
Elderly Woman Behind The Counter in a Small Town
Porch
Encore 1:
Red Mosquito with Ben Harper
Jeremy
Black
The Fixer
Alive
Baba O'Reilly
Yellow Ledbetter
Mit 17 Songs recht kurz greaten. “Unthought Known” als Opener stelle ich mir großartig vor. Ansonsten starke Songauswahl, „Of the Earth“ hätte ich ebenso wie „RED MOSQUITO“ dieses Jahr ebenfalls gern gehabt… aber was solls, so bin ich förmlich gezwungen, weiter zu touren! ;-) Ach ja: Baba is back! :-D
04.07.2010 Werchter – Festival, Belgien
Main Set:
Public Image
Do The Evolution
Corduroy
The Fixer
Elderly Woman behind the Counter in a Small Town
Severed Hand
Amongst The Waves
Even Flow
Arms Aloft (Joe Strummer & The Mescaleros)
Unthought Known
Porch
Encore 1:
Of The Earth
Got Some
Given To Fly
Just Breathe
Rearviewmirror
Encore 2:
Comatose
Why Go
Alive
Kick Out The Jams (with Dave Grohl & Alain Johannes)
Schönes Set, eingeleitet von “Public Image Limited”, nach der Weltpremiere in Berlin scheint man ein wenig daran festhalten zu woollen. Ansonsten Festival-Songs mit schmucken Highlights. Der Closer ist natürlich beneidenswert, insbesondere, wenn man die Foo Fighters und QOTSA liebt.
06.07.2010 Venedig, Italien (Heineken Jammin Festival)
Main Set:
Given to Fly
Interstellar Overdrive
Corduroy
World Wide Suicide
The Fixer
Elderly Woman behind the Counter in a Small Town
Breath
MFC
Even Flow
Present Tense
Do the Evolution
Unthought Known
Porch
1st Encore
Red Mosquito (with Ben Harper)
Just Breathe
State of Love and Trust
Arms Aloft
Jeremy
2nd Encore
Got Some
Once
Black
Public Image
Alive
Keep on Rockin' with GOMEZ, GOSSIP, SKUNK ANANSIE, BEN HARPER & THE RELENTLESS 7 on Stage)
Wiedergutmachung für das ausgefallene Konzi von 2007, als der Auftritt, wie auch Boom Hammond-Orgel vom Winde verweht wurden. Tolles Set, „Red Mosquito“ wieder dabei, „MFC“ ist ohnehin Sahne und mein gutes, altes, großartiges „Present Tense“ gibt sich auch wieder mal die Ehre. Der Schlußjam zu RITFW war wohl einzigartig!
09.07.2010 Bilbao, Spanien (BBK Live Festival)
Main Set:
Do the Evolution
Corduroy
Hail Hail
Why Go
The Fixer
Dissident
Elderly Woman behind the Counter in a Small Town
Unthought Known
Even Flow
Arms Aloft
Given to Fly
Comatose
Porch
Encore 1
Got Some
Amongst the Waves
Black
Rearviewmirror
Encore 2
Just Breathe
Daughter
Alive
Schönes, stimmiges 20er-Set wie ich finde. „Porch“ als Main-Set-Closer scheint auf den Festivals schon fast gesetzt zu sein. Ansonsten genau das, was für mich die Festivals 2010 ausmachte: Anfangs ordentlich auf die Nuss, danach ein paar schöne Sing-Alongs und Überraschungen eingestreut. Wenn man, wie ich, das Glück hatte, in Nijmegen dabei zu sein, konnte da solche Brummer-Versionen von „In My Tree“ oder ein „Jeremy“ bei rumkommen.
10.07.2010 Oeiras, Portugal (Optimus Alive Festival)
Main Set:
Release
Elderly Woman Behind the Counter In a Small Town
Animal
Given To Fly
In Hiding
Unthought Known
Nothingman
Daughter
Even Flow
Just Breathe
Wishlist
Black
Glorified G
Why Go
Encore 1:
The End
Portugal Improv.
Public Image
The Fixer
Wasted Reprise
Better Man
Encore 2:
Smile
Once
Alive
Yellow Ledbetter
Für mich ohne Frage die beste Setlist der diesjährigen Festivals und ein wahrhaft würdiges „Auf Wiedersehen“ an den Kontinent. „Smile“ war ja zu erwarten auf dem letzten Konzi, „Noghingman“, „Wishlist“, „Glorified G“ und das epochale „Once“ auf Festivals eher nicht. Sehr schönes Set, wäre ich gerne dabei gewesen. (Ach ja: „RELEASE“ KOMMT IMMER BEI DEN FALSCHEN KONZERTEN! Aber ich geb`s nich auf… bei der nächsten Tour, da wird ich’s hören! Versprochen! Bis dahin frisst mich der Neid halt auf, wenn ich so ne Setlist lese!
Personal New Song Index:
Oeiras: 2
Bilbao: 2
Venice: 2
Werchter: 3
Arras: 2
Gdyna: 2
BERLIN: 10
NIJMEGEN: 4
London: 7
Belfast: 8
Dublin: 8
New York II: 11
Nee York 1: 14 (!!!! - wo soll das noch hin führen?!?)
Newark: 12
Boston: 13
Hartford: 13
Bristow: 8
Buffalo: 7
Cleveland: 11
Noblesville: 11
Columbus: 6
St.Louis: 7
Kansas City: 7
New Orleans: 7
Dienstag, 06.07.2010
PUSH ME, PULL ME - Pearl Jam in der Wuhlheide Berlin, 30.06.2010
Was bisher geschah:
Nach einer veritabel langen Anreise durfte ich in Nijmegen eine weitere, außerordentliche Pearl Jam Show erleben. Ein Festivalset von 19 knackigen Nummern, mit dem wunderbaren „In My Tree“ und „Jeremy“ als absolute i-Tüpfelchen. Von Nijmegen aus machte ich mich zunächst auf in Richtung Maastricht. Als sich das als ziemlich dämliche Idee heraus stellte (Gott sei Dank nach wenigen Kilometern), fand ich nur deshalb auf den rechten Weg zurück, um mich in Dortmund gleich wieder heillos zu verfransen. Vom Schutzmann bekam ich sodann den rechten Weg gewiesen, sodaß ich am nächsten Tag meine Schwester im fernen Jena einsammeln und der Hauptstadt entgegen streben konnte. Da warteten sie wieder, die Jungs! Nach 2006 und 2009 blühte uns der dritte Pearl – Jam – Abend in der großartigen Wuhlheide. Und genau davon, soll euch folgendes Blögchen berichten!
Wir kamen bereits am Dienstag, also dem Tag vor DEM Tag, in good old Berlin an. Es ist immer wieder schön in diese Stadt zurück zu kommen. Sogar ganz unabhängig von Pearl Jam, Berlin ROCKT! Jedenfalls checkten wir ordnungsgemäß im „Ostel“ ein und relaxten ein wenig auf den FDGB-Gedächtnispritschen, bevor uns das Fußballfieber packte. Spanien : Portugal stand auf der Speisekarte und das wollten wir nicht verpassen. Und so landeten wir nach 20 Minuten Fußmarsch in einer Eckkneipe in Kreuzberg. Sehr… nennen wir es mal „urig“ dieses Erlebnis, aber mindestens genauso charmant! Das Schultheiß schmeckte und die Spanier beförderten diesen unsäglichen Christiano Ronaldo standesgemäß aus dem Turnier. Fein! Letzten Endes ging es also gut gelaunt zurück ins Pionierlager, dem Event entgegen schlafen.
30.06.2010
Aufgewacht, Frühstück genossen und dann noch ein wenig auf dem Zimmer rumgehangen. So gegen 12 dann endlich ins „Get Right“-Shirt geschlüpft und direkt zum benachbarten Ostbahnhof gepilgert, wo wir dann eifrig in die S3 sprangen um der Wuhlheide entgegen zu streben. Einfach göttlich, diese langsame Spannungsaufbau… diese sich steigernde Vorfreude. Als wir dann letztendlich ausstiegen, waren wir irgendwie beruhigt, dass wir nicht die einzigen Bekloppten waren, die trotz Fan-Club-Karten und somit garantiertem Early Entry (was diesmal sogar funktionierte) bereits 6 Stunden vor Konzertbeginn am Veranstaltungsort ankamen.

Wir durchschritten also im angenehmen Schatten der Bäume den Allee-Pfad zur Wuhlheide und setzten uns, als wir vorm 10c-Eingang angekommen waren, erst einmal auf die Wiese zwischen all die anderen Nerds. Es herrschte wieder die gewohnt dösige Vorkonzert – Atmosphäre, die ich auf meinen ausufernden Reisen durch die Konzerthallen dieser Republik (*lol* klingt geil, was?!?) bislang bei keiner anderen Band erlebt habe. Da saß man im Schatten, trank Berliner Kindl, alberte rum oder nagte an einer Bratwurst, während der Einlass mit jeder verchillten Minute näher rückte. Einziger Aufreger war, als der 10c-Ticket-Schalter endlich seine Pforten öffnete und wir unsere Karten nebst Bändchen in Empfang nehmen durften. Das hieß ein halbes Stündchen anstehen, Ausweis vorzeigen und dann ab mit dem Bändel ans seit 10 Monaten so unsäglich verwaiste Handgelenk! Komm zu Papa, du Pass ins Paradies! Danach gings zurück auf die Wiese, Schrippen essen und relaxen.

Ab und an ein bekanntes Forumsgesicht oder eine der „Legenden“ der vergangenen Konzerte begrüßen. Zum Beispiel waren sowohl der extrem nervtötende Pole von letztem Jahr und der beknackte Neuseeländer da, der mit Perücke und Landesfahne 2007, im Wildschiffen gestört, panisch vor dem Ordnungsamt am ISS-Dome in Düsseldorf flüchtete. Pearl Jam Konzerte sind aus dieser Sichtweise betrachtet schon so was Ähnliches wie kleine Familientreffen: Sowohl der coole Schwippschwager als auch die unausstehliche Tante sind anwesend. Trotzdem schmunzelt man danach über beide gleicher Maßen und ist irgendwie froh, sie wieder einmal gesehen zu haben. Irgendwann gegen 16 Uhr betraten wir dann das Gelände. Die Security fummelte uns diesmal nur oberflächlich nach Schusswaffen ab und warteten neben der Bühne auf den endgültigen Einlaß, während nebenan noch der Soundcheck tobte. So kamen wir dann auch in den Genuß von „Love Boat Captain“, der wider Erwarten nicht in der Setlist auftauchte. Als es endlich rein ging, stürmten wir zunächst auf die Tribüne um festzustellen, dass es diesmal überhaupt keinen FOS gab. Nicht einmal ein nachträglich hochgeklappter Wellenbrecher war da. Angesichts des 10 Jährigen Roskilde Jahrestages verwunderte uns das schon ein wenig. Nächstes Jahr lässt man vermutlich die Security gleich mit weg. Aber egal, zunächst ging es ohnehin Richtung Merch-Stand. Das Tourshirt war schnell im Sack und ebenso das ultimative Berlin-Poster! DER HAMMER!!! Für mich das Poster-Highlight der bisherigen Tour, inklusive US-Konzerte. Meiner Schwester gings da ähnlich. Gerahmt sieht das Ding sogar noch eine Ecke schärfer aus. Großartig! Als diese Devotionalien gesichert waren, gings ab vor die Bühne. Dieses Jahr war mal wieder Stone`s Seite dran. Wir sicherten uns also einen angenehmen Platz im Strafraum, wo man zwar schön nahe dran war, aber dennoch ohne größere Blessuren dem Konzert folgen konnte. Da ging das Sit-In dann erstmal weiter. Während wir so auf den Konzertbeginn warteten stießen zunächst Jimmy und etwas später auch Olli und Kristin zu uns. Gemeinsam sollten wir diesem epochalen Abend beiwohnen. Bis Ben Harper dann die Bühne betrat gabs noch das obligatorische Konzertbier, was mit 3,70€ allerdings so langsam ein Preisniveau erreicht, was einen erschaudern lässt. Pünktlich gegen 18:30 Uhr betraten dann Ben Harper und seine Relentless 7 die Bühne. Schönes Einheizer-Set. In Nijmegen fand ich sie allerdings nen Zacken besser, was aber auch an der längeren Spielzeit liegen mag. Highlight war erneut das großartige „Under Pressure“ bei dem Eddie erneut die Bühne betrat und von den Massen gleich mal entsprechend gefeiert wurde. Nach einem feinen Set und 45 Minuten Spielzeit verabschiedete Ben sich wieder. Schade, dass er sich bei Eddie nicht mit einem „Red Mosquito“-Gastauftritt revanchierte. Aber egal. Während umgebaut wurde und die Vorfreude so langsam aber sicher den roten Tachobereich erreichte ging das gewohnte Ratespiel um den Opener los. Meine Hoffnung auf „Release“ wird wohl nie sterben, aber damit lag ich genauso daneben wie mit meinem „Realo-Tipp“ eines „Elderly Woman Behind the Counter in a Small Town“. Aber immer der Reihe nach. Nachdem die Sonne endlich hinter den Baumwipfeln in Deckung gegangen war, ertönte alsbald das Piano-Intro der Jungs und kollektiver Jubel brandete auf. Nachdem man sich die Zeit mit einer gehörigen Portion Sich-Selbst-Feiern und einer wahren Orgie von La-Olas vertrieben hatte, die durchs weite Rund und den Innenraum schwappten, gings endlich los. Wie üblich platzte man in diesem Moment fast vor Spannung. Als dann Eddie und Co endlich auf die Bühne traten und in die Massen winkten, wars kaum noch auszuhalten. ENDLICH! Monate Lang fieberte man diesem Moment entgegen. Nijmegen war schon großartig, aber wie gewohnt nahm Berlin die Sonderstellung als persönliches Tourhighlight ein. Schwupps waren die Instrumente umgehängt oder besetzt (je nach dem, ob man Schlagzeuger ist oder nicht).
Und dann gings los! Die ersten Takte des wundervollen „Long Road“ erklangen.
Wahnsinn, wieder so ein unerwarteter Auftakt! Schöner, langsamer Einstieg mit der klaren Nr. 2 auf meiner Opener-Wunschliste („Release“ läuft schon fast außer Konkurrenz ;-). Weltklasse Einstieg. Und wie nicht anders zu erwarten war, wurde danach erstmal die grobe Kelle ausgepackt. Dem nun direkt folgenden „Got Some“ hörte man deutlich an, dass die Jungs es seit letztem Jahr einige Male üben konnten. Beste Live-Version für mich, das Ding sprühte gerade so vor Energie. Die Menge ging dann gleich so richtig mit, was sich bei „Why Go“ noch steigerte. Erster großer Wuhlheide-Chor inklusive. Dabei wurden Erinnerungen an 2006 wach, als der Song die Hütte hier so richtig erzittern ließ. Als dann „Given to Fly“ und „Elderly Woman Behind the Counter in a Small Town“ ein wenig die Bremse zogen und dennoch textsicher mitgesungen wurden, war einem so ungefähr klar, dass die Stimmung zu letztem Jahr nicht nennenswert abfallen würde. Während „Given to Fly“ gewohnt ausuferte und sich bis zum großen Finale mehr und mehr aufbaute, war mit „Elderly Woman“ wieder Sing-Along-Time angesagt. Immer wieder herrlich dieser Song. Nicht spektakulär, knallig oder besonders ausgefeilt arrangiert… aber einfach ein wahnsinnig schönes Konzertlied. Als dieses verklungen war, brach dann der erste Raritätenblock an. Los ging der Reigen mit, man mochte es kaum glauben, „Push Me, Pull Me“. Als da die ersten Takte ertönten, schauten wir uns nur fassungslos an um anschließend entsprechend mitzugehen. Unglaublich… dass ich das noch mal erleben darf, wie die Jungs diese sperrige aber hochgradig hörenswerte Nummer mal live für mich auspacken. Die erste Verblüffung war noch nicht ganz verflogen, da wurde ein wunderbares „Immortality“ nachgelegt. Trauriger Song, aber großartig den mal zu Hören zu bekommen. Schade nur, dass es noch so hell war, in der Dunkelheit wäre das Ding der reinste Burner gewesen. Dieses Song-Duo alleine war schon unglaublich. Daß die Setlist direkt danach noch „In Hiding“ vorsah, war dann gleich der nächste Adrenalin-Kick. Da es von Düsseldorf 2007 leider kein offizielles Bootleg gibt, werde ich diesen tollen Song jetzt endlich mal als Live-Version auf Silberling haben. Klasse! Es folgte der Turm in der Setlist-Schlacht: „Even Flow“ mit einer für meinen Geschmack hochgradig faszinierenden Gitarrenleistung von Mikey. WAS EIN SOLO!?!?!!! Viele nervt „Even Flow“, ich brauche den irgendwie… ein Konzi ohne den Song reicht mir erstmal! Nach dem Ten-Klassiker brach wieder die Backspacer-Zeit an. „Johnny Guitar“ funktionierte Live wie seine Albumkollegen wieder fantastisch. Warum viele sich mit der Scheibe so schwer tun, weiß ich nicht. Aber eines steht fest: Da sind eine Menge großartiger Live-Nummern drauf und „Johnny Guitar“ ist definitiv eine davon. Das sollte dann auch der Rest vom Abend erneut belegen. Bevor aber das von mir so erhoffte „Gonna See My Friend“ die Bude wegrockte, wurde noch „Light Years“ ausgepackt. Bereits letztes Jahr eines meiner Konzerthighlights. Schöner Mitsingtext, treibender Rhythmus, der aber nie in übertriebene Hektik verfällt und ein Eddie-typischer Text auf Weltklasseniveau! Diese kollektive Stimmung des dahin getragen Werdens wurde dann nach einer kurzen Ansprache von Eddie mit „Gonna See My Friend“ wieder emporgerockt. Ein wahrer Kracher der Backspacer-Opener! Lange keinen so befreiten, gradlinigen Rocker gehört. Das folgende „World Wide Suicide“ war so etwas wie die logische Folge, das musste nach dem Song schon fast kommen und passte im gesamten Set auch NUR an genau und exakt diese Stelle. Danach folgte ein erneutes Highlight. Neben „Immortality“ bildete bis ca. 20 Uhr an jenem 30.06.2010 „Low Light“ so ziemlich den größten noch unerfüllten Setlist Wunsch aus der schwermütigen Balladen-Ecke. Und jetzt BEIDE an einem Abend! Im selben Set! Was habe ich immer neidisch auf die Setlisten geschielt, wo einer der beiden Songs aufkreuzte… unglaublich! Das fällt jetzt erstmal flach, zumindest in der Intensität. Herrlich, dazu noch der sich verfärbende Himmel, nachdem die Sonne endgültig abgedankt hatte für den Abend. Großartiger Song, geile Version, passende Stimmung! Obendrein der nächste Strich auf der „New Song List“ und zwar ein besonders dicker, fetter, wasserunläslicher und vor allem schwarzer Edding-Strich! Der ausklang des Mainsets wurde dann mit „Comatose“ eingeleitet. Jenem kompromisslosen Rocker von der Avocado. Immer wieder ein gern gesehener Gast auf Konzerten was mich angeht. Ich mag den Song, mochte ihn schon immer. Selbst als er nur als Demo durchs Netz geisterte (unter einem anderen, für mich recht beknackten Namen noch) hatte es mir Comatose irgendwie angetan. Gewürzt wurde er diesmal noch von einem im ersten Moment ziemlich katastrophalen Verspieler der Band, der dann aber unter Leitung von Mikey mühelos aufgefangen und in einen kurzen Improvisationsjam umgewandelt wurde. Sowas ist vielleicht nicht vorgesehen, aber in diesem Momenten merkt man erstmal, wie gut die Jungs eigentlich in dem sind, was sie da machen. Kaum hatte Mike angefangen, stieg Matt an der Schießbude passend ein und aus dem Chaos heraus entstand ein nettes Zwischenspiel, was dann nach kurzer Zeit im eigentlich geplanten „Comatose“ gipfelte.

Als Setcloser fungierte dann „Do the Evolution“ eingeleitet von irgend so einem Vollpflosten, der Eddie mit nem Becher erwischte. Dem Song an sich kam diese (Gott sei Dank) nur kurze Phase der Vedderschen Angepisstheit zwar nur zu Gute (sehr brachiale Version fand ich), aber darauf hätten 99% der Anwesenden auch gerne verzichtet. Entsprechend verließ Ed dann auch relativ geladen die Bühne. Als er nach kurzem Encore Break aber wieder zurück kehrte, war nichts mehr davon zu spüre. Vielleicht auch unterstützt von der gewohnten Fußball-Begrüßung zum ersten Encore. Das fast schon traditionelle „Oooooooohhhhhhhh“ hallte Minuten lang durchs Rund, begleitet von den erhobenen Händen. Eddie kommentierte dies mit „I kinda like that wave shit, it get’s me kind of… horny”. Eingeleitet wurde ein für meine Begriffe beste erste Encore meiner bisherigen Konzerte vom sehr, sehr mitreißenden, schaurig-schönen „The End“, Gänsehaut pur! Diese wurde dann bei „Just Breathe“ im Anschluß nicht unbedingt weniger. 2 Mal „Backspacer“, zwei Mal kollektives Seufzen am Ende der Songs bevor der Jubel ausbrach. Der danach folgende Stimmungsumschwung wurde brachial. Als Eddie „Spin the Black Circle“, die Hommage ans Vinyl, anmoderierte war das wie Weihnachten für mich. Dieser Brecher wurde von mir live ähnlich herbei gesehnt wie „Immortality“ aus der ruhigeren Ecke des Songfundus. Da war mächtiges Kopfschütteln angesagt. Was nun kommentarlos folgte war eine weitere Sensation. Ohne vor oder nach dem Song auch nur ein Wort darüber zu verlieren, streute man gleich mal eine Live (Welt-)Premiere eines neuen Covers ein. „Public Image“ von PIL ließ im ersten Moment und weit darüber hinaus sogar einen Großteil der Hardcore-Fans ratlos zurück. „Wie jetzt?!? Was`n das?“ stand etlichen Anwesenden ins Gesicht geschrieben. Schöne Nummer wie ich finde, wenngleich Eddie einen da ruhig hätte vorwarnen können. Mit „The Fixer“ wurde dann wieder bekannteres Terrain betreten. Live die absolute Stimmungskanone wie ich finde. Beeindruckte schon letztes Jahr, dieses Jahr hallten die „Yeah, Yeah. Yeahh, Yeahhhhh“’s noch zielsicherer durch die Venue. Herrlich! Was nun als Abschluß des ersten Zugabenblocks folgte war ein Sahnehäubchen auf das Sahnehäubchen des Sahnehäubchens des Abends. Eddie holte mit Peter Buck und Scott McCaughey gleich mal halb REM auf die Bühne (wie sich später heraus stellte, nehmen die Jungs in der Hauptstadt grade ihr neues Album auf). Gemeinsam ließ man dann mit der geballten Power von 4 (!!!) Gitarren eine Killerversion von „Kick out the Jams“ folgen. Unklar, der absolute Wahnsinn! Nach einer unangekündigten Live-Premiere semmeln die mit den REM Saitengöttern dieses brachiale MC5 – Cover unters Volk! Damit konnte man einfach nicht rechnen. Außerdem sah man insbesondere Mikey an, dass er bei dem Stück mal wieder seine Welt betrat. Der ging ab auf der Bühne, als wenn du einem Fünfjährigen ne Eiscreme-Flatrate schenkst! Damit war der erste Zugabenblock leider auch schon wieder Geschichte, ließ mich aber schwerst beeindruckt zurück, da unten in der Menge, wenige Meter vor der Bühne. Gott sei Dank mussten wir nich wirklich lange warten, bis die Jungs zum wunderbaren „Unthought Known“ wieder die Bühne betraten. Live mitgeschnitten von irgend so einem Heini via Laptop… aber das war d auch schon Wurscht! Hauptsache der Abend ging weiter… und das tat er auch. Denn „Unthought Known“ war das für heute letzte Indiz der Live-Qualitäten der Backspacer. Wie in Nijmegen verströmte der Song so einen kräftigen Hauch von „Das Leben ist schön“, dass man sich ihm nicht erwehren konnte. Der Song breitete sich förmlich in der ganzen Wuhlheide aus, wurde immer größer und größer und der Innenraum ging am Ende ab wie Schmidt’s Katze… bei einer Midtempo-Ballade!!! Wer nun aber Pearl Jam kennt, der weiß, dass nach so einem Song meistens die emotionale Achterbahnfahrt wieder in die andere Richtung umschwenkt. Ich kann mich bis heute noch nicht so recht entscheiden, aber gut möglich, dass das folgende „Black“ die Version von 2006 noch toppte. Leute, ich weiß es nicht! Jedenfalls hatte die Version eine Eins mit Sternchen verdient, ebenso wie vor vier Jahren. Beides außergewöhnliche Interpretationen der wohl größten PJ – Ballade. Unfassbar! Nicht nur, dass die Jungs alles an Spielfreude und, besonders Eddie an diesem Abend, an Weltschmerz und Emotionen in dieses Lied legten, auch das Minuten lang durch die Wuhlheide wabernde „düdüdüdüdüdüdüüüüüü, düdüdüdüdüdüdüüüüüüü….“ Im Anschluß ließ einen schier atemlos zurück. Sichtlich mitgenommen folgte nun Eddies Ansprache zur Roskilde-Katastrophe vor auf den Tag genau 10 Jahren. Ich schätze man, dass der kollektive Klos im Hals als er Sprach (und kurz abbrechen musste) bei einigen noch den Rest des Abends nicht so ganz verschwinden wollte. Eine durchaus angemessene Ansprache und vor allem mit anschließender Schweigeminute. Mag jetzt kitschig klingen, aber genau solche Aktionen machen Pearl Jam und die Beziehung zu ihren Fans und andersrum so einzigartig. So geriet dann auch das folgende „Come Back“ zur emotionalsten und eindringlichsten Nummern des Abends. Ich mag den Song nach wie vor nicht, der hat „Hey, foxymorphandlemamathatsMe“ seit Jahren als schwächstes und nervigstes PJ-Lied abgelöst. Ach was sage ich: Abgehängt! Aber an diesem Abend, nach dieser Ansprache und mit diesem Hintergrund konnte ich ihn nicht so richtig schlecht finden. Ging einfach nicht. „Very touching“ würde der Ami sagen… very touching!
Damit die Achterbahn aber in Schwung bleibt gings im Nachgang, schon fast trotzig, mit „Alive“ weiter. Die Massen gingen noch mal so richtig mit und, auch wenns der Song eigentlich nicht 100%ig hergibt, wurde er dann doch zu so einer Art Hohelied auf das Leben. Man wurde wieder heraus gerissen aus dieser doch bedrückten Stimmung und verlebte vor allem im Anschluß daran mit dem guten, alten Kumpel „Yellow Ledbetter“ noch einen schönen, runden Konzertabschluß.
Bloß gut, dass ich hier die ganze Zeit ein Audience-Boot hören kann (gute Quali übrigens). Das macht das Schreiben deutlich leichter. Als Fazit kann es eigentlich nur geben, dass wir wieder einmal das Glück hatten einen der ganz großen Abende der Band mitzuerleben. So langsam glaube ich auch WRKLICH daran, dass die Wuhlheide europaweit bei der Band einen kleinen Sonderstatus genießt. Stimmung ist immer riesig, die Location an sich ist ohnehin ein Traum und Mikey stolpert alle Nase lang über ein Starbucks. Das hat bislang immer funktioniert. Das war wieder einer dieser magischen Abende in Berlin für mich. Eine Setlist, die alle paar Meter überraschte und so einige Highlights parat hielt. Auf meinem 6. Konzert immer noch 10 neue Songs gehört! Wenn man Nijmegen weg lässt (wie ja bei den anderen Konzerten hier im Blog geschehen), waren es sogar 12. Darunter so herbei gesehnte Songs wie „Push Me, Pull Me“ „Immortality“, „Low Light“, „Long Road“ oder „Spin the Black Circle“. Überraschungen wie „Public Image“ oder auch eingzigartige Momenten wie „Kick out the Jams“ mit halb REM. Gewürzt mit so klasse Nummern wie „Black“ oder „In Hiding“, die man immer wieder gerne hört. Dazu die typische Wuhlheide – Atmosphäre und Bombenwetter. Besser geht’s kaum… zumindest so lange, bis die Jungs zum nächsten Mal nach Berlin kommen. Wenns nach mir geht, hätte ich 2011 noch den einen oder anderen Termin frei. Leute, lasst mich nicht wieder so lange warten!
Setlist:
Long Road
Got Some
Why Go
Given To Fly
Small Town
Push Me Pull Me
Immortality
In Hiding
Even Flow
Johnny Guitar
Corduroy
Light Years
Gonna See My Friend
World Wide Suicide
Low Light
Comatose
Do The Evolution
Encore 1:
The End
Just Breathe
Spin The Black Circle
Public Image (P.I.L.)
The Fixer
Kick Out The Jams (MC5, w/Peter Buck and Scott McCaughey of R.E.M.)
Encore 2:
Unthought Known
Black
Come Back
Alive
Yellow Ledbetter
DAS POSTER IST DER HAMMER!!!

Hier nochmal eine Detailaufnahme vom Auge:

Personal "New Song Index":
BERLIN: 10/12
NIJMEGEN: 4
London: 7
Belfast: 8
Dublin: 8
New York II: 11
Nee York 1: 14 (!!!! - wo soll das noch hin führen?!?)
Newark: 12
Boston: 13
Hartford: 13
Bristow: 8
Buffalo: 7
Cleveland: 11
Noblesville: 11
Columbus: 6
St.Louis: 7
Kansas City: 7
New Orleans: 7
Sonntag, 04.07.2010
IN MY TREE - Pearl Jam, 27.06.2010 Nijmegen DER BERICHT
Bislang begleitete ich die Pearl-Jam Tour ja (leider) nur aus der ferne. Meine Setlist-Auswertungen sind hier nachzulesen und ab und an tat ich einem der Abende vielleicht auch etwas unrecht. Was unspektakulär aussah, kann vor Ort durchaus ein Knaller-Abend gewesen sein. Das ist so in etwa die Lehre, die ich aus Nijmegen ziehe, wenngleich ich das Set an sich für ein Festival durchaus bemerkenswert fand. Aber nach dem London-Auftritt beim Hard-Rock-Calling, wars mit der bequemen Touranalyse vorm heimischen PC Gott sei Dank erstmal vorbei!
Meine ganz persönliche Tour startete bereits am 25. Juni in Chemnitz und endete eben dort am gestrigen 3. Juli wieder. Zwischendurch kurvte ich mit meinem blauen Ibiza über Jena, Lünen, NIJMEGEN, und BERLIN fleißig durch die Republik und Holland. Immer auf der Suche nach dem nächsten Highlight… und ich fand sie in mannigfaltiger Zahl! Fangen wir am Besten in den Niederlanden an.
27.06.2010 – Nijmegen, Rockin Park Festival!
Wenn der Holländer eine „Ausschilderung“ ankündigt, dann kann man dem das getrost glauben. „Ausschilderung“ bezog sich in diesem Fall auf die Festival-Parkflächen und war dermaßen idiotensicher umgesetzt (riiiieeeeesige, leuchtend gelbe Schilder an jeder Abzweigung), dass man, um sich zu verfahren, schon selten dämlich hätte sein müssen. Ausgehend von der Autobahn fand ich sodann auch recht zügig einen Stellplatz und schüttete mir noch fix nen halben Liter Diwasserstoffmonoxid in den Rachen, bevor ich in einem Strom von relaxten Niederländern dem Festivalgelände entgegen chillte. Dort angekommen fiel zunächst die recht relaxte Atmosphäre auf, in der man sich da bei brennenden 30 +x Grad den Festivaltag vertrieb. Als erste Amtshandlung gleich man den Merchandise-Stand abgecheckt und dann schnurstracks zu alten Bekannten, den Black Keys vor die Bühne gestromert. Das war so ca. 14 Uhr Ortszeit und die Jungs rockten wie 2006, als sie den Einheizer zur Pearl – Jam Show in Berlin lieferten. Auffällig war nur, dass das Duo deutlich cooler geworden ist mit den Jahren. Ohne an Soundgewalt einzubüßen sah man von wildem Geheadbange und Rumgespringe auf der Bühne zwar ab, brachte die Massen aber dennoch ganz gut zum Kochen. Für mich ist nur unverständlich, warum man die Kerls so früh im Festivalprogramm verheizte. Aber gut. Danach kapitulierte ich im Wesentlichen vor der Hitze und füllte mich fleißig weiter mit Wasser ab während ich abwechselnd auf irgendeiner Wiese rum lag und zur dargebotenen Musik vor mich hindöste, mit Niederländern Blödsinn verzapfte (das ist ein sehr lustiges Volk… ;-) ) bzw. mal nen kleinen Rundgang zum Merch-Stand machte um mir das bereits abgecheckte Tourposter zu holen. Gegen 17 Uhr nahm ich dann endgültig vor der Mainstage auf der Liegewiese platz und ließ mich von Amy McDonald berieseln. Erwartet habe ich von deren Auftritt eigentlich nicht sonderlich viel, aber so zum Abhängen auf dem Rasen bei bestem Sommerwetter lieferte die Frau einen durchaus annehmbaren Background. Schöner Festival – Gig, zwar nicht so ganz mein Fall, aber kann durchaus als positive Überraschung gewertet werden. Nach ihr betrat dann Ben Harper mit seinen Relentless 7 die Bühne. Sehr schönes Set! Highlight dann der kleine Appetitanreger für den Mainact: Ben holte sich Eddie auf die Bühne um gemeinsam „Under Pressure“ zu performen. Klasse Auftritt von den beiden und vor allem: Es machte so richtig Hunger auf Pearl Jam! Als Ben die Bühne schließlich verließ (und dabei einen zutiefst positiven Eindruck hinterließ), hieß es für mich: noch mal Wasser nachfüllen und mir so langsam meine Position im FOS-Bereich vor der Bühne sichern. 45 Minuten vor „Anpfiff“ latschte ich entspannt durch die Absperrung und fand ca. 10 Meter vor der Bühne ein ruhiges Plätzchen. Wie auch das gesamte Konzert über war das eine richtig angenehme Sache im Front of Stage Bereich. Niederländer sind ein seltsames Volk was Konzerte angeht… Stimmung ist da, Bewegung vor der Bühne eher weniger. Aber gut, angesichts der durchlittenen Hitzeschlacht war mir das auch ganz recht. Jedenfalls ertönte pünktlich das Klavier-Intro der Jungs und spätestens da wars ohnehin um mich geschehen! Die letzten 30 Minuten war die Spannung / Vorfreude ja kaum noch auszuhalten, mit Einsetzen der Bühnenmusik dann, platzte man fast. Diese letzten Minuten vor den ersten Tönen, vor der Klarheit über den Opener, sind auch so eine Sache für sich. Das gibt’s nur bei Pearl Jam für mich. Was den Opener angeht: Es war zwar nicht das erhoffte „Release“, dafür aber ein Überraschungs – Kracher mit „Do the Evolution“. Dieser leitete dann auch ein wahres Festival-Powerset, gewürzt mit einer großzügigen Hand voll Highlights ein. Mit DTE einzusteigen ist wohl so eine klassische-Festival-Sache: Von Beginn an Druck machen! Hat funktioniert! Das Publikum war sofort da (wenn auch bewegungsarm). Das anschließende „Got Some“ legte noch mal ordentlich nach, bevor man mit „Save You“ das erste Highlight folgen ließ. Nicht nur, dass der Riot-Act-Kracher das Tempo ordentlich hoch hielt, die Nummer finde ich an sich richtig klasse. Spätestens da war ich 100%ig im Konzert angekommen… Save You… großartig! Das anschließende „Given to Fly“, das mittlerweile auf keinem Konzert mehr fehlen darf, passte zu dem Zeitpunkt perfekt nach Nijmegen. Die Sonne stand bereits extrem tief, ein wohltuender Wind kam auf und Pearl Jam ließen den Song förmlich über die versammelten 50.000 Besucher schweben. Perfekt! Für mich die beeindruckendste GTF – Version die ich miterleben durfte. Danach wurde es wieder spezieller: „Animal“ krachte in die herrlich schwelgende Stimmung hinein und feuerte die Massen noch mal so richtig an. Eddie lebte sich mal wieder aus am Mikro. Im Anschluß brachte man mit „Dissident“ wieder einen selteneren Setlist-Gast ans schwindende Tageslicht. Als Albumversion nicht unbedingt einer meiner Favoriten, live aber eine feine Sache. Soweit der erste Songblock, aber der zweite Teil des Mainsets sollte es noch mal in sich haben. Klar, „Even Flow“ kam wieder, danach kann man ja seit Jahren die Uhr stellen, und schlug auch gewohnt ein. Viele Die-Hard-Fans nervt der Song mittlerweile… mich nicht! Ich mochte Even Flow schon immer und was die Jungs Live da heraus holen können ist teilweise atemberaubend, besonders wenn Mikey mal wieder einen seiner Sahnetage hat und das dicke Killer-Solo auspackt. Aber vor „Even Flow“ kam zunächst noch eines meiner zwei absoluten OBER-Highlights dieses Abends. Denn genau zwei Stücke ragten für mich aus dem insgesamt sehr guten Nijmegen-Set für mich heraus und das erste war „IN MY TREE“!!!! Schon als Eddie das knapp aber passend mit den Worten „This is fort he People in the Trees“ ankündigte (wobei er sich wohl auf kartenlos gebliebene Dudes bezog, die in den Bäumen rund um das abgesperrte Festivalgelände hockten), kam die Gänsehaut schlagartig. Denn was nun kam, war mir klar, bevor der erste Ton erklungen war. Hatte ich vor dem Konzert noch brennend darauf gehofft den Song in Berlin zu hören (auf `nem Festival hatte ich ihn schlicht nicht erwartet), wurde er nun unverhofft angestimmt… auf einem Festival! Unglaublich! Dazu noch eine richtig großartige Version des Songs, Eddie gut bei Stimme und voll im Song aufgehend, während Mikey an der Gitarre brillierte! Traumhafte vier Minuten vierzig Sekunden waren das! Ähnlich wie „Given To Fly“ steigerte sich der Song gen Ende immer mehr, uferte aus und klang mit einem großartigen Jam der gesamten Band aus. Da lieferte das bereits erwähnte Even Flow nur umso mehr eine willkommene Verschnaufpause um sich neu zu sortieren. Mit einfach nur wunderschönen Versionen von „Just Breahe“ und „Unthought Known“ hielten die Jungs danach das Niveau fleißig oben und verschafften den Anwesenden eine kleine Auszeit. Live funktionieren beide Songs hervorragend, wie sich zeigte. Alleine dass „Just Breathe“ von einem Chor begleitet wurde, was bei Festivals eher unüblich ist, sagt so einiges. Eddie stand, nur von Boom und seiner Hammondorgel begleitet auf der Bühne und malträtierte seine Akustikgitarre, während man sich einfach nur durch den Song treiben ließ. Mit „Unthought Known“ im Anschluß zog man zwar das Tempo und insbesondere die Stimmung noch mal ein wenig an, aber diese Kombination der Songs passte wie der sprichwörtliche Arsch auf den Nachttopf! Danach gabs dann mit „Whipping“ wieder einen dieser viel zu selten ausgepackten Burner hinterher. Nachdem wir in Düsseldorf 2007 bereits einmal in den Genuss gekommen waren, jetzt endlich eine Version, die auch auf einem Bootleg landen wird. Absoluter Kracher der Song! Gefolgt vom schaurig-schönen „Daughter“ mit Blitzkrieg-Bop-Tag, was so ein wenig die Fahrt wieder heraus nahm. Daughter ist einer der Songs, die (wie ich finde) nicht langweilig werden, egal wie oft man sie hört. Ähnliches gilt für „Elderly Woman“, was im Zugabenteil auch noch kommen sollte. Abgeschlossen wurde das Mainset mir zwei Über-Songs! Zunächst erfüllten mir Eddie und Co einen lange gehegten Setlisttraum und brachten END-LICH mal „Jeremy“ in meiner Gegenwart! Viel zu selten wird der gespielt, also hatte ich hier das zweite, heraus stechende Highlight! Unwillkürlich gings zurück in die 90er, als ich das Video und Song erstmals sah und förmlich aus den Latschen kippte… großartiger Song, geile Bass-Linie und Eddie mit seiner Stimme… und nun, 17 Jahre nachdem mit das widerfuhr, spielen die das in Nijmegen, keine 10 Meter entfernt!
Mit „Rearviewmirror“ beendete man das Set dann. Ähnlich wie „Whipping“ viel zu selten gespielt, außerdem einer der Songs, die ich einfach nur mag. Tolles Intro, steigert sich permanent um am Ende förmlich zu explodieren. Erstklassiger Abschluß des Mainsets.

So gings also in ein kurzes Päuschen, bevor die Jungs sich wieder auf die Bühne scherten um mit „Elderly Woman behind the Counter in a Small Town“ den Zugabenblock mitsinglastig und gediegen einzuläuten. Wie gesagt, der Song ist irgendwie immer ein Highlight! Wie ich in Berlin noch merken sollte allerdings mit der Einschränkung, dass es zumindest dämmern sollte wenn er kommt. ;-) Die Rock-Ecke wurde anschließend mit „The Fixer“ und „Life Wasted“ bedient, wobei vor allem ersterer durch seinen Mitsingcharakter noch mal ordentlich Stimmung rein brachte. Das folgende „Betterman“ steigerte dies dann noch mal. Unglaublich, vor einem Jahr wäre ich froh gewesen, „Betterman“ wenigstens EIN EINZIGES MAL zu Hören zu bekommen… heute wars das dritte Mal am Stück; mit Berlin 2009 als absolutem Highlight.
Leider war nun schon das Ende der Show angebrochen. Das ist so ein bissel der Wermutstropfen bei Festivals. Da werden den Jungs die handelsüblichen 90 Minuten zugestanden… normale Konzis dauern gerne mal ein dreiviertel Stündchen länger. Aber mit „Rockin in The Free World“ wurden wir noch mal erstklassig in die holländische Nacht entlassen. Super Version, Energie geladen und druckvoll durchgezogen. Ein echter Abendgruß der Jungs, hineingerockt in die Dunkelheit und ein dicker Mittelfinger für den 22:30 Uhr Curfew! Aber wir wollen nicht meckern, man konnte sich ja irgendwie schon drauf einstellen, dass man ein Festival nicht mit einem regulären Konzert gleich setzen kann von der Länge her. Die Setlist dagegen, fand ich einfach nur großartig. Ein Powerset, klar. Aber eines mit jeder Menge Stil und Perlen. Der Ausflug nach Nijmegen, sowie das stundenlange Schwitzen in der prallen Sonne haben sich definitiv gelohnt. Persönliche Highlights ganz klar „In My Tree“ und „Jeremy“, aber auch so Dinger wie „Whipping“, „Save You“, „RVM“ oder „RITFW“ waren Spaßgaranten an diesem Abend. Außerdem war Eddie deutlich klarer als 2009 in Rotterdam, wo man sein Gras bis zu unseren Tribünenplätzen hoch riechen konnte.
Während der gesamten Fahrt zurück nach Lünen hatte ichoben genannte Songs noch im Ohr… selbst, als der Schutzmann mich wieder auf den rechten Weg bringen musste, nachdem ich mich in Dortmunder Wohngebieten aber auch so was von hoffnungslos verfranst hatte… Daumen Hoch, Ruhrpott-Polizei!
Hier noch mal als kleine Zusammenfassung die Setlist sowie das Poster (Ist jetzt nicht unbedingt das große Highlight… aber ich war da! Das reicht als Legitimation sich das Ding stolz an die Wand zu hängen!

MAIN SET:
Do the Evolution
Got Some
Save You
Given To Fly
Animal
Dissident
IN MY TREE
Even Flow
Just Breath
Unthought Known
Whipping
Daugther/Hey Ho Let's go(Ramones Tag)
Jeremy
RVM
ENCORE:
Elderly Woman behind the Counter in a Small Town
Fixer
Life Wasted
Betterman
Rockin in the Free World
So, der Berlin-Bericht folgt dann die Tage. Soviel schon einmal vorweg: Berlin war mal wieder ein absolutes Highlight. Unglaubliche Setlist, Wahnsinns-Stimmung und trotz des traurigen Hintergrundes des 10. Jahrestages der Roskilde-Katastrophe legten die Jungs ein mitreißendes Set hin, das uns einen geradezu phänomenalen Abend bescherte!
Bis dato: Keep on Rockin’!
Personal "New Song Index":
NIJMEGEN: 4
London: 7
Belfast: 8
Dublin: 8
New York II: 11
Nee York 1: 14 (!!!! - wo soll das noch hin führen?!?)
Newark: 12
Boston: 13
Hartford: 13
Bristow: 8
Buffalo: 7
Cleveland: 11
Noblesville: 11
Columbus: 6
St.Louis: 7
Kansas City: 7
New Orleans: 7
Montag, 28.06.2010
IN MY JERE-TREE - Pearl Jam Nijmegen 27.06.2010
Ein Powerset mit einigen Schmankerln. Vor allem In My Tree un Jeremy rißen mich vom Hocker. DTE als Opener kann auch ordentlich heitzen. Ansonsten die beiden Backspacer-Songs im Mainset: Überzeugend bis großartig. Live kann die neue Platte also auch so einiges.
Das Poster ist relativ gaga... irgendwie bekommen die in Nijmegen immer die häßlichen Buden ab. Aber an die Wand kommts bei mir trotzudem. ;-) So eute, später mehr... jetzt muß ich mich erstmal auf den Abmarsch nach BERLIN vorbereiten. Dann werden die Jungs nicht mit 90 Minuten davon kommen... und ich erwarte einen zweistelligen "Personal New Song Index"!!! ;-)
Setlist:
MAIN SET:
DTE
Got Some
Save You
Given To Fly
Animal
Dissident
In my tree
Even Flow
Just Breath
Unthought Known
Whipping
Daugther/Hey Ho Let's go
Jeremy
RVM
ENCORE:
Small Town
Fixer
Life Wasted
Betterman
RITFW
Donnerstag, 24.06.2010
TREMOR CHRIST - 23.06.10 Belfast
MAIN SET:
Sometimes
Do The Evolution
Animal
The Fixer
Tremor Christ
Low Light
Even Flow
Unthought Unknown
No Way
Insignificance
Present Tense
Daughter
Got Some
Save You
Given To Fly
Black
Rearviewmirror
ENCORE 1:
Just Breathe
Amongst The Waves
State of Love and Trust
Wasted Reprise
Betterman/Save It For Later
ENCORE 2:
Jeremy
Leash
Crazy Mary
Alive
Yellow Ledbetter
Personal New Song Index:
Belfast: 8
Dublin: 8
New York II: 11
Nee York 1: 14 (!!!! - wo soll das noch hin führen?!?)
Newark: 12
Boston: 13
Hartford: 13
Bristow: 8
Buffalo: 7
Cleveland: 11
Noblesville: 11
Columbus: 6
St.Louis: 7
Kansas City: 7
New Orleans: 7
Mittwoch, 23.06.2010
OF THE EARTH - Dublin 22.06.2010
Main Set:
Long Road
Once
The Fixer
Why Go
Corduroy
Severed Hand
Amongst the Waves
Even Flow
Unthought
Nothingman
Lukin
Not For You
Down
Got Some
Comatose
Arms Aloft (The Clash Cover)
DTE
Encore 1:
Just Breathe
Given To Fly
Of the Earth
Porch
Encore 2:
Elderly Woman
Betterman
Kick Out The Jams
Alive
Yellow Ledbetter
26 Songs und ein auf den ersten Blick feines Poster. Ne solide 2-. Heute Nacht in Belfast geht’s weiter, ich freu mich!

Dienstag, 22.06.2010
LBC - Liveversion
"...let the show begin..."
Sohoooo, die WM mag nun zwar in die heiße Phase gehen, aber dennoch wird sie ab ca 21 Uhr im Kosmos des Onkels zum zweitwichtigsten Juniereignis degradiert. Denn heute Nacht, etwa um diese Zeit, betreten die Jungs von Pearl Jam erstmals in 2010 eine europäische Bühne. In Dublin geht sie los, die wilde Hatz nach Setlistraritäten. Weiter geht’s dann über Belfast und London zum Toureinstieg meiner Wenigkeit: Nijmegen am Sonntag, den 27.06.2010. Von da aus nach Berlin, das wird was ganz was Großes werden am 30.06.2010… garantiert! Nach diesem Highlight lässt man das Ganze dann relaxt über sechs Abschlußkonzis ausklingen, auf denen man gefälligst größere Highlights im Abendprogramm zu UNTERLASSEN HAT!!! ;-)
Heute werde ich dem Setlist-Ticker des Forums und dem entsprechenden Tweet gleich mal parallel folgen. Immerhin bekommt man einen Eindruck von dem, was man auf der Tour so an Songs erwarten kann und welche Opener man sich Gott sei Dank oder auch Leider gepflegt abschminken kann. Daher hoffe ich doch mal, dass man nicht gleich mit „Release“ lospoltert und auch das zauberhafte „Off He Goes“ bis nächsten Mittwoch stecken lässt. Hach, wird das spannend! Ich freue mir schon ein Loch in den Bach wenn ich nur an die stundenlange Warterei auf dem grünen Wuhlheiderasen denke, während wir dem Einlaß entgegen fiebern und uns die Zeit mit Berliner Kindl und ner Bratwurscht vertreiben. Göttlich! Da weiß man gleich, warum man sich den Urlaub aufgespart hat. Dann erst die Posterfrage! Muß man sich seinen Lebtag eine dieser potthässlichen Buden der Marke Marseille 2006 an die Wand hängen (Mischung aus Alfred E. Neumann und George W. Bush) oder gibt’s einen Wohnungsschmuck der Extraklasse wie etwa Düsseldorf 2007? Ob Krampe oder Krönung – gerahmt und aufgehangen wird das Ding am Ende trotzdem, schon der Erinnerung wegen. Dann das Warten vor der Bühne… die erste Erleichterung wenn der Opener die Bühne betritt und dann END-LICH die Eingangsmelodei der begehrten Schalmeienkapelle!!! Und dann die Antwort auf die Opener-Frage und von da an schwebt man ja eh nur durch den Abend. Hach ja… das wird schön.
Ach ja, eines muß ich jetzt einfach noch, mit Danksagung an meine Schwester, kurz erwähnen… etwas Fußballbezogenes:
Diese Engländer sind schon irgendwie... witzig!
Freitag, 18.06.2010
STAR SPANGLED BANNER - Liveticker USA : Slovenien
Sososososo... WM-Ticker Nr. Drei zum Spitzenspiel der Gruppe Schlagmichtot! Die freiheitsliebenden US-Amerikaner setzen sich mit dem Balkan(zwerg)staat auseinander. Um dieses Fußballfest zu würdigen, gibts heute den gründerväterlichen Gemeinschaftsticker!
0.Minute: Urs ist da! Die Amis haben sowohl einen Schläfer, als auch einen phänotypischen Skinhead im Aufgebot... Multikultistaat eben...
0. Minute: Ein Finanzbeamter wird das Spiel verwalten. Die geballte Erfahrung von fünf Afrikameisterschaften!!! *wow*
1.Minute: Der Anstoß reißt einen unbekannten Schreihals mit. Nach 10 Sekunden bereits der erste schwerverletzte Slovene... per Ellenbogen niedergestreckt von Dempsey. -> Eisbeutel im Einsatz.
2. Minute: 2.Foul. Effektive Spielzeit bislang ca 15 Sekunden (WOHLWOLLEND geschätzt.)
4. Minute: "Continental", "Visa" und "Hasseröder" als Bandenwerbung sind ja noch einzuordnen... aber welcher Weltkonzern verbirgt sich hinter "Mahintra Setyam"?!?!? Ist das Zulu für "Audi"?!?
6.Minute: Zitat des Spieles: "Schiedsrichter braucht die Assistenz seines Assistenten!" -> Anmerkung: Da geht verbal bestimmt noch mehr... also das bisherige Zitat des Spieles. Bisher übrigens keine gelbe Karte.
9. Minute: Erkenntnis: Novakovic hat eine Hitlerfrisur! Anm. GVH: "Die ham`ooch ihren Nazi dabei, der is sogar noch näher am Original!" Recht hat er!
13. Minute: 1:0 Slovenien!! Birsa fackelt auf 20 Metern einen Unhaltbaren in die Maschen! Der Kommentator legt n´mit logischen Höchstleistungen nach: "Ein Klasse-Tor, vielleicht sogar ein Weltklasse-Tor; wir sind ja bei einer Weltmeisterschaft!" Wir nennen ihn somit mal: Den Spock des Tages!
19.Minute: Käffchen mit Erdbeerkuchen!
22.Minute: Der Führer steht im Abseits und vähhhrrrfählt sain Zääähl!
23.Minute: Einigkeit beim Kompetenzteam: Das Spiel ist fantastisch!
24. Minute: Die Amis haben einen der heißt Cäsar. Erkenntnis 2: Cäsar gegen Hitler, das hat schon was. "Lägäooonän stähän hinterrrr mirrr!"
25. Minute: Neuer Vorschlag fürs Zitat des Tages: "Sie haben 1:0 gewonnen, ohne Gegentor!"
30.Minute: Erkenntnis 3: Slovenen-Fans sehen aus wie Ossis aus den 80ern...
32.Minute: Ami-Fans sehen aus wie 1. Hopper 2. Hipp-Hops 3. Verlauste Skaterbande!
36 Minute: Korrektur: Cäsar und Hitler machen gemeinsame Sache... good bye Weltfrieden.
37.Minute: Toller Torres-Freistoß von Hamdanovic klasse gehalten. Die Amis wehren sich gegen die Achse Berlin-Rom!
39. Minute: Eine Großchance der US-Boys. Allerdigns war abgepfiffen... effektiv also KEINE Großchance der US-Boys. Abgepfiffen wegen HAndspieles das keines war. Also doch wieder eine Großchance der US-Boys. ("Großchance der Herzen" zumindest.)
40.Minute: Noch ne Großchance USA.
42.Minute: Ljubljakic beljubeljakict das 2:0.
45 +2. Minute: Abpfiff in einem tollen Spiel. Macht richtig Spaß den beiden Teams zuzusehen. Hoffentlich gehts weiter in diesem Stil.
46. Minute: Die 2. Halbzeit läuft. Eud neu im Spiel. Dann mal los, werte Ballschieber.
47.Minute: Hammertor von Donovan zum 1:2! Der Aminagelt die Pille unter die Querlatte, daß dem Slovenen-Keeper Himmelangst wird. Die 2.Hälfte hält, was die erste versprach. Im Anschluß gleich ein ordnungsgemäßes Foul an einem Slovenen.
50.Minute: Fast der Ausgleich der Amis!
53.Minute: Lecker Fußball-Eis.
58.Minute: Nächste Ami-Chance! Das Spiel entwickelt sich wie der 2. Weltkrieg: In der 2.Hälfte drängten die Amis Hitler und seine Schergen in die Defensive.
61. Minute: Hitler wird deutlich verfehlt und protestiert.
66.Minute: Weiter ein munteres Auf und Ab in Johannesburg.
67.Minute: Erkenntnis 4: Der US-Nazi heißt auch noch Bradley... wie der Panzer! Der sollte Spielführer werden!
69.Minute: Freistoß USA. Das hätte eigentlich Rot geben müssen, war ne klare Notbremse. Donovan scheint zu schießen uuuuuuuuund... im Nachschuß wirds nochmal richtig gefährlich.
73.Minute: Auswechslung Slovenien. Mit Pecnic kommt ein Stabilisator, während Ljubljankic den Platz verläßt... beim anschließenden Einwurf war vom Stabilisator aber noch nix zu sehen.
79.Minute: Slovenien scheint irgendwie keine Lust mehr zu haben... Konter abgebrochen, Ballgeschiebe... und trotzdem ne Fehlpassquote von 25%. Das schafft sonst nur die FDP!
80.Minute: Die Amis geben auf: sie wechseln ihren Gomez ein.
81.Minute: Korrektur: Der Typ heißt Herkules Gomez, somit wäre die geschichtsträchtigste Partie der WM um ein weiteres Highlight bereichert. Aber wird Herkules diese Aufgabe das Spiel zu drehen wirklich stemmen können?!?
82.Minute: KANN ER!!! ODer zumindest sein Teamnazi! Bradley jagt den Ball imk Rutschen zum Ausgleich unter die Latte! Ausgleich zum 2:2 und das, ACHTUNG, "Momentun" ist nun auf Seiten der US-Boys. Die Fans weinen schon... .
85. Minute: Altidori versucht sich im Rücken von Cäsar davon zuschleichen, was der aber nicht zuläßt (verständlicher Weise). Er foult. Daraus das 3:2 der Amis... abgepfiffen wegen wasweißich... krasses Spiel. Wir sind allerdings ratlos, warum das Tor nicht zählte.
88.Minute: Hitler köpft daneben! "Das passt doch!"
90.Minute: Offensive auf beiden Seiten jetzt. Klasse, das Spiel wollen beide Coaches noch gewinnen! WM, wie sie sein soll!
90+3. Minute: Doppelfoul des Balles!Beim Deutschland Schiri hätte die Kugel mindestens gelb gesehen!
90+4. Minute: Abpfiff! 2:2 in einem sehr, sehr ansehnlichen Spiel. das nicht gegebene Tor der USA erzürnt selbige vollkommen zu Recht!
Und hier das offizielle Gesamtfazit der bisherigen beiden Spiele:
"Das zweite Spiel in dem der Schiri der Depp ist! Nachher mit England auf dem Platz wird das nicht passieren!" (GVH)
Dienstag, 15.06.2010
RED FLAG - Brasilien vs. Nordkorea... der Foxymorph WM Ticker
Nach dem Erfolg des letzten Livetickers, gibt es heute den zweiten Teil... den *Trommelwirbel*:
SCHURKENSTAATTICKER!
Brasilien : Nordkorea steht an!
0.Minute: Nordkorea hat Chinesen als Fan-Söldner engagiert, die linientreu ihren Pseudo-Landsleuten zujubeln sollen. Zu allem Überfluß heißt der koreanisch Kapitän auch noch "Honk".
02.Minute: Nordkorea im systemtreuen Rot gleich unter Druck. Der imperialistische Klassenfeind läßt die dekadenten Starkicker gegen die antiimperialistische Abwehrkette anrennen. Lenin sei mit euch, liebe Genossen!
07. Minute: Erster Schuß der Brasilianer auf das Tor der Gegner... das kennen die nur aus der anderen Perspektive.
8.Minute: Fump! Köstritzer geöffnet. IMPERIALISTISCHES Köstritzer... .
10. Minute: Dunga hat nen Seemannsmantel an.
11.Minute: Erster Torschuß Nordkorea! Erwartungsgemäß kam der "auf Mann"!
12.Minute: Wir lernen: Bei Nordkorea gibt es zwei "Pak"'s; den sogenannten "Doppel-Pak"! (Jaja, heute bin ich in Kalauer-Laune!)
18. Minute: Nordkorea wird frech. Torschüsse auf das Gehäuse des Klassenfeindes. Wenn einer davon trifft, kann Kim Jong heute nur auf dem Rücken schlafen.
21. Minute: Laut Jule soll ich "Tschö mit Ö!" tickern. (Der Zusammenhang mit dem Spiel ist zu diesem Zeitpunkt eher unklar... selbst mir.)
25. Minute: Wie Real-Madrid-Star gegen hauptberuflichen Selbstschußanlagenjustierer sieht das Spiel bislang aber nicht aus. Brasilien tut sich sichtlich schwer gegen die Nordkoreaner. Eben sogar ein Hauch von Konter.
27.Minute: Die Brasilianer spielen mit Handschuhen!! Wie will mann denn so die nötige Härte ins Spiel bringen. Der Diktator lacht sich doch nen Ast!
32. Minute: Erstmals werden nach einem Torschuß der Koreaner die chinesischen Jubelsöldner eingeblendet. Enthusiasmus sieht anders aus. Vielleicht hätte Kim-Jong Dollar statt seiner Operettenwährung springen lassen sollen.
39.Minute: Da ist man bei Brasilien : Nordkorea 5 Minuten auf dem Balkon und verpasst kein Tor... wer hätte das gedacht?!?
Halbzeit!!! Das ist DIE Überraschung des bisherigen Turnieres wenn ihr mich fragt. Brasilien kriegts nicht geregelt auch nur ansatzweise gefährlich vors Tor zu kommen, während Nordkorea sich hinten routiniert einmauert und vorn die Nadelstichkonter ins Kapitalistenherz setzt (so ab und an).
46.Minute: weiter gehts mit dem Duell Samba gegen Separatismus.
49. Minute: Das geschulte Expertenauge erkennt bei Nordkorea eine Sechserabwehrkette mit zwei Sechsern vor der Abwehr. Dahinter noch der Torwart... die anderen beiden Spieler riskieren bestimmt grade einen Prozeß wegen "Fahnenfluckt nach vorn"!
50. Minute: Freistoßchance vergeben von Bastos. Dazu die Erkenntnis, daß Diktaturen auch was gutes haben: Die chinesischen Söldner haben keine Vuvuzelas!
55. Minute: Weltklassetor Maicon!!! Zur Sicherheit erst abgezogen, als er die komplette Mannschaft Nordkoreas hinter sich gelassen hatte. Hoffentlich wird jetzt noch kräftig nachgelegt! Wenngleich ich hier nicht drumrum komme zu sagen: Olli Kahn hätte den mit der Mütze gehalten!
62. Minute: Brasilien spielt jetzt langsam wie Brasilien. Momentan zwar noch auf U21-Niveau, aber immerhin.
64.Minute: Luis Fabiano versagt freistehend vorm Tor.
66. Minute: Immer wieder ein geiles Bild: Dieser einheitliche, ordnungsgemäß abgegrenzte Block von uniformierten Chinesen im Nordkorea-Look (OHNE VUVUZELAS!!!)! *doppel-lol*
69. Minute: Darf ein Nordkoreanischer Modellathlet eigentlich überhaupt verletzt ausscheiden? Sich gar per Trage vom Feld befördern lassen?!? NEIN, denkt sich auch Pak-Choi und stürmt hinkenden Fußes zurück aufs Feld! Wer weiß was man dem angedroht hat... .
72. Minute: 2:0 Brasilien!!! Nach einem Traumpass macht Elano seinem Namen alle Ehre und netzt ein. So hat das auszusehen! Außerdem ENDLICH der ruhmreiche FC Barcelona in persona Dani Alves vertreten!
77.Minute: Erkenntnis: Es gibt auch Brasilianer mit Schnauzbart. Aber so schafft mans nur zu Co-Trainer...
80. Minute: Ausflug in die Bundespolitik: Hab grade einen Tweet über die Verabschiedung via Großer Zapfenstreich vom Köhler gelesen. Den Ausdruck "Beleidigter Leberhorst" finde ich genial! :-)
81. Minute: Brasilien mach fleißig weiter Druck. allerdings ohne Zählbares zu erreichen. Außerdem muß ich hier nochmal die koreanischen Söldnerchinesen lobend erwähnen... ihr wißt schon warum: keine Vuvuzelas!!
85.Minute: Nilmar vergibt wieder frei vor dem Tor. Seit dem 1:0 sieht das ganze Dingen hier schon fast aus wie ein Länderspiel.
86.Minute: Yong Ti Se vergibt die Chance zum Anschlußtreffer nach einem blitzsauberen Konter. Ein Nordkoreaner aus Überzeugung; wer bei der Hymne weint, der darf aber auch gerne in Toren zurück zahlen, was das Volk ihm gab!
89.Minute: Ein Volks(republik)held ist geboren! Ji marschiert (hat er bestimmt lange genug geübt) durch die Zuckerhutabwehr und verwandelt zum gar nicht mal so unverdienten 1:2 für unser Klassenkämpfer! Gefühlt wie eine Niederlage für die Brasilianer... leider nur gefühlt.
90.Minute: Das mußt du erstmal bringen: gegen Brasilien zur 90.Minute die Abwehrkette praktisch auf vier Mann halbieren und als "Nordkorea" auf den Ausgleich zu drängen. Respekt!
Abpfiff! Kein gutes, aber ein interessantes Spiel allemal. Die Bewertung überlasse ich Olli Kahn und Katrin "Reichsparteitag" Hohenstein im ZDF (der mußte jetzt sein, Sorry). Ich verabschiede mich dann mal ins Bett. Morgen greifen endlich die Spanier ein, wieder was, auf das man sich freuen kann! :-)
Montag, 14.06.2010
BLITZKRIEG
*lol* Erster verbaler Einmarsch der öffentlich-rechtlichen! Ich mache ja keinen Hehl daraus, dass ich Katrin Müller-Hohenstein nicht sonderlich mag, respektive, dass ich die Lierhaus um längen besser finde wenn es um Sportmoderation im weitesten Sinne geht. Aber das, was die arme Frau jetzt ertragen muß, das hat sie nun auch nicht verdient. Müller-Hohenstein sprach in der Halbzeitpause der Fußballdemonstration unserer Nationalkicker gegen die Aussies folgenden Satz ins vuvuzelageplagte Mikro:
«Und für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst, dass er heute hier trifft»
Und prompt kassiert sie dafür Dresche. Für eine Bemerkung, die bei Harald Schmidt als „zu unprovokativ“ aus dem Programm fliegen würde. Aber gut, damit hätte sie halt rechnen müssen, dass das bundesweite Gutmenschentum darauf anspringt. Geht ja auch nicht, dass die da das böse „R“ – Wort ungestraft benutzt. Was nun folgt, ist der übliche Gang nach Canossa durch die Medienlandschaft, mit den vorgedruckten Entschuldigungen und der Asche-auf-mein-Haupt-Gestik, die alle von ihr erwarten. Trotzdem wird sie am Ende nur noch die „Reichsparteitag-Frau“ des ZDF sein und irgendwann ihr Privatleben von Guido Knopp durchleuchten lassen müssen um die Pilotfolge zu „Hitlers Moderatoren“ zu füllen.
Mich regt so was auf! Klar war das eine flapsige Bemerkung, die man sich hätte getrost sparen können wenn man die Reichweite der Sendung bedenkt. Aber dass jetzt auf die Frau eingeprügelt wird, als hätte sie mit Armbinde und Schnurrbart da gestanden, das ist derart übertrieben! Vor allem sind das wahrscheinlich die gleichen Political Correctness Fetischisten, die im nächsten Atemzug von „Negern mit Tröten“ (unbekannter Penny-Markt-Kunde, 2010) sprechen, wohlweißlich, dass DAS dann wieder keiner spitz kriegt in der Öffentlichkeit.
Vergangenheitsbewältigung fängt irgendwo auch damit an, dass man Dinge etwas relaxter sieht. Diese ewige Dünnhäutigkeit beim Thema Drittes Reich schafft nur Tabus und kaum sinnvolle Diskussion. Diese Heinis sollten ihre Doppelmoral stecken lassen und Müller-Hohensteins Kommentar einfach als das stehen lassen, als was er meiner Meinung nach eingeordnet werden sollte: Als einen der viel zu seltenen Ausflüge eines ZDF-Moderators in die ihm unbekannte Welt des „schwarzen Humors“ (und selbst da ist sie nüchtern betrachtet noch nicht mal weit gegangen).
Sonntag, 13.06.2010
STAND IN SILENCE
So, mir reichts! Vuvuzelas sind HITLER!!!! Und zwar ein HITLER wo man hinten reinpustet.. das ist noch schlimmer! So schauts nämlich aus! Alleine wenn ich dran denke, daß ich dann 90 Minuten wieder dieses Getrööööööte ertragen muß, während Jogi und seine Ballschänder versuchen den Aussies ein Remis abzutrotzen... da wird mir schlecht.
"Vuvuzela" sollte international geächtet werden. Jeder, der mit so einem Ding gesichtet wir, sollte umgehend ausgebürgert werden. Wenn er diese afrikaophile Idiotentröte so toll findet, soll er doch nach Kapstadt gehen und glücklich werden mit seinem akustischen Folterinstrument. Hier mal ein paar populärkulturelle Beiträge zum Thema:
SO WEIT IST ES GEKOMMEN DURCH DIE DINGER: Netzer und Delling lachen ZUSAMMEN... über ein und die selbe Sache. Ohne Vuvuzelas wäre so etwas unwürdiges nie passiert!
Wie man diese Geräuschkulisse ertragen kann, zeigen uns hier ein paar Junge Männer aus irgendwo:
... nur im Suff scheint das zu gehen!
Paul Breitner sagt`s wie`s ist:
Und nun noch die Hymne der Vernünftigen:
Da man ja immer "Alternativen" bringen soll, die in diesm Fall auch klanglich wohltuender sind, möchte ich hiermit die Bohémien-Vuvuzela aus Intellektuellenkreisen als neues, offizielles Stadioninstrument vorschlagen. Das Ding kann sogar Melodien spielen... ME-LO-DIE-EN, das ist genau das, was dem Vuvuzela komplett abgeht:
WHOLE LOTTA NOISE - Liveticker Algerien : Slovenien
Wilkommen zum Foxymorph-Liveticker der Knallerpartie der Gruppe C! Die international unterschätzten Algerier werden heute von Europas großartigster Power-Fuball-Mannschaft aus Slovenien gefordert. Wer weiß, vielleicht sehen wir ja heute den nenen Weltmeister?!? Vielleicht aber auch nur ein am ende unbedeutendes Gurkenspiel zweier fußballerischer Luftnummern.
0.Minute: herrlich, Hymnen sind was Feises, vor allem, weil diese dämlichen Vuvuzelas verstummen.
1.Minute: Freistoß Slovenien. Souverän vergeigt...
2. Minute: Tolle Freistoßposition für die Algerier. Das wird kein Standardspiel, nein, vielmehr ein Spiel der Standards.
3.Minute: Guter Freistoß. Bel Hadj (Gesundheit) mit einem ersten Ausrufezeichen.
4.Minute: ICH HASSE VUVUZELAS!
6.Minute: Schicker Rasen, fällt mir grad auf.
8.Minute: Die Fehlpassquote erreicht bereits jetzt Hertha BSC - Nieau.
11.Minute: 50% der Algerier sehen aus wie Halbbrüder von Bushido.
12.Minute: ... zur Zeit spielen sie leider auch so.
15.Minute: Das Spiel verflacht derzeit zuhens; es bietet keinerlei Höhepunkte und entspricht den Erwartungen... man könnte auch sagen: Es erinnert an Günther Netzers Frisur.
18.Minute: Jaja, blendet diese Irren mit ihren Tröten ruhig noch ein! Wenn man das Filmmaterial wenigstens für Stadionverbote nutzen würde...
21.Minute: Erkenntnis 1: Slovenen ziehen Freistöße immer direkt aufs Tor. Erkenntnis 2: Algerische Torhüter wissen das!
27. Minute: Was ein Grottenkick bislang... . Dagegen ist Stricken ein Extremsport.
28.Minute: Eine algerische Flanke ins NICHTS.
30. Minute: Schöner Check der Algerier an der Bande... ups, falsche Sportart.
35.Minute: Erst nen Konter jämmerlich vergeigt, dann einen der Bushidos gelbwürdig gefoult und zwei... nein, drei Strafraumszenen gewonnen bzw. überstanden. In dieser Minute war von Slovenien mehr zu sehen als die ganze halbe stude zuvor.
37.Minute: trööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööt!
40. Minute: Gott sei Dank, nur noch fünf Minuten bis zur Pause!
42.Minute: Vor lauter Langeweile und Wehmut über dieses Gegurke da hab ich mir nebenher bei ebay ein schickes Spanientrikot ergattert!
43. Minute: Holla, der Ball kam doch nicht etwa mal aufs Tor?!? Wahnsinn!
45.Minute: Kennt ihr "Das Leben des Brian?!? Stellt euch mal die Steinigungsszene mit Vuvuzelas vor... . ("Jehooova, Jeeeeehoooooova...!") ;-)
45. + 2. Minute: "Es hat bei dieser WM noch kein 0:0 gegeben und wir hoffen, daß das nicht so bleibt!" Lieber Béla Rethy, das war für mich der satz des Tages!!! Wie ging gleich nochmal Uruguay:Frankreich aus?!? Und zur zweiten Aussage: vielleicht sollten wir das mit der doppelten Verneining nochmal üben. Wenn man aber beide Falschaussagen kombiniert, nämlich wir hoffen, daß es nicht nicht so bleibt, wie es allerdings auch nicht ist, dann wünsche ich mir das auch.
Halbzeit: Krass, Urs Maier kann aus der hohlen Hand heraus die Anzahl der gelben Karten aus Vorrundenspielen von 2002 rekapitulieren. So ein Nerd!
46.Minute: Zidane beim Absitzen seiner Strafe auf der Tribüne gesichtet.
52. Minute: Es geht weiter wie gehabt: Das Spiel passt sich der Geräuschkulisse mehr und mehr an.
58. Minute: Ich habe soeben folgenden Test gemacht (passiert ja eh nix in der Glotze): http://www.nzz.ch/nachrichten/wm2010/team-o-mat Ich sollte mich für Spanien und Frankreich interessieren (je 78%, alternativ die Portugiesen mit 76%. Na gut, mit Spanien liegt das Ding ja goldrichtig.
63. Minute: Gott, das ist das langweilig, was die da machen! Um das 0:0 am Ende zu verhindern bedarf es wohl eines englischen Keepers!
66.Minute: Hoffnung keimt auf: http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,700405,00.html
70. Minute: Nur noch 20 Minuten, Gott sei Dank. Vielleicht sollte man der MAnnschaft ein Ehrentor zusprechen, deren Ersatzspieler in der verbleibenden Spielzeit die meisten Vuvuzelas einsammelt.
73. Minute: JAAAAAA, HIGHLKIGHT!!!! Gelb-Rot für einen der Bushidos wegen einem der wohl dämlichsten Handspiele seit George Bush und Bundes - Angie! Platzverweis! Platzverweis!!! Endlich bietet das Spiel mal etwas, das mit Fußball zu tun hat!
76. Minute: Vor dem Anpfiff habe ich mich noch aufgeregt, daß das Stadion nur halb voll ist. Jetzt denke ich, daß das Spiel nichtmal das verdient hat.
77. Minute: Riesenbock der Slovenen...! Da läuft einer frei auf den Keeper zu, ohen Gegenwehr befürchten zu müssen hat er einer 100%ige Chance und die... bleibt natürlich ungenutzt.
79. Minute: 1:0 Slovenien! Ich verweise auf Spielminute 63... !
81.Minute: Hoffentlich schafft Algerien den Ausgleich, denn DAS Spiel hat einfach keinen Sieger verdient!
90. Minute: ENDLICH!!!!
90. Minute: Vier Minuten NAchspielzeit sind in diesem Fall unnötige Grausamkeit!
90+3. Minute: Habe ich schon erwähnt, daß Vuvuzeklas verboten gehören?!?!!!!
90+5. Minute: Endlich der Abpfiff. Meine Damen und Herren, wir habe eine geradezu gruselige Veranstaltung ertragen müssen. Ich lasse das mal alles unkommentiert hier... .
Ich habe mir gedacht, ich suche mir mal so ein No-Name-Spiel zum Tickern aus. Vielleicht wird das ja lustig und temporeich. Temporeich am Arsch! Boahh, war das langweilig. Ich gehe jetzt erstmal auf den Balkon meinen Sonnenblumen beim Wachsen zusehen, das ist spannender!
Sodann, zwei Spiele bleiben heute noch. Hoffentlich gehts da ein bissel besser ab als hier. Nach diesem Spiel lege ich mcih mal fest: Weder Slovenien noch Algerien überstehen die Vorrunde.
Dienstag, 08.06.2010
SWEAT
Die WM geht los… HAMMER! So langsam kommt sogar bei mir weltmeisterliche Vorfreude auf. Allerdings etwas gedämpfter als 2006. War ja auch was anderes, was ganz besonderes sogar, die WM im eigenen Land. Also jetzt nicht in „meinem“ Land im eigentlichen Sinne… noch nicht… aber zumindest im näheren Umfeld. Was waren das für Fahnenmeere damals, die sich durch die Bundesrepublik zogen. Das öffentliche Leben schien komplett still zu stehen, mal von den heimlichen Steuerdelikten den Deliktsteuerer im Reichstag abgesehen, die so zwischen Viertel-und Halbfinale beschlossen wurden. Man hatte wirklich das Gefühl, dass jeder und alles schwaz-rot-gold vor sich hin flaggte und sich bis zur Unkenntlichkeit angemalt und befanartikelt zu einer der manigfaltigen Public-Viewing-Orgien pilgerte. Das hatte teilweise etwas von einer Bad-Taste-Party… der weltweit größten Bad-Tast-Party; aber war lustig. Und über alldem thronte der Kaiser in seinem Heli (wird wohl auch das erste Mal gewesen sein, dass ein Kaiser sich derart über sein Volk erhob). Hach, schön wars, und nun geht’s am Freitag wieder los.
In der Vorrunde warten auf uns solche Knallerspiele wie Honduras : Chile, Nigeria : Südkorea oder Paraguay gegen Neuseeland. Fußballfeinkost der besonderen Art. Mal ganz ehrlich: 3 Jahre und 11 Monate lang sind uns die Vergleiche dieser Gurkentruppen doch vollkommen mumpe, aber in dem einen Monat, in dem „WM ist“, da werden wir das nicht verpassen! Nein, ich mache da auch keine Ausnahme… das werden vier Wochen brontalster TV-Marathon. Da wird beim Elfenbeinküsterich ebenso mitgefiebert wie beim Engländer… ups, schlechtes Beispiel, ich nehmen mal lieber Honduras! Spielerische Qualität ist einem da egal, Hauptsache WM und vielleicht sieht man ja Leute mit lustigen Frisuren oder Bärten(so beim Halbprofi aus Nordkorea kann beides schon mal in Kombination vorrrkommen). Ansonsten wird nach der Vorrunde erstmal ordnungsgemäß aussortiert und dann geht’s erst richtig rund. Dann kommen ab dem Viertelfinale spätestens die wahren Brüllerspiele. So Dinger wie Holland:Brasilien oder England gegen Deutschland… DAS ist dann das Salz in der vorab noch recht faden WM-Suppe. Dann gehen sie los, die Hitzeschlachten, die über die Verlängerung oder (noch VIEL VIEL BESSER) übers Elfmeterschießen entschieden werden. Ich wünsche mir das förmlich, Knock-Out-Spiele ohne Elferschießen sind großer Mist! Mindestens 5 will ich sehen und mitfiebern! England, ja, England soll gefälligst auch wieder seine Chance zum scheitern vom Punkt haben! Das ist immer so LUSTIG wenn die gegen ihre eigene Unfähigkeit antreten und dann tragisch versagen (meist noch unterstützt von einem ihrer traditionell unfähigen Katastrophenkeeper). Ja, Elfmeterschießen… eine der wenigen Dinge, für die man sich bei der FIFA bedanken kann.
Wenn sich dann zum Halbfinale die Favoriten gegenseitig dezimiert haben, dann wird’s richtig spannend. Mitfiebern bei jedem Ballbesitz, wilde Flüche gegen den unfähigen Schiri und taktische Statements auf Udo-Lattek-Niveau! Himmlisch!
Blöd ist nur, dass ab dem Viertelfinale plötzlich diese „spielfreien Tage“ in unsere Fußball-Trance platzen. Sauerei so was. Eben noch 14 Tage Nonstop-Gekicke erlebt und plötzlich ist Pause… was soll man an so einem Tag machen?!?! Ratlosigkeit, die sich bis zur schieren Verzweiflung auftürmen kann. Am schlimmsten ist dann der Abpfiff des Finales. WAS HAT MAN SICH AUF DIESES SPIEL GEFREUT!!! Streng genommen war die ganze WM ja nix weiter als eine Qualifikationsrunde für dieses Spiel aller Spiele. Sobald dann aber der Weltmeister feststeht und sich drei Dutzend verschwitzte, halbnackte Männer gegenseitig mit Schampus übergießen oder sich eng umschlungen auf dem Rasen wälzen (vielleicht auch beides gleichzeitig), in diesem Augenblick werden uns zweierlei Dinge bewusst: 1. ES IST VORBEI!!!!!! WAS SOLLEN WIR NUN NUR MIT UNSERER FREIZEIT TUN, MÄNNER?!?!?!? *rennt schreiend im Kreis* sowie 2.: Homophobie im Profifußball ist irgendwie unglaubwürdig.
Naja, das steht uns ja alles noch bevor. Also in diesem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne, erlebnisreiche WM mit jeder Menge Spaß und Erfolgserlebnisse im Tippspiel, so ihr denn mittippt. Meinen Italienern wünsche ich viel Glück, so wie die sich derzeit anstellen, können die es auch brauchen;
und dem Gründervater H. und mir, dem offiziellen „Kompetenzteam“ von 2006, wünsche ich die größtmögliche Zahl als Spielen, die im Elferschießen entschieden werden.
Prost!
Sonntag, 06.06.2010
FOXY-WM-TIPPSPIEL RELOADED!
Wie alle zwei Jahre kommen wir hier auch 2010 wieder zusammen um die Sommerpause mit einer internationalen Tipprunde zu überbrücken. Das Starterfeld ist illuster, wie nie zuvor. Es treten der amtierende Weltmeister, die amtierende Europameisterin sowie das geschwisterliche Rekordmeister-Duo aus dem Ligaalltag an. Außerdem sind der letztjährige Vizemeister sowie eine All-Star-Auswahl aus dem fernen Karslruhe, die selbst Udo Latteks Fachkompetenz lächerlich erscheinen lässt am Start! Spannung und Tippspielthrill auf höchstem Niveau sind also garantiert. So lasset also die ultimative Fußballschlacht beginnen, betretet das virtuelle Camp-Nou und platziert eure Tipps weise und treffsicher!
http://www.kicktipp.de/foxywm/
Ich für meinen Teil kündige bereits jetzt an, erbarmungslos jede Chance auf den Titel zu nutzen. Wenn einer von euch schwächelt, werde ich boatengesque mit einem 2:3 für die Außenseitermannschaft dazwischen grätschen und den Tages- oder gar Gesamtsieg an mich zu reißen! Doch für wen von uns das Vuvuzela am 11.07.2010 auch erklingen mag: Verdient wird er es haben, das Prädikat:
2010 FOXYMORPH KICKTIPP WELTMEISTER!!!!!
Noch kurz ein paar Worte zu den Regeln:
Punkteregel wie gehabt: 4 (Ergebnis richtig); 3 (Abstand richtig), 2 (Tendenz richtig), 0 (Luftnummer)!
Abgabeschluß ist jeweils 5 Minuten vor Anpfiff; bei den Bonusfragen 5 Minuten vorm Anpfiff des Eröffnungsspiels.
Ab dem Achtelfinale wird das ENDERGEBNIS getippt. Wer also denkt, das Spiel Deutschland gegen England geht im Viertelfinale ins Elfmeterschießen, das England dann gewinnt (*lol*), der tippt z.B. 5:7 für die Insulaner. Wer ab Achtelfinale noch unentschieden tippt, ist quasi selber Schuld.
Bonusfragen: Die Dinger sind jeweils 5 Punkte wert (lässt sich seltsamer Weise nicht ändern… hätte sonst die Weltmeister-Vorhersage mit 5, die Gruppensieger mit je einem Pkt. Gewertet bei dem kurzen Turnier… aber dann gibt’s die Boni halt in bester Investmentbanker – Manier gleich volle Möhre!)
Wer aus irgend welchen Gründen nicht tippen kann (technisch, Urlaub, sonst was) kann als Notlösung die Tipps an mich SMSen oder Mailen. Wichtig ist wie gehabt, dass ich die Tipps vor Spielbeginn haben muß. Werden dann nachgetragen von mir in meiner Funktion als Spielleiter und entsprechend begründet. Diese Begründung kann dann jeder im Logbuch nachschlagen… aber versucht es einfach zu vermeiden. Um Nachfragen vorzubeugen: Als Spielleiter habe ich keinerlei Vorteile, kann weder eure Tipps vor Spielbeginn einsehen noch abändern. Der Tipp-Notfall-Service setzt übrigens Pearl – Jam – bedingt (YEEEEEEEEEHHHHHHAWWWWW!!!!) vom 26.06.2010 – 02.07.2010 aus ;-).
Nun, da wir hier (fast) alle versammelt sind, mache ich die Bude mal dicht. Wer jetzt noch mitmischen will, ist von meiner Zustimmung abhängig (Flo kriegt hier mal nen Freifahrtschein wenn er noch mitmachen will). So neun bis zehn Experten sind eine würdige Runde finde ich!

Dienstag, 25.05.2010
LUKIN - Ein Nachschlag zum MSG II
Hier mal das Originalversion vom 2008er Gig in Camden:
Und hier, man mag es kaum glauben, der gleiche Song ein wenig modifiziert... Bitte nehmt das Ding mit nach Europa, das ist der HAMMER!!!
Montag, 24.05.2010
HUNGER STRIKE - New York II 21.05.2010
Main Set:
Corduroy
Hail Hail
Do the Evolution
Worldwide Suicide
Got Some
Breath
Nothingman
I'm Open
Unthought Known
Grievance
Amongst the Waves
Present Tense
Not For You/Modern Girl
Push Me Pull Me
Rats
Daughter/WMA
The Fixer
Why Go
Encore 1:
The End (w/ string quartet)
Just Breathe (w/ string quartet)
Slow Lukin (w/ strings)
Black Red Yellow
Sweet Lew
Given to Fly
Spin the Black Circle
Rearviewmirror
Encore 2:
Wasted Reprise
Betterman
Black/We Belong Together
The Real Me
Hunger Strike
Alive
Kick Out the Jams
Yellow Ledbetter/Star Spangled Banner
Das Poster ist... ne 2+! Für Konsolenkinder mit Tendenz zur 1.
New YOrk II

Personal "NEW SONG" Intex:
New York II: 11
Nee York 1: 14 (!!!! - wo soll das noch hin führen?!?)
Newark: 12
Boston: 13
Hartford: 13
Bristow: 8
Buffalo: 7
Cleveland: 11
Noblesville: 11
Columbus: 6
St.Louis: 7
Kansas City: 7
New Orleans: 7
Freitag, 21.05.2010
MANKIND - New York I, 20.05.2010
Die Encores lesen sich dann wieder wie ein Gängemenü. Das String Quartett wieder ausgepackt… auch bei „Lukin“ wohlgemerkt und zwischen „You Are“ und „Porch“ nur Highlight-Songs oder Live-Kracher! Das zweite Zugäbelchen gefällt mir dann sogar noch nen Tick besser! Klar, das Ende mit „Indifference“ braucht keine Lobhudelei mehr, aber „Jeremy“ und „Leash“… „Crazy Mary“ und „I Believe in Miracles“ im selben Block, unterbrochen nur vom musikalischen Signum „Alive“ sind traumhaft! Das Ganze dann noch gewürzt mit „Mankind“, der Freak-Show-Teil des Abends. Mein Fazit wäre also ein solides Mainset mit richtig guter Songzusammenstellung plus zwei ordnungsgemäße Hammer-Zugaben. Wie man so liest, soll das auch für die Anwesenden ein großer Abend gewesen sein. Nicht desto Trotz gibts aber beängstigender Weise noch genug Steigerungsmöglichkeiten für New York II, für heute Nacht und ich prophezeihe mal, dass da noch was nachkommt!
Mainset:
Sometimes
Breakerfall
Last Exit
Animal
The Fixer
Severed Hand
Small Town
I Am Mine
Comatose
Force Of Nature
Even Flow
Low Light
Down
I Got ID
Army Reserve
Insignificance
Unthought Known
Do The Evolution
1st encore:
The End (with string quartet)
Lukin (with string quartet)
Just Breathe (with string quartet)
You Are
Love, Reing O’er Me
State Of Love And Trust
Once
Porch
2nd encore:
Jeremy
Leash
Mankind
Crazy Mary
I Believe In Miracles
Alive
Indifference
Das Poster kriegt wieder ne 1-… dieses überdrehte Design finde ich großartig! "Kranker Scheiß" sage ich nur, sowas würde ich mir ganz weit oben an die Wand hängen!

Personal "NEW-SONG" Index:
Nee York 1: 14 (!!!! - wo soll das noch hin führen?!?)
Newark: 12
Boston: 13
Hartford: 13
Bristow: 8
Buffalo: 7
Cleveland: 11
Noblesville: 11
Columbus: 6
St.Louis: 7
Kansas City: 7
New Orleans: 7
Mittwoch, 19.05.2010
FUCK ME IN THE BRAIN (- Ein kurzer Exorzismus zu "Sex and the City 2")
So, werte Frauenwelt: Jetzt entweder anschnallen, weglesen oder den Standby-Knopf am Computer malträtieren, DENN WAS JETZT KOMMT, GEFÄHRDET BEI GEFÜHLTEN 90% VON EUCH DEN SEELENFRIEDEN!!!! MASSIVST!
Eben musste ich die Rückkehr des Grauens via Kinotrailer vernehmen! „Sex and the City 2“ kommt in die Lichtspielhäuser! Ist es denn nicht genug, dass wir dieses Ischenquartett geschlagene sechs Staffeln auf Pro Sieben ertragen mussten? Dort nahmen sie den Simpsons wertvolle Sendezeit weg ohne wirklichen Gegenwert zu bieten. Ist es denn nicht genug, dass man im Vermarktungswahn dann noch einen Kinofilm („Sex and the City 1“) hinterher produzierte? Mit dem gleichen sinnleeren Inhalt! Scheinbar nicht… .
Jetzt schnallen die schon arg in die Jahre gekommenen Trullas also wieder die Manolo Blaniks unter die Hacken um sich feist durch die Yuppiewelt des Big Apple zu pimpern! Wahrscheinlich wird auch dieser ominöse „Mr Big“ wieder dabei sein, dieser urbane Deckhengst der geistig Armen und eine dieser dauerwilligen Schicksen nach der anderen begatten. Als Nebeneffekt tragen Miranda, Carrie, Samantha und Charlotte dann wieder irgendwelche Edelfummel auf, welche dann von der real existierenden Damenwelt postwendend als „Trend“ erkannt und über die Taille gewürgt werden… egal wie Angst einflößend das dann aussieht. Die Produzenten dieser Fetzen verdienen sich dann eine goldene Nase damit, diese Konsumopfer mit billigem, glitzernden Tand zu versorgen. Mit Abendkleidern, Jeans, Blousons (nicht zu verwechseln mit Bisons… Bisons rocken!) oder Handtaschen, die so viel kosten wie ein Kleinwagen. Vermutlich werden sogar die Nasen dieser Weiber reißenden Absatz beim Gesichtsschnitzer finden. Nur weil Carrie jetzt das Modell „Sprungschanze mit Stups“ trägt, muß Edeltraud aus Bottrop ihren Kartoffelzinken auch gleich in dieses Plastinat umwandeln lassen. Verabscheuungswürdig ist das! Dieses Gesamtkonstrukt „Sex and the City“, das ist so abgrundtief bösartig, als hätte man im Mittelalter Langstreckenraketen an die Inquisition verteilt. Bahhhh… nee, Teufelswerk! Aber das ist ja noch nicht einmal das Schlimmste. Wenn sie die Damenwelt dieses Machwerk reinziehen will, von mir aus. Ab ins Kino, Tür zu, Licht aus und ich kriege davon im Nachbarsaal nix mit, während „Die Rückkehr der mutierten Weltraum-Nazi-Zombies vom Mars“ im Directors-Cut läuft. Aber nach dem Kino ist’s ja nicht vorbei, nein, dann geht’s ja erst richtig los! Da wird jede praktizierte Stellung dieser Leinwand-Entsafter quiekend und quietschend ausgewertet. Da wird über Schuhe diskutiert… ÜBER SCHUHE!!!! Noch dazu über Schuhe, die für vernunftbegabte Wesen nahezu keinerlei signifikantes Unterscheidungsmerkmal aufweisen! Da werden dann Cosmopolitans in Stakkatotakt der Stalinorgel gekippt, nur um sich sozusagen an die „Society“ der „It-Girls“ heran zu saufen… und das als „Edeltraud aus Bottrop“… sehr realistisch! Das alles geschieht, und DAS ist der Punkt, in aller Öffentlichkeit! Leute wie du und ich, liebenswerte, friedfertige und unschuldige Wesen werden in ihrer Seelenruhe belästigt indem sie diesen Orgien der Aufgetakelten beiwohnen müssen. Man kann ja nicht mal mehr beruhigt in den Saturn gehen um sich ein Killerspiel für die geliebte Wii zu kaufen, ohne diesen Irren in die Arme zu rennen… bloß, weil sich der cinematographische Sündentempel zufälliger Weise im selben Gebäude befindet wie der lokale Elektronikschrein. Ich werde den Saturn meiden bis dieser Mist endlich an uns vorbei gegangen ist… und ich werde nicht der Einzige sein.
Mal ehrlich Mädels: Was zum Henker findet ihr bloß an diesem promiskuitiven Schlampenquartett, das angemalt wie Zirkusclowns auf LSD und in sündhaft teure Lumpen gehüllt jedem dahergelaufenen Macker eins-fix-drei an den Schlüpfer will?!? Was findet ihr an diesem Konsum-Porno so reizvoll? Das reale Leben sieht (Gott sei Dank) anders aus… realer… nicht so deprimierend oberflächlich. Vielleicht solltet ihr euch, bevor ihr euch diesen Film begeistert reinpfeift, oder während ihr mit euren „Mädels“ eine dieser schwarzen Messen der Geschmacklosigkeit (auch bekannt als „Sex and the City Abende“) abhaltet mal eine grundlegende Frage stellen während ihr den Prosecco zur hochglanzlackierten Unterlippe führt:
Was hieltet ihr eigentlich davon, wenn euer Liebster mit einer dieser Ziegen auch nur so was Ähnliches wie „befreundet“ wäre und genau jetzt mit Samantha und deren besten Freundinnen „was unternimmt“ während ihr auf der Couch von Brunhilda festhängt, welche ihr eigentlich zwar gar nicht ausstehen könnt, die sich aber durch den schieren Besitz sämtlicher „Staffeln“ zur Freundin hochqualifiziert hat?!? Genau daran solltet ihr vorm ersten Schluck Kribbelwasser denken!
Ruhige Nächte sehen nämlich anders aus *fg*!
In diesem Sinne: Stööößchen!
Der Onkel
YOU ARE - 18.05.2010 Newark
Main Set:
Of the Girl
Brain of J
Do the Evolution
The Fixer
Alone
Amongst the Waves
Immortality
In Hiding
Even Flow
Insignificance
Supersonic
Brother
Glorified G
Daughter/WMA tag
Unthought Known
Leatherman
Lukin
Once
Encore 1:
Just Breathe
Footsteps
Inside Job
Got Some
Go
Encore 2:
Jersey Girl (Tom Waits)
You Are
Whipping
Life Wasted
Alive
Indifference
All Along the Watchtower (with Ben from BoH)
Das Poster zu dieser 30 – Song Vorstellung ist von der Grundidee her super (vor allem die Huldigung an den Gitarren-Meister himself, optisch aber für meinen Geschmack etwas mau ausgefallen. 3+!

Personal "NEW-SONG" Index:
Newark: 12
Boston: 13 (!!!)
Hartford: 13 (!!)
Bristow: 8
Buffalo: 7
Cleveland: 11
Noblesville: 11
Columbus: 6
St.Louis: 7
Kansas City: 7
New Orleans: 7
Dienstag, 18.05.2010
CROWN OF THORNS - 17.05.2010 Boston
Einstieg mit Release: Traumhaft! Danach mit „Animal“ und „The Fixer“ die Bude kurzerhand und ziemlich knackig auf Betriebstemperatur gebracht. Im Anschluß dann mit dem großmächtigen „In My Tree“ vom Über-Album auch gleich wieder die Bremse eingelegt. „Small Town“ als schicker Sing-Along im Zwischenteil, bevor mit „Force of Nature“ und „Given to Fly“ zwei sehr gut zusammen passende Songs ausgepackt werden. Danach wirds denkwürdig mit „Sad“ (hoch lebe der Soundcheck und seine Vorhersagekraft für kommende abende) und „Unthought Known“, bevor man mit „Pilate“ wieder tief in die Trickkiste griff. Danach dann nur noch Highlights, unterbrochen von „Even Flow“ und „Got Some“, bevor sie die Audience zum Main-Set-Abschluß bei „Why Go“ noch mal die Seele aus dem Leib rocken durfte. Alter Falter, „Push Me, Pull Me“, „Red Mosquito“, „Undone“ und „Solat” in einem halben Mainset unter zu bringen, das muß man sich erstmal trauen!!! Und die Encores kamen ja erst noch! War das erste noch relativ gediegen (mit „Bee Girl“, das schrullige „Rival“ und „Love Reign O’er Me“ liegt hier die Highlight-Quote bei vergleichsweise mickrigen 50%), so kann man das zweite Encore als durchaus verhaltensauffällig beschreiben! Das geht mit „Smile“ los (ohne Worte… SMILE, Leute: S-M-I-L-E!!) und endet mit „Rockin in the Free World“. Bei diesem voran gegangenen Abend der ultimative Setcloser! Bei so einer Show, kann man einfach kein „Indifference“ bringen, so leid es mir tut! Dazwischen wird mit „Betterman“ ein zwar relativ häufig gespielter, aber Live schlicht und ergreifend unbeschreiblich intensiver Song gespielt, aber abgesehen von „Alive“ ist der Rest so was wie das goldene Kalb der PJ-Jünger (OK, zumindest von mir)! Da wird „Soldier of Love“ entstaubt und, als sei das noch nicht genug, packt man mit „Crown of Thorns“ gleich noch einen drauf! Eieiei… den Bostonern muß doch die Kinnlade dermaßen auf Grundeis gegangen sein, als sie das erleben durften… . Wahnsinns-Set! Da waren die Herren mal wieder in Geber-Laune! Der Einfachheit halber werde ich heute mal die “Standard”-Nummer kursiv markieren:
Mainset:
Release
Animal
The Fixer
In My Tree
Elderly Woman Behind the Counter in a Small Town
Force Of Nature
Given To Fly
Sad
Unthought Known
Pilate
Hail Hail
Push Me, Pull Me
Even Flow
Undone
Not For You/Modern Girl
Red Mosquito
Got Some
State Of Love And Trust
Why Go
Encore 1:
Bee Girl
Just Breathe
Love, Reign O’re Me
Rival
Save You
Rearviewmirror
Encore 2:
Smile
Wasted Reprise
Better Man/Save It For Later
Soldier Of Love
Crown Of Thorns
Alive
Rockin’ In The Free World
Das dazu gehörige Poster ist eigentlich ganz schick, solide 2 würde ich sagen.

Boston: 13 (!!!)
Hartford: 13 (!!)
Bristow: 8
Buffalo: 7
Cleveland: 11
Noblesville: 11
Columbus: 6
St.Louis: 7
Kansas City: 7
New Orleans: 7
Sonntag, 16.05.2010
All Along The Watchtower
Das erste Encore ist für mich dann, bis auf „State of Love and Trust“ guter Durchschnitt. „Ain`t Talkin bout Love“ kann ich da allerdigns nicht so wirklich beurteilen, weil ich das von den Jungs noch nicht gehört habe. Das 2. Encore liest sich da schon ne ganze Ecke erwähnenswerter. “Crazy Mary” ist so ein richtig schöner, düsterer Song zum Dahintreiben. 2006 in Berlin eines der Hioghlights des Abends… „take a bottle drink it down…“. „Der Abschluß mit „Indifference“ und „All Along the Watchtower“ liest sich dann so richtig lecker! Ich für meinen Teil hätte aber die reihenfolge geändert, ist doch ein Konzertausklang mit „Indifference“ ein weiteres Puzzleteilchen meiner Traum-Setlists.
Mainset:
Unthought Known
Corduroy
Do The Evolution
Got Some
Severed Hand
Dissident
Low Light
Amongst The Waves
Even Flow
Nothingman
Johnny Guitar
I Got Shit
Jeremy
Daughter/WMA
Satan's Bed
Lukin
Gonna See My Friend
Encore 1:
Just Breathe
Speed of Sound
State of Love and Trust
Ain't Talkin' 'Bout Love
Porch
Encore 2:
The Fixer
Crazy Mary
Alive
Indifference
All Along The Watchtower with Ben Bridwell from “Band Of Horses”
Ansonsten wartet Hartford mit dem ersten Einser-Poster der Tour auf! Für dieses Werk gibt’s die Traumnote (mit Minus):

Außerdem soll hier eines nicht unterschlagen werden, der Soundcheck! Wenn das, was da versprochen wird sich auch nur halbwegs bewahrheitet… HALLELUJAH!!!!
Soundcheck:
Rival
Breakerfall
Sad
Satan's bed
a van halen song (war wohl "Aint talkin bout Love")
Love Reign O'er me
Speed of Sound
Push Me Pull Me
Last Exit
Jetzt spielen die schon Van Halen Songs… das hat garantiert der Mikey angeleiert… würde ich zu gern mal hören. Außerdem: THE RETURN OF „SAD“!!!!!
Hartford: 13 (!!)
Bristow: 8
Buffalo: 7
Cleveland: 11
Noblesville: 11
Columbus: 6
St.Louis: 7
Kansas City: 7
New Orleans: 7
Freitag, 14.05.2010
ALL THOSE YESTERDAYS - 13.05.2010 Bristow
Zugabenblock Nr. 1 bekommt dann in der Zusammenstellung ein Bienchen von mir! Nicht nur, dass „Garden“ endlich wieder öfter auftaucht, auch der Abschluß mit dem rotzigen „Blood“ verdient aller höchste Wertschätzung. In der zweiten Zugabe stechen für mich vor allem „Sonic Reducer“ und „Spin the Black Circle“ heraus. Sehr schönes Set wie ich finde. Nicht unbedingt das Highlight der bisherigen Tour, aber es spielt auf jeden Fall im oberen Tabellendrittel.
Mainset:
Elderly Woman Behind The Counter in a Small Town
World Wide Suicide
Got Some
Brain of J
Save You
Given to Fly
Present Tense
Down
Unthought Known
Insignificance
Even Flow
Comatose
Faithful
All Those Yesterdays
Black
The Fixer
Do the Evolution
Encore 1:
The End
Just Breathe
Garden
Why Go
Wasted Reprise
Life Wasted
Blood
Encore 2:
Betterman (Save it for Later)
Spin the Black Circle
Alive
Sonic Reducer
Yellow Ledbetter
Dazu dann noch ein starkes Poster, Note 2+ für meinen Geschmack! :-)

Bristow: 8
Buffalo: 7
Cleveland: 11
Noblesville: 11
Columbus: 6
St.Louis: 7
Kansas City: 7
New Orleans: 7
Donnerstag, 13.05.2010
O`ZAPFT IS!
Da wir heute Männertag haben und der Großteil meiner Geschlechtsgenossen grade mit nem "Bollerwagen" durch die Lande zieht und erfolgreich die eigene Leber abtötet, dachte ich mir, ich geh`auch erstmal "einen zwitschern":
http://twitter.com/Suomieven
PARANOID - 07.05.2010, Hellsongs in der Moritzbastei (Leipzig)

HEEEEELLLLLL YEAHHHHHH, meine Freunde! Der finstere Lord meldet sich in mir zurück und unterbricht die Pearl Jam – Berichterstattung, quasi das Übersee-Stalking der besten Rockband aller Zeiten (ja, soviel Subjektivität muss manchmal eben sein) mit einem weiteren Konzertbericht. Nicht irgendeinem Konzertbericht, nein, einem ganz besonderen Konzertbericht will ich meinen. Erinnert ihr euch noch an die Brant Bjork – Berichterstattung etwa 5 Konzerte weiter unten? Meinte ich da noch, dass ich in einer geradezu niedlichen Venue war, dann lehrte mich die Moritzbastei zu Leipzig, dass es immer noch ne Spur mickriger geht. Lt. Internet bietet die dortige Veranstaltungstonne kuschelige 11 x 7 Meter Platz zum Rocken. (Das sind gefühlte viereinhalb Callmunds…) . Aber nichts desto trotz ergab das wiedermal einen großartigen Abend dort, aber immer der Reihe nach.
Gegen halb sechs schwang ich mich in den Seat meines Seat (fiel mir grade auf, dass man daraus ein Wortspiel kafkaesken Ausmaßes kreieren kann…) und holte meine in Leipzig durchaus ortskundige Begleitung ab. Dies erwies sich insofern als Vorteil, als dass die nordsächsische Messeprovinz weiterhin mit einem Irrgarten aus Baustellen und Umleitungen besticht. Jedenfalls zuckelten wir gut 90 Minuten übers flache und vor allem leere Land. Jene Taigalandschaften, welche sich zwischen Chemnitz und Leipzig schier endlos auf beiden Seiten der PKW-Fenster erstrecken und sich nahezu menschenleer am Horizont verlieren… ach Scheiße, nennen wir das Kind beim Namen: DURCH DIE PAMPA!
Wenn man dann aber in Leipzig (triumphalen) Einzug hält, entschädigt das anstehende Konzerterlebnis dann schon für so einiges. Das war bei Metallica, Monster Magnet, Nightwish und Rammstein schon so und sollte sich auch bei den Hellsongs nicht ändern. Wir fanden einen angemessenen Parkplatz und latschten gen Moritzbastei. Überraschender Weise (für mich) befindet diese sich direkt neben dem Gewandthaus, in welchem ich vor drei Monaten noch zu einem Musicalbesuch weilte. Jedenfalls lümmelten auf den Steinmauern rings um die Bastei etliche langharige, faule Bummelstudenten (ja, da wurde ich richtig nostalgisch) und ließen sich das Leben schmecken… bisweilen gar in Flaschenform. Ein obligatorisches Rauchpäuschen später stiegen wir die steilen Treppen hinab gen Eingang und holten uns brav den Stempel ab um uns in der Folge frei bewegen zu können. Erstmal die Jacken weg gebracht (kostet da nix.. so was ist mir ja schon ewig nicht mehr passiert, Lob der stufe 9) und dann ab an die Bar; oder besser: an eine der Bars. Dort wurde ich dann auch mit meinem obligatorischen Konzertbier versorgt (Köstritzer Schwarzbier! Vorbildlich!!) und wir schlurften gemächlich in das oben bereits beschriebene Gewölbe. Gut, die Decken waren drei Mal so hoch wie im Rosenkeller, aber das wars auch schon mit den Unterschieden. Da es vorbildliche Seitenbänke gab, konnte man sich auch erstmal chillig an die Wand lehnen und dem recht familiär anmutenden Treiben im Kellerchen beiwohnen. Der Beleuchtungs-Heinz residierte eingeengt auf einer nachträglich eingezogenen Empore und ging, wenn er nicht gerade seine Scheinwerfer schwenken musste, eigentlich permanent mit dem Mischmeister eine(n?) rauchen. Ansonsten kam sogar hin und wieder ein weiterer Konzertbesucher reingeschneit und eine Frau mit bunten Armsleeve-Tattoo flirtete mit dem Mann am Mischpult (wenn der nicht gerade rauchen war). Als außer uns noch ca. 20 andere Konzertbesucher, mit Getränken versorgt, die Räumlichkeiten geentert hatten, stürmte eben diese Dame auf die Bühne und schnappte sich zwei Mikros. Allgemeine Überraschung der Marke „Huch, was`n jetzt los?!“ machte sich breit. Hatte man, also ich, doch irgend so nen blonden Singer-Songwriter-Heini als „Vorband“ erwartet. Aber nee, blonder Typ war nicht, stattdessen gab es eine etwas eigenwillige, aber durchaus gute Vorstellung einer Kanadierin. Man möge mir nachsehen, dass ich mir den Namen nicht gemerkt habe, was eigentlich schade ist. Nachdem sie in Mikro Nr. 1. in abgewandelter Beatbox-Manier einen Beat gezwitschert hatte (wurde dann am Mischpult fleißig geloopt und während der Songs um weitere Töne ergänzt) find sie an zu singen. Bei Einem Song gabs sogar ne Gitarre, aber bei den meisten reichten ihr die selbst produzierten Background-Geräusche. Nachdem man sich kurz daran gewöhnt hatte, funktionierte das aber überraschend gut. Man merkte auch förmlich, dass die junge Frau in dem, was sie da fabrizierte vollends aufging. Sehr sympathisch die ganze Show, besonders, als sie sich mit dem Hinweis verabschiedete, dass sie sich fürs Konzert der Hellsongs wieder zu uns vor die Bühne gesellen wird, was sie dann auch tat. Als sie die Bühne wieder verließ, war der Raum auch schon gut gefüllt, was sich bis zum Hauptact auch nicht mehr ändern sollte. Laut Homepage „dürfen“ da 70 Menschen rein, geschätzt hätte ich knapp 100 Anwesende. Jedenfalls ne sehr kleine, aber feine Veranstaltung. Als dann die Hellsongs die Bühne betraten, brandete erster, noch relativ zarter Jubel auf. Der Gitarrist, welcher das schwedische Bildungssystem genossen hat, brachte den von anderen Schweden-Bands bekannten Mischmasch aus Englisch und Deutsch unters Volk, bevor man direkt mit dem Judas Priest Cover „Breaking the Law“ einstieg. Damit wären wir auch schon beim Bandkonzept der Hellsongs: Metal-Klassiker werden mit Keyboard und Akustikgitarre(n) untermalt gecovert. Textlich wird das von einer klaren Frauenstimme dargeboten. Was überrascht, ist, wie man aus solchen brachialen Brettern wie „Seek and Destroy“ oder „Thunderstruck“ solche fragilen, ruhigen und bisweilen schon erschreckend leisen Songgebilde machen kann. Wiedererkennungswert garantiert, stilistisch aber was völlig anderes. Da fällt es gar nicht auf, dass diese Band keinen „eigenen“ Songs spielt, die gecoverten klingen ohnehin wie solche. Nach dem gesetzlosen Einstieg steigerte sich die Stimmung dann von Song zu Song. Für mich kamen dann mit „Seek and Destroy“ und dem anmoderierten „Blackened“ die ersten beiden Highlights. So hat man Metallica noch nie gehört. Klar, Live klingt das Ganze dann doch noch eine Ecke „härter“ und schneller als auf CD und die wild auf der Bühne rummarschierende Sängerin, gekleidet wie eine Mischung aus Discokugel und Waldorfschullehrerin, tat ihr Übriges um die Taktzahl zu erhöhen, aber alleine die Möglichkeit bei einem Slayer-Song wie „Seasons in the Abyss“ mal den Text zu verstehen, war schon ein Erlebnis. ;-) Die Zuschauer gingen dann auch mehr und mehr mit. Vom Publikum her hatte man so den Eindruck, dass sich zwar die oben genannten Studis, aber auch die eine oder andere Leipziger Kulturtouristin der „Generation 68“ in diese Gewölbe verirrt hatten (wohl angelockt vom Hippie-Bus auf dem Tourplakat aber ohne eine genaue Vorstellung, was auf sie zukommt). Nur die Metalheads vermisste ich irgendwie, schade eigentlich.
Etwa zur Mitte des Mainsets, nachdem die Metallica-Fraktion gespielt und die Menge für die Band begeistert war, kündigte man ein „Worshipping of a Grandfather of Heavy Metal“ an. Was kam, war eine Wahnsinns – Interpretation vom alten Black Sabbath-Klassiker „Paranoid“. So traurig und fast schon depressiv vorgetragen, dass man die vier Gestalten auf der Bühne am liebsten in den Arm genommen und getröstet hätte: „… macht nix Jungs, ist nur ein Song! Kopf hoch!“. Unglaublich war aber vor allem, dass das Publikum, als der Song verklungen war, erstmal 2 -3 Sekunden zum Durchatmen brauchte. Man konnte so ein kollektives Seufzen förmlich hören, das dann ungebremst in eine mehrminütige Jubelarie überging. Mit dem Lied hatten die Hellsongs den Saal komplett auf ihre Seite gezogen. Der Rest des Konzertes war dann nur noch eine große Feierlichkeit. Nicht nur, dass man das gerade erst für das kommende Album aufgenommene „Sin City“ ans Licht der Öffentlichkeit zerrte, nein, man legte auch so fleißig nach. „Run To the Hills“ war dann, allerdings erst in der Zugabe, noch so ein Highlight. Iron Maiden können das einfach nicht, was Hellsongs aus dem Song raus holen. (Was Iron Maiden betrifft, ist das sicherlich auch gut so… die sollen mal fein das weiter machen, was sie können). Melancholisch reichte man dann mit „Symphony of Destruction“ noch mal fast bis an „Paranoid“ heran. Dies geschah dann aber schon während der ersten Zugabe. Der Jubel zwang die Hellsongs dann noch zu einem zweiten Extrawürstchen auf die Bühne, bevor das Konzert viel zu schnell beendet war. Gut, es war ein kleines Konzert, einer relativ unbekannten Band aus Schweden, aber dafür jeden einzelnen der 16 investierten Euronen wert. Da ließ sich auch verschmerzen, dass die reine Spielzeit irgendwo um die 70 – 80 Minuten rumkrauchte. Wenn überhaupt, ist das wohl der einzige Kritikpunkt an dem Abend: Er hätte noch 4 – 5 Lieder länger dauern können. Ich für meinen Teil hätte ja liebend gern noch den Motörhead-Brüller „Orgasmatron“ geboten bekommen, aber es hat nicht sollen sein. Wer also Lust auf einen ruhigen Konzertabend hat an dem er die großen Metal-Klassiker gleich noch neu kennen lernt, dem kann ich die Hellsongs nur ans Herz legen.
Wir verließen den Keller jedenfalls bestens unterhalten und gut gelaunt, weshalb ein Blick in den Nachbarsaal, in dem eigentlich eine „Depeche Mode und 80er Party“ toben sollte wie das reinste Kontrastprogramm wirkte. Ein Einsamer DJ hing da mit herabhängenden Mundwinkeln über seinen Turntables und blickte in einen bis aus zwei Personen leeren Raum. Bevor ich einen meiner gewohnt geistreichen Kommentare tätigen konnte, ließ der Knilch eine Wolke von Disconebel auf die Tanzfläche wabern, was angesichts der doch recht… naja, „überschaubaren“ Party Crowd zugegebener Maßen ein wenig lächerlich wirkte. „Realsatire“ nennt man das wohl (eigentlich müsste man dieses Bild als offizielle Definition zulassen). Jedenfalls ließen wir die 80er geflissentlich in ihrer Besucherarmut zurück und strebten wieder gen Chemnitz. Immer noch ein paar Takte dieser unglaublichen „Paranoid“ Interpretation im Ohr, während wir so durch die nachtschwarze Pampa rauschten!
Dienstag, 11.05.2010
Fuckin`Up - Buffalo 10.05.2010
Mainset:
Unthought Known
Severed Hand
Animal
The Fixer
Elderly Woman Behind the Counter in a Small Town
No Way
Given To Fly
Light Years
Even Flow
Amongst The Waves
Unemployable
Grievance
Not For You
Got Some
Do The Evolution
Wasted Reprise
Better Man/Save It For Later
Encore 1:
Just Breathe
Fatal
Last Kiss
Spin the Black Circle
Rearviewmirror
Encore 2:
Once
Alive
Fuckin' Up
Yellow Ledbetter
Ein relativ unspektakuläres, aber grundsolides Set wie ich finde. (Klar, wenn ich da gewesen wäre, wäre das vom Erlebnis her wahrscheinlich der Über-Gig der ganzen tour gewesen ;-) ). Draufpacken kann man dann nur noch ein feines Pösterchen… und das taten die Herren dann auch. In Schulnoten für mich ne 2 mit leichter Tendenz zum Minus.

Ach ja: die fortgeführte "New Songs" Liste wenn ich dabei gewesen wäre... hätte getutet getan.... ihr wißt schon ;-):
Buffalo: 7
Cleveland: 11
Noblesville: 11
Columbus: 6
St.Louis: 7
Kansas City: 7
New Orleans: 7
Montag, 10.05.2010
INDIFFERENCE - 09.05.2010 Cleveland
Mainset:
Wash
Hail Hail
Corduroy
Got Some
In Hiding
World Wide Suicide
Force Of Nature
Immortality
Go
Even Flow
Army Reserve
Unthought Known
Daughter/WMA
Sleight Of Hand
Johnny Guitar
Do The Evolution
The Fixer
Why Go
Encore 1:
Just Breathe
Given To Fly
Leash
Porch
Encore 2:
Wasted Reprise
Life Wasted
Black
The Real Me
Smile
Alive
Indifference
Das Poster ist zudem auch mal wieder vorzeigbar. Mal was Extravagantes:

Heute Nacht geht’s dann nach Buffalo.
Samstag, 08.05.2010
RELEASE - 07.05.2010 Noblesville
Danach dann eine Traumkombination… so was wie ein doppelter Doppelpass mit Abstaubertor: Unthought known – Even Flow – Supersonic – Down! Geile Songfolge! Daughter mit Doppel – Tag kann bestimmt auch so einiges! Danach dann der lokale Einschleimer, gefolgt vom großartigen “Rats”! Weiß noch genau, wie das Dingen 2007 in Düsseldorf als Audience-Wunsch kam und auch zündete. Herrlich! „Wishlist“ ist ohnhin was ganz was Feines, nach wie vor eine meiner Lieblingsstellen auf dem Rotterdam-Bootleg 2009… Wishlist, gefolgt von Nothingman! Ein eigentlich sehr simpler, aber extrem schöner Song! Das Ende des MAinsets recht originell gewählt, Jeremy sticht vor allem heraus und The Fixer hat das ganze durch seine vielen „Yeahhhh, Yeahhhh, Yeahhhhhhhh“’s sicher noch mal stimmungsmäßig abgerundet (der reinste Live-Song ist das… der reinste Live –Song, Leute!).
Über das erste Encore muss man eigentlich nicht viel sagen, stimmig, passt zusammen, mit „Off He Goes“ ein weiteres Highlight eingepackt und das in den Setlists mittlerweile obligatorische „Given to Fly“ wirkt darin schon fast versteckt… fällt kaum auf. Das 2. Encore dann mal wieder ordnungsgemäß mit „Garden“ eröffnet! HOFF-ENT-LICH kommt der Song jetzt wieder öfter! Alive und Baba wieder dran gehängt und quasi als Schnapskirche auf diesem Eisbecher-mit-doppelt-Sahne-und-Schokoraspekl-in-Karamellsoße-Set dann an das nie langweilig werdende „Yellow Ledbetter“ noch das „Star Spangeld Banner“ vom Saitenguru himself! Das Bootleg wird der Wahnsinn…!
Mainset:
Release
Last Exit
Got Some
Why Go
In My Tree
Elderyl Woman Behind the Counter in a Small Town
Unthought Known
Even Flow
Supersonic
Down
Daughter/ WMA/ Blitzkrieg Bop
Goin Back To Indiana
Rats
Wishlist
Insignificance
Force Of Nature
Jeremy
The Fixer
Encore 1:
Just Breathe
Off He Goes
Given To Fly
Lukin
Better Man
Do The Evolution
Encore 2:
Garden
Whipping
Alive
Baba O’Riley
Yellow Ledbetter/Star Spangled Banner
29 Songs sinds diesmal geworden… und WAS FÜR WELCHE!!! Nach dem man sich vorgestern etwas zurücklehnte, feuerte man heute wieder mal ein Bonbon von einer Setlist raus. Hach ja… das wird ein Spaß in den nächsten Monaten. Wenn das so weiter geht, besprechen wir hier noch den gesamten Back-Katalog der Herren. Die variieren ja wahnsinnig viel wenn ich das so mitbekomme. Nur mal so als Richtgöße eine kurze Aufzählung davon, wie viele Songs je absolviertem Konzert „neu“ für mich gewesen wären, also Live noch nicht gehört:
Noblesville: 11
Columbus: 6
St.Louis: 7
Kansas City: 7
New Orleans: 7
Das Poster lasse ich heute mal für sich sprechen, hässlich wie die Nacht das Ding!

Freitag, 07.05.2010
OCEANS - 06.05.2010 Columbus
Encore Nr. 1 finde ich in der Form schlichtweg großartig! Besonders „Spin the Black Circle“ macht mich neidisch, aber generell passt dieses erste Encore perfekt. Encore Nr. 2 bringt dann das gruselige „Come Back“ wieder zurück auf die Bühne… könnt ihr stecken lassen Jungs; lasst diesen Song bitte in Übersee. Danach nimmt der Abend nochmals Fahrt auf und mit „Crazy Mary“ gibt’s noch ein kleines Highlight.
Mainset:
Oceans
Given To Fly
Corduroy
Got Some
World Wide Suicide
Faithfull
Elderly Woman Behind the Counter in a Small Town
Amongst The Waves
Even Flow
Comatose
Marker In The Sand
Unthought Known
Grievance
Alone
The Fixer
Do The Evolution
1st encore:
Just Breathe
Black
State Of Love And Trust
Spin The Black Circle
Go
2nd encore:
Come Back
Once
Hail Hail
Crazy Mary
Alive
Yellow Ledbetter
27 Songs mal wieder, insgesamt das für mich das bislang unspektakulärste Set, aber man kann auch nicht immer Hochform verlangen. Aber, wie eigentlich immer, ist Pearl Jam auch an so einem Abend für ne Hand voll Schmankerl zu haben.
Ähnliches wie für die Setlist gilt dann auch für das Poster. Obwohl ich abgedrehte Comic-Poster mag, bekommt das Ding von mir bestenfalls eine 3-. Aber seht selbst:

Dieses war der vierte Streich, doch der fünfte, folgt sogleich: Genauer gesagt heute nacht in Noblesville, Indiana!
Mittwoch, 05.05.2010
GARDEN - St. Louis 04.05.2010
Moinsen! :D Das St. Louis Set ist eingetrudel, da brannte heute Nacht wieder irdentlich die Hütte habe ich den Eindruck. All Night mal wieder ausgepackt und ein relativ frühes DTE drangehängt. „Sometimes“ als ruhiger Opener ist jetzt keine Sensation, aber ein feiner Einstieg allemal. Beim nächsten Konzert in Columbus (morgen) wohl wieder ein Rocker eröffnen… wenn ich raten müsste, würde ich spontan auf „Why Go“ tippen.
Weitere, persönliche Highlights werden (wie immer) kursiv markiert. Pilate sollte da nicht unerwähnt bleiben… schöner, sperriger Song, der viel zu selten aufkreuzt. „Not For You“ dann wieder einer meiner persönlichen Favoriten gefolgt von großmächtige „Glorified G“. In diesem Zusammenhang ein Gruß an meine Schwester: Deine spontane Freude, als der Song in Berlin 2009 kam, werde ich wohl so schnell nicht vergessen *fg*.
Daß „Jeremy“ so früh in der Tour aus dem Hut gezogen wird, macht Hoffnung. Bitte mit nach Europa retten den Song! Die zweite Zugabe mit Garden einzuleiten, halte ich auch für einen Geistesblitz sonders Gleichen! Bin ja heute noch sauer, dass Eddie den Song in Düsseldorf 07 von der Playlist strich… Schweinerei!
Mainset:
Sometimes
Corduroy
All Night
Do the Evolution
Why Go
Elderly Woman Behind the Counter in a Small Town
In Hiding
Evenflow
Unthought Known
Save You
Down
Pilate
Severed Hand
Not For You
Glorified G
Half Full
Daughter
The Fixer
Encore 1:
Inside Job
Just Breathe
Jeremy
Got Some
RVM
Encore 2:
Garden
Alive
Baba O'Riley
Yellow Ledbetter
27 Songs heute, guter Durchschnitt! Und wenn ich mir die bisherigen Setlists so anschaue, dann variieren die Jungs schon jetzt ordentlich. Das Pösterchen ist auch wieder ne schicke Angelegenheit.
In Schulnoten würde ich dem Ding eine solide 2 geben. New Orleans hätte ne 3 erhalten, Kansas ne 2-. Also dann, bis übermorgen! Keep on Rocking!
Edit: Baba is back! :D
Dienstag, 04.05.2010
OFF HE GOES (!!!!!) - 03.05.2010 Kansas City
Trallala! Zweite Show in Kansas City, Tourauftakt für die „normalen“ Konzis. Pearl Jam als alleiniger Herr im Hause und sechsköpfiger Hard-Rocking-Amigo! Und die Jungs beweisen, dass es nicht immer das fette Raritätenset sein muß um eine gute, stimmige Setlist zu liefern.
Main Set:
Of The Girl
Animal
World Wide Suicide
Got Some
Unthought Known
Elderly Woman Behind A Counter In A Small Town
MFC
Johnny Guitar
Amongst The Waves
Even Flow
God's Dice
Present Tense
Daughter
Wishlist
Insignificance
Do The Evolution
Encore 1:
Off He Goes
Just Breathe
Given To Fly
The Fixer
Life Wasted
Porch
Encore 2:
No More
Black/We Belong Together
Better Man
Happy Birthday,
Alive
Rockin' In The Free World
Yellow Ledbetter
Schlanke 30 Stücke… gut, neunundzwanzigeinhalb… Happy Birthday zählen wir mal nicht ganz. Aber mit „Of The Girl“ ein schööööner, sanfter Einstieg, dem das brachiale „Animal hinterhergehämmert wird. Von „Amongst the Waves“ bis hin zu „Wishlist“ eine herrliche Kombination. Zugabe Nr. eins mit dem wunderbaren „Off He Goes“ (da frisst mich der Neid langsam auf, geb ich ehrlich zu. Lieblingssong der Lieblingsplatte… und noch nie live gehört) eingeleitet und „Just Breathe“ hinterher, Wahnsinn! Den Übergang von „Black“ zu „Better Man“ stelle ich mir großartig vor. Hoffentlich hat Eddie das ausklingende „düdüdüdüdüdüdüüüü… düdüdüdüdüdüdüüüüüü“ der Massen nicht durch seinen Gesang abgewürgt (*lol*, dass ich so was mal schreibe… unglaublich ;-) ) sondern direkt in die erste, kollektive Strophe von „Better Man“ einfließen lassen. Falls ja, dann baue ich dem Bootleg einen Schrein! ;-)
Jedenfalls eine Setlist, die von der Stimmigkeit lebt, nicht von selten ausgepackten Raritäten. Ja, gefällt mir! :-) Der nächste Akt folgt dann heute in St. Louis! Bin mal gespannt.
Das Poster ist vom stil her schon eher mein Fall... aber ich mag EMEK-Poster eigentlich generell. Anzuschauen gibts das schicke Dingen hier:
http://www.expressobeans.com/public/detail.php/121745
Montag, 03.05.2010
KICK OUT THE JAMS - 01.05.2010 New Orleans
So, fast wäre es an mir (tatsächlich!) vorbei gegangen, aber am ersten Mai war Tourauftakt der Jungs im fernen New Orleans. Laßt uns, die wir hier auf den Juni harren, ein wenig verfolgen, die Tour. Die Setlists. Die Poster. Die kleinen, aber feinen Besonderheiten der Pearl Jam Konzerte.
Los ging es, wie gesagt, in New Orleans beim „Jazz and Heritage Festival“ Ein Festival also zum Einstieg. Mitunter geraten diese Auftaktkonzis zu soliden Einstiegen. Die Setlist kürzer als auf Einzelgigs, die Songauswahl stark am allgemeinen Geschmack orientiert (was ja nicht zwingend schlecht sein muß bei Pearl Jam). Vorgestern aber, wurde schon ein sehr erlesenes Setlistchen aus dem Hut gezaubert. Klar, es fehlen ein paar Songs, aber ausbaufähig mit der einen oder anderen Überraschung wars dann schon:
Main Set:
So You Want to Be A Rock And Roll Star
Lukin
Corduroy
In My Tree
Got Some
Given To Fly
Even Flow
Severed Hand
Nothingman
Down
Unthought Known
1/2 Full
Daughter
Comatose
Supersonic
Do The Evolution
Why Go.
Encore 1:
Tremor Christ
Just Breathe
Better Man/(Save it for Later)
The Fixer
Alive
Kick Out The Jams
Auch wenns komisch klingt furs Konzert-Fußvolk: “Nur” 23 Songs furs erste. Überraschungs-Opener und –Closer inklusive. Das wunderbare „In My Tree“ hat sich über den Jahreswechsel in den Setlists gehalten (wie es scheint) und dann das Power-Ende des Mainsets! Als Schmankerl noch „Tremor Christ“ *** UNBEDINGT IN BERLIN HÖREN WILL*** sowie Nothingman ***NOCHMAL HÖREN WILL***! Ja, das verspricht so einiges! Der nächste Appetizer lässt auch gar nicht lange auf sich warten: Heute nacht geht’s Kansas City an den Kragen. Freuen wir uns also auf nen tollen Frühsommer! :D
Hier das Poster... naja, mein Fall ist das eher nicht.

Sonntag, 02.05.2010
FUTURE ROCK (WE GOT IT)

Servus! Mann, Mann, Mann… wird mal wieder Zeit, hier der Chronistenpflicht nachzukommen und meinen Konzertbericht vom 15.04. zum Besten zu geben… bevor ich das noch vergesse. Nun gut, so rein vom Erlebnischarakter her besteht die Gefahr eher nicht, war mal wieder ein schicker Abend, durchaus.
Also lautet ein Beschluß, dass die Wüste rocken muß! Seit den frühen 90er Jahren, macht, fei nach diesem Leitsatz, eine Hand voll müßiggängerischen Genies die Musikszene unsicher. Neben Muscle-Cars, nackten Tatsachen an allen Ecken und Enden ihrer Videoclips (aber immer noch mit dem gewissen Stil versehen, der sie vom Chick-Gehustle der üblichen Rap-Ikonen wohltuend unterscheidet) wird ihr Schaffen vor allem von semilegalen Halluzinogenen bestimmt. Angeheizt mit dieser bisweilen recht explosiven Mischung, wurde vor reichlich anderthalb Dekaden der „Desert Rock“ konkurrenzfähig. Da es dabei mitunter ziemlich bekifft zuging, war man bald auch unter dem Pseudonym „Stoner Rock“ bekannt und die großen, mächtigen Kyuss brachten der Welt bei, dass Gitarren gleichzeitig knurren und furzen können! Seit dem ist, zugegeben, eine Menge Zeit ins Wüstenland rund ums Palm Desert geschlichen. Aus Kyuss gingen QOTSA hervor, ebenso wie eine Hand voll anderer Folgeprojekte. Einer, der bereits kurz vor der Auflösung von Kyuss den Absprung wagte um Fu Manchu ins Bewusstsein der Menschen zu hieven, schaute nun mit seiner eigenen Dröhnikombo im beschaulichen Jena vorbei. Er tat dies, im sogar noch beschaulicheren Rosenkeller. Nachdem meine Schwester mich mit dieser Info versorgte, wurden die Karten sofort in Auftrag gegeben und die virtuelle Mütze der Vorfreude aus dem Schrank geholt. Mit Brant Bjork and the Bros. Würden wir also die nächste Untergrund-Legende erleben!
So begab es sich also, dass ich am 15.04.2010 nach Jena schipperte und meine Schwester von der Uni abholte. Jemand von meiner gesamtgesellschaftlichen Relevanz bleibt aber nicht lange unentdeckt, was dazu führte, dass ich bereits kurz nach meiner Ankunft von der Lokalpresse belagert wurde. Flink diktierte ich einem Schreiberling ein knappes Statement in die spitze Feder und empfahl mich. Am Folgetag lachte ich sodann nahezu jedem alphabetisierten Thüringer von einem Farbfoto entgegen und verkündete ihm meine aufrührerischen Thesen zum Thema „Autobahnvignette“. (Ohne Selbstlob muß ich hier mal festhalten, dass ich mich wohltuend von „Find ich super, angesichts des Umweltschutzes; Hmmmkaaay!“ der Generation „Ökohippi“ aber auch vom „Die da oben machen sich die Taschen voll!“ des Altkaders abhob.
Jedenfalls chillten meine Schwester und ich so gegen 19 Uhr gen Rosenkeller und betraten diesen recht relaxt. Der Rosenkeller an sich ist ne ziemlich feine Sache, zumal er seinem Namen alle Ehre macht. Da sitzt man dann auf massiven Holzbänken, gefühlte 10 Meter unter der Erde und genießt den vorkonzertlichen Gerstensaft. Langsam aber stetig füllte sich dann auch das Gewölbe und wir betraten kurz vor 20 Uhr den eigentlichen Konzertraum. Bislang dürfte das so ziemlich die kleinste Location gewesen sein, in der ich bislang ein Konzert genoss. Schönes, altes Rundgewölbe mit Platz für vielleicht 200 – 300 Leute. Kaum hatten wir den Saal betreten, machte sich mit Iguana auch schon die Vorband frisch ans Werk. Nachdem zunächst die relativ bekannten „My Sleeping Karma“ angekündigt wurden, tauschte man diese kurzfristig gegen eben diese „Iguana“ aus, weiß der Teufel, warum. Aber als schlechter Deal sollte es sich nicht erweisen, im Gegenteil. Persönlich erwartete ich nicht viel von denen. Halt eine Nachwuchsband, die bestenfalls soliden Rock anbietet und einen leidlich für den Hauptact warm rockt. Aber bereits nach den ersten zwei Songs wurde klar, dass das schon eine ordentliche Einstimmung auf den Herrn Bjork und seine Mannen werden würde. Nicht nur, dass sie ihre Stoner-Rock Einflüsse nicht leugnen konnten, nein, sie lieferten auch ne tolle Klangkulisse ab und waren ein Würdiger Einstieg in den Abend. Umso größer war die Überraschung, als die Kerls dann in perfektem Deutsch einige Worte ans Publikum richteten bevor sie ihren Auftritt mit einem ordnungsgemäßen Jam-Session-Auftritt beendeten. Der Hammer war dann aber die Verabschiedung: „Viel Spaß mit Brant Bjork, er ist es wert, dass ihr alle hier seid! Wir sind Iguana aus Chemnitz!“ Holla! Es besteht also noch Hoffnung für mein Heimatstädtchen, man mag es kaum glauben. Auch wenn man, um das mitzubekommen, erst nach Jena in den Keller muß. Feine Sache. Mangels eines Aufenthaltsraumes hinter der Bühne wurden die Kerle dann mitten durchs Publikum von der Bühne geleitet. Wir nutzten die Pause um die ersten Gerstensäfte zu entsorgen, wozu man den so genannten „Promilleweg“ eine mit einer geradezu bösartigen Steigung versehene Steintreppe gen Eingang bezwingen mussten. Danach schnell Nachschub an der Bar geordert und für den Hauptact platzierten wir uns nahe an der Eingangstür zum Saal mit bester Sicht auf die Bühne. Bevor es losgeht, muß ich mich nochmals lobend über die Nerd-Dichte des Konzertes äußern. Während die üblichen Bandshirts von Hermano bis hin zum Pearl Jam – Backspacer Limited Edition Shirt spazieren getragen wurden, sah man auch „Star Trek“ Klamotten und hinter uns erklärte jemand seiner Freundin das Prinzip der Protonenstrahler bei den Ghost Busters. Köstlich!
Mitten in diese angenehme Freakshow hinein platzte dann ohne Vorankündigung Brant Bjork mit seinen Bros. Freilich, wir sahen sie erst lange, nachdem wir sie gerochen hatten. Auch der Hauptact wurde wieder direkt durchs Publikum zur Bühne geführt. Ihnen voran schwappte aber eine Wolke von Grasgeruch ins Gewölbe. Jetzt mal ohne pathetisch zu werden, aber gefühlt haben die Kerls die Jenaer Dealer an diesem Abend grundsaniert. Auf der Bühne angekommen, ließ man sofort die Saiten glühen und das Publikum sprang mehr oder weniger sofort an. Ähnlich getragen und fett, wie der Sound zähflüssig durch das Gewölbe waberte, pflanzten sich auch die Reaktionen der Zuschauer allmählich fort. Zum Einstieg wurde gleich mal eine gehörige Mischung aus Klassikern und Material vom neuen Album „Gods & Goddesses“ gewählt. Der Einstieg mit „Freaks of Nature“ leitete dann gleich zu neuen Schmankerln der Marke „Dr. Special“ oder dem großen „The Future Rock (we got it) über. Überhaupt passten sich die neuen Songs gleich 100%ig ins bisherige Schaffen des ehemaligen Trommlers der Urväter themselves, der übermächtigen Kyuss ein. Auch wenn die streckenweise vorherrschende Aggressivität von Kyuss nicht wirklich erkennbar ist. Aber wer will das auch, wenn er dafür den klareren, entspannenden Soundbrei von Brant Bjork und seinen Bros genießen kann. Erstes Highlight aus meiner Sicht war dann auch das geradezu episch vorgetragene und ausnahmsweise auch mal anmoderierte „Radio Mecca“. Musikalisch eine reine Ohrenwaide, die Herren an den Instrumenten beherrschten selbige ausnahmslos, ohne aber in übertriebenes Gepose zu verfallen. Die nicht gerade sehr sparsam eingestreuten Jam-Parts und Akustikausflüge passten immer perfekt in den Fluß der Songs und des Konzerts an sich. Hinzu kam, dass die Klangkulisse im Keller überraschend gut war. Ich hatte schon störende Echos und ähnlichen Kokolores befürchtet, aber kaum eine Spur davon.
Viel zu schnell schien sich dann das Ende des Konzertes anzukündigen. Getrieben von der breiten Klangwand schien die Zeit in diesem kleinen, abgeschotteten Stückchen Jena viel zu schnell zu verfliegen. Hätte sie sich mal ein Beispiel an den Musikern genommen, welche nicht nur eine innere Ruhe apokalyptischen Ausmaßes, sondern auch ein ganz eigenes Zeitverständnis der Marke „Ham`wa genuch!“ ausstrahlten. So ab dem oben erwähnten „Radio Mecca“ wähnte man sich ohnehin zurück in den goldenen 90ern, irgendwo auf einer schnurgeraden Wüstenstraße auf der man in einem 69er Pontiac GTO mit offenen Fenstern der Sonne entgegen brettert. Neben dem Motorenlärm nur noch begleitet vom hereinwehenden Wüstensand und jener prototypischen Road-Movie-Musik, welche Bjork und Co gerade unters Volk jubelten. „Porto“ mit seinem tarantionohaften Swing und dem leicht bekifften Dröhnen des Brummbasses und der kaum gealterte Altmeister persönlich trieben den Eindruck dann noch mal auf die Spitze. Bjork schüttelte die Lockenmähne über dem olivgrünen Army-Parka und zupfte die Saiten zum einen oder anderen Solo. Traumhaft!
Als dann die Pause nach dem Mainset anstand, traute sich keiner so recht den Raum zu verlassen, was dann auch mit einem geradezu großartigen ersten und gar zweiten Encore belohnt wurde. Persönliche Freude stellte sich ein, zumal man so was ja sonst nur vom musikalischen Nonplusultra aus Seattle gewohnt ist.
Das gediegene „somewhere some woman“ brachte dann noch mal den Keller zum Kollektiven Dösen, während „Too many chiefs… not enough Indians“ die Jam-Session-Qualitäten der Jungs aufs Feinste demonstrierte und für mich das zweite große Highlight darstellte. Als dann schließlich der letzte Ton verklungen war, verschwanden Bjork und Co. Wiederum schnurstracks durch den Zuschauerraum, bevor sich dieser langsam leerte. Ganz großer Abend, wenn ihr mich fragt. Das ganze Konzert wirkte wie aus einem Guss, kaum Brüche oder nennenswerte Stilbrüche zwischen den einzelnen Liedern. Vielmehr ging ein Song sanft in den anderen über, floß ein Low-Tempo-Stück allmählich in eine schnellere Nummer ein; gingen textlose Jams der Marke „Lazy Bones“ in sechs Minuten Burner wie „Low Desert Punk“ über. Großartiges Konzert, besser und länger als erwartet. Unterm Strich standen am Ende über zwei Stunden feinste Live-Musik im Jenaer Untergrund, mit einer lebenden Legende. Durch die kleine, gedrungene Location wirkte alles nur noch intensiver und intimer. Keine großen Gesten, keine gigantomaische Bühnenshow á la Bono, vielmehr 120 Minuten feinster Rock! Die eingedenk der Verdienste des Herrn Bjork lächerlichen 15 Euro, welche man investieren musste, erwiesen sich als goldwerte Anlage. Sollten die Herren in eure Nähe kommen, ergeht hiermit ein Ausgehbefehl des Onkels!
So, nachdem 2009 das Jahr der großen Nummern wie Metallica, Nick Cave, Rammstein, Motörhead und natürlich den unvergleichlichen Pearl Jam war, scheint 2010 bislang unter dem Motto „klein, aber fein“ zu laufen. Am Freitag steht dann mit den schwedischen „Hellsongs“ gleich mal das nächste Highlight an. Bedenkt man, was die so aus den Hard-Rock und Metal-Krachern der Genre-Größen so alles machen, wird das sogar noch relaxter als Brant Bjork. In diesem Sinne, liebe Lesergemeinde: Keep on Rocking!
Montag, 19.04.2010
IT`S YOURZ! (???)
Yo-yo-yo-yoooooo brothers out there! Hier ist wiedermal euer Gu-ru, big bad Onkel straight from daaaaa hoooooooooooooooooooooooooooooooood!!!! Und ich hab ne krass tighte Message an all euch Dudes und Homiez da draußen: Drogen sind schlimm! WOOORD, ALDA!
Außerdem gibt’s noch ne fette Ansage, die euch mal allen die endgeile Truth tellt, ihr Opfa! Als ich grade voll relaxt durch den Cyberspace chillte, fand ich den muthaf***ing Proof, warum es in der Bundeshood so unkonkret bergab geht mit den Stylez und der Credibility der Cops! Yo-yo-yo… checkt mal das konkrete Vid unter dem verlinkten Link ab und ihr habt die voll smoothe Peilung, wie untight der bajuwarische Schutzmann so drauf ist:
http://www.laut.de/Drogenrazzia/Deutsche-Polizei-scheitert-an-Method-Man/19-04-2010
(Für den Inhalt des Links ist der Anbieter verantwortlich. Ich distanziere mich ausdrücklich davon! Mit Klicken auf den o.g. Link verlassen Sie ohnehin den unzurechnungsfähigen Raum!
Jetzt mal im Ernst: Ich mag Method Man. Nicht nur, dass der Mann eine rapende Legende und Mitglied des großen, mächtigen Wu-Tang-Clan ist, nebenbei ist er seit Jahren konstant einer der Vertreter eines aussterbenden Spezies: Niveauvolle Rapper! Ich wünsche Meth nix Schlechtes, im Gegenteil! Schon alleine die postwendende Drogenrazzia nach der Anzeige des Einbruchs spricht doch Bände über die Prioritäten der bajuwarischen Schutzmänner. Aber wer dann, wo er schon so einen kafkaesken (wenn auch nahe liegenden) Kontrollmove initiiert, auch noch zu prasslig ist, einer Horde Rapper aus den USA, die alle auch noch verdächtig entspannt am Geländer lehnen, das Kiffen nachzuweisen… der macht sich nun wirklich komplett zum Obst!
Wie dem auch sei, investiert die 11 Minuten und schaut euch das Video an, ich fand`s höchst amüsant. Beeindruckend auch, wie ernst man als bayrischer Polizist scheinbar von unseren reimenden Freunden aus Übersee genommen wird.
Ach ja: Satz des Tages für mich: "I don`t speak German, but I still have rights!" :-D
Dienstag, 13.04.2010
LET THE TRUTH BE KNOWN
Tach auch! Quizfrage: Was tut man, um nach der Arbeit dem Unterschichtenfernsehen auszuweichen und um sich parallel zu diesem an sich schon recht schwierigen Unterfangen auch noch leidlich zu informieren?!? Klar, man schaltet Phoenix ein. Vielleicht hat man das Glück und erwischt eine der gefühlten 3676 Nachrichtensendungen. Falls nicht, so ist zumindest die Wahrscheinlichkeit groß, auf eine Doku zu stoßen, in der man was Neues über Hitlers Urgroßschwager brüderlicherseits und dessen Einfluß auf spätmittelalterliche Bewässerungstechniken in der Vier-Felder-Wirtschaft erfährt. Formschön präsentiert von KNOPP… DOKTOR GUIDO KNOPP! (Verdammt… zu viel Rainald gehört ;-)!) Na wie dem auch sei, jedenfalls tat ich vor ca 30 Minuten genau das: Ich schaltete Phoenix ein. Anschließend pflanzte ich mich an den Rechner, prüfte Mails, hörte Musik, lud mein Handy und trat nebenbei einer sinnlosen Studi.vz-Gruppe bei. Sachen, die man am Rechner eben so macht… wenn man „ich“ ist.
Plötzlich jedoch bemerkte ich, dass Herrmann Otto Solms und Andreas Pinkwart soeben das neue Steuerentlastungskonzeptsvorschlagsthesenpapier der FDP zeitnah der breiten Öffentlichkeit vorstellten und zu erklären versuchten. Ja, das kann man ihnen nicht vorwerfen, sie versuchten es wenigstens… das Unmögliche. Wie Che Guevara dereinst… GENAU SO! Die Schlagwörter, so dachte ich mir, sollte man mal dokumentieren. Alles, was im Folgenden in Gänsefüßchen steht, sind Zitate der beiden. Vollkommen wertfrei dokumentiert von mir, der ich es vernahm. Zur Erinnerung: Das Konzept sollte VER-EIN-FACHEN! Das sollte man vielleicht im Hinterkopf behalten, wenn man die folgende Liste der zentralen Punkte durchgeht.
1. „Optionaltransparente GmbH“. Sowas soll jetzt „gründbar“ werden. Was zum Henker ist das???? Optionaltransparent, man hat also die Möglichkeit, transparent zu sein. Theoretisch! Man muß aber nicht, wenn man dies aus irgendwelchen Gründen nicht will. Hmm… in Filmen über solche „optionaltransparenten GmbH`s“ spielen übrigens meistens Robert DeNiro und Joe Pesci mit… glaube ich.
„Stufentarif flacht den Mittelstandsbauch ab“ Kausalkette: Stufen -> Steigen -> Bewegung -> Bauch weg!
„kalte Progression“ Die ist, banal gesagt, so richtig Sch**ße! Aber wer kann damit schon was anfangen, wenn er gegen 13 Uhr von RTL ins Bildungsfernsehen zappt?!?
„Fünfstufentarif“ Dachte das sind mehr… siehe Mittelstandsbauch. Kling ineffektiv!
„angebotsseitig erwirkter Selbstfinanzierungseffekt“ Ich glaube, das muß ich nun wirklich niemandem erklären.
„nachfrageorientierter Selbstfinanzierungseffekt für Entlastungsteile des Staates, die nicht an anderer Stelle schon gegenfinanziert sind“ Ja, so sieht`s aus. Grundsätzlich finde ich „Selbstfinanzierungseffekte“ großartig, nur gibt’s die leider nie bei Autos, Weltreisen, Pearl-Jam Fanartikeln oder Großbildfernsehern… die gibt’s scheinbar immer nur bei der FDP!
Der Gipfel war dann, dass der Herr Solms am Ende das ganze Geseier als „hinreichend, einfach und verständlich“ beschrieb. Wenn das die einfache Variante ist, dann will ich die Originalversion gar nicht lesen. Vermutlich wird da dann noch weniger Konkretes ausgesagt, dafür ist der Gesamttext dann aber länger.
Ach ja, eines noch: Pinkwart machte noch, wie er es nannte, „wenigstens einen konkreten Vorschlag“ (Humor haben sie ja, das muß ich sagen) für staatliches Einsparungspotential, nämlich die Abschaffung der Steinkohlesubventionen bereits 2012 statt 2018 (wie geplant). Wahlstrategisch ein absoluter BRÜLLER, so was drei Wochen vor einer Landtagswahl in NRW rauszuhauen!
Samstag, 20.03.2010
WIENER BLUT
Wann hat eigentlich der letzte DSDS Gewinner wenigstens mal sowas Ähnliches wie ne Karriere gestartet? Dieses glattgeleckte Jungchen mit seinem Pseudocharme im Ärmelshirt? Wohl kaum! Mittlerweile eröffnet der wahrscheinlich Baumärkte in Oer-Erkenschwick. Die komische Trulla aus Staffel 2? Nie wieder gesehen. Und das, was danach kam, kann man schon gar nicht mehr aufzählen. Aber trotzdem sammelt der Bohlen Jahr für Jahr das prekärste Präkariat der bundesdeutschen Wohlstandsghettos um sich um den größten aller Vollpfosten zu küren (OK, den zweitgrößten...). Der “Gewinner” darf dann mit dem Schmonzettenkönig ein halbes Jahr durch die Republik touren und Teenies ausnehmen. Danach gehts dann auch für ihn Richtung Baumarkt... .
Das System ist so einfach wie durchschaubar, umso verwunderlicher, dass sich Jahr für Jahr tausende von Hohlrollern um die “Castings” versammeln um von der “großen Karriere” zu träumen. Eigentlich kann man das nur mit einer zunehmenden Kandidatenverdummung erklären. Mit jedem Casting sieht sich RTL gezwungen sich auf die Suche nach der nächstunteren Stufe der Schichtleiter zu begeben um das Humanmaterial für diese Idioten-Battle an Land zu ziehen. Angesichts von solch intellektuellen Knaller-Formaten wie “Mitten im Leben” oder “Die Schulermittler”, welche sich schon lange etabliert haben, mag man es ja kaum glauben, aber: Die Suche scheint immer erfolgreich zu sein!
Dachte man bei den ganzen Bildungsverweigerern und Vernunftsresistenzlingen der letzten Staffel schon “Schlimmer geht`s nimmer!”, so wird man sich seines Irrtums nun schmerzhaft bewusst. Es eine Zickenparade par excellence, plus einen unübertrefflich arroganten Migranten-Ego ohne Schulabschluß und etwas, das gemeinhin als ein “Mänowien” beschimpft wird. Und der Typ, schießt echt den Vogel ab! Leute, wählt den, denn nur der macht es der nächsten Staffel so wirklich schwer das Niveau weiterhin abzusenken, wie der heutige Blick ins Zentralorgan aller Menowins dieses Landes verrät:
“DSDS-Kandidat Menowin Fröhlich - Drei Kinder mit seiner Cousine!”
(Quelle: bild.de)
Wenn der gewinnt, ließt sich die dazu gehörige DPA-Meldung ungefähr so:
“dpa: KÖLN Menowin Fröhlich hat gestern die 78. Staffel von Dieter Bohnes Castingshow “Deutschland sucht den Superstar” gewonnen. Mit seiner Interpretation von Elvis Prestley`s “Jailhouse Rock” verwies er Kandidatin Jähssiga Mowasatomumba - Hackholz- Schapka aus Kaufbeuren deutlich auf den 2. Platz.
Der praktizierende Katholik, der sich im Oktober letzten Jahres beim DSDS-Vorcasting in Satzung durchsetzte, startete als haus-hohler Favorit in die Finalsendung. Fröhlich, der mit seiner Ex-Cousine und zukünftigen Halbschwester seit mehreren Jahren glücklich verwandt ist und mit ihr bereits drei genetisch selbstreferentielle Klonversuche unternahm, äußerte sich nach seinem Erdrutschartigen Sie wie folgt: “Hab üsch müsch gedacht, dass üsch so gut ankömme, Alta! Üsch wüdmö dem Sieg meine Famülüä, weissu`!?!”
Bei der Aftershow-Party wurde Fröhlich, ausgelassen feiernd, von seiner Mutter und Stiefurgroßenkelin in Personalunion, tragischer Weise im eigenen Genpool ersäuft vorgefunden! Bohlen, der sich dennoch keine Sorgen um das Stattfinden der angekündigten Deutschlandtour macht, zu diesem tragischen Unglücksfall gegenüber DPA: “Hirntod liegt bei denen in der Familie... hömma! Meeeeeeegageil!"
(dpa, Köln)
Damit wir auch mal wissen, von was wir hier reden:

Mittwoch, 03.03.2010
AIN`T NO GRAVE
„Ain`t no grave can hold my body down“ Tja, so sieht`s aus… Gott sei Dank.
Ich stelle hier ja nur höchst selten meine Meinung zu irgendwelchen Musiker und deren Alben rein, die das Pearl Jam Universum nicht wenigstens peripher tangieren. Aber ab und an, ab und an muß es einfach mal sein; insbesondere, wenn einem mal wieder ein Geniestreich in die Hände fällt. Mit „Geniestreichen“ ist es ja so eine Sache. Streng genommen gibt es da nur zwei Varianten, entweder man setzt sie beim betreffenden Künstler voraus, oder es erwische einen dermaßen kalt, dass man nur überrascht und mit herunter geklappter Kinnlade ein „Wow“ hervorröcheln kann. Johnny Cash war bis 2003 in die erste Kategorie einzuordnen. Im Jahr 2010, sechs einhalb Jahre nach seinem Tod schwebt er irgendwie zwischen den Welten. Eine Art musikalischer Sonderfall, der sich auch in der Beurteilung seines Werkes nahezu allen gängigen Schubladen und Floskeln entzieht, die man normaler Weise so ansetzen kann. Bislang galt „Hurt“ als sein „Goodbye, Folks“ an die Musikwelt. Song und Video als Symbiose und musikalischer Grabstein des Man in Black, der von tiefer Melancholie geprägt eine unglaubliche Lebensenergie transportierte… kurz vor dem Ende. Eine Interpretation, die Nick Cave nicht düsterer hinbekommen hätte; ein Geniestreich eben. Jetzt, wurde ohne großes Gewese im Vorfeld mit „Ain`t no Grave“ der letzte Part der „American Recordings“ auf den Markt gebracht. Urplötzlich war er wieder da, der Herr Cash. Auf dem Cover ein Kindheitsfoto, das in so dermaßen diametralen Kontrast zu Albumtitel steht, dass es schon einem rotzigen „Fuck You“ an den Sensenmann gleicht.
Man kann ja über solche postmortalen Album-Releases denken, wie man will. Es gibt jedenfalls genug beispiele für sinn- und blutleere Abzocke. Da wird ein ehemals großer Name nach seinem Ableben von den Rechteinhabern und Erben fröhlich ruiniert, indem eilig irgendwelche Demotapes schludrig abgemischt oder ein halbes Dutzend Greatest Hits Alben zusammengeschustert werden. Das hat dann nichts, aber auch gar nichts mehr mit der Musik am Hut, sondern ist skrupellose Geschäftemacherei von Typen, deren Anteil am verkauften Produkt bestenfalls im Promillebereich liegt. Man denke nur an den würdelosen Michael Jackson Hype der letzten Monate. Statt ihn als „Legende“ zu adeln, wie man vorgibt, trägt vom Musical bis zum Schlüpfergummi alles dazu bei eben jene zu zerstören. Profil schlägt Ethik, so ist das nun mal.
Daß dies mit Cashs musikalischem Nachlass nicht geschah, so zumindest meine Meinung, ist zu einem wesentlichen Teil Produzentenlegende Rick Rubin zu verdanken, der eben jene letzten Bänder erst einmal ein paar Jährchen reifen ließ anstatt sie als halbgares Machwerk eilig in den Läden zu platzieren. Natürlich werden auch jetzt die „Sellout-Stimmen“ wieder aufheulen. „Man darf doch nicht…!“ wird es von den üblichen Bedenkenträgern wieder heißen, ohne dass sie auch nur ein Mal ins Album rein gehört haben. Diese Typen haben dann meist auch noch die Chuzpe, das als „konsequent“ zu bezeichnen. Arme Irre. Ich für meinen Teil sage statt „Man darf doch nicht…!“ gleich mal unverhohlen: „Man muß!“. Leute, hört euch die Scheibe an, keiner, der die zehn Songs einmal gehört hat, wird noch ernsthaft den Standpunkt des „künstlerisch minderwertigen Abzockwerkes“ vertreten. Nee, geht nicht… das ist einfach un-mög-lich! Alleine der Titeltrack steht an Eindringlichkeit dem (mittlerweile) legendären „Hurt“ in nichts nach. Sobald man am ersten Refrain angekommen ist, denkt man reflexartig: „Stimmt!“. Unbewußt lehr man sich zurück und hat irgendwie das Gefühl, nach mehreren Jahren getrennter Wege einen alten Freund zufällig wieder getroffen zu haben, mit dem man dann den ganzen Abend bei einem Bierchen über die „alten Zeiten“ reden kann. Gleichzeitig hat es aber auch etwas sehr bedrückendes, denn die Songs verströmen fast durchgängig Cashs Bewusstsein, dass es seine letzten sein werden. Man kann es schlecht beschreiben, aber man spürt, dass er es wusste. Rubin wusste es auch. Entsprechend ist das hier kein fett produziertes, überladenes Pathos-Album sondern wirkt stimmig und im Mittelpunkt steht immer, ausnahmslos Cashs Stimme. Alle Instrumentarien sind sparsam und schon fast behutsam im Hintergrund platziert. Radiotauglich ist davon nichts, fröhlich kaum etwas, aber das wäre auch zu viel verlangt. Eine gewisse Hoffnung transportiert es dennoch… neun Songs lang, bis man von „Aloha Oe“ schon fast erlöst, ja geradezu belustigt wird. Der letzte Song hebt die Stimmung des Albums noch mal deutlich an, als wolle er nach all der Schwermut noch mal ein „Hey, halb so schlimm“ transportieren. Damit wir uns nicht missverstehen, das Lied ist auch nicht gerade „fröhlich“ im engeren Sinne, aber es sticht dann doch heraus… irgendwie… auf eine ganz seltsame Art und Weise.
Man kann „Ain`t no Grave“ als so etwas wie eine musikalische Autobiographie verstehen, die weniger reflektiert, als sich direkt an die Hörerschaft richtet. Seltsam ist, dass einem die Scheibe vom ersten bis zum letzten Ton gefällt. Man kann, ja man muß dieses Album lieben und genießen; so, wie man einen schweren Rotwein genießt. Loslassen wird es einen so schnell nicht mehr. Und ehe man sich versieht, ist sind die zehn Songs rum. Es wird einem mal wieder bewusst, wie sehr einem Johnny Cash eigentlich gefehlt hat und fehlen wird. Solche Alben wird es nun nicht mehr geben! Es sei denn, Rick Rubin hat noch ein paar Bänder im Köcher von denen wir noch nichts ahnen; aber daran habe ich so meine Zweifel. Wahrscheinlicher ist, dass somit in bester Cash-Manier die Karten auf dem Tisch liegen. Und es ist ein verdammt gutes Blatt!!!
Um noch mal das Bild mit dem Pearl Jam Universum aufzugreifen: Das war auch ein wenig geflunkert gebe ich zu. Eines der schönsten Akustik Cover haben sich die Jungs auch vom Altmeister geliehen. Zu schade, dass es nie zum Duett gekommen ist.
Montag, 01.03.2010
Gravity
**Titelsong gewidmet Anni F. und ihrer innigen Beziehung zur Gravitation**
Soooo, seit gestern, oder besser seit heute Nacht, sind die Olympischen Winterspiele 2010 Geschichte! Jetzt kann der öffentlich-rechtliche Sendebetrieb von mir aus bis zur WM eingestellt werden, kommt eh nix Sinnvolles bei raus. Aber was waren das wieder für Spiele?!?!!!!!!! (**Hehe, wirkt schon recht monumental der Satz, oder?!**) Also: Was waren das eigentlich für Spiele? Gut, unsere Bundesanstalt schaffte es mal wieder sich auf Rang zwei der Plakettenliste hinter den Kanadiern (ohne Steuermann -> vgl. auch Olympiaden-Scherz) vorzumogeln. Aber sonst?!? Keine Ahnung wie es euch da draußen geht, aber so richtig mitreißend war das alles nicht. Die eine oder andere Entscheidung war schon ne feine Sache, aber so insgesamt fand ich das jetzt nicht so prall. Mag daran liegen, dass uns, bis auf wenige Ausnahmen, die großen, kontroversen und dennoch irgendwie charismatischen Sportpersönlichkeiten fehlen. Leider nicht nur „uns“, auch generell scheinen die, nennen wir sie mal: „Mario Baslers auf Skiern“ immer rarer zu werden. Statt ungehobelter Schneeschuh-Rowdys, die auch mal den einen oder anderen Vernunftsverweigerer hinterm Mikro ordnungsgemäß die Meinung geigten, haben wir verstärkt eine Generation aalglatter Pfeifenheinis am Hals, die der Presse brav nach dem Mund reden. Wenn sich da, sagen wir mal, ein empörter Töpperwien vor einem Rennrodler aufbaut um empört nachzuhaken, warum es in der Todesbahn „nur“ zu Silber gelangt hat… das hat eigentlich schon was von Realsatire. Doch anstatt dem Journalistenfrosch offenkundig nahe zu legen, sich seine dämlichen Fragen gefälligst in tageslichtunzugängliche Körperregionen zu befördern, wird da demütig beim Publikum um Verzeihung gebeten, dass man in solch infamer Art und Weise versagt habe. „Nur Silber“, das ist ja auch nicht angemessen… „nur Silber“, das klingt ja wie „nur ein Fünfer im Lotte“… will also heißen kompletter Loser! Hier gehen meiner Meinung nach so langsam die Maßstäbe flöten. Selbst die erste Silbermedaille der Magdalena Neuner wurde medial nicht mit „Magdalena Neuner gewinnt Silber“ sondern mit „Magdalena Neuner an Gold vorbei“ transportiert. Man sollte so langsam mal überlegen, wo man den Bewertungsmaßstab ansetzt. Diese sportiven Allmachtsansprüche an unsere Sportler haben politisch schon etwas sehr fragwürdiges. Nur: Solange sich keiner der Betroffenen wehrt, bleibts wohl dabei. Gut, die Neuner semmelte dann mit Ansage noch zwei Goldene hinterher, aber selbst das bewahrte sie nicht vor neuerlicher Kritik, weil sie das Staffelrennen absagte. Obwohl das nach der pervertierten Presselogik ja nun schon wieder nachvollziehbar ist, gewann das Quartett darauf hin doch „nur Bronze“. Oder besser: „musste sich mit Bronze zufrieden geben“. Das Schärfste ist dann noch, dass diese Meinungsmache vor irgendwelchen vergischteten Lustgreisen betrieben wird, denen wir via GEZ-Gebühr diesen drei wöchigen de-facto-Urlaub im schönen Kanada auch noch finanzieren. Schreibtischtäter! Statt sich selber mal die Schneeschuhe unter die Knick-, Senk- und Spreizfüße zu schnallen und sich den Abhang herunter zu stürzen, verlangen die Knilche allen Ernstes Rechtfertigungen für „3 verlorene Hundertstel“. Wo man die denn bitte schön „liegen gelassen“ habe. Oder ob „man denn mit der Silbermedaille wirklich zufrieden sein könne“! Wenn ihr mich fragt, sollte man denen mal die Wertesysteme zu Recht rücken.
Auf der anderen Seite, und das ist für mich noch ein viel größeres Ärgernis, werden dann Leute hofiert und hochgejubelt, die objektiv betrachtet aber nun mal so wirklich VERSAGT haben. Leistungsprinzip am Arsch! Nehmen wir mal das Eisschnellauf-Gold der Deutschen. Damenteamverfolgung. Wir befinden uns im Halbfinale, ca 100 Meter vorm Ziel. Eine gewisse Frau Friesinger, außer Form und in Vancouver chronisch erfolgsarm, wird von ihren Kolleginnen durch die letzen zwei Runden mehr schlecht als recht mitgeschleppt. Als Dank verhagelt sie Ihnen fast noch den Finaleinzug via „Sturzpech“. (Plötzlich ist da keine Rede mehr von „Fahrfehlern“ oder „schlechter Vorbereitung“) Dafür, dass sie sich wie ein sedierter Frosch über die Ziellinie strampelte, gibt’s dann auch noch Lob von allen Seiten. Im Finale ereilt sie dann das Bankdrückerschicksal… will heißen: Zuschauerrolle! Es war schier unerträglich, wie die Alte sich dann nach dem erfolgreichen Zieleinlauf wieder in den Mittelpunkt der Feierbilder auf dem Eis drängte! So, als hätte sie höchstpersönlich die Kuven erfunden und wäre im Finale fröhlich pfeifend vorne weg gefahren. Nein, sehen wir der Realität mal ins Auge: Die hätte das fast verrissen! Aber wenn man sich für das Zentralorgan der bundesdeutschen Meinungs-Mache nur oft genug mit halbnacktem Arsch ablichten lässt, scheint das dann auch verziehen. Mal ganz davon abgesehen, dass man die Friesinger nun weiß Gott nicht als „Gottes Geschenk an die Männerwelt“ bezeichnen kann (es sei denn, Gott hat Humor), zeigt sich hier eine andere Dimension der medialen Realitätsverzerrung. Eigentlich hätte man der Friesinger für diese Penetranz, mit der sie sich auf jedem Jubelbild in den Vordergrund drängte und sich wie der Mensch gewordene Olympiasieg produzierte, sobald eine Kamera auch nur in Ihre Nähe kam, medial mal den Kopf waschen sollen. Wer von seinen Teamkameraden mehr oder weniger offensichtlich durch den Wettkampf mitgeschleppt wurde, der sollte die Bälle flach halten. Grässlich fand ich das!
So, nun ist aber wieder gut. Aufgeregt hat mich das trotzdem… zumal nicht zugegeben wurde, dass die Trulla akut außer form ist, nein, man hatte sich „verletzt“ als man den bajuwarischen Bauchklatscher aufs olympische Eis legte.
Naja, nun ists vorbei mit Olympia. Bloß gut, dass die Herren Meinungsmacher die Medienmaschinerie schon mal für das nächste Großereignis ölen können: WM in Südafrika. Da werden dann wieder „Fußballzwerge“ erfunden, „Geheimfavoriten“ gekürt und der eine oder andere Nationalspieler rundgemacht, nur weil er die „Hundertprozentige“ (aus 34 Metern mit dem Rücken zum Tor) nicht versenkte. Insofern ist das Ende von Olympia nur der Anfang vom Neubeginn des Diffarmierungskreislaufs. In den nächsten 7 Tagen wird ab und an noch eine Meldung über heimkehrende Olympioniken durch die Gazetten geistern, aber Mitte des Monats wird es schon keine Sau mehr interessieren, wer da „nur Silber“ geholt hat geschweige denn, warum denn dieses „nur“ damals da stand. Dann haben wir Gott sei Dank wieder klare Verhältnisse, dann sind „Silbermedaillengewinner“ auch in der öffentlichen Wahrnehmung auch genau das, nämlich „SilbermedaillenGEWINNER“! Nur die Friesinger wird wohl auf ewig und in diesem oben geschilderten Fall unverdient als „Gold Anni“ verklärt werden. Nur, das traut sich ja wieder keiner zu sagen!
Samstag, 20.02.2010
RAMMSTEIN (10.02.2010, Arena Chemnitz)
Kleine Dinge werden von Großen gerne mal überrollt. So auch das niedliche Chemnitz, das unlängst von der finsteren Rammstein-Lawine überrollt wurde. Die halbe Stadt wurde spontan mal lahm gelegt, wohl gemerkt wegen eines relativ dezentral stattfindenden Konzerts. Es sit ja nicht so, als ob man da auf dem Marktplatz eine Bühne hingesetzt hätte, vor welcher 45.000 Touristen Platz nahmen... nee, vielmehr war es die beschauliche Arena Chemnitz, welche ordnungsgemäß ausverkauf den Ansturm der Rammiletten entgegen fieberte. Da wurden Nebenstraßen gesperrt, Hauptstraßen abgeriegelt, Autobahnausfahrten verstopft und unser freund und Helfer fing unschuldig wirkende Personen ab um ihnen Parkverbote im angrenzenden Wohngebiet auf zu zwängen. Unterm Strich stand die Stadt ordentlich Kopf, an jenem eiskalten Mittwoch.
Jedenfalls dürfe ja weithin bekannt sein, dass wir uns bereits im November nach Leipzig begaben um die Jungs zu bewundern. Damals war galt Chemnitz (was im Übrigen informativ komplett an uns vorbei lief) als restlos ausverkauft. Die Schwarzmarktpreise für die Karten waren bereits explodiert und es bestand eigentlich keine realistische Chance doch noch in die Arena Einzug zu halten. Da Leipzig aber so dermaßen rockte, fand ich das ausnehmend schade!
Jedenfalls rückte der 10. Februar näher und näher. Inspiriert von einem Radiogewinnspiel googelte ich mich am 31.01.2010 durch das Internet und stieß urplötzlich auf den bandeigenen Ticketshop, wo gerade ein Restkontingent an Tickets zum Originalpreis unters Mitgliedervolk gejubelt wurde. Also fix eingeloggt, ein paar Anrufe getätigt und schwuppdiwupp zwei Tickets geordert. So schnell kanns gehen... da ist man urplötzlich nur noch eine anderthalbe Woche vom nächsten Rammstein-Konzert entfernt. Gar nicht übel. Zumal das Gleiche galt wie für Motörhead im Dezember: Das Konzi fand in bequemer Laufdistanz zu meiner Wohnung statt. Quasi direkt vor der Haustür. Diesmal konnte man gar nicht so schnell gucken, wie der Tag des Events angebrochen war. Nachdem man den Nachmittag schon mit dem Verfolgen oben genannten “Katastrophenmeldungen” aus der Heimatstadt verbracht hatte, wurde abends mit Primitivlingsnudeln sowie einer Hopfenkaltschale die direkte Konzertvorbereitung angetreten, bevor wir uns gediegen, so gegen 20 Uhr, auf den Weg zur Halle machten. Da wir um die Unzulänglichkeiten von Combichrist (erneut stellte dieses Volk den “Anheizer” dar) wußten, konnten wir uns diese Verspätung beruhigt erlauben. Lieber keine Vorband als diese! Die erste Überraschung erwartete uns dann auch schon vor der Halle. Schwarzmarkthändler mit ordentlich Karten im Angebot... welche sie allerdings nicht so recht los wurden (naja, bei personalisierten Karten wäre mir das Risiko auch zu groß). Jedenfalls latschten wir entspannt durch die Eingangstür. Keine Schlange, kein Warten... nichts! Nur Karte scannen lassen, Ausweis hinzeigen (und sich dumme Sprüche anhören müssen, weil der Computer meint, man hieße “Stefanie”...) Und man stand schon in der Halle. Unabgetastet möchte ich hinzu fügen. Das ist immer wieder seltsam. Jedenfalls ergatterten wir den so ziemlich letzten Garderobenhaken der ganzen Arena und versorgten uns erst einmal mit dem obligaten Konzert - Bier. Dabei nervte es den Ausschank-Heinz sichtlich, dass wir spezielle Motivbecher verlangten. Man mußte ja die defizitäre Bierbechersammlung aus Leipzig komplettieren. ;-)
So ausgerüstet gings dann in die Halle, ein angenehmes Plätzchen war flux gefunden. Durch unsere disziplinierte Just-in-Time-Anreise dauerte es auch nicht lange, bis das Hallenlicht erlosch und sich die Herren Kruspe und Landers martialisch durch die Deko hackten. Till betrat wieder rot befedert die Bühne und die Reaktionen der Menge waren entsprechend. Diesmal konnte man das Leuchten in seinem Mund auch deutlich erkennen, als er das “Rammlied” zur Eröffnung ins Volk knurrte.

Sehr schön! Die Akustik war zwar deutlich schlechter als in Leipzig, für Arena - Verhältnisse aber in Ordnung. Mit “B*******” und vor allem “Waidmans Heil” wurde wieder anständig einer vorgelegt. Gerade “Waidmans Heil” erhielt durch die deutlich rauere und somit finsterere Stimme von Herrn Lindemann, im Vergleich zu Leipzig , gleich eine etwas andere Qualität. (Diese sollte dann besonders bei “Weißes Fleisch” und “Wiener Blut” so richtig zum Tragen kommen.) Einmal abgesehen von ein paar kleineren Modifikationen war die Setlist nahezu unverändert zu Leipzig. Schade, denn insgeheim hatte ich schon auf “Seemann” oder “Rosenrot” spekuliert. Doch wir wollen hier nicht meckern, sondern deskriptiven Frohsinn transportieren (nach Aschermittwoch ist das Wort wieder wertneutral); also weiter im Text. Die Pyroeffekte setzten dann bei “Feuer frei!” erwatungsgemäß richtig ein. Auffallend war allerdings, dass die opulente Bühnenshow der “LIFAD-Tour” in Chemnitz nur etwas abgespeckt zum Tragen kam. Wahrscheinlich ist die Bühne einfach einen Ticken zu mickrig. Durch die insgesamt aber kleinere und gedrungenere Halle wirkte die Show aber ohnehin intensiver. Highlight des Mainsets wieder das Duo “Frühling in Paris” mit dem folgenden “Wiener Blut” ganz großes Kino! Vor allem passt das Ganze als Break optimal ins Mainset. “Wiener Blut” wie bereits erwähnt so richtig gruselig interpretiert und gekrönt von den explodierenden Baby-Stoffpuppen.
Überraschend auch, dass man “Ich tu Dir weh” wieder mit Text erleben darf. Wo in Leipzig noch eine anmoderierte, zensierte Weichspülversion zu hören war wurde nun, wohl auf irgend einem juristischen Winkelzug basierend, der komplette Text gebracht. Lediglich “Dir” wurde beharrlich durch das Wörtchen “Mir” ersetzt. Das war durchaus eine nette Überraschung, da man es auch erst bemerkte, als der Song bereits lief. Wenn man noch brav die mittlerweile indizierte Original (Deluxe) - Version des Albums sein Eigen nennt, dann fällt einem das gar nicht auf, so sehr hat man sich in die Songs mittlerweile herein gehört.
Jedenfalls wurde mit Benzin der Schlußpart wieder mit ordentlich Hochtempo eingeleitet und Pussy als Setcloser bot wieder eine herrlich schräge Show. Wenngleich der “gut bestückte” Dildo-Mikrofonständer diesmal im Equipment-Koffer blieb. Abschließend schäumte Till die vorderen zwanzig Reihen wieder mit seiner phallusförmigen Schaumkanone ein.
Die Zugabenpause nutzten wir dann für eine kurzen Ausflug gen Bierstand und kehrten gerade richtig zu “Sonne” wieder auf unseren angestammten Platz zurück. Vielleicht sollte ich hier mal auf das größte Kuriosum des Konzertes eingehen: Den Typen vor uns!!! Der Knilch war optisch eine ganz ganz böse Mischung aus Mac Gyver und diesem Escher - Heini vom MDR. Der Stand, in seine schwarze Kunstlederjacke gehüllt geschlagene 2 Stunden fast regungslos (“fast” aber auch nur, weil er phasenweise von einem volltrunkenen Dude angetanzt wurde) auf seinem Platz. Ihr macht euch keine Vorstellung... der Kaschper wagte es nicht einmal zu klatschen, geschweige denn mitzusingen. Der stand da, wie in Stein gemeißelt und verzog keine Mine. Sowas teilnahmsloses habe ich noch nie erlebt... nicht einmal ansatzweise. Selbst die Schunkelomas beim Silbereisen versprühen mehr Elan als Freund Blase da. Seltsame Gestalt... vor solchen Leuten habe ich Angst! Jedenfalls rockte Sonne nochmal ordentlich los und beim “Haifisch” schickte sich Flake, der wiederum das halbe Konzert im Glitzeranzug über sein Laufband latschte, an, seinen Schlauchbootausflug übers Publikum zu machen. Wiede der anwesenden verpassten dann auch das furiose Finale in Gestalt von “Engel”, da sie nach dem Song die Halle verließen. Engel brach jedenfalls nochmal die Dämme und endlich war die ganze Arena (mal ausgenommen von dem Typen vor uns) ansatzweise am Rocken. Im Gegensatz zu Leipzigern sind Chemnitzer scheinbar ein bisschen... naja... schnarchiger. Jedenfalls rockte das Publikum im Faustusstädtchen deutlich besser. Am Ende stand aber nichts desto trotz ein großartiges Konzert. Band und Show überzeugte voll und ganz, hinzu kam die Freude über den doch recht unerwarteten Glücksfall, noch Karten bekommen zu haben. Auch wenn ich am Donnerstag auf Arbeit spürbar schwerer in die Gänge kam, diese Aktion würde ich jederzeit wiederholen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Befürchtung, 2010 könnte im Vergleich zu 2009 deutlich absinken was das Konzertniveau angeht, sich nicht zuletzt durch Rammstein gegessen hatte. Neben den Rammiletten stehen nun schon wieder “Brant Björk” und die unumstrittene Referenz in meinem Musikkosmos (in zweifacher Ausführung versteht sich) in meinem Kalender für dieses Jahr. Vorgemerkt sind die “Hellsongs” und “Tocotronic”... ihr werdet also dieses Jahr dann doch noch ab und an etwas zu lesen bekommen. :-)
Ach ja, hab ganz vergessen, in diesem Eintrag das “R” zu rollen... Schande über mich. Aber ich hole es hiermit nach: “RRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR RRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR RRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR RRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR RRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRLRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR!”
(Na, wer findet im Suchbild den Chinesen?!?)
Sonntag, 14.02.2010
AIN`T NO FUN
Eigentlich wollte ich dieses Jahr ja mal die Klappe halten und mich nicht über diesen Karnevals-Kokolores aufregen; aber wenn man sich so durch die dritten Programme zappt, dann wird man aggressiv! Dann baut sich so ein innerer Druck auf, der mit jedem besoffenen Jecken, der ein bierseliges „Alaaaaaaaaf“ in die Kamera rülpst und mit jedem dämlichen Kalauer, der von einem dieser Humorresistenzlinge gerissen wird, weiter und weiter steigert. Spätestens wenn die Sturmtruppen der Kamelle dann ihrem Frohsinns-Führer wieder ihren „Orden wider dem tierischen Ernst“, sozusagen das EK1 der Pappnasen, ans kostümierte Revert heften, dann drängt dieser Druck, diese Mischung aus Abscheu und Mitleid gemischt mit einer Prise Fremdschämen, unaufhaltsam nach draußen… und am Ende sitze ich wieder hier und protokolliere meinen eigenen Zorn!
Die haben doch alle einen an der Waffel, diese Schunkelzombies mit den Kaschperhüten. Wie sie da bierselig beisammen sitzen, inhaltsleeren Predigten von irgendwelchen angemalten Mumien lauschen, die alle zwei Zoten von einem wahren Trommelfeuer an Tuschs unterbrochen werden, damit auch der letzte Depp noch kapiert, dass da irgendwo so etwas ähnliches wie eine Pointe gewesen sein soll. Pointe… das Wort an sich verbietet sich ja schon von alleine im Karneval! Was da von der Spaßkanzel gepredigt wird, tangiert das Rütli-Niveau ja bestenfalls peripher… und zwar von unten! Die ganzen Geschädigten, die da ihr eigenes, freudloses Dasein der vergangenen 358 Tage vergeblich in billigen Zoten aufzuarbeiten suchen, sind unterm Strich doch nichts weiter als peinliches Füllmaterial für die Boulevardpresse. Da werden wieder Berichte zusammengeschustert über wildes Fremdknutschen unterm Dom und den neuesten Kostümtrend. Was ist denn 2010 so „in“, wenn man unter all den Grenzdebilen mit ihrem Schminkfetisch durch größtmögliche Konformität bestechen will? Neben dem allgegenwärtigen Clown und diversen verhunzten Fabelwesen und Faunaten (Tiger, Katze und – schon an Selbstironie grenzend – Eseln) ist das vor allem der „Scheich“. Da kleistert sich die 56jährige Aktenschubbse „Irmgard“ aus der Stadtverwaltung Köln-Nippes nen pechschwarzen Vollbart an die aufgeblähten Wohlstandsbäckchen und hüllt sich in den Rest der Mitgift um einen Kaftan vorzutäuschen. In diesem Aufzug rammelt sie dann, in der Hand immer ein gut gefülltes Sektglas (jaja, weil der Araber auch so gerne säuft…), durch die Kölner Innenstadt und zwingt wehrlosen Passanten ein alkoholgeschwängertes „Bützchen“ auf. Kein Wunder, wenn da die Selbstmordrate steigt… in welcher Form auch immer. Irgendwann, so es der Zufall will, stolpert sie dann in einen mittelgroßen Saal, in dem gerade eine der so genannten „Karnevalssitzungen“ abgehalten wird. Das muß man sich rein optisch ungefähr so vorstellen, wie eine Bürgerversammlung in Satzung: Phänotypisch irgendwo zwischen Mutantenfilm und Inzucht. Umgeben von hunderten ähnlich angeheiterter und niveaufreier Spinner lässt sich Scheich-Irmgard auf einer Biertischgarnitur nieder und ordert einen weiteren Prosecco. Das „Abendprogramm“ solcher Happenings besteht dann aus diversen „Alleinunterhaltern“, die so uniform auftreten, dass eine nähere Differenzierung schon von vorn herein unmöglich scheint. Die kommen möglichst trottelig wirkend auf die Bühne gelatscht, haben mit Vorliebe ne rot angemalte Nase und tragen allesamt groß-karierte, viel zu weite Anzüge in den unmöglichsten Farbschemata kombiniert mit einer übergroßen, roten Fliege. Diese Kostümierung soll wahrscheinlich „Humor“ symbolisieren… für mich schreit sie nur die geistige Armut der Träger in die Welt! Diese Heinis bringen dann ihre verbale Diarrhoe unter die Anwesenden, welche fleißig klatschend von den Bierbänken kippen. Das alles wäre jetzt ja nicht soooo tragisch, wenn es wenigstens kaserniert, abgesperrt und abseits der Restbevölkerung stattfinden würde. Aber Dank des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, wird dieser Mist auch noch in jedes Wohnzimmer transportiert. Wer will denn so was sehen?!? Die sollten sich lieber die Champions-League-Rechte füs Free-TV sichern als diesem Müll zu übertragen. Sollen die ganzen beknackten in der Domstadt doch ihren karnevalistischen Schrott unter Ausschluß der Öffentlichkeit durchziehen. Von mir aus soll man die ganze Region am 10.11. jeden Jahres abriegeln! Bahnverbindungen einstellen, Flüge canceln, Zufahrtsstraßen sperren und die da mal machen lassen. Am Besten noch Stromzufuhr kappen, damit auch ja keine ARD-Kamera aus Versehen eine dieser widersinnigen Sitzungen übertragen kann. Am Aschermittwoch kann man dann ja mal die GSG 9 ins Krisengebiet schicken um zu gucken, was noch übrig ist... mit Schießbefehl versteht sich! Alles was geistlos seinen roten Gummirüssel in die Zieloptik hält und verkatert ein „Alaaaaaaaaf“ hochwürgt, geht dann den Weg der Evolution.
Aber leider wird das wohl politisch schwer durchsetzbar sein. Wo sich doch auch unsere Volksvertreter bisweilen aufs Peinlichste beim Feiervolk anbiedern, indem sie an diesen Sitzungen teilnehmen und irgendwelche Ansprachen halten, die so etwas wie Selbstironie darstellen sollen, aber unterm Strich nur ein weiterer Grund zum Fremdschämen sind. Man erinnere sich nur an Herrn Westerwelle vor ein paar Jahren… gruselig war das!
Auf offizielle Hilfe kann man also wohl nicht bauen. So müssen wir wohl oder übel die nächsten 3 Tage noch überstehen und danach haben wir erstmal wieder Ruhe vor all dem Elend im Rheinland. Aber der nächste 11.11. kommt bestimmt und mit ihm mein nächster Blog-Eintrag zum Thema. Dieser intrinsische Ekel vor diesen extrovertierten Intelligenzverweigeren und ihren „schwarzen Messen“ wird sich auch in einem Jahr wieder sein Ventil suchen. Vielleicht hat man bis dato wenigstens die GEZ-Gebühr abgeschafft. Denn wenn ich eines aus tiefstem Herzen verabscheue, dann ist es, dass mit meinem Geld dieser geistige Dünnpfiff auch noch gefördert und unterstützt, geschweige denn auch noch bundesweit übertragen wird!
Dienstag, 09.02.2010
SHAPE OF THINGS TO COME
Mahlzeit! Nur mal kurz ein paar News von der Pearl Jam – Konzert Front! Wie es aussieht, haben wir unseren Support-Act für Berlin gefunden. Es sind: „Ben Harper & The Relentless 7“! KRAAAAAAWUMMMMMMSSSSSSS!!!!! Ungefähr so schlug die Nachricht ein. Sehr gute Idee, auch wenns dann doch nicht die großen Soundgarden sind, bin ich voll und ganz zfrieden. Mal abgesehen davon, dass so die Wahrscheinlichkeit für eine nette Duett – Version von „Red Mosquito“ drastisch steigt, wird’s dann auch nicht so lahm wie „Gomez“ im letzten Jahr. Sehr schick! Jetzt noch für ordnungsgemäßes Frühsommerwetter beten und dann geht’s ab in die Wuhlheide… Spaß haben!
Überhaupt, mittlerweile ist mir die Location so richtig ans Herz gewachsen. Gut, mag auch mit Berlin zu tun haben, aber auch so habe ich bislang kaum eine vergleichbare Location in der Größenordnung erlebt. (Bevor jetzt irgend so ein Schlauberger mit der Arena di Verona um die Ecke kommt: JAAAAA, STREU NUR NOCH SALZ IN DIE WUNDEN!!!!) Jedenfalls wird das ein feiner Abend vermute ich mal. Ich freue mich jetzt schon darauf, mit einem endlosen Strom von Jamheads durch den Park zu schlendern, mir die 10c – Tickets abzuholen und vorm Konzi wieder beim einen oder anderen Berliner Kindl auf der Wiese zu relaxen. Ben Harper liefert dann ein Aufwärmprogramm nach Maß bevor Eddie und Co den Abend endgültig unter freiluftige Open-Air-Dach hieven. Rock `n Roll vom Feinsten! Ich habe mich die Tage mal hingesetzt und mit meiner schier unerschöpflichen Fachkompetenz eine Setlist erarbeitet, welche ich zwar nicht für die Wahrscheinlichste halte, die aber dafür meinem derzeitigen Wunschdenken recht nahe kommt. Gut, ist jetzt ausnahmsweise etwas Balladenlastiger ausgefallen, was aber wohl auch am traurigen „Jubiläum“ von 10 Jahren Roskilde liegt, auf welches das Konzert fällt. Wie ich die Jungs kenne, wird da schon drauf eingegangen werden. Hier also mal meine Setlist:
Main Set:
Long Road
Love Boat Captain
Alive
Present Tense
Spin the Black Circle
Satans Bed
Severed Hand
Even Flow
Off He Goes
Immortality
Force of Nature
The Fixer
Amongst the Waves
Red Mosquito (mit Ben Harper)
Not For You
Once
Gonna See My Friend
Blood
DTE
Encore 1
Masters of War (mit String Quartett)
In My Tree (mit String Quartett)
The End (mit String Quartett)
No Way
Jeremy
Garden
Porch
Better Man
Encore 2
Release
Black
Smile
Kick Out the Jams
State of Love and Trust
Rockin In the Free World
Indifference
Bei Indifference sollte man aber Ben Harper backstage anketten, das ist ein Song, den kann nur Eddie alleine transportieren. Die Versionen mit Ben sind meiner Meinung nach von einer tiefgreifenden Suboptimalität geprägt! So ungefähr stelle ich mir jene Sommernacht jedenfalls vor. Vermutlich wird das aber ganz anders aussehen am Schluß; anders aber besser!
Bis dato verbleibt der Onkel erstmal mit einem breiten Grinsen und einem Gruß an die Pearl Jam Welt im Allgemeinen und all die Glücklichen, die Ende Juni diese Show erleben dürfen. Ihr seid mit dem göttlichen Durchblick gesegnet unter all den musikalisch Blinden der Gegenwart. Apropos „musikalisch Blinde“: Keine zwei Monate später werden „Ich und Ich“ die arme, bedauernswerte Wuhlheide entweihen. „Pfui deibel!“ kann ich da nur voller Empörung ausrufen! Das ist ja so, als ob man einen 25jährigen „Speyburn“ Single – Malt mit River-Cola mischt!
Sonntag, 03.01.2010
SACRIFICE (Motörhead in Chemnitz, 12.12.2009)
Es gibt viel zu wenige Gelegenheiten, einer Legende Aug`in Aug`gegenüber zu treten, gerade hier im malerischen „Sunshine State of Chemnitz“. Aber wenn sich denn dan mal eine solche ergibt und der „Godfather of Schnapstrinken“ mit seiner brachialen Seniorenrunde im Dezember an die Arena-Tür klopft… HELL YEAH, dann ist der Onkel schon im Mai am Kartenschalter! Irgendwie kafkaesk, dass der Vertrieb der Tickets ausgerechnet von der „Freien Presse“ übernommen wurde. Zur Erinnerung: Jenes Medium der gezielt niveaufernen Desinformation fungiert im Normalfall als so was ähnliches wie das Zentralorgan der Generation Rheumadecke. Eine wortgewordene Egoschaukel für all jene, die sich öffentlich zum „Großen Überraschungsfest der Volksmusik“ bekennen und den Herrn Silbereisen auch noch ihre Vorkriegsschlüpfer auf die Bühne schleudern… oder zumindest so weit entgegen schubbsen, wie`s das Rheuma eben zulässt. Und jetzt vermarktet deren Lieblingsblatt ein Motörhead – Konzert. Das ist ungefähr so, als ob die Brigitte ein Negerkuss-Wettessen organisiert! ;-)

Wie gesagt, die Karten waren im Wonnemonat geordert, der ungeduldig nachfragenden Schwester zum Ehrentage feierlich überreicht und dann ließen wir sie in der elterlichen Obhut reifen. Man freute sich tierisch, als „Thin Lizzy“ als Support angekündigt wurden und man ärgerte sich ungleich mehr, als diese dann durch „Der W“ ersetzt wurden. Dieser musikalisch vollkommen überflüssige Ex-Onkel mit seinem ohnehin zweifelhaften Ruf sollten ihn in meinen Ohren an diesem Abend weiter ruinieren („und denkst du „schlechter geht`s nicht mehr“ kommt irgendwo ein Weidner her“). Gruselige Vorstellung die der Typ da ablieferte. So, nun, da alle Onkelz-Fans erfolgreich vergrault sein dürften (wenn nicht: Meine Pinwand steht euch offen… der Delete-Schalter sit aber schon poliert), wollen wir zur Tat schreiten!
Am letzten Sonnabend, dem 12.12.2009, fanden sich meine Schwester und ich in meiner bescheidenen Bude ein. Zunächst wurde sich via Guitar Hero warmgerockt. Man muß ja auch in Stimmung kommen. Schließlich brachen wir auf gen Arena. Das Ganze lässt sich bequem in 15 Minuten Fußmarsch bewältigen. So erreichten wir die Arena, wo sich das schwarze, nietenbewärte und teilweise arg angegraute Rockervolkl bereits vor dem Eingang staute. Ein knappes halbes Stündchen in der überraschend angenehm organisierten Schlange und schwupp: Wir waren drin! Wobei die ganze Warterei schon auch was hatte. Vor uns eine Clique besoffener Post-Punks, hinter uns der Herr Anlageberater in den sehr sehr späten 40ern mit der alljährlich herausgekramten Jeans-Jacke. Um uns herum Leute, die man getrost irgendwo dazwischen ansiedeln kann. Jedenfalls betraten wir die Arena und erledigten pflichtbewusst die heilige Dreifaltigkeit des Konzertbesuchs: Merch-Stand, Bierstand, Toilettensituation checken. Ergebnis: Mechandise in Ordnung, Toiletten umfangreich vorhanden (nach der 60 Meter Schlange in Erfurt ein durchaus wichtiger Fakt) und Bierversorgung logistisch brilliant gelöst! Alleine direkt in der Halle 3 Bars, eine auf dem Rückweg von den Toiletten und draußen im Vorraum noch mal zwei. Verdursten konnte man also schon mal nicht! Wäre ja auch absurd, auf einem Motörhead-Konzi! ;-)
Jedenfalls schniekten wir dann, nebst Getränk und Tourshirt, in besagte Halle und stellten uns mitten in die Altrockerfraktion. Dort ließen wir auch „der W“ über uns ergehen. Das Waterloo des Jahres, was die Vorbands dieses Jahres angeht. Uninteressant, anders kann ichs nicht beschreiben. Auch die Dudes um uns herum hielten sich mit gleichgültigen Minen an ihren Bierbechern fest, die, die der Heini interessierte, waren Gott sei Dank weiter vorne. Mehr will ich dazu jetzt nicht sagen,das Beste am „W“ war jedenfalls die Umbaupause als er fertig war. Danach gings dann erstmal die Becher füllen um pünktlich zu Lemmy`s legendärer Ansprache „We are Motörhead! We play Rock and Roll!“ wieder den Platz neben meiner Schwester einzunehmen. YEAH, „Iron Fist“ als Opener, herrlich! Und vor allem: Vorne auf der Bühne das lebende Fossil, der Rock-Dino mit dem toxischen Blut… der Beglücker unzähliger Groupies und personifizierte Drogenbeauftragte der Rockwelt: Lemmy mit seinem Piratenhut! Wie ein Fels stand er wieder vor seinem Mikro, welches wieder gekonnt von unten angegrunzt wurde. Die Beine schulterbreit auseinander, den Monsterbass im Anschlag und das Hemd bis zum Nabel aufgeknöpft. An Bord wieder Nikotin und sein bevorzugtes „Elektrolytgetränk“ namens „Jack Daniels“. Mit 63! Was er mit seinen Mannen dann vom ersten Ton weg gleich wieder entfesselte, war die wohlbekannte „Wand aus Lärm“, die unbarmherzig durch die Halle fegte. Das anschließende „Stay Clean“ steigerte dann noch mal die Dezibelzahl, damit diese dann bei „Be My Baby“ ihr Wohlfühlniveau erreichen konnte. Bereits bei den ersten drei Songs ging vor der Bühne der gewohnte Wahnsinn ab, während wir, in unserer eher chilligen Position im hinteren Hallendrittel (wollten ja das Bier nicht verschweppern ;-)) umringt waren von Altrockern und Hells-Angels-Typen (phänotypisch zumindest), die zufrieden den Schädel kreisen ließen und deren Wohlstandswampe sich offensiv gegen die Snaggletooth-Shirts presste. Schicke Athmosphäre!
Mitten in diese hinein meißelte man dann „Rock Out“ mit seinem Killer-Refrain. Die Halle kochte, und der Onkel eilte anschließend wieder zum Bierstand um das folgende „Metropolis“ nicht zu verpassen. Während dieses Songs brachte es die ersten wieder aus dem Moshpit angedreht. Ein ganzes Konzert da vorne durchzustehen,… das wird ohnehin schwer, zumal die Getränkeversorgung im hinteren Hallenbereich organisiert war. So eilten die verschwitzten, halbnackten Gestalten nach einer Erfrischung dann auch wieder mit gefühlten 34 Bierbechern in der Hand wieder nach vorne. „One Night Stand“ und „I Got Mine“ semmelten dann wieder die nächsten Pogo-Leichen aus der Menge in den Relax-Bereich: Wunden Lecken und zurück! Mit „The Thousand Names of God“ folgte dann ein weiteres Highlight. Sehr druckvolle Version (stilecht nach einem ausgedehnten Gitarrensolo plaziert), die auch noch dem Letzten die Emo der sich in die Arene verirrt hatte (glaubt, mir, ich habe es gesehen…. Das GRAUUUUUUEN) den Kajalstrich bis hinter die Ohren zog! Kulturschock nennt man das dann wohl… nix mit ausgekostetem Weltschmerz, statt dessen wird von „Cradle to the Grave“ direkt in ein wahnsinnig hingerotzes „In the Name of Tradgedy“ übergehämmert. Lemmy brüllte inzwischen die Lyrics in sein Mikro und nahm sich beim nun folgenden Drum-Solo der Urgewalt mit den 2 Knüppeln eine verdiente Auszeit und marinierte die Stimmbänder mit Bourbon. Gleichzeitig stellte das auch die erste „Verschnaufpause“ dar, sofern man überhaupt davon reden kann. Meinerseits wurde wieder der Wasserbecher ordnungsgemäß nachgefüllt und zu „Just `cos You Gott he Power“ und „Shoot em Down“ anständig das Haupt geschüttelt.
Das Gute bei vorhersehbaren Setlsits á la Motörhead ist ja, dass man die Bierholpausen ein wenig timen kann… so stand ich dann auch pünktlich zur apokalyptisch beschleunigten „GOING TO BRAZIL“ – Versilon, auf die ich mich schon seit Wochen freute, in Top-Form wieder in der Menge. Und Motöthead enttäuschten nicht. ;-) Leider neigte sich das Mainset schon wieder dem Ende zu, aber „Killed by Death“ und der meiner Meinung nach perfekte Setcloser „Bomber“ beförderten uns dann in eine nicht mal 10 minütige Verschnaufpause. Zwischen den ganzen „Zu-ga-be, Zu-ga-be“ und „Mo-tör-hear, Mo-tör-head!“ – Rufen sah man ein paar mehr oder minder verstörte Vertreter der Generation U18 die Halle verlassen. Selber schuld!
Als Lemmy und die Seinen mit Akustikklampfen wieder die Halle betraten, wussten wir, dass nun das Stündchen des legendären „Whorehouse Blues“ geschlagen hatte. Musikalisch das komplette Kontrastprogramm zum Mainset, textlich… naja, nennen wir es mal „konsequent“! Eine um Längen bessere Version als damals in Erfurt (und die war schon Klasse), garniert mit ein paar spontanen Textmodifikationen von Lemmy, welche die ganze Sache noch ne Spur dreckiger machten als die Studioversion. Weltklasse!
Danach packte man, schontraditionell, DAS Motörhead-Lied schlechthin aus. „Ace of Spades“ merkte man zwar deutlich an, dass die Jungs schon eine gewisse Routine haben den runterzuspulten, aber lustlos wirkte man dennoch nicht. Die Halle ging noch mal ordentlich mit und durfte sich dann zu „Overkill“ noch mal ausgiebig von Lemmy und Co verabschieden, bevor aufkeimendes Motorengedröhn uns aus der Halle begleitete. Noch schnell den letzten Becherpfand vor Konzi-Ende gen Bühne befördert und sich kurz darauf vor der Halle wiedergefunden.
Noch vollkommen weggetreten machten wir uns dann auf den Heimweg. Klar, Vergleiche zu Erfurt kamen auf, aber unterm Strich ein weiteres, grandiosen Konzerterlebnis und obendrein noch ein würdiger Abschluß für das Konzertjahr 2009. Generell lässt sich aber folgender Rat unters Volk bringen: Wenn ihr die Wahl habt zwischen einer recht modernen Multifunktionshalle und einer abgewrackten, ranzigen „Turnhalle“ (wie 2007) um ein Motörhead-Konzert zu besuchen: Leute, entscheidet euch für die Atmosphäre und nehmt den runtergekommenen Parkettschuppen! ;-) Das passt einfach! Und wenn ihr darüber hinaus noch das Glück habt, zur Location laufen zu können… Prost! ;-)
Setlist:
Iron Fist
Stay Clean
Be My Baby
Rock Out
Metropolis
Over The Top
One Night Stand
I Got Mine
Guitarsolo
The Thousand Names of God
Cradle to the Grave
In The Name Of Tragedy (Drumsolo)
Just ‘Cos You Got the Power
Shoot ‘em Down (TWISTED SISTER cover)
Going to Brazil
Killed By Death
Bomber
ENCORE
Whorehouse Blues
Ace of Spades
Overkill
Samstag, 26.12.2009
DON`T LOOK BACK IN ANGER
Huiii, da ist schon wieder 2. Weihnachtsfeiertag und das Einzige, was man die vergangenen 72 Stunden auf die Reihe gekriegt hat besteht:
1. im Verdrücken von Unmengen möglichst fetttriefender, aber dennoch schmackhafter, Nahrung;
2. Im erfolgreichen Blitzkrieg gegen die mütterlichen Schnapsreserven (direkte Folge von 1.)
Und 3. Im Verschlafen ganzer Tagesabschnitte auf einem beliebigen Sofa (direkte Folge von 1. Sowie 2.)
Aber was will amn an Weihnachten auch anderes tun? Da trifft sich die Familie ein Mal im Jahr über mehr als 2 Tage komplett und dazu noch stressfrei (naja, weitgehend). Das muß ja im kalorinösen Delirium enden. Außerdem neigt sich, ganz nebenbei, auch wieder einmal ein Jahr dem Ende zu. Nein, nicht nur ein Jahr. Diesmal ist es gar ein Jahrzehnt. Meine Fresse, wie schnell das wieder vorbei wahr. Eben noch sehe ich mich vor 10 Jahren die Weihnachtsnachtschicht im Altenheim schieben... und nun bin ich, nur ein Studium später, hier an diesem PC. Gnadenlos überfressen, aber irgendwie glücklich; selbst wenn ich irgendwie kein Fleisch mehr sehen kann! (Ja, haltet`s mir nur vor wenn ihr wollt ;-) ). Aber ein Jahrzehnt zu begutachten, das wird dann wohl etwas zu umfangreich. Was bleibt also von 2009?!?
Januar
Während der Russe im Januar dem Ukrainer (und damit (un-)willkürlich auch uns) das Gas abdrehte, legalisierte man in Norwegen die gleichgeschlechtliche Ehe (kalt UND einsam ist halt auch irgendwie Scheiße!) Des Weiteren wurde der global als Heilsbringer gefeierte Obama vereidigt. Die nächsten Monate sollte er, neben Euphorie, auch Skepsis schüren. Zu dumm auch, dass nicht mal der Friedensnobelpreis übertünchen kann, wenn man grade zwei Kriege (öhm nee “kriegsähnliche Zustände” meine ich... aber dazu später) am Hals hat. Aber der Barack wirds schon schaukeln; wenn nicht, dann sieht er beim Versagen wenigstens nicht so dusselig aus wie sein Vorgänger. Persönlich? Naja, mal abgesehen von meiner neuen Russenmütze... erstmal nichts Spektakuläres. Auch konzerttechnisch sollten die Highlights ja erst noch kommen.
Februar
Kalr wars, was nicht weiter überrascht. Eher schon, dass Bänker mittlerweile einen schlechteren ruf haben als IKEA-Regale. Im Gegensatz zu IKEA-Regalen aber nicht auf den Niedlichkeitsfaktor bauen können. Nachdem die “HRE” staatlich aus der Scheiße gezerrt und mit öffentlichen Geldern vollgepumpt wurde, dass den Bossen Hören und Sehen verging, wurde man beim Rest des “Finanzmarktstabilisierungsgesetztes” wieder ganz Ohr. “Verstaatlichung von Banken” (im Extremfall)... das durfte doch nicht wahr sein. Dass die “öffentliche Hand” die Herren schon mit dem fünffachen Zeitwert ihrer abgewirtschafteten Zertifikatsklitsche bezuschußt hatte, das fiel wieder keinem der Herren ein. Bloß gut, dass bis auf Guidos Deregulierungsheinis keiner drauf ansprang.
Persönlich? Naja, erstes Konzerthighlight. Mit meiner Mutter (ihr Weihnachtsgeschenk) erst zum Sushi-Mann und dann gediegen zu Rainald Grebe und seiner Kapelle der Versöhnung in die Stadthalle. Großes Unterhaltungstennis fernab jeglicher Ernsthaftigkeit, mal abgesehen von jenen bitterbösen Bezügen zur Realität. Schön wars. :-)
März
Immernoch Finanzkrise und außer den Präsidentschaftswahlen in El Salvador war irgendwie auch nix los! Laaaaaaaaaaang-weilig!
April
Der Frühling kündigte sich an, Zeit um wieder einen zünftigen Camping-Ausflug mit dem ganzen Dorf zu unternehmen! Zumindest riet der Silvio B. Dies seinen Untertanen aus L’Aquila nachdem deren Kaff von einem Erdbeben verwüstet wurde. Bei so viel Dreisigkeit fiel manchen doch glatt der Dom aus dem Gesicht! Ansonsten wurde in der Republik fleißig weiter abgewrackt was das Zeug hielt. So mancher Youngtimer mit fünfstelligem Zeitwert wurde über den automobilen Jordan geschickt nur um Vater Staat zweieinhalb tausend Tacken aus dem Kreuz zu leiern und statt mit dem ollen Bentley standesgemäß mit dem Corsa repräsentieren zu können. Musik? Jo! War wieder was angesagt, nämlich die finnischen Lebersiebe von Eläkälaiset im Karlsruher Substage. Schöne Location, dazu ein paar Bierchen und sich den ganzen Wahnsinn mal angeschaut. Außerdem das Substage gleich mal auf die Liste der “coolen Locations für dreckige Rockkonzerte” gesetzt (zu Schade, dass ich im Mai nicht zu Monster Magnet an diesen Ort zurückkehren konnte... der Wyndorf hat bestimmt seinen Spaß gehabt da drin).
Mai
Alles neu macht der Mai. -> Abwrackprämie weiterhin aktuell. Außerdem darf der Bundeshorst fünf weitere Jahren am Rande des Populismus mit seiner Pseudoeloquenz rumexperimentieren. (Gut, man hatte unterm Strich auch nur die Wahl zwischen Not un Elend wenn ihr mich fragt). Viel Wichtiger, besonders für mich, ist der 150. Geburtstag von Sir Arthur Conan Doyle. Sherlock Holmes ROCKT! Danke Arthur!
Während meine Schwester und ich am 7.Mai in die Leipziger Arena stürzen und uns mit “METALLI*fuckin`*CA” den ersten musikalischen Herzenswunsch 2009 erfüllen (schlanke 90 Tacken haben wir pro Karte hingelegt... und DAS WAR JEDEN CENT WERT!!!!!!!!), kündigt sich für Dezember Motörhead in Chemnitz an -> so früh habe ich wohl noch nie Karten gekauft!
In Dettmold tobt derweil vom 11. - 23. Mai die Weltmeisterschaft im Sportkegeln!
Juni
Europawahl! Gemessen an dem ganzen Bohei ringsherum hat man eigentlich nicht unbedingt den Eindruck, dass sich auch nur ansatzweise etwas geändert hat. Wer bei den Sitzungsterminen abwesend ist, scheint also auch egal zu sein.
Außerdem geht der King of Pop von uns. Als viele, mich eingeschlossen, behauptet haben, dass er die angekündigten Comeback-Konzerte sowieso nicht durchsteht, hatten wir zwar Recht, es aber bestimmt nicht so gemeint wie es dann eintrat. Tragisch, ohne Zweifel. Der Tod einer medial gebeutelten Kunstfigur, an der rein optisch im Jahre 2009 nichts, aber auch gar nichts mehr an den genialen Musiker erinnerte, der uns in den 80ern “Thriller” oder “Bad” schenkte. Oder “Dangerous” Anfang der 90er... mein erstes selbst zusammengespartes Doppelvinyl... hach, ein Hammeralbum. Genau genommen sogar das letzte Große von ihm. Auch wenn Jackson der Wirklichkeit am Ende derart entrückt war, wie er es nunmal war, unterm Strich ist ein ganz Großer von uns gegangen. R.I.P. Michael!
Einen eher seltsamen Tod fügte sich David Caradine zu, seines Zeichens Mr “Kung-Fu” und Bill persönlich. Ein Held des B-Movies starb bei autoerotischen Spielen im Kleiderschrank... mit Strick um den Hals in einem Hotel in Bangkok. Ohne es böse oder zynisch zu meinen: Irgendwie ein passender Abgang. Auch du: R.I.P. David Carradine!
Ansonsten? *Licht aus mach* Nick Cave an The Bad Seeds in einer der schönsten Locations Live gesehen. In der Jungen Garde Dresden. Kleines, aber sehr feines Konzert, Cave in Hochform und die Version von “Stagger Lee” wird für immer hängen bleiben! Bis auf das Tageslicht passte an diesem 21.06.2009 einfach alles!
Juli
Außer, dass wir 40 Jahre Mondlandung feierten, war eigentlich erstmal nicht viel los in der Welt. Finanzkrise und Abwrackprämie braucht man ja eh nicht großartig erwähnen. Aber sonst? Nee, irgendwie traf das Sommerloch dieses Jahr schon nen halben Monat früher ein. Auch so ein Zeichen von Krise, wenn ihr mich fragt.
Ansonsten gab es am 24.07. Mit Emiliana Torrini die Nr. 2. Meiner last.fm - Charts zum absoluten Schnäppchenpreis in der beschaulichen Kulturarena Jena. Gemeinsam mit Schwester und Freundin, dem GVH mit der seinen und dem nervtötenden Teenievolk durchte man einen recht unterhaltsamen Abend verleben. Jungle Drum wurde vond er Emiliana zwar ordnungsgemäß in den Sand gesetzt, aber der Rest des Konzerts entschädigte für so einiges. Denkwürdiger “meißel-mich-in-Stein-Augenblick”: Der Regenbogen links neben der Bühne bei Sunny Road... PERFEKT!!!!
August (!!!!)
Weltgeschehen? Scheiß` drauf! Pear Jam im Rotterdam und Berlin gesehen! Wishlist und Nothingman in Holland in bezaubernden Versionen gehört und in der Wuhlheide dann dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Eine Setlist zum Niederknien! Von “Nothing as it Seems” bis hin zum furiosen Finale mit “Sonic Reducer”, “Rockin In The Free World” und “Yellow Ledbetter” dazwischen solche Setlistträume wie “Bee girl” oder “Untitled/MFC”. “Alive” in der ultimativen Kilelrversion und ein “Betterman” zum Dahinschmelzen. Nee, besser gings nicht in diesem August! Jahresurlaub DELUXE! :-D
Ansonsten: Finanzkrise!
September
Der Onkel wird 29 und gönnt sich erstmal ne Konzertpause! Ansonsten lernen wir, dass in Afghanistan keineswegs Krieg geführt wird... sondern nur “kriegsähnliche Zustände” herrschen. Warum? Weil irgend ein Oberst präventiv mal zwei Tanklaster bombardieren ließ. Im Krieg zu verkraften, unter “kriegsähnlichen Zuständen” eine Affront! Ich wäre ja mal dankbar, wenn man die Differenz mal definieren könnte. Für mich persönlich macht das nämlich keinen allzu großen Unterschied. Wiedermal hat mMn keiner den Arsch in der Hose das Kind beim Namen zu nennen. Im Nachhinein betrachtet kann sowas noch drei bis vier Monate später für manche ein böses Erwachen nach sich ziehen.
Ansonsten: Keine Konzerte (mal ein Monat Pause). Ach ja: Patrick Swayze stirbt nach langer Krankheit - und die Generation “Dirty Dancing” weint.
Oktober
Der Herminator erklärt seinen Rücktritt... “Quelle” irgendwie auch! Wir alle, oder zumindest die Chinsen, feiern 60 Jahre China. Gut, geschichtlich ein etwas zweifelhaftes Weltbild, aber 60 Jahre Volksrepublik dürfens dann schon sein.
Ansonsten verleire ich mein Handy am Tag meines Besuches beim “Mr. Moustache” persönlich und erhalte es einen tag später gegen eine Flasche russischen Sekt und fünf Euro im Kino zurück. (Kafkaesk, was?!? Stimmt aber! ;-)). Außerdem konnte ich nach einem qualitativ hochwertigen Konzertabend die Eagles of Death Metal mit Frontmann-Derwisch Jesse Hughes auf meiner Konzertliste abhaken. Großartig diese Typen!
November
Ei, schon November! Neben dem großmopplig gefeierten Mauerfallsjubiläum (20 Jahre) sticht vor allem der Selbstmord Robert Enkes hervor. Traurig, neben Enkes Schicksal an sich, vor allem, dass 14 Tage später schon wieder Stadionausgänge besetzt und Busse beworfen werden, nur weils mal wieder nicht zum Sieg gelangt hat. Manche lernen es nie, dass das nur Fußball ist worum es hier geht!
Ansonsten? Klar, RAMMSTEIN in Leipzig. Großartige Show, geiles Konzert! Jeder Zeit gerne wieder! Schade nur, dass ich für Chemnitz keine Karte bekommen habe.
Dezember
Jo, in Echtzeit sind wir wieder hier wo alles im Januar begann. An dieser Tastatur, in diesem Zimmer! Der Schumi kommt zurück, toll, was?!? Mich läßt`s eher kalt, aber mal sehen was der alte Mann aus seinem Benz noch rauskitzeln kann. Ansonsten gings bei Motörhead in der Arena rund! Da ich den Bericht aber auf meinem Rechner zu Hause liegen habe (halb fertig), will ich hier nicht weiter vorgreifen. Weihnachten war schön, Syvester wirds hoffentlich auch. Hmm... das wars tatsächlich schon wieder, das Jahr!
2009 geht zu Ende und mit ihm die “Nuller-Jahre”, was meiner Meinung nach so ziemlich der dämlichste Neologismus der letzten Dekade ist! Für 2010 steht schon wieder so einiges an. Neben der Pearl Jam Tour im Juni / Juli auch auch eine Fußball WM nebst Winterolympiade. Na, warten wirs mal ab, was das Jahr bringen wird. Haltet alle die Ohren steif da draußen! :-)
Viele Grüße und einen guten Rutsch wünscht euch...
Der Onkel!
PS: Ein kleiner Nachschlag noch. Folgesde(s) wurde(n) 2009 geehrt:
-Der Braunbrustigel (Wildtier des Jahres)
-Der Fenchel (Arzneipflanze des Jahres)
-Der Gorilla... als nichts “des Jahres”, vielmehr war 2009 gleich “das Jahr des Gorillas”.
-Abwrackprämie (Wort des Jahres)
-Abwrackprämie (Unwort des Jahres... )
Samstag, 19.12.2009
EIN LIED ÜBER ZENSUR -> Rammstein am 24.11.2009 in der Arena Leipzig
Zugegeben, ich war säumig in den letzten drei Wochen! Unentschuldbar ist sowas, gerade wenns um Konzertberichte geht. Da wir aber nicht auch den letzten Metern des Konzertjahres noch den guten Ruf ruinieren wollen, werden meine Tastatur und ich die Lücke jetzt gemeinsam zu schließen wissen. Los gehts mit dem 24.11.2009, an dem es uns in die unendlichen Weiten des Sachsenlandes hinaus verschlug. Ziel war mit der Arena in Leipzig eine gute, alte Bekannte. Tolle Halle, bislang eigentlich immer eine annehmbare Orga und die Konzerte waren obendrein auch immer ne feine Sache. Aus diesem Jahr kann ich da nur an Metallica im Mai erinnern... Hell Yeah! Jedenfalls gings per PKW aus Chemnitz heraus in die suburbane Wildnis, welche so zwischen Heimatstadt und Leipzig liegt. Da ich nicht fahren mußte, konnte schon im Auto das obligate Konzertbier eröffnet werden. An der Halle selbst angekommen waren wir zunächst etwas überrascht... Riesenschlange am Eingang! Nachdem wir uns zunächst brav eingereiht hatten und uns geflissentlich über so einen Heini amüsierten, der versuchte Dosenbier ans wartende Volk zu bringen, entschieden wir uns dann doch zum Vordrängeln. Also die Schlange ca 100 Meter nach vorn geeilt und uns dreist (ich gebs ja zu) direkt am Einlassgitter eingereiht. Neben dem Effekt der Zeitersparnis von mindestens 3 Minuten hatten wir auch das Glück, relativ unbedrängt an Merch- und Bierstand zu gelangen. Dann erstmal in gewohnter Weise die Arena abgeschritten und sich an der überaus angenehmen gastronomischen Situation erfreut. Kurz vor Beginn nahmen wir dann unsere Plätze ein. Ich glaube, bei Rammstein-Konzerten muß man sich nicht wirklich für Sitzplätze entschuldigen, man kann vom Glück reden, wenn man überhaupt ne Karte bekommt. Also ab in die Plasteschale und die Vorband ertragen. Ertragen ist übrigens durchaus das richtige Stichwort... boah, waren die gruselig! “Combichrist” nannte sich dieses Konglomerat von hyperaktiven LSD - Gruftis, vom Klang her konnte man es bestenfalls als Hardcore-Techno mit Mandelentzündung beschreiben. Nee, das war nicht mein Fall. Außerdem ging mit der linke Trommler auf den Keks, der hatte den ganzen Auftritt über nix weiter zu tun, als auf seine Drums einzutreten, bis diese vom Drumkit fielen... dann kam ein hilfsbereiter Roadie und dübelte die Dinger während des Songs wieder an... dann latschte dieser Honk die nächste runter... und so weiter. Jedenfalls waren wir dann froh, also diese Truppe ihre Turntabels wieder einpackte und man sich getrost auf Rammstein vorbereiten konnte. Nach dem nächsten Bierchen, welche im Übrigen in schnieken Sammelbechern mit Motiv ausgegeben wurden, erlosch dann auch unter Jubelschreien endlich das Licht!!! Was nun folgt, wird (den Künstlern zu Ehren) im typischen Rammstein-Ductus geschildert:
Mitten in die Finsterrrnis der Halle platzten plötzlich ein anschwellendes Drrröhnen und Hacken, was darrrin gipfelte, dass sich auf beiden Seiten der Bühne, in geschätzten 4 - 5 Meterrrn Höhe, die Gitarrrrristen mittels einer Axt durch eine stilisierte Wand arrrbeiteten. Am Ende standen die Beiden dann im gleißenden Licht und zwischen ihnen bahnte sich Meisterrr Lindeman mittels eines Schneidbrrrenners seinen Weg durch eine (ebenso imaginärrre) Stahlplatte. Qualm und grrrelles Gegenlicht ließen bestenfalls den seltsamen rrroten Federrrschmuck an seinem Hals errrkennen. Als dann die Musik einsetzte und sich mit “Rammlied” ein schon fast operrrnhaft - epochaler Konzerrrteinstieg ankündigte, rrriss`Lindemann den Mund auf und... leuchtete! Hammerrr, da hat wohl jemand mit LED`s gespielt! ;-) Jedenfalls ein netterrr Einstieg. Da machte es auch kaum einen Unterrrschied, dass die Setlist der Tour kaum varrriiert und der Ablauf somit songtechnisch nicht gerrrade vor Überraschungsmomenten strrrotzt, die Show und das Ganze Drrrumherrrum entschädigen allemal dafür. Jedenfalls wurde dann, als man sich so richtig eingerrrockt hatte und das gerollte “Rrrrrr” dem Till flüssig von den Lippen ging, errrstmal orrrdnungsgemäß nachgelegt. Mit “B*******” und vor allem “Waidmans Heil” (mMn der Beste Song der neuen Platte) brrrachte man die Arena errrstmal zum kochen. Die eine oder anderrre rrrecht grrroßzügig eingesetzte Pyrrrotechnik-Einlage gab dem Ganzen dann noch die gewisse Würrrze. Berrreits zu diesem Zeitpunkt hatten die Jungs die Halle für sich gewonnen. (Wenngleich das Innenrrraumpublikum ab Mitte der Halle seltsam bewegungsarm agierrrte wenn ihr mich frrragt.) Laut warrren wirrr hingegen auf jeden Fall. Als dann mit “Keine Lust” und “Weißes Fleisch” auch noch zwei Stücke hinterherrr gehämmerrrt wurrrden, die getrrrost als Klassikerrr bezeichnet werrrden können, hatte man auch die Nostalgikerfrrraktion am Schlafittchen gepackt. Schöner Rrrefrrrain- Dialog bei “Keine Lust” übrrrigens. Bei “Weißes Fleisch” wurrrden dann die Pyrrros schon mal warrrmgeglüht. Ihr Einsatz sollte dann im folgenden “Feuer Frei” naturrrgemäß verstärrrkt geforrrdert sein. Es ist schon beeindrrruckend, was diese Kerrrle da mittels Pyrrrotechnik, Krrreativität und nerrr Menge grrrenzwerrrtigem Humor so für eine Show auf die Bühne zauberrrn. Alleine dafür lohnte sich der Besuch schon. Vom Knallerrr bis zum Flammenwerrrferrr kam nahezu alles zum Einsatz, was krrracht, blitzt, brrrennt oder stinkt... am Besten natürrrlich alles gleichzeitig. Außerdem wandelte sich die Bühnendeko währrrend des Konzerrrts forrrtlaufend, Beleuchtung noch geschickt eingesetzt und das viel zitierrrte “große Tennis” war umgesetzt.
Nach diesem rrrecht enerrrgiegeladenen Anfangsblock gings dann als nächstes zu den etwas leiserrren Tönen über. Mit “Wiener Blut” stieg man dann in, sagen wir mal “das krrränkste, nicht zensierrrte Stück der LIFAD” ein. Eine RRRICHTIG FINSTERRRE Liveverrrsion obendrrrein. Was der Lindemann alleine mit seiner Stimme an Atmosphärrre schafft, ist nahezu unglaublich. Ausgetobt hatten sich die Herrrrren dann wieder an der Deko: die über die gesamte Bühne verteilten Puppen, die an Strrricken von der Decke hingen, ließ man gegen Ende des Liedes nacheinanderrr explodierrren... . Grrrenzwertig? Vielleicht, aber alles Andere wäre auch eine Überrrrraschung gewesen. Danach wurrrde es mal so rrrichtig “schön”, mit “Frühling in Paris” gabs ein tolles Ballädchen. Hier würrrde ich, in Kombination mit “Wiener Blut”, den Begriff “Highlight” des Konzerrrts setzen.
Beim anschließend folgenden “Ich tu Dir weh” moderrrierte Till mal kurz die berrreits angedeutete Zensurrr(sula) an, welche es Rammstein leider auch verrrbietet, dieses Lied auf deutschem Boden zum Besten zu geben. Also gabs das Ganze mit Kuscheltierrr-Text. Die krrritischen Passagen wurden dann vom verkommenen, zivil ungehorrrsamen Publikum übernommen. Macht man doch nicht *fg*. Beim anschließenden “Liebe ist für alle da” konnte man sich mal zurrrück lehnen und durrrchatmen. Was auch dringend nötig war, sollte doch anschließend doch “Benzin” durch die Arena hämmern. YES! Ein inhaltlich total sinnfrrreierrr Song (es geht im Wesentlichen um... Benzin eben), aber genial trrreibend und Live die rrreinste Wucht! Übrrrigens: Seit “Ich tu Dir Weh”, wo errr als symbolischerrr Zensorrr im Schmelztiegel eingeäscherrrt wurrrde, latschte Keyboarrrderrr Flake unentwegt auf einem sich drrrehenden Laufband vor seinem Instrrrument rrrum. Dazu kam noch jenerrr kafkaeske Disko-Glitzerrrkugel-Ganzkörperanzug in dem errr das tat. Sockenschuß! ;-)
Nach “Benzin” kam man dann zu “Links 2 3 4 “ geschlossen im Stechschritt auf die Bühne marrrschiert um dann in eine nette Verrrsion von Du Hast überrrzugehen. Da rrrockte die Arrrena dann so rrrichtig.
Zum Abschluss des Hauptteils folgte nun noch der showtechnischen Höhepunkt, wenn ihrrr mich frrragt. “Pussy” wurrrde... na nennen wirrr es mal “darrrgeboten”! Till Lindemann trrrällerte den Song zunächst hinterrr einem Mikrrrofon”ständerrr”, welcherrr mit einem Halbkrrreis rrrosa Dildos verrrzierrrt warrr, bevorrr errr dann eine gigantische Penis-Kanone die Bühne entlang schob und die errrsten Rrreihen einschäumte. *LOL* Rrriesen Show!
Nach derrr nun folgenden Pause wurrrde die Halle zu “Sonne” zunächst in warrrmes, grrrellgelbes Licht getaucht. Als dann die errrsten Töne von “Haifisch” errrklangen sah man im Hintergrrrund schon, wie das Schlauchboot prrräparrriert wurde. Der “Glitzergnom” entstieg dem Laufband und schipperte selig überrr den Innenrrraum währrrend seine Bandkollegen den Beat zu Haifisch am Leben hielten. Berrreitwillig schob man das Schlauchboot nach entsprrrechenderrr Geste wieder gen Bühne. Eine Verrrneigung später brrrachte man dieses rrrecht eigenwillige “Mackie Messer” - Cover beeindrrruckend zu Ende. Warrr ja nurrr eine Frrrage der Zeit, wann Rammstein die Drrreigroschenoperrr allgemein, und das Morrritat im speziellen für sich entdecken. ;-) Als letzterrr Song des errrsten Zugabenblocks bekam man dann noch “Ich Will” mit orrrdentlichem Showprrrogramm geboten. Darrrüber Hinaus noch in einerrr Dialog-Verrrsion mit dem Publikum. Schönerrr Abschluss... dachte man! Denn die Kerls betraten die Bühne nochmals und verrrabschiedeten sich mit “Engel” nochmal standesgemäß. Alleine die brrrennenden, überrrdimensionalen Flügel, die man Till umgeschnallt hatte waren beeindrrruckend. Dann noch der gewohnt grrrollig vorrrgetrrragene Song mit sanftem, ja schon fast deprrressivem Ausklang (Till - Kopf hängend - schlurrrft hinterrr die Bühne). Jo, passenderrr, rrrunderrr Abschluss!
Also Fazit könnten man wohl sagen, dass das Konzert jeden Cent wert war. Ich war noch nie bei einer derart durchinszenierten, geplanten und perfekt abgestimmten Show. Zumal das dennoch nicht kasprig und überladen wirkte. Das Ding ging schon eher in Richtung “Theater - Noire” Finster inszeniertes Story-Telling mit einem ansehnlichen Budget für allerlei Brennbares. Das Ergebnis ist einfach nur beeindruckend und pure Unterhaltung. Auch wenn die Jungs (gelinde gesagt) “polarisieren”, eigentlich sollte dieses Spektakel Pflichtprogramm für jeden Rocker sein. Alleine der Moment, wenn auf der Bühne eine Flammenfontäne in die Höhe Schießt und man Bruchteile von Sekunden später von einer Wand auf Hitze getroffen wird... Hammer! Am Ende bleibts aber ner Geschmackssache, mir jedenfalls hat das vorzüglich gemundet! :-)
Montag, 07.12.2009
GONNA SEE MY FRIEND
Man mag`s ja kaum glauben, was sich heute ereignete. Aber am 30.Juni ist der Onkel verhindert, denn: WEITER GEHT DIE WILDE HATZ!
"Pearl Jam announced today that they will play a series of select European festival and headlining tour dates in June and July of 2010. The band's European dates kick off in Dublin, Ireland at the 02 Arena and close at the Optimus Alive Festival in Lisbon, Portugal.
PEARL JAM EUROPE 2010
DATE CITY
22-June * Dublin, Ireland
23-June * Belfast, Ireland
25-June London, England
27-June TBD
30-June * Berlin, Germany
1-July TBD
3-July Arras, France
4-July Werchter, Belgium
6-July TBD
9-July TBD
10-July Oeiras, Portugal
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Die Sterneln kennzeichnen die bisher bekannten "richtigen" Konzerte, der Rest sind Festivals. Berlin ist selbstredend `ne Pflichtübung, hoffentlich kommt noch ein "ToBeDated" dazu, was man mitnehmen kann! Es darf spekuliert werden... ansonsten merke ich emotionslos und gewohnt trocken - unterkühlt folgendes an:
WOOOOOHOOOOOOOO!!!! Wuhlheide, ich komme! :-D
Dienstag, 10.11.2009
Just Breath
Für die passende Untermalung beim Lesen!
So, liebes Volk! Ich muß jetzt wirklich mal eine Lanze für den Ten-Club brechen(*knack*)! Was haben wir / habe ich mit diesem Haufen da schon alles erlebt in den letzten Jahren?!? Da wurden Bestellungen per Flaschenpost über den großen Teich geschickt, sodaß die Dinger irgendwann nach 3 Monaten einmal eintrudelten; Vinyls wurden in Schutzverpackungen verschickt, welche diesen Namen nichtmal ansatzweise verdient hatten. Auch kam es gerne mal vor, daß man irgend welche Restposten auf dem Speicher fand, deren Verjubelung groß ankündigte, als hätte man wunderwas für Mengen des Washington 2006 - Posters (*den heiligen Postergral der Neuzeit ehrfürchtig anbet'*) gefunden… und dann war der Zauber nach 30 Sekunden vorbei! „Out of Stock“ nennt sich das dann. Oder, noch perfider: „Temporarily out of Stock“! Das hat dann zur Folge, daß man die nächsten zwei Stunden wartend vorm Rechner sitzt, bis das endgültige “Aus” kommt. Auch legendär: Der TC-Karten-Vorverkauf für die 2007er Minitour! Ganz PJ – Deutschland… ach was: -Europa saß einen Abend lang vor nem abgeschmierten Server. Phlegmatisch hämmerte man im 5-Sekunden-Takt auf die F5-Taste ein um ja nix zu verpassen… passieren wollte aber nix! (Durch Zufall und einen findigen Forums-Moderator tat sich am Ende aber doch ein Schleichweg zum Kartenglück auf… na Gott sei Dank!). Sprichwörtlich dagegen schon: Die „Christmas – Single“… jedes Jahr wird der Versand großspurig angekündigt… man wolle dieses Jahr „as soon as possible“ oder „until Christmas“ den Kram vershippen. Wann kommen die Scheiben aber an?! Im April! Ja, man hat schon seine liebe Mühe und Not mit den Herren aus Übersee.
Auf der anderen Seite: Hey, die Jungs machen irgendwo auch nen verdammt guten Job! Wenn mal ne Sendung verloren geht, gibt’s anstandslos die Knete zurück, selbst wenn zu vermuten ist, dass das Päckchen jetzt in irgendeinem Schurkenstaat als Sitzmöbel dient. Dann wären da noch die netten Sondereditionen, die von Zeit zu Zeit aufgelegt werden und exklusiv an die Mitglieder vertickt werden. Auch die Christmas Singles an sich sollten hier lobend erwähnt werden. Mal abgesehen davon, dass einiges von der Songauswahl durchaus diskutabel ist, sind da mitunter echte Perlen dabei. Außerdem ist der Wertzuwachs quasi eingebaut, wenn man den Kollegen ebay bissel im Auge hat und sich anschaut, für welche Unsummen da einige den Besitzer wechseln. Ja, selbst diesen dämlichen „little birdy“, der irgendwelche Tourankündigungen, Album-Releases oder Ähnliches ankündigt, hat man mittlerweile irgendwie lieb gewonnen. Auch wenn das Viech mitunter barbarisch nervt, so erhöht es irgendwie jedes Mal die Spannung und Vorfreude. Aber an aller erster Front sei hier mal das Bootleg-Programm genannt! Jedes Konzert, auf dem man so war (gut, mit Ausnahme von 2007, was ich den Herren immer noch übel nehme *grrrrrrr DÜSSELDORF HABEN WILL*), kann man sich relativ zeitnah in professionell abgemischter Form bestellen und ins CD-Regal stellen. So geschehen auch dieses Jahr, nur eben gleich doppelt!
Nachdem letzten Donnerstag kurz nach 19 Uhr MEZ die Bootlegs der Europatermine im August endlich online gingen (bestellt wurde das Ganze dann 19:11 Uhr ;-)!), trudelten die Scheiben heute schon bei mir ein. Nun stehen in meinem Regal Rotterdam und Berlin vereint und einträchtig nebeneinander. Während das Holland-Boot grade meine Ohren erfreut, bin ich gespannt wie ein Flitzebogen, wie Berlin so rüber kommt. „Heimspiel“ sage ich nur… Heimspiel! Jedenfalls ist das Hören dieser Dinger so ne Art Verlängerung des Sommerurlaubs, irgendwie fange ich bei „Wishlist“ und „Nothingman“ aus Rotterdam unweigerlich an über beide Ohren hinaus zu grinsen… schön wars! Und bei „Nothing as it Seems“ oder „Rockin in the Free World“ oder gar „Glorified G“ in Berlin wird’s wahrscheinlich kaum anders sein. Weltklasse! Naja, ich verabschiede mich jetzt wieder in meine musikalische Abendgestaltung, ich wollte eigentlich nur mal „Danke“ sagen, lieber Ten-Club! Was die Bootlegs angeht: bitte weiter so! In meiner Vita ist wie in meinem CD-Schrank noch jede Menge Platz für neue Konzerte!
Keep on Rockin’!


Donnerstag, 22.10.2009
TRIBUTE

PS: Kommentare nur für Inhaber des Passierscheins A38 freigeschaltet! Siehe rosa Formular, zu erhalten an Schalter 6b.
Dienstag, 20.10.2009
ICH TU DIR WEH
Moinsen! Ich muss mich jetzt mal aufregen hier! Es ist ja schon ein alter Hut, dass deutsche Musik, zumindest in der radiorelevanten Breite, nicht sonderlich anspruchsvoll ist. Von Qualität möchte man angesichts der hiesigen Radiolandschaft und ihrer Verbrechen am Trommelfell ja eh kaum mehr reden. Aber von Zeit zu Zeit wird es nun mal besonders grausam! Da sich mein Uralt-Adapter grade frisch verabschiedet hat, bin ich statt auf meinen MP3-Player derzeit auf das Radioprogramm angewiesen. An sich ja nicht schlimm, auch mit der Dauerrotation von den Kings of Leon oder The Gossip könnte ich gut leben (mit diesem „Rusted from the Rain“ Schmonz von Billy Talent zur Not auch noch), aber manches, was da so aufkreuzt, verstößt echt gegen die Genfer Menschenrechtskonventionen. Nehmen wir mal heute Abend. Als ich nach nem mehr oder weniger stressigen Arbeitstag das KfZ betrat, ging die Hand reflexartig zum Radioknopf… das hätte sie mal lieber gelassen! Was mir da entgegenströmte, ja vor lauter Schmiere förmlich aus den Lautsprechern siffte, das machte aggressiv! Wer hat eigentlich festgelegt, dass „Ich und Ich“ eine ernst zu nehmende Band sein sollen, die man mit Verweisen auf „intelligente Texte“ anmoderieren darf! HÖRT MIR BLOß AUF! Die sind die Rosamunde Pilcher für die Ohren… nur halt ohne Irland! Und was macht Rosamunde Pilcher Filme erst sehenswert? – Richtig! – Irland! So einen hoffnungslos dusseligen Haufen von aneinander gereihten Phrasen ohne jedwede Aussagekraft, untermalt mit einem Weichspülbeat der selbst für einen Pop-Song noch zu glatt ist, habe ich ja seit Blue System nicht mehr gehört. GRAU – SAM! Nun gut, vielleicht ist das momentan auch einfalsch der falsche Zeitpunkt um mir so was anzuhören, wo sowohl die neue Alice In Chains als auch das jüngste Rammstein – Machwerk nebst den Eagels of Death Metal (heiiiiii… war das schöööön!) meine Ohren erfreuen. Aber andererseits: Scheißmusik bleibt nun mal Scheißmusik, tut mir leid! Lasst uns mal einen Blick auf die textlichen Auswüchse dieses ganzen Humbugs werfen:
„Ich hatte schon längst keine Hoffnung mehr
Doch jemand hat dich geschickt, von irgendwo her“
Joa… interessant. Redet der Knilch da von der Inspiration? Falls ja, frage ich mich allerdigns auch, wo zum Geier die herkam!
„Ich wusste nicht mehr genau was zählt
Nur: es geht nicht mehr weiter, wenn die Liebe fehlt“
Ei, hier haben wir scheinbar das Leitmotiv entdeckt: Liebe! Das ist ja nun mal ne originelle Idee finde ich, gibt eh zu wenige Pop-Songs die sich um „Liebe“ drehen, da kann man diese Marktlücke schon mal dreist besetzen!
„Du bist das Pflaster für meine Seele
Wenn ich mich nachts im Dunkeln quäle“

„du legst dich zu mir wann immer ich frier’
Im tiefen Tal wenn ich dich rufe, bist du längst da.“
Soso, kalt ists also, wenn Mann schon davon singt, dass Frau ihn wärmen muß, das ist ja so was von „Softie“… schenkt dem Typ Socken! Außerdem entlarvt diese Textzeile auch, wen das „lyrische Ich“ mit Liebe personifiziert, denn: „Drunt im Tal, da sitzt der kleine Ottiliiiiii“

Und nun folgt das absolute HIGHLIGHT des Schwachsinns, textlich gesehen versteht sich. Ja, ich würde es sogar mal als meine „Lieblingsstelle“ bezeichnen. Solch poetische Höchstleistungen fabriziert sonst nur der Dadaismus… nur dass der in gewisser Weise die Sinnleere zum Selbstzweck gemacht hat. Vorhang auf:
„Ich hatte schon längst den Faden verloren,
es fühlte sich an wie umsonst geboren,“
Treffer! Versenkt! Umsonst geboren, is klar! Ist es eigentlich legitim (mal abgesehen davon, dass die Reime generell gequälter rüberkommen als ein Masochistenkongreß in Japan), da nach einer genaueren Definition zu fragen?!? Mir könnte man das ja schon mal erklären, was „umsonst geboren“ ist und vor allem wie sich so was anfühlt. „Dumm geboren“, ja, das könnte ich ja noch einordnen, aber „umsonst“? Kafkaesk!!!
„Und jetzt die Gewissheit, die mir keiner nimmt,
wir waren von Anfang an füreinander bestimmt“
Das ist ja schön… eben noch gejammert, jetzt wird schon wieder fröhlich gesülzt! Come mal back ins Real Live du Noob!
„Bevor du kamst war ich ein Zombie,
gefangen in der Dunkelheit“
So, ein Anflug von Coolness durchstreift das labbrige Songgebilde, „Zombie“, das versprüht einen modrigen Charme, eine gewisse Trashigkeit und blutrünstige Rockerattitüde. Ja, was keiner gemerkt hat: Ich und Ich sind feinstes Doom-Metal! Noch nie wurde der Begriff „Zombie“ so missbraucht!
Zum Abschluß gibt’s dann noch mal einen (den dritten) Hinweis auf die SM – Fixierung des einen Ichs. Unterbewußt wird hier wieder eine Analogie auf die Peitschenpetra eingebaut, die im roten Ledercatsuit die Gerte schwingt um die Verfasser dieses Machwerkes („böser Junge“) angemessen zu maßregeln:
„du holtest mich aus meinem Käfig,
dein heißes Herz hat mich befreit.“
Käfig, ja wäre er doch besser drin geblieben.
Schlimm, das so was derzeit hochgejubelt wird, als wäre es der Weisheit letzter Schluß und das Beste, was die deutsche Musikszene so hervorbringt. Zudem sieht man Kollegen Weichspül mit seiner Mitsing-Ische ja auch noch als „tiefgründig“ an. Nach dieser Nummer ist das für mich vollkommen unverständlich. Da bietet doch die Inhaltsangabe meines Waschmittels mehr Spielraum für sinnvolle Interpretationen als dieses musikalische Verbrechen am guten Geschmack. Passend, dass dieses erbarmungslose Gesülze dann auch noch ohne den Anflug einer melodiösen Steigerung (geschweige denn einer hörbaren Drumline) auskommt. Vielmehr schiebt sich der Klangbrei zäh über die Gehörgänge und schleppt den sinnfreien Text gleich mit, bis beide gemeinsam irgendwo in einem nicht gerade einfallsreichen Fade-Out in der Bedeutungslosigkeit versickern!
Es ist doch nun wirklich nicht zu viel verlangt auch nur halbwegs aussagekräftige Texte zu schreiben… ich meine: Das ist doch deren Muttersprache, damit sollte man doch was anfangen können was über „umsonst geboren“ hinaus geht! Oder ist das zu viel verlangt, lieber „lyrischer Ich“?!?
Sonntag, 18.10.2009
DEATH BY SEXY (Eagles of Death Metal am 15.10.2009 in Dresden, Streaße E)
Ein Hooray an all euch Schnurrbartträger und Tastaturjockeys da draußen vor den Bildschirmen der Republik! Jetzt, da die Bundestagswahl gelaufen und die Steuerentlastungsversprechen der FDP als das entlarvt sind, was sie nun mal darstellen (nämlich riesengroßer Mumpitz!), braucht man die eine oder andere Abwechslung um sich von dem ganzen Ausschuß, der aus den undichten Stellen der Koalitionsverhandlungen trieft, ab und zu in mentale Sicherheit zu retten. Man braucht quasi eine Art denkbefreite Zone des Frohsinns, in welcher man dem „bürgerlichen Lager“ mal den `nen langen Schnurrbart drehen kann!
Und so begab es sich also, dass exakt, also auf den Tag genau, zwei Monate nach dem großen, konzerttechnischen Klimax des Jahres 2009 die wilde Hatz nach den musikalischen Leckerbissen des Rock`n Roll für mich weiter ging. Kurz nach der Mitteilung meiner Schwester, dass sich der Teufel persönlich mit seiner Schalmeienkappelle in unsere Lande wagt, war alles nötige in die Wege geleitet um am 15.10.2009 beruhigt ins Elbflorenz zu pilgern um sich 2009 auch noch die sagenumwobenen „Eagles of Death Metal“ auf die Konzertvita pinseln zu können. Yeahhhhh, was für ein Jahr; man kann es gar nicht oft genug betonen. Jedenfalls kamen Ende September dann auch die Tickets eingetrudelt und verschönerten fortan meine Pinwand.
Im Gegensatz zu vielen anderen Konzerten, bei denen man streng genommen nur am Tag des Gigs fit und aufmerksam in der Menge stehen muß, erfordert so ein EoDM – Konzi auch eine gewissenhafte Vorbereitung; sprich: Man(n) braucht `nen Schnurrbart! Ein Eagles – Konzert ohne Popelbremse ist ungefähr so, wie ein Grillfest ohne Bier! Also, wurde meinerseits erstmal über 14 Tage hinweg ein überaus edler Gesichtsrasen kultiviert, welcher dann am Tage des Konzerts formschön zu einem „Moustache deluxe“ zurechtrasiert wurde. Das wars dann auch schon mit Styling! Jeans und Bandshirt komplettierten dann noch das Outfit und ab gings im Seat Richtung Landeshauptstadt. Meine Schwester war, selbstredend, auch mit am Start und so lenkten ich den Ibiza, ähm… ich meine das Muscle Car *hüstel*, aus den Schnee bedeckten Gipfeln des Erzgebirges hinab ins Tal der Ahnungslosen! ;-)
Beeindruckend war mal wieder die Analogie zum Nick Cave Konzert im Juni: Das Wetter war beschissen! Entsprechend auch die Autobahnfahrt gen Dresden eher eine Qual als ein Vergnügen. Jedenfalls fanden wir die Reithalle gleich im ersten Anlauf, parkten unseren Straßenflitzer in einer Seitenstraße und verweilten zunächst noch ein dreiviertel Stündchen im Auto um dem Regen aus dem Wege zu gehen, welcher jenseits der Autoscheiben auf uns lauerte. Jo, die Vorfreude stieg so langsam an! Wer hätte das gedacht, dass man die Eagles dieses Jahr auch noch vor der Haustür serviert bekommt. Noch dazu mit der neu formierten Combo „Sweethead“, welche sich aus dem überaus kreativen Dunstkreis des Desert-Rock rund um die Rancho de la Luna heraus kristallisierte und die man sich alleine deshalb schon als alleinigen Headliner antun würde.
Nebenbei stand heute noch ein Wiedersehen mit Troy van Leeuwen (Sweethead-Gitarrist) und Mr. Joey Castillo (Trommel-feuerbeauftragter der Eagles) an, welchen wir 2005 ja schon mal auf dem Highfield im wahrsten Sinne des Wortes Aug`in Aug`gegenüber standen. Jedenfalls stapften wir zur angegebenen Einlasszeit vom Auto schnurstracks Richtung Eingang, wo uns, vor verschlossenen Toren, eine tobende Horde von insgesamt 10 Mann erwartete… . Bis die Türen dann zunächst zum Gelände allgemein und schließlich auch zur Halle an sich geöffnet wurden, hatte sich die Zahl immerhin schon verfünffacht! Das Ergebnis war ein recht angenehmer Einlass und ein schneller Zugang zu Garderobe und Bierstand. Zwischendurch noch ein T-Shirt (mit Schnurrbart!) am Merchandisingstand abgestaubt und sich dann gediegen mit dem Kösti (muß man mal wieder lobend erwähnen, dass man da nicht mit irgendeiner Plörre abgespeist wird, sondern auch richtiges Bier erhält) die Halle in Augenschein genommen. Also, ich muß mal sagen: Respekt! Klein, aber fein das Ding. Man ist quasi umzingelt von Bars und selbst von ganz Hinten ist die Sicht auf die Bühne noch richtig klasse. Hinzu kommt noch, dass Saal und Bühne in etwa gleich breit sind, was den Eindruck eines recht intimen Klubkonzerts noch verstärkt. Die Zahl der Anwesenden… hmm… sehr schwer zu schätzen. Ich würde das vielleicht mal so auf knapp 2000 schätzen, aber wie gesagt, so wirklich den Überblick hatte ich nicht.
Wir postierten uns schließlich etwa 20 Meter vor der Bühne in Barnähe. Während der ersten Vorband „This City“ war das noch alles recht luftig da, sollte sich aber selbstredend später ändern. Besagte Engländer lieferten einen recht angenehmen Auftakt in den Abend, schön rockig und beschwingt wurde sich durch den Auftritt gerockt. Das hatte was von „At the Drive In“, mit einem Sänger, der aussieht wie Jim Carrey wohlgemerkt. Aber war eine feine Sache und was Vorbands betrifft durchaus ein kleines Highlight 2009. Als die Herren fertig waren gings dann schließlich in eine erneute Verschnaufpause und der vordere Innenraum um uns herum füllte sich zusehends. Als dann die Umbauarbeiten fertig waren (Anm. d. Red.: Die dübelten da ein paar gigantische High-Hats ans Schlagzeug… unklar), betraten dann die von uns mit so viel Vorfreude erwarteten „Sweethead“ die Bühne: Troy, schick wie immer im schwarzen Anzug und knallrotem Seidenhemd gewandet, die Sängerin – in gewisser Weise analog zu ihrer Stimme – in einem schwarz-goldenem Abendkleid gewandet. Dazu noch ein gediegenes Drumkit nebst Bassist und fertig ist die Band. Jedenfalls schoben Sweethead die Stimmung fleißig weiter nach vorne, sehr gute Band! Klasse Liveperformance. Spätestens als sie zu „Great Disruptors“ ihren musikalischen Abendgruß ins Volk schickten, war die Halle somit auch ordentlich vorgewärmt für die Eagles. Die Umbaupause nutzten die meisten im Saal um sich noch ein bissel weiter gen Bühne zu schieben oder noch mal das konsumierte Bier hygienisch korrekt wieder zu entsorgen. Wir standen unterdessen erwartungsfroh an unserem Platz und beobachteten das hektische Treiben auf der Bühne. Zugegeben, viel musste man nicht umbauen: von Bühnendeko weit und breit keine Spur und die Instrumente sind auch recht spartanisch gehalten. Reduce to the Max. Ein Joey Castillo wirkte zeitweise recht einsam hinter seinem Schlagzeug. Aber was der Kerl dann mit diesem schon fast niedlich anmutenden Stück Instument anstellte war mal wieder über jeden Zweifel erhaben. Außerdem: He gave us MORE COWBELL!
Vielleicht sollte man, kurz bevor es los geht, mal die absurden Auswüchse des Rauchverbots erwähnen. Was in Behörden, öffentlichen Gebäuden und Kindergärten sicherlich Sinn macht, kann auf Rockkonzerten zu recht seltsamen Auswüchsen führen. Da verkrochen sich viele in irgendwelche Ecken und Nischen des Saales, nur um unbeobachtet vom Security-Sepp eine zu rauchen. Dem Sepp wiederum, schien das eigentlich vollkommen mumpe zu sein wer da (was) raucht. Jedenfalls schritt keiner ein und zum Hauptact traute sich dann auch die breite Masse sich eine anzustecken. Das Absurde an der Sache war eher, dass ich nirgends die obligatorischen, 12 Quadratmeter großen „Rauchen verboten“ Schilder entdeckt habe… und trotzdem diese breite Zurückhaltung. Mal ehrlich: Von einem Eagles of Death Metal Konzert nicht zugeräuchert heim zu kommen, das ist wie Duschen ohne nass zu werden!

(The DEVIL - Rampensau der Extraklasse!)
Jedenfalls ging dann irgendwann das Licht aus, die Überbrückungsmusik verstummte (btw: sehr feine Songauswahl Mr. Hughes, Respekt ) und die Eagles of Death Metal, angeführt vom Teufel höchstpersönlich betraten die Bühne! Der Saal find augenblicklich an zu kochen, noch bevor der erste Ton erklungen war. Hätte man es mit einer „normalen“ Band im engen Sinne zu tun gehabt, wäre der Verlauf ungefähr folgender gewesen: 1. ein kurzes „Hallo“, 2. Ein Kracher zum Einstieg, gefolgt von zwei bis drei weiteren Anheizern, 3. erste kurze Pause wenn das erste Dutzend Fans schon aus der Menge gezerrt wurde und der Rest der Audience auf Betriebstemperatur war, 4. sich in eben jener Pause ein bissel vom Publikum feiern lassen. Nicht so bei den Eagles! Jesse „The Devil“ Hughes, Rock`N Roll Inkarnation und Rampensau par excellance in Personalunion trat ins Rampenlicht und tat erstmal… NICHTS! Zumindest nicht aktiv. Wie in Stein gemeißelt stand der Kerl auf der Bühne, die Pilotenbrille lässig in der nach Hinten gekämmten Mähne steckend und streifte erstmal seinen Schnurrbart (den selbstbetitelten „Balken der Liebe“) zurecht und checkte erstmal das Publikum ab. Nachdem er zielsicher alle „Ladies“ im Publikum einzeln begrüßt, die knackengen Jeans gerichtet und sich in seinem extrem dekolletierten Shirt erstmal gefühlte 5 Minuten lang hat feiern lassen, besann er sich auf den eigentlichen Grund seiener Anwesenheit: Musik machen. Der Typ ist einfach eine Urgewalt, da betritt kein Musiker die Bühne, nein, das ist Mr. Cool himself. Der Einstieg gelang dann mit „I`ve Got a Feeling (Just Nineteen)“ auch gleich in famoser Weise. Thematisch, soviel war jetzt schon klar, würde sich das Konzert ohnehin um Sex, Drugs and Rock`N Roll drehen… ergänzt von der Huldigung des Schnurrbartes als männliches Modeaccessiore. Genau das wurde auch im ersten Part des Sets deutlich. Mit „Don`t Speak (I came to make a BANG!“ wurde auch gleich der nächste Testosteronrocker nachgelegt. „Bad Dream Mama“ und „Miss Alissa“ folgten und ließen die Masen förmlich abheben. Unterbrochen wurden die Songs nur von den kurzen Flirts des „Devils“ mit der anwesenden Damenwelt. Bereits nach den ersten Songs war klar, der Kerl hat heute abend noch nichts vor… NOCH nicht! Weltklasse. Bei jedem anderen, sagen wir mal Bono, wäre diese Bühnenshow in ein peinliches, prolliges Intermezzo ausgeartet. Aber bei Jesse erwartet man genau das, zumal er dies auch mit einem geradezu entwaffnenden Charme kombiniert. Kurz bevor mit „Now I`m a Fool“ erstmals der Gashebel ein wenig zurück genommen wurde, gabs mit „You are the best fuckin` crowd we had during this tour! Believe me, I`m not bullshitin` you!“ so was wie den finalen Ritterschlag für uns. Mal abgesehen davon, dass diese Band sicherlich jeden Konzertsaal zum brodeln bringt, kochte die Halle schon ordentlich, so dass ich persönlich geneigt war dem Devil zu glauben. Nachdem „Shasta Beast“ das Tempo noch mal anzog und „Already Died“ wieder für eine kleine Verschnaufpause sorgte, gabs dann erstmal die nächste Testosterondusche vom Bühnenrand. Irgend ein fahrlässiger Zeitgenosse hatte Jesse doch tatsächlich das Wort „Pussycat“ ins Deutsche übersetzt, was dieser nun auch ausgiebig zu benutzen wusste (verbunden mit wahren Kanonaden von Handküssen, die er ins Publikum schoß). Der nächste Song brachte die Halle dann mal so richtig zum brodeln „Stuck in the Metal“ wurde angestimmt, wer „Reservoir Dogs“ gesehen hat: OHR! Jedenfalls wurde mir bei dem Song erstmal bewusst, dass neben Jesse mit Mr. Joey Castillo, Dave Catching und Brian O`Connor noch ein paar andere Hochkaräter auf der Bühne standen. In der One-Man-Show des Devil ging das etwas unter, aber gerade Joey Castillo prügelte diesen Song so unbarmherzig nach oben, dass man gar nicht umhin kam, ihn zu bemerken. Ein Monster an den Drums! Geniale Version jedenfalls und auf der Bühne brach spätestens jetzt die reine Spielfreude aus. Diese erreichte dann bei „Secret Plans“ wieder einen neuen Höhepunkt, bevor man sich (und uns) mit „English Girl“ und „Anything c’ept the truth“ erstmal wieder eine kleine Verschnaufpause gönnte. Bereichert wurden die Pausen weiterhin mit Jesses Ansprachen. Es ist der Hammer, wie dieser Kerl mit jeder Geste den Rock versprüht! Er scheint schier unfähig zu sein, ohne Fliegersonnenbrille und geordnetem Schnauzer auch nur einen Ton aus seiner Klampfe hervor zu bringen. Jede Bewegung wird also zelebriert, jede noch so kleine Zweideutigkeit in den Texten mit einem breiten, bärtigen Grinsen kommentiert. Das einzige Problem war, dass die kurzen, knackigen Songs zwar unbarmherzig zu zünden vermochten, aber wir nun schon das Ende vom Mainset erreicht hatten. Zwei Songs sollten noch kommen… zwei großartige Songs möchte ich hinzufügen. Die ultimative Testosteron-Freakshow erreichte nun mit „Whorehoppin`(shit, goddamn, I`m a Man!)“ Level 10. Die Halle brüllte den Refrain mit, Jesse ging am Mirkofon ab und mir persönlich wurde mein Setlistwunsch Nr. 1 erfüllt (Nr. 2 blieb mir leider versagt, denn „I`m your Torpedo“ wurde nicht hervor gezaubert, soviel sei verraten). Vor dem letzten Song des Hauptteils vergewisserte sich der Devil noch persönlich, wie es denn den „Ladies“ im Saal ging und ließ praktisch jede einzeln antworten. Die Selbstironie folgte dann mit „I want you so Hard (The Boy’s Bad News)“ freilich auf dem Fuße und das Mainset wurde aber so was von rockig beendet! Wahnsinn. Diese Band macht richtig gute Laune, mal abseits von political correctness und sozialkritischen Themen, die irgendwie verwurstet werden um beim Publikum einen Lerneffekt hin zum besseren Menschen zu erwirken. Die Eagles sind purer Unterhaltungsrock auf einem ganz ganz hohen Level! Also war die stimmung auch entsprechend gut, als Jesse die Bühne nach kurzer Pause alleine wieder betrat und sich Song Nr. 1 des Zugabenteils vom Publikum zurufen ließ. „What should I play for you now?“ Klar, dass ihm da der halbe Bandkatalog engegen geschwurbelt kam, letztenendes machte dann „Cherry Cola“ das Rennen und wurde von Mr. Cool alleine performt. Sehr geil, den Song mal nur mit E-Gitarrenuntermalung zu hören. Irgendwann während der 2. Zugabe zeigten dann auch wieder die Deutschstunden Wirkung, indem Jesse das, was er da vorne tat, als „Rock`N Roll with mein Schnauzbart“ bezeichnete und diesen genüsslich zurechtzupfte. Für den Rest des Zugabenteils schien man entschieden zu haben, dass, zusätzlich zur Cowbell, auch noch eine weitere Gitarre nötig ist um uns mal so richtig zu rocken. Also betrat Troy Van Leeuwen erneut die Bühne und stieg bei „I only want You“ gleich mit ein. Die Eagles mit drei Gitarren, weltklasse. Vor allem da mit Troy ein weiterer Könner am Start war und in Verbindung mit Castillo gleich noch mal ne Ecke mehr Druck in die Songs brachte (QOTSA lässt grüßen, da haben die zwei das ja perfektioniert). Im selben Lineup wurde dann „Wannabe in LA“ herungtergebrettert und Jesse verwandelte sich so langsam in einen Derwisch, der wie von der Tarantes gestochen über die Bühne fegte, die ersten Reihen anheizte und wild gestikulierend hinterm Mikro abging. Wahnsinn, besonders das nun (leider) folgende letzte Stück „Speaking in Tongues“. Gitarrensolo von Troy und gen Ende ein Dialog aller drei Saitenbretter waren formschön eingebaut. Nachdem der letzte Ton verklungen war, musste man den Devil, der wie ein Rumpelstilzchen am Bühnenrand entlang wütete förmlich von der Bühne zerren.
Das war Rock in Reinform! Wenn die Kerle so weiter machen, dann kann die Mancademy von Burger King einpacken, denn ohne Eagles Konzi gibt’s dann kein Diplom mehr! Wir standen nach dem Konzert jedenfalls mehr oder weniger geflasht in der Halle, frisch überrollt von einer Walze aus Rock`N Roll der alten Schule und einem Jesse Hughes in Bestform. Schade, dass es so schnell vobei war, aber beim nächsten Mal sind wir auf jeden Fall wieder am Start. Das lasse ich mir dann nicht entgegen! Denn wenn die Eagles den Saal zum Kochen bringen und Jesse die „Ladies“ glorifiziert und den Schnauzer bürstet… (oder umgekehrt), dann ist das Einzige, was diesen Kerl in prasselengen Jeans, mit Sonnenbrille und Schnurrbart noch vom Erringen der Weltherrschaft abhalten kann, wohl Alice Schwarzer als Endgegner im letzten Level! Denn da würde selbst der Devil kapitulieren… denn die bekommt nichtmal er „moustachifiziert“! ;-)
Dienstag, 15.09.2009
BAD DREAM MAMA
Guten Tag, liebe Fernsehwelt! Heute, zur Abwechslung zu all den Lobhudeleien auf us-amerikanische Schalmeienkapellen, möchte ich mich mal wieder der guten, alten Flimmerkiste widmen… und vor allem dem Wahnsinn, der sich darin abspielt! Der Vernunftmensch ist ja schon viel Elend gewohnt! Da wird vom „Partyluder“ bis hin zur „Society-Lady“ alles medial verwurstet, was bei drei nicht auf den Bäumen ist (meist mangels mathematischer Kenntnisse). Hauptsache möglichst nackt, hohl und primitiv! Solange die Message ordentlich sinnleer ist, darf sich jeder C-Promi mal vor die Kamera zerren lassen um Sätze wie „ich trage heute „Lui Fotton und einen zwölfgranätigen Verlobungsring von Loddar“ in die Linse zu hauchen, bevor er/sie sich den 12.000$ Schampus über den Nerzmantel kippt. Dazu noch ein paar Gewichtsprobleme der Marke „totale Kalorienverweigerung“ und fertig ist eine abendfüllende Moderation von Frauke Ludowig. (Was uns alles erspart bliebe, wenn die einfach Sportreporter geworden wäre… stellt euch das mal vor!) Freilich kann man nicht verlangen, dass man, zumal auf RTL, von sämtlichen Dummfug verschont bleibt. Tja, das dachte sich auch o.g. Sender und entwarf das Format „Schwiegertochter gesucht“. Mittlerweile muß man nicht mal mehr semiprominent sein um sich vor einem Millionenpublikum komplett vom Obst machen zu dürfen! Nein, man muß nur noch solo sein (meistens MIT OFFEBNSICHTLICHEM GRUND), bei Mama wohnen und sollte darüber das Interesse am weiblichen Geschlecht, egal wie rudimentär es nur noch ausgeprägt sein mag, noch nicht ganz verloren haben. Wenn man das alles erfüllt, schickt RTL seinen Moderationshamster ins traute Heim und man darf sich dann aus den umfangreichen Zuschriften die zwei passenden Lebensabschnittsgefährtinskandidatinnen aussuchen. Die dürfen dann den Nerd und seine Mama ein paar Wochen besuchen und sich dabei eine epische Schlacht um die Gunst des Angebeteten liefern. Am Ende entscheidet sich dann der Typ für eine dieser Uschis, die andere wird heulend wieder in den Regionalexpress nach Castrop-Rauxel gesetzt und Mutti ist froh, dass sie nun zwei hoffnungslose Fälle bekochen darf! So oder so ähnlich steht’s wohl im Sendekonzept.
Als ich letzte Woche beim Zappen da hängen blieb, dachte ich mir: „Mensch, das kuckst du dir jetzt mal an! Hast eh grade massiven Bock auf Fremdschämen!“ Gesagt, getan! Glücklicher Weise war das auch noch Sendung Nr. 1, wo die ganzen Heinis da schmalztriefend vorgestellt wurden. Das klang dann alles ungefähr so:
„Das ist Friedhelm. Friedhelm ist 56 Jahre als, kommt aus Ammershausen und wohnt mit Elsbeth, seiner 83jährigen Mutter auf einem malerischen Gehöft. In seiner Freizeit spielt unser pensionierter Schlafwagenkapitän mit dem großen Herz gerne Hallenhalma oder lässt es im Folkloreverein so richtig krachen. Dabei, so berichtete uns Friedhelm, geht es auch schon manchmal recht lustig zur Sache (** kurze Einblendung eines am Tisch sitzenden, seinen Kaffee „schwarz“ trinkenden Friedhelm der verwegen grinst… im Hintergrund ertönt Semino Rossi m/ **). Doch trotz seiner offenen, freundlichen Art hat der sympathische Draufgänger die Frau fürs Leben noch nicht gefunden, dabei sehnt er sich doch so sehr nach einer lieben Gefährtin, die mit ihm das Leben und noch viel mehr teilt (**an dem Punkt wird’s für Leute mit zu viel Phantasie so langsam eklig!**) Denn Friedhelm hatte in seinem Leben noch keine Freundin (**Einspieler eines traurig dreinblickenden Friedhelm und im Hintergrund „Hurt“ von Johnny Cash für die entsprechende Stimmung**)!“
Jetzt folgen noch ein paar mit Schlager- und Herzschmerzmusik untermalte Szenen von Friedhelm, wie er durch sein Kuhdorf latscht und schmachtend in den Sonnenuntergang schaut bevor er zu Mutti und der frischen Hausmannskost zurück kehrt. Anbei noch das Wunschprofil der Angebeteten: „lieb“ soll sie schon sein und sonst zählen eh nur die inneren Werte! Aber kochen können sollte sie „wie Mutti“ und auch bereit sein zu ihm in die suburbane Inzuchtzone zu ziehen. Außerdem wäre „reich“ und trotzdem „genügsam“ noch nett. Wenn sie dann auch noch aussieht wie die agrikulturelle Version von Paris Hilton, dann könne man sich die Alte ja schon mal ankucken… oder Mama?!? Naja, jedenfalls bekommt der Typ dann Besuch von der moderierenden Heimsuchung des Privatfernsehens, die natürlich das ganze Elend, was dessen Lebensalltag so auszeichnet, auch noch ganz witzig zu finden scheint (so wie die dauernd ins Antlitz des Suchenden grinst). Die hat dann einen Postsack mit allen Zuschriften für den betreffenden Kandidaten dabei, aus dem er freie Auswahl hat. Bei einem der Typen waren dies im Übrigen spektakuläre drei Briefe! Streng genommen konnte der sich nicht zwei aussuchen, sondern musste nur entscheiden, welche er weg lässt! Kurz darauf werden die Ischen dann via Interregio ins Hinterland gekarrt und die Freakshow beginnt erst so richtig!
„Margot und Wilhelmine freunden sich bei einer Tasse Tee mit Friedhelms Mutti an. Die stürmische Margot, die sofort seine Hand ergreift, hat es Friedhelm besonders angetan (**Einblendung Friedhelm: „Die Margot, die hat`s mir besonders angetan mit ihrer stürmischen Art!“ *debiles Grinsen*), während Elsbeth noch skeptisch ist. „Die Wilhelmine finde ich sehr nett. Die kann für meinen Friedhelm sorgen, wenn ich mal nicht mehr bin! … wie? … ach ja, die Margot… die Margot ist auch nett!“. (**Klartext: Margot hat schon verloren; vom Hausdrachen rigoros aussortiert!**).
So wird sich dann bei Kaffee und Kuchen durch die Belanglosigkeiten gesmaltalkt, bis Friedhelm sich unter wütenden Blicken seiner Mutter Margot krallt und einen romantischen Spaziergang durchs Dorf wagt. Dabei latscht man über ein Heuwiese, trinkt aus nem Bach und wenn die Trulla Glück hat, gibt noch ne Blume ins auftoupierte Haupthaar gesteckt. Dann eine einminütige Szene, wo die Kamera beide von hinten filmt, wie sie Hand in Hand auf das Friedhelmsche Gut zu wandern. Aus dem Off ertönt „One Moment in time“ und der Moderationskaschper säuselt: „Friedhelm und die selbstständige Hundefrisöse scheinen sich auf Anhieb zu verstehen. Schon nach einer halben Stunde gemeinsamen Spaziergangs ist der Funke übergesprungen! ** Einblendung Friedhelm „Der Funke ist schon sofort irgendwie … ja… übergesprungen, kann man schon… sagt man das so? Ich kann mir eine Zukunft mit Margot vorstellen, und vielleicht auch Kinder!“ Das elsbethsche Damoklesschwert, welches über der „jungen Liebe“ schwebt wird getrost verschwiegen. Daheim angekommen sitzen Wilhelmine und die Mutter mit vorwurfsvollen Blicken in der Bauernküche und trinken Kaffee aus potthässlichen Porzellantassen. Friedhelm, lädt auf Drängen seiner Mutter nun auch Elsbeth zu einem Spaziergang ein. Margot verbleibt mit Mutter in der Küche…!
„Wilhelmine und Friedhelm besuchen seinen Kumpel Karlheinz im Nachbardorf. Dabei haben sich unser Junggeselle und die 42jährige Zitronenfalterin sehr viel zu erzählen.“ Objektiv gesehen laufen die beiden wortlos nebeneinander her seit Friedhelm zunächst sein Frauenbild (anno 1492) und anschließend seine Vorliebe für Gummischlüpfer mit Noppenstruktur erwähnte… aber so was kann man dem TV-Volk ja „schönmoderieren“. Bei Karlheinz angekommen bekommt Wilhelmine zunächst auch von diesem ein paar sexistische Sprüche gedrückt, bevor sie mit zwei Körben selbstgezogenen Kohlrabi aus Karlheinz` selbst gedüngter Privatzucht den Heimweg antreten (die Körbe trägt natürlich sie)! Wieder zu Hause angekommen, hat sie die Schmähung aus lauter Kamerageilheit aber schon wieder vergessen und biedert sich ihrem Peiniger fröhlich lachend weiter an. Margot ist inzwischen „abgereist“. Friedhelm, der sich beiläufig über den frischen Erdhügel im Garten wundert, ist enttäuscht von ihr und beschließt nun, Wilhelmine zu ehelichen (**** Einblendung Friedhelm „Der Funke ist schon sofort irgendwie … ja… übergesprungen, kann man schon… sagt man das so? Ich kann mir eine Zukunft mit Wilhelmine vorstellen, und vielleicht auch Kinder!**) Mutter Elsbeth beglückwünscht ihn noch, während sie die blutige Axt wieder zurück in die Kammer stellt. Anschließend noch ein paar abstoßende Kußbilder der beiden Delinquenten und ein Rotfilter über die Kamera gelegt. Dann wird schwammig zum nächsten Vollheinz übergeblendet, welcher nach selbem Strickmuster mit einer Leidensgefährtin versorgt werden soll!
Boahhhhhh, war das GRUSELIG!!! Also man hält es gar nicht für möglich, was für Typen in diesem Land wohnen! Und vor allem noch nicht entmündigt sind! Das ist alles mal wieder Volksverdummung erster Kategorie! Ich gebe auch zu, dass das Ganze irgendwie unterhaltsam war, das hatte so was wie die „Faszination des Abartigen“! Man muß sich das ungefähr so vorstellen wie Norman Bates in „Psycho“… nur halt ohne Altersbeschränkung!
Montag, 07.09.2009
NEW DARK AGES
Jaja, es ist mal wieder so weit: der Wahltag rückt näher! Am 27.09.2009 wählen wir unseren Cheffe… oder die Chefin (wies derzeit ausschaut). Jetzt fangen sie wieder an, die Tage des verbalen Donners. Da wird, Koalition hin oder her, unbarmherzig aufeinander eingeprügelt und sich gegenseitig die ohnehin nur rudimentäre Kompetenz abspenstig gemacht… Moment… irgendwie doch nicht! Man hat das Gefühl, dass gerade die Kanzlerin ihre Kontrahenten totkuscheln will. Nix mit „böse, unfähige SPD“, viel mehr prangt die Angie mit der Sicherheit der eigenen Eindrittelmehrheit von den Pappschildern und schweigt in Richtung „FW“. Aber darum solls mir hier gar nicht gehen, viel mehr um diese ganzen Splittergruppen und ehemaligen FDP – Ortsvereine, die sich irgendwann selbstständig machten (*rofl*). Denn, reden wir nicht drumrum: Bei uns kann mittlerweile jeder Schmock seine eigenen Interessenvertretung gründen. So kommt es dann zu so drolligen Dingen wie der „Biertrinkerpartei“ oder, was ich viel putziger finde: den „Violenten“… nee… Moment… die „Violetten“ meine ich. Die fliederfarbenen Kuscheldemokraten. Da wir, als mündige Bürger, als Souverän, als Wahlzettelausfüller erster Ordnung, uns aber auch über die informieren sollten, bevor wir am Ende vollkommen unüberlegt eine ernst zu nehmende Partei wählen, haben wir quasi die Pflicht uns mit denen mal auseinander zu setzen. Genauer gesagt: Mit deren Programmen. Die Violetten haben da nen ziemlich einfachen Slogan „Für spirituelle Politik“ Hmm, kein Witz, DAS MEINEN DIE ERNST! Innenpolitisch mag das ja noch harmlos sein, wenn man da die Krankenkassenbeiträge geflissentlich nach unten meditiert und demnächst statt den bösen, bösen Soldaten Kompanien von Yogis ins Oderbruch schickt wenn da mal wieder der Deich wackelt. Aber außenpolitisch kann man das doch nicht bringen. Schick so einen verdrehten Heini mit seinen Räucherstäbchen mal nach Teheran um dem Mahmoud seine Bomben auszureden… der denkt doch wir betteln um den Erstschlag! Dabei betteln die doch eigentlich um Frieden… kafkaesk! Ansonsten findet sich bei denen aber nicht viel Verwertbares auf der Seite… mal abgesehen von einer Weltsicht, die eine breiige Mischung aus „All you nee dis Love“ und dem neuen Testament zu sein scheint… kafkaesk. Was ich dabei aber so RICHTIG faszinierend finde, ist folgender Leitsatz:
„Die Schöpfung entspringt einer geistigen Quelle, die unter verschiedenen Namen wie z.B. Gott, Göttin, Vater-Mutter-Gott, Allah, JHWH, Brahma, Schöpfergeist, Universelle Intelligenz, Tao oder Es bekannt ist.“ (HP der Violetten)
Für mich haben die Typen sich mit genau diesem Leitsatz aber entlarvt… außer dass er recht einseitig ist, bezieht er auch die Möglichkeit ein, dass ES der Schöpfer ist!

"ES"
Und genau an dem Punkt wird mir als altem King-Leser Himmelangst!
Anderes, nicht weniger abschreckendes Beispiel: Die Tierschutzpartei. Süß. Da gibt`s dann den Karnickelminister und die Ab- und Umsattelprämie für Profireiter damit die wieder zu Fuß gehen. Fleisch können wir uns gleich abschminken, dann gibt’s nur noch Beilagen! So wie wir heute zum Tanken ins Ausland pilgern, werden wir dann wohl freiwillig gen Österreich pilgern, nur um mal wieder ein anständiges Wiener Schnitzel zu bekommen. Und auf dem Rückweg werden wir dann vom Zoll gefilzt… mit vegan ernährten Schnitzelhunden, die, unterernährt wie sie sind, auch noch das letzte Stückchen Gulasch im Sitzpolster aufspüren. Viel schlimmer wird dann aber das Gefühl der gesellschaftlichen Ächtung sein die uns, uns harmlosen Carnivoren, dann entgegen schlagen wird. Fahlhäutige, blätterlutschende vom Skorbut zerfressene Teilexistenzen werden plötzlich das gesellschaftliche Leitbild sein. Kein Mensch wird mehr Kontakt mit Nutzvieh haben, es sei denn im Streichelzoo (wenn der überhaupt noch genehm ist…). Von Fleisch und den ganzen, gesundheitspräventiv wirkenden Antibiotika darin mal ganz zu schweigen! Gute Nacht, wenn dann die Schweinegrippe zuschl… ähm… die Vogelgrippe zuschl… BSE zu… ach Scheiße! Killerbienen! Genau… GUTE NACHT, WENN DANN DIE KILLERBIENEN ZUSCHLAGEN!!!!!
Die Trilogie der Unvernunft soll nun aber mit der PBC abgerundet werden. Die Partei der Bibeltreuen Christen. Ja, die gibt’s auch, nur WARUM ist mir nicht klar. Wofür die stehen? Nunja, orgiastische Swingerparties und Black Metal werden es wohl kaum sein. Viel mehr, wen wunderts, christliche Werte in der Hardcore-Version. Hardcore deshalb, weil das mit Vernunft und gesundem Menschenverstand in einer aufgeklärten Gesellschaft nix zu tun hat. Allem voran der propagierte „Ausstieg aus der Homosexualität“. „Untermauert“ von allerlei Bibelzitaten wird da eine derart unterschwellige Art von Hetze betrieben, Gott bewahre dass die hier jemals was zu sagen haben! Die Säkularisierung soll komplett aufgehoben werden und Deutschland de facto zum „Gottesstaat“ umgemodelt werden. Bevor jetzt wieder Streitereien über die Analogie zum Islamismus los gehen: Welcher Gott die Politik macht ist im Grunde genommen doch egal. Auch auf den übrigen Gebieten haben die nicht wirklich viel Sinnvolles zu bieten. Wer innenpolitisch nicht mindestens ein Mal das Wort „Länderfinanzausgleich“ benutzt, der ist doch sowieso nicht ernst zu nehmen. Statt dessen redet man zielsicher an der Realität vorbei. Was zum Beispiel soll uns der wirtschaftspolitische Leitsatz sagen, der da lautet: „Die Wirtschaftspolitik der PBC, Partei Bibeltreuer Christen, richtet sich nach den Maßstäben der Bibel: „Du sollst Gott deinen Herrn lieben und deinen Nächsten lieben wie dich selbst.““?!?!? Das, meine Damen und Herren, ist die hohe Kunst des Nichts-Sagens! Jeder Kredithai hätte doch seinen Spaß mit denen, die unterschreiben einem doch alles, wenn man nur versichert, dass man es gut meint! Und das mit dem „Liebe deinen Nächsten“ ist auch relativ… sogar intrakonfessionell! Kleines Beispiel gefällig?!? Gerne, denn gegen Katholiken hat man als Bibeltreuer scheinbar was:
„Wir sagen NEIN zur Entmündigung von rund 500 Millionen EU-Bürgern (mit Ausnahme der Iren) (…)“ (PBC Wahlprogrammauszug)
Soso, ausgerechnet bei den eigenen Glaubensbrüdern auch noch zickig werden! Das haben wir ja gerne! Alles in allem ein riesengroßer Kokolores! Von mir aus kann ja grundsätzlich jeder das glauben, was er will! Jedenfalls so lange, wie er nicht andere damit belästigt oder gar gefährdet! Wo ist denn da der biblische Gedanke von Nächstenliebe? Abgewrackt?!
Noch nie war ich so froh über die 5% Hürde wie gerade jetzt, da ich die Browserfenster der Homepages dieser politischen Untergrundorganisationen wieder schließen kann! Die einen haben einfach nur spiritistisch einen an der Klatsche und die anderen wollen selbige der Fliegen zuliebe ganz abschaffen! Daß die Bibeltreuen am Ende in den Bundestag einziehen… da fällt mir nur eins ein: GOTT BEWAHRE!!
Sonntag, 30.08.2009
HEIMSPIEL -> Pearl Jam 15.08.2009 Berlin, Wuhlheide
Da wir uns standesgemäß (hey, wir waren auf Band-hinterher-reise-Urlaub) in einem Hostel eingenistet hatten für die kommenden Tage, war das mit der Verspätung auch recht unproblematisch. Nachdem wir also unser recht spartanisches aber unterm Strich schon passendes Zimmer bezogen hatten, trudelte auch meine Schwester, welche die Anreise separat verwirklichte, schon ein. Gemeinsam trollten wir uns dann in den angrenzenden Norma um die Nahrungs- und Genussmittelversorgung sicher zu stellen. Nach einem gemeinsamen Picknick mit der angehenden Jungfamilie Z. (Grüße an euch ;-) ), welche am Folgetag auch das Konzert genießen sollte, ließen wir den Tag dann im Hostel mit einem gepflegten „Pivo“ ausklingen.
Aufstehen war dann eine halbe Stunde vor Frühstücksdeadline angesagt, also schnell den wässrigen Kaffee gekippt und das eine oder andere Brötchen reingedreht und wieder aufs Zimmer; Mittagsruhe halten. Die Mädels waren ja eh shoppen. Zwischendurch noch fix den frisch installierten „Bierschrank“ im Norma aufgefüllt und dann gechillt und innerlich noch mal Rotterdam Revue passieren lassen. Aufbruch gen Wuhlheide war für ca. 14 Uhr geplant, was sich als eine elend lange Zeit des Wartens heraus stellte. Jedenfalls schmissen wir uns dann in Schale (meine geliebten Chucks und das dunkelblaue Bandwagon – Shirt bildeten meine Garderobe. Da unsere Unterkunft recht günstig zur Wuhlheide lag, brauchten wir nur ca. 20 Minuten und ein Umsteigeintermezzo mit der S Bahn, bevor wir an der Wuhlheide angelangten.

Am Ziel!
Es war also noch nicht einmal 15 Uhr nachmittags, als wir uns zu viert auf den Weg Richtung Veranstaltungsort machten. Wir schwammen mit einem minütlich anschwellenden Strom von Pearl Jam Fans durch den lichtdurchfluteten Wald. Spätestens als wir dann das Eingangstor sahen, vor welchem meine Schwester und ich vor mittlerweile fast 3 Jahren geschlagene 7 Stunden verharrten um auch ja noch in den FOS Bereich zu all den TenClubbern zu kommen, spätestens da waren wir angekommen am Sommerabend! Nun, da wir dieses Jahr aber 10C – Karten hatten, ließen wir jenes legendäre Tor (und auch zwei besoffene Italiener auf einem Tretauto *rofl*) im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und umrundeten die halbe Location um zu unserem Extraeingang zu gelangen. Die Ausschilderung war quasi nonexistent, weshalb ich einen dieser Securityheinis um Rat bat. Nach weiteren 15 Minuten Fußmarsch kamen wir dann auch am FEZ an, vor dessen Toren der Fanclubeingang dann auch platziert war. Schnell waren die Karten nebst der „Special – Entry“ – Bändchen (in einem schnieken Grün diesmal) abgeholt und es ging in typischer PJ – Vorkonzertmanier zum Relaxen auf die Wiese. Schön relaxte Stimmung, vom Ambiente her sogar noch eine Ecke chilliger als Rotterdam, was sich aber beim Einlass leicht änderte. Zwischen Bierchen und Bulette noch das eine oder andere Schwätzchen mit den Leutchens aus dem Forum gehalten. (Btw.: Ich weiß, dass das bissel versnobt rüberkommt, aber VERDAMMT, es war einfach geil, wenn man mal die Fragen nach dem voran gegangenen Konzert nicht stellt, sondern beantwortet! ;-) ). Als wir uns irgendwann kurz vor 17 Uhr dann langsam gen Schlange bewegten wurde uns klar, dass mit der Organisation des Fanclub Einlasses irgendwas schief gelaufen sein muß. Die gewohnte, reibungslose Abfertigung, die für den 10C sogar im Organisationssodom Düsseldorf halbwegs geklappt hatte, funktionierte nicht so recht. Early Entry konnte man quasi knicken, wir waren zwar mit die Ersten, aber das Normalvolk mischte sich auch so langsam unter uns „Auserwählte“. ;-) Jedenfalls suchten wir uns eine recht bühnennahe Position auf Mikeys Seite und als diese Position gesichert war, war erstmal Mercandise Zeit! Also auf in den Kampf am Merch-Stand und zwei der so herrlich schrägen Kunstrucke eingeheimst. Bis ich diese dann aber in der Hand hielt, musste ich erstmal so eine Art Moshpit überstehen… ein Eldorado für Frotteure war das… . Aber es hat sich ja gelohnt, am Ende hängt der in Eichenlaub gerahmte, totenköpfige, blutverschmierte Schnurrbartmetzger mit gigantomanischem Fleischerbeil jetzt gerahmt schräg über mit. Ach ja, Würste sind auch drauf *lol*. Feines Poster, rein künstlerisch bestimmt nicht so komplex wie Rotterdam, aber dafür mit einem doppelten Gaga-Bonus meinerseits versehen!

Männerposter!
Praktischer Weise gab es die Posterrolle wieder dazu, wenngleich die Quantität der losgetretenen Poster schon etwas wehmütig stimmt. In Düsseldorf musste man die Poster selbst als Tencluber hart erkämpfen bevor die relativ geringe Anzahl ausverkauft war. In Berlin war davon keine Spur mehr, sodaß die Dinger wohl langfristig keinen Wertzuwachs á la D-Dorf hinlegen werden. ;-) Aber egal, jedenfalls ging’s dann zurück in den Innenraum. Das Warten auf die Band wurde langsam unerträglich. Wetter war perfekt, wir waren da… es konnte also los gehen! Aber was machten die Jungs: Ließen uns noch zwei Stunden schmoren. Dazu noch mit ein paar leicht bemesserten Polen in unserer Nähe. Aber was nimmt man nicht alles auf sich?!? Außerdem...
...wußten wir uns schon die Zeit zu vertreiben! ;-)
Als dann endlich Gomez die Bühne betraten setzte die erste Welle der Erleichterung ein. Nicht etwa, weil die so gut sind (auch wenn ich das Berlin-Set um Längen unterhaltsamer fand als den Auftritt in Rotterdam) sondern viel mehr, weil man die in 30 Minuten somit auch abhaken konnte. Noch mal: Schlecht sind Gomez nicht, nur als Einheizer halt ungeeignet. Jedenfalls groovten wir so gut es ging mit (Highlight des Sets mit Abstand wieder „How we Operate“) und als die Kerls die Bühne wieder räumten stimmten wir in den obligatorischen „Opener – Ratespaß“ ein. Ich war mir ja so was von sicher, dass heute die Stunde von „Release“ schlagen würde… ENDLICH. Weiter waren noch „Long Road“ und ggf. ein hingesummtes „Sometimes“ in der Verlosung wenn man sich mal so grob umhörte. Daß es am Ende nicht Release war, mag nicht unbedingt überraschen bei der Bandbreite, welche die Jungs so hinlegen bei Konzerten; wesentlich überraschender ist wohl, dass ich das mit dem abstand von 2 Wochen auch ganz gut so finde. Release wäre zwar als Song wahnsinnig toll gewesen, wenn wir ihn als Opener bekommen hätten, nur hätte das irgendwie nicht zum Konzert gepasst. Ebenso wenig, wie sie hätten mit Indifference aufhören „können“. Beides will ich unbedingt noch mal hören, aber dass es in Berlin nicht geschah, war unterm Strich gut so!

Ungefähre Standortangabe in Rot!
Jedenfalls warteten wir diesmal nicht ganz so lange wie in Holland, aber immer noch lange genug bis die Jungs die Bühne endlich betraten. Da waren sie wieder, zwei Tage nachdem wir sie frenetisch aus Rotterdam verabschiedeten standen sie wieder auf einer Bühne vor uns. Jedenfalls wurde diesmal statt einer ruhigen Begrüßung wieder die Rockerkeule ausgepackt. Ähnlich wie 2006, als mit „Go“ gleich richtig losgespurtet wurde, packte man mit „Why Go“ wieder eine schnellere Nummer aus. Mit dem kleinen Unterschied vielleicht, dass „Why Go“ noch ein wenig hymnenhafter ist. Bewundernswert, dass die Menge gleich voll da war. Refrain und vor allem die zum Mitklatschen animierende Basslastigkeit des Songs ließen die ganze Wuhlheide gleich mal anständig abgehen! Selbst dass es noch hell war als diese Töne einsetzten konnte da nicht wirklich stören, zumal der Genosse McCready schon beim ersten Solo unterstrich, dass er im Vergleich zu Rotterdam wohl nichts an Spielfreude eingebüßt hatte. Yes! Was folgte war nun mit „Hail Hail“ der ultimative Rocker der „No Code“. Noch so ein Kandidat von der persönlichen Wunschliste gleich zum Beginn. Der Zuschauerchor sang sich zudem so langsam ein und Eddie, der sichtlich nüchterner die Bühne betrat als in Rotterdam, strahlte gleich bei den ersten zwei Songs jede Menge Spaß aus.
Weiter gings mit einem recht frühen „Fixer“. Also der Song ist Live eine Bombe! Gut, das mag an den anfangs so ungewohnten „Yeah-yeahhh-yeahhhh`s“ liegen, die Live einfach mal zünden, aber mittlerweile halte ich den für ne ganz tolle Nummer! Auch wenn das Album erst Mitte September raus kommt, die Nummer zündete trotzdem schon verblüffend gut. Nach diesen drei Brettern zum Einstieg gabs nun ein „Guten Abend“ von Eddie und mit „Corduroy“ den nächsten Sing-Along. Wenn man sich so umschaute, sah man überall tanzende Menschen und emporgereckte Arme. Als 17.000 Anwesende rhythmisch klatschten um Mikeys nächstes Killersolo zum Abschluß des Songs einzuleiten, konnte man so für sich selbst das Zwischenfazit ziehen, dass die ganze Veranstaltung hier dem Jahr 2006 nicht sonderlich hinterher hinken wird. Eddie verlaß vor dem nun kommenden ruhigeren Block wieder ein paar Worte in holprigem Deutsch und dann nahm die Band mit „I am Mine“ erstmal den Fuß vom Gas. Was auf das herrliche Midtempostück der Riot Act folgte war nun aber der HAMMER! Die Jungs haben ein recht ausuferndes Repertoire an Balladen die nach I am Mine passen würden, aber sie zogen mit „Nothing as it Seems“ gleich mal wieder einen meiner absoluten Lieblingssongs aus dem Zylinder! Seit 2001 schaffte er es lediglich bei 27 Konzerten auf die Setlist und ward in Europa zuletzt am 29.Juni 2000 in Oslo gehört. Eine dieser fast schon hypnotischen Balladen der Jungs, die einen einfach nur durch das Konzert treiben lässt. Vom Erklingen des ersten Tons bis zum letzten Saitenanschlag durch Mikey träumte man sich durch den Song. Zumal man nicht wirklich merkte, dass der schon relativ lange nicht mehr gespielt wurde… tolle Version! Am besten trifft einen so was immer noch überraschend.
Im Anschluß gabs mit „Untitled“ und „MFC“ die fast schon zusammengeschweißten Brüder im Geiste. Wenn es bei Pearl Jam so was wie „Easy Listening“ gibt, dann wohl MFC. Man wurde aus der dann doch schon so dunkel – süßen Umklammerung von „Nothing as it Seems“ recht angenehm wieder heraus gerockt. Großartig. Und weil wir grade dabei waren abzugehen, gabs mit „Gods Dice“ und vor allem dem unvergänglichen „Even Flow“ nebst Drum-Solo fröhlich weiter auf die Mütze. War schon irgendwie beruhigend, Even Flow wieder als Konstante bei den Konzerten zu haben, ein Konzi (Düsseldorf) ohne das Lied reicht dann auch. Außerdem ist das Dingen nach Alive der ultimative Mitsinger der Jungs, da kocht dann jede Location! Vor Even Flow gabs übrigens eine ziemlich einmalige Sache. Eddie ließ auf Grund Platzmangel (Stichwort: Fehlender FOS – Bereich) die gesamten Massen mal kollektiv drei Schritte zurücktreten… und es klappte! Kopenhagen hin oder her, ich hätte nicht gedacht, dass das funktioniert.
Mit „Unemployable“ und „Severed Hand“ war dann wieder Avocado-Time. Während ersterer schön rockte und Live auch wesentlich markanter und mitreißender ist als auf CD, zeigte sich bei Severed Hand mal wieder wie unglaublich gut die Jungs zusammenspielen können. Unfassbar, man merkt denen den Spaß an dem, was sie machen richtig an.
Mit „Light Years“ wurde dann gleich schön hochqualitativ weiter gemacht. Toller Song, der zudem wieder etwas das Tempo raus nahm. Man konnte im wahrsten Sinne des Wortes erstmal wieder Luft holen. Schon der leichtfüßig eingespielte Einstieg war genial gewählt um etwas die Spannung raus zu nehmen.
Um vor dem großen Finale des Mainsets aber noch ein bissel mehr Luft schnappen zu können, gönnte man uns Daughter (mit Blitzkrieg Bop – Tag). Großartige Version, auch dass Eddie das Tag ein wenig vernachlässigte um statt dessen seinen Spaß mit dem Publikum zu haben (Motto „Ich mach` Blödsinn, wer macht mit?“) störte da nicht wirklich, im Gegenteil. Die Wuhlheide jedenfalls schien in diesen Momenten ein einziger Chor zu sein! Zu schade, dass „Black“ nicht kam, das wäre bei dem Potential an Stimmen und Stimmung zur Naturgewalt ausgeufert.
Wie versprochen: Der Ausstieg aus dem Mainset fiel dann wieder eine Runde rockiger aus. Nach dem neuen „Got Some“, das wie erwartet wieder die Masse in Schwung setzte, konnte mit dem seltenen aber in meinen Ohren großartigen „Glorified G“ (sorry Klenne, aber da musstest du durch) erneut gepunktet werden. Für die Nostalgiker gabs dann noch mit „Brother“ eine Artefakt aus längst vergangenen tagen, was wohl durch die Arbeiten an der neu abgemischten „Ten“ wieder Einzug in den Bühnenkatalog fand. Danach dann das große Finale mit „Insignificance“ (jaja, nach Düsseldorf zum 2. Mal gehört) und als Abschlußkracher dann „Do the Evolution“ WOOOO-HOOOO da gings noch mal so richtig ab. DTE, was mittlerweile, als einer der wenigen Songs der Jungs, in die Setlist einzementiert ist, prügelte die Stimmung unbarmherzig nach vorne. Und so verabschiedeten wir die Band mit einem geradezu irren Chor in die kurze Spielpause. Wenn man das Bootleg hört wird einem erst mal bewusst, wie es da abging! Von vorne bis hinten ist diese Version einfach nur geil! Der „Hallelujah“ – Chor von Stone persönlich angestachelt – topt in meinen Ohren alle vier anderen Konzerte noch, das beste DTE was ich bisher gehört habe! Wie immer war der Song viel zu schnell vorbei. Zu einem Zwischenfazit kam ich gar nicht wirklich, erstmal war man ohnehin viel zu sehr geflasht von der Spielfreude und der überaus schmackhaften Songsauswahl, andererseits musste man sich auf das Kommende vorbereiten… soweit das überhaupt ging. Die Jungs öffneten an diesem Abend wiedermal die eine wahre Setlist – Wundertüte. Da fiel es schwer irgendwelche Prognosen über die Encores zu treffen. Wie zum Beweis betrat Eddie mit Jeff zunächst alleine die Bühne. Jeff, seines Zeichens eigentlich Bassistengott vom Dienst, schnappte sich eine akustische Gitarre und nachdem Eddie sich erstmal für den bislang so angenehmen Abend bedankte (Scherzkeks… das müsste eher andersrum laufen), stiegen die beiden ausgerechnet mit „Bee Girl“ ein. Bee Girl…. Alter! BEE GIRL!!!! :-D Spitze! Und danach der direkte Übergang zu „Betterman“ in Form eines unglaublichen Wuhlheide-Chors. Gänsehautfeeling pur war das. Rotterdam bekam schon eine top Version von Betterman präsentiert. Dadurch, dass Eddie in Berlin den Massen aber nicht ins Wort fiel und wir die erste Strophe komplett alleine sangen, wurde der ganze Song noch mal um eine ganze Ecke gepusht. Unglaublich, wie dieses erste Encore startete. „Betterman“ war und ist für mich die beste Version des Songs bisher… das toppt Madrid 2006, wo der Song als Opener ähnlich gut ankam, noch mal um Längen! Auch das „Save it for Later“ Tag schlug bombastisch ein. Es war so richtig schade, als das Lied vorbei war.
"Betterman"... ohne Worte! (PS: Achtet mal auf Stonie, wie Schmidtchen Schleicher ;-)
Die Jungs hatten sich offenbar einen gemäßigten Einstieg in den ersten Zugabenblock vorgenommen, denn sie ließen „Given to Fly“ folgen. Die Wuhlheide war mittlerweile ein kollektive Party geworden. GTF wurde zudem zwei frisch vermählten gewidmet. Eddie brachte es mit seinem leicht dahingelallten „viel Glugk“ wohl auf den Punkt. ;-) Alle die den Song für „tot gespielt“ halten: Schande über euch! Klar kommt der auf fast jedem Konzert mittlerweile, aber wer bei GTF im Innenraum steht und DAS erlebt, was in berlin los war, der kann eigentlich nichts dagegen haben, wenn das Lied hin uns wieder live ausgepackt wird.
Jetzt wurde aber bis zum Ende des Abends der Raritätentresor gaaaaaanz ganz weit geöffnet! Den Anfang machte die 32. ever played version of „Hard to Imagine“. Sooo schön der Song! Wieder was zum treiben lassen und im Rhythmus schwelgen. Irgendwann auch mal lauthals mitsingen und, so intensiv wie die Jungs das Ding spielten, fast schon mitleiden. Die instrumentellen Parts getragen von Mikeys Top-Form! Unter anderem gabs heute wieder eine kleine Einlage der Marke „ich kann euch auch hinterrücks die Hammerriffs spielen“… Mr. Mike McCready, der Lionel Messi der Plektren! Wahnsinn! Auch dass die Jungs dem Song fast 2 Minuten zum Ausklingen ließen, begleitet vom Klatschen der Massen, war ein weiterer Grund diesen Moment auf den Olymp der bisher gehörten PJ – Songs zu hieven! Da kann er es sich dann mit den ca 3 Dutzend anderen Songs gemütlich machen! ;-)
Als „Rausschmeißer“ aus dem ersten Zugabenblock folgte nun Die Hymne schlechthin: „Alive“! Der ultimative Mitsinghöhepunkt des Abends. Diesen Refrain aus ca 17000 Kehlen zu hören ist einfach un-glaub-lich. Vorn auf der Bühne stürzt dazu noch der Eddie wir von der Tarantel gestochen über die Bühne. Weltklasse; unsere „Hey-Hey-Hey“`s muß man doch noch bis Potsdam gehört haben….
Hier mal der Beweis für unsere Form bei Alive! Ich hab bewußt mal ne Aufnahme bei youtube gesucht, wo das, was im Publikum abging zumindest zu erahnen ist!
Leider endete der Song halt in der 2. Encore Break. Wieder eine kleine Verschnaufpause, die aber durch die selbst gewählte Form der Bandbegrüßung verkürzt wurde. Die Jungs wurden mit dem guten, alten „Ooooooooooooooooohhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh“ in fußballeresquer Manier wieder auf der Bühne willkommen geheißen. Eddie, der den Sinn dieser Übung immer noch nicht so ganz erfasst hat, betrat wieder sichtlich gerührt die Bühne und spielte ein wenig mit der Tonhöhe der Masse herum. Ich glaube ihm gefällt das Spielchen, aber er sollte sich langsam mal erklären lassen was wir eigentlich von ihm wollen. ;-) Jedenfalls beeindruckte ihn der ganze Spaß so sehr, dass er Berlin quasi den Persilschein für anstehende Tourplanungen ausstellte.
Nun wurde es aber… kafkaesk!! Man stieg mit „Angie“ von den Stones ins 2. Encore ein (BTW: seit 1993 zum erst dritten Mal gebracht die Nummer)! Aber als Überleitung zum anstehenden „Elderly Woman“ perfekt das Ganze. Zumal nach einer kleinen Phase der Irritation das Publikum auch bei Angie textsicher einstieg (naja, Kunststück…). Jedenfalls war „Elderly Woman“ dann auch umso mitsing – intensiver und vor dem anstehenden Power-Goodbye der letzte Moment der Ruhe der uns gegönnt wurde! ;-)
Dank eines unbekannten Helden mit einem riesigen „Faithful“ – Schild bekamen wir diesen Hammersong dann als nächstes zu hören. Dafür wurde dann zwar „Green Disease“ von der Setlist gestrichen, womit meinereiner aber bei dem Ersatz ganz gut leben kann. Außerdem hatte ich Green Disease schon vor 3 Jahren in Berlin erleben dürfen. Faithful dagegen war neu und entsprechend toll war es dann auch diese Nummer zu Hören zu bekommen. Meiner Meinung nach einer dieser vollkommen zu Unrecht missachteten Songs der Band! Der geht auf der Yield irgendwie unter, wasw eigentlich sehr sehr schade ist.
Nun, soviel sei schon mal verraten, standen die letzten drei Songs eines unglaublichen Abends an, der gewohnheitstreu mit „Yellow Ledbetter“ enden sollte. Vorher wurde aber noch mal so richtig am Gashebel gezogen und seit 1993 erstmals wieder „Sonic Reducer“ in Europa ausgepackt. Ein Powersong, der einem kaum Verschnaufpausen lässt und unablässig nach vorne marschiert. Nochmal ordentlich abgehen war angesagt… aber als Eddie dann mit „Ich glaube ihn hier zu spielen hat eine große Bedeutung“ ausgerechnet „Rocking in The Free World“ ansagte, da packte die Menge noch mal die geschundenen Stimmbänder bei der Ehre und verwandelte den Song zu einer wahren Wahnsinnsversion! Keine Ahnung ob es nun an der grundsätzlich grandios aufgelegten Band lag, den voran gegangenen zweieinhalb Stunden puren Konzertwahnsinns oder einfach daran, dass Berlin die Nummer 20 Jahre nach dem Mauerfall quasi geschenkt bekommt… RITFW ging unvergleichlich ab! Werde ich nie vergessen diese sieben Minuten! Danke!
Das erwähnte „Yellow Ledbetter“ ließ dann noch mal die ganze Wuhlheide den großen Abschiedschor zelebrieren. Die Nummer ist immer ein wenig traurig, egal wie toll der Song an sich auch ist. Also schwelgten alle noch mal in den frischen Erinnerungen an das eben gemeinsam durchlebte Konzert und ließen die Band mit lautem Getöse ihren wohl verdiensten Feierabend antreten, freilich erst, nachdem „Mr. Spielfreude“ gut zwei Minuten lang mit dem Hauptriff spielte und sowohl den Song als auch den ganzen Abend sanft zur Ruhe legte. In diesem Moment verstand man auch, warum Eddie sich plötzlich vor dem noch versonnen spielenden Mike auf die Knie warf und sich verbeugte. Stellvertretend für alle Anwesenden quasi.
NAIS, Hail Hail, Hard to Imagine, Faithful, Glorified G, Light Years, Sonic Reducer und RITFW in EINEM Konzert, dazu noch ein Dutzend Hammersongs und KEIN „Come Back“… hätte mir das einer vor dem Konzert gesagt, ich hätte nur noch gefragt wo man das kaufen kann, was der Typ nimmt! ;-) Selbst mit 15 Tagen Abstand ist das Konzert noch unfassbar grandios gelaufen. Die Setlist alleine, egal wie großartig sie auch aussieht (und mal ehrlich, die ist einfach der Hammer) kann das Konzert nicht wirklich beschreiben. Es war zwar nicht zu erwarten, aber im Vergleich zu Rotterdam wurde hier noch ordentlich eine Schippe drauf gelegt… und Rotterdam war schon ein wahnsinnig toller Abend.
Jedes Konzert der Jungs ist irgendwie anders und daher auch nur schwer vergleichbar. Das sind keine Setlistperfektionisten, die pro Tour eine Setlist entwerfen, die dann auf Teufel komm raus durchgezogen wird (gelle, Mr. McCartney?!?). Nur mal so als Hinweis: Berlin war mein mittlerweile viertel Konzert der Jungs, auf dem ich immer noch 15 Songs geboten bekam (von insgesamt gespielten 30!), die ich vorher live noch nicht erleben durfte. Von insgesamt 116 gespielten Stücken auf besagten vier Konzis waren 73 unterschiedliche Songs dabei. Die Quote ist einfach mal geil! :-D Aber egal, so wie das klingt haben die Jungs sich ernsthaft mit dem Gedanken angefreundet nächstes oder spätestens übernächstes Jahr wieder zu kommen. Dann freilich mit dem „Backspacer“ im Gepäck. Aber wenn ich da von „The Fixer“ oder „Got Some“ ausgehe, muss man sich um das Album wahrlich keine Sorgen machen.
Unterm Strich bleibt ein wahrhaft großartiger Urlaub mit zwei denkwürdigen Konzerten. Ich fange jetzt mal lieber an mit Sparen für die angekündigte Euro-Tour ;-)… Jungs, sagt mir wo und wann und DER ONKEL GEHT WIEDER AUF TOUR!!!!
Setlist:
Mainset:
Why Go
Hail Hail
The Fixer
Corduroy
I Am Mine
Nothing As it Seems
Untitled
MFC
Gods' Dice
Even Flow
Unemployable
Severed Hand
Light Years
Daughter(Blitzkrieg Bop)
Got Some
Glorified G
Brother
Insignificance
Do The Evolution
Encore 1
Bee Girl
Better Man(Save it for Later)
Given To Fly
Hard To Imagine
Alive
Encore 2
Angie
Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town
Faithful
Sonic Reducer
Rockin' In The Free World
Yellow Ledbetter
Sonntag, 23.08.2009
HALF FULL
Na Servus. Jetzt, da das Event schon fast 14 Tage zurück liegt, kommt endlich der versprochene Blogg-Eintrag zu meinem kleinen Mini-Tour- Urlaub mit Pearl Jam. Besser spät als nie denke ich! :-) Außerdem ist so auch gewährleistet, daß ich nebenher so ganz geschmeidig das Bootleg vom Berlin Konzert hören und wieder in Stimmung kommen kann! Was waren das für zwei Abende, der Wahnsinn! :-D
Fangen wir der Einfachheit halber mit Rotterdam an. Rotterdam, Sportpalais Ahoy am 13.08.2009. Ausgangspunkt unserer langen reise war das malerische Ruhrgebiet, von wo aus wir über eine der gefühlten 47 Autobahnen, welche sich da pro Quadratkilometer tummeln, gen Drogensumpf düsten. Wir brachen früh auf, da wir uns mit einem "Tag am Meer" in die richtige Konzertstimmung bringen wollten, sprich relaxt an die ganze Sache ran gehen. So kam es dann auch, daß wir zunächst einmal die Nordseeküste ansteuerten, uns dem langen Marsch durch die Dünen stellten und ein paar entspannende Stunden am und im Wasser verbrachten! Immer im Hinterkopf die kommenden Ereignisse, welche keine 45 Autominuten entfernt in Rotterdam auf uns warteten. Als wir gegen 15 Uhr wieder aufbrachen, chilligen Gemütes und optimal entspannt, verflogen die wenigen Kilometer vom Strand bis zum Ahoy (btw: klasse Ausschilderung, Daumen hoch liebe Tomatenschänder!) geradezu. Als wir dann in der noch recht überschaubaren Schlange zum Parkplatz standen, erwischten wir, Murphy sei Dank, mal wieder den langsamsten Schalter. Beim freundlichen und leicht hyperaktiv angehauchten Schrankenbediensungsheinz angekommen wurde auch klar woran das lag... der Kerl war einer von der kommunikativen Sorte! Und so kam es dann, daß wir zunächst eine bandspezifische Fangfrage beantworten mußten, bevor der Knilch uns die Zufahrt gewährte. Dank meinem groben Übersichtswissen Pearl Jam betreffend stellte diese erste Prüfung aber auch keine wirkliche Hürde dar. Den Skoda wegrollsicher abgestellt und dann zog es mich schon magisch zur Halle hin. Zuerst aber noch die obligatorische Beinkleidung angelegt (ohne meine Chucks geht bei PJ - Konzis NIX) und dann latschten wir schon auf den sich langsam bevölkernden Vorplatz des Ahoy zu. Vorbei an der spärlich gefüllten 10c - Schlange, welche sich größtenteils in der prallen Sonne und mit Hopfenkaltschalen auf den Pflastersteinen lümmelte. Joa, dachte ich, gute Idee! Und nachdem wir sodann auch in unserer Schlange (vorerst) Platz genommen hatten, erkundete ich das unweit von uns "tobende" Volksfest und organisierte erstmal ein Heineken nebst Cola. Wir ließen uns das jeweilige Getränk im Sonnenschein munden, beobachteten 50jährige Knispel bei Kiffen (kein Scherz, der Opi hat sich da wirklich einen rein gezogen) und genossen die entspannte Vorkonzertstimmung, die PJ Konzerten irgendwie eigen ist. Da wird nicht 4 Stunden vor Einlaß bereits gedrängelt, nein, da sitzt man eher bei nem Bierchen irgendwo auf der Wiese und fachsimpelt. Jedenfalls schniekten wir dann ca. ne halbe stunde vor Einlaß in „unsere“ Schlange und ließen uns in aller Ruhe in die Halle spülen. Die Irritationen kamen daher, dass wir ja nur noch Sitzplatzkarten ergattern konnten, keine Innenraumkarten, aber selbstverständlich zunächst in der Innenraumschlange landeten. Aber da wir das noch zeitnah mitkriegten nahm sich das von der Wartezeit her nicht viel. Im Ahoy angekommen zunächst mal schnurstracks zum Merchandisestand gerammelt und sich das Poster gesichert. Ein sehr schickes Teil, was Ames Bros da zusammengezimmert hat.

Schickes Teil: Rotterdam 2009 Pösterchen
Zur Sicherheit auch gleich mit Posterrolle aus stabiler Pappe, diese 2 Euro Extrainvestition sollten sich im Laufe des Abends noch mehrfach lohnen. Als das alles erledigt war, suchten wir unsere Sitzplätze auf. Den Befürchtungen zum Trotz waren die eigentlich top, seitlich der Bühne, erste Reihe und optimale Sicht auf Mikey, seine Saitengottheit himself. Aber irgendwas fehlte noch… Bier! Genau, also diesen Missstand auch noch fix beseitigt und dann dem Beginn entgegen gefiebert. Die Halle war vielleicht zur Hälfte gefüllt, als mit Gomez die Vorband die Bühne betrat. Hmm… ich möchte den Herren ja nicht zu nahe treten, aber von allen Openern, welche die Jungs in den letzten Jahren so anboten, waren die echt die schnarchigsten. Schlecht waren sie nicht, nur halt als Vorband irgendwie fehl am Platze. Streng genommen wartete ich nur darauf, dass die endlich fertig wurden um die Bühne den Göttern zu räumen. Das geschah dann auch relativ fix, also nach nicht mal 30 Minuten hatte sich „Gomez“ schon wieder backstage zur „Mortisha“ geschert und die Umbauten auf der Bühne setzten hektisch ein.
Nun folgte aber leider eine etwas lange Pause bevor die Jungs sich endlich blicken ließen. Spannend war, dass zunächst die Setlists verteilt und dann scheinbar 10 Minuten später wieder „korrigiert“ wurden (wie gesagt, wir hatten für solcherlei Beobachtungen sozusagen Logenplätze). Als Eddie dann seinen Wein neben das Mic gestellt bekam war die Spannung dann schon fast unerträglich… als dieser vom Roadie XY dann aber wieder backstage gebracht wurde, war sie dann nicht mehr auszuhalten. Aber keine 5 Minuten Später ertönte das neue Orgelintro und die Jungs betraten die Bühne… wobei „betreten“ in Eddies Fall wohl eher ein Euphemismus ist. Streng genommen torkelte Ed die Stufen empor, und stellte den Traubensaft dann wild gestikulierend wieder neben das Mikro. Eieiei, der hatte schon ordentlich was geladen, angesichts der Tatsache, dass wir uns in den Niederlanden befanden, war auch nicht allzu schwer heraus zu finden, was dies sein könnte. ;-) Jedenfalls war dies dann der Moment, in welchem die große „Opener Frage“, welche man sich vor jedem Gig stellt, mehr denn je brannte. Es wurde spekuliert und die vergangenen Shows heran gezogen (doppelt Opener gibt’s eher selten… oder doch nicht?!?). Spannung! Ich für meinen Teil hätte mich über ein gediegenes „Release“ im Vorfeld gefreut… oder „Long Road“ und nur zwei zu nennen. Aber wie es nun mal so ist, man liegt bei PJ immer ganz weit daneben wenn man da vermutet und so wurde mit „Elderly Woman behind the Counter in a Small Town“ eröffnet. Das, muß man vielleicht dazu sagen, geschieht nicht so wirklich oft. Aber die ersten Töne waren angeklungen und… mir gings gut :-D ! Da freut man sich ein halbes Jahr auf seinen Urlaub und die kleine Konzertreise und als es dann los geht, ist schon der erste Song Anzeichen genug, dass das ein ganz ein toller Urlaub wird! Small Town wurde seitens der Band richtig zelebriert und ohne Eile gespielt. Highlight die Textzeile „I just want to scream „Hello!““. Ich habe keine Ahnung wie viele in dieses Ahoy rein passen, aber die, die da waren, die kannten den Text. Sehr schön! Auch der Sound war klasse, was 2007 ja so etwas das Problem gewesen war (wir hatten Gott sei Dank einen guten Platz erwischt damals). Jedenfalls war jetzt gleich mal klar, dass die kommenden Stunden ne richtig feine Sache werden würden. Nach dem ruhigen Beginn wurde dann „Last Exit“ ausgepackt. Es wurde schnell, es wurde laut, es wurde gerockt! Nebenbei auch noch der erste „ungehörte“ Song für mich, sprich, einer den ich Live noch nie erleben durfte. Daß von der Sorte in Rotterdam insgesamt 13 und in Berlin (trotz Rotterdam) noch mal 15 kommen würden, davon wagte ich nicht mal zu träumen! Aber so kam es. Als die Massen so langsam warm gerockt waren, wurde „Animal“ ausgepackt! YES! Das Ding ging los und mich hielt es nicht mehr auf dem Sitz! Man muss vielleicht dazu sagen, dass man da akutes Aufstehverbot erteilt bekam. Sobald man sich erhob kam einer der Ordner die Treppen herunter geflitzt um einen wieder in den Schalensitz zu zwingen. Ja, das war Mist, gebe ich zu. Zumal ich nach „The Fixer“ (erster neuer Song vom kommenden Album und Live ne richtig feine Nummer) und ¾ von „Given To Fly“ dann wieder besagten Ordner-Heinz an der Backe hatte. Widerwillig ließ ich mich dann nieder. Bloß gut, dass das folgende „Severed Hand“ auch im Sitzen ein Genuß war. Wer allerdings denkt, ich hätte den Rest des Abends sitzend verbringen müssen, der irrt sich gewaltig. Kaum war „Severed Hand“ verklungen rissen die ersten Takte von „Why Go“ alle unstehenden Leute aus den Schalensitzen… in welche wir uns dann auch nicht wieder zurück verirrten bis das Konzert zu Ende war. Die Ordner kapitulierten dann wohl vor so viel zivilem Ungehorsam… Gott sei Dank! Jedenfalls konnte zu „Why Go“ dann so richtig gerockt werden. Eine tolle Version, den FOS-Berich mal von oben zu beobachten, statt selbst drinnen zu stehen hatte auch was, aber ein wenig Wehmut kam natürlich auch auf, als man sah, wie die da unter direkt vor Eddie abgingen. Aber es gab ja noch Berlin und bis jetzt wars auf der Tribüne auch ganz muckelig. Highlight war jedes Mal, wenn Mikey zu einem seiner Soli ansetzte… mein Gott, war der gut drauf an dem Tag! Was der mit der Klampfe anstellte… Wahnsinn! Außerdem flirtete der Mann wieder massiv mit dem Publikum, unsere Seite adoptierte er fast (nachdem wir lauter waren als die von Stone).
Vor dem nächsten Highlight („Brother“) wurde noch „Dissident“ eingebaut. Ich gebe ja zu, dass der Song nicht so wirklich mein Fall ist, live hat er aber schon was. Brother wiederum ließ mich mit dem seltsamen Gefühl des „nicht - textsicher - Seins“ zurück, was mir bei PJ normalerweise nicht so schnell passiert. Aber bis vor ein paar Monaten war der Song nun mal nur als Instrumental bekannt. Aber schön wars auf jeden Fall! Mit „Gone“ wurde dann die erste Christmas – Single ausgepackt (gut, schaffte es dann sogar bis auf die Avocado das Ding). Ich mag Gone, schönes Midtempo-Stück, das dann so langsam aber sicher Fahrt aufnimmt. Ähnlich wie das heilige „Present Tense“. Danach wurde wieder hymnisch gerockt zu „Even Flow“, ganz großer Moment für mich! Ich liebe diesen Song einfach seit den frühen 90ern. Mike packte wieder ein tolles Solo aus und auch Matt an der Schießbude trommelte sich bei seinem Einzeleinsatz brav nen Wolf. Ganz großes Tennis. Als die letzten Takte verklungen waren wurden auf der Bühne Instrumente gewechselt und die entstehende, kleine Pause zum Lufthohlen genutzt. Was nun kam (was wir natürlich noch nicht ahnen konnten), war einfach nur der Hammer! 3 Songs die man nicht erwartet hatte, über die man sich deshalb nur umso mehr freute und die auch noch bombastisch einschlugen! Los ging diese Trilogie mit „Wishlist“. Super Version, toll gespielt und schon bei den ersten Tönen ging ein enormes Raunen durchs Publikum. Eddie „schleimte“ sich dann noch mit einer Zusatzstrophe bei Rotterdam ein. Als, während Ed die letzten Töne ins Mikro nuschelte, Jeff zu seinem Standbass griff, sah ich schon die Zeit für „Daughter“ gekommen… aber Pustekuchen. Mit „Nothingman“ wurde eine weitere Rarität ausgepackt. Eine geradezu göttliche Ballade, die viel zu selten live ausgepackt wird. Eine wahre Hammerversion obendrein! Die Jungs ließen sich förmlich vom Song tragen und die Spielfreude, welche man ihnen den ganzen Abend schon überdeutlich anmerkte, erreichte einen ersten Höhepunkt. Großartig! Das ganze Ahoy schien vor sich hin zu träumen und den Song zu genießen. Wahnsinn. Als dann auch noch „Half Full“ hinterher geschossen wurde war das Mainset bereits als „großartig“ in die Geschichtsbücher gemeißelt. Spitze! Und wo wir alle schon so in balladesquer Tagträumereien versunken waren wurde mit „Black“ auch noch mal unbarmherzig nachgehakt. Naturgemäß entwickelte sich der Song dann zu einem kollektiven „Sing – Along“ und das minutenlange „düdüdüdü-düdüdüüüüü…. Düdüdüdü-düdüdüüüü…“ durchzog die Halle zum Abschluß. Drittes Konzert, drittes Mal „Black“ so was nennt man wohl „Glücksschwein“! ;-) Mit „Got Some“ und dem Brecher „Go“ wurde das Mainset dann noch mal energetisch abgeschlossen. Ersteres als zweiter Song vom neuen Album mit ungeheurem Live-Faktor und bei „Go“ wurden dann Erinnerungen an Berlin 2006 wach, wo die Jungs uns mit diesem Kracher begrüßten. Geiler Abschluß und durch die erste Encore-Break auch genug Zeit zum Luft schnappen bevor es weiter ging. Während die Halle die Rückkehr der Jungs auf die Bühne lauthals einforderte fragte ich mich, wie das denn noch weiter gehen sollte heute, Eddie, Mike, Stone, Jeff, Matt und der gute Boom setzten einfach mal einen grandiosen Standard für die kommenden Tage.
Eddie schlurfte nebst dem Rest der Band irgendwann wieder auf die Bühne und moderierte ein in die holländische Luft gehämmertes „Life Wasted“ an. Schnell, hart, energiegeladen! Nachdem nun jedem klar war, dass es ohne jedweden Verlust an Power weiter ging, wurden die Hymnen ausgepackt! Mit „Betterman“ wurde mir wiederum ein Songwunsch der Priorität 1 erfüllt. Eddie vermasselte, ähnlich wie beim darauf folgenden „Daughter“ zwar den Einsatz ein wenig, aber der Chor der tausenden Anwesenden kompensierte das locker. Richtig schöne Songauswahl und am Ende von Daughter noch ordentlich das Publikum einbezogen, das Konzert wollte gar nicht aufhören besser zu werden. Auch wenn man sich schon im ersten Zugabenblock befand dachte man keinen Moment an das unweigerlich näher rückende „Yellow Ledbetter“ und das einhergehende Ende des Abends… mal voraus gesetzt, dass „YL“ überhaupt gespielt wurde… an einem Abend wie heute wäre auch ein „Indifference“ *schmacht* als Closer möglich. Aber so weit waren wir noch nicht. Mit „Lukin“ und „Comatose“ wurde noch mal so richtig eingeheizt bevor das hymnische „Alive“ fast schon traditionell die erste Zugabe beendete. Außerdem kochte die Halle dabei noch mal so richtig, kein Wunder. In den letzten Jahren scheinen die Jungs den Song auch wieder so richtig genießen zu können, schön zu sehen wie da vorne die Bühne in voller Breite ausgenutzt wird um der Halle auch das letzte Tröpfchen Schweiß aus den Poren zu quetschen. Ein grandioser Abschluß war das. Für den zweiten Zugabenteil hatte ich mich irgendwie schon mit einer „Standard“ Setlist abgefunden (was jetzt nicht schlimm sein muß, aber angesichts der bisher gespielten Songs… was sollte da noch kommen?!? Nun, wie wäre es zum Beispiel mit einer erstklassigen COVER – ORGIE?!? Los ging es mit Eddie Solo und „Hide your Love Away“, Gänsehautfeeling in Rotterdam. Das ist nebenbei bemerkt so ein Song, bei dem ich seit Jahren immer neidisch auf die US-Setlisten geschielt habe… „Warum wird so was nie in Europa gespielt?!?“… nun, wird’s doch! Was nun folgte war mit „Love Reign O'er Me“ eine weitere Christmas Single und ein The Who – Cover. Daß ich das noch erleben durfte… grandios! Eddie hing sich voll rein, Mikey trieb das Lied unbarmherzig voran und die Halle kochte mal wieder… unklar wo die Jungs diese Kraft her nehmen! Das sollte aber nicht das einzige Who – Cover bleiben! Bevor man mit „The Real Me“ den Abend perfekt und meine Standardsetlistspekulationen komplett nutzlos machte, wurde dem Affen mit „Do the Evolution“ noch mal ordentlich Zucker gegeben! DTE, mittlerweile ein Stammgast in der Setlist, ist auch einer dieser Anheizer. Ganz groß dabei wieder mal der „Hallelujah“ – Chor der versammelten Massen. „The Real Me“ nahm dann den rockigen Unterton nahtlos auf und ließ die Halle ein letztes Mal explodieren. Mike tat es ihr gleich und ging ab wie ein Zäpfchen, was der Kerl mit seiner Gitarre anstellte… nicht rational erklärbar!
Leider waren wir hiermit am Ende des Konzertes angelangt… „Yellow Ledbetter“ geleitete uns aus einem gut zweieinhalbstündigen Rausch heraus in die Realität. Wie jedes Mal konnte man zum Ende von YL noch mal Mike in Höchstform erleben, wie er die Grundmelodie langsam und in immer neuen Interpretationen ausklingen ließ.

Der Beweis unserer Anwesenheit unter Eddies Achsel!
Als die Jungs sich dann noch verabschiedet hatten strebten wir noch total geflasht dem Ausgang entgegen. „Bloß gut“ dachte ich mir, „dass ich die Kerle übermorgen noch mal erleben darf!“. Wir waren in den Abend zwar schon mit großen Erwartungen gegangen, aber insgeheim gingen wir davon aus, dass Berlin noch eine Ecke schärfer, ja „besser“ werden würde. Nun, da wir diese Urgewalt einer Rockshow erlebt hatten, kamen uns daran Zweifel. Es war nicht so recht klar, wie man das hier noch nennenswert besser machen will! Wir Normalsterblichen rechneten halt nicht mit dem Ideenreichtum der Jungs! Denn, soviel sei schon mal verraten, in Berlin packten sie tatsächlich noch mal einen drauf! Aber davon werde ich euch die Tage berichten… ich gehe erstmal meine Tastatur kühlen! ;-)
PS: Hier nochmal die komplette Setlist zum Träumen für alle die da gewesen sind und all jene, die dies (leider) nicht konnten:
Main Set:
Elderly Woman
Last Exit
Animal
The Fixer
Given to fly
Severed Hand
Why Go
Dissident
Brother
Gone
Even Flow
Wishlist
Nothingman
1/2 Full
Black
Got Some
Go
Encore 1:
Life wasted
Betterman
Daughter
Lukin
Comatose
Alive
Encore 2:
Hide Your Love Away
Love Reign O'er Me
DTE
The Real Me
Yelllow Ledbetter
Mittwoch, 12.08.2009
OH HAPPY DAY (S)
Ein kurzer Vorfreudenblogg: Ich lese grad nebenbei den Forumsticker zum Sherperds Bush - Konzi der Jungs und bin begeistert!!!! Die Setlist lässt für Donnerstag und Sonnabend echt einiges hoffen und erwarten. Das Wichtigste: RELEASE IST ALS OPENER NOCH RESERVIERT!!! :-D Ansonsten ne Menge Perlen dabei, die sie dieses Jahr im Liveprogramm haben. Ich gebe mal den kompletten Überblick:
Sometimes, Interstellar Overdrive/Corduroy, The Fixer, All Along The Watchtower (mit Ron wood), Why Go, Dissident, Severed Hand, Given To Fly, Low Light, Even Flow, Present Tense, Save You, Down, Small Town, Brother, Do The Evolution, Got Some (verspielt), Got Some (2. Versuch)
Encore 1:
The End (Ed solo, gewidmet Yusuf), Inside Job, Betterman/Save it for later, Alive
Encore 2:
Soldier Of Love, Solat, The Real Me, Yellow Ledbetter
Die (persönlichen) Highlights mal fett gedruckt. Leute, übermorgen gehts los, da geht der Onkel auf Konzerturlaub und die Jungs werden garantiert einiges aus dem Repertoire gekonnt darbieten... ICK FREU` MIR sowas von, das glaubt ihr gar nicht! :-D Der Blogg zu den Konzerten wird wohl bei Zeiten den Ruf einer Legende erhelten, das ist jetzt schon sicher! Naja, ich gehe mal vorschlafen, damit ich die anstehende Minitour auch genießen kann.
Grüße aus den malerischen Ruhrpott in die foxymorphe Leserwelt.
Sonntag, 02.08.2009
HEARED IT ALL BEFORE
Wozu wurden denn gleich nochmal Wochenenden erschaffen? Flatrate-Parties, Extrembergsteigen (nackt und barfuß in den Dolomiten) oder doch eher Löffelschnitzen in Rupprechts Namen? Nein, Wochenenden sind ein Hort der Ruhe, das Ende des Stress und... endlich mal genug Zeit um einen Konzertbericht zu schreiben! :-) Die gesamte Woche über fehlten mir entweder Zeit oder Inspiration... und biedes sollte man haben wenn man sich ein Emiliana Torrini Konzert wieder ins Gedächtnis zurück ruft und niederschreibt.
Vorweg muß ich hier aber mal was anprangern: *Anprangermodus EIN* Im Netz findet man keinerlei vernünftige Setlist! *Anprangermodus AUS* Im Ernst, bei jedem anderen Act (außer Motörhead... da dauerte es auch 14 Tage) tauchte innerhalb der ersten Woche irgend eine semioffizielle Setlist auf, an der man sich beim Berichten so halbwes orientieren konnte. Bei Pearl Jam bekommt man die sogar nebst Live -Bootleg am Folgetag. Aber bei der guten Emiliana... NADA! Also habe ich mich mal selber hin gesetzt und mehr schlecht als recht folgendes eruiert:
Fireheads
Lifesaver
Heartstopper
Nothing Brings Me Down
Big Jumps
Today Has Been OK
Sunny Road
Tuna Fish
Ha Ha
Jungle Drum
Summerbreeze
Gun
Heard it all Before
Hold Heart
Encore:
Unemployed in Summertime
Me and Armini
To Be Free
Beggar's Prayer
Encore 2:
To Be Free
Bleeder
Alles frei Schnauze und gedächtnisbasiert... mit kleine Hilfe aus dem Studi.vz (bei 3 Songs, bei denen ich mich bei einem eh schwarz ärgern könnte, wie ich es geschafft habe den zu vergessen!). Also ohne irgend einen Anspruch auf Vollständigkeit oder gar richtige Reihenefolge. Wer das Dingen noch ergänzen will oder umordnen, der soll das bitte hier tun:
http://www.setlist.fm/setlist/emiliana-torrini/2009/theatervorplatz-jena-germany-2bd6409a.html
So, da ich mich eh nicht an der Setlist langhangeln will (nicht bei Emiliana... nö, das machen wir mal nicht so technisch ;-) ) wäre meine "Chronistenpflicht", wie der Gründervater H. immer so treffend sprach, erfüllt. Nun also zum Konzert an sich. Schön wars... und da ging schon da los, als mein Rechner im Büro sich in den Wochenendschlaf verabschiedete und ich mich flinken Reifens nach Hause machte um meine Freundin abzuholen. Nach einer entsprechend chilligen Packsession hüpften wir dann fröhlich in den erstbesten blauen Seat und cruisten gemütlich gen Jena. Zeit war genug und so sammelten wir dann meine Schwester in der Innenstadt ein und schauten nocomal kurz beim Kaufland vorbei. BTW: Eine wahrlich SEHR gute Gelegenheit sich einen Kasten Leikeim Lager auf Vorrat zu bunkern, lecker das Zeug! :-)
Dann schnell ne Pizza reingepfiffen, meiner Schwester schweren Herzens, aber feierlich, den Kicktipppokal überreicht und dann gings auch schon auf Schusters Rappen zur Kulturarena. Das Wetter war... naja, es war suboptimal. Hin und wieder einwenig Regen, zwischendurch auch mal ein Schauer... ansonsten trocken! (Anm. des Autors: Was rede ich hier eigentlich wieder für `nen Blödsinn zusammen, ist ja fürchterlich). Unterwegs noch den Gründervater H. nebst Gefährtin getroffen und fertig war unsere kleine aber feine Fünfergruppe. Alsbald betraten wir dann auch gemeinsam die Kulturarena. Ähnlich wie bei Reinald Grebe letztes Jahr war eine enorm chillige Sache. Man spazierte so hinein, vollkommen ohne abgetastet zu werden, und steuerte erstmal den Bierastand an, wo man sein dunkles Kösti (die Zapfhahnverwalterin wollte mir erst ein Pils andrehen, Schande über sie) stilecht in einem Gals (ja, ein Glas aus... Glas) gereicht bekam. Also stießen wir fröhlich an und schniekten gemütlich in den Innenraum. Sitzplätze waren schon aus (wollten wir eh nicht hin, zu den Luschen! ;-)) also suchten wir uns ein schickes Plätzel irgendwo im Mittelfeld. Einen kurzen Schauer überbrückten wir dann wieder mit lustigem Schirmchenhalten und, ich gebs ja zu, Lästern! Es gibt aber auch ein paar Vögel auf Gottes grünem Acker... faszinierend! :-D
Irgendwann gegen 20:15 (Prime Time) betrat dann Emiliana Torrini nebst Band, nachdem "Dead Duck" den Einmarsch von Band begleitete, die Bühne. Yes, endlich gings los! (Wenngleich sich von Anfang an eine, für meine Verhältnisse vollkommen konzertuntypische, Gelassenheit eingestellt hatte.) Ihr Kleid, so wurde mir von unserem unabhängigen, dreiköpfigen Expertengremium bestätigt, war toll! Stimmt, sah wirklich lustig aus. Aber eigentlich war die Frau ja auch zum Singen da, also wurde gleich mal mit dem verträumten Fireheads eingestiegen. Schöner Start auf jeden Fall, langsam reindriften ins Konzert, das böse böse Tageslicht vergessen und den Regen kurz ausblenden. Tja, hat auch ganz gut geklappt. :-) Während der ersten paar Songs stellte sich so eine innere Ruhe ein, man konnte das Konzert so richtig schön auf sich wirken lassen und genießen. Kleine Highlights waren dann auch die Ansagen zwischen den Songs. Jeweils in Deutsch und mit dem so angenehm witzigen nordischen Akzent vorgetragen. Außerdem hat die Frau eine recht drollige Art mit ihrem Publikum zu kommunizieren, von den ganzen Top-Model-Opfern mal abgesehen, zog sie so den Rest der Leute größtenteils in ihren Bann und verstärkte diese Relaxstimmung nur. Das hatte von der Grundstimmung eher was von einem Club-Konzert vor 150 Leuten, als von einer 3000 - Mann Show. Irgendwo zwischen Big Jumps und Today Has Been OK tauchte dann über der Kulturarena neben der Sonne auch ein schicker Regenbogen auf. Das passte atmosphärisch perfekt! Wahnsinn! Und dann noch mit Sunny Road das erste Highlight in der Setlist, dazu noch klasse rüber gebracht! Also spätestens da war wohl der Großteil des Publikums im Konzert angekommen.
Mit einer wiederum sehr amüsanten Ansprache wurde dann auch Tuna Fish angkündigt, worauf ich ja persönlich gehofft hatte. Das Lied ist für mich so ziemlich perfekt, da passt alles! Ich wüßte spontan nicht, wo man da hätte irgend etwas besser machen können. Live auch der Hammer, zumal fast jeder Song noch instrumentarisch etwas aufgehübscht wurde. Das störte aber nich, ganz im Gegentiel. Da passte alles zusammen und brachte jeweils ein wenig neuen Schwung in die Stücke. Tuna Fish jedenfall war live ein Erlebnis!!! Ähnlich großartig kam auch Summerbreeze an und Gun wurde, bei einsetzender Dunkelheit, duch die neue Instrumentierung nochmal ordentlich nach vorne gepusht! Überhaupt, dieser einzige "Rocker" des Abends bot einen schönen Kontrast zum Rest des Programms. Man konnte zur Abwechslung mal fünf Minuten lang aus dieser sanften Soundwelle auftauchen und angenehm mitgrooven. Tolles Ding! :-)
Die Encore-Breaks fallen, nur damit ihr es wißt, bei Emiliana auch recht kurz aus. Mag daran liegen, daß sie kein so starker Raucher ist wie die Herren Vedder und Cave, welche die Päuschen erstmal mit Fluppe hinter der Bühne zellebrieren und dann mit Nr.2 wieder selbige betreten. Jedenfalls geriet die erste Zugabe zu einer sehr unterhaltsamen Angelegenheit. Zunächst gestand sie, daß sie ob der Erwartungshaltung des Publikums schon ein wenig Angst gehabt hätte. Kein Wunder, da kommt jemand aus dem beschaulichen Island, wo man zwar alle 10 Minuten einen Geysir, aber kaum jemanden zum Reden trifft und wird hier an jeder Ecke um ein "Rung-te-ke-te-ke-tung-tung" angebettelt. Wahrscheinlich noch von so Leuten, die man am treffensten noch als die "Töpperwiens" des Musikjournalismus zu beschreiben hat. Aber alles in allem schien dieser Druck da schon weitestgehend von ihr abgefallen, weshalb wir auch einen recht lockeren, fröhlichen ersten Zugabenblock erlebten. Me and Armini... klasse! Unemployed in Summertime, Highlight! :-D Und als dann "Beggars Prayer" noch mehr oder weniger abgebrochen werden mußte, weil Frau Torrini ihren Lachflash nicht mehr unter Kontrolle halten konnte... *lol* klasse! Auch wenn sie den Song dadurch mal so ganz klassisch verrissen hatte, sorgte sie somit für den wohl niedlichsten Konzertmoment, den ein Großteil der Anwesenden je erlebt hat. (Bei mir nur noch zu toppen durch Stone Gossard im Kleid während "Gremmie out of Control"... du hast zwei Chancen dieses Jahr Stonie ;-)!)
Jedenfalls ganz großes Kino! Kurz nachdem sie, auf Grund des Kontrollverlustes über das eigene Zwerchfell, die Bühne nahezu fluchtartig verließ, kehrte sie zurück. Das zweite Encore schickte uns dann schließlich mit Bleeder stilecht und ganz Emiliana-like nach Hause. Ähnlich vorsichtig, wie wir in den Abend geleitet wurden, wurden wir auch wieder verabschiedet. Wieder ein wenig nachdenklicher und ruhiger. Zack... schöner Abend! :-)
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich jemals so ein chilliges Konzert erlebt habe. Hier guings nicht um "abgehen" '(-> 13.08.2009 + 15.08.2009) oder "gröhlen" (dazu gibts ja außerdem den 12.12.2009), sondern darum einfach einen schönen, ausgeglichenen Abend zu haben. Im Gegensatz zu vielen Veranstaltungen, wo man irgendwie dem Diktat der Perfektion zu unterliegen scheint, wirkte das alles eigentümlich natürlich und schon fast beängstigend familiär. Das mit der Perfektion muß ja nichts schlechtes sein, ich erinnere da nur an Nick Cave... der ob seiner Mitarbeiterführung wohl nicht gerade einen Gewerkschaftsorden verliehen bekommen wird; aber bei Emiliana Torrini passt gerade dieses Imparfait in der Darbietung wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge!
Bevor ich es vergesse: Jungle Drum wurde natürlich auch gespielt, aber man merkte ihr irgendwie an, daß es ihr in gewisser Weise unheimlich ist, was hier für ein Bohei um das Lied gemacht wird. Das war eigentlich schade, denn der Song ist großartig, darum ist es umso bedauernswerter, daß die sichtlich etwas nervöse Emiliana ihn mehr oder weniger runterspulte. Jungle Drum fehlte genau das, was die anderen Lieder reichlich hatten: Platz! Während sich Sunny Road schön ausweiten durfte und To Be Free sich fast zu tode atmen konnte, wirkte Jungle Drum irgendwie zu eingeengt. Aber gut, irgendwie habe ich es den dann doch anwesenden TV-Lemmingen aber auch gegönnt. Man versetze sich mal in deren Lage: Da hat man sich die 10 Mäuse fürs Konzert zusammen geschnorrt, will streng genommen nur ein Lied hören von jemandem, von dem man vorher noch nie was gehört hat und dann versemmelt die auch noch ausgerechnet beim Mega-Super-Duper-Hit den Text *lol*! Köstlich! Als ich so durchs Netz surfte und die Setlist suchte, da las ich auch den einen oder anderen Blogg- oder Forumseintrag übers Konzi. Sehr aufschlußreich! Die "Generation Casting Show" wunderte sich im Allgemeinen, wie "langweilig" der Rest ihrer Songs ist ("langweilig" sollte hier wohl mit "hochwertig" übersetzt werden). Tja, man könnte sich ja vorher auch mal informieren oder wenigstens den Anstand besitzen, sich mal das letzte Album zu organisieren statt nur ein Lied übers Spar-Abo zu ordern! Und das auch nur, weils jeder grade hört...! So erklärt sich dann auch der Kommentar von schräg hinter uns: "Bei Germanys Next Top-Model war das Lied irgendwie länger...!" Ohhhhhhh, ne Dose Mitleid! Armer Irrer, geh auf die A4 spielen, du Pfosten!
Die andere Fraktion stellen da die Rock-Dudes dar, die sich das halt mal anschauen wollten. Da ist der Tenor im Wesentlichen: "schöne Musik, aber zu wenig High Hats!" -> das kann man akzeptieren ;-)! Da greift dann das mit der "Geschmackssache", aber nicht beim Kollegen "Immerhipp" mit seinen klingeltongesteuerten Interessenlagen!
Wie dem auch sei, das war ein ganz ein großer Abend sage ich mal. Eine besonders gegen Ende sehr lockere Emiliana machte mir ihrer ruhigen, relaxenden Musik die Kulturarena zu einer Wohlfühlarea, wo jeder sich gefühlt in seinen Ledersessel lümmelte und nur noch Havanna und Cognacschwenker zur totalen Entspannung fehlten. Genau deshalb mag ich auch ihre Musik, das ist komplettes Kontrastprogramm zu dem, was ich sonst höre... und das ohne irgendwie schnulzig zu wirken!
War mal eine sehr nette Abwechslung, wiederholen werde ich das sicherlich auch bei Gelegenheit... die Frau gibt richtig schöne Konzerte! Hat sich gelohnt das Ticket, vor allem weil Emiliana Torrini nach den bisherigen und noch anstehenden Veranstaltungen 2009 für mich so bissel wie das kleine i-Tüpfelchen auf dem Konzertjahr war... die Schnapsbeere auf der musikalischen Schwarzwälder-Kirschtorte quasi! :-) Sodann... bis zum nächsten Mal, ich geht jetzt packen für die Torte: PEARL JAM!!!!!!!!!!! :-D
Mittwoch, 29.07.2009
ALL OR NONE
Gott zum Gruße, werte Tippgemeinde! Wie jedes Jahr folgt zu Ehren des neu gestarteten Tippspiels auch 2009 anno domini ein kurzes Blogeinträgelchen zum Thema Rasensport! Vor ein paar Tagen habe ich mal die Saison 2009/10 hervor gekramt und die "alte" in die Weiten des datentechnischen Nirvana verabschiedet... sprich gelöscht!
DOCH WAS WAR DAS FÜR EIN JAHR?!?!!! Baby Duck, ihres Zeichens Schwester des Rekordmeisters, lieferte sich eine apokalyptische Prädiktionsschlacht mit seiner amtierenden Weltmeisterlichkeit himself! Da wurde erbarmungslos getippt, kognitiv analysiert bie sie Synapen glühten und, falls der andere mal einen Spieltag holte, zum nächsten dann erbarmungslos "zurückgetippt"! Welch Duell! Welch Spannung! Zu guter Letzt hatten wir alle unseren Meister in Baby Duck gefunden und vollkommen verdient darf sie den ehrenhaft erworbenen "FOXYMORPH KICKTIPP POKAL" *stellt euch eine angemessene Fanfare vor* für zunächst eine Saison ihr Eigen nennen. Doch, liebe Schwester, jetzt gehts wieder los! Die Gegnerschaft wetzt schon die Kicker - Bundesliga - Stecktabellen und bleckt die Zähne! Shun, der Olli (hoffentlich) und deine brüderliche Rekordmeisterlichkeit werden sich dir und deiner Titelverteidugung mit allem was wir haben in den Weg werfen! Also mach dich auf einen haten Kampf gefaßt! Denn auch ehrhaft erworbene Titel wollen verteidigt sein!
So, nun ist der Schlachtruf ertönt, der Titeltverteidiger angemessen gelobhudelt... was fehlt denn noch?!? Ach richtig, die Feststellung, daß es VERDAMMT NOCH MAL ZEIT WIRD, daß sich hier beim Tippspiel wieder was tut! Diese Sommermonate hat echt was gefehlt. Die Spannung war raus, zumal so ohne WM oder EM! Aber nun gehts ja wieder los, endlich! Hier nochmal die Fakten:
-Punkteregeln wie gehabt
-Bonusfragen sind die Selben
-Tippabgabe bis 5 Minuten vor Anpfiff
-Sonderfälle: Mail SMS oder sonstwas zeitnah an mich und ich trage nach... SONDERFÄLLE wohlgemerkt!
-Champions League (*hach*) kommt auch noch dazu
-Preis neben Ruhm und Ehre: DER Pokal!
-potentielle Neueinsteiger / WiedereinsteigerINNEN bitte an mich wenden zur Freischaltung! ;-)
Neuerung dieses Jahr: Es wird nen eigenen CL-Pokal geben, als kleinen Bruder des befringsten Gattusocups quasi!
Wenn die CL dann endlich steht, kommt noch die Bonusfrage nach ihrem Sieger hinzu. So, nun dürfte ja alles geklärt sein! Dann wetzt die Messer und auf ins Vergnügen!
PS: Baby Duck, pass mir gut auf den Pokal auf, den will ich wohl behalten wiederhaben... im Mai! *den Ibrahimovicmove mach* ;-)
Freitag, 10.07.2009
TALES FROM THE FOREST OF GNOMES
Tief in den finsteren Wäldern wuchert so mach seltsam` Kraut! Und so mache Magd, in der Früh` vom Knecht zum Wasser holen an den Brunnen geschickt, fand ihr End` in der dunklen Wildnis! Jenseits der Stadtgrenzen wuchert das das Grauen, jenseits der Landesgrenzen gar noch schlimmeres Geäst! Und hinter diesem verbirgt sich nicht selten noch Schlimmeres, liebe Leut'! So nehmet` euch in Acht, wenn eure Haut euch lieb ist!
Lasset mich euch eine Geschichte erzählen; eine Geschichte voller Mysterien und geradezu beltzebub'scher Doppelzüngigkeit, aufdaß auch ihr zukünftig erkennet den schmalen Grat, welcher gar` köstlich Speis` vom Mordbub' trennet.
So begab es sich, daß ich dereinst durch die Wälder wandelte. Mannigfaltig Abenteuer überstehend, welche ich dank der Schärfe meines gar vortrefflich geschmiedeten Schwertes und nicht zuletzt Gottes Gunst, welche mir die Hand bei jedem Streich gegen die Unholde, Raubritter und Tagedieb` am Wegesrand führte, lebend überstand, gelangte ich auf krummen wegen ins Badenland. Im fernen Badenlande, so wisset meine Freunde, da gehen gar` seltsam Dinge vor, denen sich ein jeder Wanderer zu stellen hat. Mut`gen Herzens und die die Klinge halb gezückt trat sich dann auch ein in jene Wildnis, welche dem schwarzen Walde vorgelagert scheinet. Vernehmet' also meinen Bericht und staunet, Burschen!
In tiefster Nacht, meine Füße schmerzten und mein Geist war von Müdigkeit geplagt, gelangte ich an eine einsame Hütte. Auf mein Begehr` um Einlass hin öffnete mir eine holde Maid die Pforte und bot mir Speis und Trank sowie ein gar vortrefflich' Lager für die Nacht. Dankend nahm ich jene Geste des Großmutes an. Am Ofenfeuer berichtete mir die Maid dann von einem Wunderbrei, welchen nur sie zuzubereiten verstünde, dessen Name allerdings nicht ausgesprochen werden dürfe. Von Neugier geplagt bat ich sie, mir von dieser Köstlichkeit einen bescheidenen Happen zuzubereiten, freudig stimmte sie zu. Wie es der Zufall wollte, stand auf dem Herd noch ein köstlich dampfendes Geschirre an dessen erquickend` Inhalt ich mich zu laben getraute. Als der Topf gelehrt und mein Bauch gefüllt war, sprach ich:
"Holde Maid, zu kochen verstehet ihr für wahr! Nie aß ich solch wundersam' Dinge wie bei euch. Gänzlich unbekannt erscheinet es mir, was soeben meinen Gaumen erfreute!! Dabei kostete ich bereits von fast jeder Kreatur der Wiesen und der Wälder, nicht zu vergessen von jenem Wesen der Meere und Lüfte, aber solch seltsam Labsal genoß ich bis heut` noch nie! So verratet mir noch bitte, auf welchen Namen diese Kostbarkeit hört, damit ich die Kunde in die Welt hinaus tragen und ihren Ruhm verbreiten kann!"
Da blickte die Maid verschreckt auf und wortete ant: "Gern würd' ich, oh Wandersmann, aber es ist uns bei Todesstrafe untersagt auszusprechen jenes schändlich Wort." verstohlen flüsterte sie mir ins Ohr: "So ich den Namen nenne, rufe ich unversehens den finstersten Schrecken der Wälder herbei, welcher unglückseliger Weise den selben Namen trägt wie dieser gar himmlische Magenfüller. Ihn herauf zu beschwören wäre unser Tod, oh Pilger aus fernen Landen! Also schweiget, aufdaß der Troll des Grauens nicht erwachet aus seiner Modergruft und kommet um uns zu holen! Zu viele hat er schon dahingemetzelt ohn' Unterlass und Verstand!" Vom Heldenmut gepackt sprang ich auf, zog Dolch und Klinge aus dem Waffengurt und rief lauthals jenes Verhängnis aus dem Forste an, dessen Namen mir wohl bekannt war, sich mir zu stellen!
Unversehend verfinsterte sich die Nacht und die Kerzen erloschen. Ein tiefes Grollen erhob sich über die Wipfel und näherte sich mit bedrohlichem Schritt! Die quietschend Rüstung stolz am Leibe tragend harrte ich dem Unheil, welches unabwendbar nahte. Rot glühend trat es sodann aus dem Schatten des Waldes, jenes götzengleiche Monstrum! Ein finsterer Waldestroll, so groß wie drei Männer hoch sind, so stark wie mindestens 5 Stiere, so schwer wie 12 dicke Mönche und dennoch flink und wendig wie ein Wiesel! Die Haut verhornt, sodaß keines Sterblichen Pfeil sie zu durchdringen vermochte! Die wohl gut anderthalb Ellen langen Fangzähne in meine Richtung bleckend. Auf seinem Haupte ragten 2 diabolisch gespitzte Hörner in den Himmel und weder Schopf noch der Rest des höllenhaften Gesellen hatte wohl während der letzten drei dutzend Dekaden der Seife wohlig Essenzen verspüret! Es roch nach Hölle und Verderben nach Schwefel und Atheismus! Als es zu mir sprach, bemerkte ich die Schädel jener unglückseligen Bauersleut und Knechte, welche es sich als Zeichen seiner Gottlosigkeit in den dichten, strähnigen Bart geflochten hatte, nachdem jene ihm als grausig' Mahl gedient hatten! Die Gebeine wackelten und klapperten gar grausig bei jedem Wort im fettverklebten Bartkleid. Es sprach zu mir folgende Worte: "Du gedenkst dich mir zu stellen?! Du Wurm! Ich bin so groß wie drei Männer hoch sind, so stark wie mindestens 5 Mönche, so schwer wie 12 dicke Wiesel. Du Winzling forderst mich heraus? Nundenn, so sei es!" Während es die mächtige, schartige Streitaxt teuflisch durch die Lüfte schwang und seine schwarze Lederkluft dabei bedrohlich knarzte schleuderte ich ihm noch ein giftiges "Wohlan, oh strohdummer Unhold, begegne deinem Meister!" entgegen, bevor Axt und Klinge sich in einem Regen gelber Funken das erste Mal mit apokalypischem Dröhnen kreuzten!
Ganze vier Tage und siebenundzwanzig Nächte kämpften wir ohn` Unterlass und Pause in den Tiefen der badischen Märchewälder gegeneinander, wo Tag und Nacht keine Bedeutung haben und die Zeit verschwindet zwischen Stamm und Borke. Streich um Streich fügte ich dem Burschen klaffende Wunden bei, aber zu besiegen vermochte ich ihn nicht! Schließlich traf einer meiner Hiebe, kraftvoll geführt von kompromissloser Hand, das Monster am vernarbten Schädel, trennte eines der teuflischen Hörner ab und streckte es nieder! Wild sprudelten Fontänen schwarzen Blutes aus dem frisch erschaffenen Stumpfe und entweihten den Boden auf dem ich stand, schändeten die Luft die ich zu atmen gezwungen war! Ein Gestank erhob sich, wie ihn keine Menschenseel' gekannt und keine Nase je zu riechen vermocht hatte. Ich holte unverzagt mit gar wuchtiger Gewalt zum Todesstoße aus und trennte mit einem unverzagtem Streich des gloreichen Mutes dem Troll den Schädel vom Rumpfe ab! Ich hatte ihn besiegt, den sagenumwobenen, gefürchteten und finsteren BULGUR von BADEN!!!!
Donnerstag, 02.07.2009
REVIVAL
Revivals sind sowas wie das Salz in der Suppe des Zeitgeistes. Mittlerweile ist das aber eine ziemlich vegane Suppe, die da vor sich hin blubbert. Stellen wir und das Ganze als so einen graugünen, blassen Einheitsbrei vor, der auf einem Biogasofen sanft vor sich hin zieht und dabei riecht wie eine Mischung aus Schweißfuß und Stinktier auf Brautschau.Darin sind Biotomaten und Weizenkeimlinge, jedoch keinerlei peppiges Coolness-Gewürz enthalten. Ein zerkochter Schleim, der den geistigen Asketen der Generation Sido unverständlicher Weise fortwährend als Inspiration für modische Verbrechen dient. Koste von der Pampe und deine Seele gehört Ed Hardy!
Seit ettlichen Jahren wird Jahrzehnt um Jahrzehnt, egal wie schrecklich es war, fröhlich aus der verdienten Versenkung empor gehoben und im Sinne oben erwähntes Zeitgeistes wieder aufgewärmt. Besonders schlimm war es damals, als die 80er wieder hervor geholt wurden. Hatte man dieses Jahrzehnt der optischen Sünde grade erfolgreich verdrängt, so wurde einem das Ausmaß der Katastrophe doch umso schmerzlicher wieder ins Bewußtsein gerufen. Plötzlich rammelten Hinz und Kunz wieder in MC-Hammer-Gedächtnishosen durch die Assitempel dieser Republik und hampelten sich zu den Black Eyed Peas die ecstacygeschwängerten Tanzbeine wund. Da war es nur konsequent, daß man auch die musikalischen Zombies dieser Zeit wieder schamlos reanimierte und solche Gestalten wie Aha oder diese komische Girls-just-wanna-have-fun-Tussi wieder den einen oder anderen Pseudohit produzierten, der am Ende auch nur wie eine Coverversion von sich selbst klang. Angeheizt wurde das dann alles wieder durch die passenden TV Shows, in denen Olli Geissen sich mit den üblichen Verdächteigen umgab und sie von "ihrer Zeit" erzählen ließ. Wäre ich in den 80ern Teenager gewesen und hätte diesen ganzen Kokolores mitverbrochen, ich würde mich schämen!!!! Verstecken würde ich mich und hoffen, daß das nicht raus kommt. Vielleicht würde ich mich auch in den Underground retten und mich zur Ehrenrettung auf die damalige Hair-Metal-Szene berufen, das ist nicht ganz so peinlich wie Typen, die sich ein weiß lackiertes Keyboard umschnallen und so tun als wäre das ne Gitarre. Aber ich würde mich GANZ BESTIMMT NICHT neben den Geissen setzen und so Sätze von mir geben wie "Modern Talking fanden wir alle damals soooo süüüüüß!" Igittigitt! Ist ja eklig!
Aber das Selbe ging dann ja auch mit den 90ern über die Bühne. Bedenkt man, daß die grauenhaften 80er sich zeitgeschichtlich wie eine Weltkriegsschuld verhalten (sie wirken verdammt lange nach), konnte man die erste Hälfte dieses Jahrzehnts ja auch eher knicken. Und die, die Modernd Torkeln auch da noch "sooo süüüß" fanden, die gehören nun wirklich langsam mal eingewiesen! Da waren so Leute wie David "Mauerfall" Hasselhoff "in". Irgendwie auch nicht viel besser als J.R. Ewing und seine Intrigantenbande... aber wenigstens hatte der ein cooles Auto!
Die 70er waren zwischenzeitlich auch mal dran und die Hippiemanie der 60er wird ohnehin in recht überschaubaren Intervallen neu ausgerufen. "Weltfrieden" ist ja auch zeitlos. Genauso wie dieses weichspülpädagogische Idealbild vom antiautoritär erzogenen Blag, wohin das alles führt, sieht man am Langhans mit seiner Gruftikommune, der auch im greisen Alter der Promiskuität weiterhin fleißig "die Stange hält".
Kurzum: Alles kommt wieder, interessanter Weise aber immer genau das, was man nun weiß Gott nicht nochmal erleiden will. Die guten Seiten der betreffenden Dekaden werden fleißig ausgeblendet, schließlich sind die nicht unbedingt Jamba-kompatibel. In den 70ern gings mit so Sachen wir ACDC oder Motörhead los, die 80er brachten Metallica und U2 hervor (viel mehr positives fällt mir aber auch nicht ein) und was aus Seattle in den 90ern über den großen Teich schwappte war musikalisch ohnehin über jeden Zweifel erhaben. In den späten 60ern gabs durchaus coole Autos und die Schnauzbartmode der obendrein kotelettengeschwängerten 70er war im Vergleich zur schwuchteligen Pseudo-Pimp-Schei*e von heute noch pures Testosteron! Warum also immer nur das aufwärmen, wofür man sich gestern noch meinte schämen zu müssen?!? Vielleicht, weil man genau diesen Schrott der verkommenen Jugend von heute besonders effektiv andrehen kann; aber die kaufen doch eh alles, sobald irgend ein Ochsenkecht es auf dem Bravo-Cover empfiehlt. Daß all die "Justins" und "Jacquelines" dabe einen höchst grenzdebilen Eindruck vermitteln, stört sie selber am aller wenigsten. Nee, ich versteh diesen ganzen Irrsin so langsam nicht mehr. Mal sehen, was die aus dem 2000ern machen, ich fürchte, das wird die "Nacht der lebenden Furbys". Zumindest wird sich das optisch so anfühlen... vom olfaktorischen Grauen eines Wiederauflebens der Metrosexualität ganz zu schweigen. Schreckliche Aussichten sind das!
Verzweifelt möchte ich nur ausrufen: Menschheit: Halt`ein! Revivals sind zwar schön und gut, aber das, was man uns da andrehen will ist doch zumeist genau der Kram, den die kulturelle Evolution schon längst aussortiert hat. Beispiel Musik: Motörhead rocken NOCH IMMER, ACDC sind seit 30 jahren schon unsterblich. Dagegen der viel zitierte "Synthie-Pop"? MEEEEP: anonymes Urnengrab auf dem Gottesacker der One-Hit-Wonder!
Aus den 60ern bleiben auch so manch` positive Eindrücke, alleine für die Inthronisierung der WGs sollte man den Hippies ja ewig dankbar sein. Und neben den heißen Schlitten und obercoolen Afro-Cops die in selbigen durch die TV-Gangviertel heizten bleiben von den späten 60er und 70er Jahren vor allem die Bärte in Erinnerung. Da sahen Männer noch aus wie Männer und nicht so, als würden sie heimlich Manolo Blaniks tragen! Ich grüße in diesem Zusammenhang abschließend all die (Schnurr-)Bartträger da draußen, die wie ich davon träumen in einem 69'er Ford Mustang Boss 302 (in apokalyptischem Schwarz) durch die Innenstädte zu fegen und sich dabei "Highway to Hell" reinzupfeifen während die Emos und Hobby-Sidos dieser Welt vor der Küherhaube und der knurrenden Motorleistung der Vernunft nur so zur Seite springen und unversehens geläutert werden! Besondere Grüße ergehen dabei an Jesse Hughes und seinen "Balken der Liebe" (nein, nicht was ihr gleich wieder denkt...)... HE`S THE KING! *Pommesgabel*
Mittwoch, 01.07.2009
Nachricht an den SPAMHEINZ
Donnerstag, 25.06.2009
IDIOTS PRAYER
Eigentlich wollte ich ja jetzt, da ich von der Arbeit heim gekehrt bin (endlich), nichts weiter machen, als in Ruhe mein Hähnchen vertilgen, Fussi kucken und mir ein bissel Stimmugnsmusik in den Player knallen. Aber dann machte ich einen Fehler! Klar, Fehler sind dazu da, daß man sie macht; nur muß man sie nicht unbedingt machen, wenn einem von einem weiteren Tag an der PC- Tastatur ohnehin das Nagelbett qualmt. Denn die Art von Fehler, die ich gerade begangen habe, ist nunmal in dieser Hinsicht besonders dämlich! Ich meldete mich mal eben beim studi.vz an und (ACHTUNG: nun kommt der eigentliche Fehlgriff) klickte auf die obligatorisch empfohlene Blödsinnsgruppe links!! Warum ich das tat? Naja, da stand irgendwas mit "Du Vogel"! Da dachte ich mir in meinem jugendlichen Übermut: Mann, das klingt witzig und vor allem bissel beknackt! Das mußt du dir mal anschauen! Also, ab zur Gruppe, ist ja praktischer Weise direkt verlinkt. Was ich da dann lesen mußte, war allerdings mal wieder bezeichnend für die, wie ich sie immer nenne "verkommene Jugend von heute"! Als Gruppenbeschreibung stand und steht da folgendes:
"Boah ich halte diese Gruppe hier für echt nötig, weil ich hasse diese Affen, die immer denken sie müssten mitreden, wenn man gar kein bock darauf hat.
Jeder kennt das! man ist sich am Unterhalten, will sich eigentlich nur ins Gespräch vertiefen, eine schöne diskussion führen und dann immer dieses Geräusch im Hintergrund...
Und meistens wissen die Leute dann noch alles besser oh mein gott fuckt das ab...
Also Leute in diesem Sinne " Einfach mal die Fresse halten ;)"
Na wenn das mal nicht ne krass fette Message ist, die da transportiert wird!!!! Den Namen dieses Verbalverbrechers kann man zwar einsehen, aber aus Humanitäts- und Datenschutzgründen nenne ich den mal lieber wertneutral "den Pfosten"! Jemand der so etwas verzapft, der hat doch kolossal einen an der Mumel! Interpunktion: MANGELHAFT! Orthographie (jaja, schlag`s ruhig nach, Kollege "Pfosten"): Beschissen! Vom Inhalt wollen wir mal gar nicht anfangen. Gesamtnote? Hat er sich eingentlich keine verdient! Vorläufiges Gesamtfazit: "Drogen sind schlimm, Hmmmkaaaay?!?"
Nehmen wir das also mal auseinander!
"Boah ich halte diese Gruppe hier für echt nötig, weil ich hasse diese Affen, die immer denken sie müssten mitreden, wenn man gar kein bock darauf hat."
Ja, auf die nächst höhere Evolutionsstufe ist man von Natur aus schlecht zu sprechen, durchaus verständlich! Aber was ist "Boah" denn für eine Einleitung!? Das klingt ja, als ob der legendäre Serienbatman aus den 60ern nen Schurken verwammst. Außerdem, wenn schon "Boah", dann entweder mit Komma danach, oder noch besser: mit anschließendem "ey". (Königsdisziplin im Übrigen: "Boah ey, Allllldaaaaaa!"). Daß "Pfosten" diese Gruppe für "nötig" hält, das ehrt ihn, aber unter der alphabetisierten Bevölkerung steht der mit der Meinung hoffentlich alleine da. Geht man zudem mal von ner halbwegs logischen Argumentationsstruktur aus, muß man sich fragen, was "obwohl man gar kein bock drauf hat" für eine Begründung ist. Erstmal, ist mit dem Bock (<- Achtung, NOMEN, mein lieber
Pfosten: NOOOOOOMEN!!!!) bereits das zweite Vieh in einem Satz repräsentiert und zweitens, was interessiert mich denn worauf der Typ "Bock hat"?!? Wenn der im "Real Life" genau so bemessert ist, wie er sich anhand von sechs Zeilen im virtuellen Raum selber darstellt, dann ist mir doch seine Bedürfnishierarchie total mumpe! Dann will ich nur noch, daß der WEG GEHT!!!
"Jeder kennt das! man (Anm. d. Autors: Und jetzt der Hammer:) ist sich am Unterhalten (...)."
... ist sich am Unterhalten! IST SICH AM UNTERHALTEN!!!!! Von meiner Freundin habe ich gelernt, daß da aus stilistischen Gründen noch ein "dran" dran gehört. Aber das, was der da fabriziert hat, ist doch ein Fanal; eine Kriegserklärung an die Sprache der Dichter und Denker! So ein Verbrecher!!! Wenn der sich "am Unterhalten dran ist", dann will ich lieber nicht in der Nähe sein; Fremdschämen ist nämlich auch irgendwie peinlich!
"(...) und dann immer dieses Geräusch im Hintergrund".
Ja nee, is`klar! Vielleicht mal die eine oder andere Pille weniger einwerfen, dann geht das auch wieder weg. Ansonsten immer schön mit dem Kopf gegen die Wand, glaub mir, das hilft!
"Und meistens wissen die Leute dann noch alles besser (...)"
Da würde ich mir mal Gedanken machen, Zufall kann das nicht sein, lieber "Pfosten"!
"oh mein Gott fuckt das ab!"
Das lasse ich einfach mal so stehen, werter Herr Verbalpoet. Entlarvender kann eine Aussage ja nicht sein! "... fuckt das ab!"... ICH GLAUB` ES HACKT?!?!!!!
"Also Leute in diesem Sinne " Einfach mal die Fresse halten ;)""
Ja, Ratschläge verteilen kann er ja der Genossen Obercool. "Fresse halten" ist ja schön und gut, aber wenn man auf Leute wie ihn hören würde, dann sprächen am Ende nur noch die Idioten! Im Sinne der Evolution kann sowas auch nicht sein. Hohlroller! Nee, sowas regt mich auf, wenn ausgerechnet die, die eigentlich ganz, ganz still sein müßten beim Thema die großen Töne spucken und dann auch noch ne Gruppe eröffnen und den Wahnsinn in die Welt tragen. Nee, das mußte jetzt mal raus... sowas regt mich auf!!
Eine Sache allerdings hat die Gruppenbeschreibung von Freund "Pfosten" mit der Weltliteratur dann doch gemein: Die wirklich weisen Worte sind immer die letzten!
Montag, 22.06.2009
THERE SHE GOES MY BEAUTIFUL WORLD
Hallöle alle zusammen. Auch wenns langsam nervt: aber der Onkel kommt mal wieder mit nem Konzertbericht um die Ecke. ;-) Irgendwie ist es ja schon erstaunlich, dieses Jahr 2009. Wer und was da alles vor allem wohin kommt... Hammer. Jedenfalls sind wir nun, spätestens seit Metallica, in die heiße Phase eingetreten. Und damit vor der großartigen Emiliana Torrini und den gottgleichen Messias-Rockern aus der Space-Needle-Metropole die Spannung auch über den Juni nicht nennenswert abflaut, wurde im Frühling die Chance gunutzt, ein musikalisches Brückentier der Extraklasse in den persönlichen Highlightkalender hinein zu pfropfen: Nick Cave and the Bad Seeds in der Jungen Garde Dresden!
Und so begab es sich denn dann auch, daß ich mich mit meiner Schwester mal wieder in den PWK schwang und wir am frühen Nachmittag des 21.06.2009 (btw: exakt 2 Jahre anch Pearl Jam in Düsseldorf :-D) zuerst Chemnitz und dann unverzagt die Landeshauptstadt ansteuerten. Die Wetterbedingungen machten zunächst eher wenig Hoffnung, daß wir den Abend trockenen Fußes überstehn könnten. Alleine was auf der A4 an Platzregen runter kam... abartig. Zwischenzeitlich mußte man aus optischen Gründen das Tempo auf 50 limitieren (man könnte auch sagen "bremsen", klingt aber doof!). Als wir dann, nach kurzer Fahrt in Dresden einrollten, war wenigstens das Auto sauber. Der Regen hatte sich zum Glück auch den einen oder anderen Gang zurück genommen und so konnten wir uns erst einmal der Wegfindeung widmen. Also unabhängig von unserem Orientierungssinn: Unter organisatorischen Gesichtspunkten haben die Dresdner ihr Kabuff aber nun mal wirklich nicht im Griff! Wir verzweifelten zunächst auf der Suche nach der "Caspar David Friedrich Straße" um sie dann schließlich zu finden. Mußten allerdings feststellen, daß dies nichtmal ansatzweise jene "Caspar Davis Freidrich Straße" war, die wir suchten und sie sinniger Weise in einer Sackgasse endete. Klasse... und nun?!? Immer der Nase nach und erstmal zu nächst größeren Hauptstraße; und siehe da: Die Kaschper-Avenue setzte sich förmisch aus dem Nichts kommend urplötzlich wieder als schicke, breite Hauptstraße fort. Was zunächst noch zwischen Mittelstandsvillen in der Bedeutungslosigkeit versackte, bekam nun wieder wegweisenden Charakter! Der Rest war dann einfach, der Weg fand sich förmlich von selbst. Aber mir bleibt trotzdem unergründlich, warum man im Elbflorenz ausgerechnet dieser Schnarchnase von einem Maler die offenbar mysteriöseste Straßenführung widmet. Wenn man sich des Kaschpers` Bilder mal ansieht, mag man eher unentwegt gähnen als sich genötigt zu fühlen, irgendwechen Rissen im Raum-Zeit -Kontinuum (und nichts anderes kann meiner Meinung nach als Entschuldigung für dieses städteplanerischen Humbug her halten) nachzujagen. Jedenfalls stellten wir dann das Gefährt in einer Seitenstraße ab. Da unser Eintreffen glücklicher Weise auch zeitlich mit dem endgültigen Abebben des Niederschlages korellierte (*hohoho... ein Traumsatz!*), konnten wir auch den Schirm im Auto lassen und uns gemütlich in Richtung Jung Garde aufmachen. Vor den Toren angekommen, warteten wir erstmal ein halbes Stündchen, bevor der Security-Sepp die Schleusen öffnete und wir uns von den drängelnden Massen.... Moment... falscher Text! Also der Sepp macht die Türe auf und alles chillt gesittet gen Eingang, so müßte das heißen. War wirklich entspannt das Ganze. Man schnieke halt so richtig mellow durch die Kontrollen (nichtmal anzüglich abgefummelt wurde man am Einlaß... ich fühlte mich mal wieder richtig "unevil" :-( ). Über den Umweg Merch-Stand (Ein Tourshirt mit 2 gekreuzten Knarren!!!! *yeah*. Da fühlt man sich gleich wieder "eviliger") nahmen wir dann erstmal die Location in Augenschein. Das ganze Ding ist so ne Mischung aus Wuhlheide und Karlsruher Schloss... nur halt jewals um 70% kleiner. Niedlich und sehr, sehr chick! Im abgesenkten Rund fand sich sogar Platz für einen Stehplatzbereich vor der Bühne... für etwa 50 Leute. Der Rest nahm dann auf optisch recht zweifelhaften, aber durchaus bequemen Holzbänken Platz. Wir hatten uns in etwa für die 10. Reihe (Sitzplatz) entschieden, sodaß aus niemand der Hardcore-Stehplätzler (bzw. seine Frisur... ) in die optische Quere kommen konnte. Positiv gilt dann noch heraus zu heben, daß man sich als Konzertbier auch ein angemessenes Kösti schmecken lassen konnte (und ließ). So verharrten wir ne Weile, bis sich die Garde so langsam füllte und mit Les Hommes Sauvage eine recht annehmbare Vorband die Bühne betrat. Musikalisch irgendwo zwischen Dresden Dolls und einem Quentin Tarantino Road-Movie-Soundtrack angesiedelt chansonierten sich die Dudes durchs Vorprogramm. Sehr nett, rockig und vor allem auch nen Schuß freakig! :-) Jedenfalls gestaltete man das ganze Einheizprogramm mit dermaßen viel Selbstironie un Witz, daß ichs schon fast wieder schade fand, daß die Kerle fertig waren. Aber half ja nix. Auf der Bühne wuselten sich die Umbau-Heinis `nen Wolf während über unseren Köpfen der Himmel wieder erblaute. Die Minuten verstrichen und alles wartete darauf, daß der große Meister des düster-makaberen Liedgutes mit seinen Schergen endlich die Bühne betreten möge! Als dann die Bühne entsprechend stand, dauerte es noch etwa 10 Minuten bis der Herr Cave mit seinen Bad Seeds hinter dem in farbenfrohem Schwarz gehaltenen Vorhang am hinteren Bühnenrand hervor trat und den Slalom durch die dicht gedrängt stehenden Instrumente antrat. Der aufbrandende Jubel ließ, mal an der Reaktion der Bandmitglieder gemessen, auch gleich mal keine Zweifel daran aufkommen, wer hier heute abend "Competition macht"! ;-)
Jedenfalls geriet der Eisntieg verhältnismäßig flott und eine der ersten Amtshandlugnen des Herrn Cave bestand darin, sich über de vorherrschende Helligkeit zu beschweren. Objektiv betrachtet hatte er auch Recht, Konzertbeginn ne Stunde später wäre gerade bei Nick Cave wohl athmosphärischer gewesen. Aber wie dem auch sei. Nachdem mit "Tupelo" ein flotter Auftakt geglückt war, gings (nach kleinen Problemen mit des Meisters Klampfe) direkt in "Dig Lazarus Dig" über. Unnötig zu erwähnen, daß mit dem ersten Takt ohnehin niemand mehr saß. Die folgenden 2 Stunden verbrachten wir alle stehend. Spätestens bei Red Right Hand merkte man, wie mit der zaghaft einsetzenden Dämmerung auch Band und Publikum langsam aufblühten und die ganze Sache ins Rollen kam! War wirklich schön mitzuerleben. Nick Cave hat, das wurde schon in der ersten halben Stunde klar, eine absolut teuflische Bühnenpräsenz! Während der Rest der Bad Seed, mal abgesehen vom Waldschrat an der E-Geige, brav an seinem Platz bleibt rammelt der teilweise wie von der Tarantel gestochen über die Bühne. Wild gestikulierend und mitunter mehr mit dem Habitus eines verschlagenen Geschichtenerzählers als dem eines Rockstars ausgestattet. Jedenfalls großartiges Konzert soweit! :-)
Etwas ruhigere Töne schlug man dann mit zwei meiner Wunschsongs an. Zunächst mit dem wunderbar melancholischen "Ship Song", dicht gefolgt von "Henry Lee". Ersterer war leider viel zu schnell vorbei und bei "Henry Lee" konnte auch die ganze Eindringlichkeit mit der Nick Cave ihn vortrug nicht dieses Gefühl übertünchen, daß da was Elementares fehlte. Da Tüpfelchen auf dem "i", nämlich seine Duettpartnerin PJ Harvey. Ließ sich aber leicht verschmerzen, denn man konnte ja nicht davon ausgehen, daß die gute Polly Jean ihrem Ex für einen Song aus dem anglikanischen Exil nachreiste. In der Folge jagte dann ein traumhaft vorgetragenes Highlight das Nächste, die voranschreitende Dunkelheit tat dem Konzert und sichtlich auch Nick Cave gut. Der Spagat zwischen Melancholie, Schwung und kontrollierter Anarchie gelang Cave und Co immer besser. Mein persönliches Highlight des Mainsets war dann eindeutig "Love Letter" von der wohl finstersten Scheibe der Seeds "And no More Shall we part". Nick Cave am Piano und der Song schwebte förmlich durch das weite Rund. Das Publikum verstummte, ja erstarrte förmlich bis zum letzten Ton des Songs um sich dann jubelnd zu bedanken. Schade, daß es die einzige Nummer von der Platte blieb. Zu gerne hätte ich "Halleluja" gehört, am Besten als Closer des ganzen Konzertes. Aber das blieb uns trotz "ruft-mir-was-zu-und-ich-schaue-mal-was-sich-machen-läßt-Zugabenteil" leider verwehrt. Aber man soll sich ja noch was aufheben fürs nächste Treffen!
Gegen Ende des Mainsets wurde dann mit dem "Weeping Song" und "There She goes my Beautiful World" noch zwei richtig tolle Nummern ausgepackt. Bevor ich es vergesse: "Stagger Lee" war der Hammer! Man spürte förmlich, wie Nick in dem Song aufging an dem Abend. Jedes Schimpfwort, jede Hasstirade sowie die Gewaltausbrüche des lyrischen Ichs (was habe ich das gehasst im Deutschunterricht) wurden zelebriert. Auch das im Live-Teil improvisierte Ende (Stichwort "Mord am Teufel") wurde nochmal so richtig genossen. Als die Band dann die Bühne verließ, wars angemessen dunkel und die 5 Minütchen bis zum Wiederbetreten überbrückte das Publikum mit Jubelstürmen, Nick Cave tat dies lässig mit ner Kippe, welche er dann beim Anmoderieren der Zugabe noch genüsslich zu Ende rauchte. Leider brach er ein Klavierstück nach den ersten Takten mit einem lapidaren "Fuck it!" ab und stieg dann in ein ordentlich schwungvolles Encore ein. Nach den wenigen Tönen zu urteilen hätte das durhaus "God is in the House" gewesen sein können, das uns da entging... OCH MENNO!!!!!! Begonnen wurde statt dessen mit "Breathless", der wohl beschwingteste und mit Abstand positivste Song des Abends. Am Ende stand die Extrawurst dem Hauptteil in nichts nach, wurde mitunter sogar noch schwungvoller rausgehauen. "Get ready for Love" kickte nochmal die Stimmung an bevor "We call upon the Author" zum Schluß nochmals die perfekte Mischung aus Genie und Wahnsinn transportierte.
Unterm Strich ein genialer Abend. Vor allem, weil man nach anfänglichen, tageslichtbedingten Anlaufschwierigkeiten am Ende genau das bekam, was man sich erhoffte und auch von Nick Cave und seinen Bad Seeds erwartet hat: perfektes Entertainment in der musikalischen Zwischenwelt. Eines der letzten großen Genies der Musikwelt! Einer von der Sorte, die man nicht kopieren kann, und die in ihrer Einzigartigkeit wohl noch bis ins hohe Alter ihren Platz in der Musiklandschaft haben werden. Ich sehe ihn, wie Johnny Cash damals, noch mit weit in die 70 an einem Klavier hocken und die Menge begeistern. Selbst wenn die noch so einzigartige und eindringliche Stimme dann gelitten haben wird, die Aura die diesen Mann umschwurbelt ist schier UNGLAUBLICH und wird ihn auch in 20 Jahren noch durch die Konzerte tragen, wenn er es denn will. Bis dahin müssen wir uns eigentlich keine Sorgen weiter machen, Nick Cave wird auch weiterhin konsequent an seiner eigenen Legende sticken und solche Abende wie gestern abliefern! Schade, daß es das einzige "alleinige" Konzert von ihm und seinen Bad Seeds war in diesem Jahr.Ein Abstecher zwischen der Festivaltour der Band, der sich am Ende sowohl für uns, wie auch für ihn gelohnt zu haben schien. Er fühlte sich sichtlich wohl und entledigte sich zu den Zugaben gar seines Maßanzuges... gut in Form für seine runden 50 Lenze kann man da nur konstatieren! Also wer jemals die Chance haben sollte ihn live zu sehen, den kann ich nur zuraten! So ein Konzert vergißt man nicht so schnell... die ganze Performance hat irgendwas Einzigartiges, dem man sich so ohne weiteres nicht entziehen kann. Ein Entertainer wider Willen! :-)
Mittwoch, 17.06.2009
THINKING OUT LOUD
"Selig sind die geistig Armen, denn ihnen ist das Himmelreich!" Das wußte schon Jesus... ob er allerdigs so genau wußte, was er da übertragen auf das 21. Jahrhundert verlangte; ich weiß es nicht! Ehrlich gesagt, will ich es auch gar nicht wissen! Denn wenn ausgerechnet all die Schakke-lines und Kevins der Neuzeit selig werden, dann bricht im Himmel bald der Bildungsnotstand aus. Und was für einer! Man braucht sich doch nur mal umzuschauen was da draußen so rumrennt und schon bekommt man es mit der Angst zu tun was einem dann im Jenseits mal blüht. Also wenn das dann da so weiter geht wie hier, dann nimmt das vernunftbegabte Wesen doch freiwillig und laut lachend die Ausfahrt zum Highway to Hell. Wir wollen das mal an einem konkreten Beispiel durchexerzieren!
Am 24.07.2009, einem Freitag, gibt sich Emiliana Torrini in Jena die Ehre und gibt in der Kulturarena ein kleines aber feines Gastspielchen. Zum sozialverträglichen Low-Budget-Preis von schlanken 13 Euro für uns Nicht(mehr)immatrikulierte. Bis vor 3 Wochen sah ich dem Event noch bedingungslos optimistisch entgegen... ja, freute mich richtig! Zumal das Dingen, von zwei Festivalauftritten abgesehen, auch noch das einzige Deutschlandterminchen (Solokonzert) ist. Da das Ganze zudem in einer klassischen Universitätsstadt und in der "Kulturarena" stattfindet, freute man sich auf ein friedliches Konzert, mit einer überdurchschnittlichen Dichte an intelligenten Leuten. Klingt gut, was?!? Zumal die Frau Torrini es trotz ihrer großartigen Musik irgendwie geschafft hat, in Deutschland als Geheimtipp zu gelten (immerhin hat sie schon den "Gollum Song" zu Herr der Ringe auf der Haben-Seite... da ist "unbekannt sein" schon ein Kunststück). Aber wie dem auch sei, vor besagten drei Wochen kam es den Machern von "Germanys Next dürre Klapperische" in den Sinn, daß man doch mit "Jungle Drum" mal eines ihrer Liedchen als Hintergrundmusik vergewaltigen könne. Der dadurch los getretene Hype um das Lied wird zwar dem Song selber gerecht (der ist nunmal klasse, aber das weiß meinereiner schon seit Januar) aber macht einem doch irgendwie Angst. Am letzten Wochenende blieb mir beim Grillen der halb gekaute Tierkadaver fast im Halse stecken, als im nebenbei vor sich hin dudelnden Radio eben jenes Jungle Drum anmoderiert wurde. Da war dann die Rede von der "super süßen Isländerin" die mit ihrem "schnuckeligen Turbohit" nicht nur "Zuschauer" von Heidis Brechreiz - Boulevard, sondern die ganze Rebublik "verzaubern" würde. Und daß es ne Isländerin ist, das kann man ja sowieso nicht glauben, aber dafür trüge halt ihr Vater die Verantwortung (das ist wie im Fußball... wenn man sich was nicht erklären kann, gibt man präventiv erstmal den Italienern die Schuld). *WÜÜÜÜÜÜÜRG* Die ganze Moderation war fein säuberlich darauf abgestimmt, all die Verwirrten weiter anzufixen, die schon beim Defilé der Brechreizbrazzen begeistert mitfieberten. Erstmal schnellstmöglich nen schönen Charthype aufbauen, damit das desorientierte Jungvolk auch ja nicht vom nächsten verhaltensgestörten Klingeltonviehch als Käuferschicht abgezogen wird (nach dem Hasen, dem Kücken und dem ganzen Schmonz wäre übrigens mal ein bisexuelles Wiesel mit Sprachfehler dran, daß die Nationalhymne Tuvalus furzt... finde ich zumindest). Apropos Klingelton: Mich gruselts bei dem Gedanken, daß Jungle Drum bald im Jamba Sparabo angeboten wird.
Auch wenn ich es der Emiliana von Herzen gönne, daß sie auch bei uns mal finanziell bissel was abräumt und jetzt den Erfolg einheimst, den sie schon mit den alten Alben verdient gehabt hätte, aber irgendwie will man sie auch nicht mit diesen Vollpfosten da draußen teilen müssen! Nee, das ist doof! Zumal es diese ganze Brut doch eh nach 3 Monaten zum nächsten Trend verschlägt... (Stichwort: bisexuelles Wiesel). Und, auch wenn die Typen alle dumm sind (und ich meine nicht diese romantisierte, sympathische Vorstellung von "dumm", nein, ich meine DUMM!!!), irgendwie tut es einem halt schon leid daß sie da grade so verwurstet wird, weil das einfach mal nicht die angepeilte Käuferschicht sein kann. Die Gefahr einer, nennen wir es mal "Zielgruppenannäherung" á la Nelly Furtado besteht bei Emiliana zwar ganz sicher nicht, aber man hat halt auch so seine Urängste! Eine davon ist halt bei mir, daß ich in Jena dann plötzlich mitten in einem Pulk kreischender Teenies stehe, die bis auf Jungle Drum schier keinen Song kennen und dann bei eben jenem Lied komplett abdrehen und kreischend irgendwelche Plüschviehcher auf die Bühne werfen. Am Ende hat das ganze intelligenzneutrale Pack dann auch noch seine inoffizielle Idiotenuniform an (Glitzerschädelshirt vom Hardy - Ed, schiefes Käppi und Pokemon-Frisur) und bemüht sich, trotz der nicht zu übersehenden Androgynität auch noch "hart" dreinzublicken. Schauder! Mit diesem Klientel möchte ich auf nem Konzert nix zu tun haben! Wir haben es hier schließlich mit einer Generation zu tun, die Jimmy Blue Ochsenknecht für einen "coolen Gangsta" hält... da siehts mit der geistigen Gesundheit eher mies aus; und zwar flächendeckend.
Bezeichnend ist ja auch, daß sich diese Heinis zwar fleißg die Singel kaufen bzw. downloaden (aktuell gesamt 10. Platz, Download-Charts gar 1.), aber das Album irgendwie komplett ignorieren. Schadenfreude ist in dem Fall aber angebracht, denn die wissen ja gar nicht, was ihnen da entgeht (oder besser: was vor ihnen verschont bleibt).
Nun haben wir so viel über die geistig Armen schwadroniert, daß ich irgendwie erleichtert bin (mußte halt mal raus), es mir aber auch wieder schwer fällt, den Bogen zurück zu schlagen zu Jesus. Hmm... wie gesagt, der hätte vielleicht sagen sollen " Selig sind die geistig Armen, denn ihnen ist das Himmelreich! - Diese Angaben sind, wie immer, ohne Gewähr!" Aber so... jetzt kommt er aus der Nummer nicht mehr raus! Armer Jesus... man muß sich mal vergegenwärtigen, daß er damals auch für die Sünden dieser Vögel gestorben ist. So langsam wird klar, daß das ne sehr, sehr, SEHR blutige Sache gewesen sein muß um das alles auch nur ansatzweise auszugleichen was die so verzapfen!
Montag, 25.05.2009
CREEPING DEATH
Hallöchen! Hier ist er wieder, euer Hirte in schweren Zeiten. Die mentale Arche Noah des Blödsinns, welche euch zu geleiten gedenkt durch die Fluten des sinnleeren Alltags. Hindurch durch Meere anspruchslosen Schwachsinns, welcher durch die medialen Schleusen geleitet unser aller Leben zu umspülen droht! Gestern wars schon schlimm, von heute will ich gar nicht erst reden und morgen; ja MORGEN siehts dann aber nu wirklich GANZ GANZ finster aus!!! Zumindest wenn es so weiter geht!
Nun mag der eine oder andere primär die viel zitierte Wirtschafts- und Bankenkrise im Hinterkopf haben... aber das ist erst der Anfang! Der Ursprung allen Übels wenn man so will. Nur mal nebenbei: Wenn hier Abermilliarden an den Finanzmärkten "verbrannt" werden oder "verloren" gehen, sei die Frage gestattet: Wohin eigentlich!? Im Physikunterricht habe ich mal gelernt "Energie geht nicht verloren, sie wird immer nur umgewandelt!" Und hatte man das Sprüchlein nicht auf Abruf griffbereit: SECHS, SETZEN! Mit Geld sollte es doch ähnlich sein sollte man meinen. Geld geht nicht verloren, es wird immer nur umgewandelt. Grad eben habe ich zum Beispiel 1.69 Euronen mittels des Reaktionskatalysators "ALDI" in 8 Batterien umgewandelt! Toll, was? Das Geld liegt jetzt beim ALDI-Heinz im Kassenapparat und wartet auf ... na egal. Jedenfalls ist es bedauerlicherweise nicht mehr meines und somit uninteressant. Am Finanzmarkt scheint das alles etwas anders zu funktionieren, da hätte ich für meine 1,69€ vor nem Jahr vielleicht noch ne 6985215 qm Wohnung im 71.Stock des Empire State Buildings bekommen, inklusive Schirmchendrink zur Begrüßung, jetzt kommt man sich so vor, als ob sich der ALDI-Markt sobald man das Geld auf den Tisch legt spontan dematerialisiert. Nebst der Kohle versteht sich... und die Socken nimmt er auch gleich noch mit. Jedenfalls scheint sich in diesem Fall Geld irgendwie seltsam umzuwandeln... nämlich in "nichts". Ein beschissener Deal wenn ihr mich fragt!
Aber egal, diesen abgedrehten Handelsplatz für hochgradige Simulakren (hoho - Soziologenscherz) versteht eh keiner mehr. VIEL VIEL SCHLIMMER nimmt sich da doch die andere Apokalyse aus, die unweigerlich auf uns zurollt. Oder zu zurollen droht... geau genommen "zu zurollen drohte"... oder noch besser "die in einem Worst-Case-Szenario, das von mützenstrickenden Aliens in rosa Windeln handgeklöppelt wurde, eventuell hätten eintreten können". Dir Rede ist von der Schweinegrippe! Man mag sich ja fragen, wo das noch alles hin führt. Vogelgrippe, Schweinegrippe... Kinderkrippe!!! (OK, ich gebe zu, der war schwach...) Jedenfalls tauchte das Ding medial auf und man meinte, daß uns wiedermal die ultimative Pandemie drohte. Chaos auf den Straßen in Folge der mangelnden Impfstoffversorgung bahnte sich an, Plünderungen, gewaltsame Regierungsumstürze!!! Ja, sogar die Machtübernahme eines Militärregimes im Vatikan schien denkbar. Aber was passierte??? Nüscht! Hier und da fiel ein grippal geplagter Eber von der Zuchtsau und blieb liegen, aber sonst... sonst war das mal wieder die übliche Panikmache. An dieser Stelle muss meinerseits nochmal erwähnt werden, daß der erste Verdachtsfall in Deutschland ausgerechnet in jenem Phantom auftrat, welches da unter dem Namen "Bielefeld" schon seit Jahren durch die Gazetten der aufgeklärten Menschheit geistert. Mal nebenbei: Bei den Vöglen sehe ich ja noch ein, wie so ein Virus plötzlich mitten in Deutschland auftauchen kann, aber ich hab noch nie ein "Zugschwein" über Deutschland fliegen und sein Häufchen über dessen Kernland fallen lassen sehen um seine Artgenossen anzustecken.
Natürlich zerschlug sich der Verdacht, aber der Samen des Mißtrauens war in den Geist eines wankelmütigen Volkes von Drama-Queens (sorry, aber genau das sind wir) gepflanzt worden. Und die Saat ging schneller auf als der Mond in der Polarnacht! Angeheizt von investigativen Schlagzeilen der Anspruchsmedien ("Die TODESGRIPPE kommt") oder entsprechenden Onlineumfragen ("Killergrippe - Haben sie Angst?") erstarrte ein 82 Mio - Staat in Ehrfurcht vor einem Virus. Einem ziemlich mickrigen Virus, wenn man bedenkt daß Ebola - Infizierte, die meinten irgendwo im Kongo nen Gorilla streicheln zu müssen um anschließend todkrank ins heimische Bottrop zurück zu kehren, und ihr Quarantäne-Siechtum lediglich unter "Vermischtes" landen. Ganz gleich, wie vielen Flugbegleitern sie ihren blutigen Auswurf herzhaft ins Gesicht genießt haben.
Warum sollte man auch vernünftig reagieren, wenns doch so viel Spaß macht hysterisch schreiend im Kreis zu laufen!?
Das Perfideste an der Schweinegrippen - Bombe ist ja, daß sie mitten in die beginnende Grillsaison hinein platzte! Fu*k!!!! Was soll man denn dann noch auf den glühend heißen Rost legen und über den orange glimmenden Kohlen butzeln lassen, wenn nach Kuh und Huhn nun auch unser aller Hausschwein komprimitiert ist?!? Große Scheiße! Gemüsespieße wären eine Lösung, können aber als solche auch nicht wirklich ernst genommen werden. Zumindest nicht von mir! Fisch wäre die andere Variante, aber da die nicht niesen können, würde uns die am Horizont heraufziehende "Fischgrippe - H5N24" wohl aus heiterem Himmel und somit nur um so vernichtender treffen! Die einzigen, denen das gefallen wird, das sind die Veganer. Kann mir richtig vorstellen wie diese blassen, ausgemärgelten Gestalten mit einem schadenfrohen Grinsen vor ihrem Teller angewelkter Beilagen sitzen und sich die vom Skorbut gezeichneten Knochenfinger reiben um ihren vermeintlichen Endsieg zu feiern. Wahrscheinlich denken diese "Mein Freund das Rind" - Aktivisten sogar, daß ihnen jetzt alle Bundesbürger reuhmütig in die kulinarische Selbstkasteiung folgen. So gaga kann man auch nur sein, ein einem die tierischen Eiweiße fehlen!
Da mir das ganze Bohei allerdings egal ist, wird auch weiterhin das eine oder andere Nutztier-Leichenteil auf dem Grillrost landen. Schon bei Kuh und Huhn hat sich dieses "Auslöffeln" der Krise bewährt, da kanns beim Schwein auch nicht falsch sein. Zumal es ja um die Schweinegrippe verdächtig ruhig geworden ist. Keine Meldungen über pestilenzartige Verlustquoten an Einwohnerzahlen kommen den vollmundigen Ankündigungen hinterher geschossen, nichtmal aus "Bielefeld" wird irgend ein weiterer "Verdachtsfall" gemeldet! Kafkaesk!
Also Jungs und Mädels, laßt euch nicht verrückt machen; Schweinefleisch ist gut! Schweinefleisch ist unser Freund! Blickt weiterhin liebevoll auf euere Schnitzel herab, bevor ihr sie in die Friteuse werft und der zartrosa Schimmer der breitgeklopften Muskelfasern wird euch zuflüstern: "Ja, oh großmächtiger Verzehrer, ich will es doch auch! PANIER` MICH"!
Und dann, oh Bürger, tu`wie dir geheißen und danke dem dahin geschiedenen Viehch für sein Opfer. Denn es gab sein Leben um dir einen grippefreien Gaumenschmauß zu bereiten! Und so verwerfe er den Rucola und greife er an seiner Statt zum Kotelett!
Denn, sein wir mal ehrlich: Veganismus (nee, das klingt noch zu wenig nach Störung oder Krankheit *grübel*...) "Veganie" (schon besser) ist keine Lösung! Für mich persönlich wäre das im wahrsten Sinne des Wortes "Zwangsernährung"!
P.S.: Irgendwie bin ich stolz darauf, daß ich "Rucola" erst nachschlagen mußte! ;-)
Dienstag, 19.05.2009
OSLO BLOODBATH
Wiedermal ein Fundstück... einfach anklicken, aufrufen und die Eskalation genießen! :-D DAS BESTE KOMMT ZUM SCHLUß!!!!!!
Viel Spaß!
Mich räumt`s weg!
Samstag, 16.05.2009
HARD TO IMAGINE
Yeeehawww....! Ich wollte hiermit nur mal die Welt der uneingeschränkten Spinnerei und des Wunschdenkens betreten, aber dann stellte ich fest, dass ich hier von der Realität von übermorgen spreche und mit wurde realistisch!
Nix verstanden? Macht nüscht! Der Papa erklärts euch gleich, also nehmt mal alle fein platz, schnappt euch ein Schnitzel und hört zu! :-)
Der April ist ja mal wieder so ein Monat der Ungewissheit und des Rätselratens gewesen. Angestachelt von unser aller TenClub, der mal wieder Gerüchte streute, Hinweise dezent zurück hielt und am Ende aber doch irgendwie durchschaut wurde. Seit die Ankündigung des neuen Pearl Jam Albums irgendwann letztes Jahr behutsam durch irgendwelche Regionalsender in Seattle forciert wurde, geriet die Spekulationslawine in gewohnter Manier ins Rollen. (Mittlerweile sollen ja 14 Songs im Kasten sein um auf dem Avocado-Nachfolger die Fanbase zu verzücken.) Da nun jeder Musikliebhaber die Gesetze des Marktes kennt, wurde zunächst die gute, alte Kausalkette bemüht um sich die Zukunft zusammen zu phantasieren: Album führt zur Tour! War ja auch wahrscheinlich, dass man im Hause Pearl Jam nicht nochmal auf die äußerst schmackhafte Schnapsidee einer Just-for-Fun Rundreise durch die Arenen dieser Welt ohne aktuelles Material im Gepäck kommt. Also glühten sie heiß, die Ideenschmieden der Band-Propheten. Aussie-Tour ist ja wohl mal wieder Pflicht, in Südamerika sollte man sich auch mal wieder blicken lassen und der Süden der USA wurde zuletzt ja auch eher stiefmütterlich behandelt. Wo da noch für das arme, mickrige Europa Platz sein sollte? Irgendwann im Herbst 2010! Eher nicht! Da war man sich sicher! Ja, man konnte mitunter das Gefühl bekommen, dass die ganze Entwicklung mit einer generellen Skepsis betrachtet wurde. Aber spätestens als dann Mitte / Ende April diesen Jahres der TenClub mal wieder das beliebte Vogel - Spielchen spielte, drehten eh wieder alle am Rad!
Für alle, die nicht so brachial einen an der Klatsche haben wie ich, wenn es um diese Band geht, sei das mal erläutert: Der Fanclub gibt, sobald was größeres ansteht (Tourankündigung, Bekanntgabe Albumrelease oder sonstwas Geniales) immer im offiziellen Forum (dem Insider unter anderem unter dem Decknamen “Message Pit” bekannt) seit Jahren ein und die selbe grenzdebile Nachricht bekannt. Sinngemäß hat sich dem Verfasser dieses Beitrages jeweils irgend ein “little birdy” aufs Schulterchen gesetzt und gesungen (in Mafiakreisen läge der Flattermann bei “bei die Fische”). Mehr als “haltet mal die Augen und Ohren offen, in den nächsten Tagen kommt was Großes!” hat das Vieh aber nicht zu sagen! Eigentlich ne gute Nachricht, aber da der Kollege nie was Definitives zwitschert, hat sich sein Ruf in der Gemeinde mittlerweile irgendwo um den absoluten Nullpunkt eingepegelt. Jedenfalls kam diese Ankündigung wieder rein, nachdem schon Eddie einige Solo-Konzis bekannt gegeben hatte, gingen die Vermutungen erstmal Richtung Album Release oder ner schmucken US-Tour (:-P)! So langsam machten sich dann aber doch Gerüchte über europäische Termine breit. Auch da steuerten die Vermutungen dann wieder in genau jene Richtung, die zwar wahrscheinlich, am Ende dann aber gnadenlos falsch war! Statt der vermuteten Festival-Auftritte gabs dann doch eine Mini-Tour durch Europa, bestehend auch vier Konzerten im August. Organisatorisch war aber auch diese Bekanntgabe typisch TenClub: die kam einen Tag, nachdem sie angekündigt war und der Kartenvorverkauf startete zu allem Überfluß DIREKT nach Bekanntgabe!
Hier erstmal die Termine:
2009-08-13
Sportspaleis Ahoy
Rotterdam, Netherlands
2009-08-15
Wuhlheide
Berlin, Germany
2009-08-17
Manchester Evening News Arena
Manchester, England
2009-08-18
O2 Arena
London, UK
Na, ich hab doch gesagt: Klein, aber fein! Jedenfalls war in einer Telefonkonferenz zwischen Karlsruhe, Jena und dem malerischen Sunshine-State Chemnitz dann schnell der Zuschlag für TC - Tix für Berlin klar gemacht. Nochmal vielen Dank an Jule für die angemessen zügige Informationspolitik! :-)
Das eigentlich Fiese bei der ganzen Sache war ja mal wieder, dass die Information “Berlin, 15. August” schon ein paar Tage vorher durchsickerte (ja, wenns um Konzerttermine geht, hat die Jamily ein Ohr an jeder Veranstaltertür! ;-) ). So wurde dies sowohl auf meiner Heimatplattform (vitalogy.de) etwas verklausuliert angedeutet (http://www.vitalogy.de/nc/nachrichten/ansicht/detail/25/april/2009/artikel//21/bericht-aus-berlin.html) ; bzw dann schonungslos offen, ja fast schon exibizionistisch dirket über einen eventim-twitter (hier nachzulesen: http://twitter.com/eventimblog/status/1620314129) . Nunja, Karten waren gesichert (man sollte bei Fanclubkarten ja erbarmungslos zuschlagen, solange die da sind).
An diesem Tag stand also fest, dass es nach Berlin geht, zu viert und in angemessener Huldigungstracht! Hach, was freue ich mich da schon drauf! Da werden direkt Erinnerungen an jenen unvergesslichen Septembertag im September wach!! Septembriger gings ja schon gar nicht mehr! Wie wir da doch den ganzen Tag im warmen Sonnenlicht eines malerischen Spätsommertages vor dem Eingangstor rumlungerten (wir hatten es damals nicht zum Olymp der TC - Tickets geschafft, weshalb wir es einfach mal 9 Stunden vor Einlaß da waren). NATÜRLICH waren wir so ziemlich die Ersten und NATÜRLICH schafften wir es somit in die erste Welle! :-) Was danach kam, kann gerne nachgelesen werden, steht auch hier drinne (meine Fresse... soooooo lange belästige ich euch schon mit diesem Blogg?!? Wahnsinn!). Jedenfalls wird uns das mit der frühen Anreise in Berlin wohl diesmal (theoretisch) erspart bleiben. Der TC - Einlaß garantiert uns ja, dass wir ein viertel Stündchen vor dem Fußvolk, vor dem Pöbel, dem Mob (*fg* ;-) ) in die Wuhlheide gelassen werden. :-D! Ja, das wird ne feine Sache!
Aber der Onkel Even wäre nicht der Onkel Even, wenn ihm im Jahre 2009, wo gewissermaßen die Rahmenbedingungen stimmen, nicht nach noch nem Konzi zumute gewesen wäre! Das Problem der Urlaubs-Verlagerung war schnell besprochen und mindestens ebenso schnell gelöst. Ich möchte aber festgehalten wissen, dass Jule mich in meinem blinden Fanatismus unterstützte! Die Idee mit Holland wurde von mir vielleicht eher gedacht, am Telefon arttikulierte sie sie aber zuerst. Da die Gegenwehr meinerseits erwartungsgemäß gering ausfiel, stand einem Ausbau der Tourpläne nix mehr im Wege. Ergo: Rotterdam wurde ins Auge gefasst! Problematisch war allerdings die Ticket-Situation, die TC-Tix waren schon weg und der offizielle VVK, naja, sagen wir mal “Chaos” war da noch ein Euphemismus! Jedenfalls schnallte ich mich da vorm Rechner fest, registrierte mich bei eventim.nl und wartet den Nachmittag darauf, dass halbwegs brauchbare Tickets aufkreuzten. Ein Geduldsspiel! Aber letzten Endes schlug ich dann zu, als zwei nette Sitzplatzkarten erste Reihe der Sitzränge in unmittelbarer Bühnennähe zu haben waren und SCHUPP!!!!! Ich nehm` die halbe Tour mit! ;-) Zu erwähnen ist noch, dass es zwar etwas seltsam, aber durchaus machbar ist sich in dieser Goudasprache zurecht zu finden (Die Option “Englisch” haben die natürlich nicht! Überhaupt scheinen die Holländer ziemlcih anglophob, denn bei der HP der Ahoy Arena existiert die Option zwar, allerdings kann man dann nix mehr anklicken! ;-) Man surft dann quasi auf einem übersetzen Screenshot!
Es ist zwar komisch, mir ein PJ-Konzert auf einem Sitzplatz vorzustellen. Aber 1. Besser als gar nicht dabei und 2. Hat der Gedanke auch irgend was sehr reizvolles! Ich lasse das einfach mal auf mich zukommen und hoffe, dass ich den ganzen Spaß mal so RICHTIG genießen kann! :-) Außerdem war ich noch nie in Holland (ich muß mir noch schnell ein deutsches Nationalmannschaftstrikot von Bernd Hölzenbein besorgen fällt mir dabei auf *fg*). Na egal. Jedenfalls geht da die Tour los und das macht die Veranstaltung nur umso interessanter! Wenn ich so recht drüber nachdenke, ist das schon doof, dass man noch 3 Monate auf dem Trockenen sitzt und fiebern muß. Oder darf man fiebern? Hmm... eigentlich gehört diese Vorfreude ja auch dazu. Zumal mich die Aussicht auf das Berlin-Konzert 2006 (Damals wurden die Tix schon ein halbes Jahr vorher verschachert) ja teilweise quasi über die Diplomarbeit gerettet hat). Also packe ich mal die Vorfreude aus!
Unklar sind nun noch ganze zwei Hauptfragen! 1. Vorbands, und 2. Die Setlists. Beides kommt selbstredend vor jedem Konzert auf und während Nr. 1 meist schon ein paar Wochen, wenn nicht gar Monate im Vorfeld beantwortet wird, wird Nr. 2 erst im Laufe des Abends geklärt. Normalerweise!!! Denn mein Kung-Fu ist so mächtig, dass ich all diese elementaren Fragen, auf die selbst ein Stephen Hawking keine Antwort aus der Nußschale zaubern kann, mit links beantworte. So höret denn her und lauschet den Worten des großen Meisters, welcher euch von einer Zukunft berichten wird; einer Zukunft so leuchtend schön und soundstartk, dass ihr es nicht für möglich halten werdet!
Fangen wir mal in Rotterdam an! Rotterdam wird das Erste Konzi, die Rückkehr quasi! Als Vorband werden (endlich mal) die “Strokes” fungieren! Man hats endlich mal geschafft beide unter einen Hut zu bringen! Die Setlist wird wie folgt aussehen:
Main Set:
1 Jeremy
2 Go
3 Why Go
4 Habit
5 Even Flow (mit Drumsolo bitte)
6 Inside Job
7 You Are
8 Better Man
9 Nothingman
10 Leather Man
11 Man of the Hour
12 Spin the Black Circle
13 NEW SONG!!!!!!
14 Rearviewmirror
15 Not for You (14 und 15 am Stück... BÜDDE!)
16 Blood
17 Alive
Encore 1
18 Present Tense (mein Present Tense... hehe! Muß einfach nochmal sein nach Berlin 06)
19 Long Road
20 Black (Daugher Tag... hehe)
21 Crazy Mary
Encore 2
22 Gods Dice
23 Comatose
24 Baba O`Riley
25 Yellow Ledbetter
Encore 3 (lauthals eingefordert vom Publikum)
26 Indifference
Für Berlin hab ich mir da Folgendes vorgestellt: Nach der Vorband, welche angemessener Weise die BEATSTEAKS sind (dann stehen die nicht wie 2006 unten mit uns im FOS - Bereich rum ;-) ), werden die Götter die Planken des Ruhmes betreten und uns mit folgendem Programm erfreuen:
Preset (wollte ich schon immer mal eines erleben):
0 Eddie "Blue Red and Grey"
Main Set:
1 Release (Wäre der WAHNSINN! Ich sage nur: Arnheim 2006 - Bootleg!!!!!!!)
2 Comatose
3 Hail Hail
4 WWS
5 Corduroy
6 Mankind (LET STONE SING!!! LET STONE SING!!!!)
7 Down
8 Even Flow
9 I got Shit
10 Oceans
11 Gone
12 Leash
13 Blood
14 Life Wasted
15 Satans Bed
16 Glorified G (Sorry Klenne, aber du hast die Wahl: DAS oder Come Back *sic*)
17 Once
encore 1:
18 Wash
19 Cloe Dancer / Crown of Thorns
20 Daugher (mit It`s OK Tag)
21 Nothing as it Seems
22 Fuckin Up
encore 2:
23 Smile
24 Love Reign o' er me (Squeeze-Box als Tag eingebaut)
25 Education
26 Keep on Rockin`
27 Immortality
So, noch Fragen Kienzle?!? :-) Ende August können wir ja mal Bilanz ziehen und vergleichen wo ich, was zugegebener Maßen höchst unwahrscheinlich ist, daneben lag. Die Teilnehmenden Konzertbesucher, insbesondere jene, die mit mir unterwegs sein werden (ja kleine Schwester, du auch) können ja mal kurz ihre Zustimmung zu den Setlists kund tun! Von mir auch auch alternative Entwerfen! :-)
PS: Der Fakt, daß außer Berlin alles Indoor stattfindet, spricht wohl dafür, daß den Jungs die Wuhlheide generell fetzt; außerdem haben wir 2006 die Hütte einfach mal so unglaublich GEROCKT, daß PJ nicht mehr dran vorbei kommen in Zukunft! ;-)

Sonntag, 10.05.2009
RIDE THE LIGHTNING
*HELL YE-HE-HE-HEEAAAAAAHHHHHH* werte Fangemeinde! Heute hagelt es mal wieder einen Konzertbericht! Was heißt hier “einen” Konzertbericht... unterm Strich einen “ganz besonderen Konzertbericht”! Und da derer dieses Jahr noch mindestens drei (!!!!!!) Folgen werden, sollte ich das Ganze mal spezifizieren und euch von dero Pilgerfahrt berichten, welche den Onkel ins gar nicht mal so ferne Land der Muster - Messe pilgern ließ. 07.05.2009, METALLICA in der Arena!!!! Die kleine Schwester wurde natürlich auch wieder mitgeschleift.
Los gings, Urlaub sei Dank, mitten am Tag. Die Wegbeschreibung war mal wieder etwas, naja, nennen wir es “eigenwillig”, sodaß ich entweder Zweifel an physikalisch - astronomischen Konstanten, bzw. An der Korrektheit des “Falk” - Routenplaners habe. (Die Strecke zwischen Kreisverkehr und Arena ist auf dem Hinweg fast drei mal so lang ausgeschildert wie auf der Rückfahrt... .) Aber wie dem auch sei. Die Hinfahrt verlief relativ unspektakulär, die Einöde, welche sich zwischen Chemnitz und Leipzig erstreckt, wurde schnell und effektiv überwunden. Auch Löwen sehen wir kaum. An der Arena angekommen durften wir dreister Weise erstmal 5 Ocken für den Parkplatzdienst abdrücken. Aber wenigstens konnte man so in der Illusion leben, dass das Auto sicher bewacht wurde. (Auch wenn ich glaube, dass der spindeldürre Einweisungs-Heinz, trotz Security-Weste, nicht wirklich eine Chance gehabt haben würde, wenn da eine Horde geifernder Hooligans beschlossen hätte meinen hilflosen Seat zu schänden. Aber dem war ja Gott sei Dank nun nicht so, und so konnte ich dem offiziellen “ich-komme-bei-nem-Heavy-Metal-Konzert-an” - Ritual frönen (Aussteigen, Kippe an, Bierbude suchen). Um uns herum purzelten sodann die Langlotschen nur so aus ihren Autos, streiften ihre aufnäherbewährten Jeanswesten über und frönten ebenfalls oben genanntem Ritual. Wir sortierten uns noch ein bissel und schniekten dann in aller Ruhe zur Arena. Dort angekommen folgte eine Orientierungsphase, während der wir beschlossen erstmal den Merchandising-Stand aufzusuchen. Für mich standen so einige formvollendete Tourshirts zur Wahl, wobei ich mal die Idee eines schwarzen Metallica-Shirts mit goldener (!!!) Aufschrift anprangern muß! Das Motiv an sich wäre ja nett gewesen (Schriftzug, Schädel)... aber GOLD?!!! Meine Wahl fiel dann also auf ein in sanftem Anthrazit gehaltenes Kleidungsstück, welches ein magnetischer Sarg nebst Tourdaten ziert... m/! :-)
So ausgestattet konnte es dann auch in die Halle gehen. Die Verbotsschilder hinsichtlich Digitalkameras noch geflissentlich ignoriert und ab in die Halle wo sich “The Sword” bereits einen abschrammelten. Dass wir diese Schergen größtenteils verpassten, stellte sich am Ende als nicht sonderlich tragisch heraus, waren nicht so der Brüller. Da waren Machine Head schon eine andere Hausnummer. Selbige erlebten wir dann von unserer Innenraumposition (schalla-la-la-la) aus mit einem Becher Gerstensaft in der Hand. Gingen ab die Jungs und die in der Mitte der Arena aufgebaute Bühne zahlte sich sogleich aus. Als Machine Head fertig waren und das Licht in der Halle wieder anging, konnten wir erstmal die Deko sowie die geradezu monströse PA begutachten. Im Saal hingen 10 überdimensionale Särge, welche für die Beleuchtung zuständig waren, jene vier auf der Bühne waren sogar schwenk- und herablassbar. Ansonsten hatte das Schlagzeug des “Kleinen” eine Rotationsfunktion. Interessanter Aufbau... . Ein paar Zweifel ob des Sounds blieben allerdings bestehen, da bei Machin Head selbiger, trotz Monsteranlage, etwas schwammig daher kam. Aber die Sorge wurde bei den ersten Herzschlägen des Openers “That was Just your Life” zerstreut. Eine kleine Lasershow durchschnitt die Mischung aus Dunkelheit und (illegal ausgestoßenem) Zigarettenrauch (muharrr-harrr... Rauchverbot auf Metalkonzerten... wer glaubt dass das wirkt, der ist mit dem Klammersack gepudert). Und nach einem schnieken Intro stieg die Band brachial in den Song ein! Der Sound, wurde im Verlaufe des Liedes immer klarer und pegelte sich dann spätestens zum zweiten Song in der näheren Umgebung von “perfekt” ein. Mit derart soundgewaltiger Unterstützung geleitete uns der Herr Hetfield mit einer “Hey-Hey-Hey”-Animation direkt hinüber zu “The End of the Line”. Und das ging dann gleich direkt durch die Decke! Unglaublich, wie James und Kirk live die Riffs durch die Verstärker prügeln können! Der Innenraum war eine Horde von headbangenden Freaks während der Song mehr und mehr an Fahrt gewann und schließlich durch einen tief grunzenden Hetfield abgeschlossen wurde. Im Anschluss war dann der Death Magnetic Einstieg abgeschlossen und die Herren auf der Bühne angemessen begeistert von den abgehenden Massen zu ihren Füßen. Nachdem also die ersten Stücke vom neuen Album eingeschlagen hatten wurde es nun Zeit für den “Old Stuff”. Dafür wurde nichts geringeres auserkoren als “Ride The Lighning”. Die Reaktion der Menge war wieder entsprechend euphorisch.... der Chor bei “Now ist time to diiiiiieeeeeeee....” kommt auf dem Bootleg nicht annähernd angemessen rüber. Aber es wurde und wurde immer besser, von Song zu Song. Spätestens jetzt bewährte sich auch die “wandernde” Band. Irgendwer turnte immer vor einem rum, ob nun der James einem die charakteristischen “Yeah`s” direkt ins Gesicht brüllte, der Kirk mal während eines Solos vorbei schaute oder der Rob (im Folgenden nur “BVM” genannt - Insider) in seinem Entengang rumstakste während der seinen Bass malträtierte. War schon sehr geil! So neigte sich denn dann auch der Blitzritt dem Ende zu, die Nackenmuskulatur meinerseits war mittlerweile warm gelaufen und Zeige- sowie kleiner Finger
hatten auch ihre ordnungsgemäße Metal-Position in der Hallenluft eingenommen. Das war auch gut so, denn mit Fuel wurde das nächste Brett ausgepackt und uns um die Ohren geschwurbelt. Hammer!!! Was da um uns herum los war, Wahnsinn! Anschließend wurde es wieder nostalgisch bis halbschnell, mit “One” und den erstmals exzessiv eingesetzten Pyroeffekten! Eingeläutet von Schüssen und Explosionen begann One gewohnt langsam um sich dann wie eine Walze auf dem Skihang unweigerlich in Fahrt zu setzen und gegen Ende alles im Wege befindliche unweigerlich zu plätten! Spontan musste ich ans Video denken, wie der Herr Newsted damals mit seiner Matte noch den Bass zupfte... hach, war auch ein Guter! :-) Aber mit dem BVM hat man sich, was spätestens hier klar wurde, ein wahres Tier in die Band geholt. So ausgeglichen un nett der Kerl auch rüberkommen mag: häng dem nen Bass auf Kniehöhe um der Mensch ist nicht mehr zu bremsen!
Das konnte er auch bei “Broken, Beat and Scarred” im Anschluss gleich wieder beweisen! Mal so nebenher erwähnt eines meiner Wunschstücke von der Death Magnetic! Umso toller, dass die Jungs das wirklich auspackten! Stilistisch wohl noch am nächsten an der St. Anger dran (deshalb gefällts mir bestimmt auch so). Jedenfalls ging das Ding schon übel ab... ungefähr an diesem Punkt des Konzertes verabschiedete sich dann auch das Nervensystem meiner NAckenmuskulatur... aus Selbstschutz! Es sollte erst am folgenden Morgen wütend zurück kehren. Aber wie heißt es im Text so passend “What don`t kill ya, make ya more strong!”
Und so wurden wir mit “Leipzig... DIE HARD” aus dem Song entlassen und mit der Gretchenfrage (hehe... Gretchenfrage in Leipzig, ein Intellektuellenscherz ;-) ) konfrontiert. Der gute James wollte wissen, obs denn nun etwas langsamer weiter gehen sollte, oder dann doch wieder die Keule ausgepackt werden soll. Die Antwort war ebenso eindeutig wie vorhersehbar. My Apokalypse erfüllte dann auch die Erwartungen voll und ganz. Bis auf Battery haben die Jungs IMO keinen weiteren Song im Programm, der vom Rhythmus her so brachial gradlinig nach vorne marschiert! Danach dann ein paar Sekunden Verschnaufpause... welche auch mehr als angebracht waren. Die Schwester wurde kurz zum Bierstand abkommandiert und James kommunizierte mal wieder mit der Audience. Das Ergebnis des resultierenden Dialoges war die Feststellung, dass scheinbar alle Anwesenden Spaß hatten, unabhängig vom Standpunkt. (Was mich eher weniger überrascht). Jedenfalls wurde dann die versammelte Gemeinde “von James auch gerne “one big Metallica - Family” genannt) erneut gefragt, ob wir denn “Heavy” wollen! Und ob!!! nach der präzisen Antwort “Metallica gives you HEAVY” hämmerte uns Sad But True entgegen. Ein weiterer dieser Nackendehner. Hammer!!! Der stand auch ganz oben auf meiner persönlichen Wunschliste!!! Wer den Titel kennt, der wird sich annähernd vorstellen können, was dann in der Halle los ging; wie die Haare flatterten und die Arme zum gebrüllten Refrain mit erhobener Pommesgabel in die Höhe schnellten. (Gut, bei mir wars nur ein Arm, im Anderen war ja nun ein Bier!)
Das Anschließende Turn the Page war dann wieder eine kleine Verschnaufpause, zudem eine überraschende. Mit dem Song konnte man nicht wirklich rechnen. Sehr schön... aber der Übergang zu The Judas Kiss geriet dann mal wiederum brachial. Nachdem die letzten Takte verklungen waren wurde mit lautem Getöse umgeschwenkt und der ohnehin schon rauhe Song wurde live noch ne Ecke sperriger geschmirgelt. Abgehen zwingend erforderlich um diese Energieladung da auszuhalten. Spätestens beim hasserfüllt gegrunzten Refrain kochte die Menge rings herum. Erholung versprach eines jener legendären Soli von Kirk, welches im Anschluss dargeboten wurde. Schon geil den Kerl mal live zu erleben und das, was er da mit seiner Klampfe veranstalten kann. :-) Was Soli angeht ist der Mensch ein Gott!!!
Nach dem Midtempo-Stück The Day that never Comes, mit eingebautem Single-Potential, folgte dann der nächste Niederknie-Moment! Die Herren packten das legendäre “Master of Puppets” wieder aus, beim Einstiegsriff brach die Hölle los um uns herum! Mann, was ist das aber auch für ein geiles Gefühl wenn dieser Song los geht!!! :-) Und dann noch die ausgedehnten Chor-Passagen des Publikums! Wahnsinn!!! Leider kommt das auf dem Bootleg nicht annähernd so großartig rüber wie live! (Lars, prinzipiell ist das aber möglich das zu transportieren... “Pearl Jam would do that!” ;-) ) Absoluter Irrsinn der Song! Und danach gings auch gleich im selben Stil weiter mit einer Lektion in Brandbekämpfung für den geneigten Jungfeuerwehrmann (ich bin sicher, da waren ungefähr 4 davon anwesend): Fight Fire with Fire stand seinem Vorgänger in nichts nach und ließ den Schweiß beim Publikum fröhlich weiter fließen. Sehr geil! Mittlerweile standen wir auch in einer Pfütze, in welcher sich Bier und Transpirat vermischten, man könnte auch sagen, die Atmosphäre war mittlerweile komplett abgerundet und angemessen! :-) Nach so viel Prügel fürs Trommelfell war denn das zweite Hammett - Solo, welches uns gediegen ins nun folgende Nothing Else Matters hinüber geleitete auch mehr als nötig um die richtige Grundstimmung zu erzeugen. Schön das Feuerzeug in den Hallenhimmel gereckt und das Liedchen genossen. :-) Man kennt das ja, der Song ist wohl der kommerziell erfolgreichste der Band, zudem noch eine nie für möglich gehaltene Ballade. Aber bevor ich hier den großen Independent-Underground und Back-to-the-Roots Spielverderber spiele, der nur “das ganz alte Zeug” hören will, möchte ich mal betonen, dass das abseits des ganzen Beiwerks einfach mal ein Song allererste Güte ist! Dem entsprechend auch die reinste Freude den Live zu hören. Mögen diese ganzen “Underground”-Wichte doch weiterhin in ihrer Scheinwelt leben und überholten Idealen nacheifern. Ich fands spitze! Außerdem wurde gleich mal direkt zu Enter Sandman übergeleitet. Man sollte dabei übrigens nicht unbedingt versuchen an den Abendgruß zu denken... so ein “Sandman” wäre damals vom Erich noch persönlich an die BRD verschachert worden nachdem er den kleinen Blagen den Schlafsand beidfäustig hinter die Pupillen gejagt hätte. Das Mainset wurde damit auch standesgemäß abgeschlossen. Während die Band mit ein paar “Oh Yeaaahrs” zum Abschied vorerst die Bühne verließ machte sich schon die Spannung ob des Zugabenblockes breit. Dieser sollte dann auch schön überraschend ausfallen. Eingestiegen wurde, nach zugegeben recht kurzer Pause, mit The Small Hours, einem Holocaust-Cover was schwer daher getrampelt kommt und sich anhört wie ein musikalischer Godzilla. Jedenfalls brachte das die Menge nochmal richtig zum Kochen bevor man dann ins brüllende Trapped under Ice einstieg und die Stimmung nochmal so richtig nach oben marschierte! Hammersong, toll vorgetragen und die Halle tat noch ihr übriges zum Gelingen! Man sollte meinen, dass es, nachdem die letzten Takte verklungen waren, so langsam ausgreizt war, was Stimmung und Energie anging. Aber nach entsprechendem Aufruf von James, nachdem wir die Band gefühlte 200 Minuten hochleben ließen und feierten, gabs zum Abschluss noch einen, oder besser gesagt DEN Rausschmeißer! Für den Refrain wurden wir nochmal in die Pflicht genommen. “Three simple words you need to know! Three!!! SEEK AND DESTROOOOOOOY!” Als das Ding los ging, war endgültig Sense mit geordnetem Ablauf! Damit das sich anbahnende Chaos auch von der Bühne aus beobachtet werden konnte, wurde gleich mal das Hallenlicht angedreht und ungebremst losgelegt. Was da nochmal losgetreten wurde war unglaublich. Rings um einen herum kochte die Halle, selber war man entweder mit headbangen oder brüllen beschäftigt und ca 10 Meter Luftlinie vor einem ließ einen der Hetfield aus der Nummer auch nicht mehr so einfach raus sondern trieb die Menge mehr und mehr an auch ja weiter zu machen und die Jungs auch angemessen zu verabschieden! Kirk packte nochmal die flinken Finger aus zum Abschiedssolo und so fand der Abend also auch einen angemessen feurigen Abschluss! Nachdem sich die Jungs noch ca 20 Minuten vom Publikum verabschiedeten wars dann auch schon vorbei mit dem heiß ersehnten Erlebnis “Metallica Konzi”. Wir benötigten noch die komplette Heimfahrt um so halbwegs wieder runter zu kommen, den berühmten Konzertdruck auf den Ohren wurde man erst im Laufe der nächsten 2 Tage los. Aber wer die Möglichkeit hat, die Knilche noch live zu erleben, der sollte das UN-BE-DINGT machen, zur Not auch auf Sitzplätzen, aber schaut sie euch an!!!! :-) Ich für meinen Teil werde die nächsten Tage damit verbringen das Bootleg fröhlich auf Heavy Rotation zu schicken. Als Randnotiz sollte noch festgehalten werden, dass bei den Ansprachen ans Publikum ausgerechnet Kirk “Schöngeist” Hammett die höchste Fluchquote aufwies (“Yeahh Leipzig.,.. You motherfuckers are motherfucking`loud!”). Selbiges hätte man zwar eher vom “Kleinen” erwartet, aber gut... so hatte man wenigstens was zum Grinsen am Ende.
Abschließend komme ich aber nicht umher nochmal das verdutzte Statement von Machine Head gen Weißwurschtäquator zu schreien: “Leipzig! You really fuckin kick Munichs ASSS!!! Prrrrrrrrost!!”
Samstag, 28.02.2009
MY PSYCHOANALYST IS AN IDIOT
Freud, ALALYZE THIS: *LOL*

Samstag, 17.01.2009
VIBRATOR
Moinsen! Nicht erschrecken: ich bin`s schon wieder! Eigentlich wäre ich, wenn man mal die Frequenz meiner letzten sagen wir 20 Beiträge betrachtet, erst zu Ostern wieder moralisch verpflichtet neuerlichen Dummfug zu verzapfen, aber es gibt Sachen... naja, Sachen gibt’s halt... die gibt`s gar nicht! Als ich eben den Pro 7 - Videotext auf Seite 135 aufblätterte mußte ich mir gleich mal ein virtuelles Eselsohr in die brownsche Röhre dübeln um folgenden Text fortan für die Nachwelt zu konservieren. Denn DAS kann so ein verrückter Hund, wie ich es nunmal bin, einfach nicht unkommentiert lassen...! Also hier mal eine Abschrift der jetzt schon von mir zur inoffiziellen MELDUNG DES JAHRES erklärten Subventionsforderung:
“Pornoindustrie will “Staatsknete”
Auch die deutsche Sex- und Pornoindustrie wünscht sich finanzielle Unterstützung vom Staat. “Wirtschaftliche Hilfe wäre sinnvoll”, sagte Uwe Kaltenberg vom Bundesverband Erotik-Handel der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Die Branche bestehe vor allem aus kleinen und mittelständischen Betrieben, die finanzielle Hilfe gut gebrauchen könnten, etwa für Fortbildungen. Allerdings geht Kaltenberg nicht davon aus, dass die Politik dem Wunsch der Pornobranche nachkommt.”
(Quelle: Pro 7 Videotext, Seite 135 am 16.01.2009; Stand 20:55Uhr MEZ)
WIE - GEIL - IST - DAS - DENN?!?!?!!!
Erstmal ist es ja schon interessant, dass es einen “Bundesverband Erotik-Handel” gibt, was zugegebener Maßen auch einem gigantischen Euphemismus gleicht. Jedenfalls ein Statement, das für “Erregung” sorgt, zweifelsohne Aber nehmen wir dieses Luftschloß mal Stein für Stein auseinander, von der Wehrmauer mit ihren “Spitzen”, bis hinunter ins finsterste SM-Verließ!
Beginnen wir mit einer sozialwissenschaftlichen Begriffsklärung, was ja die Grundlage dafür bildet, sich die Auswüchse der Realität mal unter sinnhaften Gesichtspunkten zur “Brust” zu “nehmen”!
In einer Industriegesellschaft, was wir ja nicht mehr sind, aber irgendwie immer noch sein wollen (“Die Autoindustrie ist das Herz der deutschen Wirtschaft!” sage ich nur) strebt man ja den Handel an um seinen Kladaradatsch auch möglichst umfangreich ans Konsumvieh zu verhökern. Handel heißt Warenkreislauf, heißt unterm Strich Tausch”beziehungen” einzugehen. Getauscht wurde früher Ware gegen Ware. Sagen wir: A hat zwei Hühner und friert. B hat zwei Mäntel und Hunger -> A tauscht mit B Huhn gegen Mantel und beiden ging`s gut (für die Jüngeren soll mal folgendes Beispiel zur Veranschaulichung dienen: Man gab damals sein Hirn ab und erhielt dafür DIREKT seine Ed Hardy - Jacke).
Heute tut man sowas nicht mehr, heute gibt es das Geld als allgegenwärtiges Tauschmedium. Das ist jetzt keine alte Schachtel die in ihre Kristallkugel “gafft” und einem einen vom Pferd erzählt, sondern einfach so `ne Art Zwischengut -> A verkauft Huhn für Geld an C; geht damit zu B und gibt B das Geld für den Gehrock; dieser geht dann mit dem Geld zu B, gibt es ihm und erhält das Huhn... welches alsbald in köstlicher Soße auf seinem Teller schwimmt! Fazit: A hat nen Gehrock, B hat das Huhn und C das Geld. (Für die Jüngeren: Ed Hardy Jacken kosten jetzt außerdem noch Geld, das mit dem Hirn bleibt so)! Der Fortschritt besteht nun darin, dass von dem Huhn und dem Mantel nicht mehr nur 2, sondern 3 Leute was haben! Den ganzen “Akt” bezeichnete man von diesem Zeitpunkt an, vereinfacht gesagt, als Handel! Handeln konnte man also mit Gütern und mit Geld... (manche übertrieben in der Folge vor allem letzteres maßlos und sitzen deshalb jetzt gewaltig in der Tinte, aber das ist ein anderes Thema).
Worum es mit eigentlich geht, ist, dass die Mitglieder diesen komischen Ferkelfilmverbandes doch nun wirklich keine “Erotik” verkaufen. OK könnte man sagen, dann bieten sie halt Dienstleistungen an. Solche, welche der “Befriedigung” gewisser Bedürfnisse “dienen”. Aber das kann`s doch auch nicht sein, schließlich beinhaltet der Begriff ja die Worte “Dienst” und “Leistung”. Ersterer wird geleistet, letztere Erbracht. Das mit dem “Dienst” mag ja im einen oder anderen Film (je nach Gusto des Betrachters) noch grob hin kommen, für die “Leistung” ist der Konsument am Ende dann aber selbst verantwortlich. Kafkaesk, nicht wahr?!? Also was verkaufen die Heinis denn nun? Die Antwort ist so simpel wie einfach: Pornos! So, nicht Erotik, schlicht und ergreifend: PORNOS!!! Supi, hätten wir das geklärt (fragt mich jetzt bloß nicht, was ihr mit dieser Antwort nach all dem halbgaren soziologischen Geschwafel anfangen sollt... nehmt`s einfach hin und erfreut euch daran - wie auch immer. Pornos also. Und die sollen nun subventioniert werden. Aber klar doch, es gibt ja sonst nichts wichtigeres zu tun! Betrachtet man die eine oder andere Branchengröße könnte hier wahlweise auch die frisch beschlossene Verschrottungsprämie Anwendung finden! Während die Entlassungs-Influenza die Ökonomie “flachlegt” sollen Filme mit Titeln wie “Eiskalte Schwengel”, “Spiel mir das Lied vom Glied”, “Schwanz im Glück” oder gar “General Anal” nun auch noch subventioniert werden. (BTW: gebt bei google mal einfach “dumme Pornotitel” ein und ihr werdet sehen, dass es noch wesentlich schlimmer geht während ihr euch durch die Links klickt... da ist “A Clockwork Orgy” schon noch ein Meilenstein der poetischen Umschreibung gegen das meiste was da sonst noch so offeriert wird)!
Wer braucht denn schon eine subventionierte Infrastrukturmaßnahme, wenn man für das selbe Geld die Titel “Arschibald der Pornobuttler” Teil 3 bis 97 in Dolby Digital haben kann?!? Also SO einen Unfug von Forderung habe ich nun schon lange nicht mehr gehört, wahrlich Als ob es Porno - Peter mit seinem Intim-Imperium schlecht gehen könnte. Das ist wohl einer der wenigen Wirtschaftssektoren, der seine Absatzzahlen immer erreichen dürfte. Aber gut, wo man schon den Banken und der Autoindustrie fröhlich die Steuermilliarden in den Zockerrachen wirft, kann man bei den Kopulationskünstlern so eine Finanz”spritze” auch ganz gut gebrauchen. “Für Fortbildungen” natürlich... NATÜRLICH! Auf das Seminarprogramm wäre ich ohnehin mal gespannt, alleine die Veranstaltungstitel dürften von latentem Hormonstau geprägt sein und der FSK 18 unterliegen! Und am Ende wird man(n) dann wahrscheinlich zum “Big Bouncer” ehrenhalber und auf Lebenszeit gekürt und erhält die güldene Aufblaspuppe an der Kordel. Alles finanziert aus der Kirchensteuer! Ganz großes Tennis, da streike ja selbst ich als Atheist! Außerdem: wer will den schon am Ende von... sagen wir von “RoboCock” eingeblendet sehen, dass das “Ding” von der CDU gesponsert wurde?!? Richtig: NIEMAND! Vorstellen will man sich das schon gar nicht!
Als ob es einen Zwang gebe, jeden Mittelständer... Mittelständler meine ich, gleich mit dem Zuckerbrot der Subvention zu mästen, hin und wieder sollte man gerade im Boomgeschäft Fortpflanzungsanimation auch mal die knallharte Peitsche der wirtschaftlichen Realität auf dem Allerwertesten zu spüren bekommen... sonst haben sie damit ja auch kein Problem! Den ganzen Tag machen die ja nun unterm "Strich" nix anderes, als im Bett liegen uns Spaß haben... aber man kann ja vorsichtshalber mal Subventionsbedarf anmelden. Falls der süditalienische Mackerhengst, den man sich trotz Sprachbarriere angeheuert hat um ein Dutzend austauschbarer Wasserstoffblondinen zu begatten doch mal keinen hoch kriegt, dann soll wider die Regierung helfen, oder was?!? Erektionshilfe aus dem so genannten Staats”säckel” quasi. Beängstigend diese Vorstellung!
Aber unterm “Strich” ist`s doch niedlich, wie jetzt Hinz und Kunz subventioniert werden wollen. Auch wenn es hier und da vielleicht sinnvoll wäre, Meldungen wie diese kann ich irgendwie nicht ernst nehmen! Wenigstens ist der Typ realistisch genug, die Chancen auf Erfolg von Anfang an als gering einzustufen. Abschließend stellt sich mir noch die Frage, ob wir alle überhaupt wollen, dass sich der Staat nun auch noch in diesem Bereich des Privatlebens einmischt?!?! Ich habe da so meine Zweifel, denn Politik ist per se schon nicht wirklich “sexy”! Das Ende wäre, rein hypothetisch natürlich, dass es der Pornoindustrie vom Image her geht wie der Bahn: Der Ruf ist irgendwann sogar NOCH schlechter als das angebotene Produkt (ich sage nur: “Warum liegt denn hier Stroh?!?”) und am Ende "kommt" die Kundschaft trotz Millionensubventionen des Staates zu spät! Für die Pornobranche wäre das selbstredend noch wesentlich dramatischer als für Mehdorns Bummelbahn. Dieser “Schuß” kann somit eigentlich nur nach “hinten” los gehen!
Wenn ihr also das nächste mal im Videoladen eures Vertrauens irgend einen “Animationsfilm” ausleiht, macht euch drauf gefasst, dass mitten in der schlüpfrigen Orgienszene (mit 28 ganzkörpertätowierten Beteiligten in Neoprenanzügen, statt findend auf einer Sanitärwarenmesse in Tokio) plötzlich ein Wahlwerbespor der Partei der Bibeltreuen Christen läuft... oder alternativ auch der Grauen Panther (sind wahrscheinlich eh eher die Zielgruppe). Da sage ich dann nur: Nicht wundern; ABWÄHLEN! ;-)
Samstag, 10.01.2009
EVIL (IS GOING ON)
Grausame Grüße ans Wählervolk! Es ist nun soweit, nachdem uns die unweigerliche Abwahl unseres politischen Lieblingsfeindbildes 2008 schon mal ein gehöriges Warm - Up verpasste, steht es nun vor der Tür: DAS SUPERWAHLJAHR 2008!!!! SUPERWAHLJAHR... jeder 5jähige weiß, dass wenn da “SUPER” davor steht, etwas ganz besonders großartiges ins Haus steht. So ein SUPERwahljahr sollte also mindestens über halbwegs unfassbare Superkräfte verfügen. Wenn es schon nicht alle Erwartungen erfüllen wird, was nebenbei gesagt wahrscheinlich ist, sollte es wenigstens fliegen können oder mittels Röntgenblick Ottfied Fischer nackt sehen können! Superwahljahr olè , olè !!!
Aber was macht nun so ein “Superwahljahr” erst zu einem “SUPERwahljahr”? Irgend so `ne popelige Bundestagswahl? Nein, das kanns ja nicht sein! Landtagswahlen???? Ist doch alles kalter Kaffee... wen interessiert denn schon wirklich, wen sich das Saarland, Sachsen oder etwa das weltbekannte Thüüüü-hühühüüüü-ringen als neuen Provinzfürsten auskaschpern?!? Das ist doch alles so vorhersehbar wie ein Date von Dieter Bohlen mit `ner 19jährigen! Lediglich in Hessen, wo der Chef seit jeher sein eigenes Süppchen “kocht” wird der Vernunft wohl wieder die Koalitionssuppe versalzen werden (um`s mal möglichst wertneutral auszudrücken)! Bin mal gespannt, ob man dann im Land des Äbbelwoi weiterhin fröhlich vor sich hin stagniert, oder ob man sich endlich mal wieder traut sich auf eine Regierung fest zu legen. Spannend, spannend!
Aber an dieser Geschichte sind nun wiederum die Mehrheit der Bundesbürger auch wieder nicht direkt beteiligt, was da auch schon wieder etwas die Luft raus nimmt.
Unbestrittenes Highlight des SUPERwahljahres scheint somit die Wahl des Dschungelkönigs zu werden. Und das gleich aus mehreren Gründen: Da darf jeder mitstimmen; statt sich “nur” zwischen Not und Elend entscheiden zu müssen wird einem gleich die gesamte Pallette des menschlichen Wohlstandsschmerzes vorgeführt (daraus dann zu wählen, wer der größt mögliche Honk ist, ist wirklich nicht leicht) und, was man ja auch nicht vergessen darf: JEDE STIMME DES PUBLIKUMS LÄßT DIE PROTAGONISTEN UNERMESSLICH LEIDEN!!!! Gut, das war jetzt bei der letzten Hessenwahl auch nicht anders, aber im Dschungelcamp kann man dafür sorgen, dass die Auserwählten an so allerlei lustigem Krabbelgetier rumknuspern können oder durch Bottiche voll siedendem Hirschkäferkot zu tauchen haben um sich ihr tägliches Spiegelei zu verdienen. (In der Regel sind sie nach der Prüfung eh schon pappsatt!) Will heißen: Hier kann der Zuschauer (der so genannte “kleine Mann”) auch direkt beobachten was seine Stimme anrichtet... ohne allerdings selbst betroffen zu sein. Und so wird RTL wohl auch wieder dieses Jahr Einschaltquoten jenseits der 150% erreichen.
Ich bin jetzt, das sollte ich der Fairness halber erwähnen, keiner dieser Typen, die hier einen auf moralisch integerer Medienkritiker machen ohne zu wissen wovon sie reden. Diese so genannten Niveauflummis, welche ganzjährig zwischen Mailänder Scala und Bayreuth hin und her springen um die Kultur in sich aufzusaugen, sind am Ende auch irgendwo erkenntnisresistent! Außerdem sollte man schon wissen, worüber man sich echauffiert! Also hier mal ein Geständnis: Ja, ich kucke ab und zu “Ich bin ein Star, holt mich hier raus”!! So, nun ist es gesagt! Sonja Zietlow (gewohnt zickig und mit dieser Aura irgendwo zwischen Schneekönigin und Alice Schwarzer) mit dieser kleinen, runden (gestern rosafarbenen) Moderatorenmurmel namens Dirk Bach im Schlepptau! Hier sei mal erwähnt, dass ich Dirk Bach großartig finde!!! Dirk Bach rockt wie Sau *die Pommesgabel zeig*! Wer ein von ihm gelesenes Walther Moers Hörbuch sein Eigen nennt, der kann nicht anders als den Kerl zu mögen. Weltweit findet man keinen, und ich meine KEINEN, besseren Stollentroll als Dirk Bach! Also somit ist zumindest schon das Moderatorenduo zu 50% cool... aber Bach strahlt sogar auf die Zietlow positiv ab, sodaß die beiden ganz unterhaltsam sein können wenn sie mal niveaumäßig oberhalb der Gürtellinie (zugegeben: sonderlich weit drüber kommen sie nicht) interagieren. Die beiden hüten quasi alljährlich ein knappes Dutzend C-Promis, welches tatsächlich zu meinen scheint, “an seine Grenzen zu gehen” oder “ein Abenteuer zu bestehen”! So ein Kokolores! Ich frage mich dann immer, ob die wirklich nicht erkennen, dass sie nur als so eine Art Ekelgladiatoren für die breite Masse der Gesellschaft herhalten müssen. Wirklich gefährlich wird das doch eh nie (huhuuuuu böse Fauchschaben und Babykrokodile... ich mach`mir ins Hemd)! Das eigentlich beeindruckende an dem Sendekonzept ist wohl, dass es funktioniert wie ein Autounfall: Wenn man es erst einmal bemerkt hat, kann man nicht mehr weg sehen! So stehen uns nun also wieder mehrere Wochen TV-Crash bevor, in welchen RTL in jede, aber auch wirklich JEDE seiner sonstigen Sendungen irgendwelche Querverweise einbauen wird. Vermutlich wird sogar im Wetterbericht noch mal kurz geschaut, wie es denn grade in Australien aussieht. Eine Aussicht, die gefühlte 99,999999999999999573% der bundesdeutschen Bevölkerung nichtmal ansatzweise peripher tangiert! Aber Hauptsache 82 Millionen Menschen wissen, ob der Herr Lorenzo (ich weigere mich diese Gestalt anders zu nennen) Gefahr läuft, von Zeus einen gewaltigen Blitz in den Allerwertesten gejagt zu bekommen! Ganz großes Tennis! Überhaupt: “Ich bin ein Star (...)!”, dieser Teil des Titels verliert auch immer mehr an Treffsicherheit. Was sich da jetzt so allabendlich in die Hängematte kuschelt ist doch vom Promifaktor schon derart abgewrackt, da fehlt eigentlich nur noch Gunter Gabriel! Wer oder was ist zum Beispiel dieses blonde... DING, das da so schönlingshaft rum stöckelt und angeblich aus Jena kommen soll??? Größter Star Jenas ist und bleibt Bernd Schneider - wesentlich mehr gibts da nicht! Oder Peter Bond, der Mann, der anno dazumal eine gewisse Maren Gilzer die Konsonanten umklappen ließ. Ich fand Frederic Meißner damals schon cooler (jedenfalls bis ich von Bonds voran gegangener “Filmkarriere” erfuhr *fg*, von da an hatte er zumindest den Bonus des sprichwörtlichen “nackten Grauens”). Gundis Zambo...da sage ich nur: ABSTIEG!!! Früher fand ich sie sympathisch, heute wünsche ich ihr, dass sie da schnell raus gewählt wird weil man das doch nicht mit anschauen kann, wie die von Bond angegeilt wird! Und sonst... OK, diese “Mausi” kenne ich noch. Weiß der Henker wie die Frau wirklich heißt, aber medial tauchte sie mit ihrem Ex-Macker ja mindestens ein Mal jährlich auf. Der Rest ist Schweigen im Walde!!! Lorenzo kenne ich auch noch, weil dieser spindeldürre Grinsekasper schon 2003 beim Bohlen unangenehm auffiel mit seinem Gehampel. Aber außer bei DSDS rauszufliegen hat der doch auch noch nix Nützliches für die Gesellschaft geleistet. Dass er jetzt “Lorielle London” heißt und sich hat Gummi-Boobies implantieren lassen, das ändert auch nix an seinem Nervfaktor! Hätte man sich nicht einen coolen Transsexuellen holen können? Oder, wenn schon das nicht, wenigstens Olivia Jones, deren beißende Kommentare zu seinen Mitinsassen hätten wenigstens was Belustigendes gehabt. Nee, es muß ja Lorenzo sein... und der/die/das ist dann auch noch meschugge genug zu zusagen! Nix is`mit lichtem Moment! Wenn ihr mich fragt, soll sich dieser Typ jetzt nicht beschweren, wenn er täglich am Würmerbuffet antreten darf um sich durch die australische Fauna zu kauen! Na mal sehen, wer da am Ende übrig bleibt. Ich würde ja mal, ist jetzt nur so ein Gefühl, auf diese blonde Schachtel da tippen die aussieht mit Mitte achtzig.
Abschließend sollte ich vielleicht noch eine kleine Bringschuld begleichen, nämlich meine aktuelle Idealbesetzung für`s Dschungelcamp. Meine persönlichen “10 Topstars”, welche ich in die Schlacht schicken würde! Überflüssig zu erwähnen, dass das bei mir ein Survival - Camp der Marke “Battle Royal” wäre: Lebend käme da nur der Gewinner raus und selbst der müßte dann zu Fuß heim! Meine Kandidaten wären:
10) Paris Hilton
9) Bill Kaulitz
8) Boris Becker
7) Dieter Bohlen
6) Christopf Daum
5) Den Biathlon - Co-Kommentator der ARD (dieses “rechts-tief, links hoch..... ahhhhhh rechts tief.....meeeeek meeek” geht mir auf den Zeiger, WER TRIFFT HAT RECHT, DU PFOSTEN!)
4) Das Kind aus der Froop - Werbung
3) Osama Bin Laden
2) den Friedmann
1)und die sympathische Mutantenfamilie aus “The Hills Have Eyes 1 & 2"... die sind genetisch so dermaßen deckungsgleich, dass die mit einem Startplatz auskommen!
UND DANN BIN ICH MAL GESPANNT, WER DA AM ENDE ALS DSCHUNGELKÖNIG ÜBRIGBLEIBT! Als Dschungelprüfungen würde ich dann vorschlagen, dass die Plätze 2 - 10 abwechselnd die Mutanten ärgern! Dann die Sendezeit auf 23:55 verlagert, ne “FSK: keine Jugendfreigabe” verhängt und der Onkel würde sich mit nem Kübel Chips vor der Glotze prächtig amüsieren! Das käme doch einer Erlösung für die Medienlandschaft gleich und würde, mangels Klatschmeldungen, gleich die Hälfte der Sendezeit fürs Bildungsfernsehen frei schaufeln! Reich - Ranicki wäre begeistert!!!! Aber leider Gottes ist dieses Konzept, so verlockend es sich auch anhört, selbst und GERADE im Superwahljahr ungefähr so realistisch wie `ne absolute Mehrheit für die FDP!
In diesem Sinne: Frohen Urnengang, liebe demoskopische Zielgruppe!
**Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind rein zufällig und ungewollt... der Autor ist sich seiner eigenen Unzurechnungsfähigkeit bewusst!* *
Donnerstag, 25.12.2008
EGO, THE LIVING PLANET
Willkommen im musikalischen Drogensumpf.... wo die Planeten noch sprechen und der Traktor noch sanft über den Schlafmohn tuckert! Ja, DAS sind Monster Magnet, das sind ihre Texte. Gesund ists zwar nicht, aber dafür herrlich schräg und unterhaltsam, wenn einem das Unikat Dave Wyndorf vorsingt, wie er mit geöffneter Vene auf der Drogenfarm den Traktor fährt! Wer auf psychedelischen und intergalaktisch beeinflußten Hardrock steht, der kommt an der Instanz Monster Magnet nicht vorbei. Vom Motor über Skorpione, Schädel, Raketen, nackte Ischen, einen Satanskopf und Kometen haben sie schließlich so alles auf das Cover ihrer letzten Platte gepackt, was ihr Image ausmacht.
Ich habe es bereits angekündigt, nun ist es endlich soweit: Ein Konzertbericht der Superlative wird mitten aus dem Universum direkt in den Blog gebeamt. Wie bereits erwähnt war der Onkel ja in der glücklichen Situation noch ein paar Tage Urlaubsanspruch vernichten zu dürfen/müssen. Diese konnte ich dann unter anderem für ein Monster Magnet Konzert nutzen, welches ich bereits seit August ins Auge gefasst, aber eigentlich schon abgehakt hatte (Mitten in der Woche, auch noch Dienstags, etc.). Aber gut, die Karte war dank eventim schnell geordert, die 25€ investiert und die alten Scheiben der Herren Wyndorf und Co zur Vorbereitung ebenso zügig wieder aus den Untiefen der Plattensammlung heraus gekramt. Es ist mitunter verblüffend, wie man Musik neu entdecken kann, wenn man sie ne Weile nicht mehr im Ohr hatte. Klar, die Monster Magneten waren schon immer ein gern gesehener Gast in meinem Innenohr, aber wenn man nach ein paar Monaten erstmals wieder
“Tractor”, “Monolithic” oder das so herrlich vor sich hin wabernde “Baby Götterdämmerung!” genießt, dann kann das einen schon mitreißen. Da kommen Erinnerungen hoch, wie man damals als vor sich hin pubertierender Wanst so Dinger wie “Spine of God”, “Space Lord” oder den unvermeidlichen “Powertrip” auf sich einhämmern ließ. Ganz groß!!! Das waren noch Zeiten. Naja, jedenfalls soll es in folgenden Zeilen um genau dieses Konzert gehen, ne kleine Zusammenfassung eben, wie man sie von mir mittlerweile gewohnt ist! :-)
Es begab sich also, anno domini 2009 (minus 1), am 9. Dezember, dass ich mich gegen 17 Uhr in meinKraftfahrzeug schwang und mehr oder weniger ruhigen Reifend Richtung Messestadt tuckerte. Also Outfit (ist ja bei Rockkonzerten auch wichtig, man kann ja wohl kaum im Samtanzug da auflaufen) diente ein QOTSA - Shirt (naja, Insider wissen warum), die obligatorische Rock `N Roll - Jeans und ein Jäckchen... falls es kalt wird. Die Fahrt an sich verlief dann zunächst unspektakulär und Routenplaner sei dank kam ich auch wohl behalten und Umwegfrei an meinem Ziel an. Beginn war für 20 Uhr angepeilt und ich beschloss, mich so gegen 19 Uhr in die Halle zu begeben. 19 Uhr wäre, so meinte ich, ne ganz gute Zeit. Man ist nicht der erste der dann übermotiviert sabbernd an der ersten Absperrung klebt und vom Rest der Meute leicht belächelt wird, da es ihm durch seinen Fanatismus unmöglich ist die einsetzende Dehydrierung mit Gerstensaft zu bekämpfen. Der Letzte ist man 19 Uhr, also eine Stunde vor beginn auch noch nicht, sodaß ma sich bequem zunächst an den Merch-Stand, von diesem zur Bar und abschließend noch auf einen der vorderen Plätze treiben lassen kann. OK, soweit die Theorie! Die Realität sah mal wieder ganz anders aus, wenn auch nicht unbedingt schlechter! :-)
Als ich mich dazu entschloß, mich aus der Leipziger Kälte in die Halle zu begeben (vielleicht sollte ich hinzu sagen, dass “Werk II - Halle A” als Location diente) lungerten noch erstaunlich wenige Leute vor dem Eingang rum. Ich schnippste noch in bester Rockermanier die Kippe quer über die Querstraße um meine Street Credibility gen Ozonschicht zu steigern und stellte mich der, wie ich meinte, unvermeidlichen Fummelsession der Herren Securityheinis am Eingangsportal. Ich mußte nicht mal anstehen. Der optische Bulldozer, welcher normalerweise meine Physiognomie nach versteckten Cruise - Missiles abzutasten gehabt hätte, drückte mir nur freundlich lächelnd einen Stempel auf den Handrücken (“Hi, hier, falls Du mal raus willst!”) und überreichte mir feierlich einen Sepultura-Flyer (14.02.09, Leipzig). Einerseits fand ich dies ganz angenehm, andererseits... naja, man glaubt nciht wirklich daran, dass man “EVIL” rüberkommt, wenn man nichtmal ansatzweise gefilzt wird. Street Credibility dann scheinbar doch ungenügend... nächstes Mal muß ich mir also was NOCH zerstörerisches einfallen lassen um die Sicherheitsleute auf meine gemeingefährliche Natur hin zu weisen *grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr*!!!!
Aber egal, nun war ich einmal drinne, unberührt quasi (was die meisten Menschinnen die mit dem Herrn Wyndorf postkonzertären Kontakt hatten nicht mehr von sich behaupten dürfen). Erste Maßnahme, raus aus dem Eingangsbereich, rein in die Halle. Halle... klingt ja erstmal weiträumig, also mit einem gewissen Fassungsvermögen gesegnet. Was die Halle A des Werk II betrifft, sollte man da schon etwas kleinere Maßstäbe ansetzen. Wenn man das Mischpult für den Tonheini abzieht hatte das Ding ungefähr 3/4 turnhallengröße (und wir reden hier von einer bestenfalls durchschnittleichen Turnhalle... dem 1. FC Köln unter den Turnhallen wenn man so will). Da war außer mir bislang kaum jemand. Rechts lungerten zwei ziemlich gelangweilte Verfechter des alternativen Haarschnitts an einem gähnend leeren Merchandisingstand rum, zwei studentische Aushilfen (optischer Eindruck) warteten an der Garderobe unmotiviert auf überreichte Lederjacken. Links prangte eine lange, gut gefüllte Bar. Nix wie hin dachte ich mir, schließlich hatte ich mich schon die ganze Autofahrt auf mein obligatorisches Konzertbierchen gefreut und, mal ehrlich: Monster Magnet so komplett nüchtern erleben... sowas MACHT MAN EINFACH NICHT! Also tauschte ich etwas Hartgeld gegen Flüssiges und deckte mich (und meine nicht anwesende Schwester) anschließend noch am spärlich gefüllten Merchandising - Stand mit Memorabilien ein. Selbige wanderten dann umgehend in die Taschen meiner Lederjacke und alsbald ins die Garderobe. Nur mal so am Rande: Als Garderobentussnelda würde ich mich ohnehin weigern andere Kleidungsstücke entgegen zu nehmen an solchen Abenden! Ich will das nur mal erwähnt haben, weil zwischen der Horde langlotscher Bombenleger (also den vernunftbegabten Wesen), fielen drei Gestalten in schneeweißen Wolljacken und mit diesen dämlichen Ed Hardy-Basecaps gleich mal negativ auf. Was die genau da zu suchen hatten, werden sie wohl selber nicht wissen, nach der zweiten Vorband verzogen sie sich eingeschüchtert ohnehin ins hintere Drittel der “Halle”. ( Zu diesem Ed Hardy - Quatsch sage ich jetzt mal nix weiter... Totenköpfe aus Glitzersteinchen mit Rosengedöns... alles Pussys!)
Jedenfalls chillte ich dann mit meinem Becherchen vor zur Bühne (dauerte ja nur 10 Schritte) und ließ mich da zu Vorband Nr. 1, die Gottlob schon gegen 19:30 losdudelte, als außer mit vll. Noch 30 weitere Leute in der Halle verweilten, halbrechts, 5 Meter vor der Bühne nieder. Also streng genommen stand ich da rum... mitten im freien Raum. Besagte Vorband hörte auf den leicht bibelforscheresquen Rufnamen “The Pilgrim Fathers” und war ganz nett... mehr aber meiner Meinung nach auch nicht. Vom Sound her waren die sowas wie eine Mischung aus den Black Keys, Wolfmother und einem Störsender. Jedenfalls führte die arg überschaubare, aber noch recht leer Halle dazu, dass der Lead - Gitarrist einem am Ende des Auftritts persönlich zuprostete wenn man ihm seinen halbleeren Becher Gerstensaft, mit einem anerkennenden Nicken verbunden, entgegenstreckte. (Australier eben... wenns um Bier geht wissen die was sich gehört ;-) ). Jedenfalls ne nette Geste des Herren. Danach ließ ich mich dann auf einen ziemlichen Blödsinn ein. Im Nachhinein denke ich, dass das so ziemlich die dämlichste Idee war, die ich seit langem hatte. Ich versuchte mich schlicht und einfach an das Rauchverbot zu halten... und latschte treudoof durch das Ausgangsportal nach draußen (hatte ja meinen Stempel “falls ich mal raus will”). Dort lungerte schon die Hälfte der bisher anwesenden mit ähnlichen Absichten herum. Also wer dieses Gesetz rausgehauen hat, der sollte schleunigst vom Verfassungsschutz unterwandert werden! So ein Blödsinn! Ähnlich wie der Rest der “Ausgewanderten” beschloss ich mich für die nächsten Stunden über dieses Gesetz dreist hinweg zu setzen (Yeah, fuck the system!!! -> Street Credibility + 10!!!!). Kleinkriminelles Anpaffen gegen obrigkeitsstaatliche Bevormundung! Da ist man schonmal in einem veritabel herunter gerissenen Rockschuppen und geht zum Rauchen vor die Tür... HALLO!?!?? geht`s noch??!!!
Jedenfalls füllte sich die Location so langsam und ich trudelte rechtzeitig zu Nebula, Vorband zwei, wieder vor der Bühne ein. Mein Plätzchen war frei geblieben und ich beschloss, mich da jetzt nicht mehr hinweg zu bewegen. Nebula waren schon eher mein Fall, ziemlich fetter Sound und schön laut. Das Anheizen nahm also seinen Lauf und der Onkel kam auch so langsam in Stimmung und lockerte schonmal seine Nackenmuskulatur um beim Hauptact auch ordentlich abgehen zu können. Dann war Nebula durch, eine Mischung aus Höflichkeitsapplaus und Anerkennung geleitete sie von der Bühne, welche daraufhin von Rowdies... nee... Roadies geentert und massiv umgestaltet wurde. Alsobald wurde das Drumkitt enthüllt, der feuerspeiende “Bullgod” nebst Auspüffen grinste uns bedrohlich an während kurze Zeit später die Lichtshow einsetzte. Auf einer großen Leinwand im Hintergrund wechselten sich Bilder von Monstern, halbnackten Frauen und Panzern im Rhythmus des Vorgedudels ab, was auch während des ganzen Konzertes so bleiben sollte. Die Monster wurden im Konzertverlauf immer fürchterlicher, die Panzer größer und die Frauen nackter... eigentlich nicht wirklich verwunderlich. Damit sei nun auch vorab die Frage beantwortet, ob der Dave sich wieder `ne Hand voll Bikinimodells in knappe Lederklamotten gesteckt und seine “künstlerische Aussage” unterstreichend an GoGo-Stangen herumwackeln ließ wie vor ein paar Jahren... leider nicht, aber dafür gabs halt diesmal puren Schweinerock um die Ohren!!! Jedenfalls war die Bühne inzwischen vorbereitet, hektisch eilte nur noch einer der Roadies wieder auf die Bühne und schraubte das Mikro ca. 20 cm tiefer (jaja, der Wyndorf wirkt nunmal größer als er ist, das macht diese finstere Aura des halluzinogen verschwurbelten Alternativpriesters.) Jedenfalls schlurfte die Band dann kurz darauf chillig auf die Bühne, schnappten sich die Instrumente und... naja, warteten erstmal. Warteten auf Dave. Selbiger kam nach ein paar Sekunden des irritierten Wartens recht aggro auf die Bühne gewalzt (sorry, man kann das einfach nicht mehr anders sagen) und blaffte ein knappes Begrüßungs - “Let`s Go!” ins extra herunter geschraubte Mikro bevor er und seine Freunde gleich mit einem donnernden “Dopes to Infinity” den Abend eröffneten. Dave, von manigfaltigen Entzugsversuchen und angeblich auch Antidepressiva mittlerweile bestenfalls noch als “klein und rund” zu umschreiben, war im ersten Moment noch ein etwas ungewohnter Anblick. Kannte man ihn doch seit jeher nur als drahtigen Mittvierziger, der bis oben hin zugedröhnt im Teufelskostüm über die Bühne wütet und anschließend backstage `ne Hand voll Twens vernascht. Aber bereits beim ersten Song wurde klar, dass sich daran (bis auf das “Zugedröhnt”) wahrscheinlich NICHTS geändert hat. Spätestens zur Mitte von “Negasonic Teenage Warhead” hatte man sich an den etwas voluminöseren Dave gewöhnt der sich da vorne, keine 10 Meter von mir entfernt den Arsch abrockte und bisweilen dem Publikum mit Stagedives drohte. Für die Musik, die Monster Magnet machen, war der Sound ganz OK, zumindest dort wo ich stand (seit Düsseldorf weiß man ja, dass man da auch bissel Glück haben muß). Jedenfalls trug einen der magische Geräuschteppich , welcher den Boxen entströmte, schnell in den Abend hinein und wenn meine Mutter Wyndorf da vorne hätte rumgeistern sehen, wäre der Kommentar wohl “Ohhh, wie ein böses Ding!!!” gewesen. Sehr geil jedenfalls! Ehe man es sich versah befand man sich schon mitten in “Powertrip” und gröhlte kollektiv den Refrain in die mittlerweile nun doch recht verräucherte Hallenatmosphäre. Langsam aber sicher beruhigte sich Dave auch, man könnte auch besser sagen, dass er sich abreagiert hatte. Die Aggrostimmung war abgeklungen und man merkte förmlich, wie er sich plötzlich mitten im Konzert befand und sich sichtlich wohler fühlte. Das Mainset wurde somit auch nicht von allzu vielen Laberpausen unterbrochen, sondern Brett auf Brett wurde uns um die Ohren geschleudert. Bei Space Lord kochte dann wieder der ganze Saal und Dame, der in seinem übergroßen Hoodie und dem Pullover irgendwie “heimatvertrieben” aussah, musste mittlerweile schon ne halbe Schachtel leergequalmt haben, bevor er sich bei “Zodiac Lung”endlich mal eine kleine Ruhepause gönnte. Lässig auf den Mikrofonständer gelehnt hatte sein Intro schon was Sinatrahaftes bevor der Song dann in gewohnter Art detonierte. Das kleine Päuschen hatte er sich auch redlich verdient, man denke nur an “Crop Circle” und sein Bewegungspensum oder das permanente Rumgeflirte mit der ersten Reihe, wenn es wieder einen der spacigen Instrumentalparts in den Songs gab und Dave dem Publikum wahlweise seine Zigarette anbot oder sie spontan mit seiner Gitarre bewerfen wollte. Sehr geil auf jeden Fall das Ganze!!!
Mittlerweile, oder besser gesagt seit Konzertbeginn, war die Halle auch relativ voll, zumindest das vordere Drittel in welchem ich mich naturgemäß aufhielt, war schon ordentlich vollgepackt mit schwitzenden, rockenden und headbangenden Leuten. Stimmung stimmte also, was sich auch wie ein Ping - Pong - Ball auf die Band und von ihr wiederum auf die Audience übertrug. Gegenseitiges Hochschaukeln. Bemerkenswert war schon im Hauptteil die Setlist, an der sich auch im Zugabenblock nix ändern sollte: Keine neuen Nummern von “4 Way Diablo”, nur das gute alte Zeug wurde gespielt! Und wie!!!! Klar, einige der persönlichen Lieblinge blieben auf der Strecke, aber dafür ging bei anderen Nummern doppelt die Lucy ab. Space Lord war so eine Nummer, ein Highlight des Abends wenn ihr mich fragt! Auch “Spine of God” wurde zelebrieret. Irgendwann, das sollte ich für die wahren Nerds die das Lesen vielleicht dazu sagen, verschwammen dann auch die Grenzen zwischen Hauptblock und Encore... also nagelt mich nicht auf Chronologie, geschweige denn Vollständigkeit der Setlist fest (das könnt ihr dann wieder bei Pearl Jam machen ;-) )! Jedenfalls kam die Pause dann schon ganz gelegen um mal etwas die mittlerweile leicht überspannten Metaller-Muskeln im Nacken zu lockern und sich für die Zugabe zu präparieren. Ansatzlos gings weiter, wo der Hauptteil abgebrochen hatte. Immer volles Rohr nach vorne. Mittlerweile war die projizierte Bühnendeko bei “Atombombentests” und “vollkommen nackt” angekommen... die Monster sparte man sich inzwischen und blendete Screens von US-Comics ein. Besagtes “Spine of God” kam nochmal so richtig großartig rüber, bevor Dave uns noch mit einer anständigen Überraschung zu verabschieden gedachte. Kurze Ansprache ans Fanvolk mit der Feststellung, dass wir uns momentan alle im Zentrum des Universums befänden, und dann setzte er man eben mit einem Don McLean Cover ein, DEM Don McLean Cover: “American Pie”. Auch nett, spätestens als die Band dazustieß wurde darauf der gewohnte, psychedelische Soundbrei, der rücksichtslos durch die Halle bretterte und schließlich das ganze Publikum aus der Halle spülte. Mal wieder verließ man anständig weggetreten, mit Druck auf den Ohren und Milchsäure im Halsmuskel eine Konzerthalle... Mann, was haben denn da der 52jährige Typ mit seiner Combo da grade abgezogen?!? Alleine der Einstieg mit “Dopes to Infinity” war schon Wahnsinn (und passend... ) und danach ließ man auch nicht nach, eher im Gegenteil. Jedenfalls mußte ich erstmal ein paar Minuten die Trance abschütteln, bevor ich mich beruhigt wieder hinters Steuer setzen konnte. Ein “Good - old - Times” - Set mit lauter Meilensteinen der Bandgeschichte lag hinter mir. Den kugelrunden Wyndorf hatte man da schon längst vergessen, irgendwann wird er schon wieder in seine flammenbestickten Lederwesten passen und dann bin ich auch wieder dabei!!!! Denn diese 25 € waren einfach mal perfekt investiert, Kosten - Nutzen - Relation schlicht und ergreifend Weltklasse. Wieder ein paar Rockdinos live erlebt, hoffentlich nicht das letzte Mal! Bis dahin fallen dem Dame bestimmt auch noch ein paar abgedrehte Dialoge mit Planeten ein, die er dann mit dröhnender Gitarre vertonen kann... oder er fährt wieder Traktor!
Sonntag, 30.11.2008
RUNAROUND MAN
Tach auch liebe Meute! :-) Da ich leider nicht mehr viel Zeit habe heute, nach dem Kahvi quasi wieder schnurstracks gen Chemnitz verschwinden werde, möchte ich die Gelegenheit lediglich dazu nutzen, euch allen einen kleinen cineastischen Leckerbissen für 2009 ans Herz zu legen. Und zwar GANZ GANZ NAH ans Herz zu legen. Die eine oder andere wird den Link schon kennen (ja, in meinem privaten Umfeld bin ich NOCH engagierter darin Nonsens zu verbreiten als online), was aber nix macht, denn man sollte sich ruhig mal hin und wieder erinnern. Hach, was freue ich mich schon darauf! Eigentlich müßte man in Lederkluft, Cowboystiefeln und ner Flasche Jacky nebst Packung Malle auf `ner Harley ins Kino einreiten um sich das Filmchen schmecken zu lassen. Abschließend dann kollektiv das Kino zerlegen und in zur Regeneration in die nächstgelegene Eckkneipe einfacllen!!! Aber...*seufz*... diese moderne Welt ist dazu mit ihren starren Normen und sozialen Erwünschtheiten einfach zu unflexibel fürchte ich! Um mal die Monty Pythons zu zitieren: "Hilfe, Hilfe, ich werde unterdrückt!"
Also Freunde... klickt einfach mal hier:
http://www.lemmymovie.com/
P.S.: Dave, die alte Rampensau! ;-)
Sonntag, 23.11.2008
MONOLITHIC

Moinsen nochmal. Wochenende (*hurraaaaa*) und Bewußtwerdungsprozeß überschneiden sich grade bei mir. Is schon ein nettes Gefühl, wenn man so halb verschlafen am Rechner sitzt und Sonntags irgendwie ziellos vor sich hin gammelt. Aus den übergroßen Kopfhörern, welche mich vor der Programmwahl des Freundes meiner Mutter schützen (Musikantenstasi auf MDR... “der Ostsender”... wenn ihr mich fragt: Ostsender am Arsch! *fg*) dröhnt lauthals Monster Magnet. Thematisch unterhalten sich da gerade irgendwelche Planeten miteinander, untermalt von einer Melodieführung, welche so hirnbreit vor sich hin groovt, daß sie einem eine vage Ahnung von den Substanzen gibt, die gerade in Dave Wyndorfs Blutbahn zirkulieren. Aber ohne diese wäre Monster Magnet nicht Monster Magnet... und Dave wäre... naja, Dave wäre clean! Was das jetzt mit Bewußtwerdung zu tun hat? Ganz einfach: Der Onkel hat noch ein Kärtchen für den Gig in Leipzig abgefasst... 09.12.2008 (und das noch zum Vorzugspreis von grade mal 25 Euronen). Und was noch besser ist: Clubkonzert!!!!! Ich sehe das schon vor mir: Auf einer relativ kleinen Bühne mitten in einer verräucherten Spelunkt räkelt sich ein veritabel bedröhnter Mittfünfziger nebst seiner Kollegen vor dem Bildnis eines Teufelsschädels mit flammenspeienden Auspüffen an Stelle der Hörner. Der Moshpit vor der Bühne, nicht weniger bedröhnt als die Protagonisten, pogt sich gerade zu “Slut Mashine” einen ab, während ich noch fix mein obligatorisches Konzertbierchen leere, dem Barmann das von seinem Inhalt befreite Gefäß zuschiebe und mich spätestens bei “4 way diablo” ebenfalls in die Menge stürze! Das wird ein Spaß :-). Wenn man bedenkt, dass ich das Konzi schon längst abgehakt hatte und eigentlich, abgesehen von einer 50% Chance auf Motörhead, das Konzertjahr schon für beendet erklärt hatte, kann man sich da nicht beschweren! Wie letztes Jahr (damals Motörhead in einer 4-Band-Hardrock/Heavy Metal - MONSTERshow in Erfurt) geht erwähntes Konzertjahr also wieder mit einem Pauken... nein, Gongschlag zu Ende! Zustände, an die man sich gewöhnen will!
Jedenfalls wird hier wohl an dieser Stelle auch ein veritabler Konzertbericht aufkreuzen, mal sehen was man da so alles erlebt! Im Moment freue ich mich jedenfalls total drauf!!! Diesmal, Kenner der Szene wird`s verwundern, findet das Konzi leider ohne meine Schwester statt. Dank ihrer universitären Verpflichtungen wird der Onkel sich alleine auf diesen musikalischen Trip begeben müssen. Wird also nicht ganz so lustig wie sonst, aber keine Angst Kurze: Die kommen wieder! (Denke nur mal an Pulp Fiction: Wo kam da der beste Stoff des Dealers von Vince Vega gleich noch mal her??? Röchtöch; um Sachsen kommt der Wyndorf also nicht drumrum!) ;-) Vielleicht gelingt es mir ja, einem der ansässigen Marketender da ein kleines Souvenir für Dich abzuluchsen, Shirt, Feuerzeug, Bußgeldkatalog... wir werden sehen. Ansonsten kannst du dich ja noch mit dem 07.05.2009 trösten! ;-) (By the way: pass mir ja gut auf die beiden Schätzelein auf, wehe denen passiert was!!!!)
YEAAAAHHHH... mir geht`s grade gut! Wird sich wahrscheinlich in dem Moment ändern, in dem ich mich ins Auto setze und über die verschneiten, mit Verlaub gesagt ARSCHGLATTEN Straßen wieder Richtung Chemnitz schlittere, aber momentan ist das Leben schön! :-) Zumal ich gerade zum dritten Mal am Stück “Monolithic” höre... eine Basslinie, die wie der Wyndorf`sche Schädel in einer intergalaktischen Breite daherbrummt... rhythmischer Wahnsinn halt! So, das wars eigentlich schon wieder... wollte nur mal fix meine momentane Freude ins Internet hinaus brüllen... ich weiß wohl, dass es hier interessantere Einträge gab, lustigere obendrein, relevantere und inhaltvollere sowieso. Aber kaum welche, mit soooooo viel GROOOVE!!! ;-)
Mittwoch, 19.11.2008
THINKING OUT LOUD
Soderle... ich mal wieder! Mal wieder online, mal wieder mit etwas Zeit ausgestattet, mal wieder schreiblustig und... mal wieder was zu sagen!!! Zwar dürfte das Ganze jetzt nicht allzu lang geraten, denn SO viel habe ich dann auch wieder nicht mitzuteilen, aber immerhin wird es mal wieder eine neue Zielscheibe für die Viagraexporteure im Ostblock ergeben um diesen wunderschönen Blog erneut mit ihrem Werbemist zu zuspamen! “Pfui, schämt euch!” mag ich da nur lauthals ins interstellare Medium hinaus rufen, auf dass die kleinen grünen Männchen aus “Mars Attacks” das hören und diesen Heinis mal mit ihren martialischen Verdampfungsstrahlern ordentlich Feuer unterm Hintern machen! Aber andererseits... irgendwie ist es ja auch bezeichnend, dass mich dieser Spam (soeben übrigens frisch gelöscht) eigentlich auch schon wieder auf das Thema der heutigen Schulstunde bringt... Werbung. OK, Werbung nur indirekt, aber irgendwie dann doch. Ach Papperlapapp, streng genommen geht`s um Bücher... Bücher über Werbung um genau zu sein... um noch genauer zu sein EIN Buch über Werbung von einem Autor der in selbiger tätig war. Genug Verwirrung gestiftet? Gut! Also lasst es mich im Folgenden mal auf den Punkt bringen: Der Onkel hat `nen Literaturtipp für euch! ;-) “Neununddreißigneunzig” von Frédéric Beigbeder.

Es mag zwar verwundern, aber dieser hat ausnahmsweise mal nix mit Zwergen, Zauberern oder irgend welchen lauwarmen Waldelfen zu tun, die sich geflissentlich und mit scharfer Klinge durch den Zauberwald metzeln. Klar stehe ich auf dieses Fantasyzeug und werde es wohl auch weiterhin lesen, aber ab und an kommt sogar in mir mal so eine Art von Realitätssehnsucht auf (welche dann freilich ganz schnell wieder verfliegt sobald ich merke was hier eigentlich los ist).
Und so kam es, dass ich dereinst, lassen wir es vor runden 5 Wochen gewesen sein, mal wieder am Grabbeltisch der Thalia - Buchhandlung endete und mich durch die verschiedenen Schund- und Frauenromane (ganz schlimm... glaubt mir! Wer Bücher liest, auf deren Einband ein muskulöser Macker im zerrissenen Hemd ne Prinzessin im Arm hält und dem Leser sein unbestoppeltes Heldenkinn entgegen reckt und die dann noch irgend sowas wie “Garten der Sehnsucht” heißen.... wer sowas liest, der findet auch Christiano Ronaldo scharf!). Irgendwann hatte ich die literarischen brandbeschleuniger bei Seite geräumt und hielt doch tatsächlich mal ein sinnvolles Buch in der Hand (mit dem malerischen Titel “Wie Dick muß ich werden um kugelsicher zu sein), da ich dieses aber schon seit einem guten Jahr besitze (selber Grabbeltisch, andere Aktion), wühlte ich fröhlich weiter. Nachdem ich mich schon zum Kauf des “Zwergenbuches” (ja, da isse wieder meine Fantasyvorliebe) durchgerungen hatte, fand ich das, was ich euch hier beruhigt und guten Gewissens empfehlen kann und will. Ich gebe ja zu, dass auch die Einbandgestaltung eine gewisse Rolle spielte bei der Entscheidung dieses Büchlein zu erwerben, aber viel mehr als das auf 50er Jahre getrimmte Pin-Up, welches sich nebst Telefon auf seiner Couch räkelt (selbstredend alles schön in Ölfarben gemalt... wie so ein Werbeschild damals halt aussah) überzeugte mich der zugegebener Maßen recht knapp gehaltene Exzerpt auf der Rückseite. Sowas soll ja im allgemeinen dazu dienen den Inhalt kurz zu umreißen, ja ggf. Sogar zusammen zu fassen. Wenn ich allerdings auf 5 groß geschriebenen, fett gedruckten Zeilen die Worte “Alkohol”, “Koks”, “Nutten”, “Zynismus” UND “grausame Bluttat” lese, dann investiere ich die geforderten 2,50€ doch gerne! ;-) Inhaltlich geht es darin um einen Yuppie, welcher in den Anfangsjahren dieses Jahrzehnts in einer Pariser Werbeagentur vor sich hin lebte und dabei irgendwann geistig bankrott geht. Dabei wird nicht nur ein erstaunlich treffendes Zitat nach dem anderen heraus gearbeitet (Beispiel: “Der Euro wurde nur erfunden um unsere obszönen Gehälter nur noch halb so obszön aussehen zu lassen!” oder “Die Werbung verkauf ihnen nicht Zufriedenheit, denn wenn sie sich das was wir ihnen gestern angepriesen haben heute endlich leisten können, stehen wir schon längst mit etwas neuem in den Startlöchern was wir ihnen andrehen wollen...”), vielmehr ist der ganze Roman von einer schon fast schonungslosen Offenheit geprägt. Frédéric Beigbeder, so heißt im Übrigen der Autor, schöpft aus seiner persönlichen Erfahrung in dieser Branche, in welcher er über Jahre tätig war und schreibt in der ersten Hälfte des Buches schon fast eine Autobiographie. Schockierend offen, nah an der Realität und damit schon zwangsläufig zynisch. Aber unterhaltsam!! Beigbeder zu lesen wird nicht langweilig, auch wenn ausgefeilte Charaktere eher Mangelware sind (in dieser Yuppieumgebung wohl auch zwangsläufig... ähnlich wie in “American Psycho” hat da jeder mit jedem irgend eine mehr oder weniger kranke sexuelle Verbindung, allerdings ohne dass man voneinander auch nur irgendwas weiß). Aber wenn man, wie es Armin von den Beatsteaks mal ausdrückte “den ganzen Tag nur koksend und fickend durch die Gegend rennt”, verliert man nicht nur den Bezug zur Realität sondern bisweilen auch sämtliche Wertesysteme um das eigene Handeln einzuschätzen. Und da setzt “Neununddreißigneunzig” an. Ganz großes Tennis wenn ihr mich fragt, bisweilen hart an der Grenze, aber anders geht`s wohl auch nicht wenn man den abgehobenen Wahnsinn in jener Branche darzustellen versucht. Spätestens wenn man so etwa ab der Hälfte des Buches den Bruch zwischen Biographie und (nun beginnender) Fiktion mitbekommt, wird das böse Ende absehbar und unausweichlich (nur das wie und wer ist dann überraschend... aber ich will mal nix vorweg nehmen, nur für den Fall, dass sich doch jemand das Büchlein zulegen will. Für jene, die mich kennen: Das Teil kann gerne angefragt werden bei mir, Ausleihe möglich! ;-) Wer zuerst kommt... naja, kennt das ja. Der große Rest... an euch ergeht ein KAUFBEFEHL! So, da hätten wir das auch noch geklärt. ;-)
Abschließend sei vielleicht noch erwähnt, dass ich neulich, Sonntag vor `ner Woche um genau zu sein, wiederum vor einem Wühltisch stand... diesmal vor der Bahnhofsbuchhandlung. Wie der Zufall so spielte wedelte meine Schwester mir plötzlich mit einem blau eingeschlagenen Paperback vor der Nase rum. (Meine Schwester, das muß jetzt mal erwähnt werden, ist literarisch sowieso über jeden Zweifel erhaben. Ich warte ja immer noch auf den Tag wo ich ihr mal ein gutes Buch empfehle und sie mich ob des Titels oder des Autors erstmal mit einer Mischung aus Ahnungslosigkeit und kompletter Unkenntnis (in der Kurzform auch “HÄÄÄÄHHHH?!??”) anschaut. Irgendwie bekomme ich das nicht hin, selbst als ich mit “Neununddreißigneunzig” angedackelt kam und mich schon darauf freute ihr mal ein Buch ohne Zwerge unter die Nase zu reiben, welches sie ganz bestimmt noch nicht in ihrem Repertoire hat und das sie zweifeldfrei auch interessieren könnte, zauberte sie das Buch ebenfalls aus ihrem Bücherregal hervor und fertigte mich mit “Das hättest du auch von mir haben können, allerdings ohne die Nack`sche auf dem Einband; war ja klar dass Du das kaufst!” ab (da stand ich mal wieder da und machte “HÄÄÄÄHHHH?!??” ;-)) ! Manchmal ist es schon deprimierend, das gebe ich zu... aber ich gebe es nicht auf! Eines Tages werde ich einen hyperrealen, gesellschaftskritischen und wenns geht noch nobelpreisverdächtigen Roman eines taiwanesischen Independentautors, welcher sich seit 20 Jahren mit einem kaukasischen Bergvolk (zur Untermiete) den Wigwam teilt und nur handgeritzt auf Birkenrinde veröffentlicht, entdecken und sie wird KEINE, aber auch GAR KEINE Ahnung haben um was es geht, wenn ich Titel und Autor nenne... das wird ein Fest! :-) Jedenfalls wedelte sie mir mit jenem blauen Buch vor der Nase rum. Autor: Frédéric Beigbeder, Titel “Windows on the World”. Diesmal waren die 3€ glatt mal blind investiert. Der Einband wurde gleich mal ignoriert und erst zu Hause in Augenschein genommen... ein semifiktives Buch zum Thema 9/11. Ich habe erst ein gutes Drittel hinter mir, aber nicht zu viel erwartet soweit ich das bis jetzt beurteilen kann! Großartig was der Herr da so verzapft. Irgendwie scheinen beide Bücher vom Grundtenor her so eine Mischung aus (traditionell recht radikaler) französischer Gesellschaftskritik und persönlich wiedererlangter Vernunft nach den Jahren in einer dekadenten Branche zu sein, mit dieser Mixtur wird dann reflektiert, bewertet und schonungslos kritisiert was das Zeug hält. Erst die eigene Vergangenheit, dann der 11. September. Also nochmal, macht Spaß zu lesen und clevere Gedankengänge lauern auch auf jeder Seite. Kann ich nur empfehlen... den Freddy! ;-) Bis in Bälde werte Leserschaft und “gut Buch”! :-)
Sonntag, 28.09.2008
MY APOCALYPSE
Hallöchen! Hiermit melde ich mich (nebst meinem Blog) gleich mal aus der Versenkung empor. Nachdem ich gestern schon dafür gesorgt habe, dass dieser russische Spam von meinem Kommentarboard verschwand, soll heute nun auch mal ein neuer Eintrag hier die Tristesse vertreiben, welche schon seit August hier auf der Seite herrscht. Themen gibts eigentlich genug, alleine dass der CSU die letzten Wochen so herrlich die Düse ging wäre schon einen deskriptiven Verriss der aktualpolitischen Verhältnisse wert. Mal sehen was heute raus kommt... wenn man den Beckstein so hörte, konnte man ja meinen, denen droht Rot-Rot! Aber, lieber Günther, so wird nach 60 langen Jahren auch in eurem Freistaat die Demokratie eingeführt. Alleinherrschaft ist dann erstmal passé. Die anderen Parteien hatten im Bayernland bisher ja ohnehin einen Bedeutungshorizont, welchen jenem der Blockparteien in der DDR gleichkam (schon seltsam wie sich Geschichte manchmal wiederholt *fg*)! Aber nö, irgendwie finde ich es dann doch müßig jetzt über den Wahlausgang zu schwadronieren... Hauptsache unterm Strich wird morgen diese unsägliche Demokratur da unten beendet.
Was mich mehr aufgeregt hat, ist mal wieder jener Wahnsinn, welcher uns medial untergejubelt wird. Nicht, dass man an die “Ultimativen Chartshow” irgendwelche hohen Erwartungen knüpfen, oder ihr sogar musikalischen Geschmack unterstellen könnte, aber was einem da als “beste Rockballaden aller Zeiten” untergejubelt werden sollte, darf man doch Getrost unter Ulk verbuchen. Klar, wenn die Jury aus solchen Gestalten wie Jeannette Biedermann (DIE deutsche Rockerbraut schlechthin) oder jenen Verstandsleichen der DSDS-Jury besteht, dann soll man sich nicht wundern wenn das alles zur Realsatire ausartet. Wobei... irgendwie ist das immer noch besser als Variante 2, nämlich die Hochrechnung auf Grundlage von Chartplatzierungen.
Hier erstmal was Grundsätzliches: Den Musikgeschmack eines Landes, in welchem “Schni-Schna-Schnappi”, Modernd Torkeln (mehrfach) oder jüngst Lützenskirchen`s “3 Tage Wach” die Charts anführen, kann man einfach nicht ernst nehmen! Laßt es mich mal am letzten Bespiel etwas näher erläutern. Musik sollte ne Message haben, da sind wir uns doch einigermaßen einig unterstelle ich mal. Selbige sollte im Idealfall (welchen ich hier mal dreist unterstellen möchte) auch über “druff druff druff druff druff” hinaus gehen. Nehmen wir an dieser Stelle mal die “Lyrics” des Machwerkes auseinander; vieles spricht ohnehin für sich selbst! Los geht der ganze Kladderadatsch mit:
“Pille, Palle, alle pralle
druff, druff, druff, druff, druff.
Verpeilt und verschallert, alle verballert.
druff, druff, druff, druff, druff.
Pille, Palle, alle pralle
druff, druff, druff, druff, druff..
Verpeilt und verschallert, alle verballert.
druff, druff, druff, druff, druff.”
Finde da mal jemand irgend ein ernst zu nehmendes stilistisches Mittel heraus... geschweige denn einen Sinn! Mir würde ja schon der Anflug von Vernunft reichen, aber selbst DAS ist ja noch zu viel verlangt! Ein paar weniger Drogen würden helfen meine ich. Weiter gehts dann mit dem, was wohl die “Handlung” des Liedes darstellen soll:
“Auf geht’s, ab geht’s 3 Tage wach, nächste Party kommt bestimmt 3 Tage wach.
Afterhour vor der Hour, weitergemacht.
3 Tage wach, jetzt wirst du langsam schwach.
Volle Kanne Einwurf, 3 Tage wach
Paniert und Ding Dong Ding Dong, 3 Tage wach.
Bunte Pille Fete, 3 Tage wach
Puls wie ne Rakete, 3 Tage wach
Punkt Punkt komma klar, 3 Tage wach
Du warst gestern auch schon da 3 Tage wach.
Spieglein an der Wand wer ist 3 Tage wach?
Du und deine Oma sind 3 Tage wach.
Teller bis zum Unterkiefer, 3 Tage wach
In der Hose Ungeziefer, 3 Tage wach
Flasche leer Feuerwehr, 3 Tage wach
Laufen geht jetzt auch nicht mehr, 3 Tage wach.”
Hmm... höchst interessant! Ob`s da wohl um Drogen geht? Ich lasse das auch mal so für sich sthen, ich glaube das schreckt schon genug ab. Enden tut der ganze Schwachsinn dann wie folgt:
“Notfall-Apotheke, 3 Tage wach
Rotz auf der Tapete, 3 Tage wach
Verplant, Paniert, 3 Tage wach
Völlig Ungeniert 3 Tage wach.”
Und diese letzte Passage wird dann auch noch zwei Mal wiederholt. Nee, Leute Leute... das kann doch nicht der Sinn der Evolution gewesen sein, dass ihre Lieblingskinder eines Tages solchen MIST fabrizieren! Man überlege es sich doch mal, über Abertausende von Jahren fand eine genetische Selektion statt. Säbelzahntiger, Stammeskriege und der eine oder andere dämliche Stunt der männlichen Erbgutsträger (Literaturempfehlung dazu: “Darwin Awards”, “Die neuesten Darwin Awards” etc.) haben, so sollte man meinen, schon die Größte Dummheit aus der spezies heraus selektiert! Aber trotzdem passiert noch sowas! Da muß doch irgend was schief gelaufen sein! Traurig, traurig! Wenn ich als Urmensch, meine Keule lässig über Schulter geschwungen durch meinen Urwald wandern würde... nur mal angenommen... und mir würde der Knilch, der das da verbrochen hat über den Jägerweg laufen.... DRUFF DRUFF DRUFF DRUFF DRUFF!!!
Aber ich schweife schon wieder ab! Eigentlich wollte ich mir aus dieser Show ja die größten Krampen raus picken. Alleine der Fakt, dass es Gestalten wie die Scorpions, Mister Big oder Meat Loaf in eine Liste mit der Überschrift “Rock” geschafft haben ist schon streng zu verurteilen! Dass selbige dann auch noch von Brian Adams angeführt wird, werte ich persönlich als Blasphemie! Hallo... Brian Adams (und ja, ich weiß, dass er sich “Bryan” schreibt, aber ich will ihn ärgern)... das ist doch.... was is das denn?!? Schauen wir uns die Top 10 alleine einmal an, da wird dann klar, was ich meine!
1 Bryan Adams ( Everything I Do) I Do It For You
2 Meat Loaf I'd Do Anything For Love (But I Won't Do That)
3 Mr. Big To Be With You
4 Aerosmith I Don't Want To Miss A Thing
5 Procol Harum A Whiter Shade Of Pale
6 Ozzy Osbourne Dreamer
7 Alannah Myles Black Velvet
8 Guns N' Roses Knockin' On Heaven's Door
9 Limp Bizkit Behind Blue Eyes
10 Bon Jovi Always
So, wir gehen von Rockballaden aus und schauen uns das mal von hinten her an. Auf 10 sind die unglaublich harten Rocker von Bon Jovi. Dieses Always-Geningel hatte ich fast schon erfolgreich verdrängt, ebenso wie das glatt rasierte, bubihafte Gesicht des Front”mannes”! Diese Gestalt spielt für mich in der selben, rockfernen Liga wie Brian Adams, nur mit dem Unterschied, dass Adams wenigstens ein realistisches selbstbild hat und sich nicht dauernd versucht mit den großen Jungs zu spielen.
Auf 9 dann ein Cover, wer das Original von the Who kennt, der MUß hier sein Vetorecht exzessiv in den virtuellen Raum schmeißen. Mag der Fred Durst noch so herzhaft an der Halle Berry rumschlabbern im Video, unterm Strich kommt er nichtmal ansatzweise ans Original heran!
Platz 8... na gut, G`NR ist OK, aber über den Titel kann man streiten. Für mich eindeutig besser: November Rain!
Platz 7... naja, klingt ganz nett, hat aber in einer Top 10 der Rockballaden eigentlich nix zu suchen. Und wenn wir schon mal dabei sind, kann Procol Harum auf Platz 5 gleich mit gehen... danke!
Platz 6. Ozzy... mal ehrlich, wenns um Qualität geht ist der Song deplatziert hier. Ich mag das Stück auch, aber es ist doch eher ein Treppenwitz als ernst zu nehmende Rockballade. Ozzy war mal ganz groß... WAR!
Mit Nummer vier bin ich sogar grob einverstanden, würde es allerdings weiter hinten eingruppieren. Der Herr Tyler mit seiner Mumiencombo rockt schon irgendwie... Originale halt.
Mr. Big auf drei. Und NEIN, das ist nicht dieser 30 Zentimeter-Hengst aus Sex and the City... wäre ja noch schöner. Ich mochte Mr. Big noch nie... also raus damit, auch wenn gerade da sicherlich einige intervenieren werden. Aber is ja mein Blog hier, als kalmiert euch... Unwürdige! ;-)
Zu den ersten beiden Plätzen habe ich schon genug gesagt. Meat Loaf soll lieber weiter schräge Filme á la “The 51st State” drehen als zu singen. Dieser Schmachtepop ist doch peinlich, ich bitte euch! Bryan “don`t call me Brian” Adams gehört in die Pop-Ecke, ebenso wie Peter Maffay (wenn wir schon mal dabei sind, können wir das gleich mal klar stellen)!!! In diesem Land wird doch jeder, der eine Lederjacke trägt gleich als Rocker diffarmiert, ist ja schlimm hier! Aber um hier mal ein bissel Struktur rein zu bringen möchte ich abschließend noch mein Gegenmodell einer Top 10 der größten Rockballaden bisher (aller Zeiten ist etwas verfrüht wie ich finde) präsentieren. Das kann dann gerne auch auseinander geschraubt werden, aber DAS DA OBEN, das konnte ich nicht so stehen lassen!
10) Mother Love Bone - (Cloe Dancer) Crown of Thorns
09) The Who - Behind Blue Exes
08) Alice In Chains - Down in a Hole
07) Nick Cave Kylie Minogue - Where The Wild Roses Grow
06)Motörhead - Whorehouse Blues
05) Nirvana - Plateau
04) Metallica - Nothing Else Matters
03) Mark Lanegan - Lexington Slow Down
02)Pearl Jam - Indifference
01) Johnny Cash - Hurt
HUGH, ICH HABE GESPROCHEN! Alternative Listen sind gerne als Kommentar willkommen. Aber das ist bei mir so der Status Quo. Wobei ich vor allem bei Metallica Unforgiven auch nur hauchdünn hinter Nothing Else sehe. Wenn man sich erst einmal von der popkulturellen Fehlannahme befreit hat, dass Balladen immer von möglichst viel Herzschmerz zu handeln haben, weil das lyrische Ich von seiner Ische in den Wind geschossen wurde oder anders herum, dann kann man auch mal sinnvolle Listen machen! Und wenn ihr mir bei RTL nochmal mein Lieblingsgenre so verunhunzt, dann ... naja ihr wißt Bescheid: DRUFF DRUFF DRUFF DRUFF DRUFF!!! ;-)
Mittwoch, 13.08.2008
Protestsong
Hallöchen! Mittlerweile olympiat es im fernen Chinesenland gar so fröhlich vor sich hin, dass es an der Zeit ist, mal ein kleines Kontrastprogramm zu bieten! Erstens bekommt man ja eh nix mit, passiert ja alles nachts oder früh am Morgen, zweitens kann ich es auch nicht mehr hören, dieses ewige Fordern nach bzw. Warten auf "politische Proteste" der Aktiven! Die gute Frau Maischberger zelebrierte das ja schon bei der Eröffnungsfeier nach Herzenslust. Alle 20 Minuten wurde konstatiert, dass man ja auch bei der Delegation aus Niederkleinostkasperstan ja "keinen politischen Protest ausmachen könne! Schade!" Wenn 204 Nationen ins Stadion einmarschieren, kann das auf die Dauer schon ganz schön nerven... . Vielleicht sollte die Frau Maischberger und ihre hyperkorrekten, vom Wahn nach political correctness geradezu zerfressenen Moderatorenkollegen mal darüber klar werden, dass es sich hier primär um ein sportliches Ereignis handelt, nicht etwa um ein politisches! Warum sollen Sportler plötzlich ihren Kopf für Dinge hin halten, welche die Politik in Jahrzehnten nicht geregelt bekam. Von den Athleten kann man das nicht verlangen (gut... andererseits gab`s ausgerechnet in China damals auch den Boxer-Aufstand... aber das ist wieder `ne andere Geschichte ;-) ), und wenn man es tut, muß man sich auch nicht wundern, wenn man am Ende des Tages enttäuscht nach Hause geht. Nein, kritische Öffentlichkeit sollte sich auch da bilden, wo sie hin gehört: Außerhalb dieses ganzen Brimboriums. Im Stadion werden keine tibetanischen Mönche verdroschen, keine Delinquenten exekutiert (zumindest nicht bis Ende August) und auch keine kleinen Kinder verkauft. Das geschieht alles außerhalb der Spiele und von da erhoffe ich mir auch die sinnvollsten Impulse. Eine fundiert recherchierte Reportage/Artikel/whatever bewirkt wohl mehr öffentlichen Druck als irgend so ein Heini, der in seiner Randsportart gerade Bronze gewonnen hat und plötzlich meint, mit der Tibetflagge rum wedeln zu müssen! Symbolische Zeichen sind ja schön und gut, aber bitte, denkt auch mal an die Effektivität und heischt nicht sensationsgeil nach den reißerischsten Headlines, welche nach zwei tagen eh wieder von Dieter Bohlen abgelöst werden... liebe Medien... das wäre soooo toll... man könnte sich fast überlegen euch ausnahmsweise mal wieder ernst zu nehmen.
Wahrscheinlich wird es im Nachlauf der Spiele aber wieder die üblichen 08/15 Reportagen in den typischen Revolverformaten geben, gegen welche die investigativen Beiträge im massenmedialen Lärm untergehen! Man achte also einmal mehr auf die kleinen, nicht so kunterbunt angekündigten Meldungen, denn mal ehrlich: Mit Berichten über die seltsamen kulinarischen Vorlieben der Chinesen kann man doch schon längst keinen Hund mehr hinterm` Ofen hervor locken!
Aber egal, Ablenkung kündigte ich an... und zwar solche, die Not tut! Also erkläre ich hiermit die Foxymorph-Kicktipp-Saison 2008/09 für eröffnet!!! :-) Viel Spaß beim Tippen allen, wer sich noch fix anmelden will, kann dies tun. Allerdings werde ich den/die Glückliche/n nicht vor Freitag Nachmittag autorisieren können; nur zur Info.) :-)
Also dann Leute, hier nochmal der altbekannte Link:
http://www.kicktipp.de/foxy/
Bonusfragen nicht vergessen und den Titelverteidiger jagen! ;-)
Es grüßt
Der Rekordmeister! ;-)
Sonntag, 13.07.2008
AUTO PILOT
Folgender Beitrag entstand am 4.7.2008 im Zug, Strecke Chemnitz - Karlsruhe zwischen 16 und 21 Uhr (etappenweises Schreiben). :-)
“Willkommen im Land der Bekloppten und bescheuerten!” So, oder zumindest so ähnlich, begrüßte uns im Fritz - Frühstyxradio dereinst Dietmar Wischmeyer zu seinen allwöchentlichen Gegenwartsbetrachtungen einer durch und durch bemesserten Gesellschaft... unserer Gesellschaft! Nun, da ich mal wieder eine Reise antrete, welche mich vom malerischen Chemnitz ins Ferne, nicht minder pittoreske Karsruhe führt, kommt mir diese Parole spontan wieder in den Sonn. Bei all dem Elend, welches mir bereits auf dem Weg zum Bahnhof begegnete, ist das auch kein Wunder! Aber immer der Reihe nach!
Von Arbeit aus praktisch direkt zum Bahnhof geeilt, motorisiert versteht sich, denn Turnschuhe sind ja auch teuer! Jedenfalls verlief dies noch relativ nervenschonend, war man doch von seinen mitunter grenzdebilen Mitmenschen und deren Unzulänglichkeiten durch die beruhigende Präsenz des Seitenfensters (von der Frontscheibe mal ganz zu schweigen) getrennt. Außerdem huschten all die “Kevins” und “Dschastins” in geradezu wohltuender Geschwindigkeit durch mein Blickfeld; sodass ich sie gar nicht im vollem Umfang erleiden mußte. Die Probleme, wie sollte es anders sein, fingen mal wieder genau in dem Moment an, da ich mich aus dem Auto schwang und mich quasi selber auf die Menschheit los ließ. Ungefiltert und in Normaltempo! Der Einfachheit halber nummeriere ich meine Beobachtungen mal lieber durch , sonst kommt man hier noch durcheinander bei dem ganzen Irrsinn!
BEOBACHTUNG NUMMER 1: BIERFLASCHEN
Vorweg sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass die von mir getätigte Feldstudie so zwischen 15 und 16 Uhr statt fand; man kann dies aber bequem auf den Rest des Tages übertragen, was ja auch die eigentliche Tragödie ist! Frisch dem Auto entsprungen, wie gesagt, liefen mir auch schon zwei dieser Hobby-Sidos über den Weg, die heutzutage das Straßenbild unentwegt verschandeln. In den Wurstfingern dieser bagybepanteten, Goldketten tragenden Pseudoghettoisten prangte je ein “Sternburg Export”! Jenes Gesöff, dem man getrost den Rang des Genußmittels aberkennen kann. Auf dem Bahnhof selbst liefen mir dann noch zwei bis drei andere solche Gestalten über den Weg. Jetzt mal vom edlen Sternburg abgesehen: Irgendwie ist es schon ziemlich asozial um diese Tageszeit mit ner Bierflasche in der Hand durch den öffentlichen Raum zu geistern... und wenn es nicht asozial ist, dann wirkt es zumindest so! Bierflaschen sind heute scheinbar dann doch mehr als nur ein praktisches Aufbewahrungs- und Transportgefäß für ein deutsches Kulturgetränk, für dessen Herstellung irgendwelche Mönche verantwortlich zeichnen, für die es aus dem frankophilen TRIO “Wein, Weib und Gesang” das erlesenste DUO zu ersetzen hatte! Früher war Bier ein Getränk, Genußmittel bzw. Die ganz private Feierabendbelohnung des so genannten “Otto-Normalverbrauchers” (wäre auch mal ne Analyse wert das Wort). Heute kommt dem Gerstensaft hingegen scheinbar schon eine Status zuweisende Funktion zu. Wer nach Schulschluss nicht schnellstens den halben Liter Sternburg zur Hand hat, wird wahrscheinlich schon als “alphabetisiert” gedisst. Und so nem durchschnittlichen Sechstklässler (dem so genannte “Otto-Normal-Sechstklässler”) kann dieser Vorwurf schon enorm zusetzen; Rufmord ist das! Können diese Vögel nicht ne Fanta trinken, oder nen zünftigen Melisse-Anis-Kümmeltee?!? Das würde doch gleich ein besseres Bild abgeben und dem Beobachter, also in diesem Falle mir, nicht den Eindruck aufzwingen, sich in einer Welt voller besoffener Grundschüler zu bewegen. “Besoffener und obendrein schwanger Grundschüler” mag man ab und zu ergänzen wollen, wenn man hört, dass schon wieder eine 14jährige ihre Mutter mit 29 zur Oma gemacht hat (jaja, früher war das noch ganz anders liebe Leute!). Wo soll denn das noch hin führen? Stellen wir uns doch einfach mal vor, dass in 12 - 15 Jahren eine dieser Gestalten, so wie ich jetzt, hier im Zug sitzt (sagen wir mal nach.... pfff... keine Ahnung, wo fährt so `ne Schnapsleiche denn hin... sagen wir... sagen wir einfach, nach Bielefeld) und sich vor lauter Langeweile dazu entschließt, seine Gedanken über die “Jugend von heute”, was de facto für uns ja noch die “Jugend von morgen”ist, für welche die “Jugend von heute”, welche wiederum für die “Jugend von morgen” die “Jugend von gestern” darstellt, während wir (also ich und ihr vor den Rechnern) aus Perspektive der “Jugend von morgen” ja schon selbige “von vorgestern” sind, praktisch also schon scheintot! Verwirrend, was?!?
Jedenfalls beschließt er, seine Gedanken aufzuschreiben; worüber will der sich denn noch, vom moralischen Standpunkt aus, noch berechtigt echauffieren?!?!! Vielleicht sitzen dann ja schon die 10jährigen mit ner Flasche Doppelkorn vor den Spielhallen rum wenns grade mal nix zu dealen gibt, oder das Wort “Schultüte” hat gar bei den ABC-Schützen bereits einen gravierenden Bedeutungswandel durchlaufen. Aber letzten Endes wären das doch nur konsequente Weiterentwicklungen des pseudocoolen Proletenhabitus seiner eigenen (also der heute schon “heutigen”) Jugend. Wenn der Typ dann so im Zug sitzt, mit seinem Sternburg in der Hand, hat er eigentlich jegliche Legitimation verloren sich über seine “Nachfolger” auszulassen. Wahrscheinlich könnte er es eh nicht, denn “alphabetisiert” waren ja eh nur die Bierlosen!
So, bevor ich zum zweiten “manifesten Problem” der Gegenwartsgesellschaft übergehe, drängen sich mir zunächst noch 3 (DREI) Fragen auf. Man muß wissen, dass ich inzwischen umgestiegen bin (bei dem Gewackel im IRE konnte ich nicht durchgängig schreiben, tut mir leid) Erste Frage: Warum stehen eigentlich im Zug alle ca. 5 Minuten vor Erreichen des Zielbahnhofes (ENDHALTESTELLE!!!) Auf und versammeln sich vor den Ausstiegsluken? Herrscht etwa der Irrglaube vor, dass sich der Zugführer bei diesem sanften Druck der Masse extra beeilt? Oder gibt es gar ein physikalisches Gesetz, das diese Einschätzung bestärkt? So etwas wie
t(zugfahrt gesamt) = t(normal) - l(schlange an tür)
Wobei der Einfachheit halber angenommen wird, da0 “Meter” und “Minute” komplett uns willkürlich austauschbare Maßeinheiten sind. Vielleicht handelt es sich auch nur um irgend eine seltsame Endzeitsekte, deren Mitglieder durch den Happening-Akt des “sich fünf Minuten eher an die Tür Stellens in Zügen” auf subversivem Wege die Weltherrschaft an sich zu reißen gedenken! Doch halt, der Zug hat ja mit “Bielefeld” nix zu tun... möglicherweise ist es ja eine Splittergruppe?!?
Frage 2: Was kostet es an Aufpreis, wenn man mit seinem Frettchen verreißt?
Frage 3: Wieso nimmt man bei der Bahn, genauer gesagt auf deren Werbeplakaten, an, dass Odysseus und seine Griechen so abgrundtief dämlich waren und ein Häuschen oben auf das trojanische Pferd bauten? Wenn das dennoch geklappt hat, haben die Trojaner den Untergang aber wahrlich verdient gehabt.... den Untergang und einen Darwin-Award gleich obendrauf versteht sich. Und überhaupt: Warum heißt beim Computer der “Trojaner” eigentlich “Trojaner”? “Grieche” wäre passender fällt mir eben auf!
Aber weiter im Text; mein IC rollt soeben an und befördert mich somit hoffentlich recht pünktlich nach Karlsruhe. Vielleicht stelle ich mich da auch mal 5 Minuten eher an die Tür, könnte ja sein, dass ich diese merkwürdigen Leute dann verstehe bzw. Gar die Weltherrschaft an mich reiße!
Beobachtung Nummer Zwei: Sonnenbrillen from hell! Im gleißenden Licht des Bahnhofes sind selbige natürlich unverzichtbar; aber mir geht es hier nicht um den Durchschnittstypen der fröhlich seine Horatio-Caine-Gedächtnisbrille durch die Pathologie chauffiert, sondern viel mehr um den abartigen Trend zu diesen “Skimasken”, der seit ein oder zwei Jahren grassiert. Nur weil es der eine oder andere C-Promi vorgekaschpert hat springt halb Deutschland auf diesen Zug auf (in meiner momentanen Situation einfach eine geile Metapher wie ich finde)! Große, runde Gläser mit breiten Rahmen, welche sowohl das Jochbein, als auch die komplette Stirn abdecken. Die Leute sehen alle aus wie Hummeln!!!!!! Bloß um einen Hauch von “Celebrity” abzubekommen macht sich die stilbewußte Modeschickse oder ihr “männliches” Trendsetterpendant komplett zum Obst. Der Ausbund an Hässlichkeit wird dabei von jenen Modellen gebildet, die dann auch noch mit irgendwelchen Glitzersteinen (sollen wirken wie Swarovski-Kristalle, sind aber unter Hochdruck recyclete Joghurtbecher von Aldi) beklebt sind. Die Diamanten der Vernunftsverweigerer sage ich mal! GANZ SCHLIMM! Wenn dich dann noch eines dieser Wesen unter einem fadenscheinigen Vorwand anspricht, weißt du erst gar nicht, ob es unter diesen beiden Kunststoffplatten auch nur über annähernd so etwas wie menschliche Gesichtszüge verfügt; oder ob du jetzt vom gefürchteten Inge-Borg schonend von deiner unmittelbar bevorstehenden Assimilierung unterrichtet wirst. Ich, Pessimist der ich bin, gehe immer von letzterem aus und stimme bisweilen auch mal das Liedchen von der “Biene Maja” an, vielleicht beschwichtigt man “ES” ja mit Neuigkeiten von seiner Verwandtschaft!
BEOBACHTUNG NUMMER drei: BÖLD DÄRR DAINE MAINONG!
Hitler hats mal wieder, wie ich am Kiosk sah, auf das Cover der BLÖD geschafft. Für einen, der seit 63 Jahren von Satan allabendlich eine ************ (wer “Little Nicky” gesehen hat, weiß wie es hier weiter geht) gar nicht mal so schlecht. Einstein war nicht so oft Cover- Boy der BLÖD.... und der war nicht nur bei seinen Zeitgenossen wesentlich beliebter. Grund dieser unverdienten Aufmerksamkeit ist übrigens Hitlers wächserner Doppelgänger bei Mme Tussauds in Berlin. Kontroversen entflammen, ob man den Sterin-Führer mitten in der Hauptstadt aufstellen darf oder lieber nicht. Es geschah und nun ist, bildlich gesprochen, Polen offen! (Anm des Autors: einen tag nachdem ich dies niederschrieb köpfte ein arbeitsloser Ex-Polizist und Hobbyautonomer besagte Figur). Als ob es nix Wichtigeres zu tun gibt, als zu diskutieren, ob man den Gröfatz in einer Ausstellung wichtiger historischer Persönlichkeiten für Deutschland aufstellen darf. Alleine der Fakt, dass man damit so nen Aufruhr machen kann, sollte doch klar stellen, dass man objektiv betrachtet keine andere Wahl hat. Viel gefährlicher ist es meiner Meinung nach, dass die BLÖD der entsprechenden Klientel in regelmäßigen Abständen neues Bildmaterial ihres eineiigen Abgottes (quasi als ideologische Wichsvorlage) liefert. Aber man kann halt Auflage machen mit diesem Ösi, schlimm! Kaum steht da in fetten, weißen Lettern (vor gewohnt schwarzem Hintergrund der böse Name auf dem Titelblatt, schon nehmen gefühlte 500.000 Leute das Wurstblatt zusätzlich mit; wahrscheinlich zu ihrem Kasten Sternburg ;-). Warum, frage ich mich da, macht das eigentlich die FAZ nicht, oder die “Zeit”? Auflage wollen die sicherlich auch machen, aber wohl nicht um jeden Preis. Meiner Meinung nach ist das auch der wesentlich informativere Weg um mit solchen Sachen umzugehen: Berichten ja, aber sachlich und ohne gleich ein Center-Fold-haftes Portrait von der Unperson der europäischen Geschichte mitzuliefern. Aber wie wir alle wissen sin “BLÖD” und “sachlich” ja die geborenen Antagonismen. Die Ärzte haben unlängst den Inhalt dieses Revolverblattes in “Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht” identifiziert, treffender gehts kaum. Aber eines hat auch die BLÖD-Redaktion bisher nicht hin bekommen, nämlich eine TOTAL negativ besetzte Schlagzeile zusammen zu phantasieren. Ein bedeutungsneutrales Wort war bisher immer dabei, wie auch bei der bisherigen Sternstunde der Volksverdummung, welche da lautete: “UFO-Sekte will Hitler klonen!” Unübertroffen dämlich, NOCH!
Naja, jedenfalls hätte ich noch einiges zu berichten, was auf den gesunden Menschenverstand zutiefst verstörend wirkt, aber leider tut mir mittlerweile der Finger weh und so recht Lust verspüre ich zudem auch nicht mehr mich über meine Mitmenschen auszulassen. Vielmehr werde ich mich die letzten beiden Stunden der Fahrzeit relaxt in den Sitz schmiegen und mich von Motörhead oder Mastodon sanft in den Sekundenschlaf trällern lassen. Mal sehen, vielleicht tippe ich den ganzen Humbug hier bei Gelegenheit mal in meinem Blog ab. Bis dato: Viel Glück und gute Nerven, die braucht man hier auch, hier, im “Land der Bekloppten und Bescheuerten”!
Montag, 30.06.2008
EUPHORIE
Soooooo, das war sie dann auch schon wieder die EM! Da wird über Monate hinweg eine Marketingmaschine über unseren Kontinent hinweg geschickt, welche alles, aber auch wirklich alles zu einem schwarz-rot-goldenen Einheitsbrei verwalzt (gut, in Spanien oder Italien ist der Einheitsbrei anders koloriert). Und dann ist nach `ner Hand voll Spiele und 3 viel zu kurzen Wochen schon wieder alles vorbei! Mal sehen, wann unser Ländle aus dem Post-EM-Kater erwacht, kann schon noch ne Weile dauern. Nennenswerte Meldungen gibts momentan ja eh nicht zu verkünden in der Presse, da muß die ballacksche Wade wohl noch ein wenig her halten als Zeilenfüller. Nachberichte nennt man das dann wohl. Jedenfalls wird man noch etwa eine Woche damit beschäftigt sein die letzte Meldung aus der EM heraus zu kitzeln bevor dann endgültig Schicht ist im Schacht. Was danach kommt? Also ich bin enttäuscht.... wohl keine Zeitung gelesen die letzten Jahre, was?!? In der ersten Juliwoche bricht er ja wieder aus, der selbstgerechte “Anti”-Doping - Krieg der Medienwelt. Wenn sich Spargeltarzan XY von der Mannschaft “Ratio-Farm” in seinen Gelsattel schwingt um die Grande Nation zu durchradeln, dann hat er doch mittlerweile ne Hundertschaft Chemiker nebst persönlichem BLÖD-Kolumnist im Schlepptau.
Da es nun aber mal zu einfach wäre, auf die Dopingsünder der diesjährigen Tour zu tippen, soll es hier mal um die Huldigung des ruhmreichen Foxymorph-EM-Kicktipp-Triumphators gehen (Kristin wird es mir nachsehen, aber “Triumphatorin” sieht noch schlimmer aus als es klingt... dieses Unwort)! Also: Wir haben eine Europameisterin, der es Respekt und Anerkennung zu zollen gilt. Auf Rang zwei dann gleich der nächste chromosomale Doppel-X-Rebell: Baby Duck. War doch eine ganz nette Tipprunde, spannend und abwechslungsreich das Ganze. Außer dem schönen Fußball gabs auch am PC den gewissen Thrill... so solls sein wenn ihr mich fragt! :-)
Bevor ich das BL-Tippspiel neu starte warte ich noch ein bis zwei Wochen, dann kann jeder nochmal in Ruhe die Statistiken durchgehen, Tabellen auswerten und seine Schlüsse ziehen für die nächste Saison. Sich mental mit “högschter Kontschentratsion” auf die neue Tipprunde vorbereiten. Vom Modus her wird es wohl keine Veränderungen geben denke ich, diese Bundesliga plus ChampionsLeague - Formel hat sich letztes Jahr doch bewährt wie ich finde. Never change a running Tippspiel!
In diesem Sinne: Nochmal herzlichen Glückwunsch an Kristin und Ciao!
Der Rekordmeister!
P.S.: Ein ganz besonderer Dank soll hier noch an Jule ergehen, die an jenem unsäglichen 22.06.2008 tapfer an meiner Seite ausharrte und das katastrophale, unverdiente und natürlich ob der drückenden Feldüberlegenheit mehr als ungerechte Ausscheiden der ruhmreichen Squaddra Azzura für mich ein wenig angenehmer gestaltete! Danke nochmal :-)!
Sonntag, 08.06.2008
THESE AREN`T THE DROIDS YOU ARE LOOKING FOR
So Leute, als speziellen Service gibt’s mal eine Kurzzusammenfassung des ersten EM-Spieltages. Habe grade etwas Zeit, da ich auf ‘nen Anruf warte und außer Musikhören nix zu tun habe, was meinen Multitaskinggeist auslastet.
Ich möchte gar nicht wissen, wie viel Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung die Abendstunden des heutigen Tages im Garten verbrachten, die Glotze auf den Gartentisch gewuchtet und nebenher noch die Bratwürste rotieren ließen. Denn wenn wir hier “EM” sagen, dann meinen wir unterschwellig ja eigentlich eher laue Sommerabende am Freiluftbräter mit dem einen oder anderen abgehangenen Kadaverstück (Gruß an die Veganer) und nem frisch dahinsprudelnden Getränk. Ein Ereignis wird sozusagen zum Synonym seines eigenen Beiwerks... es gibt Schlimmeres.
Nachdem wir während der letzten Wochen den gewöhnlichen Marketingwahnsinn überstanden haben, war der gros der Deutschen mit dem heutigen Anpfiff sicherlich gewappnet. Und während die schwizo-austrianischen Gastgeber da ihre leicht schnarchige und hausbacken wirkende Eröffnungs”show” abzogen, wurde wohl bereits das eine oder andere Ballack-Trikot mit Grillsoße und Gerstensaft befleckt. OK, ich gebe zu, dass ich dies nicht tat... was schon im Mangel eines Ballack-Trikots begründet sein dürfte, aber froh war ich trotzdem, als diese merkwürdige Würfel-Choreografie endlich überstanden war. Auch wenn ich Selbstironie mag, aber so phantasielos wie unsere Alpennachbarn da ein Klischee nach dem anderen herunter beteten, welches der durchschnittliche Nichtbergmensch so über sie hegt... da bietet ja Derrick einen höheren Spannungsbogen! Aber egal, das Gehampfel war vorbei und schon war Anpfiff. Schweiz ganz nett, Tschechen anfangs wenigstens taktisch clever. Torlos zur Halbzeit, aber der Herr Frei tat einem irgendwie leid. Schon bitter, wahrscheinlich noch ne Ecke schlimmer als für Cannavaro; so im Eröffnungsspiel als Gastgeber... . Danach tapfere Schweizer, die den Sieg verdient gehabt hätten... aber da muss man schon das Runde im Eckigen unterbringen fürchte ich. Das wiederum taten die Tschechen dann nach einer “Traumkombination”. Die Schweiz erholte sich nicht mehr so recht, rannte aber tapfer an. Ein Wadenschlenzer brachte unseren böhmischen Nachbarn den ersten Dreier... wenn sie ehrlich sind, haben sie das selber nicht erwartet bis zur 70. Minute.
Danach kurzes Laberintermezzo der Kommentatoren und Moderatoren. Die wesentliche Erkenntnis daraus bestand aber weniger in bahnbrechenden Einblicken in die Taktik der teilnehmenden Mannschaften, sondern viel mehr darin, dass man Klopp und Urs Meier vermissen wird wenn sie aufhören. Eigentlich sollten die zwei heiraten finde ich... ist doch mittlerweile sogar legal! :-)
Aber da war die Überbrückungsschwafelei auch schon an ihrem sinnleeren Ende angelangt und das zweite Spiel stand vor der Tür. Portugal gegen die Türkei. Während sich bei den einen alles nur um ihren androgynen Übersteigerkönig zu drehen scheint, hält man es ja kaum für möglich, dass die anderen noch ungestraft in die Schweiz einreisen durften, erinnert man sich an die WM Quali 2006. Das Spiel war dann auch wesentlich ansehnlich, ja, man möchte schon fast behaupten: schön! Kombinationen, Kurzpassspiel und Dribbling en Masse. Dazu ne Hand voll Pfostentreffer und zwei “echte” Tore. Schön heraus kombiniert obendrein und quasi als Bonus durfte man noch Gene Hackmann bewundern, wie er einen in die Jahre gekommenen Nationaltrainer spielt - ganz großes Kino!. Ja, konnte man anschauen fand ich. :-) Schlimm nur, dass man sich im Anschluss daran noch den Steinbrecher beim Löw-Interview antun musste. Also ich prophezeie den Portugiesen mal, dass sie weit kommen können wenn die so weiter spielen. Aber eigentlich, mal unter uns Pastorentöchtern, eigentlich geht die EM doch erst morgen so richtig los. GANZ eigentlich, also aus meiner Perspektive betrachtet, sogar erst übermorgen. Bleibt nur zu hoffen, dass Jogi und seine “högscht dischziplinierten” Balltreter sich morgen gegen Polen nicht allzu sehr blamieren. Ansonsten droht ja dieses ganze, so mühsam selbst zusammengelogene Konstrukt der Sommermärchenstimmung 2008 denen um die Ohren fliegen, die am wenigstens für diesen Mist können: der Mannschaft. Denn wer sagt denn, dass Dtl. nicht schon nach der Vorrunde die Segel streicht? So nach dem Motto “aller guten Dinge sind drei”? Passieren kann das alles... daher abwarten und Tee trinken würde ich sagen, bevor man sich hier schon wieder selbst zum Turniersieger kürt. Generell muß man dazu ja nach Polen, Kroaten und Ösis auch noch drei andere Teams aus dem Weg räumen und da ist dann mit ziemlicher Sicherheit mindestens ein echter Kracher dabei. Hoffentlich bleibt mir aber, zumindest bis zum Finale, die Paarung Deutschland gegen Italien erspart. Das war bei der WM schon schwer genug mit dem eigenen Gewissen klar zu kommen. Und dann auch noch dieses Herzschlagfinale... GRANDE GROSSO, GRANDE GROSSO!!!!!!!!!!!! Ja, war schon was. :-) Aber hören wir mir den Spekulationen auf! Wir müssen erstmal Holland oder die Franzosen ausschalten und für die Deutschen führt der Weg zum ewigen Ruhm zunächst einmal über Polen! (Hmm... warum kommt mir der Satz denn eigentlich so seltsam vor?!? Ach egal... !) Jedenfalls sollte man jeweils erstmal das Auftaktmatch gewinnen bevor man weiter denkt! :-)
In drei Tagen wissen wir also erst einmal mehr, zumindest hat man da einen andeutungsweisen Überblick. In diesem Sinne also allen viel Spaß und ein schönes Turnier. Außerdem noch Glückwünsche an BabyDuck, die mit der Maximalpunktzahl ins Tippspiel startete, da hat aber jemand einen Ergebnisriecher ibrahimovic`schen Ausmaßes bewiesen! ;-) Bis demnächst!
Freitag, 06.06.2008
MIT DEM SCHWERT NACH POLEN (WARUM RENÉ?)
So Mädels, morgen geht’s dann also los! Seit Monaten herbeigesehnt, seit Jahren insgeheim belächelt und trotzdem unterschwellig gefürchtet: Die EM in der Schweiz (geht ja noch) und der Fußballweltmacht Österreich (*LMAO*)! Also lautet ein Beschluss, dass der Onkel tippen muss! Gut, das tue ich in unserem erlesenen Expertenkreis ohnehin und zeitnah, aber wer erinnert sich nicht an die WM, wo meine prophetische Gabe den Turnierverlauf (fast) perfekt und vor allem in Bloggform vorhersagte und mit der ruhmreichen Squaddra Azzura auch den letzendlichen Weltmeister hervor brachte. Nun gut, dieses Husarenstück will ich nun versuchen zu toppen. Diesmal allerdings etwas anders, aber dazu später.
Zuerst möchte ich warme Grüße an unsere polnischen Nachbarn schicken. Ist es nicht süß, wie man sich in unserem Nachbarland schon frühzeitig ins Hemd macht?!?! Als Frustbewältigung werden dann seitens der polnischen Boulevardpresse (“Boulevardskipresski”)... so geschmacklose wie überflüssige “Karikaturen” produziert. Klar, man sollte lieber die Klappe halten so lange man nicht die Reaktion der BLÖD gesehen hat, potentiell kann diese ja ähnlich dummhohl ausfallen, aber Leute: Bleibt mal locker! Nachdem eine barbusige Kanzlerin (wer will denn sowas eigentlich sehen?!?) die (ehemaligen) monozygoten Herrschaftszwerge säugen mußte, wird nun ausgerechnet ein Holländer (der das ebenso geschmacklos findet wie der Rest Europas) mit den abgeschlagenen Köpfen von Ballack und dem Bundesjogi dargestellt. SUUUUPER, ganz großes Tennis Herr Propagan... äh... Karikaturist! Hinzu kommt noch jede Menge martialisches Gehabe, welches heutzutage eigentlich Geschichte sein sollte. So wird der letzte militärische Sieg gegen Deutschland (das freilich damals noch gar nicht existierte... streng genommen gibt es “uns” ja ohnehin erst seit 1990) beschworen um sich literarisch Mut anzusaufen. Bezeichnend, dass selbiger “erst” aus dem Jahr 1410 datiert und Polen da zwar den deutschen Orden ordentlich verdrosch, allerdings mit litauischer Hilfe. Genau diese haben sie am Sonntag naturgemäß nicht! Außerdem empfinde ich das doch als lächerlich und geschmacklos dass man dauernd diese (Welt)kriegs Erinnerungen über die Oder schickt. Irgendwann ist ja auch mal gut; zumal das doch mit Fussi nix zu tun hat. Mal ein gut gemeinter Rat an unsere Nachbarn, frei nach Monty Python: “Setz Dich, nimm`Dir nen Keks!” Aber vor allem, kommt runter und genießt die EM. Immerhin habt ihr volle drei Spiele Zeit eurer Mannschaft beim Ausscheiden zuzusehen! *fg* Ach ja, noch was: Diese geschmacklosen Bildchen wurden von politischer Seite mit dem “sprichwörtlichen Temperament” der Polen und dem “Hang zum Drama” erklärt, was dieser Nation ureigen wäre. Tut mir leid, aber wenn das stimmt, was haben denn dann die Italiener? So ein Schmarrn! Auf der einen Seite ein Team von 23 Dramaturgen, welche durch ihren emotionalen Ausdruckstanz und ihr offen zur Schau gestelltes Leiden bei jedem gegen sie gegebenen Einwurf in jedem Shakespeare-Bühnenstück bestehen würden. Eine Horde gestikulierender und bisweilen nicht sonderlich standfester Herzblutfußballer in azurblau, die jeden Ballverlust als Weltuntergang begreifen und zum großen Materazzi beten, dass er den Unhold schnellstmöglich nicht nur von, sondern wenn möglich gleich aus den Socken holen soll! Und auf der anderen Seite: Die objektiv betrachtet immer leicht bräsig wirkenden Polen. Tut mir leid, aber da gibt es nicht die geringste Gemeinsamkeit! Mal plakativ gesprochen: Wenn ein Italiener eine Schwalbe fabriziert, spürt er den Schmerz wirklich! ;-)
Also gut, nun will ich mal langsam zur Prophezeiung kommen hier. Am liebsten wäre es mir natürlich, wenn der Europameister wieder im adriablauem Gewandt angeschwebt käme. Wie 2006 mitleiden, bei jedem Grätschen eines Gattuso mit der Zunge schnalzen, jeden Ohrschrauber des Luca Toni begeistert betrachten und am Ende dem großen Cannavaro für seine göttliche Abwehrarbeit danken, welche diese souverän dahergelittene 1:0 Klatsche für den Gegner erst ermöglichte. Denn mal ehrlich: Der Shiri, das Stadion, die Kommentatoren der südostusbekischen Rundfunksender und sogar die gegnerische Mannschaft war gegen uns, was gibt es schöneres, als da auch noch zu gewinnen!?! Aber diesmal sieht es, fürchte ich, etwas finster aus: Canna ist verletzt und Donadoni... naja... wer einen wie Cassano nominiert kann sich eigentlich gleich zu den Südostusbeken setzen... als Gastmoderator. Aber warten wir es ab, vielleicht wird ja am Ende doch alles gut. :-)
Na fein, dann schauen wir mal. Das Prozedere diesmal ist denkbar einfach: Ich würfele die Ergebnisse einfach aus. OK, die werden da recht stattlich, aber mal sehen wie diese Methode unterm Strich abschneidet! Außerdem passts ja auch irgendwie zum Namen der Tipprunde (“God`s Dice 2008').
Gruppe A: Nettes Ergebnis: Portugal vor der Schweiz mit je 6 Punkten. Der Schlager Türkei : Schweiz endete 4:2 fürs Alpenland. Zusätzlich würfelte ich mit dem roten Verteidigerwürfel die Platzverweise für diese Partie: 6! Ansonsten scheint sich Christiano Ronaldo mit seinem mittlerweile doch recht effektiven Gekaschper (wenn er gerade mal keine wichtigen Elfmeter in Finalspielen verspackt)durchzusetzen.
Gruppe B: Die Deutsche Gruppe! Nachdem Jogis Mannen unsere “Halsabschneider” aus dem Nachbarland mit 6:1 gedemütigt haben, reichte es nur noch zu zwei Remis, aber trotzdem zu Gruppenplatz 2 hinter den Kroaten. Ganz nett, wäre doch ein annehmbarer Start ins Turnier wie ich finde! :-)
Gruppe C: Drama, Tränen, Verzweiflung, Wehklagen... all das wird am Apennin erklingen, denn die ruhmreiche Squaddra Azzura muss bereits nach der Vorrunde die Segel streichen (hatte ich schon erwähnt, dass ich diese Würfel hasse?!!!!)! Einziger Trost: Erzfeind Frankreich darf gleich mit abreisen, der Tordifferenz sei Dank. Weiter kommen Rumänien und Holland.
Gruppe D: Den GVH wirds freuen: Schweden setzt sich vor den Spaniern durch, welche den Otto ebenfalls nur durch die Tordifferenz zurück nach Athen schicken. Dort wird ihm nach dieser Schmach wahrscheinlich die Ehrengriechenwürde auf Lebenszeit wieder aberkannt und man schuppst ihn vom Olymp! ;-)
Damit ergeben sich folgende Viertelfinals (bei unentschieden würfele ich einfach nochmal):
Rumänien - Deutschland: 5:6!!! Nach dem ersten Wurf wurde mir schon Angst und Bange, aber dann ballackte sich Jogis Elf souverän ins Halbfinale. Die fünf Gegentreffer gehen wahrscheinlich alle auf Lehmanns Kappe, der seinen Zivi nicht schnell genug dazu auffordern konnte ihn in die entsprechende Ecke zu werfen!
Kroatien - Schweiz: 1:6!!! Na da langten die Eidgenossen aber ganz schön hin. Slaven Bilic wird seine Rock-Band wohl aus Frust darüber nun auf Death-Metal umstellen.
Rumänien - Spanien: 1:6 (schon wieder). Wieder ein Beweis dafür, dass Würfel lügen: Spanien weiter als ein Viertelfinale?!? So ein Mumpitz!
Schweden : Holland: 4:6!!! Was ist denn mit unseren orangen Nachbarländern los? Schade, aber Hauptsache wir konnten den Larsson nochmal spielen sehen, und vielleicht das eine oder andere Kunststück des Vorzeigeschweden Ibrahimovic bewundern! ;-)
Sooooo, damit kommen wir zu den Halbfinals. Bis hier hin gibt es zwar die eine oder andere Überraschung, aber unterm Strich haben die Würfel doch ein ganz realistisches Bild abgegeben. Die vier Halbfinalisten sind durchaus im Bereich des Möglichen! Also Die Spiele werden wie folgt enden:
Deutschland - Schweiz: 2:5!!!! Tja, vom Gastgeber vermöbelt. Aber sicherlich ein zufrieden stellendes Ergebnis! Vielleicht läd man unsere Jungs ja zu einem Käsefondue der Vergebung ein, als kleines Trostpflaster sozusagen! ;-)
Spanien - Holland: 4:1!!!! Nicht schlecht, die Iberer wollens scheinbar wirklich nochmal wissen!
Und nun das große Finale:
SCHWEIZ - SPANIEN: 4:3! Sensation... laut dem Zufallsgott werden ausgerechnet die rot bekreuzten Alpenländer Europameister. Spanien muss mal wieder anderen beim Feiern zuschauen sollte sich langsam mal überlegen, ob man vielleicht den Landesnamen spontan ändert um den Fluch abzulegen. Solange man sich nicht “Schalke” nennt gewinnt man dann bestimmt auch mal was! ;-)
So, das war dann mal mein kleiner, privater Würfeltipp! Als EM-Fazit bliebe, dass es mal wieder eine Überraschung gab; Donadoni (Gott sei Dank) wieder dem Godfather of italian Calcio, Marcello Lippi, weichen muss; Jogi mit “högschter Dischziplin...” die WM 2010 ins Visier nehmen kann und dass die Polen laut Würfeltabelle sogar einen Punkt hinter den Ösis Gruppenletzter wurden (wohl über die eigene Guillotine gestolpert, was?”?) ;-)!
Warten wir den Lauf der Dinge erst einmal ab, aber solange die Realität sich nicht anders entscheidet, beansprucht dieser theoretische Ausblick Allgemeingültigkeit! Viel Spaß euch allen und frohes Tippen! :-)
Donnerstag, 22.05.2008
NO VACATION
So, es wird wieder mal Zeit für den alljährlichen Tippspiel-Abschluss-Bloggeintrag! Seit gestern heißt es “alea iacta est” im Tippkickuniversum. Ein fulminantes Finale zwischen ManU und Chelsea beendete die Saison. Vieles, wie etwa den Titel der Bayern, konnte man sich selbst mit wenig Phantasie bereits vor der Saison lebhaft vorstellen, einiges, wie etwa der Klassenerhalt der Bielefelder Ballschänder, kam dann doch etwas überraschend. Am Ende bleibt, dass es mir für`n “Müscha aus Gemnütz” schon etwas leid tut, dass es gestern nicht geklappt hat. Chelsea gönnt wohl mindestens halb Europa diese Niederlage. Aber selber Schuld, wenn man nen Engländer zum potentiell entscheidenden Elfer schickt muß man damit rechnen dass der versagt und es weiter geht im Shootout. So war dieser arrogant-verkaschperte Schuß von, man glaubt es kaum, Christiano Ronaldo unterm Strich nur weiterer Hohn für Chelsea. Man konnte ihn nicht nutzen.
So, nun aber wieder zum Tippspiel selbst. Die Saison war spannend und lang, diesmal erstmals auch mit alles CL-Begegnungen versehen, was sich wie ich finde auch bewährt hat. Ist halt auch mal schön wenn man ManU : Roma oder Milan : Arsenal tippen kann statt eine ganze Hinrunde lang ausschließlich auf solche Knallerpartien wie Bielefeld : Duisburg angewiesen zu sein. Will heißen: nächste Saison wird es diese Kombination wohl wieder geben, vielleicht macht es das Programm dann ja auch möglich den CL-Sieger mit in die Bonusfragen auf zu nehmen, wäre doch nett. Ansonsten wird sich organisatorisch nix ändern denke ich.
Der Saisonverlauf war dieses Jahr etwas statischer, es gab weniger Positionswechsel als letztes Jahr, aber spannend war es trotzdem bis zum Schluss. Am Ende rette ich mich eher ins Ziel, als dass ich es souverän erreichte. Zur Winterpause sah es noch ganz nett und vor allem eindeutig aus, aber in der Rückrunde war dann die Luft raus. Besonders Oli legte eine Rückrunde hin, die sich gewaschen hatte und machte mir die letzten Spieltage gemeinsam mit Shun das Leben ganz schön schwer. Großes Kompliment auch an die Mädels in der Tipprunde. BabyDuck schlug sich tapfer (trotz ihrer viel zu kurzen Arme ;-)) und Pitti konnte sogar 4 Bundesligaspieltage am Stück gewinnen und war gemeinsam mit Shun zweitbester Rückrundentipper. Von daher kann es nächstes Jahr wieder richtig spannend werden!!! :-)
Wie dem auch sei, temporär will ich nun erst einmal den Ruhm (der ja ach so schnell verblasst) genießen und mich auf dem nächstbesten Rathausbalkon mit Weißbier übergießen lassen, so viel Zeit muss sein. Dann jedoch, wird die Trophäe des Ruhmes von mir in einer noch nicht festgelegten Farbe (letztes Jahr war es aus musikalischen Gründen “Avocadoblau”) beschriftet und wieder auf ihrem Ehrenplatz zur Ruhe gebettet, schließlich soll/will sie nächstes Jahr erneut errungen werden. Dann geht`s wieder bei Null los ich kann nur hoffen, dass sich meine fußballprophetische Legasthenie dann gelegt hat, sonst sieht`s aber ganz, ganz finster aus mit der Titelverteidigung ;-)! Also lasst uns auf eine spannende und abwechslungsreiche Tippspielzeit 2008/09 hoffen und virtuell anstoßen! *klong* :-)
Jetzt steht erst einmal die EM vor der Tür und somit die Möglichkeit, auf internationaler Bühne den Ruhm zu ernten. Zur Erinnerung: 2006, bei unserer Heim-WM (“Heim”-WM... klingt irgendwie nach Zivisport), konnte Shun den Triumph einfahren und sich seit dem und noch für 2 weitere Jahre, mit Fug und Recht “Foxymorph - Kicktipp-Weltmeister” nennen. Die EM gilt es nun erstmals zu tippen, ich bin schon einmal gespannt was dabei heraus kommt. Bei nur 31 Spielen können auch die Bonuspunkte eine gewaltige Rolle spielen in der Endabrechnung und von denen sind maximal 60 möglich. Wie dem auch sei: alle Tippern viel Erfolg bei dem Turnier und mögen es schöne, mitreißende Spiele werden und die Tipprunde bis zum Ende offen! :-) Der Link zur Anmeldung dürfte ja bekannt sein mittlerweile. Mal sehen, wer am Ende den internationalen Pokal voll Stolz in die Höhe recken kann... umjubelt von zig tausenden begeisterter Bits und Bytes hier in der virtuellen “100111010010-Arena”! (Apropos, das mit dem Pokal müssen wir auch noch mal regeln, sprach der Weltmeister da nicht vor vielen Monden seine Bastelbereitschaft aus ;-) ? ) Na kein Stress, ist ja auch noch genug Zeit bis zum angedachten Titelgewinn der Squaddra. Bis dato eine gute Nacht euch allen und eine erfolgreich EM-Vorbereitung!
Es grüßt der GVM - Rekordmeister! ;-)
PS: Und hier nochmal traditionsgemäß die Abschlußtagbelle:
TIPPER PUNKTE (Bonuspunkte)
1. Suomieven 561 (30)
2. Shun 548 (35)
3. Oliver 543 (25)
4. BabyDuck 505 (25)
5. Pitti 479 (5)
Donnerstag, 08.05.2008
BERLIN, DU BIST SO WUNDERBAR
Musste nur mal kurz den Spam entfernen und entschloß mich bei der Gelegenheit, spontan und mutwillig, dem neuen deutschen Meister angemessen zu huldigen! Nach einer an Spannung kaum noch zu überbietenden Bundesligasaison, gelang es dem rum... ähm `tschuldigung: ruhmreichen ÄFF ZEH Bayern sich, angeführt vom angehenden Europameister Luca Toni, in letzter Sekunde zum Meistertitel zu zittern.
Aus diesem Anlaß, laßt uns die "Roten" lobpreisen und auf den marmornen Sockel der ewigen Unbezwingbarkeit erheben... denn dieser FC Bayern hat (achtung Wortspiel:) den ZENIT NOCH NICHT ÜBERSCHRITTEN! *fg*
Aber egal, um den deutschen Meister zu Ehren will ich mal kurz die Top 3 Videolinks zum Thema "Bayern" präsentieren.
AUF PLATZ 3: Der ewige Klassiker, geliefert vom gefühlten Gründer Bayerns: http://youtube.com/watch?v=YI1djfF6NP0
AUF PLATZ 2: Die Bierdusche des Grauens: http://youtube.com/watch?v=VWpuPxQP5gI
UND DIE UNANGEFOCHTENE NUMMER 1 (die ich mal kommentarlos auf euch wirken lasse ;-) ): http://youtube.com/watch?v=tUEyYuZkjVI
Viel Spaß damit!
Samstag, 19.04.2008
SMILING LIKE A KILLER
Moinsen! Heute wirds man östrogenreich hier im Blogg. Am heutigen Tage läuft mir gleich in doppelter Hinsicht die feminine Laus über die verbale Leber. Fangen wir mal mit der dicken Tine an. Unlängst erhielt ich von einem meiner liebsten Untergrundinformanten einen Link in die Parallelwet... ähm... pralle Welt meinte ich zugespielt. “Pralle Welt?!?” mag sich der eine oder andere Blasphem fragen, “das klingt doch nach einem drittklassigen Softporno aus Schweden!”. Nix da, es handelt sich unterm Strich um nichts anderes als den Onlineshop des rosafarbenen Dekobällchens von RTL. In der Vergangenheit fiel selbige mit erschreckender Regelmäßigkeit in bundesdeutsche Wohnungen ein um sie vom gelsenkirchner Barock zu befreien und mit allerlei quietschbuntem Tand vollzustopfen. Die armen Irren, welche sich diese Heimsuchung zumeist auch noch selbst ins traute Heim bestellt hatten, durften sich dann zumeist über den neu gewonnenen “Stauraum” freuen und nach Drehschluß dann das rosarote Chaos beseitigen, welches Frau Wittler mit ihrem Terrorkommando hinterließ. OK, bei einigen war es angesichts der ursprünglichen Wohnverhältnisse streng genommen schon ein Upgrade, wenn sie ihre Reizwäsche nun nicht mehr aus dem Lidl-Beutel unterm Küchenschrank hervorzaubern mußten sondern aus einer maßgeschneiderten, mit lustigen Käfern verzierten Sperrholzkommode. Jedoch mußten selbige Individuen um zu dieser zu kommen, zumeist einen regelrechten Slalom um Blumengebinde, plüschumwickelte Duftkerzen und anderen Dekoramsch, welchen der pinkfarbenen Irrwisch hinterließ, hinlegen. Nun also gibts für all diesen Kokolores auch nen Onlineshop. Zugegeben, einiges ist praktisch... und der Rest hat zumindest komische Namen! Begeben wir uns doch einmal auf eine Reise durch das kafkaeske Universum der Frau Tine und schauen uns mal an, was sie dem geneigten Stammzuschauer ihrer Show so versucht unterzujubeln.
Gleich auf der Startseite prangt ein Portraitfoto der Protagonistin, die Ähnlichkeit mit dem ES-Clown ist, wenn ihr mich fragt, erschreckend! Vom Schlüsselband bis zum Täschchen sind gleich alle Top-Seller auf der startseite versammelt. Alles schön bunt und ebenso überteuert (na gut, Merchandising halt...). Das eigentlich phänomenale allerdings ist, dass die Artikelbezeichnungen nur so vor Wortwitz triefen! Das Dekokissen “Totenkopf” sei explizit ausgeklammert... denn der Name beschreibt zu etwa 66% genau, um was es sich handelt. Anonsten prangen da solche poetischen Schenkelklopfer wie das Brillenetui “sehriös” oder der Couchdiener “sofahält” im virtuellen Warenkatalog. Wenigstens würzt die gute Frau ihren Ramschladen mit einer angemessenen “Portion” Slelbstironie, wie das Tischset “mahlzeit2" illustriert. Wer also schon die Tim Mälzer Knoblauchpressenkollektion sein eigen nennt und das damit das im waschechten Jamie Oliver Wok zubereitete Griesbreidessert transilvanischer Art verfeinert, kann diesen kulinarischen Supergau nun auch mit dem angemessen semiprominenten Touch vertilgen. Es entsteht eine Verwertungskette nonsensualen Markenirrsinns, wo eigentlich nur noch fehlt, dass einer der Namensgeber zum Vorkauen vorbei schaut. Aber gut, wer es braucht, soll zuschlagen! Wenn ich ehrlich bin, liegt einigen der angebotenen Produkte ja sogar eine ganz brauchbare Idee zu Grunde, aber das darf ich hier ja nicht öffentlich zugeben ;-)! Bevor ich noch auf das aus verbalästhetischer Sicht wohl angsteinflößendste Produkt hinweise, möchte ich noch folgende Frage in den Raum stellen: Wie kann man ernsthaft rechtfertigen, dass eine 30cm hohe, schimmelgrüne Kerze, welche darüber hinaus noch aus sieht wie ein mißglücktes Phallussymbol, 20€ kostet?! Ich verstehe das nicht... das Ding ist so abgrundtief HÄSSLICH, dass es für mich einen durchaus plausiblen Scheidungsgrund darstellen würde! Na egal, ich wünsche der Frau dicke Tine trotzdem viel Erfolg mit diesem virtuellen Ramschladen da, irgendwie ist die Frau ja auch ein Original, welche uns mit ihrer Sendung den 345. Aufguss einer Gerichtsshow erspart hat. Außerdem: Leute, welche sich einen Artikel mit dem Namen “Bohrlochblüte Mieterglück” ausdenken, werden von mir per se schon mal mit einem grundlegenden Sympathie- und Nonsensbonus bedacht! ;-)
So... nun mag der eine oder andere fragen, was denn das zweite Thema sein soll über welches ich hier berichten will. Nun, während ich hier schreibsel, läuft nebenbei das (Fußball-) Pokalfinale der Frauen. Ja, diese nähere Eingrenzung ist nötig, denn soooooo offensichtlich ist das weiß Gott nicht, was die Mädels da im Berliner Olympiastadion machen. Seit “wir”letztes Jahr Fussballweltmeisterinnen geworden sind, greift wieder einer dieser unsäglichen Mechanismen der bundesdeutschen Volksseele: Political Correctness bis zur Selbstverleugnung. Mittlerweile MUSS man Frauenfußball ja toll finden, andernfalls gilt man ja schon als vom Machismo zerfressener Neidhammel. “Was die Männer 2006 im eigenen Land nicht geschafft haben erreichten die Frauen in China!” hieß es damals. Ja gut, muß ich diesen Schmonz jetzt gleich gut finden, nur weil meine Landsfrauen da Weltmeister sind? Es wird so gatan, als sei Frauenfussi jetzt das Nonplusultra der Sportwelt... aber ich finde das hoffnungslos überbewertet! Doppelweltmeister ist ja schön und gut, und verdient wars auch, aber man soll doch mal die Kirche im Dorf lassen und mit diesen Vergleichen zum Männerfußball aufhören... das ist doch ein ganz anderer Sport! Alleine diese erste Hälfte vom Pokalfinale war ja bezeichnend... von Abwehrverhalten sollte man auf beiden Seiten nicht unbedingt sprechen und der versemmelte Elfer... eieiei, da schießen ja selbst die Engländer präziser! Wann erkennt man mal, dass es noch ziemlich weit hin ist, bis man spielerisch und taktisch ernsthafte Vergleiche zwischen den Geschlechtern ziehen kann was Fußball angeht. Statt sich angsterfüllt hinter geheuchelter Wertschätzung zu verstecken um ja nicht anzuecken, sollte es doch gestattet sein diesen Hurra-Journalismus mal offen anzuprangern. Außerdem tut man den Damen da sicherlich auch keinen Gefallen mit diesem Anspruchsdenken. Naja, war mir halt mal ein Anliegen das hier zu sagen, weil dieser vollkommen grundlagenlose Hype mir tierisch auf den Keks geht. Objektiv betrachtet ist Frauenfußball langsamer, unintensiver und braver als das männliche Pendant. Unemotionaler obendrein; mir ist es lieber da grätscht ein Irrwisch von Gattuso per Revanchefoul den Übersteigerheinz aus Portugal zum wiederholten Male ab und belöffelt den dann noch nach Herzenslust, als wenn da die Kontrahentinnen sich nur zaghaften Geleitschutz zum 16er geben um dann zuschauen zu müssen, wie das Leder aus aussichtsreicher Position sowohl an der vollkommen überforderten Torfrau, als auch am Pfosten vorbei kullert. Medial nennt sich das dann zwar “Spielzug”, aber objektiv betrachtet sieht man sowas sonst nur bei Arminia Bielefeld oder dem ersten FC Köln (wenn die denn mal nen guten Tag erwischen). Daher mal mein Plädoyer für mehr Objektivität in der Sportberichterstattung, gerade wenns um Frauenfussball geht. Die Mädels sind Weltmeister, aber deshalb noch lange nicht besser als die Männer, egal wie zwanghaft man versucht das herbei zu schreiben. Es gibt nun mal noch keinen weiblichen Ronaldo... einen weibischen dagegen schon! *fg*
Dienstag, 26.02.2008
EREMAAJÄRVI
Mahlzeit! Es ist mal wieder Zeit für einen meiner mehr oder weniger legendären Konzertberichte an dieser Stelle. Diesmal führten die verschlungenen Pfade des musikalischen Erlebnistourismus (oder Katastrophentourismus - aber dazu später mehr) ins gar nicht mal so ferne Leipzig. "Mich" ist in diesem Fall im wahrsten Sinne des Wortes nur die halbe Wahrheit, schließlich reiste ich mit meinem Freund und Gründervaterkollegen, dem sagenumwobenen GVH, in die fernen, ehemals tiefenseeschen Gestade jenseits der Nußknackerberge. Zu huldigen galt es diesmal nicht etwa, wie zuletzt in Erfurt, dem tief dekoltierten Whiskygrab aus GB mit seiner Schmirgelstimme, sondern eher seinen stimmlichen wie auch optischen (ohhh ja, optischen definitiv) Antagonisten von Nightwish. Nachdem man hoch droben im finstren Finnenland vor einigen Jahren erst die etwas zu schicksig gewordene Ex-Sängerin höflich aber bestimmt im brasilianischen Exil endgelagert hatte, ließ man sich ordentlich Zeit um eine entsprechende Nachfolgerin für das ehemalige Fräulein Stimmwunder zu suchen und fand diese dann auch im benachbarten Schweden.
Fortan nahm man fröhlich das Album 1 der nach-turunenschen-Ära auf und kommt nun, als Bestandteil einer enorm ausgedehnten Welttour, auch in unser bescheidenes Ländle.
Für den GVH kam dies einem “Besuchsbefehl” gleich, welchem ich mich sodann auch anschloss. 2004 sahen wir Nightwish ja bereits auf dem Woodstage nahe Chemnitz. Der Auftritt war damals schon klasse, wenngleich mir das "neue" Nightwish live besser gefällt... die sind einfach besser drauf, das Ambiente damals war ungleich skurril. Hinzu kamen noch das anwesende Festivalpublikum... wer sich nicht die fromme Leichenblässe ins Gesicht geschminkt hatte, zog zumindest seine Lebensabschnittsgefährtin an einer Edelstahlkette hinter sich her ;-). Aber war ein toller Tag mit toller Musik damals und der Blödsinn gedieh nebenbei auch prächtig. Mehr will ich dazu an dieser Stelle nicht sagen, schließlich soll es vorrangig um den Sonnabend gehen.
Wir starteten also in good old Chemnitz und schwangen uns in jene Höllenmaschine, welche dereinst auf den Namen “Auto” getauft wurde. Gang rein; auf gings. Dem Straßenverlauf ordnungsgemäß folgend verließen wir das städtische Hoheitsgebiet von Chemnitz und zuckelten gemütlich auf dem bundesländischen Verkehrsknotenpunkt und Infrastrukturknubbel zu. Als wir dann das Ortseingangsschild von “Leipzig” passierten, galt es zunächst die Halle (Arena) zu finden. Dank Routenplaner hatten wir zwar eine grobe Ahnung wo das Ding sein mußte, mehr aber auch nicht. Nachdem wir zwei Mal mehr oder weniger beliebig abbogen, beschlossen wir unserem Ruf als “moderne Männer” gerecht zu werden und nach dem Weg zu fragen. Also noch geschwind eine Ampel überwunden und kurz angehalten. Die Antwort, welche wir von den konsultierten Eingeborenen erhielten, war so erfreulich wie spektakulär: wir befanden uns exakt 2 Auto-Minuten vom Ziel entfernt. Fix den Seat abgestellt und sich kurz gesammelt bevor wir den letzten Akt aktiver Konzertvorbereitung in Angriff nahmen: Wir besuchten Ali Baba! Genauer gesagt den “Ali Baba Dönermann”. Schon alleine der Name ist ja Erlebnisgastronomie pur. Wir betraten seinen Sesam durch die Kundentür und orderten je eine seiner essbaren Kreationen (ein Dürüm und ein Döner; angesichts des erwähnten Besitzers dieses Freßtempels und der zu erwartenden “Beschaffungsmethoden” der Rohstoffe kann man hier geflissentlich von “Beutekunst” sprechen ;-)). Frisch gesättigt wünschten wir dem guten Ali Baba abschließend noch einen angenehmen Abend und entschwanden seiner Behausung auf unbestimmte Zeit. Frisch gestärkt schlenderten wir wieder Richtung Auto wo wir unsere Outfits komplettierten und unnötigen Ballast in die mitgeführten Rucksäcke “abwarfen”. Noch ein Schluck Wasser und ab gings zur Arena. Bei selbiger angelangt, bot sich uns ein auf den ersten Blick recht erschreckendes Bild: eine etwa 100 Meter lange Schlange am Einlaß. Dies relativierte sich aber alsbald und ich muß gestehen, dass ich noch NIE einen so relaxten Einlaß bei `nem Konzi erlebt habe. Dagegen war die TenClub-Schlange in Düsseldorf letztes Jahr ja der reinste Moshpit! Jedenfalls stand man gesittet in Zweierreihe an, rückte langsam aber stetig voran und bereits nach ca 20 Minuten hatten wir den Einlaß erreicht. Nicht einmal direkt vor bzw. in den Einlassschleusen kam auch nur annähernd Hektik auf... der Kartenabreiß-Dude grüßte noch höflich, dann wurde man von seinem (leicht fummeligen) Kollegen noch nach Sprengstoffgürteln abgetastet und schwupp war man drin. Also bis hierhin gibts schon mal ein Bienchen extra ins konzerteigene Muttiheft!!! :-D Sehr angenehm das Ganze. Als wir beide die Einlasskontrolle passiert hatten wurden kurz Merchandisestand und Bierversorgung lokalisiert (kann es sein, dass 30 Euro je Tourshirt langsam “normal” werden?!? Find ich jetzt nicht so prall muß ich sagen) und anschließend brachte ich meine Jacke an der Garderobe unter. Nach einem ersten kurzen Rundgang wurde dann auch das obligatorische Konzertbier eingenommen. Man hatte da die Wahl zwischen Hasseröder und... ja... Hasseröder... die restlichen Getränke waren sozusagen alles “Unbiere”. Da es aber Schlimmeres gibt überlegten wir nicht lange und griffen zu. Nachdem wir nun biertrinkend durch die Halle wanderten fiel uns erst einmal die Ausstattung dieser auf... klasse das Teil! Neben den Gastro-Ständen, welche alleine ja schon mehr als ausreichend gewesen wären um die Bedürfnisse durchschnittlicher Konzertbesucher abzudecken, gab es ein Bistro, einen Eisstand und 4 Toiletten mit direktem Innenraumzugang. Leise drängte sich mir der Vergleich zur Thüringenhalle, jener Großraumturnhalle in welcher ich Motörhead unlängst sehen durfte, auf. ;-) Trotz der klaren Vorteile in der B-Note für die Arena würde ich zumindest bei Motörhead immer wieder auf die Thüringenhalle zurück greifen, die Jungs passen da einfach hin wie der Rooney nach England! Aber für Nightwish und wohl auch 90% aller anderen Bands ist die Arena die eindeutig bessere Wahl. Als wir dieses Luxusanwesen erkundet hatten vertrieben wir uns die Zeit noch mit tiefsinnigen Gesprächen und trieben natürlich allerlei Schabernack (man sagt uns nach, dies sei bei uns nahezu unvermeidlich)! Pünktlich 20 Uhr wurden wir via Lautsprecherdurchsage offiziell begrüßt (hmm... noch so ein Novum), mußten allerdings noch gut 20 Minuten auf den Auftritt der ersten Vorband warten. Deren geradezu malerischer Name deutete schon jene Poesie an, welche ihre lyrischen Auswürfe binnen der folgenden 25 Minuten versprühten: “Krieger”! Krieger muss man sich wie so eine Art halbgares Billy Talent für Arme ... nein, halbgares Billy Talent für SEHR SEHR Arme vorstellen: Riffs, Basslinie und auch die Drums waren zwar von der Erleuchtung ein gutes Stück entfernt, waren aber an sich ganz OK. Als Vorband hätten die somit schon was her gemacht, wenn, ja wenn da nicht der Sänger gewesen wäre! Sobald der Herr (ich kenne seinen Namen nicht und will es ehrlich gesagt auch nicht) anfing seine selbst verbrochen Paarreime (als Optimist konnte man ab und an einen solchen erahnen) in heiserer Ruhrpottstimme ins Mikrofon zu raspeln konnte man eigentlich nur noch weghören! Nicht nur dass es nicht besonders erquickend war wie der Typ da sang, nein, viel abschreckender war ja, WAS der Typ da oben auf der Bühne so verbrach! Da wurde man mit Weisheiten der Marke
“Nach uns kommt nur der Wind, weil wir wie Krieger unsterblich sind”
zugeballert oder mit irgendwelchen zurecht gequälten Reimen über einen freiwilligen Feuertod des “lyrischen Ichs” (in diesem Fall kann ich selbiges mehr als nur verstehen) bombardiert. Ganz, ganz Schlimm Leute, glaubt mir! Wir setzten uns im hinteren Teil der Halle kopfschüttelnd hin und hofften, dass es schnell vorbei gehen möge. Dies tat es dann Gott sei Dank auch, da sich diese Gestalten nur mit einem “Wir waren Krieger!” verabschiedeten bevor sie plötzlich und schier fluchtartig die Bühne verließen. Die Mehrheit der Anwesenden war ihnen dafür ausgesprochen dankbar! Zuvor ließen sie uns aber noch am poetischen Nullpunkt des Abend teil haben. Einem stilistischen Erkenntniskonstrukt, das selbst den letzten Daktylus vor Verzweiflung noch in die Heroinsucht treibt wenn er es vernimmt. Gleichwohl schildert es die “Leistung” dieser Heinze als Vorband schon in solch bezeichnender Art und Weise, dass es keiner weiteren Worte bedarf um vor ihnen zu warnen als eben:
“Manchmal geh`ich in mich und keiner ist da”
Schnell vergessen dachten wir... bloß schnell vergessen dieses Elend! Während die Umbaupause vor Vorband Nummer zwei immer länger und länger wurde wanderten wir wieder durch die Arena und beschlossen schließlich wieder Platz zu nehmen als plötzlich das Nightwish-Logo illuminiert wurde und ein Intro erklang, was irgendwie “verdächtig” anmutete. Wir sprangen also auf und schoben uns in die Menge. Als die Mannen dann die Bühne betraten stoppten wir kurz und krachend gings mit “Bye bye Beautiful” los. Schöner knackiger Einstieg vom neuen Album und somit auch stimmlich ein Heimspiel für Anette. Kurz bevor es dann mit “Cadence of her Last Breath” gleich weiter ging wühlten wir uns im Pulk noch etwas weiter nach vorne, bis wir so etwa 20 Meter vor der Bühne angelangt waren. Der Sound war ziemlich gut, für diejenigen weiter hinten vielleicht einen Tick zu leise, aber was sollte es uns jucken?!? Wir konnten die Pyrotechnik riechen!!!! Hehe! Während Dark Chest of Wonders hatte man das Gefühl, dass das Publikum nun auch auf den hinteren Plätzen so langsam Fahrt aufnahm. Danach folgte das beste Stück am Abend für meine Begriffe: “Ever Dream”. Der Beginn nur mit Anette und Mastermind Tuomas an den Keyboards schlug schon fast in eine Akustikversion um. Der Hammer wie intensiv das rüberkam und gleichzeitig auch die letzten Zweifel ausräumte, dass sie die alten Sachen adäquat rüber bringen könne. Jedenfalls stieg die Band dann ein und der Song entwickelte sich zum ersten Highlight; für mich DAS Highlight des Abends wie gesagt! :-) Nach einem kurzen Verbalflirt mit dem Publikum kam mit “Whoever brings the Night” ein weiteres Stück vom neuen Album und mit “Amaranth” anschließend die erste Single-Auskopplung aus diesem, welche auch sehr gut funktionierte. Toller Song, der auch wie ich finde dieses “neue” Nightwish gut transportiert: Die Leadsängerin nicht mehr so brachial im Vordergrund, alles etwas rockiger und der Backgroundsänger deutlich mehr eingebaut... sehr toll! Nach einer kleinen Umbau- und wir-müssen–technische-Probleme-fix-mal-beheben-Pause betrat man mit Akustikgitarren bewaffnet die Bühne und zelebrierte “The Islander” förmlich. Mittelalterlich anmutende Klänge und wieder der Beweis, dass der gute Marco mit seinem Stimmchen ein Gewinn für die Band ist und zudem auch deutlich mehr in den Vordergrund gerückt ist als zu Tarjas Zeiten; sehr geil der Song, für mich Höhepunkt Nummer 2 des Abends. Nach dem doch recht schwungvollen Konzert bis hier her ein toller Kontrast! :-) Anschließend wurden wir auch noch aufgeklärt, was denn eigtentlich aus Vorband Nummer zwei wurde. Tags zuvor gerieten eben jene in einen “Streetfight” und haben wohl gehörig auf die Mütze bekommen. Während ein Gitarrist mit ner Gehirnerschütterung davon kam, erlitt der Sänger mehrere Schnitte im Gesicht... die Band heißt übrigens "Pain"! Ein Schelm wer böses dabei denkt. Jedenfalls folgte mit “The Poet and the Pendulum” ein dreizehn (!!!) Minuten Stück... der überraschende Opener des neuen Albums. Tolles Erlebnis dieses Stück, schon auf dem Silberling rieb man sich nur verwundert die Augen, aber dass man dieses Mammutwerk dann auch live erleben darf... nicht schlecht! ;-) Dead to the World und Sahara folgten, aber irgendwie steckte einem dieses “Poet and the Pendulum” noch ne Weile in den Kleidern... war einfach zu krass diese Melodie- und Stimmungswechsel... diese Länge. :-) Dead to the World war dabei schon ne tolle Nummer :-), zumal noch relativ unerwartet. Zum Ende des Mainsets gabs dann noch “Nemo”. Kurz anmoderiert und dann ähnlich toll gespielt wie alle bisherigen Songs auch schon. Meiner Meinung nach war Nemo auch der Song, der für Anette die wohl größte stimmliche Herausforderung stellen sollte, welche sie aber mit Bravour meisterte. Als sie ihn als “last Song” ankündigte, schickte sie noch eine kurze Gebrauchsanweisung für “Zugaben” hinterher und legte los. Leider war auch das Liedchen dann zu schnell verklungen und die Band verlies erstmal die Bühne. Wir konnten erst einmal wieder durchatmen, uns sammeln und mal kurz bilanzieren. Neben den erwähnten Änderungen war noch auffällig, dass einige Songs leicht umgeschrieben wurden; ein modifiziertes Intro hier, ein neues Outro da... mal ein paar neue Harmonien vorsichtig eingefügt... was den Stücken aber in Verbindung mit der “neuen” Stimme mehr als gut tat.
Dies traf auch auf “Wishmaster” zu, den ersten Song der Zugabe. Auch hier wurde vorsichtig aber gezielt verändert und der Song wurde ein top Einstieg in den Good-Bye-Teil. Selbiger hatte leider mit dem zweiten Zugabenstück schon sein Ende erreicht, welches es aber dafür dann nochmal richtig in sich hatte. Wir wurden mit “I wish I had an Angel” aus der Halle geschickt. Nochmal richtig gut abgehen, rocken und die Bässe durch die Halle wabern spüren... ein toller Abschluss auf jeden Fall. Die Versuche die Band zu einer zweiten Zugabe zu überreden schlugen leider fehl, also ging es nach gut 90 Minuten Konzertspektakel schon wieder gen Ausgang. (Manchmal muss man sich schon zu der Erkenntnis zwingen, daß man als Pearl Jam Fan mitunter mit überirdisch langen Setlists vom guten Eddie gebauchmiezelt wird. ;-) )
An der Garderobe dann noch das Genie des Abends getroffen (Holt auf nem Rock/Metalkonzert seine Klamotten ab, deutet auf die übervollen Garderobenhaken und überreicht der Klamottendame seine Marke mit den Worten “Das ist die Lederjacke!”) und dann langsam zum Auto geschlendert.
FAZIT 1:
Was bleibt ist ein toller Konzertabend, an dem einem sämtliche “die Neue passt nicht zur Band”-Bedenken die das ohnehin schon großartige Album überlebt haben endgültig ausgetrieben wurden. In der Besetzung kann da noch ne Menge tolle Musik aus Finnland kommen, ab jetzt halt nur mit schwedischem Stimmchen! :-) Außerdem habe ich mir die Arena mal dick vorgemerkt; als Venue ist das Ding schon toll muß ich sagen. Ein Samstagsausflug der sich wirklich lohnte. Nightwishkonzis sind empfehlenswert und werden es hoffentlich auch noch ne Weile bleiben. Nur mit den Vorbands sollte sich die Band bzw. Ihr Management mal etwas mehr Mühe geben; die einen sind schlicht und ergreifend grottig, die anderen können diesen Eindruck von ihren Vorgängern nicht wieder rausreißen, weil sie unlängst böse verhauen wurden (es trifft auf dieser Welt wohl immer die Falschen!?!*fg*).
FAZIT 2:
Ich konnte endlich einen Bloggeintrag verfassen, in welchem sowohl "Schabernack", als auch "gebauchmiezelt" vorkommt... KAFKAESK!!!!!
Mittwoch, 19.12.2007
BATMAN
Ho-Ho-Ho liebe Gemeinde. Der heutige Eintrag, da warne ich lieber schon mal vor, entsteht zutiefst spontan! Dem entsprechend geht`s hier auch nicht, wie einige glauben mögen, um die Halbzeit im mittlerweile schon legendären foxymorph-Kicktipp und dessen ruhmreichen Herbstmeister (;-) Sorry, aber der Seitenhieb mußte einfach noch sein); auch habe ich mit Weihnachten als Thematik nur bedingt etwas am gründerväterlichen Hut! Vielmehr möchte ich mal Dampf ablassen über etwas, das seit MO-NA-TEN durch die sächsischen Gazetten schwurbelt und heute, am 19.12. im Jahre des Herren 2007 reif ist um von mir endlich mal dem zugeführt zu werden, dem es wieder zugeführt gehört: einer Betrachtung mit GESUNDEM Menschenverstand.
Es ist keine 10 Minuten her, da verfolgte ich einen Fernsehbericht über eine Hand voll Ökoaktivisten, welche sich derzeit auf einem Baum befinden... um zu verhindern, dass selbiger gefällt wird. An sich noch nix Besonderes, das kommt halt vor und am Ende verliert meist trotzdem der Baum und Malte, Merte, Sören und wie sie alle heißen, stehen in ihrem bunt bemalten Jutesack daneben und betrauern das schicksalhaft dahingeaxtete Gehölz. Mal nebenbei bemerkt: Ich weiß gar nicht was das soll, woraus macht man denn das viel zitierte Holzspielzeug für klein Baumhild?!? Na egal, jedenfalls sitzen derzeit in unserer hiesigen Landeshauptstadt wieder ein paar dieser Gestalten hoch droben im Baumwipfel und spielen Ökopolizei. Aber was hier eigentlich interessiert, ist das WARUM, nicht das WAS! Ich mache es kurz, denn dank der letzten, nervtötend lang gezogenen Diskussionswochen, kann man mit nur einem Wort klären, was das Diskussionsstündlein mal wieder geschlagen hat! Wohlan, es dreht sich, wie in Dresden mittlerweile fast alles (von spektakulären Landesbankpleiten mal abgesehen) um nix anderes als die:
WALDSCHLÖßCHENBRÜCKE!!!! Na ihr lieben Sachsen unter den Blogg-Besuchern, spürt ihr auch, wie alleine dieses Wort ausreicht um euch einen eisigkalten Horrorschauer den Rücken herab kriechen zu lassen? Das schafft der beste Horrofilm nicht! Seit Monaten, ach, was sage ich... seit JAHREN wird sich da eine Platte gemacht wegen einer Brücke, welche den Dresdner Verkehrsfluss wieder als solchen erkennbar machen soll. Gut, dass dadurch eventuell der Status des Weltkulturerbes flöten geht, das hat mir anfangs auch nicht gefallen. Zu Beginn dieser ganzen Diskussion war ich auch der Meinung, dass man dieses Brückenteil dann doch lieber sein lassen sollte und lieber eine Alternative suchen sollte (es gäbe da ja auch noch Tunnel... die sieht man kaum und der Wirkungsgrad ist ähnlich dem der Brücke). Mittlerweile aber muß ich sagen, dass man diese scheiß Brücke (`tschuldigung) doch einfach bauen soll damit hier endlich Ruhe einkehrt! Das ist doch nicht mehr mit anzusehen, dieses lächerliche Kaschperltheater um eine Brücke...! Die Brücke war ja beschlossene Sache, sogar per Gerichtsbeschluß hieß es: Im Namen des Volkes kommt da `ne Brücke hin! Zack! Eigentlich der ideale Moment um die Bulldozerkolonne anrücken zu lassen und die ersten Pfeiler hoch zu ziehen! Bis zu diesem Punkt war übrigens schon mehr als genug Sendezeit vergeudet und Zeitungspapier bunt und vor allen nutzlos bedruckt, um da, an exakt diesem Punkt, zur Vernunft zurück zu kehren und zu sagen: “OK, dann baut die Brücke und tragt die Konsequenzen! Am Ende haben wir zwar kein Weltkulturerbe mehr, aber wenigstens eine Brücke die ihren Zweck dann auch erfüllt! War nett hier, aber leider erfolglos! Leute, trinken wir noch unseren letzten Mate-Tee und der Letzte macht dann das Licht (Ökostrom) aus!” Nein, an diesem Punkt wurde man statt vernünftig, plötzlich kreativ! Obwohl: Sonderlich kreativ ist es nun auch wieder nicht, wenn man sich angesichts der Niederlage irgend ein x-beliebiges Vieh sucht, welches es zu schützen gilt! In Fall der Waldschlößchenbrücke war es dann die “Hufeisennase”! Klingt im ersten Moment wie ein Picasso, ist aber `ne Fledermaus, sagt man zumindest. Wenn man nun die Brücke baut, so die “Waldschlößchenbrückenbaugegner” (Meiner Meinung nach ganz klar das “Unwort des Jahres”), dann stört man diese hoch sensiblen und scheuen Tiere in ihrem Lebensraum! Und zack, schon hatte man eine einstweilige Verfügung erwirkt! Gesehen hat freilich noch niemand eine Hufeisennase, zumindest nicht am Brückenbauplatz und schon gar kein unabhängiger Gutachter. (Da sieht man mal, wie unermeßlich sensibel und scheu die Tiere sind!) Damit ging der ganze Spaß wieder vor Gericht, welches sich damit zu beschäftigen hatte, ob eine eventuell dort lebende Fledermaus (“Das Phantom der Brücke” sag`ich mal) unter Umständen durch den Bau dieser überwässrigen Umgehung in seinem Sexual- oder was-auch-immer-Trieb gestört wird und ob sich der Bau der Brücke, angesichts dieser dramatischen Entwicklungen, noch ethisch vertreten läßt. Auch das Gericht konnte nun die Existenz dieses bauhemmenden Flattermanns nicht nachweisen, präventiv wurde aber ein Tempolimit von 30 auf der Brücke angeordnet. Man muß sich das mal vorstellen: Rein hypothetisch existierende Fledermäuse zwingen eine ganze Stadt dazu, eine als verkehrsentlastende Maßnahme gebaute Brücke nahezu komplett sinn- und zweck zu entfremden, indem man nur noch im schleichgang drüber rollt. Es könnte sonst sein, dass man unter Umständen eine Fledermaus belästigt, welche man, so man sie belästigen will, auch erst einmal finden muß (scheu und sensibel sag`ich nur)! Unterm Strich kann man festhalten, dass vernachlässigte Kinder in diesem Land fast gar keine Lobby haben, in ihrer Existenz hypothetisch angenommene Fledermäuse dagegen schon. Hail hail Zivilgesellschaft, viva la Wertesystem! Aber ist es denn ein Wunder bei all dem Öko- und Klima-Hokuspokus der hier in den letzten Monaten so abging? Man traut sich ja schon kaum noch die Heizung anzuschalten, weil man befürchten muß, dass Greenpeace spontan ne Gegendemo organisiert. Besonders niedlich diese “5 Minuten Licht aus”-Geste vor 14 Tagen... sicherlich gut gemeint aber vollkommen nutzlos! (In Lyon wurde übrigens am selben Wochenende die ganze Stadt mit Kunstwerken zum Thema “Licht” erleuchtet.)
Na egal, jedenfalls ging dieser raffinierte Fledermaus-Plan gründlich nach hinten los, die Brücke sollte trotzdem gebaut werden. Angeblich setzten diese Heinis dann noch ein Rudel Biologen darauf an, im Baugebiet einen möglichst seltenen Käfer (wenn`s geht “scheu und sensibel”) zu finden, der dann die Fühler für einen erneuten Bauaufschub hinhalten sollte, was aber anscheinend im Sande verlief. Käfer sind halt nicht so sympathisch wie Hufeisennasen und dürfen gesellschaftlich akzeptiert über die darwinsche Klinge springen. (Sie sind somit scheinbar sowas wie die Finanzbeamten der Evolution! ;-))
Stand der Dinge war, nach der Käferpleite, somit, dass man eine Brücke baut die nicht wirklich was nützt (man kann sein Auto auch gleich mit abgestellten Motor drüber schieben... ) und dass das Weltkulturerbe trotzdem flöten geht weil`s optisch nun mal keinen Unterschied macht ob eine Brücke mit 60 oder nur mit 30 Sachen überfahren wird. In der Ausgangsversion bekam wenigstens noch einer was er will (die Verkehrsplaner ne ordentliche Bücke), während nur die Brückengegner enttäuscht waren (Kulturerbe weg und schlaflose, fiktive Fledermäuse)!
Dass es nun so einen halbgaren Weichspülkompromiss gibt, nützt niemandem. Typisch ist es trotzdem, man kann auch alles tot diskutieren. Der Kompromiss als Problemlösestrategie ist manchmal einfach unbrauchbar und mehr als nur kontraproduktiv! In diesem Fall ist schlicht KEINEM mit dieser Wischiwaschi-Lösung geholfen. Für mich stand die Entscheidung zwischen “Wir sind Weltkulturerbe” und “Wir haben eine anständige Brücke”! Wie erwähnt, hätte ich auf die Brücke gut verzichten können, aber wenn man sich dann entschließt das Ding zu bauen, dann doch bitte richtig! Wenn keiner bekommt was er will haben in diesem Falle alle verloren! Aber so antiautoritär man auch erzogen worden ist (mit all dem Holzspielzeug), am Ende weiß der Herr Aktivist nicht wann`s gut ist, wann man aus reinen Vernunftsgründen besser mal die Klappe hält. “Es geht ja ums Prinzip!” heißt es dann... Prinzip, Prinzip... wenn man sowohl das Weltkulturerbe, als auch Millionen an Baukosten (und mit ihnen auch den Sinn der Brücke an sich dank der sinnfreien Sanktionen) nur deshalb in den Wind schießt, weil manche Leute “aus Prinzip” nicht wissen wann`s gut ist, dann sollte man diese Brücke meiner Meinung nach schon aus Trotz als zwölfspurige Autobahn bauen... und zwar auf drei Etagen wenns geht! Oben drauf kommen dann mit Starkstrom betriebene Fledermaus-Abwehrzäune, welche den sensiblen Flattermann bei nem Vorbeiflug in 2 Metern Abstand schier atomisieren! Denn so kann “AUS PRINZIP” eben auch aussehen! Hippies...!
So, das mußte mal raus! Habe ich was vergessen? Ach ja, die Typen im Baum! Denen geht`s nämlich gar nicht um den Baum, auch wenn die das sagen, nein, vielmehr ist die Brücke mal wieder Ziel der Anfeindungen. Besagtes Gehölz soll nämlich genau der neuen Straßenführung für die Brücke weichen... da wird es halt kurzerhand besetzt. Das Ergebnis ist, dass jetzt ne Hand voll “Aktivisten” im Wipfel hockt, aus Prinzip versteht sich, und wahrscheinlich bolivianische Arbeiterlieber jodelt! Wenn ich dran denke, dass draußen gute minus 9 Grad sind, dann würde ich dir Typen noch die eine oder andere Woche schmoren lassen bevor die GSG9 den Baum stürmt. Das haben sie sich redlich verdient. Des weiteren bin ich mal gespannt, was als nächstes versucht wird, ich sehe ja schon die Headlines: “20 Waldschlößchenbrückenbaugegner beim Versuch sich an Fische zu ketten in der Elbe ersoffen”! Na dann gute Nacht gesunder Menschenverstand und Hallihallo Absurdistan!
Freitag, 07.12.2007
(WE ARE) THE ROAD CREW
Prost! Na dann... dem ganzen Rumgespame zum Trotz möchte ich hier mal die informationelle Unterversorgung brechen und als musikalischer Kriegsberichterstatter fungieren. Es gibt nicht mehr viele Abendteuer auf unserer heutigen welt. Der Nordpol ist durchwandert, der Südpol nicht minder, auf dem Everest haben mittlerweile schon Hubschrauber geparkt und selbst auf dem Mond hat der großimperiale Vernunftverweigerer im Nationalstaatlichen Pelz sein Streifenfähnchen nebst Besternung gehisst. Erbarmungslos ALLES wurde entdeckt, durchwandert, erobert, kartografiert und am Ende oftmals sogar meistbietend versteigert. Und da dies zumeist (Sorry Frau Schwarzer, aber die Geschichte können nicht mal sie ändern) von Männern getan wurde, etablierte sich mit der Zeit so ein “conquestadorisches Defizit” bei uns Bartstoppelfetischisten. Da steht man nun mittlerweile da mit seinem überhöhten Testosteronspiegel und guckt, bildlich gesprochen, wie die Sau ins Uhrwerk... kein Berg noch unbestiegen, keine Wüste undurchwandert und kein Ozean mehr, den es zu überpaddeln gilt. Blöd... saublöd sogar. Was bleibt denn dann noch um sich von der schweinchenrosa “gedressten” Masse dieser faltengecremten Gucci-Metros abzuheben? Wo kann Mann heute noch Mann sein, ohne sich gleich mit einem Rudel Feministen rumplagen zu müssen, welche hysterisch “Unterdrückung” kreischen, nur weil man irgendwo das politisch korrekte “/-innen” hinter “Vollwaschautomat” vergessen hat?!? Viele gibts da nicht mehr, aber nichts desto trotz gibt es sie noch, diese archaisch anmutenden Rückzugsorte des patriarchalen Habitus. Worauf will ich nun hinaus? Naja, am 30.11.2007, also letzten Freitag, war mal wieder Konzertzeit beim Onkel! Wie fast immer besuchten meine Schwester und ich gemeinsam ein musikalisches Event der Superlative, allerdings eines, was dem Außenstehenden nicht als solches auffallen würde... und zum Henker nochmal: das ist auch gut so! Es ging nach Erfurt, es ging in die Thüringenhalle, es ging zu Motörhead!
So begaben wir uns dann auch gegen Abend zunächst auf die Autobahn gen Erfurt und schließlich dann auch zur erwähnten Thüringenhalle, im Schlepptau eine Autoladung Freiberger, welche uns als Konzertgänger identifiziert hatten und uns sogar dann folgten, wenn wir uns spektakulär verfuhren! Am Ende jedenfalls rollten wir sicher und zeitnah vor der Thüringenhalle ein und fanden noch ein lauschiges Plätzchen zum Parken; gegenüber turnten drei Typen auf ihrem alten VW rum und fotografierten sich gegenseitig dabei, wie sie bierselig vom geschundenen Gefährt herunter winkten. Meine Schwester beschlichen leichte Zweifel ob das wirklich eine so gute Idee war sich diese Karten zuzulegen. ;-) Also wir das Auto verließen um die nähere Umgebung zu erkunden, kamen so leise Festivalerinnerungen hoch muß ich zugeben... überall Autos, überall gröhlende, halbbesoffene Gestalten in Lederjacken bzw. Jeanswesten und die Zäune um den Parkplatz herum waren gesäumt von... na ihr könnt`s euch sicherlich denken! ;-) Jedenfalls warteten wir noch ab, bis der erste Ansturm auf die Einlaßtüren vorbei war bevor wir die Halle betraten. Kurz noch vom optisch recht faschistoid anmutenden Security-Heiner nach Waffen abfummeln lassen und schon stand man am Fuße einer Treppe; und genau hier ging es dann eigentlich so richtig los, das “Erlebnis Motörhead”! :-)
Wie erwähnt standen wir am Fuße dieser Treppe und blickten auf zwei weit geöffnete Flügeltüren aus denen dicker, blaugelber Qualm quoll. Selbiger wurde von ein paar Bühnenscheinwerfern noch illuminiert und von plärrenden Trash-Metal-Bässen von Vallient Thorr, der ersten der drei angekündigten Vorbands, durchschnitten. Der Weg die Treppen hinauf hatte etwas seltsam Befreiendes, die Metapher vom Licht am Ende des Tunnels traf, rein optisch, ziemlich genau zu. Als wir die Tür durchschritten fanden wir uns prompt in einer anderen Welt wieder. “Schön hier” dachte ich... “wo ist der Bierstand?” Nach alt bewährter Manier mal kurz die Lage gescheckt... aha: Merchandise rechts, Bier links! Mehr muß man eigentlich erstmal nicht wissen auf einem Motörhead-Konzert. Eigentlich gehört die Reihenfolge noch umgekehrt... oder noch besser: Bier links, Bier rechts! Das würde auch genügen. ;-) Na jedenfalls durchwanderten wir zunächst die Halle und schnappten uns jeweils ein wohl temperiertes Kösti (Vorbildcharakter: gutes Bier auf Rock-Konzerten!!!) Und mischten uns während Vorband Nummer 2, Skew Siskin, unters Volk. Nette Musik, schön dreckig!! ;-). Dann war das Bier alsbald leer, ein weiteres gabs nicht, ich mußte ja fahren, und bevor mit Overkill die letzten Einheizer die Bühne betraten, sah ich mich gezwungen die sanitären Einrichtungen zu erkunden. Dies nahm auch die komplette Umbau-Pause in Anspruch, bei vll. 3500 Zuschauern, von denen gefühlte 3400 männlich waren, kam es zu gewissen Verzögerungserscheinungen. Doch auch dieses Abenteuer war am Ende gemeistert und so gesellte ich mich wieder zu meiner Schwester und wir ließen Overkill über uns ergehen. Schlecht waren sie nicht, wirklich, aber langsam wollte man dann doch den Genossen Kilmister die Bühne betreten sehen... zumindest gings mir so. ;-) Overkill, so viel sei noch gesagt, klingen rein musikalisch etwas wie die frühen Metallica, nur der Gesang ist dann etwas abgedrehter. Zum Schluß ihrer Performance durften wir, the audience, den auch schon recht betagten Mannen da vorne noch kollektiv das eine oder andere “Fuck You” entgegen brüllen... die wollten`s so, kann ich auch nix dafür! ;-) Es war aber schon schön die Kerls dann verschwinden zu sehen und mitzuerleben wie langsam aber sicher der Main Event nahte.
Ein geradezu monströses Drumkitt wurde enthüllt, zwei Mikros in Gefühlten zweimeterzwanzig` Höhe aufgestellt und über allem thronte dieses undefinierbare Vieh (wie soll mans denn sonst nennen?!?), welches seit gut 30 Jahren als Bandlogo herhalten muß. Herrlich... langsam breitete sich auch im gesamten Publikumsraum eine gewisse Unruhe aus. Ach ja, es muß vielleicht noch kurz erwähnt werden, dass das, was sich “Thüringenhalle” nennt, unterm strich nichts weiter ist als eine große Turnhalle mit Bühnentrakt. Schön abgewrackt, schön schmutzig und zum Anlass vor allem PASSEND! Die Horde der Langlot`schen um uns herum begann jetzt Bier zu bunkern, ich will im Nachhinein nicht wissen, wie viele Dudes uns mit einem halben Durtzend Bierbecher in der Hand passierten und nach vorne pilgerten... es waren jedenfalls ne Menge. Ich, der ich auch ohne Bier extrem evil wirken wollte, aß inzwischen Mentos! ;-)
Das Licht erlosch dann alsbald und da kamen sie endlich auf die Bühne gelatscht. Lemmy, rockendes Unikum und warzengespicktes Synonym für seine eigene Band allen voran. Er trat ans Mikro und... naja, stellt euch vor ein Bulldozer hätte Stimmbänder. Jedenfalls klang das obligatorische “We are Motörhead!! And we play Rock `n Roll!” nicht gerade wie vom Mann aus der Bertolli-Werbung dahin gesäuselt ;-)! Das wars dann erstmal schon mit Begrüßung, was folgte war eine Wand aus Schall! “Dr. Rock” fegte durch die Halle... laut wars, das wußten wir, aber wir hatten es lauter erwartet muß ich gestehen. Nach diversen Warnungen von Motörhead-Veteranen hatten wir sicherheitshalber Oropax erworben um uns im Fall der Fälle zu schützen (der zwar eintrat, von uns aber tapfer ignoriert wurde). Aber es ging ja auch, NOCH... denn nach dem Dritten Song wurde eine Steigerung angekündigt und auch umgesetzt. Lemmy malträtierte seinen Bass, knurrte ins Mikro und ölte sein Stimmchen bei Bedarf mit dem bereit stehenden Jacky nach... HELL YEAHR!!!! Genau DAS, was wir erleben wollten. Der Hallenboden um mich herum schien sich binnen der ersten 5 Songs nur so mit Plastikbechern gefüllt zu haben. Außerdem roch es überall nach Bier und das Parkett klebte elendig. Das Ambiente hatte sich der Band sukzessive angeglichen und nach wenigen Songs konnte man nur zufrieden lächelnd fest stellen, dass das alles noch klischeehafter war als man es sich vorzustellen wagte; und dass das auch verdammt gut so war! Um einen herum verschwammen die langhaarigen, Bierbecher haltenden und moshenden Gestalten in einem Brei aus Zigarettenqualm und Bühnenrauch, man watete fast knöcheltief im Gerstensaft und vor einem prügelte einem die “hässlichste Band der Welt” (Kommentar Lemmy auf die Frage hin, ob ihm diese Wahl weh`tut: “No, it`s obvious!” *am Whiskey nipp*) “Born to Raise Hell” entgegen. Nebenbei bemerkt eines der Highlights für mich, da dieses Teil auf meiner Wunschliste ganz oben rangierte. Ich möchte hier jetzt nicht die ganze Setlist wieder herbeten, ehrlich gesagt bekomme ich das sowieso nicht hin, dazu fehlt mir auch ein Stück weit die Kenntnis aller gut 20 Studioalben... außerdem sollte das dann doch den Pearl Jam Konzerten vorbehalten bleiben. :-) Ein paar Perlen seien aber doch erwähnt. Zumal mich, wie eben bei “Born to Raise Hell”, mein Setlistglück mal wieder nicht im Stich ließ. Abgesehen von Düsseldorf (“Betterman”) bekam ich irgendwie immer meinen Nr. 1 Song vorgedudelt am entsprechenden Abend. (In Düsseldorf war eh alles anders, da kamen Sachen, an die man nicht mal gewagt hat zu denken... von daher zählt das eigentlich nicht wirklich).
Man kann Lemmy und Co nicht vorwerfen, Zeit mit Gelaber zu verschwenden, hin und wieder wurde etwas Semiverständliches vom großen Meister ins Mikro genuschelt (vorzugsweise um genug Zeit zu haben ausgiebig am Jacky zu nippen) bevor uns das nächste Brett um die Ohren geschossen wurde. Besonders bei “Killers” gings dann zur Sache, schön druckvoll vorgetragen, und Schrankwand Lemmy stand nahezu regungslos am Mikro während er die Vocals heiser ins Mikro röhrte. Sehr niedlich war im Übrigen die Lightshow, OK, die Lampen bewegten sich ein wenig, aber selbst das taten sie vollkommen asynchron zu Musik. Doch das stört nicht, erstens weil es eben ins Bild dieser rohen, dreckigen, aufs nötigste reduzierten und das dann aber auch exzessiv auslebenden Rock `n Roll Band passt; und zweitens weil Motörhead das auch gar nicht nötig haben mit irgendwelchem technischen Gepose zu hantieren. Irgendwann nach “Iron Fist”, wahrscheinlich in der Pause vor dem Zugabenblock, kam man dann dazu ein erstes Resümee zu ziehen, seine Ohren zu suchen (wider erwarten waren beide noch da) und sich mental auf einen brachialen Einstieg ins Encore vorzubereiten. Erwähnenswert wäre vielleicht noch Mikkey Dee, der Drummer. Bei seinem ausgiebigen, bestimmt 7 minütigen Drumsolo, blieb einem schlicht und ergreifend die Spucke weg. Gut, wer Dave Grohl schon mal live an der Schießbude erlebt hat (STRIKE!!! :-) ), der hat schon einen schier unüberbietbaren Referenzpunkt im Schädel...; aber was dieser Schwede da veranstaltete, das war auch ganz großes Tennis. Nachdem er während seines Solos ein gutes Dutzend Drumsticks verschliss (kein Scherz... die Dinger flogen von seinem Hochsitz wie Raketen aus ner Stalinorgel), kochte die Halle. Aber wir waren beim Zugabenblock, dieser begann allerdings nicht wie erwartet mit noch mehr Haue für das Trommelfell, sondern (man mags ja kaum glauben), damit, dass Lemmy und seine zwei Schergen mit Akustikgitarren die Bühne betraten und gesittet Platz nahmen. Wir schauten uns nur irritiert an, damit hatten wir schlichtweg nicht gerechnet. Was nun kam, war einfach nur köstlich: Mr. Kilmister raspelte uns beschwingt den “Whorehouse Blues” in die Gehörgänge und griff dabei auch noch zur Mundharmonika. Sehr geil!!!
Zum Ausklang des Abends gabs dann aber noch zwei Mal musikalische Roh-kost, unter anderem “Ace of Spades”, was die Halle selbstredend wieder zum sieden brachte. Am Schluß erging noch, neben der Bandvorstellung, der Aufruf: “Don`t forget us! We are Motörhead... and we play Rock and fucking Roll!!!” mit der obligatorischen “You`ve been the best audience of the tour!”-Lobhudelei (Natürlich, meine Schwester und ich waren ja da, das adelt per se schon mal JEDE audience! ;-) ). Den Ausklang bildete dann infernalisches Motorengekreisch und Gequietsche (ebenfalls traditionell versteht sich). Wir verließen nach der Show die Halle und wunderten uns zu allererst, dass es auch Luft gibt, die man nicht kauen kann. Die Heimfahrt war dann mit einem leiden Nachpfeifen im Ohr und einer umfangreichen Auswertung dieses Abends, nein, nennen wir es ruhig ABENTEUERS verbunden. Vergeßt doch den Everest oder das sinnfreie Durchwaten von irgend welchen Wüsten, ohne Ohrstöpsel bei Motörhead... DAS sind die wahrhaft Harten! ;-)
Auch wenn ich mich hier wiederhole, aber die Entscheidung sich diese Urgesteine mal persönlich anzuschauen, die kann gar nicht falsch gewesen sein! Sowas muß man eigentlich mal erlebt haben, anders kann man es nicht sagen. Der ganze Text da oben ist unterm Strich nicht annähernd dazu geeignet ein Motörhead-Konzert auch nur halbwegs treffend zu beschreiben. Lange keinen so herrlich dreckigen Konzertabend mehr erlebt, Schweinerock at ist Best! Außerdem wurde mal wieder deutlich, was der heutigen Jugend fehlt: ein angemessenes Bild von Männlichkeit! Wenn man bedenkt, dass da vorne drei 60jährige, angeführt von einem langhaarigen Engländer mit aufgeknöpftem Hemd, Cowboystiefeln und nem Brummbass in der Hand, die Thüringenhalle ohne große Gesten in einen Testosteronspringbrunnen verwandeln... dann wirkt doch das, was heute als “Vorbild” fungiert dagegen lächerlich. Dieser Sido und die ganze Hip-Hopper-Brut, welche sich Masken aufsetzt, pseudofinster ins Mikro schaut und irgendwelche Proletentexte zur Schau trägt in ihren Baggypants und all den brilliantenbesetzten Goldketten, das sind doch im besten Fall noch massenmediale Drag Queens gegen Motörhead! Der Lächerlichkeit preis gegeben durch selbst verschuldete Kasprigkeit! Während ein beliebiger, weil austauschbarer, Möchtegerngangster aus der Aggro-Welt in seinem kunterbunten Kitschvideo davon schwärmt wie er drei “Bitches” im “Club mit Fuffies” bewirft, bis diese ihm in seiner Limo zu Diensten sind, nimmt der Lemmy doch stillschweigend die ganze erste Groupiereihe backstage mit unter die Dusche. Der Unterschied ist nur, dass er seine Energie nicht auf dieses zwangsneurotische Gepose verschwendet, der konzentriert sich noch aufs Wesentliche *fg*... Lemmy ist so, Lemmy bleibt so! Man nimmt den Kerls das halt alles ab, im Gegensatz zu den rappenden Wohlstandsghettoisten aus der Hauptstadt... affektierte Heinis!
Na wie dem auch sei, wenn Motörhead in eure Nähe kommen: schaut`s euch an, hört`s euch an, dann wißt ihr was ich meine! Mein letztes Motörhead-Konzert wird es hoffentlich nicht gewesen sein, meine Schwester sieht`s ähnlich. Also dann Leute... Rock`n Roll!!!!!! ;-)
Mittwoch, 21.11.2007
YOU GOT A KILLER SCENE THERE, MAN...
Tach`Mädels... gegrüßt sei mir der Schokopudding! Ich muß mal was los werden heute, es gibt so Sachen, die gehen einfach gar nicht! Zumal wenn sie immer und immer wieder passieren. Höchst wahrscheinlich wird mir jetzt gleich wieder vorgehalten, dass ich mich wiederholt und vor allem uninspiriert meiner Lieblingszielgruppe zuwende... aber was solls, die Typen wollen es ja nicht anders.
Wir leben ja nun in einer Zeit, noch dazu in einer Gesellschaft, in der es immer “hipper” wird den Feierabendöko raushängen zu lassen. Alleine das Wort “Klimawandel” hat mittlerweile schon das gleiche Abschreckungspotential wie der Name unserer historischen Nemesis aus Braunau erreicht; zumindest drängt sich dieser Eindruck langsam auf. Gut, von mir aus... ist ja alles auch irgendwo sinnvoll wenn man mal zur Abwechslung versucht etwas Vernünftiges zu tun. All dieser Umweltschutzzauber ist unterm Strich ja ne gute Idee, wenn, ja WENN man es nicht übertreibt! Doch genau da liegt ja das Problem. Es gibt einfach zu viele Leute, deren mentaler Schalter die “ökologisches Bewusstsein” Stellung schon laaaaaange hinter sich gelassen hat und nun dauerhaft in der Position “penetranter Ökofritze” eingerastet ist. Ich kann sie einfach nicht mehr hören, diese selbstgerechten Verbalverbrecher! Zumal mich diese Heinis während der letzten Tage mal wieder zu verfolgen scheinen. Jetzt nicht unbedingt so, dass jeden Morgen der PETA-Chor vor meinem Fenster steht und mir die traurige Ballade vom Schlachtabfall trällert... leider nicht! Denn wenn dem so wäre, könnte ich diesen Vögeln wenigstens via Stalking-Gesetz Herr werden. Nein, neuerdings haben diese Typen das Internet für sich entdeckt... und dabei dachte ich immer, dass Strom per se erstmal als “imperialistisches Grundübel” abgelehnt wird während man die handgesammelten Birkenzweige (selbstverständlich nur die, welche unser Freund der Baum freiwillig zu Boden warf) in den knisternden Kachelofen wirft um seinen morgendlichen Hirsebrei bei Kerzenlicht zu köcheln. Nein, neben der Elektrizität wird neuerdings auch der Computer genutzt von all den Birtes, Maltes und Dörtes dieser Nation. Aber was machen sie damit? Etwa Beschwerdebriefe an die Regierung/UNO/Japan... an wen auch immer verfassen? Protestmärsche organisieren? Bundesweite Boykottaufrufe für Robbenschnitzel starten? Eine Community von gleich Gesinnten gründen die in ihren Handlungspotentialen über all diesen vermickerten Unter-NGO’s der Gegenwart steht? NEIIIIIN, wo kämen wir denn da hin? Das wäre doch “sinnvoll”, mit anderen Worten “voll ungut, Hmmmkaaaay!?”! Nein, statt dessen werden vollkommen unwillkürlich und sinnfrei Webforen infiltriert und Leuten, die das gar nicht interessiert, die eigene Meinung aufgezwungen.
Beispiel gefällig? Gerne! Einer dieser Öko-Osamas fiel kürzlich im studi.vz ein und bombardierte eine Gruppe mit Tierschutzvideos und ethisch eher fragwürdigen Vergleichen zwischen Pelztierfarmen und KZ`s zu. Die Gruppe hört übrigens auf den tierschutzrechtlich relevanten Namen "Schakke-line, komm wech von die Regale, du Arsch!" Das Schönste war ja die Hartnäckigkeit dieser Person, und die sagenhafte Borniertheit mit welcher der oben angesprochene Vergleich gegen jedweden Angriff verteidigt wurde. Klar ist es schlimm, wenn sich Hühnerkäfige stapeln und darin Nerze oder sonst was für Viehcher vor sich hin vegetieren müssen und geradezu bestialisch geschlachtet werden, nur damit sich irgend so eine Wohlstandsvettel den verrunzelten (meistens dann aber chirurgisch schon wieder notdürftig glatt gezurrten) Körper in einen silbergrauen Pelzmantel wickeln kann, um sich auf dem nächsten Charity-Ball für hungernde Afrikanerkinder den Schampus möglichst “stilvoll” hinter die aufgespritzten Lippen zu jodeln während der Herr Gatte an der 40 Jahre jüngeren Hostess herumschlabbert! Aber indem man die Leute mit Penetranz vergellt, schafft man NIE eine kritische Öffentlichkeit. Statt Hinz und Kunz auf den Keks zu gehen, sollte sich dieser Heinz mal 1. Ein Geschichtsbuch schnappen um mal nachzuschlagen, was er mit seinem Vergleich da eigentlich anrichtet! Und 2. In eine Organisation eintreten und da mit gleich Gesinnten was handfestes unternehmen, wenn ihm diese Zotteltierchen schon so am Herz liegen. Meine Unterstützung hätte er! Ums mal kurz zu machen, ich schlug ihm das auch vor... man hilft ja wo man kann... aber was zurück kam war mal wieder bezeichnend. Einsicht gleich NULL, KZ-Vergleich stehen gelassen und das nächste Propagandavideo gepostet (ich glaube der Typ hat sonst einfach keine Hobbies). Als sich dann verschiedene andere Nutzer dieser Plattform erkundigten, wie man das mit dem besagten Vergleich denn bitte zu verstehen habe, sprangen unserem Helden hier Umwelt-Uschi und Ozon-Olaf postwendend zur Seite und zerrten die Diskussion endgültig dem argumentativen Nullpunkt entgegen! Wir (also die mit der anderen Meinung) wären doch nur “ignorante Fleischfresser” (Originalzitat)! Das ist ungefähr so, als wenn man den Klimawandel mit furzenden Fröschen begründet! Immer wenn der Jutesackfraktion nix mehr einfällt, so habe ich zumindest den Eindruck, wird dieses Argument hervor gekramt! UND MIT SOLCHEN VÖGELN SOLL MAN DANN NOCH ERNSTHAFT DISKUTIEREN?!?
Ich habe mich dann mal ausgeklinkt, weil mir das zu doof wurde, allerdings wurde ich auch neugierig und stöberte mal kurz in einer meiner anderen Gruppen (“Für jedes Tier, das Du nicht isst, esse ich drei!”) ;-) , um mal zu schauen, ob die Müslihorde dort auch schon eingefallen war. Und, was soll ich sagen: NATÜRLICH!!!! Ich habe den Eindruck, dass diese Typen den Streit förmlich suchen. Statt einfach ihr Ding zu machen, suchen sie sich Gruppen von anders Gesinnten und (nein, sie versuchen nicht diese mit Argumenten zu überzeugen, das wäre ja noch OK)... und werden ausfallend und im besten Fall noch populistisch. Hat man ne andere Meinung, ist man “nur ein Fleischfresser”... innerhalb der Grünkernkommune des Delinquenten sicherlich eine der schlimmsten Beleidigungen wo gibt, für mich schlicht und ergreifend ne Zustandsbeschreibung! Ich verstehe nicht, wie man sich als Vegetarier/Veganer in die Höhle des Löwen wagen kann (zumal man sich bei der Ernährung körperlich ja ohnehin in einer ziemlich schlechten Verfassung befindet *fg* ;-) ) um mit den “Raubtieren” zu spielen?!?!!! Mir persönlich wären diese Typen schnurzegal. Soll doch jeder essen oder nicht essen was er will, Hauptsache mir wird die gleiche Toleranz entgegen gebracht. Wer lieber auf halbreifen Salatblättern rumkatscht statt auf einem saftigen, frisch vom Grill gezerrten Steak, aus dem beim Anschneiden noch der Saft quillt bevor man das dampfende Stückchen Tiermuskel durch einen blutroten Ketschupsee zieht um anschließend auf dieser köstlichen Offenbarung des Fleischerhandwerkes herum zu kauen... *seufz*... na jedenfalls wer angesichts dieser carnivoren Verlockung auf einen halbherzig gewürzten Gemüsemix zurück greift und dabei noch glücklich ist... der hat meinen Segen (und ein Stück weit auch meine Bewunderung). Nur sollte er es tunlichst vermeiden mir mein Hackfleisch madig machen zu wollen... klappt eh nicht.
Aber diese elementare Logik, dieser Grundbaustein einer friedlichen Übereinkunft ist scheinbar oftmals zu viel verlangt bei diesen Grünkernterroristen! Statt einfach ihr veganes Ding zu machen und glücklich zu leben, müssen einige Stunk suchen habe ich den Eindruck! “Fleischfresser-Bashing” nennt sich das dann wohl in Insider-Kreisen. WIDERLICH! Ich bin ja der festen Meinung, dass einem Großteil der “Fleischfresser”ziemlich egal wäre ob die Gundula oder der Karlheinz Wurstwaren meiden oder nicht... kaum einer würde auf die Idee kommen in ein Veganerforum zu marschieren und dort das totale Schnitzel auszurufen. Umgekehrt passiert das häufig. Die Argumente sind zumeist: Tiertransporte, brutale Schlachtmethoden, niedlich!
Während ich das Tiertransportargument noch bedingt nachvollziehen kann (es ist traurig, klar, aber wenn man bissel aufpasst, dann kann man vermeiden auf solches Fleisch zurück greifen zu müssen. Außerdem merkt man schon, wenn ein Schnitzel glücklich aufwuchs ;-) ), hört dann spätestens beim Letzten mein Verständnis auf. Die Schlachtmethoden... nunja... unterm Strich müssen die Viehcher nun mal irgendwie über den Jordan befördert werden um sie anschließend in ihre köstlichen Bestandteile zu zerlegen. Ich kenne keinen, der schon mal ‘ne Kuh totgestreichelt hat... ihr etwa?!? Und ich bin ja mal der Meinung, dass das immer noch “humaner” ist, als die Pfeil-und-Bogen-Variante unserer Vorfahren. Von daher... solange man die Tiere fachgerecht kalt macht: kein Problem! Zum letzten Punkt kann ich nur folgendes sagen: “Oooooch, es kuckt so lieb!” ist für mich kein rational nachvollziehbares Argument, warum man “es” nicht auch schmecken soll?! Ist halt so... kommt endlich damit klar ihr Ökofritzen!!!!! Ich erkläre euch doch auch nicht für plemplem wegen eurem Florafetisch... für mich ist das OK!
Die meisten sind sicherlich auch nicht so agitatorisch veranlagt wie diese Extrembeispiele, aber es fällt bisweilen schon auf dass ausgerechnet die, die Toleranz einfordern selber nicht gewillt sind selbige zu praktizieren! Ich kann mir das so richtig bildlich vorstellen wie das abgeht. Es ist abends, 21:00Uhr. In seinem Energiesparhaus in... sagen wir mal.... in BIELEFELD, sitzt ein Mann! Nennen wir ihn Klaas! Klaas hat sein Tagwerk vollbracht, er hat die Kinder, 2 Stück, welche er zusammen mit Merte, seiner Frau, allesamt auf einer Selbstfindungsreise im Libanon zeugte, aus der Hortgruppe der Waldorfschule abgeholt; hat dann die Ökorüben im Garten in den Schlaf gestreichelt und ist in seine Jesuslatschen geschlüpft. Zum Abendbrot gab`s Gemüseauflauf (ohne Käse) und einen guten Schluck Brunnenwasser! Als Nachtisch tanzten die Juniors ihm noch ein Gedicht vor und gingen dann freiwillig in ihre mit Kornschrot gefüllten Gesundheitsbetten um den Eltern auch möglichst wenig Arbeit zu machen. Während Merte im Wohnzimmer noch ein handgewirktes Leinentuch mit Tonerde bemalt, sitzt Klaas in seinem Zimmerlein und hat erstmal nix spezielles vor. Doch dann, dann kriecht es in ihm hoch! Langsam, ganz langsam steigt dieses Gefühl aus seinen Eingeweiden empor, kriecht über die Leber, durchkraucht die Magengegend und manifestiert sich schließlich in einem speichelleeren, trockenen Gurgeln! Der Jahrelange Entzug tierischen Eiweißes fordert seinen Tribut und über die pergamentene, bleiche Gesichtshaut unseres Klaas schleicht sich ein dämonischer Schimmer. Die sonst immer offensichtlich auf konsensualen Dialog ausgerichteten, milden Gesichtszüge verziehen sich zu einer abschreckenden Fratze der Missgunst. Seine Finger krümmen sich, schrecklichen Klauen gleich, über die Tastatur und er verfasst einen dieser Hasskommentare in einem x-beliebigen Hackfleischforum! Dabei rinnt Klaas ein dünner Speichelfaden aus dem Mund und tropft langsam auf die Leertaste. Sein wirrer Blick wandert über die Themenliste des Forums... denen wird er es zeigen! Diesen Ignoranten, diesen BARBAREN!!!! Sie, diese perversen Schweine, sie schlagen ihre Fänge genüßlich und ohne Unrechtsbewußtsein in Gottes Kreaturen, würzen diese, grillen, braten, kochen, garen, dämpfen, panieren, spicken und verzehren deren Fleisch... unwürdige Hunde! Klaas entfährt ein zischender Laut des Abscheus, während er auf “Abschicken” drückt und seinen verbalen Blitzkrieg, gewürzt mit manigfaltigen Videolinks von Schlachtszenen, verewigt. Kaum geschah dies, schon entspannen sich seine Züge, das rote Funkeln entschwindet aus seinem Blick und er wischt seinen Speichel mit einem Hanftuch von der Tastatur. Wohl wissend, dass er jetzt “was bewirkt” hat; wo kämen wir denn da hin, wenn das, was er nicht tut, anderen Leuten Freude bringt!?!? Nein, sollen sie doch in seinem Hohn ersaufen, diese Tiermörder! Er fährt den Rechner runter, zieht die selbst geknüpften Flachsgardinen zu und begibt sich in sein Nachtlager. Zufrieden seufzt er, während er sich unter seinen Strohballen kuschelt und beim Gedanken an all die steakfressenden Kannibalen da draußen, welchen er es “mal so richtig gegeben hat”, erfüllt ihn eine wohlige Wärme. Selbstzufrieden entschlummert er, denkt an seine Frau und die Kinder, wie sie gemeinsam als Vier-Mann-Widerstandszelle gegen den Tiermord agieren und erhobenen Hauptes und vollkommen problemlos auf tierische Nahrung verzichten können. Kurz bevor er endgültig entschlummert sieht er noch, wie Merte die Tonerde und den Flachspinsel bei Seite legt und zum Schrank geht... wie sie dann das halbe Pfund Schweinskopfsülze hinter den Buddah und Shiva - Statuen hervor zieht und es laut schmatzend im Zwielicht der Kerzen heimlich verzehrt, das entgeht ihm. Tja... die Hoffnung stirbt zuletzt! *fg*
Sonntag, 11.11.2007
Thnks fr th Mmrs!
Lckntxt:
Gtt zm Grß wrts Mtvlk! Ht bn ch ml wdr n nr gr sltsmn Stmmng, n jnr Gmtslgn, wlch mn nr shr schwr n nn ch nr hlbwgs vrnnftgn Stz fssn knn; gschwg dnn dsn ch nch sgrchnt hr knd tn! Mr st ds rstml gl, dnn wr mss drntr ldn? ch ncht... klr, HR! D mr br n mnr tmprrn mnchtng hr grd nch n vl bssr d gkmmn st ls jn, d mch gntlch dsn Blggbtrg vrfssn lß, btte ch hrmt hflchst m Vrgbng fr dn Lckntxt hr nd vrsch ls Wdrgtmchng n klns Mchwrk zsmmn z schstrn... schnll nd mhr schlcht ls rcht... br mmrhn n Mchwrk!
(Add vocals plz)
Wie der Kaschper den Atomkrieg gegen eine Horde Esel verlor und anschließend ins usbekische Asyl ging um Killerbienen zu züchten, statt dessen aber bei einem bedauerlichen Zwischenfall mit einem hornlosen Elch seine Manneskraft verlor und von der Klippe sprang
- ODER: Der vokale Infantil geht schwimmen -
(vom GVM)
Sonntag, Sonntag überall,
Drogenrazzia, Sündenfall
Autoskooter, Palmenblatt
Hornhauthobel, Arafat
Nackte Frauen, Rotweinkrug
PMS und Wahlbetrug.
Kastration und Stiefelschaft,
Schwarzgeldkonto, Sippenhaft
Nackte Frau aus Ukrain`,
Michel` Friedmann, Kokain
Fußballtempel, Rumpelfuß
Hefezopf und Darmverschluß
Klimawandel, CO2
Hurrikan und Meinungsbrei
Der Dollar ist ein kom`sches Ding
Und Putin hat nen Schirmchendrink
Schneegestöber, Prinzenrolle
Amphetamin und Elvistolle
EPO, Armstrong`s Uhr aufzieh`n
Halb zog es ihn, halb sank er hin
Audi Quattro, Ehrenwache
Tour de France, Beschißkasache
Peter Maffay, Körpergröße
Mikrostar und grüne Klöße
Blutgericht und Hängematte
Film “300", Schlachteplatte
Spartakus und Blaulichtzwiebel,
Schulbusfahrplan, “Meine Fibel”
Mikrophon und Suppenschüssel,
Elefant mit Gummirüssel
Eva Herrman, Kerner, Zwist
Vorvorgestern, Populist
Rosenduft und nackter Arsch
Winnetou und Zackenbarsch
AC Mailand, Licht(an)schalter
Altersdurchschnitt: Rentenalter
Wäschekammer, Russenmütz`
Ei da wird der Boris spitz!
Zyankali, mittelblau
Nun werdet aus dem Mist mal schlau!
Vielen Dank für die Aufmarcsamkeit... ! ;-)
Freitag, 02.11.2007
DOWN IN A HOLE
(Vorweg: AIC sind GROßARTIG!!! Jegliche Verbindung der Band zum heutigen Thema wird radikal abgestritten... aber der Songtitel passt nunmal so gut ;-) )
Bedrückte Grüße an diese graue Welt... ! Na, dann wollen wir mal wieder versuchen, der Leserschaft hier ein Lächeln, vielleicht sogar ein BREITES GRINSEN auf die Lippen zu zaubern! Wie macht man das? Klar, man kann damit anfangen das selbst erwählte Elend der “Anderen” zu kommentieren und ins BLANKE SCHEINWERFERLICHT der Öffentlichkeit zu zerren. Na dann fangen wir doch gleich mal damit an! :-)
Es gibt so Tage, an denen lässt es sich nicht gänzlich vermeiden die Innenstädte diverser Städte aufzusuchen. An sich ja noch nicht wirklich dramatisch, aber wenn man bedenkt, dass man dort ja auch zwangsläufig auf das trifft, was Optimisten als “Mitbürger” bezeichnen, da kann einem schon anders werden. Mittlerweile hat man sich ja auch an das Gröbste gewöhnt... an die Anzüglinge, welche immer ihre wichtigen Nachrichten in ihre Geschäftshandys bellen als ginge es um Leben und Tod, an Frauen, welche gefühlte 56 Taschen aus diversen Boutiquen herauszerren, an Rentner mit ihren inkontinenten Dackeln... ja selbst 17 Jährige Ischen im 6. Monat (klein Dschastin kriegt ne Schwester) fallen mittlerweile nicht mehr negativ auf. Der ganz normale Wahnsinn einer deutschen Großstadt eben... nicht mehr und nicht weniger! Das Dumme ist nur, dass diese Konstanten des Wahnsinns eben nicht konstant sind! Geschäftsmänner werden spätestens Mitte 40 vom Herzkaschper heim gesucht, Teenager bekommen ihre Kinder, Rentner fallen einfach um und Dackel werden überfahren! Aber was füllt nun das entstandene Vakuum? Zurechnungsfähige Menschen? Weit gefehlt!!! Vom Zeitgeist persönlich werden immer neue, immer absurdere Kreationen, ja Auswüchse menschlichen Lebens ins Herz der Gesellschaft geschleudert... und der Rest der Welt muss dann sehen, wie er mit diesen Gestalten möglichst friedlich koexistiert! Böser Zeitgeist! In der letzten Zeit wird die Sau sogar immer renitenter wenn man`s mal genau nimmt! Los ging alles dereinst mit dieser Aggro-Welle, welche die Jugend schon moralisch komplett versaut hat, jetzt wirds sogar noch schlimmer!!!!
EMO heißt das Zauberwort. Nicht nur, dass das schon so klingt wie ein Bestandteil des “Medikamentenkoffers” von Eufemiano Fuentes, nein, es ist ungefähr genau so nervtötend wie diese Radlerheinis mit ihren abwechselnden (aber nicht gerade abwechslungsreichen) Dopingbeichten. Was man sich nun genau unter einem “EMO” vorzustellen hat, weiß eigentlich kein Mensch. Versuchen wir uns hier also diesem Phänomen mal vorsichtig anzunähern, wie es der Bildungsauftrag, welcher mir dereinst vom großen grünen Argelanfall persönlich auferlegt wurde, gebietet. Zunächst zum deskriptiven Teil der ganzen Chose:
Optisch kann man den gemeinen EMO recht leicht ausmachen. Er pirscht sich auffallend unspektakulär durchs Leben. Dunkle, bevorzugt schwarze Klamotten mit einschlägigen Accessoires. Diese bestehen aus irgend welche Buttons grenzwertiger Rockbands und halbgaren (weil abgerundeten) Nietengürteln. Auch an der Kirsche, der wohl lauwarmsten Frucht, welche die Flora hervorzubringen im Stande war, hat er scheinbar einen Narren gefressen. So wird das neu entdeckte EMO-Obst stolz als Ohrring, Aufnäher, Kette, Bügelbild, Zungenpiercing oder gar als ordinäres Arschtattoo zur Schau getragen. Frisurtechnisch wird gerne auf ein schlichtes Schwarz zurück gegriffen, wobei sich die so entstandene Finstertolle bei den Männchen wiederum gern als akkurat gescheitelter, pseudoeleganter Stirnplattenadolf wiederfindet. Die bevorzugte Schminke ist, wen wunderts, schwarz... vielleicht noch ein Lippenstift der Farbakzente setzt (ein strahlendes Rotgrau oder so); bei den Mädels dürfte das ungefähr analog ausfallen. (BTW: Wie heißen die eigentlich? Der Emo und die Emoin? Die Emeuse? Oder einfach nur “Die Emo”??? Fragen über Fragen!) Jetzt wäre zunächst mal die Optik geklärt. Bei manchen mögen da jetzt erstmals so leichte Aha-Effekte auftauchen, da gabs doch früher schon mal was, das so grob auf diese Schiene passt. Ja gut, das waren die Goths, aber die hatten noch Stil! Außerdem war denen eine gewisse Coolness nicht abzusprechen... die haben es noch real gekeept! ;-) Außerdem waren das nicht ansatzweise solche weinerlichen Heinis wie ihre “Nachfolger” auf der Bühne des Stil-Lebens. (Man kann praktisch festhalten: Emo = Gothik für Mädchen! )
Was man vielleicht noch erwähnen sollte, ist der Habitus dieser Gestalten. Es ist ja nicht so, als ob man als “Emo” irgend eine Message hätte die über “mir geht’s dreckig” hinaus geht (über das “Warum geht’s mir eigentlich dreckig?” denkt ja eh keiner nach, Antwortfindung ausgeschlossen). Da man diesen vollkommen sinnfreien Fatalismus aber nun auch meint, so penetrant wie möglich in die Welt hinaus tragen zu müssen, kommt es zu schlichtweg unwürdigen Szenen! Täglich schlurfen Abertausende von heranpubertierenden Denkverweigerern gesenkten Hauptes in ihre jeweilige Lehranstalt um dort ihren reziproken Frohsinn zu versprühen. Wenn ich da verantwortlicher Pädagoge wäre, diese Gestalten würden bei mir aus Prinzip sitzen bleiben... dann hätten sie wenigstens nen Grund Trübsal zu blasen. Außerdem würde ich meine Möglichkeiten diese Brut zu quälen breit grinsend ausnutzen (beispielsweise würde in Musik nur noch “Freude schöner Götterfunken” gesungen und die Videomitschnitte, auf denen sich die totenbleichen Juniorzombies mit der positiven Grundstimmung rumschlagen, als Link des Monats zu YouTube wandern).
Ich verstehe das nicht... was hat man für eine Motivation, sich zu schminken wie die Nacht halb vier, den feinsten Beerdigungszwirn seines Urgroßvaters wieder aufzutragen und einen auf Depri zu machen?!? Am Ende, und das ist die eigentliche Tragik bei der Geschichte, glauben das diese Heinis ja noch selber dass es ihnen so richtig mies geht. Am Ende der Fahnenstange stehen dann diverse Selbstverschönerungen unter zu Hilfenahme diverser Stich- und Schnittwaffen. Weil es nun aber allen so scheiße geht und der, dem es “am scheißesten” geht ja auch einen optischen Nachweis dessen benötigt, artet das bei dieser semidüstren Endzeitklientel mitunter in regelrechte Schnitzwettbewerbe am lebenden Objekt aus. Und wenn dann einer dieser Finstermänner sprichwörtlich über die Klinge springt, sind wieder die Killerspiele schuld! Prima... nur weil so ein 15jähriges Balg seinen Hormonhaushalt nicht geregelt bekommt, muss der Rest der Republik sich zum abertausendsten Mal den Beckstein antun, wie er sein “Fachwissen” über Computerspiele preisgibt.
Von den musikalischen Vorlieben der Emofraktion fange ich an dieser Stelle lieber gar nicht erst an. Deprimucke ist ja mitunter noch OK, wenn sie gut gemacht ist. Ich beispielsweise liebe Interpol... das neue Album ist der Hammer, selbst wenn da mehr Weltschmerz mitschwingt als in einer Papstrede zum Thema Abtreibung. Aber das hat Stil... im Gegensatz zu all diesem wehleidigen Gejammer, das dann noch mit glattgebügelten Allround-Rock-und-Pop-Beats unterlegt wird, nur damit Jammer-Jürgen und Depri-Dora das in ihrer geistigen Umnachtung auch ja toll finden (obwohl “toll” wahrscheinlich auch das falsche Wort ist... sie werden es wohl eher “emo” finden).
Angeblich leitet sich dieses EMO ja von “emotional” ab... vielleicht sollte man mal publik machen, dass Emotionen im weitesten Sinne nicht nur negativ sein müssen! In der Gegenwart einer Horde Emokinder fühlt man sich ja schon fast schuldig, wenn einem ein spontanes Lächeln entschlüpft. Man erntet am Ende meist nur einen nichtssagenden, leeren Blick von schräg unten und man hat das spontane Bedürfnis UNICEF Spendengelder zukommen zu lassen... es gibt ja scheinbar so viel Elend in der Welt! Man sollte das mal definitorisch klären... Emotionen dürfen auch mal positiv sein, man muss nicht zwingend die merkelsche Mimik übernehmen und mental verfinstern. Aber nein... wo man geht und steht kommen einem diese Gemütsruinen entgegen und ziehen einen schon fast selber mit runter. Soll das Volk doch im Jammertal wandeln, dann aber bitte auch nur privat... kann ja keiner mit ansehen; so jung und schon so kaputt! Nee, ich bin heilfroh, dass ich heute nicht mehr Gefahr laufe diesen Mist mitmachen zu müssen nur um “Credits” in meiner Klassenstufe zu sammeln. Wenn man sich zwischen Aggro Berlin und Emo entscheiden muss, das ist doch wie die Wahl zwischen Pest und Cholera! Heutzutage würde ich wahrscheinlich freiwillig Klassensprecher werden aus lauter Verzweiflung... nur um zu retten, was noch zu retten ist (im großen Rahmen versteht sich). Des weiteren hätte man als einzig lächelndes Wesen im Klassenverbund beim leidgeplagten Lehrer ohnehin schon mal nen Stein im Brett (ich hätte da vermutlich sogar in Mathe zweistellige Punktzahlen ;-) )!
Ein bissel “depri” ist ja wie gesagt OK, immer diese heile-Welt Attitüde unserer Gesellschaft und diese gefakte Perfektion der Koksnasenfraktion geht mir ja auch auf die Ketten... aber es gibt auch Grenzen! Musikalisch sowieso; während ich ne viertel Stunde nach dem Genuss von Pearl Jams “Immortality”, “Indifference” UND “Dead Man” am Stück so langsam wieder auf die Idee komme, mir “Das Leben des Brian” anzuschauen, würden die Emokinder wohl schon während des zweiten Songs sechs Fuß tief in der Grube liegen vor lauter Weltschmerz! Die haben doch einen an der Klatsche mit ihrem Negativismus... “HAIL HAIL LACHFALTE (und natürlich Mikey)” sage ich da nur!
Am Ende ist das wahrscheinlich wie mit allen “Jugendkulturen”... die kommen auf und verschwinden dann auch irgend wann wieder. Was haben wir uns denn nicht schon aufgeregt über diesen Trendschwachsinn, dessen Zyklen immer kurzlebiger werden seit dem Siegeszug des Internet?!? (Ganz zu schweigen von unseren Vätern; und unserer Väter Väter und unserer Väter Väter Väter und natürlich auch unserer Väter Väter Väter Väter (von unserer Väter Väter Väter Väter Väter will ich erst gar nicht anfangen... (Mist, laßt mich nie wieder ungestraft nen Monty Python Film erwähnen, das artet aus merke ich gerade))... was die sich damals aufgeregt haben, HAMMER!!) Am Ende war das alles irgend wann wieder vorbei, bisher wurde jeder letzten Endes wieder von der Vernunft eingeholt. Jugendkulturen sterben..., nur manchmal tun sie das meiner Meinung nach halt nicht schnell genug! DAS ist das eigentliche Problem: Die Zeit wird immer schnelllebiger, aber der größte Scheiß geht nie vorbei!
PS: Ich habe lange mit mir gekämpft, aber der MUß hier irgendwie rein, selbst wenn er der Bravo-Foto-Love-Story entstammt (ja, der Onkel kann sehr wohl suspekt sein *fg*):
Wie kriegt man `nen Emo vom Baum?
Ganz einfach: Seil kappen!
Sonntag, 28.10.2007
RED WOMAN, RED
Gott zum Gruße wertes Umfeld! Was war das denn sportlich nicht für eine Woche?!??! Gut, ich selber habe davon nur bedingt Notiz genommen, hatte im wahrsten Sinne des Wortes besseres zu tun ;-), aber dennoch kann ich mir einen kleinen Rückblick nicht verkneifen. Ausnahmsweise geht’s mir dabei auch nicht um unser geheiligtes Tippspiel, ja noch nicht einmal um Fußball im weitesten Sinn. Klar, im Kicktipp rückt wieder alles näher zusammen, die Spannung steigt und der inoffizielle Titel des Herbstmeisters steht virtuell zur Disposition… außerdem heimsen dieser Tage die Mädels die Spieltagsiege ein und erstaunen die Fachwelt. Aber das alles ist ja nicht im Geringsten schräg genug um hier ausgewertet zu werden. Ja, nicht mal der neu entwickelte Metro-Look unseres italienischen Lieblingshackstocks vom AC Milan schafft es, thematisch gegen den Unterhaltungsgaranten Nr. 1 der letzten Woche anzustinken. Viele werden es erraten haben, ich rede von der Formel 1! ;-)
Was war das nicht für eine Saison…?!? Nachdem der Schumacher sein Lenkrad an den Carbonnagel gehängte und sich fortan ganz der Familie widmete, war ja die Rede von einem „Vakuum“ in der Rennserie. Ja, man bekam den Eindruck, als ob außer dem roten Mischa keiner auch nur ansatzweise das Lenkrad halbwegs grade halten konnte. Der Messias ging; und er ging erhobenen Hauptes… der Kapitän ging von Bord. Was dabei aber unterging war, dass unser bundesdeutscher Vorzeigeraser ja seit nunmehr 2 Jahren in Sachen WM-Titel eine eher untergeordnete Rolle spielte. Klar, er fuhr noch „vorne mit“, aber das war sicherlich nicht sein Anspruch. Wenn ihr mich fragt, hat er den Absprung schon etwas verpasst. Na ist ja auch egal, jemand der Rekorde sammelt wie andere Leute Briefmarken, dem pisst man nun mal nicht so leicht öffentlich ans Bein, und so bewunderte die Fachpresse geschlagene 24 Monate seinen „Kampfgeist“, „Durchsetzungswillen“ und …. Sein schönes rotes Auto! Genauer betrachtet wollten uns die Artikel ja nur sagen „Der Michael war stets bemüht“… das klingt schon auf dem Zeugnis beschissen, denn es hat so einen Touch von „der Geist ist willig aber das Fleisch ist schwach“ (OK, im Schulkontext ists meistens umgekehrt ;-) )! Jedenfalls gab der Schumacher fröhlich seine Interviews uns ließ sich vom Ebel-Kai alle 14 Tage so viel Honig um den Bart schmieren wie dieser aufbringen konnte. (Mich hätte ja schon die Aussicht mich alle zwei Wochen von diesem windigen – glatten Heini interviewen lassen zu müssen förmlich ins Karriereende getrieben. Aber so schaffte es Schumi und mit ihm ein ganzer 82 Millionen Einwohner-Staat erfolgreich die Realität geschlagene 2 Jahre zu ignorieren und sich die „Konkurrenzfähigkeit“ einzureden. Am Ende glaubten wir das alle! Ausnahmslos! Dass da dieser komische Spanier mit erschreckender Regelmäßigkeit vor unserem roten Kupplungsakrobaten rumkurvte verkam zur Randnotiz.
Jetzt war er aber endgültig weg, der Rex Rosso… und der einsetzende Kater erlangte schon fast apokalyptische Ausmaße. Die Einschaltquoten brachen weg, die Ergebnisse wurden mehr registriert denn gefeiert und ganz Kerpen entdeckt urplötzlich den Sonntag wieder… als potentielles Betätigungsfeld für sinnvolle Beschäftigungen. Bis man merkte, dass die Jungs da dann doch noch veritabel schnell um die Rundkurse juckeln verging erstmal ne Weile. Gut, ein gewisser Hamilton, seines Zeichens sympathischer Engländer (muss ja mal erwähnt werden), hatte daran auch einen gewissen Anteil. Aber der Reihe nach. Vor der Saison stellte sich das Kräfteverhältnis ja ungefähr so dar, dass alle auf McLaren Mercedes setzten und Ferrari eher als „Mitbewerber“ galt. Was ich schade fand, denn mal ehrlich: In der ganzen Formel 1 gibt’s doch kein schnarchigeres und nervtötenderes Team als diese Silberpfeile!!! Mit Coulthard und Hakkinen sind doch die letzten Sympathen vom Team gegangen. Was danach kam war doch nur noch peinlich; jedenfalls bis Hamilton. Alleine die Verpflichtung dieses Alonso – Vogels war ja wiedermal mehr als bezeichnend. Wenn überhaupt jemand den von seinem Ziehvater Briatore (genau so eine charakterliches Brechmittel wie er) loseisen konnte, dann ja wohl „Team farblos“! Ich weiß ja noch, wie der Haug sich in seiner gewohnten Art über 12 Ecken in die größten Jubelarien auf den Spanier hinein formulierte nachdem der Deal im Kasten war. Man war ja soooo sicher den Titel einzufahren im kommenden Jahr…. Man habe da ja nun den besten Fahrer und das beste Auto obendrein. Dass die Schüssel optisch ungefähr so aufregend ist wie ein veganes 5-Gänge-Menü, das gab man freilich nicht freiwillig zu Protokoll (sah ja eh jeder)! Überhaupt, dieser Haug passt zu McLaren wie der sprichwörtliche „Arsch auf den Nachttopf“. Diese Langweilertruppe hat auch gar keinen Repräsentanten verdient der was her macht. Man schaue sich doch mal den Todt bei Ferrari an, dieses spitznasige Männel im roten Pulli, dem man den Schalk im Nacken ja schon förmlich ansieht. Oder selbst der Briatore ist ja noch spannend… der meißelt dem Ebel schon eher mal ne verbale Kriegserklärung an die Konkurrenz ins Mikro als der mausgraue Norbert! Da wird kontrolliert kommentiert und professionell analysiert, bis selbst dem Ebel das Grinsen aus dem Antlitz flieht… und das will schon was heißen!
Na jedenfalls gurkte die Saison so vor sich hin und aus dem Kampf Silber gegen rot wurde dann der Mercedesinterne Zweikampf zwischen Hamilton und Alonso. Medial wurde das natürlich aufgegriffen und der junge Brite hochgejubelt, während man (ich auch) genüsslich beobachtete, wie der Iberer, der ja seinerzeit eher unbemerkt zum Doppelweltmeister heranreifte, seine lieben Probleme hatte sich im eigenen Team gegen einen Neueinsteiger auch nur ansatzweise souverän zu behaupten. Statt es sportlich zu sehen packte der Fernando die Zickenkeule aus und ging dem kompletten Formel 1 Zirkus mit seinem Geningel barbarisch auf den Sack (kann man nicht anders sagen… ist halt so)! Plötzlich hatte sich sein eigenes Team gegen ihn verschworen, die Formel 1 sowieso und sein Teamkollege war eh an allem Schuld und das virtuelle Messer im weltmeisterlichen Rücken konnte von den spanischen Boulevardblättern gar nicht groß genug dargestellt werden… Dolchstoßlegende Reloaded quasi. Jedenfalls lief die Saison so vor sich hin und beide Silberpfeilpiloten (man durchdenke dieses Wort mal Bestandteil für Bestandteil… irgendwie absurd) hielten grob gesehen ihren Abstand zueinander, schienen die WM untereinander auszumachen und der Norbi konnte allwöchentlich seinen langatmigen Kanon von Schlafmütz-Tiraden gen Konkurrenz schicken. Sogar der Ebel hatte sich scheinbar schon damit abgefunden, sich mindestens bis Saisonende von diesem Typen vor laufender Kamera in den Schlaf langweilen zu lassen. Nicht einmal die Spionage-Affäre konnte den WM-Titel ernsthaft gefährden hatte man den Eindruck. Man hatte bei Mercedes NATÜRLICH nix Falsches getan, geschweige denn irgend welche Daten ausspioniert… und die Daten, die man so aus Versehen irgendwo „gefunden“ hatte (nein, eigentlich hatten die Daten ja eher McLaren zufällig gefunden ohne dass man das wollte), die hat man ebenso NATÜRLICH nicht benutzt. Man brauchte sie also quasi gar nicht als fairer Sportsmann (wie der Norbi ja empört (soweit das bei ihm eben möglich ist) in die Kameras polterte). Also fassen wir mal zusammen: Man hat Daten, die einem einen Vorteil bringen, man hat sie sich wahrscheinlich auf irgend welchen krummen Wegen besorgt was auch entsprechend Knete gekostet haben dürfte, aber benutzt hat man sie ja nicht, denn DAS wäre dann ja unfair! Aber sicher doch… und St. Pauli ist ein Nonnenviertel!!!!
Jedenfalls hatte man nochmal Glück und verlor nur die eher unbedeutende Konstrukteurs-WM, während das Prestigeobjekt zum greifen nahe war. Alfonso zickte weiter rum, während ihm sein Kollege fröhlich vor und auf der Nase herum fuhr. Vor dem letzten Rennen hatte dann urplötzlich wieder jemand Titelchancen, mit dem man so gar nicht mehr gerechnet hat: Ein gewisser Kimi Räikkönen! Während sich der Jungspund von der Insel und unsere spanische Dramaqueen gegenseitig das Leben schwerer machten als nötig gewesen wäre, lenkte sich jener in seinem Ferrari langsam und unbemerkt wieder in Reichweite des WM – Titels. Die Presse hatte die Weltöffentlichkeit mittlerweile aber schon dermaßen auf das Duell der Stallgenossen eingeschworen, dass man das kaum wahr nahm und ihn trotz theoretischer Chancen de facto abschrieb. Mit theoretischen Chancen ist das nun aber so eine Sache: Sie können, rein theoretisch, eintreten; und so kam es wie es kommen musste: Silber konnte den Schampus in der Kühlbox lassen und bei Ferrari tanzte der Bär! That`s Life… zu früh gefreut,… erst am Ende kackt die Ente oder Hinten sind die Schweine fett! Nennt es wie ihr wollt, ich finds SUPER! Dieses Bohei um Alonso und seine Egoprobleme ging mir dermaßen auf die Ketten, dass das IMO der beste Saisonausklang ist, den es geben kann. Am Schluss schaut sowohl der Fernando als auch das am Ende leicht überheblich werdende Silberteam doof aus der Wäsche (nur Hamilton kann sich freuen, der fuhr ja ne tolle Saison und holte doppelt so viele Punkte wie er angepeilt hatte)! Außerdem ist meine Affinität zu Finnland UND zu Italien ja bekannt, wen wundert`s da also, dass ich mit Räikkönen im roten Weltmeisterauto leben kann?!?!
Nur Nörgel-Norbert hat mal wieder ein Haar in der Suppe gefunden; noch dazu ein ziemlich absurdes! Bei der Konkurrenz war angeblich der Sprit zu kalt! Sollte die FIA, so stellt der Kerl sich das vor, nun die Konkurrenten disqualifizieren, wäre Hamilton doch noch Weltmeister! Dann zwar nur am grünen Tisch, was immer so nen faden Beigeschmack hat, aber immerhin würde der Titel nicht zum verhassten Dauerrivalen wandern, der einem ja durch sein penetrantes Beharren auf Firmengeheimnissen auch die unsägliche Spionageaffäre eingebrockt hat. Aber darum geht Bürokraten-Norbi ja gar nicht… sagt er zumindest! Wie soll man auch als Team voller „fairer Sportsmänner“, die ja von fremden Daten nur unwissend heimgesucht werden und denen das moralische Bewusstsein aus allen Poren trieft, auch zugeben, dass man nach dem ganzen Theater der Saison unterm Strich umfassend versagte und man mit diesem eher peinlichen Manöver nun versucht zu retten, was zu retten ist?!? Da flüchtet man sich doch lieber in die Aussage, es gehe einem lediglich „um die Klärung einer Regelfrage“. Na sicher, und der Mond ist ein Pfannkuchen!!!!! Fassen wir doch mal die Liste des silbergrauen Elends zusammen, wo hat man denn überall versagt? 1. Man schaffte es nicht, den angeblich besten Fahrer und Doppelweltmeister ins Team zu integrieren, 2. Man ließ sich beim Bescheißen erwischen, 3. Man verlor dadurch den Konstrukteurstitel, 4. Man bekam keine Ruhe ins Team und musste zusehen, wie sich die beiden Fahrer öffentlich zerfleischten, 5. Man verlor den sicher geglaubten Fahrertitel am Ende auch noch und 6. Ging dieser ausgerechnet noch an Ferrari! Unterm Strich hat man NICHTS zu Buche stehen… und das im Millionengeschäft Formel 1, wo jeder Titel einem die Sponsoren geradezu ins Boot und somit auch aufs Auto spült, wo der Onkel Bernie für jeden WM-Punkt ein paar Mille extra springen lässt! Also ich würde da auch nur klären wollen wie kalt denn das Benzin sein darf… schon klar! Hoffentlich verläuft dieser Move dann auch im Sande und alles bleibt so, wie es jetzt ist. Alles andere wäre unfair und vor allem lächerlich.
So, um jetzt aber den Bogen zum Ansatzpunkt wieder zu bekommen, lohnt es sich, wenn man den Räikkönen nochmal kurz beleuchtet. Der Kerl hat nämlich genau DAS geschafft, was dem Schumi die letzten beiden Jahre dann doch recht deutlich misslang: Er wurde mit Ferrari Weltmeister und, fast noch wichtiger, er schlug Alonso! Außerdem gabs den Konstrukteurstitel. Dass ihm vor allem ersteres die Jahre davor mit Mercedes nicht glückte, sagt ja auch schon wieder einiges aus. Zumal er dort ja in Ungnade fiel und man ihn schon fast fortjagte und sich strahlend den Alonso an Land zog… der würde garantiert Weltmeister werden, ganz bestimmt… schließlich war der Spanier und hatte es schon mal geschafft
!!! Der komische Finne da soll doch ruhig zur Konkurrenz abhauen, der kann ja eh nix außer Party machen! Nun kuckt man bei Silbergrau noch dümmer aus der Wäsche kann ich mir vorstellen… . Bloß gut, dass der Titel nach Schumis Rücktritt in der Öffentlichkeit eh nicht mehr so viel wert ist, der Schumi hätte das bestimmt noch besser gemacht, was er ja seit 2005 eindrucksvoll bewies! ;-)
Dienstag, 09.10.2007
LUMBERJACK SONG
… und nun zu etwas völlig Anderem!!!
Servus Leute. Zunächst muss ich mich mal kurz über diese Spam-Heinis hier beschweren! Einerseits ists ja schön und gut, dass der Kollege hier seine „Amateur-Pics mit Amateur-Cams“ unters Volk bringen will, aber muss der Kerl das denn unbedingt IN MEINEM BLOGG versuchen?!?!?!!!!!! Es wird ja immer dreister hier und ohne die gute Jule hätte ich, in meiner Funktion als sittsam geschulter Gründervater, das gar nicht bemerkt, dass so ein Unhold da meine Kommentarleiste mit seinen Perversionen verunhunzt! Also: Danke Jule! und natürlich: SCHÄM` DICH UNHOLD!!!!
Kein Wunder, dass allerorts von einer „Sexualisierung der Gesellschaft“ die Rede ist, wenn schon die letzten Festungen des anspruchsvollen, kulturell hochwertigen Bildungsentertainments (denn als nix anders verstehe ich diesen Blogg hier *ranickyesque unter der Brille hervor schau*) vom Hormonstau und dessen gewinnträchtiger Beseitigung förmlich besudelt werden?!? Na wie dem auch sei, unterm Strich wollte ich diesen bösen Buben nur mal anprangern… geht doch nicht sowas! Ich könnte das natürlich auch als Angriff verstehen, tue ich aber nicht. Soll der Kollege „SorOrnala“ seine Uschis doch weiter promoten, mir egal… denn eigentlich geht es mir ja heute nicht darum zu kommentieren wie der Herr „SorOrnala“ seine Schakkeline so im „world-wide-web“ vermarktet, sondern es geht mir um das Tippspiel… ja, um UNSER Tippspiel um genau zu sein... eigentlich ist es ja sogar DAS Tippspiel, wenn ich es mir recht überlege!
Jedenfalls sind mittlerweile national neun Spieltage gelaufen und „auf internationalem Parkett“ (hey, das wollte ich schon immer mal sagen) sind auch schon zwei Runden überstanden. Die Zwischentabelle ist erstmal egal (auch wenn der große Manitu in seiner Weisheit den Rekordmeister himself erneut an die Spitze gespült hat… ;-)), unterm Strich scheint sich das doch so langsam zu einer sehr spannenden und vor allem auch unglaublich spaßigen Angelegenheit zu entwickeln. Ich habe mir darüber heute mal ein paar Gedanken gemacht… aber dazu später!
And now: something completely different!: Ein Loch!!! Stellt euch mal eines vor… ein Loch!!! Nicht irgend ein Loch, nein… nennen wir es DAS Loch! (Nein, das „Loch“ hat auch nix mit „SorOrnala“ und seinen Amateur-Ischen zu tun… *fg*!) Jedenfalls sind Löcher ganz barbarischer Murks, wie ich heute feststellen musste, denn man kann in sie HINEINFALLEN! Hineinfallen im übertragenen Sinne… das ist manchmal noch Schlimmer als wenn es einen leibhaftig in den Gully semmelt! Denn, mal ehrlich: ZWEI WOCHEN Länderspielpause ist doch kolossaler Humbug! Was sollen wir denn diese 14 Tage lang tun? Die Tabelle anstarren und uns wünschen, dass der Jogi den Rest Europas auch ordentlich verdrischt, während wir warten… und warten… und WAAAAAAAAAARTEN?!? Worauf warten wir denn eigentlich geschlagene zwei Wochen???? So traurig wie es ist: Auf den Anstoß im Bundesliga-Schlager-Spitzen-Knüller-Spiel „Energie Cottbus : MSV Duisburg“! Um das mal zu illustrieren: Das ist der Tabellenletzte, der den Drittletzten empfängt… olé, olé!!!! Aber ich prophezeie mal, dass wir dennoch alle fünf heilfroh sein werden, wenn dieser Gurkengipfel endlich angestoßen wurde und der Ball wieder rollt! Es ist doch egal, wer da spielt nach so einer relativ nerv tötenden Pause, selbst wenn es Dnjepr Dnjepropetovsk gegen Propeller Wolgograd hieße, wären wir heilfroh nach Spielschluß wieder mit zitterndem Mausfinger die eigene Ausbeute sowie den Gesamtstand im Tippspiel abrufen zu können! Tja, das entfällt dann wohl erstmal, weder die Nationale Nulpenliga noch die großartige CL (Hail Hail TaC… und natürlich Mikey ;-)!) bequemen sich binnen der nächsten Tage zum Anstoßpunkt! Pfui!
Aber gut, was will man machen, am Besten man kommt endlich mal aus den Puschen und löst ein lang angekündigtes Versprechen ein! Welches? Naja, „ich sag `mal so“: Das Foxymorph-Tippspiel ist ab jetzt offiziell ein „Pokalwettbewerb“! Will heißen: Der Onkel Even hat einen Wanderpokal gestiftet! Und wie wir alle wissen: „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“ *Dem Phrasenschwein die 3 Euro verweiger und das elende Vieh stattdessen massakrier` und auf den Grill verfrachte*! Welche? Na meine natürlich! Also zunächst einmal sei erwähnt, dass ich das Pekeschen noch nicht existiert, zumindest nicht im engeren Sinne… ich muss ihn erst noch zusammensetzen, aber die Einzelteile sind, eBay sei Dank, schon zu mir unterwegs. Sobald möglich, versuche ich hier ein Bild zu veröffentlichen, welches den heiligen Gral der Fußballpropheten quasi entblößt! Das Prozedere habe ich mir wie folgt vorgestellt: Der Sieger der Saisontippspiele (WM und EM ausgeklammert) bekommt das Dingen von seinem Vorgänger zugeschickt bzw. feierlich überreicht und darf dieses Sinnbild des Prophetentums (ja, fast schon eine Reliquie) ein Jahr lang sein Eigen nennen! Während dieses Jahres hat er den Pokal in Ehren zu halten, zu pflegen, ihn zu putzen (bei 3 Kerlen in der Tipprunde ein hilfreicher Tipp ;-) )und ihm mindestens dreimal wöchentlich zu huldigen! Außerdem wird er dazu „verdonnert“ eine kleine gravierte Platte mit der Saison und seinem Namen am Sockel anzubringen (etwa so: „2007/2008: Chuck Norris“) um seinen Triumph für die Ewigkeit zu konservieren (eine angenehme Pflicht). Diese Plaketten gibt’s bei eBay schon für 3 Euro zu bestellen… ein durchaus akzeptabler Preis für ewigen Ruhm ;-). Wenn nach der nächsten Saison einer der Mitstreiter bzw. eine Mitstreiterin den Titel ergattert hat, sollte der Pokal schnellst möglich auf Reisen geschickt werden. Soviel erstmal zur Verfahrensweise:
1. Wanderpokal (NEIN, nicht die Hilton…)
2. Gewinnen
3. Plakette anbringen
4. Pflegen
5. Weiter schicken
6. Weitertippen
Ist doch ganz easy eigentlich, oder?! Als amtierender Tippspielsieger und „Rekordmeister“ unserer Runde werde ich erstmal mit gutem Beispiel voran gehen und das gute Stück bis zum Saisonende unter meine Fittiche nehmen (nachdem ich ihn zusammengesetzt habe versteht sich ;-) ). Wenn dann der neue Titelträger feststeht, schicke ich das Teil weiter (oder auch nicht ;-) )!
Da ich aber die menschliche Mentalität kenne, habe ich auch das Tippspiel an sich modifiziert! Das betrifft all jene, die sich nun plötzlich (da es etwas zu holen gibt) wie die Geier auf unsere Fünfergruppe stürzen um die Trophäe einzuheimsen! Sorry Jungs, ZONK!!!!! Ab sofort ist die Tipprunde erstmal auf Baby Duck, Oli (ich bleib dabei: da fehlt ein „L“ ;-) ), Pitti, Shun und den Suomieven himself begrenzt. Neue Mitttipper bedürfen erstmal meiner Zustimmung. (Das soll auch verhindern, dass „Tippspielleichen“ auftauchen, die sich irgendwann mal anmelden und dann nicht tippen… das sieht immer so unästhetisch aus!;-) ). Da ja weiß Gott genug Leute diesen Blogg hier „heim-/be -suchen“, war das so bissel meine Befürchtung, ich hoffe das ist OK. Außerdem hat sich die Sache in den 1,5 Jahren die sie besteht ohnehin eher zu einer Freundeskreis-Runde entwickelt, was ich auch sehr gut so finde! : -) (Aber scheut euch nächste Saison nicht anzufragen falls ihr einsteigen wollt… kann ja nix schaden. ) Für die „Alten“ ändert sich also nix… FAST nix! Denn immerhin gibt’s ja jetzt nen neuen Ansporn!
So Leute, das wars dann erstmal… ich melde mich mal wieder, wenn Fotos vorliegen. Falls Fragen auftauchen: Die Kommentarleiste steht euch offen!
Dann sage ich mal: Preiset die Evolution und…
…nun zu etwas völlig Anderem… !
Mittwoch, 26.09.2007
AM I EVIL
Servus Nachwelt! Na, dann will ich mich hier mal wieder zurück melden. Vermisst hat mich wahrscheinlich eh niemand, aber wer bin ich denn, dass ich dem Internet diese persönliche Dienstleistung versage, welche es dem informativen Abgrund doch erst SO RICHTIG nahe bringt! Sinnstiftend waren wir hier ja ohnehin noch nie.
Damit sich das so schnell auch nicht ändert, möchte ich mich heute mal einer Art retrospektiver Nostalgie widmen, die wahrscheinlich nur den über 25jährigen unter uns noch so richtig das altersschwache Herz erwärmt. Nachdem man eine geraume Zeit nicht mehr aktiv war hier, sollte man auch nicht gleich mit irgendwelchem Schnickschnack anfangen, der sich irgendwo zwischen kybernetischen Naktmullen und der bis 2037 angestrebten, bemannten Marsmission der NASA bewegt. Nein, ich will heute nur mal kurz einem Wort huldigen, welches das televisionäre Leben unserer Jugend erst so richtig lebenswert gemacht hat… was wäre die denn gewesen, wenn es ihn nicht allerorts gegeben hätte: DEN BÖSEWICHT!!!!!!!!
Bösewicht… alleine das Wort an sich ist doch schon verheißungsvoll. Finster und zugleich aber auch irgendwie niedlich! Spontan stellt man sich dabei, rein assoziativ, eine ziemlich kranke Kreuzung aus nem Gartenzwerg und Hitler vor. Geht man allerdings tiefer, so fällt einem erst einmal auf, was uns ohne all jene Gestalten fehlen würde, die diesem Bild entsprechen! Fangen wir, der Einfachheit halber, mal bei meinen persönlichen Lieblingsschurken an. Oft definierten ja erst die Gegenspieler den oder die Helden. Stellt euch mal vor, wie vollkommen nutzlos ein Peter Pan ohne Hook wäre, oder Superman ohne Lex Luther…. oder von mir aus auch Dieter Bürgi ohne den Lochfraß (obwohl in diesem Zusammenhang noch zu klären wäre, wer da eigentlich der Schurke ist)!!! Ganze Generationen von Vorbildern und Potentialhelden würden depressiv durch die Luft fliegen oder mit Felsblöcken jonglieren, ohne damit auch nur den geringsten Effekt zu erzielen. Es dürfte klar sein, dass es ohne Fiesling nicht möglich ist, sich als moralisch einwandfreier Superbürger im kollektiven Gedächtnis der Gesellschaft zu etablieren (die Waltons waren nicht umsonst so schnarchig… hätte es da den einen oder anderen psychisch gestörten Triebtäter gegeben, wäre mal Schwung in die Mehrgenerationen-WG gekommen, davon kann man mal getrost ausgehen). Wenn man schon so eine ulkige These hier in die Botanik stellt, sollte man die auch untermauern finde ich, also suchen wir uns am Besten mal nen X-beliebigen Helden aus und schauen mal, was aus dem wohl ohne das boshafte Mastermind auf der anderen Seite der ethischen Medaille geworden wäre! Wer oder was eignet sich denn besser um das Aufeinanderprallen von unbestrittenem Gutmenschentum und kriminellen Elementen zu illustrieren, als MacGyver! Wer kennt ihn nicht, jenen leicht hippiesquen Weltenbummler, der von seinem mumpligen Freund „Pete“ wieder und wieder mit Geiselbefreiungen oder Spionagearbeiten beauftragt wurde. Ohne seinen Bastelfimmel hätte er vermutlich nicht mal die ersten 2 Folgen überlebt; ohne sein Taschenmesser und die obligatorische Rolle Klebeband wäre vermutlich schon im Vorspann Schluss gewesen mit „Vitalfunktionen“ im engeren Sinne! Aber der gute Angus (nu` ist es raus) hatte nun mal dieses merkwürdige Talent, sich aus den abartigsten Dingen eine Fluchthilfe, eine Waffe, eine effektive Überlebenssicherungsmaßnahme oder gar einen Fluxkompensator zusammen zu friemeln! Ging man nach den Uniformen seiner gewöhnlichen Gegenspieler, waren das eigentlich immer irgendwelche Gestalten vom rechten Rand des politischen Spektrums (ja, politisch korrekt geht auch, man muss nicht immer „Nazis“ sagen), obwohl es sich laut Story meist um Russen handelte. Aber diese waren eh vernachlässigbar, ein bis zwei Meter Klebeband an der richtigen Stelle bzw. was möglichst skurriles zusammengeschustert und Schwupps, schon war der Durchschnitts-Ivan Mode! MacGyver wurde erst zu MacGyver, als Murdoc auftauchte! Der Kerl vereinigte in sich eigentlich alles, was irgendwo im Strafgesetzbuch unter „böse“ nachzuschlagen ist, war trotzdem auf freiem Fuß und war ungefähr so schwer zu töten wie ein Eimer Flöhe! Der Kerl wurde ersäuft, verbrannt und von Felsen geschmissen… am Ende war er zur nächsten Staffel immer wieder fit wie ein Turnschuh und trachtete unserem Kreativlings-Vokuhila erneut nach dem Leben. Murdoc-Folgen waren Festtags-Folgen, schließlich war jedem klar, dass die Fallen für den guten Mac diesmal ganz besonders krank und die zur Überwindung nötigen Basteleien mindestens ebenso kompliziert sein müssen. Man stelle sich nur vor, Murdoc hätte MacGyver irgendwann ganz banal erschossen… das wäre effektiv gewesen, aber nicht unterhaltsam! Ohne Murdoc hätte der gute MacGyver seinen Lebtag lang nur modische Drittreichs-Russen ausgetrickst, der Reiz der Serie wäre fix abhanden gekommen und Mr. Anderson wäre wohl der Langeweile anheim gefallen und wo das manchmal endet ist ja klar: Depression, Alkohol, Drogenstrich… ! Doch dank seines kongenialen Widerparts darf der Mac heute fröhlich durch sein Stargate springen und Aliens vermöbeln… so ist dann scheinbar der Lauf der Dinge! Nun ist Murdoc allerdings nur ein Bösewicht unter vielen, aber in seiner Wirkung durchaus repräsentativ wie ich denke! Ein Held ist schnell erdacht, klar, der Typ muss nur glatt, unangreifbar und irgendwie schnuckelig sein (fragt mal Marge's Schwestern… bei denen hat's im Bezug auf MacGyver ja gewirkt)! Der Held hat Freunde, MÄCHTIGE Freunde. Mächtig, aber hilflos! Hilflos, weil unser Helden-August so hin und wieder nen Grund hat, sie aus nem selbstverschuldeten Schlamassel zu ziehen (nehmen wir nur Indiana Jones, da ist der gute Indy auch der einzige, der so grob ne Ahnung davon hat, was er da eigentlich genau tut und darf diesen Peilo von einem Museumsdirektor aus einer Todesfalle nach der anderen zerren; von all den unzähligen Leuten, die er aus den Fängen der Nazis gerettet hat, will ich erst gar nicht anfangen!)
Der Bösewicht ist da etwas schwieriger, er muss dadurch bestechen, dass er den Titelhelden bedingungslos platt machen will, darf aber auch nicht allzu eklig sein. Schon gar nicht, wenn er zu so ner Art bösem Running-Gag der Serie werden soll, wie etwa Murdoc. Kurz: Er muss sowas sein wie der Endgegner im PC-Game (gut, die haben meist 5 Köpfe oder so… aber das meine ich nicht)! Eigentlich will ich nur sagen, dass die Schurken viel interessanter sind als so ein langatmiger Sülzkopp, der nachdem er den Erzschurken nach hartem Kampf besiegt und mit Hilfe eines Löffels in seine anatomischen Einzelteile zerlegt hat, noch strahlend ne Rentnergruppe unbeschadet über die A4 trägt. Solche Heinis sind mir suspekt! Bösewichte sind cooler, das waren sie schon immer wenn ihr mich fragt. Selbst beim Herrn der Ringe schläft man ja fast ein, wenn man dieses versiffende Elend da sieht, wie es seinen monotonen Gutmensch-Singsang abhält und am Ende trotzdem König wird. Aragorn der König… und DAS nennt Tolkien das Zeitalter des Lichts?!?!!!! Wenn's nach mir ginge, hätte ich den am Ende von Teil 1 zu Schaschlik verarbeitet und am Schluss den Genossen Boromir gekrönt (Boromir ist zwar kein Bösewicht im klassischen Sinne, aber wenigstens als Mensch „credible“). Bei der Gelegenheit hätte ich dem gondorianischen Paradekerl auch gleich noch nen Harem und einen eigenen Grillplatz in Valinor spendiert! Zack, das wäre dann ein wahres Männerbuch geworden, nix wo am Ende geheiratet wird… so ein Sülz! ;-)
Na egal, ich habe mich hier schon wieder total halt- und vor allem inhaltslos festgelabert habe ich das Gefühl, also breche ich hier lieber ab. Ich glaube, dass meine Meinung zum „Bösewicht“ klar wurde, zu welchem auch immer! Bösewichte sind wichtig, Bösewichte sind spannungssteigernd und Bösewichte sind vor allem manchmal dann doch gut! Gut? Naja, im übertragenen Sinne zumindest.
Eines vielleicht noch: Der Murdoc vs. MacGyver – Fall ist eines der wenigen Duelle zwischen Gut und Böse, bei denen ich mich bedingungslos zum Licht bekenne! Normaler Weise bin ich ja so einer, der aus „Bambi“ das reinste Massaker machen würde… wenn ich könnte! Irgendwas mit Panzern, nem Vietnam - traumatisierten Jäger und ner LKW-Ladung polnischer Kettensägen, die von einer außerirdischen Macht befallen sind, welche sie zwingt zu töten… da bieten sich in Kombination mit nem ganzen Wald voller kindchenschematischer Viehcher die gar köstlichsten Varianten an um deren Ableben zu inszenieren! Vor diesem Hintergrund melde ich mich mal ganz frech hier zurück im WWW, der verbale Wolf im artikulativen Schafspelz sozusagen! Metaphorisch gesprochen bin ich der Murdoc in eurem Browser! ;-)
P.S.: Ich sollte vielleicht noch meinem Ruf in Baden gerecht werden, gell Jule ;-)?!? Hier also was zum Nachschlagen: „Xylakant“!
Bleibt tapfer… der GVM
Freitag, 20.07.2007
to my "M.F.C."
"I miss you already... I miss you all day..." (Smile)
Sonntag, 15.07.2007
HAILHAIL
(Pearl Jam)
Es ist auferstanden aus den finsteren Untiefen der sommerpäuslichen Versenkung: Das Foxymorph-Tippspiel!
Der Link bleibt also stabil, ähnlich wie der Gesamtsieger? Wir werden es sehen, daher:
1. Klicken
2. ggf. Anmelden (die ehrwürdigen Vier der Vorsaison haben ihren Account behalten)
3. Tippen
4. Mitfiebern
Viel Spaß allerseits und...
HAIL HAIL TIPPSPIEL (....und Mikey)! :-)
Donnerstag, 12.07.2007
gewidmet: EVEN FLOW
(Pearl Jam)... es war noch nie so schön, ein Lieblingslied NICHT zu hören! :-) Am 21.06.2007, also genauer gesagt Mittsommer, begab es sich nun also, dass nahezu die gesamte bundesdeutsche Pearl Jam Gemeinde nebst einiger niederländischer und französischer Unterstützung ins aus unserer Perspektive relativ ferne Düsseldorf pilgerte. Pflichtbewusst schlenderten also auch meine Schwester und ich um 5 Uhr in der Früh zum Bahnhof in Chemnitz. Voraus gegangen waren ein erklecklich kurzes Schlafintermezzo und ein umso schwierigerer Versuch sich mitten in der Nacht aufzuraffen. Dank dem relativ überschaubarem Maß an Kundenorientiertheit der Bahn wurden wir zunächst mit dem unvermeidlichen Regionalexpress nach Leipzig chauffiert, was allerdings noch dadurch getoppt wurde, dass es von dort zunächst einmal nach Hannover ging, wo wir wiederum in einen ICE gen Düsseldorf umsteigen durften. Alles in allem eine angenehme 7 Stunden - Reise auf Sitzen, mit deren Bequemlichkeitsfaktor früher wahrscheinlich der KGB irgendwelche Doppelagenten zum reden gebracht hat. Wie dem auch sei, jedenfalls überstanden wir das alles mehr oder weniger unbeschadet und erreichten nach Bahnmaßstäben pünktlich (d.h. Mit einer de facto Verspätung von 20 Minuten) jene mehr oder weniger pulsierende Metropole im landschaftlich ach so malerischen NRW... zumindest war’s das wahrscheinlich mal! Unser erster Gang führte dann auch erst einmal in den landeshauptstädtischen Regen hinaus und auf geradem Wege ins Touri-Informations-Büro hinein. Dort schnell einen Stadtplan nebst ÖPNV-Fahrplan organisiert und von der netten, spanisch stämmigen Servicekraft (die rollte das “R” so toll ... süß... so was kann man sonst wohl nur noch in Österreich) noch schnell die Anreise zum ISS-Dome erklären lassen und schon waren wir bestens gerüstet. Noch schnell den Stadtplan verstaut, wozu wir uns direkt neben zwei Bibelforschern platzierten, die gerade ihren Krachturm unter die begeisterten Massen zu bringen versuchten und den ersten, wenn auch sehr befremdlichen Kontakt mit einem Eingeborenen geschlossen (eine etwa 50jährige Gestalt, die roch wie ein halbes Faß “Scotch Guard” und deren Laufwege auch auf mindestens den selben Inhalt schließen ließen und der mir meine Schwester mit der Begründung, dass er jünger sei als ich, “ausspannen” wollte) und schon wurde das erste Primärziel in Angriff genommen: Kaffee!!! Selbigen besorgten wir uns dann im nahen Burger King, als Beiwerk gabs noch `nen Whopper und gegen 14 Uhr befanden wir uns dann auch zielstrebig auf dem Weg zum Gleis 14 des HBF’s Düsseldorf um die erste Etappe gen Venue zurück zu legen. Auf besagtem Gleis trafen wir dann noch drei weitere Konzertbesucher, ein Mädel aus Dresden sowie zwei ziemlich unbritische Briten (die wirkten so... weiß` nicht... so nett und zivilisiert...!), mit denen wir spontan eine kleine Fahrgemeinschaft aufmachten. (selbige hielt aus obskuren Gründen nur zwei Stationen, danach waren wir die Briten los und nur noch im sächsischen Trio unterwegs). Da wir es mal wieder geschafft hatten, lange bevor wir offiziell erwartet wurden am Veranstaltungsort aufzukreuzen, war auch mit Shuttle-Bussen von der S-Bahn zum Dome erst mal Essig! Aber gut, die Götter gaben uns Beine und sprachen “lauft!”... von Bussen war damals noch keine Rede. Also latschten wir wiederum durch Düsseldorf, nach etwa 20 Minuten kam dann auch der ISS-Dome in Sicht und wir waren veritabel erfreut, dass dieser auch einen erklecklichen Nässeschutz bot. Nun war’s aber erst fuf’zhn` Uhr irgendwas und wir mussten noch ein paar Stündchen totschlagen bis sie endlich losging, unsere Audienz. Um einen annehmbaren Platz möglichst zentral vor den Jungs brauchten wir uns, Fan Club - Karten und den damit verbundenen Privilegien sei Dank, auch nicht sorgen. Immerhin kamen wir weit vor dem Ticket-Fußvolk in die Halle und ein direkt abgegrenzter FOS-Bereicht direkt vor der Bühne war auch schon für uns reserviert. Viva la Ten Club, viva kleine Schwester-die-wo-Ten-Club-Mitglied-sein-tut, viva la Revolution und natürlich viva Las Vegas! So, damit hätten wir wohl alle gepriesen! Was macht man also, wenn man gut zwei Stunden (OK, dank Verspätungen und Einlassverzögerung waren’s am Ende gut drei) rum kriegen muss? Klarer Fall: man isst erst mal nen Keks! Wir taten das in gar mordorhafter Manier und vertilgten zusammen mit Mandy, besagtes Mädel aus Dresden, erst mal ne Rolle Hobbits (kernig)! Nun war danach aber noch genug Zeit übrig die es so sinnlos wie eben möglich zu vernichten galt. Ich will hier nicht auf alle Einzelheiten eingehen, aber besonderen Spaß hatte die versammelte Comunity mit dem Ordnungsamt, welches sich mutig in einen aussichtslosen Kampf gegen ungehemmte Urinieren auf städtische Grünanlagen stürzte (jeder, der sich versehentlich “verpisste“ wurde entsprechend zur Kasse gebeten). Wie dem auch sei, irgendwann war auch der letzte Blaseninhalt mehr oder weniger semilegal in der Botanik gelandet und schwupps öffneten sich die Türen der Arena, genauer gesagt der “VIP - Eingang”, für die glücklichen TC-Kartenbesitzer. Wir standen irgendwo im vorderen Drittel der Schlange und wurden somit auch an eine ziemlich annehmbare Position in der vierten Reihe, direkt zwischen Sänger und Leadgitarrist (*großer McCready ich bedecke meine unwürdigen Ohren und lausche Deiner gezupften Genialität*) gespült. Getrennt ging’s dann zum Fanshop, ein Tourshirt und nen Kunstdruck kaufen (ja, ich weiß, dass das für Außenstehende etwas krank klingt) und anschließend organisierte ich mir erst mal mein seit nunmehr über einer Dekade unentbehrliches und obligatorisches Konzertbierchen ;-). Bei der Gelegenheit drückte ich meiner Schwester ebenfalls gleich eines in die Hand und… schon ging’s los! Überraschend war’s zwar irgendwie schon, zumal ja erst die wenige der Leute mit regulären Karten in der Halle waren, aber wenn man sich den Luxus erlaubt, gleich mit zwei Vorbands anzutanzen, dann muss die erste halt in den sauren Apfel beißen und noch vor dem Sandmann ran! Gott sei Dank war das Ganze dann doch recht kurzweilig wie ich fand, klar, von den Futureheads hatte ich „schon mal was gehört“ wie es so schön heißt, doch trifft Gleiches auch auf Syphilis zu. Doch die Befürchtungen waren dann doch irgendwie fehl am Platze, die Kerls waren eigentlich sehr unterhaltsam. Irgendwie erinnerten die mich an die Hives, nur halt mit Live – Skills (ich bleibe dabei: Hives 2005 war die mit Abstand größte Live-Enttäuschung!!!! Auf CD mag der Idiot ja walken, an jenem Augustabend hatte er wohl grade Urlaub… . Jedenfalls gingen die Kerls schon respektabel ab und rockten auch ganz ansehnlich, schade nur, dass die Halle noch relativ leer war. Nachdem die Kerle fertig waren, schniekte ich noch mal kurz durch die Arena (dank schweinchenrosa Wristband war mir der Front of Stage bereich ja exklusiv zugänglich) und kehrte dann rechtzeitig zum ersten kleinen Highlight zurück: Interpol! Es gehen ja Gerüchte, dass die Kerle Live nicht gerade zu den motiviertesten Musikern zählen… stimmt! Besonders der Keyboarder legte einen Enthusiasmus an den Tag, als hätte man gerade seinen Hamster gesteinigt. Doch… es sind halt Interpol und irgendwie passts ja auch. Am Ende war der Auftritt schon richtig gut muss ich sagen, ein paar Ecksteine der Bandgeschichte gewürzt mit ein paar neuen Songs (vom ebenso neuen Album)… da lacht das Herz. Dennoch war im mittlerweile fast gänzlich gefüllten Rund des ISS-Domes schon eine gewisse Erleichterung zu spüren, als die Herren aus New York, wie immer stilsicher gewandet (besonders jenes Räuchermännel’, welches laut meiner Schwester auch noch Carlos heißt), flinken Schrittes die Bühne räumten. Allen war bewusst, dass es nun nicht mehr allzu lange dauern konnte… dauern WÜRDE, bis sich der Vorhang endlich hebt und es im Kopfkino aus den Grammophonen schallt: „Ladies and Gentlemen… the moment you`ve all been waiting for: ANOTHER EVENING WITH PEARL JAM!“
Irgendwie hat dieser ganze Zirkus, den man um so ein Konzert veranstaltet ja auch was Magisches. Es ist ja nicht so, dass man ruhig zur Halle trottet, dort ein paar Stündchen in der Ecke steht und sich mal eben berieseln lässt. Viel mehr geht die Party ja schon los, wenn der Wecker um vier Uhr nachts den eigenen REM-Schlaf killt (und es gibt nur wenige Parties, die so beginnen). Es folgt die schon fast pathetisch zelebrierte Anreise zum Ort des Geschehens und da dann das kollektive Fachsimpeln und Chillen. Da werden Setlists der vergangenen Tage ausgewertet, Bootlegs diskutiert (nicht selten fallen so absurde, aber dennoch wahre Sätze wie „Berlin 96… also wenn ich das mit Zagreb letztes Jahr vergleiche, dann kommt da nix ran, außer vielleicht London 2005, aber Kanada zählt ja irgendwie nicht!“… oder so ähnlich halt… ). Jedenfalls ergab sich die obligatorische Frage, was denn der Opener des Abends sein sollte. Wenn man sich die Setlists der vergangenen Konzerte betrachtete, da standen da so Dinger wie „Sometimes“ (hach… was wäre ich gerne in München gewesen! ) oder „Long Road“ in London zu Buche. Andererseits hämmerte man den Polen gleich zu Beginn ein knackiges „Rearviewmirror“ um die diebischen Ohren… . Berechenbar war der ganze Spaß also eher nicht, aber das ist ja irgendwie auch ganz gut so! Die meisten Tipps bewegten sich dem entsprechend auch abseits des Mainstream. Am häufigsten hörte man „Release“ und „Better Man“ heraus, der gute Jimmy (Insider… versucht es gar nicht zu verstehen) ließ sich via SMS gar zu einem waghalsigen „Brother“ hinreißen. Nur am Rande: „Long Road“ war leider in London schon verjubelt, also tippte ich auf ein kollektiv angestimmtes „Better Man“. Aber am Ende sollten wieder mal alle falsch liegen, was irgendwie auch ganz gut so war. Was uns erwartete war eine Setlist, die sich einfach nahtlos in diese „Hail to the Fans“ – Tour 2007 einreihte, bei der die gespielten Sets meiner Meinung nach die besten seit der 96er Tour waren (mag daran liegen, dass damals naturgemäß mehr No Code gespielt wurde ;-) ).
SOMETIMES
Jo… also kehrte wider Erwarten der München-Opener zurück! Was war ich damals neidisch, als meine Schwester mir telefonisch die Setlist durchgab… und jetzt stehen die Jungs auf dieser dämmrig blau illuminierten Bühne, eine Hand voll Meter von einem entfernt und eröffnen den Abend wiederum mit diesem Geniestreich von der No Code. Der perfekte Opener für die No Code vor elf Jahren ermöglichte uns ein geradezu angenehmes hineinschweben in den Konzertabend. In Berlin krachte einem nach langem Warten gleich ein wuchtiges „Go“ um die Ohren und urplötzlich entlud sich die ganze Wuhlheide… „Sometimes“ war eher ein sanftes „Good Evening“, das Olivenöl der Konzerteröffnungen will ich es mal nennen.
WHIPPING
Darauf war nun ebenfalls keiner so recht vorbereitet, nahtlos drehte die Band am Gashebel und tat dies zudem noch ausgerechnet mit Whipping! Ein Song der schnell und geradlinig dahin schießt und an diesem Tag noch das Glück hatte, eine stark abschüssige Strecke befahren zu dürfen! Der absolute Hammer, kaum hatten sich die ersten Takte gelegt, konnte man sich keinen Meter mehr bewegen in den Massen… alles und jeder war gerade irgendwie damit beschäftigt motorisch zu detonieren.
BRAIN OF J. …
F.K. . Nach Whipping wurde gleich nachgelegt! Ähnlich wie der Vorgänger ist der Song 1. schön schnell und 2. nur sehr unregelmäßig im Live-Programm. Auch wenn wir uns noch etwas sortieren mussten nach diesem überfallartigen Start, den Whipping hinlegte, irgendwie konnte man sich nur fassungslos anstarren, den Kopf schütteln und sich lieber nicht fragen, was auf den handgeschriebenen Zettelchen zu Füßen der Band noch so für Dinger niedergeschrieben waren… was uns noch so bevor stand. Nebenbei bemerkt bin ich bei Brain of J. aus der ersten Benommenheit aufgetaucht und fing langsam an das Ganze bewusst einfach nur noch auf mich einströmen zu lassen (immer noch die beste Strategie für ein solches Konzert wenn ihr mich fragt… außerdem hat man da ja sowieso kaum eine Wahl ;-) ).
DO THE EVOLUTION
Noch mal schön temporeich nachlegen, gut so! Und wenns obendrein noch D.T.E. ist, umso besser! Ein Song, den man einfach immer wieder gerne hört, zumal die meisten PJ-Fans mit ihm die Rückkehr der Jungs auf die Bildschirme verbinden (und was war das damals nicht ein geiles Video?!?!!!!!). Erster großer Gänsehautmoment dann beim Haaaaaalllleeeeelllluuuuuuujahhh“-Chor. UN-GLAUB-LICH was sich da abspielte, zumal das in eine Halle ja alles auch noch ne ganze Ecke gedrängter und damit intensiver wirkt als Open Air. Eddie und seine Rasselbande tobten da vorne über die Bühne und man selber fühlte sich irgendwie mental verschollen… irgendwo zwischen Sometimes und Brain of J. hängt die eigene Zurechnungsfähigkeit… und man findet es großartig!
INSIGNIFICANCE
Insignificance… auf die Idee, dass die Jungs diesen Song spielen würden, sind wir vor dem Konzert irgendwie gar nicht erst gekommen. Klar, man rechnet mit so manchem nicht, aber dass sich Eddie und Co zielsicher eines meiner Ließlingsstücke der Binaural raus greifen (hart genug wars damals mit dem Album), auf die Idee kam ich einfach nicht. Jedenfalls ein Highlight bis dahin… und natürlich auch generell an diesem Abend. Nachdem Insignificance ausgeklungen war rechnete man eigentlich schon mit dem Ende dieses wahnsinns Einstieges in das Konzert, aber Pustekuchen… nach Insignificance waren die Jungs urplötzlich….
IN HIDING
Raritätenalarm die Nächste! Zudem ein herrliches Stück fürs Publikum um mitzusingen und einen 12000-Kehlen Chor zu bilden… auch wenn das in dieser Masse mit dem Verstecken dann nicht mehr so gut klappt. ;-) Irgendwie surfte man seit den ersten Klängen von Sometimes geradezu durch den Konzertabend; und zwar auf einer Welle, die stetig anwuchs. Da ein Ende nicht in Sicht war, ließ man es halt einfach mit sich geschehen… Grund zum Beschweren gab es ja nicht, zumal „In Hiding“ in einer ganz besonders leckeren Version verabreicht wurde wie ich fand!
SEVERED HAND
Ja, Eddie mag diesen Song scheinbar – so oft wie der auf den Setlists aufkreuzt! Doch warum sollte man ihm das verübeln, solange das Dingen so klasse gebracht wird wie in Düsseldorf…?!!!! Ich weiß noch, wie ich den Song erstmals hörte, irgendwann im Frühling 2006, irgend eine You-Tube-Quelle hatte einen Auftritt der Jungs bei Letterman oder einer anderen dieser einschlägigen US-Labertaschen (die sind doch eh alle irgendwie austauschbar ;-) )aufgezeichnet und ins Netz gestellt. Jedenfalls fand ich das Stück damals schon ziemlich gelungen, auch wenns nix war mit Single-Auskopplung. Eigentlich dachte man danach, dass nun wirklich erstmal Schluß ist mit diesem Setlist-Irrsinn und zwei bis drei solide stücke gespielt werden, die man irgendwie auch erwartet… zumal ja eigentlich langsam die „Even Flow“ Zeit anbrach, vielleicht gefolgt von einem netten „Rearviewmirror“ oder `nem knackigen „Lukin“; auch ein „Porch“ wäre angebracht gewesen. Doch es kam alles anders:
SAD (!!!!!!!!)
… und das ist auch gut so! Es folgte, im Nachhinein betrachtet, der emotionale Höhepunkt des Konzertes wie ich finde: SAD! Ich habe bisher auf keinem Bootleg wo dieser Song enthalten ist (und allzu viele gibt’s davon nicht, besonders aus diesem Jahrtausend) eine derart intensive Sad-Version gehört wie das, was die Jungs da zellebrierten. Besonders Eddies Stimme trieb den Song immer höher und geschätzten 90% der Audience bei „and his loneliness is cruel, it's sad“ die Tränen in die Augen! Spätestens bei „He’s searching for escape“ war dann wohl bei den meisten erstmal Schluss mit Selbstbeherrschung… eine wahnsinnige Atmosphäre machte sich breit in der Halle, eine Art kollektiv genossener Melancholie… eigentlich nicht zu beschreiben.
I AM MINE
Weiter ging’s mit dem Genuss am Gedeckten. I am Mine, erste Singleauskopplung von der Riot Act folgte diesem „Sad des Wahnsinns“ auf dem Fuße! Viele werfen dem Song seine Einfachheit und Introvertiertheit vor… eigentlich ist das aber genau seine Stärke finde ich. Gerade live ist das ein einmaliges Stück Musik bei dem es auch bei einem Rock-Konzert mal gelingt ein wenig inne zu halten. Dazu kam, dass sich der Druck bei uns im FOS-Bereich langsam etwas gelegt hatte und man die letzten Songs richtig genießen und einfach auf sich einströmen lassen konnte. Das war auch beim nächsten Stück wichtig, es folgte der einzigartige Closer von der Avocado, zudem ein Song, der vom Balladen-Faktor in meinen Ohren durchaus mit den Bandgiganten „Black“, „Daughter“ oder meinem verehrten „Present Tense“ (OK, eher Midtempo am Ende, aber wer wird denn schon mitzählen?!? ;-) ) mithalten kann:
INSIDE JOB
Gut sechs Minuten lang floss der Job durch die Halle, analog zu seinem Vorgänger eher leicht melancholisch und gesetzt, aber mit einer unglaublich malerischen Melodieführung ausgestattet. Hinzu kam, dass Eddie und Konsorten anno 2007, ich vergaß das bisher wohl zu erwähnen, mal wieder Mut zur Bühnendeko entwickelt hatten. Zwar eine einfache welche, aber in Kombination mit der Beleuchtungstechnik war es phänomenal was man aus ein paar „gemalten Wellen“ so alles herausholen kann. Gerade bei Inside Job unterstrichen die Lichtkugeln, blau und gelb gehalten, den Song nur noch mehr und kreierten eine ganz eigene Stimmung.
WHY GO
… riss die Massen dann aus dem Traum, den die letzten Songs so verbreitet hatten. Was bin ich froh, dass die Jungs diesen Song 2006 quasi wiederentdeckt haben und ich ihn schon zum zweiten Mal live genießen durfte. Einer meiner absoluten Favoriten aus den guten, alten Zeiten zu Beginn / Mitte der 90er Jahre. Dass das nur eine kleine Einstimmung auf den, ich nenne es mal „Nostalgie-Part“ der Show sein sollte, konnte ja auch niemand wissen ;-) ! Ganz groß wieder der Kollektivchor beim ersten Refrain… 12.000 Leute brüllen mit einem intensiven „Why go Hoooooooome… Why go Hoooooome?!?!“ die angestauten Erwartungen heraus, die sie noch in diesen Abend setzen… HAMMER!
DAUGHTER
Jaaaaaaaaaaaaaaa…. Daughter die Zweite!! Nach Berlin 2006 gab’s eine weitere Version dieses tollen Liedes, dazu ein recht mysteriöses Daughter-Tag, an welchem sich die Fanbase irgendwie die Zähne ausbeißt… am Ende ist’s noch ein George-Michael-Cover *fg*! ;-) Jedenfalls ganz großer Sport… besonders meine Schwester war in diesem Moment wohl erstmal happy „ihr“ Daughter wieder zu haben… es sei ihr gegönnt! : -) Nun kam der, nennen wir ihn ruhig den „Dreistückigen Dude-Block“… die drei Songs, die ich in dieser Reihenfolge wohl nie vergessen werde wie sie gespielt wurden. Falls es jemals so weit kommen sollte, werden ich wohl noch als 126jähriger Tattergreis meinen Ur-Ur-Urenkeln von dieser Troika berichten während sie mir meinen doppelten Lagavulin (oder von mir aus auch Talisker) reichen und ich eine standesgemäße Cohiba dazu entflamme bevor ich joggen gehe!
BREATH
So geht’s dann los… Breath! Eddie moderierte den Song an, einer der ersten Songs der Band überhaupt. Eigentlich konnte man die Band noch gar nicht „Band“ nennen als er aufgenommen wurde… also ein wahrhaftes Pearl Jam Urgestein, welches seinen Platz schließlich nicht auf der TEN, jenem legendären Debüt der Band, fand, sondern auf einem Soundtrack landete. Soundtrack und Pearl Jam? Klar, da kommt nur „Singles“ in Frage, Cameron Crowe`s Hommage an das Seattle der frühen 90er Jahre (gut, nicht NUR Singles, aber der Soundtrack rockt halt besonders!!). Toller Film und Wahnsinns Soundtrack. Zudem tummeln sich die Genre-Größen ja nur so in diesem Filmchen. Unvergessen Eddie als Bienen-Doku versessener Drummer von „Citizen Dick“, ein Kopfnickender Chris Cornell oder der etwas einsilbige Stone (is halt Stone… ;-) ). Jedenfalls läutete Breath die Nostalgiestunde ein. Vor meinem, und ich bin sicher nicht NUR vor meinem, inneren Auge tauchten die „Gestalten“ auf, welche diese Zeit musikalisch prägten. Allen voran der allseits beliebte „Ego-Eddie“ in seinen abgedrehten Phasen… Soundgarden oder Alice in Chains… eine musikalische Zeitreise wurde eingeläutet und sich setzte sich fort bei…
STATE OF LOVE AND TRUST
Der zweite Song vom Singles-Soundtrack! Eieieieiei…. Da hatte man den Wunsch, ja das Flehen leise gen Rockergott im Lederjackhimmel gerichtet, dass bitte dieser Song folgen sollte und dann kam es GENAU SO! Unnötig zu erwähnen, dass beide Songs nur recht selten ausgepackt werden, SOLAT im Vergleich noch wesentlich häufiger. Aber beide HINTEREINANDER, das war einfach ganz, ganz groß! Uiuiui… was kommt da bitte noch auf einen zu?!? Während SOLAT sich im Takt der so genannten „Grunge-Ära“ (eigentlich ist dieser Begriff ja etwas zwiespältig) voranrockte, verwandelte sich der ISS-Dome in eine Enklave, welche sich gefühlsmäßig so um 1992 herum heftig einen abtanzte! :-) Zeitreisen mal anders.
I’M OPEN
Nachdem SOLAT verklungen war gings mit dem nächsten Hammer weiter!!!! Es war mal wieder No Code – Time und keiner hat mich vorgewarnt. Nun mag I’m Open ja nicht gerade der spektakulärste Song sein, nicht der eingängigste oder gar hitverdächtigste… aber er ist schlicht und ergreifend „schön“! Da stellt sich der Eddie mit seiner Klampfe ins gleißende Licht und brummt mit heller Stimme (es lebe das Paradoxon) sein „I’m Open“ ins Mikro. Das Ganze dauerte wohl nur so um die 60 Sekunden wenn man den Aussagen anderer Konzertbesucher Glauben schenken darf, subjektiv jedoch erstreckte sich der Song wesentlich länger und hallte noch ne ganze Weile nach. Jetzt kommt mal ne kleine Premiere, ja etwas, was wohl keiner der sich bis hier durchgelesen/durchgequält (?) hat (immerhin befinden wir uns schon auf der Seite 7 in MS-Word) für möglich gehalten hätte: Pearl Jam spielt einen Song und der Onkel Even ist nicht vollends begeistert; irgendwie begeistert zwar schon, aber eben nur „irgendwie“ und nicht vollends! Zudem war es das einzige Mal auf der 2007er Europatour, dass Pearl Jam die versammelten Fans mit ein pathetischen
COME BACK
„beglückten“. Trotzdem: Ich war noch nie so wirklich ein Fan dieses Liedes, schon gar nicht, wenn Eddie in seine Schmachtstimme verfällt und auf der Bühne brutal vor sich hin leidet (ARMER EDDIE!!!! :-( ). Tja, man nimmts halt mit wenn man schon mal da ist, aber nach dem, was vorher abging war das lediglich Wolke 6 ½ ;-)!
ONCE
YEAHR!!!!! Oooooooonce…. upon a time!!! Herrlich dieses Ding! Wenn man mal berücksichtigt, dass das der Opener der TEN ist, dazu ein enorm energiegeladenes Stück Bandgeschichte, ist es kein Wunder wie die Crowd reagierte als Mikey das ebenfalls lange Zeit in der Raritätenkiste verscharrte Ding anstimmte! Dazu war es, passend zum göttlichen Trio, eine Version die auch gut und gerne anno 1993 hätte gespielt werden können… eine wahnwitzig treibende Band und Eddie der sich die Seele aus dem Leib schrie und den Song mehr und mehr pushte je weiter er voranraste!
LIFE WASTED
Dem Opener des ersten, folgte der des letzten Albums auf dem Fuße! (BTW: jetzt noch Breakerfall, Last Exit und Can`t Keep live mitnehmen bei nächstbester Gelegenheit und sie wären alle eingetütet im auditiven Gedächtnis!) Was habe ich mir diesen herrlichen Song schon in Berlin gewünscht und leider nicht bekommen?! Jetzt war es endlich soweit, Eddie und Konsorten stimmten dieses schicke, geradlinige Stück Rockmusik an und, ich bitte um Verzeihung, ROCKTEN SICH NOCHMAL SO RICHTIG DEN ARSCH AB!!!!!! :-) Großer Song, große Live-Version und nicht zu vergessen das mindestens ebenso große (weil schön kranke) Video! Jedenfalls war das dann die Form, wie die Jungs sich von uns verabschiedeten… für 5 Minuten, denn was wäre ein Mainset ohne die obligatorischen zwei Zugaben?!? Im wahrsten Sinne des Wortes „nur die Hälfte wert“!
ENCORE BREAK 1
Zeit sich erstmal zu sammeln und den Film im Uralt-Fotoapparat zu wechseln, welcher aber auch diesmal wieder treue Dienste leistete. Ringsum herrschte so was wie Fassungslosigkeit, aber auch ein gewisser Stolz, dass man hier, in Düsseldorf (an sich ja alles andere als die Stadt meiner Träume), am 21.06. dabei sein durfte! Und so harrten die Privilegierten der nächsten Dröhnung!
I BELIEVE IN MIRACLES
Und sie fing auch gleich einmalig an! Eddie schleppte `nen Typen im Ramones-Shirt auf die Bühne und dieses wandelnde Endorphin hatte die Ehre den Song mit auf der Bühne zu verbringen und am Ende mit Eddie Arm in Arm den Refrain zu verbringen. Irgendwie wollte jeder in der Halle in diesem Moment ein Ramones Shirt anhaben denke ich… Hail Hail to the Lucky One! Der Song an sich rockte wieder mächtig, wie schon in Berlin ein Highlight und Stimmungs-Aufheller (damals musste er uns auch aus „Come Back“ heraus retten ;-) ). Als dann der letzte Pogo auf der Bühne improvisiert und der „Gast“ danach wieder ins Publikum verabschiedet wurde, wurde wieder in die „Wir erfüllen dem Even seine Setlist – Wünsche“-Schublade gegriffen und es wurde angestimmt:
NOT FOR YOU (MODERN GIRL)
YEAHR!!!! Was für ein Song!!! Gradlinig, sich steigernd und immer schön am Gaspedal! Ich mag das Teil einfach und am Besten kommt es irgendwie immer noch direkt nach RVM finde ich. In meinen Winamp –Listen kleben die Songs irgendwann immer untrennbar aneinander wie Scheiße am Schuh! Jedenfalls war wieder kolossales Abgehen angesagt und das Konzert hatte für mich ein weiteres Highlight hervor gebracht. Not For You, Leute… NOT FOR YOU!!!! :- )
WASTED REPRISE
How to calm a crowd down? Just play Wasted Reprise! Herrliches Stück, was nach Life Wasted ja schon fast zwangsläufig folgen musste, man wusste halt nur noch nicht wann! Bereits in der Encore Break freute ich mich still schon darauf, zumal Eddie da wiedermal sein Stimmchen ähnlich wie bei I’m Open schön fließen lassen kann. Sehr geil das Ganze und vor allem eine nahezu perfekte Einstimmung auf das nun folgende…
BLACK
Die Jahrhundertballade wenn ihr mich fragt! (Macht mal, ich sage bestimmt so was wie „Black, die Jahrhundertballade“!) Und bereits zum zweiten Mal! : -) Wenngleich ich sagen muss, dass die Version in Berlin mir im Großen und Ganzen noch einen Zacken besser gefiel, weil sie sich mehr entfalten konnte. Das ist wohl die Crux mit Black und Hallenkonzerten: der Song ist einfach zu groß für enge Räume. Jedenfalls ist alleine das Kollektive, oft mehrere Minuten (so auch in D-Dorf) anhaltende „Dü-dü-dü-dü-dü-dü-düüüüüü…. Dü-dü-dü-dü-dü-dü-düüüüü…“ alleine schon ein totsicherer Gänsehautgarant! Wie die Band dann noch on Stage dieses Bild genießt… Hammer! Ich weiß noch, wie ich mir in Berlin schon ein Loch in die Socken gefreut habe, dass Daughter und Black in einem Konzert aufkreuzten, zweimal am stück dieses unsagbare Schwein zu haben grenzt eigentlich schon fast an Blasphemie!
ALIVE
Jo… Hymnenzeit Deluxe! Alive ist halt DER Pearl Jam Song überhaupt, zumindest wenn man nach der öffentlichen Wahrnehmung geht. Jedenfalls ein ganz großes Stück Musik und natürlich auch mit argem Nostalgiewert! Eigentlich schon pervers, aber Alive muss man schon als „Mainstream-Bestandteil“ der Setlist bezeichnen, angesichts dieses Aufgebotes an Raritäten und B-Seiten, was uns bisher um die Ohren geschleudert wurde. Nichts desto trotz ist Alive immer ein Erlebnis und als Song ohnehin legendär! : -) So klang das erste Encore standesgemäß aus und alle waren unterm Strich noch mehr geflasht als zuvor, das ganze Dingen wurde von Song zu Song besser… und wenn man glaubt es geht nix mehr, kommt von irgendwo der Vedder her!
ENCORE BREAK 2
Noch mal durchschnaufen vorm finalen Showdown… und vor was für einem!!!! Eddie und Co hatten sich mittlerweile in einen wahren Rausch gespielt. Mike flirtete nicht nur mit dem Publikum wie ein Irrer, vielmehr spielte er seine Klampfe auch in den unmöglichsten Positionen… Jeff machte unermüdlich den Brummbass-Flummi während Matt und Boom die Freude ins Gesicht gemeißelt war… selbst der sonst eher gemächlich vor sich hinwippende Stone war in Bewegung gekommen und freute sich nen Wolf! In dieser Situation war dann mal wieder jene Zeit gekommen, die man sich als Pearl Jam Fan eigentlich herbeisehnt: Die Setlist wurde kurzerhand mal verworfen und die Herren entschieden spontan, was sie denn jetzt für angemessen hielten um uns weiterhin zu verblüffen! HAMMER!! : -)
ELDERLY WOMAN BEHIND THE COUNTER IN A SMALL TOWN
… war dann der Anfang dieses zweiten Encores, welches noch so einiges in Petto hatte!! Small Town ist wieder mal so eine typisch – geniale Pearl Jam Interpretation einer Ballade. Text und Melodieführung einfach aber direkt… ganz großes Kino und ein einfach nur schöner Auftakt in den zweiten Zugabenblock.
GIVEN TO FLY
Damit wären die „Malerischen 4“ zum zweiten Mal gehört! Nach Black, Daughter und Small Town nun auch noch GTF… was will man mehr?!? Besonders dieser einfache nur geniale Text, von Eddie bisweilen drogenverherrlichend modifiziert ;- ), sehr toller Titel! Auch so ein Fall von „kann man nicht genug hören“ finde ich. Danach wurde es aber erstmal wieder so richtig denkwürdig! Eddie stiefelte auf die Zuschauer zu und lies sich ein Pappschildchen reichen, darauf stand:
RATS
Ähnlich wie in Berlin, wo er auf zwei Typen mit ihren Footsteps – Schildern reagierte, krallte er sich mal eben einen Zuschauerwunsch und erfüllte den mal eben. Wenn ich mal die gängigen Statistikseiten zu Grunde lege, tauchte das Stück seit 1993 bei gerade mal 37 Konzerten auf (Mal als Vergleich: Even Flow wurde im selben Zeitraum reichlich 500 Mal präsentiert... I`m Open aus dem Mainset inkl. heute spektakuläre 6-Mal...). Das alleine war schon sensationell genug, zudem ist der Song an sich so schön verschroben und rau, dass es einfach nur eine Freude war den Jungs beim Spielen zuzuschauen und das Teil auf sich wirken zu lassen! By the Way, wo wir schon mal dabei sind: Wo war eigentlich Even Flow? ;-) das eigentliche Standardlied, das seit Jahren in keinem Konzert fehlen darf, und das obendrein so was wie mein persönlicher Erleuchtungssoundtrack von damals ist, wurde einfach nicht gespielt UND ES WAR MIR SOWAS VON EGAL!!! Das sagt doch eigentlich alles über diese Setlist aus finde ich :- )! (Außerdem können wohl nicht viele behaupten, auf nem Even Flow – losen PJ-Gig gewesen zu sein ;-)! Gut, in London drei Tage eher wurde er auch weg gelassen, aber wie immer: England zählt nicht *fg* ) Zurück zum Text: RICHTIG denkwürdiger Moment auf jeden Fall!!! Eddie goss schließlich einen Schluck seines Bühnenweines über das Schildchen und reichte es zurück ins Publikum. Wie sich später heraus stellen sollte, flog für Rats das ebenfalls großartige „Glorified G“ von der Setlist, was ich aber unterm Strich nicht weiter bedauere, beides klasse Songs, aber Rats ist nun mal noch eine Ecke verschärfter! Nur meiner kleinen Schwester hätte ich Glorified irgendwie gegönnt ;-) !
COMATOSE
YEEEHAWWWW!!! Es war wieder gradlinige Punk-Rock-Zeit. Mein Absoluter Favorit von der Avocado was die schnellen Songs angeht. Immer volles Kantholz voran stürmend brachte Comatose die Arena noch mal gewaltig zum Beben und man konnte sich nur wundern, dass die Jungs immer noch so viel Energie übrig hatten dieses Stück derart brutal rauszukloppen, dass es sogar Berlin 2006 hinter sich ließ.
BABA O`RILEY
Das stand dann auch zur Abwechslung mal wieder auf der Setlist, die Rückkehr ins Teenage Wasteland! Eines der besten Cover-Stücke wie ich finde. Vor Baba gingen dann auch in der Halle die Lichter an, worauf ich irgendwie überhaupt nicht so recht vorbereitet war. In dem Moment hielt ich es einfach nur für einen wenig dezenten Hinweis der Hallen-Dudes, dass die Herren da vorne doch endlich zum Schluss kommen sollten (Tse… ignorantes Pack)! Andere Quellen sagen, das wäre vor dem/den letzten Songs immer so bei Hallenkonzerten der Band… wie auch immer. Jedenfalls war’s plötzlich hell und das interessierte absolut keinen Menschen! Die ganze Halle feierte und rockte noch mal im Kollektiv! Eddie zerhämmerte vorne fröhlich seine obligatorischen Tamburine und alle Hände reckten sich in die mittlerweile schneidfähige Hallenluft! Es war schon ein absolut einmaliger Anblick also ich mich mal kurz in der Halle umblickte, immerhin konnten wir auch die Sitzplatzreihen wieder erkennen, die vorher 1. in der Dunkelheit verschwanden und uns 2. ehrlich gesagt auch nicht weiter interessierten während des Konzertes! Die ganze Halle ging mit Mann und Maus mit und bereitete den Jungs einen Abschied nach Maß!
ENCORE BREAK 3
Baba war verklungen und es machte sich langsam die Ernüchterung breit, dass dies wohl für lange Zeit die letzten Live-Töne der Jungs gewesen sein werden, die zu meinen Ohren vorgedrungen waren. Die Band stand noch auf der Bühne und schien irgendwie unzufrieden… irgendwas fehlte noch:
YELLOW LEDBETTER
Mike spielte kurz die ersten Takte an, erneut ne kleine Absprache der Bandmitglieder und Eddie lächelte nur als Mikey die Saiten ein letztes Mal zum Tanz bat! Das Ding entsprang ebenfalls der spontanen Laune der Band und war aber genau das, was diesem Konzert noch als Abrundung gefehlt hatte! Das oder Indifference als drittes Encore, aber irgendetwas MUßTE einfach noch kommen! :- ) Nochmals ging die immer noch hell erleuchtete Halle wogend mit der Band mit und der ganze Song wurde zu einem einzigen „Good Bye!“ der Band an uns und umgekehrt. Als dann Mikes legendäres und gewohnt virtuoses Schlusssolo anbrach, setzten sich Jeff und Eddie gemütlich auf die Bühne und taten es uns gleich: sie lauschten andächtig dem Meister! Nach einigen ausgiebigen Verneigungen und nachdem vom Plektrum bis zu Mikes T-Shirt (der Typ rammelte dann halt halb nackt weiter über die Bühne… ich glaube er hat neue Tattoos :- ) ) sämtliche Utensilien an die Fans verschenkt waren, war’s dann endgültig vorbei… leider.
Nach dieser Show brauchten wir erstmal Wasser und eine viertel Stunde Ruhe, danach lasen wir noch kurz unsere neue Bekanntschaft von der Anreise auf (Sitzplatzkarten) und begaben uns langsam und mit einem der letzten und schon relativ leeren Shuttle Busse (ja, es gab sie wirklich diese Phantome) zurück zur S-Bahn Station. Dort saßen wir dann auch ziemlich lange fest, wodurch auch der geplante Besuch der Aftershow-Party des VAF in weite Ferne rückte. Als wir den Hauptbahnhof dann endlich erreichten war auch schon Essig mit U-Bahnen Richtung Party und wir gaben erstmal unserem Bärenhunger nach und verputzten im Bahnhofs McDonalds (Pfeif doch auf die Schleichwerbung, wir waren bei McD und nicht bei einer „ortsansässigen, US-amerikanischen Fastfoodkette) jeder ein Maximenü, was auch ganz gut für unseren Flüssigkeitshaushalt war. Im Anschluss stromerten wir noch die restliche Zeit (kurz nach 4 ging’s dann erst Gepäck holen und anschließend zum Zug) über den Bahnhof. Wie gesagt, im Vergleich zu Bonn ist der `ne Offenbarung und meine Bedenken, dass wir die Nach da verbringen sollten/mussten waren schnell zerstreut. Außerdem war das Dingen in dieser Nach noch fest in Pearl Jam – Hand. Überall wurden die einschlägigen Tourshirts spazieren getragen, irgendwie musste man sich da ja wohl fühlen. Ich will es mal kurz machen, nachdem wir wiederum 7 Stunden in verschiedenen Zügen verbracht hatten, ANGEBLICH wieder durch das so genannte „Bielefeld“ gefahren sind und eigentlich die ganze Zeit im Dämmerschlaf verbrachten, trudelten wir gegen 12 in Chemnitz ein. Zuvor trafen wir in Leipzig noch das Mädel aus Dresden wieder, deren Flughafenzubringer sie ebenfalls gerade auf dem Hauptbahnhof abgesetzt hatte und quatschten noch eine bissel. Schon komisch, da reist man quer durchs Land und trifft sich dann doch wieder. :- ) Jedenfalls würde ich jede der Strapazen dieser beiden fast gänzlich durchwachten Nächte freudestrahlend wieder auf mich nehmen, wenn die Jungs nur schnell zurück kehren würden, im Gepäck wenns geht ein neues Album und wieder jede Menge Spielfreude. Wenn sich dann im ganzen Land wieder dieser Tross von positiv Bekloppten aufrappelt und sich in irgendeine der x-und-fufzich bundesdeutschen Städte begibt nur um an einem dieser ganz besonderen Tage mal wieder zweieinhalb Stunden lang den lebenden Rock-Legenden zu huldigen. So lange wird uns wohl noch eine gewisse Unruhe begleiten, solange fehlt irgendetwas, solange, bis es wieder heißt: „LADIES AND GENTLEMEN: AN EVENING WITH PEARL JAM!“
SOLID GOLD
Gudd’n AAAAAAAMD! Ich wollte nur mal kurz das nachholen, was ich hätte eigentlich schon längst tun müssen: MIR HULDIGEN! ;-) Es geht um unser kleines aber feines Foxymorph – Fußball – Tippspiel. In der letzten Saison war das ja mal ein echter „Hitchcock“!!!! Irgendwie hatte während der Saison jeder so seine Dominator-Phase, auch Baby Duck heizte uns bisweilen ganz schön ein und so wechselten wir vier uns fröhlich ab an der Tabellenspitze; mal mit mehr, mal mit weniger Vorsprung. Nur entscheidend absetzten konnte sich halt keiner. So kam es dann auch zu jenem Showdown beim CL-Finale, aus welchem ich letzten Endes als der glückliche und natürlich strahlende Sieger hervor ging! ;-) Passender Weise konnte ich diesen Moment in einer Jenaer Pizzeria im wahrsten Sinne des Wortes auskosten und nebenbei noch das CL – Finale genießen. (BTW: natürlich mit dem richtigen Sieger, wer braucht denn schon einen Gerard in der Mannschaft, wenn er selbigen von seinem Mannschafts-Giftzwerg werbewirksam umsäbeln lassen kann?!?! ;-) ).
Jedenfalls kam es so, dass ich mir am Ende diesen heiß umkämpften Titel sichern konnte und mit der Bürde des „Gejagten“ in die neue Saison gehe! Ja, schließlich bin ich nun Rekordmeister!!!!! *fg* Daher möchte ich kurz mal ein paar Dankesworte verlieren (wer die findet, kann sie behalten):
1. Dank an die Mitspieler! Scheint mir ne ziemlich ausgeglichene Runde zu sein, jeder kann gewinnen und ich hoffe mal für die neue Saison, dass diese ähnlich spannend wird! Hat richtig Spaß gemacht Leute! @Baby Duck: Ohne Mainz kannst Du ja jetzt pro Spieltage 3 Punkte mehr einplanen… es sei denn Du fängst an auf „Bielefeld“ zu tippen…!
2. Dank an den AC Milan! Mein unerschütterlicher Glaube an die Rossoneri bescherte mir wichtige CL-Punkte! P.S.: Mach’ et noch mal Paolo!!!!
3. Dank an Hertha BSC! Am letzten BL-Spieltag brachten die mich schließlich in der 89. Minute an die Tippspielspitze! Das bin ich von denen gar nicht gewohnt, dass die mal meinen Tipps entsprechend (meistens bin ich optimistisch genug die gute Hertha auf Sieg zu tippen) abschneiden.
4. Dank der Evolution, ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen!
5. Der Elektrizität, dito!
6. Dank dem „Dank“! (Olé, olé super Dank!)
So, dann geht’s demnächst auch ab in die neue Saison, ich werde das Dingen dann wieder hier bekannt machen wenn das Tippspiel steht. Mir schwebt vor, diesmal die CL inklusive Gruppenphase einzubinden, weil’s halt so Spaß gemacht hat. Also auf die neue Saison Leute!!!! Ich gehe mir jetzt erstmal irgendeinen Rathausbalkon suchen, von welchem ich den Menschenmassen zujubeln kann, das macht man doch so, glaube ich zumindest…!
P.S.: Hier nochmal die Abschlußtalbelle:
Spieler (Tagessiege) Gesamtpunkte
1.Soumieven (7,83) 380
2.Shun (13,33) 378
3.Oliver (10,50) 378
4.Baby Duck (9,33) 341
Mittwoch, 11.07.2007
COME BACK
Hallöchen erstmal... ! Nachdem ich nun geschlagene 7 Wochen ohne Internet dastand, Dank der allseits beliebten Telekom und ihrer Outsourcing-Phantasien, melde ich mich mal kurz zurück. Sicher, der Killer für mein Netz (nebst Modem, Telefonanschluß, Telefon und PC :-( ) war ein Blitz, aber um die außergewöhnlich schnelle Behebung dieser Schäden machte sich die TELEKOM, ich wiederhole T-E-L-E-K-O-M, jeder kundenfreundliche und enorm flink reagierende Großkonzern in seinen schweinerosa Leibchen, außerordentlich verdient! Na gut, ich will das jetzt mal sein lassen mich über diesen Haufen Konpetenzverweigerer auszulassen, bringt ja doch nix. Da ich die Tage trotzdem den einen oder anderen Text verfasst habe, stelle ich erstmal den zeitnahen zur Tour hier rein. In den nächsten Tagen folgt dann eine ausführliche Konzert-Review zur Pearl Jam - Audienz in Düsseldorf... irgendwie scheine ich mir auf deren Touren immer die Highlight-Konzerte raus zu picken... beruhigend, daß nicht nur ich das so sehe! ;-) So dann... ab in den Sattel Herr Apotheker:
Und da rollt sie wieder: die Tour! Diesmal mit dem Start in „Good Old England“, im Endeffekt aber dann doch wieder ziemlich frankophil. Es geht eigentlich nur darum, möglichst schnell durch Frankreich nebst diversen Nachbarländern zu radeln, schlappe 3500 Kilometer, dabei auch noch Alpen- und Pyrenäengipfel zu überqueren und sich eines der damit verbundenen, enorm lustigen bunten T-Shirts zu sichern, welche einem bisweilen von attraktiven Hostessen in die ausgemergelten Hände gedrückt werden. Eigentlich ist das schon alles… kein Grund also, sich deswegen gleich großartig aufzuregen oder gar schlaflose Nächte zu bekommen. Glaubt man! In Wahrheit fahren die meisten Radler ja nicht über den Kurs, vielmehr werden sie mittlerweile von einer wild gewordenen Horde selbstgerechter Journalisten, welche auf dem dunkelschwarzen Ross der Moral hinter ihnen her hetzen, förmlich gen Paris gescheucht. Früher nannte man so etwas noch Spießroutenlauf. Ausgangspunkt und Grundärgernis ist, meiner Meinung nach, das Gebaren der öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten. Wie jedes Jahr hat man ja die Wahl zwischen Eurosport und dem, was vor wenigen Jahrzehnten noch so was Ähnliches wie objektiven Journalismus darstellen sollte… angeblich. Seit sich Hinz und Kunz reumütig vor die Kameras zabelten und ihren pharmazeutischen Aldag schilderten, scheint dieses ganze Land komplett am Rad zu drehen! Nach dem Spiegel-Artikel um den Herrn Jacksche brachen dann endgültig alle medialen Dämme und jenseits aller Vernunft wurden plötzlich „symbolische Gesten“ und „Opfer“ von den beteiligten gefordert. Gut, sonderlich nett ist’s ja nicht, wenn sich jährlich ein Tross von rund 189 Radlern durch Sarko’s Flächenland wälzt (von denen jeder schon mal seinen eigenen Chemiebaukasten quasi in der Satteltasche mitführt) und die Apothekerinnung im Alleingang rettet! Und natürlich kann man den sportlichen Wert solch einer Veranstaltung mehr oder weniger stark hinterfragen… aber an sich hätte man das doch schon längst tun sollen! Wenn man nur daran denkt, wie dereinst ein Armstrong alles in Grund und Boden getreten hat, während gleichzeitig (wie jetzt ja heraus kam) der Rest des Feldes allabendlich am EPO-Tropf hing, dann fragt man sich doch, warum niemand auf die Idee kam, da könnte unter Umständen etwas schief laufen!? Soweit ich mich erinnere, waren jene Fernsehstationen doch Anno 1996 die ersten, die auf den Radsport-Zug aufgesprungen sind und wie die Besessenen Sponsorengelder in genau jenen Sport gepumpt haben, der in ihrer Berichterstattung jetzt als Ursprung allen Übels her halten muss! Nachdem der Ullrich 97 erstmals die Tour gewann, schwebte doch unser ganzes Ländle fröhlich auf seiner gelben Wolke 7 vor sich hin und selbst angehende Verteidigungsminister hievten ihre trägen Knochen urplötzlich wieder in den Sattel. ARD und ZDF profitierten natürlich auch nicht schlecht, Radrennen feierten Top-Quoten sobald irgendein „Jan“ oder „Erik“ mitfuhr… selbst wenn es nur die B-Jugendmeisterschaften im Saarland waren. Anschließend wurde fröhlich drauflos interviewt und alles, was ein magenta` Leibchen anhatte wurde ungehemmt zum Pedalengott hochgejubelt. Nicht einmal der Skandal von 1998 konnte da im Nachhinein wirklich erschüttern. Wenn man diesen Spaß da verfolgte, da drängte sich der Eindruck auf, dass nur die bösen bösen Franzosen und Spanier zum Doping greifen… „Festina“ wurde ja schon fast zur personifizierten Versinnbildlichung des missgünstigen Mobs, der uns unseren neu entdeckten Nationalsport streitig machen wollte! Eigentlich wäre damals ja schon die Frage angebracht gewesen, warum der Rest des Feldes („Sauberkeit“ wurde einfach mal unterstellt) mit den rollenden Reagenzgläsern aus Frankreich unterm Strich noch ganz gut mithalten konnte, wenn Doping 1. was bringt und der Rest 2. eben nix nahm! Aber stattdessen traute sich kein Mensch am Monument „Ulle“ zu rütteln und sei es auch nur am mannschaftlichen Fundament… das Team Telekom war sauber, zweifelsohne. Stattdessen verlegte man sich zusehends darauf, den rosa Flitzpiepen Ende der 90er Jahre langsam aber sicher gehörig Druck zu machen. Nicht die Dopingproblematik war es, welche ARD und ZDF aufhorchen ließ, sondern die chronische Erfolglosigkeit von Jan Ullrich in den Folgejahren der Tour. Wobei man allerdings anmerken muss, dass sich „Erfolglosigkeit“ aus der Reporter-Perspektive dieser Jahre als „Gesamt – Zweiter“ definiert, so „erfolglos“ wäre wohl jeder gerne! Hinzu kommt noch, dass mit Armstrong das wohl größte, pharmazeutische Phantom vor Ullrich herradelte, was dieser Sport in den letzten Jahrzehnten gesehen hat; noch dazu ausgestatten mit einem bedingungslosen Willen, der zwar erfolgreich aber auch so gnadenlos unsympathisch macht, dass man eigentlich froh sein kann, dass Ulle diesem Heini nicht nacheiferte! Jan an sich rannte sich bis 2005, mal mehr und mal weniger erfolgreich, die Omme ein am Monument Armstrong. Olympiagold und Zeitfahr-WM-Titel gewann er zwar im direkten Duell, aber wenns alljährlich durchs Franzosenland ging, war regelmäßig Schluss mit lustig; am Ende blieb ihm nur Rang 2. Mit solcherlei „Versagen“ konnte man sich bei ARD und ZDF nun aber wirklich nicht abfinden und so wurden die Tour de France Übertragungen seit Beginn des neuen Jahrtausends zur reinsten Farce! Einerseits wurde über die komplette Etappendistanz fast ausschließlich auf dem „Team Telekom“ und speziell auf „Jan Ullrich“ rum geritten, jede Geste kommentiert und jeder Gesichtsausdruck von Ulle tiefgründig interpretiert, andererseits ging man nicht nur den Zuschauern (mit erwähnter einseitiger Berichterstattung) sondern auch Ullrich selbst gehörig auf den Keks mit dieser hyperfokussierten Erwartungshaltung. Da wurden täglich mindestens 2 Stunden Sendezeit damit fröhlich tot gesendet, dass man zwei wadenbeißerische „Außenreporter“ irgendwo im Gebüsch vor dem Eingang des Telekom Teambusses versteckte, die dann jeden, aber auch wirklich JE-DEN in `nem Telekom-Trikot (besonders gerne natürlich Ulle selbst) die immer gleichen Fragen stellten, die gewöhnlich auf „Wann fahren sie dem Armstrong denn nun endlich in Grund und Boden????“ hinaus liefen! Wenn man es selbst schafft, dass man von einem in seiner Außenwirkung mehr als harmlosen Gemütsmenschen wie Jan Ullrich zum wiederholten Male mit einer knappen, bissigen Antwort, gewürzt mit einem genervten Lächeln, zwischen Tür und Angel abgekanzelt wird, sollte man sich mal Gedanken über das eigene Vorgehen machen! Aber da man sich ja selber nur höchst ungern hinterfragt, gerade dann, wenn man dadurch Gefahr läuft auf die impertinente Penetranz dieser Praktiken gestoßen zu werden, wurde fröhlich weiter gemacht. Die Wende kam dann letztes Jahr. Armstrong hatte aufgehört, Ullrich war also geradezu zum Toursieg verdammt, da platze die EPO-Bombe der spanischen Behörden… kurz vor dem Tourstart, Zufälle gibt’s! Jedenfalls ging’s damals los, das Gejammer. Die Tour blieb letzten Endes ohne Sieger, da der US-Triumphator einen Testosteronspiegel gehabt haben muss, wie man ihn nur mit geschätzten drei Dutzend Testikeln erreichen kann. Eigentlich schon traurig genug. Doch dann zogen sich „Enthüllungen“, „Gerüchte“, „Dementis“ und „Befürchtungen“ bis zur oben erwähnten Geständnisorgie hin, welcher wiederum der Rücktritt von Jan Ullrich vorweg ging.
Medial hatte man es also geschafft, einen Radsportler komplett zu demontieren. Dies obwohl gegen ihn nicht mehr Beweise vorlagen als gegen Basso oder Valverde, der übrigens wieder durch Frankreich rollt dieser Tage. Man sollte also noch erwähnen, dass das die deutschen Medien nahezu im Alleingang schafften! Auch wenn die Verdachtsmomente immer dringender werden, aber so eine Hexenjagd, wie sie bisweilen gefahren wurde, ist einfach unwürdig und unverschämt finde ich! Besonders nach den „Beichten“ aus Ullrichs altem Team wurde massiv Druck gemacht und seine Kommentarlosigkeit kritisiert als hätte er eigenhändig ein Dutzend Pandas erwürgt. Ich meine, was sollte er denn sagen, was es besser gemacht hätte?!?!!! Hätte Ullrich Doping zugegeben (mal rein hypothetisch, hätte es nur noch mehr Dresche gesetzt, hätte man ihn erst recht demontiert. An solchen Perversionen hat man in Deutschland ja einen besonderen Spaß entwickelt. Hätte Ulle aber dementiert, dann hätte ihm doch eh kein Mensch geglaubt (tut man ja seit rund einem Jahr schon nicht). So gesehen konnte er, ob schuldig oder nicht, gar nicht raus kommen aus dieser Sache.
Wo mittlerweile mit Ulle der erste große Radler zu Grunde gerichtet ist, scheint sich das öffentlich rechtliche Oberkommando dem Feind „Radsport“ an sich zuwenden zu wollen! Die Übertragungen (ich gebs zu, ich habe mir das test weise mal angetan), haben mit Sportberichterstattung eigentlich nix mehr zu tun. 50% der Sendezeit gehen mittlerweile mit Doping“fakten“ über den Jordan, während 30% damit tot gesendet werden, dass sich Kommentator XY über Fahrer aufregt, die clever genug sind diese Pressehysterie zu boykottieren, noch mal 10% werden damit verbracht Alejandro Valverde als personifizierten Satan hinzustellen und im Rest wird dann eventuell mal auf das eine oder andere Rennereignis kurz eingegangen. Wem nützt denn dieses selbstgerechte Geseier?!? Keinem!!!! Nur weil man ein Jahrzehnt lang fröhlich die Realität ignoriert hat um die eigenen Investitionen zu schützen und Jan Ullrich nebenher auch noch mit einem künstlich generierten Erwartungsdruck ins schweizerische Exil trieb, muss man doch jetzt nicht versuchen das Ganze mit dieser journalistischen Hau-Drauf-Mentalität wieder kaputt zu machen! Kein Zwischensprint kann auch nur annähernd damit rechnen, dass sein Resultat ohne den dezenten „wir wissen ja nicht, wie dieses Ergebnis zustande kam, also registrieren wir nur die Reihenfolge“- Zusatz hingenommen zu werden. Jeder, der seinen Drahtesel auch nur halbwegs flott über französischen Asphalt steuert, ist sofort diesem Generalverdacht der GEZ-Verschwender ausgesetzt. Diese selbstgerechte, verlogene und nervtötend deutsche Art sich zum universellen Sittenwächter aufzuschwingen ist nicht nur für die Zuschauer eher ein Fluchtgrund zur wesentlich objektiveren Konkurrenz von Eurosport, viel mehr steht es auch dem in besagten Kommentatorentiraden oft geforderten „Neuanfang“ massiv im Wege. Neuanfänge sind nur dann sinnvoll, wenn man das „Alte“ abhakt. Wenn einem selbiges aber immer und immer wieder nachgeschleppt und alltäglich, wie eine schlechte Soljanka, wieder aufgewärmt wird, dann dürfte das schwer fallen. Sehen wirs doch mal ganz pragmatisch: Im Grunde brauchts nur zwei Sachen:
1.: Jeder, der erwischt wird, muss eine verbindliche Sperre bekommen! Sagen wir mal 3 Jahre (ohne Minderungsmöglichkeit) und von mir auch auch das Jahresgehalt, was ja in diesen Ehrenerklärungen steht. Das Ding muss aber auch juristisch wasserdicht sein und knallhart angewendet werden! Zack, das wäre doch mal ein Anfang. Wiederholungstäter sollten dann endgültig weg sein vom Fenster.
2.: Jeder, dessen Dopingbefund negativ ist, sollte erstmal als sauber gelten und medial dem entsprechend behandelt werden. (Somit geht man diesem Generve aus dem Weg, dass ein durchaus verständlicher Presseboykott wie von Andreas Klöden gleich als halbes Schuldbekenntnis hin gestellt wird. „Er habe keine eindeutige Position zum Thema Doping!“ hieß es da gestern beim Prolog. Nun, ich bin sicher er hat eine Position zu dem Thema; er hat nur keine Lust diese mit den Herren Inquisitoren hinterm Mikro zu teilen. Ist ja auch sein gutes Recht meiner Meinung nach. Mir würde es auch auf den Keks gehen, wenn dauernd so ein Knilch mit nem orangen Mikro hinter mir her springt und mit gespielter Bestürzung in der Mine fortwährend die selben Fragen stellt; vielmehr sogar unterschwellig ein exklusives Dopinggeständnis einfordert. Ich würde diese Gestalten auch links liegen lassen… vor allem wenn einem nicht mal die Flucht nach Kasachstan diese Heinis vom Hals halten konnte. ;-) ).
Man sollte einfach nen Schnitt machen jetzt; was juristisch noch läuft, das soll man einfach laufen lassen und selber bei Null anfangen! Die meisten der Fahrer, deren Namen im vergangenen Jahr in diversen Berichten auftauchten, sind doch eh weg vom Fenster… entweder suspendiert, ohne Rennstall oder im Ruhestand. Der Rest, der noch fährt, der wird, wenn man endlich mal konsequent ist, sowieso noch nach und nach aussortiert wenn etwas Handfestes vorliegt. Man muss nur mal von offizieller Seite Schluss machen mit diesen Wischiwaschi-Sanktionen! Und die TV-Sender sind doch sowieso erstmal die letzten, die sich anmaßen sollten über Moral oder Ethik zu urteilen! Einerseits Superlativ um Superlativ einfordern (klar, man sitzt ja selber nicht im Sattel, muss also dem eigenen Anspruch mit 40 Sachen nach L’Alpe D’Huez rauf zu schießen (im Sitzen versteht sich) nicht gerecht werden; auf der anderen Seite wird aber gleich jede Schmerztablette als Betrugsversuch mafiösen Ausmaßes erachtet. Klar, die Fahrer dopen ja auch nur um die ARD zu bescheißen… !
Lächerlich ist das! Und wenn ich am Vortag der Tour in der Tageschau dann noch ein „Experteninterview“ sehe, wo der Herr Nachrichtensprecher am Ende besorgt nachfragt „Müssen wir denn jetzt, wo Doping angeblich nicht mehr statt findet, mit einem Einbruch der Leistungen rechnen?“, dann wird mir schlecht!
Sonntag, 13.05.2007
WHY DON`T YOU DO RIGHT?
Servus!
Hatte ich gesagt „ZWISCHEN“ Moldawien und Rumänien?!?!? * fg* Diesmal hat’s ja selbst damit nicht geklappt! Während Moldawien 10. wurde und die Rumänen immerhin auf Rang 13 landeten, verschlug es unseren Schnulzenknödler lediglich auf einen hoch verdienten 19. Platz! Eine Gaudi ist das... Rodscher, das schlagergewordene Schalke 04!!!
Die Reaktionen sind ebenfalls wie erwartet, nur, dass dieses Jahr, vor allem seitens der BLÖD, noch ne gehörige Portion Großmachtbehaviorismus und arrogante Deutschtümelei hinzu kommt. Schon die Schlagzeile ist eigentlich nicht mehr als eine dumpfe Parole: „Sollen wir da noch mitmachen?“ Wenn’s nach mir geht: Nö... wäre ja schließlich auch kein Verlust wenn das Geseier mal ohne uns statt findet. Weiter geht es mit dem Terminus der „Stimmen-Mafia aus dem Osten“. Stimmen – Mafia... sorry liebe Kreativlingsabteilung, aber das ist doch nun die absolut dämlichste Matapher, die einem in Bezug auf einen Sangeswettbewerb einfallen kann! Das absolut Letzte, was eine gut organisierte „Familie“ zulässt ist schließlich, dass einer singt!
Des Weiteren fällt auch noch, direkt zu Beginn des Artikels, die etwas großkotzig anmutende Floskel „Warum mag uns eigentlich keiner?“ negativ auf! Ja, warum eigentlich nicht? Dabei sind „wir“ doch schließlich Deutschland, Papst, Weltmeister der Herzen, aktueller EU-ABV und Knut in einem! „WIR“ sind so ne Art eierlegende Wollmilchsau, wie man unschwer erkennen kann; und da erdreistet sich das Balkanvolk doch tatsächlich ihre Stimmen dem Nachbar- und ehemaligem Bruderland zuzuschanzen dessen Titel es im Zweifelsfall sogar noch versteht, anstatt unseren farblosen Trällerheinz mit seiner emanzipatorischen Wahnvorstellung auf den Thron der Belanglosigkeit zu hieven? Skandal sage ich nur!!!!! Aber vielleicht liegt die Antwort auf die „Beliebtheitsfrage“ auch einfach irgendwo zwischen 1914 und 1945... auch wenn’s abwegig ist liebe BLÖD, aber ich für meinen Teil würde dieses Faktum mit in meine Erwägungen diesbezüglich einbeziehen... schaden kann’s ja nicht.
Nächstes Kuriosum ist die Kosten-Nutzen-Aufrechnung, die Logik, der selbige folgt ist einfach: Deutschland zahlt gemeinsam mit Frankreich, Spanien und den Briten den Löwenanteil dieses Gehampels, da will man doch bitte auch Siegchancen haben! Nach dieser Logik, wäre Nike Fußballweltmeister!
Man soll doch endlich mal von dem hohen, schwarz-rot-geilen Ross runter kommen und die wahren Gründe für das erneute Versagen akzeptieren. Allen voran: Seht es endlich ein: DER SONG WAR SCHLECHT!!! MIES! Ja geradezu NERVTÖTEND!!!! Man kann sich manches einfach nicht schön reden (selbst „schön saufen“ klappt hier meiner Meinung nach nur mit ganz, gaaaaanz hartem Stoff). Dieses halt- und inhaltsloses Gesäusel ist dermaßen glattgeschmirgelt, dass man sich doch gar nicht wundern muss, wenn die menschliche Votingmaschine vorm Bildschirm den gleich wieder vergisst. Was mich betrifft, weckt dieses Gejammer mehr unterschwellige Aggression als die Nine Inch Nails... (nur mit dem grundlegenden Unterschied, dass die das beabsichtigen)! Das wäre schon mal Punkt 1 auf einer sehr langen Liste!
Ach pfeif... was rege ich mich überhaupt auf?!? Wenn dieses Land nicht so verunhunzt wäre, hätte ich schließlich auch nix, was ich in diesem Theater hier spaßbringend verwursten könnte! Also nächstes Jahr graben wir am Besten dieses hessische Schimpfwörterbuch wieder aus, das gerade Sangesheini von Dieters Gnaden geworden ist (spätestens in 2 Monaten eröffnet der eh Möbelhäuser), und lassen ihm von nem drittklassischen Baggerfahrer ne Hymne an seinen Lover auf den hibbeligen Leib komponieren... dann will ich mal sehen womit der Ostblock kontert! * fg*
Samstag, 12.05.2007
ALL YOU ZOMBIES
Und es geschah dereinst ein gar verwunderlich’ Mirakel, eine schicksalhafte Wendung, welche eine ganze Nation in die Dunkelheit zu treiben drohte. Getrieben vom finstersten Dichterfürsten, welcher jemals unter der Erde wandelte, gewann ein blasses Weib, bar jedes Charismas oder freien Willens, den Sangeswettstreit der düstersten der düsteren Barden. Eine Marionette, nicht mehr war sie in den Klauens des personifizierten Bösen! Ihr zweifelhafter Triumph läutete eines der finstersten Kapitel in der Geschichte ihres geschundenen Volkes ein: die 80er!!!!! Und über alles was ist, alles was war und alles was jemals sein wird, regiert seitdem mit eiserner Faust und lederner Knute der grausame Gebieter der ewig gleichen Harmonien, das namenlose Grauen am Notenschlüssel... der Erwecker DJ Bobo’s... R. Alf El-Sieg!!!! Seit Jahrzehnten scheitern seine Lakeien nun schon am selbstauferlegten Anspruch... an der Hybris ihres Gebieters zerschellen ihre wahnwitzigen Ambitionen. Alljährlich hetzt der finstere Herrscher eine seiner Kreaturen auf die freie Menschheit und alljährlich scheitert er... alljährlich zerschellen die Monster, welche aus der tiefsten Gruft der musikalischen Perversion hervorkomponiert wurden an Spartas Schilden!
Öhm... na gut, das mit Spartas Schilden war jetzt vermutlich doch etwas arg dick aufgetragen und vor allem unrealistisch! Am Ende scheitern sie wohl eher an der eigenen Talentfreiheit. Ich glaube es ist klar worum es geht: Es ist Grand Prix Tag! Mal wieder! Jahr für Jahr schickt jedes Land einen „repräsentativen“ Vertreter des eigenen Liedgutes in irgend ein Feindland, wo es sich an dieser Farce beteiligt und hofft, irgendwelchen EU-Beitrittskandidaten „12 Points“ aus dem Kreuz zu leiern! Dieses Jahr ist aber alles anders! Das fängt schon damit an, dass Finnland definitiv kein „Feindland“ ist, sondern an sich `ne super Sache... so was wie das T-Bone Steak unter den Nationen; und zweitens gehen der EU auch die Beitrittskandidaten langsam aus! Aber eines wird sich wohl nie ändern: Der Anspruch, dass Deutschland sich mit seinem lächerlichen Beitrag „ganz weit vorne“ sieht! Seit jenem Sündenfall zu Beginn der 80er, als „Ein bisschen Frieden“ das erste und bisher einzige Mal ein deutscher Beitrag geadelt wurde (historisch gesehen sind Titel und Herkunftsland irgendwie paradox *fg*), geht alljährlich jenes unwürdige Schauspiel los, welches man schon langsam nicht mehr mit ansehen kann. Im „nationalen Vorentscheid“ (klingt eher nach nem Stammtisch in Pirna) wird aus einer Horde von „Gestalten“ jene herausgefiltert, die man für „die Beste“ hält! Da von da an noch ein paar Wochen Zeit sind, zerrt man die arme Sau dann erst mal durch sämtliche Fernsehsendungen um sie a) in die Welt der D-Promis einzuführen und b) der vollkommen ahnungslosen Bevölkerung erst mal diese eine Gestalt vorzuführen, welche angeblich „repräsentativ für das deutsche Liedgut“ sein soll. Dabei wird Jahr für Jahr gebetsmühlenartig herunter geleiert, dass der Kandidat dieses Jahr nun aber wirklich mal ein ganz ein feines Liedchen trällern wird und dass er sowieso der Top-Favorit bei den englischen Buchmachern sei (*lol*, tolle Quelle) und dass die Siegchancen so groß wie nie seien! Am Ende geht der Delinquent dann alljährlich baden und landet irgendwo zwischen Moldawien und Rumänien. Doch anstatt zu akzeptieren, dass Deutschland so was wie der FC Köln des Grand Prix ist (gut, man war halt einmal „Zufallsmeister“), wiederholt sich diese Leier Jahr für Jahr. Man könnte natürlich auch mal eine deutsche Band dahin schicken, die den Namen „Band“ auch verdient, aber nein... man zerrt lieber diese Zombies aus der wohltuenden Finsternis der Schlagerhitparaden ans Tageslicht! Kein Wunder, dass sie da versagen... schließlich sind es Zomies! Ich prophezeie mal folgendes: Hätten wir in den vergangenen Jahren Rammstein dahin geschickt, hätten wir `nen Sieg mehr auf dem Konto (mal ganz davon abgesehen, dass die Mannen um Till Lindemann sich Gott sei Dank nie für so nen Schmarrn hergeben würden). Der Grand Prix ist doch, allerspätestens seit Lordi, in der heutigen medialen Zeitrechnung angekommen... nur wir raffen es scheinbar nicht und pochen auf Traditionen, die gemeinsam mit ihren Verfechtern so langsam aber sicher aussterben!
Heute Abend geht’s also im Helsinki rund... ich mag die Stadt, darum tut sie mir auch irgendwie leid! Was die armen Finnen (an sich ja ne ganz ne feine Metal- und Rock-Nation, wenn man von solchen Brechmitteln wie „The Rasmus“ mal absieht) da heute über sich ergehen lassen müssen, hat einfach kein Volk verdient! Alleine der deutsche Beitrag ist ja wieder mal bezeichnend! Roger Cicero nennt sich unser „Hoffnungsträger“, ein GANZ EIN GROßER Swing-Sänger ist er (angeblich) und seine Siegchancen sind geradezu zementiert! Der Sieg nur eine Frage der Höhe und sein Triumphzug zum Weltstar binnen 14 Tagen unausweichlich vorgezeichnet! Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber: Den Typen kannte doch vor dem „nationalen Vorentscheid“ (... Pirna, ihr erinnert euch ;-) ) kein Mensch!!! Clever ist er ja, immerhin säuselte er am Weltfrauentag sein Machwerk „Frauen regier’n die Welt“ ins Mikro und wurde auch prompt vom zumeist weiblichen Publikum gewählt... Wahnsinn, oder!? Aber Hitpotential hat dieses Geschwurbel nicht! Das Ding gibt’s ja noch nicht einmal im Jamba – Sparabo, das würde mir als Rodscher Zitzeroh aber übel zu denken geben!
Ich spiele mal wieder Hobbynostradamus und sage für den heutigen Abend ein ähnliches Debakel (D-E-B-A-K-E-L) voraus, wie wir es bereits die letzten Jahre erlebten. Spätestens nach der Bekanntgabe der Punkte aus dem... sagen wir: fünften Land, wird klar sein, dass „wir“ (ich exkludiere mich freiwillig in diesem Fall, also :“ihr“)... also dass „ihr“ über eine hohe dreistellige Platzierung nicht hinaus kommen! Schicksal, wie bist du grausam! Der Rodscher wird dann entweder noch ein paar Tage mediale Dresche beziehen oder, wie letztes Jahr, jene würdelose Trotzreaktion „das Lied war toll, doch die Welt noch nicht bereit“ erleben dürfen. Danach war’s das erst mal mit dem schnellen Ruhm und man wird ihn bestenfalls noch ab und an unter „Vermischtes“ in der Tageszeitung als Dreizeiler finden wenn ihm sein Rentnerhut mal geklaut wird oder so. Anders wird’s nicht kommen liebe Leute... morgen werdet ihr an meine weisen Worte denken! In den nächsten 10 Stunden will das zwar außerhalb des zurechnungsfähigen Teiles unserer Gesellschaft niemand so recht wahr haben, aber morgen werdet ihr noch an meine Wort denken!
Gewinnen wird wahrscheinlich irgend so ne nackte Frau aus Osteuropa mit nem ziemlich anzüglichen Titel (schaut euch die spiegel.de Fotostrecke der Kandidaten einfach selbst mal an und ihr werdet feststellen, dass „nackte Frau“ noch euphemistisch ausgedrückt ist). Auf der Aftershowparty werden sich dann wieder Georg Uecker, Thomas Hermanns und Claudia Roth auf nem schwarzen Ledersofa treffen, wie letztes Jahr, und angeregt über die Kostüme der Siegergruppe debattieren. Sollte dabei die Rede noch mal auf Lordi kommen, wird sich die selbsternannte Vorzeigeökokratin (Achtung: Neologismus ;-) ) wieder in einem minutenlangen Monolog über diese „finnischen Monster“ echauffieren (für all jene, die ihre gefühlten 987 Ausbrüche, die sich letztes Jahr diesbezüglich nicht mitbekommen haben wird das wohl auch unterhaltsam sein)... mehr wird da auch nicht passieren. Der Informationsgehalt dieses TV-Abends wird somit, so ist es zu erwarten, mal wieder dem Nullpunkt entgegensteuern (und zwar dem ABSOLUTEN Nullpunkt) und sich in einer sinnlosen Vernichtung von Sendezeit erschöpfen! Warten wir mal ab was passiert, aber so schön wie letztes Jahr wird’s wohl (leider) nicht. Ne` bessere Wahl als Lordi konnte es doch gar nicht geben, wenn die Zombiegilde mal wieder ihre Besten kürt! ;-)
Sonntag, 06.05.2007
HOPE OF DELIVERANCE
(Paul McCartney... SIR Paul McCartney)
Ein großes Halali an euch liebe Mitmenschen! Heute ist das Leben einmal, zumindest in einer Hinsicht, nicht die gewohnt hinterhältige Mistkrücke, die einem fortwährend genau dann doch eine versemmelt, wenn man denkt, es könne eigentlich nun WIRKLICH nicht mehr schlimmer kommen! Nein, heute hat es mal jemanden getroffen, dem es der vernunftbegabte Teil der Weltbevölkerung (eine gefühlte Minorität) auch wirklich gönnt... Paris Hilton! Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, dass es diese Medienmatratze eigentlich nicht auf den Olymp der zeitgenössischen Gesellschaftskritik, sprich in meinen Blogg, schafft... zumindest nicht als Gegenstand eines ganzen Eintrages... aber in diesem Fall mache ich doch gerne mal eine Ausnahme! Für alle, die das Glück hatten den heutigen Tag bislang ohne Strom verbringen zu dürfen (mittlerweile ist das ja schon fast ein Privileg), sei nochmals kurz der Grund meiner angeklungenen Temporäreuphorie kurz und prägnant (prägnant... das heißt doch „schwanger“, wenn ich mich nicht irre... schwangere Gründe??? ... dann doch lieber grundlos schwanger, da bekommt der Junior wenigstens ne eigene Sekte... na egal, weiter im Text) na eigentlich wollte ich nur mal kurz und präzise darlegen, warum das heute so unglaublich viel Spaß gemacht hat die eine oder andere Nachrichtensendung zu verfolgen. Paris Hilton muss in den Knast!!! So, das haben viele von uns ihr schon immer mal gewünscht und der Rest wird es ihr sicherlich gönnen! ;-)
Selbst die Boulevardblätter, für welche sich die Madame ja (metaphorisch gesehen) regelmäßig „bückt“, legen bestenfalls ein enorm aufgesetzt wirkendes Mitleid an den Tag. Das ist ungefähr so durchschaubar wie die meisten Outfits der Delinquentin persönlich. 45 Tage soll die Frau Milliardärstochter nun einwandern... 45 Tage, die uns freien Mensche vorkommen werden wie der Himmel auf Erden! Endlich Ruhe vor dieser penetranten Person!!!! Niemand mehr, der sich und seine zwei hässlichen, bis zur absoluten Perversion überzüchteten Kitschköter bei jeder Gelegenheit vor das Kamerateam einer gewissen Frauke L. schiebt um mit piepsiger Stimme die eigene Hirnfreiheit auszurufen! Keine Videos mehr von wilden Kopulationsorgien zwischen einem x-beliebigen metrosexuellen Testosteronverweigerer und unserer Gangsterbraut, welche dann wieder wochenlang medial ausgekatscht werden (... obwohl sie doch eigentlich nur auf einer biologisch fundierten Basis zeigen, warum Dummheit so schnell nicht ausstirbt). Keine Werbung mehr für Dosenprosecco, jenes schreckliche Gesöff, welches sich die so genannten „Fans“ literweise in den Rachen schütten, nur um ihrem „Idol“ nahe zu sein (Tssss... „Dosenprosecco“... das ist doch was für Veganer wenn ihr mich fragt! ;-)). Außerdem wird auch für 45 Tage mal Schluss sein mit dem vollkommen sinn- und haltlosen Geschwurbel von den so genannten „It-Girls“ der „Society“ (die „Es-Mädchen“ der „Gesellschaft“... „Edelnutten“ auf Deutsch). Schlimm genug, dass man sich genötigt sah einen eigenen Begriff zu finden, nur um diesen Gestalten mal definitorisch Herr zu werden. Es kann doch nicht sein, dass es ernsthaft Leute gibt, die der Hilton „nacheifern“... „Fan sind“... „zu ihr aufblicken“... wo soll uns der allgemeine Sittenverfall denn noch hin bringen!?!? ABER ALLEM VORAN wird auch den Klatschmagazinen für eben jene 45 Tage mal eine ihrer ergiebigsten Quellen genommen! Wenn nicht sogar DIE beste Quelle! Für die Zeit, wo in welcher sie erst mal weg vom Fenster ist, sollten sie sich lieber jetzt schon mal den einen oder anderen Seitenfüller suchen (Am besten man füllt den einen oder anderen C-Promi mit billigem Fusel ab und spendiert ihm dann ne Runde „Koks und Nutten“ um mit den „zufällig entstandenen Bildern“ dann seine Ehe über den sprichwörtlichen Jordan zu jagen)... sonst müssen sie am Ende noch das Lügen einstellen und gehaltvolle Meldungen drucken, nur um die Seiten zu füllen... und wenn es wirklich soweit kommt: wer bringt denen letzteres erst mal bei???? Wenn wir Glück haben, geht binnen dieser magisches anderthalb Monate sogar die BUNTE pleite!
Hach... was freue ich mich schon auf diese Zeit... herrlich wird das! Man stelle sich doch mal vor, was die gute Paris da so alles für neue Erfahrungen und Eindrücke erwarten... das ist der Hammer!!! Bisher konnte sie sich noch immer von Papi freikaufen lassen oder zur Not auch die eigene Blondheit (die mentale wohlgemerkt) quasi als „Deflektorschild“ gegen die Konsequenzen der eigenen Unzurechnungsfähigkeit hoch fahren... damit ist jetzt erst mal Sense! Der nette Herr Richter (Michael Sauer... nennen wir ihn der Einfachheit halber nur noch „Messias“) hat nämlich sämtliche Hafterleichterungen kategorisch ausgeschlossen... nix mit „elektronischer Fußfessel“, welche es ermöglicht hätte die Haft auch in einen vom Vatis Prunkpalästen abzusitzen... zwischen Goldbesteck und Dosenprosecco; nix mit Ausgang für PR-Termine... volle 45 Tage KNAST!!!!
Für all jene, die jetzt den bei dieser Thematik fast schon obligatorischen Seifenbückerwitz erwarten sei kurz angemerkt, dass ein solcher im Frauenknast nur wenig Sinn macht! Aber das macht ja erst mal nix, spätestens wenn sie da drin auf die ortsansässige Knast-Walther trifft, wie es sie ja (seit es RTL gibt weiß das ja jeder) in jedem Gefängnis gibt, spätestens dann gibt’s Action! Wenns nach mir ginge, würde die mit der klassischen Kugel am Fuß den ganzen Tag im Steinbruch auf irgendwelche Granitblöcke eindreschen, nur um abends dann zerkochtes, fettdurchzogenes Schweinefleisch mit braungrünem Kartoffelbrei serviert zu bekommen! Einzelhaft käme natürlich auch nicht in Frage... irgend so `ne Gestörte wird sich schon finden, die man mit ihr in eine Zelle pferchen kann und die der Madame dann Nacht für Nacht irgendwelche kranken Ghettogeschichten vorsingt.
Das Schöne ist, dass man ja auch mal so richtig mistig sein könnte indem man ihr, wie im Film, ne Torte nebst eingebackener Feile schickt; die fragt am Ende noch die Wärter, was man damit machen kann! (Selbst wenn, und ich kann den Konjunktiv gar nicht stark genug hervorheben: SELBST WENN sie WISSEN WÜRDE, dass dieses Werkzeug unter Umständen der Schlüssel zur Freiheit (und somit zwangsläufig auch einem Meer von Dosenprosecco ) darstellt... bei Fluchtversuchen hat das Wachpersonal doch eindeutige Instruktionen *fg *!!! (Womit die 45 Tage dann nur der Anfang der Besinnlichkeit gewesen wären)
Naja, man mag gemerkt haben, dass sich mein Mitleid für die Paris in sehr, sehr engen grenzen hält... was sie sich ja auch irgendwo selber zuzuschreiben hat! Ach ja, wofür wurde sie denn nun eigentlich verknackt? Antwort: Fahren ohne Führerschein und der damit verbundene Verstoß gegen Bewährungsauflagen! Wenn man das bedenkt, sind 45 Tage schon recht großzügig und milde... vielleicht sollte die eine oder andere Bürgerrechtsbewegung mal bei den Justizbehörden vorstellig werden und auf die Gemeingefährlichkeit dieses kriminellen Subjektes hinweisen, man hört ja heutzutage so wahnsinnig viel beunruhigendes Zeugs von Rückfallquoten und so! Fahren ohne Führerschein... das ist doch nur der Auftakt zu einer beispiellosen kriminellen Karriere! Kann man das denn wirklich verantworten als Justiz? Alleine das abgrundtief schlechte Beispiel, welches sie für die zutiefst religiös erzogenen und gottesfürchtigen Töchter der amerikanischen Sektengesellschaft abgibt... blasphemisch und ketzerisch! Schon aus reinem Selbstschutz sollten die Amis diesen Sittenstrolch länger hinter Schloss und Riegel behalten finde ich! ;-)
Na gut, nun aber genug der Schadenfreude... am Ende kommt es bestimmt (und leider) eh ganz anders: Der Knastaufenthalt wird vom Hiltonsproß kurzerhand in einen PR-Termin in eigener Sache umgewandelt, Frauke Ludowig begeht nen Raubmord um als Zellengenossin exklusiv berichten zu können (schönes Wortspiel, oder?!? ;-) ) und am Ende... richtig... saufen alle DOPENPROSECCO!!!!!!
Mittwoch, 11.04.2007
KILLING TIME
„Freunde, Römer... Landsleute.“ Die nominelle Trilogie unserer italienischen Hochkultur (jaja, die waren quasi schon mal so etwas Ähnliches wie Weltmeister) soll heute mal als Grußformel dienen! Der Anlass ist genauso blutig wie er auch erfreulich ist; man könnte ihn auch knapp mit „300“ beschreiben (gut... das waren jetzt Griechen und keine Römer, aber das sind doch nur Details...). Es ist schon seltsam, aber da muss man gut 26 Jahre warten, bis Hollywood endlich mal den ultimativen Männerfilm ausspuckt... und trotzdem gönnt es einem keiner so recht! Aber dazu später, erst einmal wollen wir dieses Filmchen mal kurz aus subjektiver Sicht beleuchten, bevor wir mal schauen, was die selbsternannten Speerspitzen der Gegenwartskultur da zu meckern haben!
Wir schreiben also das Jahr 480 v. Chr. (was damals freilich noch niemand wissen konnte), genauer gesagt den 11. August! Nach ein bisschen Hick-Hack mit den eigenen Leuten knüppelt ein gewisser Leonidas, seines Zeichens König von Sparta, die Perserhorden, welche zu Millionen (Herodot schwankt da so zwischen 2 und 5) mit seinen 300 Spartiaten am Thermophylenengpass fröhlich ins Jenseits. Das geht so lange gut, bis Ephialtes (übrigens griechisch für „Verräter“) seine Spartaner verrät (wie sollte es auch anders sein?!?) und selbige von Xerxes dem Ersten und seinem Landungstrupp mehr oder weniger höflich über den Styx komplimentiert werden (in Expertenkreisen geht man davon aus, dass das eher auf die weniger höfliche Art geschah)! Ums kurz zu machen: Spartaner kaputt, Xerxes gewinnt, Griechen findens doof und Xerxes hat am Ende dann doch den Zappen`!
So... klingt eigentlich ganz nett soweit, nach Geschichte eben.
Genau das wurde nun verfilmt, allerdings basierend auf einem Frank Miller Comic, was ja schon wieder aussagekräftig genug ist. Das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach durchaus sehen lassen. In einem finsteren Universum, welches von Gelb- und Ockertönen dominiert wird, häckseln sich die spartanischen Heldenfiguren fröhlich durchs Perserheer und bringen alles um die Ecke, was ihnen Xerxes entgegenschickt. Xerxes selbst zeichnet sich durch einen übertreiben schwuchteligen Habitus aus (Sorry, aber schauts euch an: anders kann man das nicht ausdrücken) und trägt seinen Sieg aufgrund einiger übel deformierter Urviecher davon (Orks sind dagegen ja noch richtig hübsch...), welche entweder Verbündete Köpfen oder, wie Ephialtes, selbige halt verraten. Das Ganze spielt sich auf einer extremst stilisierten Comic-Ebene ab, was ja an sich schon verhindert, dass man den Film ernst nimmt und des Weiteren auch die „FSK 16“ Freigabe erklärt. Die „Perser“, welche sehr explizit zerlegt, gemetzelt, erdolcht, erstochen, geköpft, „entbeint“, erschlagen, ertränkt, erschossen und danach zu monumentalen Mauern aufgetürmt werden, sind optisch so etwas wie eine Kreuzung aus Dracula und Gollum. Als solche haben sie mit den realen Persern ungefähr soviel zu tun wie Waldorfschulen mit Playstations!
Unterm Strich bleibt „300“ ein einzigartiger Spaß... ein Comic in Filmform, eine Pixelbluttriefende Hommage an Frank Miller und seine düstere Ästhetik irgendwo zwischen Sagenwelt und Freakshow; bei welcher die Realität/die Geschichte bestenfalls das Fundament des Ganzen liefern. Sagen wir es so wie’s ist: Wer an „300“ irgendwelche Ansprüche jenseits jener der „Unterhaltung“ stellt, hat veritabel einen an der Klatsche, zumindest wenn ihr mich fragt!
Nun befinden wir uns aber in einer Welt, auf die genau das zutrifft! Alleine die Tatsache, dass jemand wie Paris Hilton mit Ihrer Dummheit zur omnipräsenten Medienfigur werden kann und die Gazetten mit sinnleeren Meldungen á la „Geständnis: Paris Hilton duscht nackt!“ ein Vermögen verdienen können, sagt doch schon genug über das Maß an Zurechnungsfähigkeit aus, welches man dieser Gesellschaft noch ungestraft unterstellen kann. Ähnliches war, selbstverständlich, auch im Falle vom „300“ zu erwarten. Das Interessante dabei ist nur, dass wirklich jeder (so absurd es an den einzelnen Beispielen auch klingen mag) seinen Senf dazugeben muss! Die abstrusesten Organisationen und Verbände plärren angesichts einer simplen Comic-Adaption gleich wieder los und monieren, dass ihnen die Popkultur mal wieder barbarischst ans moralische Bein gepinkelt hat!
Los geht das, wie soll’s auch anders sein, in den USA! Besonders interessant ist, dass die Konservativen meinen, er würde den Widerstand der Islamisten im Irak gegen die glorreichen GI’s verherrlichen und somit den Krieg verlängern, während die Liberalos ihn als unsäglichen Motivationsfilm für die eigenen Truppen zur Moralstärkung sehen! (In beiden Interpretationen ist der Film schlecht und die US-Truppen die Spartaner... wenigstens da ist man sich einig. Außerdem sagt besonders die zweite Parallele schon so einiges über das gesellschaftliche Heldenbild der US-Bevölkerung aus und über den Umgang mit Heldenfiguren, welcher ja auch die Comicvorlage prägte... es ist halt US-typisch in gewisser weise, worauf ich gleich nochmals zurück kommen werde)! Der Vergleich hinkt natürlich an allen Ecken und Enden, aber so ist er nun mal der Ami: soweit es sein Horizont überhaupt zulässt, versucht er Hinz und Kunz für sein eigenes Weltbild zurechtzuinterpretieren. Hinzu kommt ja noch, dass es im Film die eine oder andere halbnackte Frau durchs Bild springt... na gut, eigentlich „springen“ die nicht im engeren Sinne sondern verweilen mit einer gewissen ästhetischen Hartnäckigkeit auch schon mal ein Weilchen länger vor der Kamera... auf jeden Fall kommt das im doppelmoralischen Amiländle ja auch nicht wirklich gut an. Ich lasse das Ganze an dieser Stelle mal unkommentiert, man kann sich ja denken, wie fruchtbar diese Diskussion ist... und welche wandelnden Vollpfosten sie in Gang gebracht haben dürften!
Bei uns, im Bundesrepublikchen, weiß man scheinbar mancherorts auch nicht so recht, wie man den Film einordnen soll (Wie gesagt: mein Vorschlag wäre ja: Popcorn-Kino ohne Anspruch im besten Sinne)! Und was macht der Deutsche, wenn er mit irgend etwas nichts anzufangen weiß? Klar: er schaut erst einmal nach, ob man da nicht irgend was mit Hitler reininterpretieren kann! Einerseits kann man so sein gesamtgesellschaftliches Trauma mal wieder zur Diskussion stellen, andererseits macht das Dasein als Spaßbremse und griesgrämiger Kulturgangster mit erhobenem Zeigefinger ja auch irgendwie Spaß! Da wird dann von „Riefenstahlscher Ästhetik“ geschwafelt, oder dem Film ein „faschistoider Anstrich“ unterstellt. Da der Film aber der US-Comic-Kultur entspringt und seiner gezeichneten Vorlage folgt, ist der Look doch nur logisch. (Super-) Helden sind in diesem Genre nun mal so... man stelle sich nur mal einen Superman mit Wampe und Überbiss vor... das ist dann vielleicht „politisch korrekt“, funktioniert aber nicht wirklich! Das Schönste ist ja, dass sich die meisten der „Empörten“ sich 1. nicht wirklich mit der ganzen dahinterstehenden Kultur auseinandergesetzt und 2. die Grenze zum 60. Lebensjahr schon weit weiiiiiiiit überschritten haben. Interessant ist eben nur, dass man hier die Irak-Parallele eher weniger zieht. Scheinbar kann jeder Kulturraum anhand von „300“ seine eigene (kriegerische) Vergangenheit in irgend einer Form ver- bzw. bearbeiten. Wirklich sinnvoll müssen die Parallelen dabei auch nicht wirklich sein wie man merkt.
Jedes Volk? Nein, eigentlich nicht... der Iran beispielsweise will lieber den USA bei derem schlechtem Gewissen weiterhelfen und moniert, dass „Hollywood den Iranern den Krieg erklärt“ habe. Der Grund liegt in der Darstellung der Perser... gut... die waren jetzt entweder die übelsten Urviecher („die Unsterblichen“, der Scharfrichter, etc.) oder eben androgyn bis zum Getno (Xerxes). Aber deswegen gleich so ein Fass auf zu machen... wegen einem Comic-Spektakel... ich weiß nicht?!? Was sollen wir denn dann sagen? Das Lieblingsfeindbild der Traumfabrik ist seit ca. 60 Jahren schließlich nicht der Perser... sondern der Deutsche. Sucht man einen ganz besonders bösen Schurken und will dessen Brutalität, Menschenfeindlichkeit und Blutrunst dann noch ganz besonders hervor heben, wird einfach ein Deutscher gecastet. Wären Vampire nicht von vorne herein Rumänen, hätten sie wahrscheinlich auch kleine Bärtchen und würden das „R“ rrrrrollen! ;-) Aber beschweren wir uns? Natürlich nicht... (wäre vielleicht auch keine allzu gute Idee, nachdem man bereits Weltkriege verloren hat).
Die Beispiele ließen sich jetzt noch ewig fortführen, aber ich glaube, dass ich ungefähr klar gemacht habe was ich meine.
Am Ende ist es leider so, dass es heute jedem, aber auch wirklich JE-DEM Freak möglich ist, seinen Senf zu nahezu sämtlichen Themen abzugeben... egal wie unqualifiziert und niveaufremd dieser auch sein mag!!! (Und bevor hier die Sittenwächter ob diesen vermeintlichen Eigentores frohlocken: Nein, die innewohnende Selbstironie des letzten Satzes ist mir durchaus nicht entgangen, sie ist sogar gewollt... irgendwie muss man sich ja abgrenzen * fg*). Ich will „300“ hier nun wahrlich nicht schön reden... auch, wenn ich den Film einfach nur großartig fand, aber das ist meine eigene Meinung! Vielmehr nervt mich dieses selbstgerechte Geschwurbel irgendwelcher engstirniger Heinis, manchmal sollte man einfach akzeptieren, dass sich der transportierte Inhalt eines Filmes in jenem der „Unterhaltung“ bzw. des „Spaßes“ erschöpft bzw. einfach eine neue, unbekannte Untergrundkultur transportiert, welche zwar von Symbolik und Gewalt geprägt ist, aber nicht zwingend beides zum Selbstzweck stilisiert wie es in der Realität mitunter leider vorkommt! Es kann doch nicht die adäquate Reaktion sein, dass man sich mit oberflächlichem Ekel abwendet und betont, welche hohen Kulturgüter der alten Griechen der Film eben NICHT beinhaltet und wie schrecklich das doch alles ist! Wenn man an hochgeistigen Kulturgütern und den philosophischen Meilensteinen der Zeit rings um jenen 11. August 480 v.Chr. interessiert ist (was an sich ja auch eine hochinteressante Sache ist), dann sollte man ohnehin lieber ein Buch lesen!
Dienstag, 27.03.2007
PUT AWAY FORBIDDEN PLAYTHINGS
Gott zum Gruße werte Methodistenwelt! Hier spricht mal wieder der Onlinepfarrer vom Orden der exzessiven Orgiastik. Grüß euch, meine Schäfchen, zu einer weiteren Messe! Von meiner virtuellen Web 2.0 – Kanzel herunter werde ich ja ohnehin nicht müde, euch gar mannigfaltig Unheil zu verkünden und von boshaft Menschenkindern euch Zeugnis abzulegen. So sind wir denn auch heute hier zusammengekommen, um eine weitere Episode aus der Lasterhaftigkeit der Welt zu vernehmen und den großen Satan in uns selber anzuprangern, welcher uns versucht mit Rausch, schnellem Reichtum, fleischlichen Sünden, dicken Autos, nackten Frauen... und natürlich mit fleischlichen Sünden unter Mitwirkung nackter Frauen in dicken Autos vom Pfad der Tugend abzubringen und unsere Seelen mit sich in den tiefsten Höllenschlund zu zerren, wo sie einer seiner finsteren Schergen auf dem Höllengrill schön goldbraun brutzelt.
Hallelujah!
Na, wie geht’s euch denn so da draußen? Heute schon gesündigt? Nein? Na dann beeilt euch mal lieber... wer weiß wie lange man noch tun und lassen kann wonach einem gerade der Sinn (oder welches Organ auch immer) gerade steht! Bevor hier die Frage auftaucht, wovon der Typ hier eigentlich gerade redet, will ich mal lieber für Klarheit sorgen. Im fernen Chemnitz („hinter den sieben Zwergen bei den sieben Bergen...“ oder so ähnlich zumindest) hat sich nämlich eine Geschichte ereignet, welche man in dieser Form sonst nur aus Übersee kennt. (Verkündet von Minnesängern, welche eigenfüßig den Atlantik durchflogen)!! Hmm... wo fängt man denn da an? Kepler! Johannes Kepler! Ja, der Kerl dürfte ja bekannt sein! Kepler war der Urheber (nennt mir mal jemand da das Verb) der „Keplerschen Gesetze“, war also kurz gesagt JURIST! Öhm.... Jurist? Nee... laut Wikipedia war er „ein deutscher Naturphilosoph, Mathematiker, Astronom, Astrologe und Optiker“ Gut! Also halten wir vorerst fest: Kepler war kein Jurist im engeren Sinne, Kepler war vielmehr ein Optiker! Nun wollte es das Schicksal, dass ausgerechnet nach diesem Optiker `ne Schule benannt wurde... und zwar hinter den sieben Zwerg... na kurz gesagt: in Chemnitz! Und weil Optiker im Allgemeinen schlau sind oder zumindest aus unerfindlichen Gründen dafür gehalten werden, ist das sogar ein Gymnasium! Gymnasien sind nun, wenigstens Gerüchten zufolge, ein Ort humanistischer Bildung, wo das Wissen geradezu ununterbrochen aus den Lehrkörpern in ihre Schüler strömt bis diese zum Bersten voll sind mit wissenschaftlichen Fakten und aufklärerischem Denken! OK, ich gebe zu, dass das auch wieder Humbug ist... nicht alles was heutzutage in die Sechstklässler strömt ist „Wissen“ im engeren Sinne, vieles davon ist wahrscheinlich sogar verschreibungspflichtig, aber an sich sollte das mit dem Humanismus und dem aufgeklärten Gedankengut doch grob hinhauen wenn ihr mich fragt! Also fassen wir mal zusammen: Kepler; Optiker; Schule; schlau; Gymnasium; Humanismus; verschreibungspflichtig!
Das könnte alles sooooo toll sein!!! So `ne kunterbunte Bon-Bon-Welt mit fliegenden Schnitzeln und Flüssen aus handwarmem Bier... wenn, ja wenn da nicht die böse, böse Welt des metaphysischen Extremismus diese Horte der Menschlichkeit infiltrieren würde! Im Falle unseres „Kepler Gymnasiums“ zu Chemnitz geschah diese Infiltration durch dunkle Mächte auf gar unscheinbare und daher besonders hinterfotzige (hey... das sagen die Bayern so, ich zitiere nur! Liegt wohl daran, dass deren „First Lady“ seit geraumer Zeit „Muschi“ heißt... krankes Volk!) Art und Weise: Das Unheil kam in Gestalt zweier Kinder! Obwohl... eigentlich waren`s ja nicht die Kinder, eher die Eltern! Na eigentlich ist das ja jetzt auch Wurst! Am Ende mussten jedenfalls die beiden Blagen die Rübe dafür hinhalten, als Auslöser zum größten denkbaren gesamtgesellschaftlichen Rückschritt (nämlich einem weiteren hin zur Amerikanisierung) gedient zu haben! Auslöser war „Harry Potter“! Nun bin ich ja auch nicht gerade der größte Fan dieser wandelnden Zaubermurmel mit ihrer Rune auf der Stirn! Fantasyliteratur sollte sich meiner Meinung nach zu einem nicht unwesentlichen Teil mit Zwergen beschäftigen um interessant zu sein... nicht mit halbgaren Briten, die sich gegenseitig in Frösche verwandeln! Na jedenfalls hat das Kultusministerium des hiesigen Freistaates im Briten-Harald scheinbar die Geheimwaffe zur Steigerung der Lesebereitschaft gefunden. Harry Potter als so eine Art „V2“ gegen die Sidos dieser Welt.... wenn man so will! Und so fand diese „V2“ dann auch Eingang in die Analen unserer Lehrpläne hier... und zwar Klasse 5! Gut, mir persönlich ists egal was die Wänster da lesen... und lieber Harry Potter als „Effi Briest“ (dieses Buch wird dermaßen überbewertet, unglaublich. Poetischer Realismus ist ungefähr so nützlich Fußpilz wenn ihr mich fragt!)! Nun kamen aber die Eltern dieser zwei Heinis auf die Idee, dass die Kleinen durch diese satanistische Hetzliteratur vom falschen Wege abgebracht werden könnten... also AUF den falschen Weg gebracht werden... ach egal, irgendwie solls halt nicht gut für sie sein, wenn die kleinen Jesus und Judas (Namen anonymisiert) in ihrer Bildungseinrichtung mit diesem Teufelswerk konfrontiert werden! Man muss sich das aber auch mal vorstellen: da mühen sich die Eltern jahrelang ab um ihren Sprösslingen die nötige Gottesfurcht einzuprügeln (bitte metaphorisch verstehen!) und dann kommt so ein dahergelaufener Pädagoge und macht das alltägliche Durchexerzieren von Bibelversen durch diese Britenliteratur zunichte! Jedenfalls hatten die Eltern Erfolg, der Schulleiter potterte den Harry aus dem Lehrplan und lässt jetzt was anderes lesen... „Effi Briest“ wahrscheinlich! (Leiden müssen mal wieder die Kinder, typisch!) Zwei Eltern!!!!! ZWEI!!!!! Und wegen diesen Hippies wird gleich ein kompletter Lehrplan gekippt, das muß man sich mal vorstellen! Das ist ungefähr so, als würde der Vatikan in Washington einmarschieren! Aber bei uns ist das eben möglich; zwar (noch) nicht aus gesamtgesellschaftlicher Retardiertheit, wie etwa in der USA, sondern viel mehr aus dem tiefen Impuls heraus, ja keiner Minderheit auf die Füße zu treten. Statt einigen wenigen, die mit ihrem vorgestrigen Weltbild wieder und wieder versuchen dem Rest der Menschheit die Suppe zu versalzen, mal Vernunft zu lehren (oder wie hier zumindest deren Kindern), wird lieber der Bildungsauftrag verwässert! Demnächst kann wahrscheinlich jeder grenzdebile Freak zum Vertrauenslehrer watscheln und selbigem diktieren, was der kleine Karlheinz denn bitte so zu lernen hat, bevor er nachmittags ins jesuitische Agitationscamp zurück geschickt wird. Das ist eine ganz böse Entwicklung wenn ihr mich fragt... . Ich sehe doch schon die Kreationismusdebatte auch hier aufflammen. Wer braucht denn schon die Evolution, wenn er genauso gut „erschaffen“ sein kann?!? Wartet es ab, demnächst ist die Erde wieder flach! Mich würde mal interessieren was die Eltern der anderen Kinder zu diesem Kokolores sagen, ich würde da jedenfalls mal ganz gepflegt beim Kultusministerium vorstellig werden und darum bitten, dass dieser Mist unterbunden wird! Sollen sie doch ihren Bibelstoff privat pauken, da stört es keinen weiter! Aber es kann doch nicht sein, dass zwei Familien den Lehrstoff einer ganzen Klassenstufe diktieren und das in einem Staat, welcher sich eigentlich als säkular versteht! So ist mit „Pisa-Studie“ und „Verbesserung“ ohnehin bald Essig. Doch statt ein Machtwort zu sprechen und diesen Flanders - Jüngern mal klar zu machen, dass sie nicht überall erfolgreich ihren Rüssel reinhängen können, wird das einfach totgeschwiegen und akzeptiert! Ich sehe doch demnächst schon wieder die Scheiterhaufen brennen, wenn jemand die Schöpfungsgeschichte leugnet. Aber klar, bevor man in Deutschland wieder „religiöse Ansichten unterdrückt“, und seien selbige auch noch so absurd und fortschrittsfeindlich, lässt man das Volk lieber verblöden... fehlt ja eh nicht mehr viel!
Diese Paranoia ist typisch deutsch und auch von derart konservativem Charakter, dass es einem schon weh tut überhaupt daran zu denken was aus ihr noch entstehen kann wenn wir nicht aufpassen!
Na egal, ich will diesen Heinis auch nicht mehr Forum bieten, als sie verdient haben; außerdem haben sie sich mit dieser Aktion ihre warhol`schen 15 Minuten ohnehin schon abgeholt. Festzuhalten bleibt eben, dass man in Deutschland als numerische Minderheit der Masse zur Not immer seinen Willen aufzwingen kann, man muß ihr nur unterstellen, dass man sich sonst diskriminiert fühlt! Mit Vernunft hat das alles freilich nix zu tun... woher auch!?! Ich für meinen Teil habe jedenfalls keine Lust darauf, dass diese Spaßbremsen sich wirklich in jedem Lebensbereich profilieren müssen. Sollen sie ihre Askese doch im Privaten durchziehen, da hindert sie kein Mensch dran... aber wenn sie ihre Blagen auf ein Gymnasium schicken (jene weltliche Schulart, die offenkundig dem Satan persönlich untersteht und wo die Kinder mit blasphemischer Wissenschaft gequält werden bis auch der letzte Funken Gottesfürchtigkeit einem gewissen Herren Darwin Untertan ist), dann sollten sie nicht dem Rest der Menschheit ihre Borniertheit aufdoktrinieren... das gehört sich einfach nicht... PFUI TEUFEL!!!!
Samstag, 10.03.2007
DICTATOSAURUS
Servus! Heute halte ich einfach mal die Klappe... manche Meldungen sind einfach so dermaßen abstrus, daß sie einfach keinerlei weiteren Kommentars bedürfen um ihre volle Lächerlichkeit zu entfalten. Beispiel gefällig: Die SPD erwägt ernsthaft, Adolf Hitler auszubürgern...
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/zeitgeschichte/0,1518,470844,00.html
Donnerstag, 08.03.2007
LEARN TO FLY
HALT!!!! HIERGEBLIEBEN!! Tach’chen allerseits! Auch wenn der ganze Spaß hier langsam so abwechslungsreich wie ein Lenny Kravitz – Album wird, aber wir kommen halt nicht los von der Klima-Debatte. Mittlerweile hat man den Eindruck, dass alle ernst zu nehmenden Konzepte schon angesprochen (und, falls man für sie investieren müsste gleich wieder verworfen) wurden. Atomausstieg verzögern? Klar, das ist zumindest noch logisch..., auch wenn der nette Herr Schutzmann dann ein paar Jährchen länger die Rowdys von den Schienen nahe Gorleben schubsen muss. Autoabgase reduzieren?... Jo... sehe ich auch noch ein, dass das diskutiert wird. Irgendwo ist es ja auch Blödsinn, dass der eine oder andere Herr Vorstandsvorsitzende mit nem Sechzehnzylinder (aber im Schritttempo) Pranzringeln über die Schicki-Micki-Meilen dieser Republik dreht um seine ergaunerten Steuermillionen aus Monaco der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Dann gibt’s da noch so ein paar andere Themen die irgendwie dem gesunden Menschenverstand folgen und daher auch Gott sei Dank ENDLICH mal ernsthafter diskutiert werden. Nur, wie gesagt, das Naheliegende wurde schon vor Wochen in den Diskurs eingebracht, nun, da sich bereits die CSU über Umweltthemen zu profilieren sucht, scheint die Zeit der absurden Ideen zu kommen. Absurd ist vielleicht der falsche Terminus... nennen wir es einfach: BLÖDSINN! Klar, will man die CSU links überholen muss man sich neuerdings anstrengen (wer hätte gedacht, dass es mal so weit kommen kann...?!?). Also werden Ideen generiert, die sogar Beavis und Butthead zu peinlich wären! Beispielsweise dieser Geniestreich, dem bundesdeutschen Völkchen Auslandsreisen zu vergellen... wer muss denn gleich nach Hawaii jetten, wenn er im eigenen Land Ecken vorfindet, die mindestens genauso toll sind?!? Da wird dem Charme einer nur mit Baströckchen bekleideten Strandschönheit, die einem (während man sich natürlich gerade in einer handgeflochtenen Hängematte räkelt) einen eisgekühlten Schirmchendrink reicht und einen sodann auch noch mit einer etwas ausführlicheren Hula-Tanz-Einlage begeistert doch tatsächlich ein zweiwöchiger Kultur- und Aktivurlaub im malerischen Bottrop entgegengestellt. Wer ernsthaft erwartet, dass das zieht, der ist wahrscheinlich in seinem Leben schon zu oft in Bottrop gewesen! Ich sehe ja ein, dass es durchaus unnötig ist mal eben „zum Shoppen“ nach Mailand oder New York zu düsen... nur weil das gerade so „Hipp“ ist und der Gatte am Wochenende sowieso „verhindert“ ist („Verhindert“ heißt schlicht: Vollgekokst auf der Juppiefeier). Das ist selbstredend Schwachsinn... aber wenn man weg will, will man weg... und „weg“ ist nun mal überall, nur nicht „hier“! Da sind doch mal wieder den Spaßbremsen am Werk bei diesen schildbürgerlichen Ideen... ! Wenn die bei Kerzenlicht in ihrer Holzhütte hocken und dabei selbstangebauten Haferschleim löffeln wollen, während sie vom „Urlaub“ in der Kommune nebenan träumen (mal wieder so RICHTIG ausgelassen Körbe flechten), dann sollen die das von mir aus tun; aber ich lasse mir hier nicht verbieten nen Flieger zu besteigen um mal raus zu kommen aus unserer Reformstaurepublik hier!
Wenn dem Deutschen nix Sinnvolles mehr einfällt, so habe ich zumindest den Eindruck, macht er sich das Leben einfach freiwillig schwer. Mir fällt da immer das Bild der sich selbst kasteienden Mönche aus dem Mittelalter ein. Ja, das trifft es wohl ganz gut: Der deutsche Michel verwurzelt sich hingebungsvoll mit der Bommel seiner eigenen Schlafmütze. Besonders nett fand ich im Übrigen das Beispiel, dass ernsthaft aufgerechnet wurde, dass ein Flug nach Peking pro Kopf wesentlich mehr CO2 verursacht, als die entsprechende Autofahrt! Soso... da ist das Auto plötzlich wieder ne sinnvolle Alternative... die Rechnung ist so kühn, ich lach’ mir ´n Ast! Bloß gut, dass das alles nicht so heiß gegessen wird, wie man es derzeit brutzelt. Sonst fahren wir irgendwann alle in unseren japanischen Hybridschüsseln zum Strandurlaub an die deutsch-niederländische Grenze (Dank der Amis und ihrer Ökomoral ist Holland dann trotzdem geflutet... da wette ich doch drauf). Jedenfalls würden wir uns dann fragen, warum wir eigentlich die vergangenen 3 Jahrzehnte darauf verzichtet haben uns dieses Land noch mal näher anzuschauen, bevor es endgültig absäuft, und stattdessen alljährlich in Bottrop waren. Puhhhh.... das kann ja lustig werden in Zukunft. Die Polarkappen hängen, auch wenn es unsren Stolz verletzt, nicht davon ab ob wir 365 Tage im Jahr in unserer Zweiraumwohnung hocken. SO WICHTIG wie wir uns immer nehmen sind wir Deutsche dann doch nicht. Also, ich möchte in meiner Funktion als oberster Moralwächter diesseits des Dnjepr meinen Landsleuten hiermit so eine Art urlaubstechnischen Persilschein ausstellen und euch zurufen: UM GOTTES WILLEN, FLIEGT EINFACH IN DEN URLAUB WENN IHR WOLLT!!! Sollen doch die zu Hause bleiben, die diese komischen Ideen andauernd verzapfen, irgendwer muss sich ja auch ums mediale Sommerloch kümmern!
Bevor ich mich selbstgerecht als Klimaretter feiere und krampfhaft versuche mir die Vorzüge Bielefelds im Vergleich zu London einzureden, sehe ich lieber was von der Welt... und das auch ganz ohne schlechtes Gewissen! ICH bin hier nicht derjenige, der mit Abgaszertifikaten dealt, dass es nur so raucht... !
Außerdem heißt es ja „Reisen bildet!“ und das ABSOLUT LETZTE, was unser Land momentan noch gebrauchen kann, sind noch mehr dumme Menschen!
Sonntag, 25.02.2007
WON'T GET FOOLED AGAIN
Servus... und Willkommen im Absurdistan der medialen Verwahrlosung! Trendwenden an sich sind was Feines, finde ich zumindest. Besonders, wenn man sich so vor Augen führt, was in den letzten Monaten so als „Trend“ durchging... kann ja eigentlich nur gut sein, wenn sich was ändert! Aber wie immer hat man die Rechnung dabei ohne den Wirt gemacht!
Besonders auffällig ist diese Art progressiv-dynamischer Verblödung in der Werbung zu beobachten. Was da in den letzten Tagen für Spots durch die Kanäle nudelten... un-glaub-lich! Ich sehne mich manchmal richtig nach dem guten Dieter Bürgi (repariert seit 15 Jahren in Leimen und Umgebung Waschmaschinen) zurück... das war wenigstens noch eine Konstante in der Werbewelt! Dieser Typ sah zwar aus wie ein Wiesel auf Speed, hatte aber irgendwie diesen „Credibility-Faktor“; Wenn Dieter Bürgi vom „Lochfraß“ schwärmte, hätte man ihm schlicht und ergreifend ALLES abgekauft, was er als Gegenmaßnahme (oder Präventivschlag) empfahl! ALLES!!!! Wirklich ausnahmslos ALLES!!! Hätte der Typ in den 70ern für Atomstrom geworben, hätte es die Grünen wahrscheinlich nie gegeben!
Nennen wir ihn daher von nun an schlicht „Messias“! Dieter „Messias“ Bürgi! So, das wäre geklärt! Was mag er denn heute tun, diese lebende Legende... dieses zeitgeschichtliche Neutrum von Weltformat? Nun, schließen wir einfach die Augen... fester... hey, du liest ja immer noch!! JA, DU!!!! DICH meine ich! Frechheit so was... und da soll ich mich konzentrieren können.... tse! Also, noch mal: wir schließen die Augen... ihr werdet müde... gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz müde!!!! MÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜDÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ!!!! Und so langsam sehen wir, was unser Held heute so treibt! Wir fliegen über ein Einfamilienhaus in „Leimen und Umgebung“, in welchem ein Mann seit mittlerweile etwa 25 Jahren Waschmaschinen repariert! Das wissen freilich nur wir, die Eingeweihten, denn an sich ist das ein ganz normales Haus. Nur die 13 Blaumänner, welche im warmen Februarwind auf der Wäscheleine vor sich hinwehen und ein weißes, leicht verwaschenes Schildchen mit dem Namenszug des Messias tragen, verraten, wer unter dem schlichten Schieferdach residiert! Langsam zoomen wir uns durch den Kamin ins Allerheiligste... das Fernsehzimmer unseren calgonitischen Superstars a.D.! Vorbei am Kaminsims, auf welchem die unzähligen Fotos platziert sind, welche der Messias beim hemmungslosen Ver- und Entkalken diverser Heizstäbe zeigen (später werden diese Reliquien so einiges wert sein... ). Schließlich verweilen wir vor einem leeren Fernsehsessel, ein recht antikes Stück möchte man meinen. Das fahle Licht einer stark flackernden 40 Watt Birne fällt auf einen Stapel „Waschmaschinen der Welt – perlweißer Fetischismus im Schleudergang“, eine Komplettsammlung jenes Schmuddelheftchens, welches von Oktober bis November 1978 vierteljährlich in Leimen und Umgebung erschien (ihm war ein zutiefst suboptimaler Verkaufserfolg beschieden). Plötzlich flammt ein kaltes, blaues Licht auf als unerwartet der Fernseher anspringt... langsam materialisiert sich das Bild von Frauke Ludowig auf der Mattscheibe, die gerade wieder ein Promi-Drama einmoderiert (wahrscheinlich hat sich ein X-beliebiger Society-Depp bei der monatlichen Welthungerhilfegala wieder überfressen und das säuerliche Schampus-Kaviar-Gemisch schwallartig über das Dolce & Gabana Kostüm seiner botoxledernen Sitznachbarin gegöbelt). Kaum haben wir, als semianwesende Virtualbesucher, uns von diesem Schrecken erholt, schließt sich hinter uns die Tür knarzend und der Messias persönlich betritt das Zimmer. Langsam, ja bedächtig, lässt er die Fernbedienung in die großen, weinroten Taschen seines ausgeleierten Morgenmantels gleiten und betritt in ausgetretenen Filzpantoffeln das Zimmer. Ein Geruch irgendwo zwischen Weihrauch und „4711“ weht uns entgegen als er sich stöhnend im Fernsehsessel niederlässt. Erst jetzt bemerken wir das handgeschnitzte Beistelltischchen, auf welchem er seine dampfende Tasse Hollundermelissenroiboskaramellfliederneunkräutergedächtniswürzmischungsfrühlingstee, mit einem Löffelchen Imkerhonig verfeinert versteht sich, abstellt. Gespannt harren wir der Dinge die da kommen mögen... was wird er uns mitteilen, der Messias... der Gebieter der kalkfreien Legionen, die Mensch-gewordene Nemesis des Lochfraß?!? Ruhig aber bestimmt erhebt er seine rechte Hand, greift in die Tasche seines Morgenmantels und holt die eben so sorgsam verstaute Fernbedienung hervor. An ihr kleben noch einige Brösel, wahrscheinlich Leibnitz-Kekse (nur echt mit 52 Zähnen), welche er mit einer beiläufigen Bewegung abstreift. Sein schlecht manikürter Zeigefinger nähert sich der Zahl „7“, zögert aber zunächst noch bevor er sie betätigt. Verstohlen schaut er uns an, als wüsste er um unsere Anwesenheit. Als schließlich ein verschmitztes Grinsen über sein von Altersflecken verkratertes Antlitz huscht, wenden wir uns beschämt ab und betrachten die Quelle des Lichtblitzes, welchen das göttliche Messias-Zapping hervorrief! Kanal 7... Werbeblock des Schicksals... die Spots der Retardierten... oder kurz und knackig: Comercials of DOOM!!!!!!!!:
Episode 1 : Rechtssprechung und der „Bitch-Pullover“
Man mag ja meinen, dass der Tabubrüche schon genug getätigt sind. Aber es gibt immer noch den einen oder anderen Strategen, welcher das anders sieht. Beispiel gefällig? Aber gerne: Durex! Die sympathische Firma Durex solle dem einen oder anderen unter den sensationshungrigen Lesern dieser Zeilen noch bekannt sein als Hersteller von deutschen Qualitätsparisern (das war früher gar nicht mal so paradox dieses Wort ;-) )! Nun wollte das Schicksal aber, dass der böse böse Heuschreckenkapitalismus dem Firmenmanagement eine Erweiterung der Produktpalette aufdrängte. Das Ergebnis war „Gleitcreme“! So, nun ist gegen Gleitcreme an sich ja auch nix zu sagen (in Texas bzw. Satzung freut sich sogar die Fauna wenn der Farmer da investiert * fg*) aber mir verschließt sich irgendwie die ethische Vertretbarkeit den dazugehörigen Werbespot auch noch im Nachmittagsprogramm auszustrahlen! Da sitzen dann die versammelten Intelligenzverweigerer auf dem Presspappesofa ihrer Rädelsführerin beisammen, trinken ab 13 Uhr Sekt respektive „Stroh 80“ und erfreuen sich am Reality TV von „Olli Geißen“ bis „Richterin Alexander Schlagmichtot“. Schlimm genug mag man meinen, aber zu allem Überfluss kommen sich „Talkshow-Trulla“ im ausgeleierten schwarzen Wollpullover (mit rosa „Bitch“-Schriftzug versteht sich) und ihr kahl rasierter „Lonsdalepullover-Heini“ „von nebenan“ bei dem Füllstand ohnehin schon näher als den Ästheten unter uns lieb sein kann. Muss man die denn dann wirklich noch auf dumme Ideen bringen, indem man ihnen bereits vorm Bierfrühstück die Gleitcremewerbung um die Ohren schleudert?!?! Ich habe da so meine Zweifel, ob das ne gute Idee ist.
Episode 2: Sinischer Triumphalismus oder: Wir sche*ßen auf den Westen
Nachdem wir diesen Schock überstanden haben, räuspert sich selbst der Messias angewidert und schlürft vorsichtig die Gischt von seinem Hollundermelissenroiboskaramellfliederneunkräutergedächtniswürzmischungsfrühlingstee, welcher, mit einem Löffelchen Imkerhonig verfeinert, fröhlich vor sich hindampft! Optimistisch wie wir sind, geben wir dem Werbeblock noch eine zweite Chance und bewundern die reziproke Anmut, welche unser Auserwählter verströmt, als er keuchend den frisch hervorgeräusperten Rachenschleim in ein, liebevoll mit seinen Initialen besticktes, Stofftaschentuch erbricht. Nachdem er sich mit selbigem auch noch die letzten Schleimfäden aus dem Vollbart geklaubt hat, wenden wir uns wieder der Flimmerkiste zu. Wir erblicken einen, aus globalkultureller Perspektive, leicht sinisch angehauchten Jungen, welcher soeben den großen Porzellangott (mal ausnahmsweise nicht bildlich gesprochen: ) bescheißt! Mit freudestrahlendem Gesicht hämmert er nach vollbrachter Missetat auf ein Plastikhütchen ein, welches ein fürsorglich denkender Verwandter säuberlich an die Wand gedübelt hat. Nicht einmal das Ausbleiben des erhofften Wohlgeruches vermag seine Stimmung zu trüben, im Gegenteil... er ruft sogar seinen nächsten weiblichen Verwandten um an dieser weltpolitischen Sensation, welche er gerade selber fabriziert hat, teilzuhaben. Am Ende hat Mama dann die nächste Ampulle der beworbenen chemischen Keule in die Halterung geschraubt und Junior ist glücklich (wie einfach das doch manchmal geht...)! Nennt ihr das wie ihr wollt, für mich ist das übelster Fäkalhumor. Oder anders: Produktwerbung, die die Welt nicht braucht. Was interessiert es mich denn, ob dieser Knilch aus dem neuen „Wiltschaftswundel-Land“ im Badezimmer eine chemisch simulierte Sommerwiese per Knopfdruck entfalten kann?!? Dann doch lieber Bierwerbung!
Episode 3: Harmonie im Dickdarm
Bewegen wir uns nun im Verdauungstrakt mal etwas weiter nach oben! Erinnert ihr euch noch an die Zeiten, als alles „light“ war oder „fettreduziert“? Diese Attribute haben heutzutage ausgedient! Viel mehr scheint zu interessieren, ob das Kalbsschnitzel auch probiotisch, oder der Feldsalat auch ja naturbelassen vom einem linksdrehenden Ökobauern eigenfüßig handverlesen wurde! Noch absurder wird’s dann, wenn diese lächerlichen 10ml Plasteflaschen voller Lifestyle-Joghurt-Drinks promotet werden! Das Zeug soll immerhin „probiotisch“ sein. „Probiotisch“? Streng genommen, heißt das ja nix anderes als „für lebendig“... also etwas, was ich von jedem Lebensmittel erwarte. Aber mittlerweile surft eine ganze Zielgruppe auf dieser Ökowelle. Hat man früher noch über Zehrealien-Junkies gelächelt, die verhärmt und mit einem verlogenen „schmeckt lecker“ ihre Körnermischung in sich hinein spachtelten, so schwappt einem mittlerweile ja schon Unmut entgegen, wenn man auch nur daran denkt diesen Wahnsinn anzuprangern und sich ein abgepacktes Steak statt der Tofuäquivalenz zu kaufen. Jedenfalls muss ja dieser Irrsinn auch geschürt werden und so kommt es dann, dass wir Spots über Milchprodukte sehen, welche „die Darmflora in ein natürliches Gleichgewicht bringen“. Ganz großes Tennis! Denkt man mal zurück, so kam die Evolution auch ganz gut ohne „Darmgleichgewicht“ zurecht... zumindest so lange, wie man Hackfleisch noch nicht synthetisiert hat! Das Problem ist also mal wieder hausgemacht: Erst dreht man und das Gift an und verscherbelt uns dann auch noch das Gegenmittel. Ethisch ist das freilich anfechtbar, aber die Einwohner von Juppiestan können sich so guten Gewissens allabendlich und im Stakatotakt der Stalinorgel die Koks-Lines in die Birne ziehen ohne dabei ihrer Gesundheit gegenüber Reuegefühle zu entwickeln... wer braucht schon Nasenschleimhäute solange die Darmflora im Gleichgewicht ist?!?
Puhh.... mehr geht nun aber wirklich nicht finde ich. Wir sind wohl gut beraten, wenn wir nun das weite suchen und Dieter Bürgi mit seinem Televisor alleine lassen... Messias hin oder her, der Kerl hat definitiv die falsche Programmzeitschrift. Also schweben wir langsam aus dem Zimmer, sehen gerade noch, wie der Kopf des mittlerweile eingeschlummerten „Waschmaschinenmonteurs aus Leimen und Umgebung“ nach vorne sacht und ein dünner Speichelfaden sein Kinn hinunter rinnt, welcher sich morgen früh wahrscheinlich zu einer ansehnlichen Pfütze auf dem Morgenmantel ausgebreitet haben wird... jedenfalls vermuten wir das bevor wir durch die Molekularstruktur der Sandsteinwände schweben und das Haus in mit dem Schieferdach in der Folgezeit hinter uns lassen! Das nächste mal, habe ich gerade beschlossen, suchen wir uns lieber einen anderen Erlöser... einen ohne Fernseher. Dieter Bürgi ist ja schön und gut, aber vom TV-Wahnsinn kann er uns, als Medienfigur, auch nur schwerlich erlösen! Die Suche geht also weiter... die Suche nach einem Charismaten, welcher Denkvermögen, Sexappeal und bedingungslose Unzurechnungsfähigkeit miteinander vereint; einem Erlöser mit Bart (ohne sieht einfach doof aus... zumal er auch als Guru vorzeigbar sein sollte); einem Erlöser mit übersinnlicher Aura und vor allem ohne Nasenhaare!!! Die Suche nach.....
................ RUMPELSTILZCHEN!!!!!!
Freitag, 23.02.2007
I JUST DON'T KNOW WHAT TO DO WITH MYSELF
Willkommen in der Welt des ewigen Lächeln liebe Biber! Biber... und was sonst noch so im China-Imbiss lebt! Wir haben mal wieder jene befremdliche Situation, welche ich einerseits genieße, andererseits aber auch irgendwie befremdlich finde: Es ist Freitag, es ist zwar spät, aber so spät, dass man von „SEHR SPÄT“ sprechen könnte ohne sich selber veritabel die Taschen voll zu lügen, ist es nun auch wieder nicht. Was macht man also um diese Zeit? Nun, was mich betrifft, so stellten sich mir im Wesentlichen 2 Möglichkeiten: Nr.1: Krimiabend! OK, gegen Krimis habe ich an sich ja nix, solange sie mit „CSI“ beginnen und möglichst realistische Leichen von möglichst coolen Detectives auf möglichst spektakuläre Art gerächt werden. Doch hier und heute schlägt die Stunde des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und da hört bei mir irgendwie der Spaß schon so ein bissel aus. Im Gegensatz zu Derrick ist Horatio Caine vielleicht noch grün hinter den Ohren... aber dafür besitzt er eben nicht dessen angeborenen Valium-Faktor! Kurz gesagt: Variante 1 scheidet heute irgendwie aus... was bleibt, ist die zweite Alternative, welche sich zur Abendgestaltung anbot: Abhängen vorm Rechner! Also sitze ich nun hier... kein Mensch weiß so recht warum, aber darum geht’s ja auch nicht im Leben (das „Warum?“ Im Leben wird meiner Meinung nach kolossal überschätzt, vielmehr sollten wir uns bei jeder unserer Aktivitäten fragen: „Was haben eigentlich die (besagten) Biber davon?“... die Welt wäre dann gleich viel schöner!) Jedenfalls sitzt man dann, so vor seiner braun’schen Röhre und beginnt sich dezent zu langweilen. Gut, Winamp dudelt geduldig den einen oder anderen Klassiker vor sich hin, welchen man vorher in mühevoller Kleinstarbeit in die Playlist verfrachtet hat, nur dauerhaft bringts das auch nicht. Also entscheidet man sich, den Rest der Welt an seiner Lethargie teilhaben zu lassen! Und deshalb bin ich nun hier!
Also, was wollt ihr hören? ....... Nein, im Ernst, heute rufe ich mal die offene Runde aus hier... Blödsinn auf Zuruf sozusagen! J Niemand? OK.... dann muss ich mal wieder improvisieren! Wie wäre es denn, mangels kreativer Alternativen mit einer kleinen Reise durch meine musikalische Abendgestaltung? Wäre doch nett mal zu lesen, was der Onkel am anderen Ende der Tastatur so hört, was?!? So möge es beginnen:
Selig – Asche im Kaffee
Holla, da geht’s doch gleich mit nem ganz großen Klassiker los! Tolle Band, leider viel zu früh ins musikalische Geschichtsbuch eingegangen. Auch wenn der Herr Plewka versuchte sich mit Zinoba oder Temp Eau neu zu erfinden, war das doch alles kein Vergleich zu Selig! Ähnliches kann man übrigens über die derzeitige Staffel von „DSDS“ (ja, wir sind cool und benutzen Abkürzungen) nicht sagen... das ist seit nunmehr einem halben Jahrzehnt genau der selbe Mist, den die Herren um Diiiiieeeeetaaaaaa da verbrechen!
The Raconteurs – Broken Boy Soldier
Am Ende dieser Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten (ich weigere mich, das Wort „Mottoshow“ zu benutzen... das klingt wie’n Bingoabend im Stripclub) wird wahrscheinlich wieder eine dieser Figuren sich für 14 Tage mit einem fix zusammengezimmerten Stück Musikmurks in den Charts tummeln, bevor der Zahn der Zeit ihr bereits kurz nach der dritten Single-Auskopplung den Karriere-Garaus macht!
Fanta 4 - Krieger
Schönes Lied an dieser Stelle! Der Punkt ist doch, dass man im engeren Sinne keinen „Star“ sucht, sondern ihm sich zurechtschmirgelt, bis auch die letzte Charakterecke säuberlich abgefeilt ist. Erinnern wir uns doch mal kurz an die bisherigen Gewinner: Begonnen hat dieser Irrsinn mit „Alexander Knavs“; jenem charakterlichen Neutrum, welches sich dereinst aalglatt durch die Top 100 schlängelte, bis er auch den letzten Bundesbürger von seiner kompletten Talentfreiheit überzeugt hatte. Siegerin Nr. 2 war dann diese komische Frau mit den rot gefärbten Haaren... mehr gibt’s dazu eigentlich auch nicht zu sagen, denn diese Gestalt floppte an den Kassen der hiesigen Musikläden ja ungefähr so infernalisch wie die Irak-Strategie der Amis.
Aerosmith – Jeanie’s Got a Gun
Staffel Nr. 3 wurde dann von Tobias Regener gewonnen. Meines Erachtens nach noch der brauchbarste Typ, welche aus diesem ganzen Irrsinn hervor ging. Nachdem man ihm die gröbsten seiner Rocker-Macken mit nahezu exorzistischer Präzision ausgetrieben und ihn somit zum massenkompatiblem Bad Guy zurechtgestutzt hatte, durfte auch er sich seine warhol’schen 15 Minuten Ruhm abholen, bevor er demnächst bei Möbel Walther am Eröffnungstag bunte Bändchen durchtrennen muss. Ähnliches wird wohl dem armen Hund blühen, welchem diesmal die zweifelhafte Ehre zuteil wird diesen pseudotelegenen Schwachsinn für sich zu entscheiden. Bis dato wird aber wohl noch der eine oder andere Klassiker und an sich gute Song von den geladenen Delinquenten in den Sendungen geradezu vergewohlwurschtelt werden! Traurig ist das! Und wofür das Ganze? Keine Ahnung... das wird wohl kaum einer so genau wissen!
Death Cab For Cutie – Summer Skin
Au ja… Sommer… schön wäre es, wenn er noch etwas auf sich warten ließe. Aber momentan schauts ja eher danach aus, dass wir schon Mitte April die Borat-Badehose aus dem Sexspielzeugschrank holen und unsere Mitmenschen am Baggersee durch unsere Anwesenheit optisch belästigen können! 12 Grad im Februar sind im Erzgebirge einfach nicht normal... aber andererseits, was ist denn hier überhaupt noch normal! ;-) Jedenfalls finde ich das niedlich, wie ganz Deutschland momentan rotiert! Wo man auch hinzappt, ob Tagesschau oder Olli Geißen, irgendwann, da kann man schon drauf wetten, fällt das böse „K-Wort“! KLIMAWANDEL... huhuuuuu... der böse böse Klimawandel!
Pearl Jam – Smile
Mit huscht da immer selbiges übers Gesicht! Die selben Typen, die bis November noch fröhlich im Bentley zur Tanke um die Ecke fuhren um sich ne Dose fckw-freies Ökobier zu kaufen, werden urplötzlich vom grünen Gewissen gepackt. Erstens geht mir diese ganze Hysterie mal gehörig auf den Senkel! Ja, das nervt mich; UN-WAHR-SCHEIN-LICH nervt mich das! An allen Ecken und Enden wird man mit irgend welchen Hippieparolen zugenölt... wobei doch jeder Mensch, der halbwegs was in der Schüssel hat, diese so genannten „Umwelttipps“ sowieso schon instinktiv berücksichtigt.
Aerosmith – Dude (looks like a lady)… (Der Song läuft mal außer Konkurrenz, weil der Abschnitt über Alexander Knavs, wo er besser gepaßt hätte, schon vorbei ist ;-) )
Wo waren wir gleich noch mal? Ach ja, Umwelttipps die keiner braucht! Ich für meinen Teil brauche beispielsweise keine verhärmte Waldorfpädagogin, welche sich bunt anmalt und mich in der Fußgängerzone mit Flyern über das Waldsterben beschmeißt oder anfängt den Parteislogan der Grünen direkt vor mir tänzerisch darzustellen um zu wissen, dass es ökologisch ne ziemlich dusselige Idee sein dürfte den wöchentlichen Ölwechsel an seinem GTI im Trinkwasserschutzgebiet vorzunehmen! Zum Teufel noch mal... diese ganze Scheinheiligkeit der Debatte geht einem ja grundsätzlich schon auf den Keks! Kaum kann die versammelte Politprominenz ihre letzte Diätenerhöhung mal nicht in Kitzbühl in der Schickimicki-Skidisco durchbringen, es fehlt einfach der Schnee, schon wird wieder mit blindem Aktionismus um sich geschmissen! Tut mir leid, aber das ist lächerlich! Wie lange geistert denn der Begriff des „Klimawandels“ schon durch das Bewusstsein der halbwegs informierten Bevölkerungsschichten? Schon ne ganze Weile... aber man konnte ja nicht ahnen, dass das mal solche Ausmaße annehmen würde! Die Reaktionen sind auch mal wieder typisch: Zusatzsteuer für alte Karren, welche dann ökologisch sinnvoll re-investiert werden soll (Hmmm... das Prinzip kennt man schon von der ÖKO Steuer... ein Schelm wer Böses dabei denkt) und vor allem, quasi der neueste Streich: ein Glühlampenverbot!
Selig – Unterm Regen (Passt auch irgendwie, denn der wird auch bald wieder sauer wenn’s so weiter geht)
Da sind mal wieder die Genies am Werk! Energiesparlampen sind ja was Feines, ich selbst schätze sie vor allem wegen ihrer hohen moralischen Integrität, aber was zum Henker sollen diese Dinger schon ausrichten?!? Glühlampenverbot... damit soll’s dann wohl getan sein oder was?! Ohnehin wird die Diskussion, so fürchte ich, wieder vom Tisch sein, wenn es entweder doch noch schneit oder sich der nächste C-Promi ins Delirium kokst und sich die hinterbliebenen "Chicks" ums Sorgerecht fürs Konto prügeln! Dieser politische Öko-Kokolores erreicht als Gegenmaßnahme zum „Klimawandel“ doch den selben Wirkungsgrad wie Karnickel gegen Panzer (OK, das „Monty Python and the Holy Grail“-Karnickel jetzt mal ausgenommen)!
Pearl Jam – Off He Goes
OK, ich werde mir den Song mal zum Anlass nehmen um hier zu verschwinden und das Netz mal Netz sein zu lassen… hat ja irgendwie doch alles keinen Sinn! Überhaupt: was regen wir uns eigentlich so auf? Am Ende machen wir unseren Planeten nicht kaputt; wenn schon, müssen wir selber dran glauben. Die Erde an sich wird dann schon noch ne Weile durchs Weltall sausen, dazu brauchts uns Freaks nicht unbedingt! Bei der Dummheit, welche in unserer Spezies derzeit scheinbar gezielt kultiviert wird tut es einem, wenn man ehrlich ist, nicht mal so wirklich leid um uns. Wir hätten unsere Chance gehabt und basta. Eben noch bilden 9 Milliarden (ja, soviel Zeit gebe ich uns noch!!!) Menschlein die dominierende Lebensform des Raumschiffs Erde und schon einen El Nino später: PLOPP... alle wech!
Death Cab For Cutie – I’ll Follow You into the Dark
Übel dahingerafft von langen Dürren (nein, ausnahmsweise meine ich mal nicht Kate Moss) oder nem Vulkanausbruch in Bielefeld würden wir enden! Das Szenario sähe wohl übel aus... und nach uns? Was dann? Sintflut? Chaos? Eine neue Evolution die am Ende wieder uns hervor bringt? Oder schlicht und einfach: NÜSCHT!?!? Wenn ihr mich fragt, würde erst einmal nicht viel passieren... bis am dritten Dienstag nach Ostern, nach einer langen Schlacht gegen die Armeen der Finsternis, die Biber die Weltherrschaft an sich reißen würden!
Queens of the Stone Age – Lullaby (und gute Nacht Planet...)
Samstag, 03.02.2007
HAIL HAIL
Nee... was man hier leiden muss... da wird man genötigt auch noch die letzen Neuigkeiten preis zu geben. Na gut, wenns der Sache Nützt...! ;-)
Also worauf die beiden Kommentare zur textlichen Jubelfeier des Voreintrages abzielen, ist schlicht und ergreifend die Tatsache, dass meine kleine Schwester (Pseudonym bei Kommentaren: "Deine kleine Schwester") ihrer Verantwortung gerecht wurde und die ticketgewordene Legende schlechthin für uns erstand... aber langsam!
Fangen wir mal beim Urschleim an! Als, wie bereits leise anklang, einziges Tenclub (Tenclub entspricht Fanclub... geiler Reim, daraus kann man bestimmt auch 'nen Kreuzreim im Daktylus zimmern... ;-)) - Mitglied, hatte meine Schwester die eherne Aufgabe, sich um Tickets für das Düsseldorf - Konzert der 2007er PJ-Tour zu organisieren. Nun mag der Kleingeist in die Runde werfen: "Na und?!?"... worauf ich ihm sogleich ein knackiges "In den Staub BLASHEM!!!" entgegenschmettern würde, bevor ich eigenhändig dafür Sorge trage, dass der Scheiterhaufen auch ja besonders lange brennt! *fg* Das Ding mit den Tenclubkarten ist halt, dass sie limitiert sind (Pro Mitglied gibbet nur 2), dass die Teile einen 15 Minuten vor der grauen Masse in die Arena bringen (early entry), wodurch man sich frühzeitig im FOS Bereich an die Barrieren ketten kann ;-) und 3. dass die Dinger (natürlich) extrem begehrt sind (aus o.g. Gründen)! Aber wie heißt's so schön: Vor das Schnitzel hat der Herr die Sau gesetzt! Überträgt man diesen metaphorischen Mordaufruf am Nutzvieh nun auf den Karten-Kontext, so heißt das ungefähr so viel wie: Bezwinge den Server!
18 Uhr ging der VVK los... normal bedeutet das, dass man sich so gegen 18.15 Uhr langsam vom Gedanken verabschieden kann, noch eines der begehrten Kartenpaare virtuell in die Griffel zu bekommen. Nur exakt 18.01 Uhr entschied sich der Tenclub Server spontan, dass es doch ganz nett wäre nen kleinen Karibikurlaub einzulegen und Ticketshop mal eben Ticketshop sein zu lassen... brauch ja keiner so nen dekadenten Mist! Ich könnte jetzt wirklich den Ticker-Master auspacken und minutengenau die Ereignisse schildern... aber das würde wohl zu lange dauern. Also fassen wir uns kurz: wir, das heißt meine kleine Schwester und ich, saßen geschlagene 4 (!!!) Stunden vorm Rechner und tauschten via Chat und Forum (ja, Multitasking halt) unsere Frustrationslevel aus. Aber dann, durch eine glückliche Fügung, schnappte meine Schwester nen Link auf, welcher im Forum kursierte. Dieser Link (man könnte ihn mit Fug und Recht auch als "der EINE LINK" bezeichnen) ermöglichte es und in aller Ruhe zuzuschlagen. So segelten besagte zwei TC-Tickets in aller Seelenruhe in den virtuellen Einkaufskorb. Außerdem wurde, im Gegensatz zum Vorjahr, nahezu das komplette deutsche PJ Forum durch diese Fügung mit TC-Karten versorgt. Auch fein! :-)
So, heute um 9 Uhr ging übrigens der "normale" VVK los. Aber man soll sich nicht entmutigen lassen, wir hatten letztes Jahr auch "nur" normale Tickets bekommen... und wo standen wir? Mitten unter den glücklichen Tenclubbern. :-) Und selbst wenn wir uns rein theoretisch Zeit lassen könnten bis wir "at the venue" aufschlagen... irgendwie beschleicht mich der Verdacht, dass wir trotzdem schon wieder gegen Mittag anfangen die LTU Arena zu umschleichen... bei Pearl Jam Konzerten macht das Warten noch Spaß; der Weg ist das Ziel; oder: WE ALL WALK A LONG ROAD....! :-)
Freitag, 26.01.2007
THE BOYS ARE BACK IN TOWN
Servus zusammen!! Um es gleich mal vorweg zu nehmen: Jene, die nicht so auf die „Nachrichten in eigener Sache“, sprich meine zutiefst eigennützigen Monologe über die Einzigartigkeit diverser US-Bands (Papperlapapp… was hat hier denn der Plural zu suchen!?!!!) also die Einzigartigkeit EINER US-Band, stehen, die haben jetzt die offizielle Erlaubnis die literate Tätigkeit an dieser Stelle einzustellen und eben sonst was anderes zu fabrizieren! Für jene aber, die aus Mangel an Alternativen oder schlicht aus reinem Wissensdurst (soll’s ja geben ;-)) an dem, was ich gleich zu sagen habe ein gewisses Maß an Interesse haben, könnten das Neuigkeiten sein, welche sie frohlocken lassen. Just so, wie es mir heute früh ging. Vorweg mal ein dickes Dankeschön an den guten Jimmy (bürgerlicher Name dem Autor bekannt ;-)), welcher mich am frühen Vormittag über die jüngsten, dramatischen Entwicklungen auf dem Pearl Jam-Tour-Markt in geradezu fußballtickeresquer Manier auf dem Laufenden hielt! Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus und die Welt… tja, die Welt ist im Wandel!!!!
Man erinnere sich an den Frühling 2006, da war Pearl Jam Land in heller Aufregung! Nicht nur, dass man sich schon nahezu diebisch darauf freute dem neuen Album seine wohlverdiente Dauerrotation im CD-Player zu verpassen. Nein, gar beständig krawanzten hartnäckige Tourgerüchte durch die Internetforen und, vielleicht noch wichtiger, durch die Köpfe der durch Entzugserscheinungen geradezu ausgemergelten Fans! Man entsinne sich, es war im Jahre 2000 des Herren, dass es Eddie und Co. das letzte Mal nach Europa verschlug. Seit dieser Tour ist eine Menge Wasser den Rhein (und natürlich auch die Schwarze Pockau) herunter geronnen und von Jahr zu Jahr fragte man sich, ob man denn überhaupt noch einmal das Glück haben würde, vor dem leibhaftigen Vedder in der Menge zu stehen und sich bei einem von Mikey persönlich gezupften Yellow-Ledbetter-Schlußakkord innerlich zurückzulehnen und den Abend insgeheim heilig zu sprechen! Dann schwurbelte der TenClub irgendwann den Hoffnungsschimmer Nummer 1 unters Volk, das Cover des selbst betitelten Albums, welches auf türkisblauem Grund das Bildnis einer aufgeschnittenen Avocado zeigte. Gut, Avocados sind jetzt nicht soooooooo der Bringer, besonders nachdem ich die Teile kürzlich mal gekostet habe (es gibt tatsächlich Lebensmittel, welche sogar die Zugabe von Hackfleisch nicht mehr retten kann) ;-), aber das ist ja nicht der Punkt… das war zumindest schon mal der Anheizer Nr.1. Als dann noch die Tourdaten für Europa hinterher geschossen kamen, brach Hektik aus, da wurden schnellstmöglich Karten geordert, woher die kamen, war erstmal egal, Hauptsache die Fangemeinde war erstmal versorgt und konnte sich auf die eine oder andere Rock-Nacht einstellen. Deutschland wurde, in Anbetracht seiner weltpolitischen Bedeutung (nicht was ihr jetzt gleich wieder von mir denkt, aber immerhin hatten wir ja die WM ;-)) etwas stiefmütterlich behandelt von den Jungs. Kontrastiert man mal, dass selbst so ein unsympathisches Land wie Portugal gleich 2 Konzerte abbekam und sogar derer 5 in Italien (was hatten die bitteschön für ein einzigartiges Jahr 2006?!?) zelebriert wurden, dann wird einem das schnell bewusst! Jedenfalls führte das alles dazu, dass sich am 23.09.2006 die sonnendurchflutete Wuhlheide mit 18.000 positiv Bekloppten füllte, welche nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus ganz Europa angereist waren um der Band zu huldigen. Wie das genau abging, kann man ja meinem hier ebenfalls veröffentlichten Konzi-Bericht entnehmen. Kaum waren die Jungs fertig mit ihrer Wahnsinnsshow, da galt es schon wieder Abschied nehmen, es sei denn man wollte noch über Wien und Zagreb nach Athen reisen. Der Kater stellte sich bis jetzt nicht ein, und wird wohl auch noch etwas auf sich warten lassen, denn heute Vormittag brach folgende Meldung über die Community herein: PEARL JAM EUROPE TOUR DATES 2007!!!!! Los geht’s mal wieder im staatgewordenen Stiefkind Europas: in Portugal. Somit hat Lissabon schon sein 3. Konzert innerhalb von 10 Monaten… Sauerei so was!!! Aber egal, einen Tag später, am 9.6. macht Eddie dann sein Versprechen vom letzten Jahr wahr (nach 16 Jahren Pause spielten die Jungs mal wieder in Madrid und Eddie meinte nur “I hope it will not be another 16 years, cause we’ll be fucking old then!..... We’ll still be fucking, but we’ll be old!“) und beehrt die spanische Hauptstadt erneut. Aber betrachten wir diese 2 Termine mal als Warm-up, als Einspielen fürs erste große Tourhighlight. Lissabon und Madrid, die taugen doch auch im Fußball bestenfalls als Trainingsspiel für das einzig wahre MÜNCHEN!!! (Ich bitte an dieser Stelle mal festzuhalten, dass ich das selbe über BIELEFELD gesagt hätte, wenn die Jungs da auftreten würden… und Bielefeld freiwillig loben, das will bei mir schon was heißen) In der Olympiahalle soll am 12. 6. ein Happening sonders Gleichen steigen… ich sehe den Stonie schon fröhlich vor sich hin wippen und „Don’t Gimme no Lip“ performen… traumhaft wird das! Hätte ich das 1997 gewusst, als ich selbige Halle auf‚ ner Klassenfahrt besuchte (eigentlich sind wir da durch den Lieferanteneingang schon fast eingebrochen *fg*), hätte ich gleich mal ein Handtuch über einen der vorderen Sitze gelegt (wie man als Deutscher halt so reserviert… ;-))! Na jedenfalls können wir Großes erwarten von diesem Abend denke ich! Danach geht’s dann erstmal zu unseren polnischen Freunden nach Kattowitz (dieser Gig stand ja schon ein paar Tage fest) und anschließend mal wieder ins Weltmeisterland (NR. 6 in 10 Monaten, das geht dann doch zu weit)! Aber wohin, da sind sich die Geister noch nicht einig wie das „TBA“ im Tourplan verkündet! Am 16.6. hat dann das Nova-Rock in Wien das Glück unsere Genies beherbergen zu dürfen. Was die Ösis sich da jedes Jahr zusammenverpflichten kann man ohnehin nur als „Elite“ bezeichnen! Am 18.6. schließlich steigt das Konzert, was ich so von der Location her und von dem, was man sich davon verspricht als Gipfel des 2007 Möglichen bezeichnen würde: London…. WEMBLEY-STADION!!! Wer die 96’er Bootlegs aus der alten Arena kennt, der wird noch mehr frohlocken bei dieser Aussicht! 3 Tage später, frisch von der Insel zurückgekehrt, geht’s dann nach Düsseldorf, wo die Herren versuchen wollen München noch zu toppen! Und wenn sie schon mal hier sind, kann man ja auch noch das Southside und das Hurricane mitnehmen, damit sich der Deutschlandaufenthalt auch lohnt! Am 26.6. geht’s dann nach Kopenhagen, bei Dänen wurden sie auch seit geraumer Zeit nicht mehr gesichtet. Genauer gesagt seit 2000, was leider auch den finstersten Winkel der Bandgeschichte darstellt. Daher sah ich die Roskilde-Gerüchte dieser tage auch eher als schlechten Scherz an, als ernst zu nehmende Rumors. Mit tun sowohl die Finnen als auch die Schweden irgendwie leid, die hätten auch mal wieder ein Konzertchen der Jungs verdient. Aber egal, dafür dürfen sich das holländische Überflutungsgebiet um Nijmegen (28.6.) und Werchter in Belgien über musikalischen Besuch der Extraklasse freuen. Danach geht’s dann für die Jungs sicherlich wieder gen Heimat, immerhin hat dann ja fast jeder eine Familie nebst Sprössling zu versorgen. Man gönnt es ihnen… vor allem nachdem sie scheinbar ihre Liebe zu Europa neu entdeckt haben. Klar, hier kann man nicht so gut surfen wie in Australien oder Hawaii… aber dafür wissen wir hier noch, wie man ROCKT!!!!!! In diesem Sinne… vielleicht sieht man sich ja auf dem einen oder anderen Gig dieses Jahr… :-)! Ich jedenfalls freue mich schon jetzt wie'n Schnitzel!!!!!
Donnerstag, 18.01.2007
BLOWIN' IN THE WIND
Moin allerseits! Mitten aus der „Sturm und Drang-Phase“ des Klimawandels meldet sich hier mal wieder der ehrenamtliche Chronist des vokalen Grauens! Jetzt, wo ich hier im warmen Zimmerlein sitze und verfolgen muss, wie unser Wirtschaftswunderland vom Winde verweht wird, fällt mir irgendwie kein sinnvollerer Zeitvertreib ein, als euch mal wieder mit meinen pseudohumanistischen Weisheiten in Reinform auf den Keks zu gehen! Da ich mich aber nicht großartig damit aufhalten will hier den schicksalhaft destinierten Ökopessimisten zu geben und angesichts der Sturmfront „Kyrill“ (klar dass man mal wieder die Russen verantwortlich macht… schäm’ dich Kachelmann! ;-) ) den klimatologischen Weltuntergang zu verkünden, muss mal wieder ein Alternativthema herhalten um die humoristische Großoffensive auf euer Diaphragma (dreiteilig; hat seinen Ursprung im Pars lumbalis, Pars costalis und im Pars sternalis und setzt am Centrum tendineum an um unserem Organismus die Inspiration zu ermöglichen) zu starten! Da, mal abgesehen von meiner Schwester, jetzt wohl niemand so genau weiß, von was ich hier eigentlich rede, verspreche ich das am Ende des Beitrages zu klären! Bis dahin müsst ihr schon fleißig weiter lesen! *fg*
Das Thema, auf welches mich ein Artikel auf spiegel-online heute aufmerksam machte, ist so alt wie die Menschheit (jedenfalls so alt wie der artikulativ begabte Teil selbiger)! Es geht um Jugendsprache. Es wird zwar immer von „der“ Jugendsprache geredet, allerdings weigere ich mich seit heute dem zu glauben. Denkt meiner Generation mal zurück, dann erinnert sie sich, dass wir anno dazumal der anglizismenlastigen Generalverballhorung unserer Muttersprache bezichtigt wurden. Schlagwörter wie „cool“, „groovy“ oder „checken“ wurden herangezogen um den Hardcore-Konservativos in den Gefilden Ex-Germaniens das Horrorszenario vor Augen zu führen, welches wir angeblich herbeiführen sollten. Komischerweise erwies sich diese unsere Muttersprache allerdings als resistent gegen jedwede „Einmarschversuche“ der bösartigen Armee von Anglizismen, welche man abmarschbereit in Queen Lisbeth’s Schattenreich wähnte! Wenn es nun aber unseren Lieblingsendspielgegnern vom Inselreich und vor allem ihrer Sprache schon nicht gelingt unser verbales Analogikum zu Grunde zu richten, dann übernehmen wir das doch lieber selbst! Zumindest scheint sich das die verkommene Jugend zu denken (wie ich dieses Schlagwort doch liebe)! Was ich da lesen musste heute, das verschlägt einem doch glatt die Sprache! Aber am Besten der Rest der Welt urteilt selbst; also werde ich mal eine temporär limitierte Kurzzeitmetamorphose durchlaufen und im Anschluss mal ein paar Zeilen in jener artikulativen Geißel der Menschheit, die sich da „aktuelle Jugendsprache“ schimpft, aufs virtuelle Papier bringen… und zwar zum Thema Klimawandel (was kümmert mich denn schon mein Geschwätz von früher ;-) )! So stelle ich mir nen Monolog eines dieser Hobbysidos ungefähr vor (Alle "angesagten" Wörter entstammen dem dazugehörigen Spiegel-Artikel! Um mein Bild in euren Augen nicht vollkommen über den Jordan zu schicken und meinen emanzipatorischen Bildungsauftrag, welchen ich mit Inbrunft… äh… Inbrunst wahrzunehmen gedenke, zu unterstreichen, möchte ich mich besonders von der letzten Vokabel distanzieren!):
„Sperrt mal alle eure Horchbretter auf ihr Vollsocken: momentan axtet da draußen voll der quallimäßig monsterkrasse Sturm, welcher euch Ötzis voll den Achselkaffee auf die Stirn treiben sollte (STIRN, das ist das Ding oben vorne auf eurem Fresswürfel... voll die Nixraffer hier! Tse!). Ich hoffe, dass ihr die Denkschüssel anwarft und eure Mutterschiffe nicht in Baumnähe hingechillt habt. Sonst seid ihr Festnetztelefonierer ganz schnell voll depriletto drauf, weil eure Sehlappen nur noch das frühzeitige Ableben besagten Mutterschiffes feststellen können! Ich würde mir voll nen Kullerkeks freuen (Anm. d. Red: das ist mein persönlicher Favorit) und ne Woche lang im Fummelbunker durchsumpfen, wenn genau das dem Rex von meinem Bildungsschuppen passiert! Da würden meine zwei Supporter vor lauter Freude sicherlich auch `ne grüne Fliese rüberwandern lassen, damit ihr Jungtier seinem Alimentenkabel im Kabinentrakt des fummelschuppigen Zickenstalls ein bisschen Spaß gönnen kann… aber nur mit einer extrem flinken Floppy versteht sich, Gehsteigpanzer kommen da eh nicht rein! Und falls dabei irgend so ein Hirschkopf von Kyrill das Licht abschaltet, habe ich als krasser Durchblickologe ja noch meinen Taschendrachen dabei um dem Rudelpisser und mir heimzuleuchten!“
Und da hat man meine Generation für schlimm gehalten?!? Im Vergleich zu diesen Typen von heute waren wir doch noch die reinsten Lyriker! Außerdem besaßen wir, Anglizismen hin oder her, wenigstens noch die nötigen Kapazitäten eine Fremdsprache in unserem Alltagskauderwelsch zu integrieren! Aber diese Vögel besitzen ja nicht mal die Kompetenzen mit ihrer eigenen Muttersprache unfallfrei umzugehen! Traurig ist das… arme Welt! Jedenfalls gehe ich nach der Lektüre des Artikels mit gestärktem Kulturpessimismus in den finsteren Tunnel „Zukunft“… wenn man so was erstmal lesen musste, erwartet man an dessen Ende schon gar kein Licht mehr!
PS: Auch wenn`s eigentlich traurig ist, aber eurem o.g. ZWERCHFELL sollte das Ganze dann doch ein kurzes Lachmuskeljogging beschert haben ;-) !
Sonntag, 07.01.2007
MASTERS OF WAR
Hallo kranke Welt jenseits des Bildschirms und ein frohes Neues!! Nun haben wir sodann den alljährlichen Besinnlichkeitsmarathon mal wieder überstanden und auch den entferntesten Urgroßtanten 27ten Grades am Telefon, irgendwann zwischen zwei Bissen Gänsekeule, erfolgreich ein enormes Maß an Sympathie vorgeheuchelt, da holt uns die bittere Realität prompt wieder ein. Das ist ja gerade das Schlimme mit der Realität, immer wenn man denkt man hat sie abgehängt, wartet die Sau schon hinter der nächsten Ecke um uns wieder eines mit dem Schicksalsknüppel zu verpassen. Und eben dieser Knüppel hat uns mal wieder vollkommen unvorbereitet erwischt. Halb Deutschland bereitete sich nach den Weihnachtsfeiertagen schon auf die nächste Sause vor indem es im Akkord Sektkartons in den tiefer gelegten GTI hievte, da sorgten ein paar Zeitzonen weiter (das „ein paar“ ist hier durchaus wörtlich zu nehmen) ein paar Hobbyhenker für Aufsehen indem sie ihr ehemaliges Staatsoberhaupt äußerst takt- und lieblos ins Jenseits beförderten. Gut, man kann von Saddam jetzt halten was man will, im Wesentlichen sind wir uns wohl ohnehin über die Bewertung der Rolle einig, welche er in der Weltgeschichte spielte, aber was da abging ist doch nun wirklich an Taktlosigkeit nicht mehr zu überbieten.
Todesstrafe… OK, darüber will ich hier jetzt nicht referieren, aber es gibt sicherlich sinnvollere Varianten böse Buben (und seien sie auch noch so böse, also so RICHTIG EXTREM EVIL) abzustrafen, aber darum geht’s hier erstmal nicht. Die Meldungen überschlugen sich ja förmlich, es ging schon damit los, dass sich die Irakis zu tausenden um den Henkersposten bewarben (Lebenslauf, Lichtbild, Empfehlungen früherer Kunden….). Ich bin mir jetzt nicht 100%ig sicher, ob das ein Ausbildungsberuf ist, aber an sich sollte der Posten doch schon vergeben sein! Zur Not hätte man ja auch noch auf die im Lande verbliebenen GI’s zurückgreifen können, die haben in so was ja nun auch (trauriger Weise) eine gewisse Übung. Aber nein, man schrieb die Stelle quasi aus und wundert sich dann noch, dass das Exekutionskommando von „Milizen unterlaufen war“ (O-Ton irakischer Regierungssprecher)… da hat man doch selbst den Bock zum Gärtner gemacht! Lustig auch die (selbstkritische????) Meinung vom Dabbelschorsch, für den „die Exekution eines fiesen und inhuman regierenden Herrschers das jeweilige Land näher an eine freiheitliche Demokratie“ bringe… ein Schelm wer Böses dabei denkt. Ebenso bin ich mir ziemlich sicher, dass es auch im hardcorereligiösen nur-die-Harten-komm’-in-Garten-Weltbild des reinkarnierten Prophetenpräsidenten mit Siebleber himself, Georgie from the USA, eine relativ erhebliche Sünde ist, den Delinquenten genau dann umzunieten, wenn dieser sich noch mitten im Gebet befindet. Von den Beleidigungen, welche in protokollhafter Manier oft genug durch die Printmedien geisterten, will ich gar nicht erst anfangen.
Dass dieses Zeugnis der ethischen Mangelhaftigkeit des menschlichen Gemüts nun, wie erwähnt, noch via Mausklick allen zugänglich ist, rundet das Bild dann nur noch ab.
Wer derart feinfühlig vorgeht, braucht sich nicht zu beschweren, wenn er den Bürgerkrieg, welchen er eh schon am Hals hat, auf absehbare Zeit eben NICHT loswird. (Da dürfte es auch nix helfen, dass der Schorschi die gesamte strategische Führung der „Operation Irak“ komplett auswechselt… am Ende kommt er damit ja nur den angehenden Märtyrern zuvor. Scheiße bleibt nun mal Scheiße, egal wer den Haufen setzt.)
Punkt 2 der neujährlichen Überraschungsei-Verschnitte in Nachrichtenform wurde uns heute von Spiegel-Online ins alteuropäische Friedensnestchen gelegt: Die israelischen Pläne das iranische Atomprogramm quasi mit dessen eigenen Ziel zu vernichten. Quellen (und scheinbar sind diese ziemlich seriös) bestätigen diese Vorbereitungen. Im Detail soll das ungefähr so aussehen: konventionelle Rakete kommt… trifft Bunkerdecke der Atomanlagen… Ergebnis: Loch!... Taktischer Atomsprengkopf (Sprengkraft laut Spiegel-online ein fünfzehntel der Hiroschima-Bombe) kommt… fliegt ins Loch (natürlich mal wieder mit „chirurgischer Präzision“… derselben „chirurgischen Präzision, der schon Hospitäler zum Opfer fielen)… explodiert…. Ergebnis: Forschungsanstalt komplett im Arsch! Ist ja ein ganz toller Plan, vor allem einer der dem Herren Ahmadinedschad nun wirklich auch noch den letzten Grund liefert um im nahen Osten Rumpelstilzchen zu spielen. Wenn das die israelischen Militärführer durchziehen, drohen Eskalationen da unten, die man sich jetzt weder vorstellen kann noch dies überhaupt will! (Der Gazastreifen würde für die israelische Armee, im Vergleich zum drohenden Konflikt mit dem Iran, zum reinsten Naherholungsgebiet und beliebten Ausflugsziel für den Fronturlaub mutieren!) Wenn ihr mich fragt haben da unten eh alle veritabel einen an der Klatsche… der Mensch als vernunftbegabtes Wesen? Papperlapapp… wenn überhaupt, kann man das doch nur noch von Atheisten erwarten!
So sieht er also aus, unser weltpolitischer Start ins Jahr 2007… sehr viel versprechend ist er ja nicht! Na immerhin darf ja jetzt unser regierender Trauerkloß ein halbes Jahr lang EU-Chefin spielen, wenn das mal nix ist. Immerhin darf sie jetzt der Bestimmer sein und der Rest unserer Kontinentalstaaten, so sie es denn ins Bündnis geschafft haben, hat gefälligst zu spuren… sogar Polen! Ketzerisch könnte man konstatieren, dass keiner ihrer Vorgänger uns so nahe an die Erringung der Weltherrschaft herangeführt hat wie „Super-Angie himself“ *fg* (und es ist nun wahrlich nicht so, als ob wir das nicht schon das eine oder andere Mal versucht hätten). Am Ende wird das Jahr wahrscheinlich wieder beides zu bieten haben für uns geschundene Seelen: Erfolge und Rückschläge, Siege und Niederlagen, Tore und Pfostenschüsse, Swingerclubs und Zwangsheirat! Oder Mal auf die Euro-Angela und ihren Herrschaftsstil übertragbar gemacht: Zuckerbrot und Peitsche! Nur will letzteres bei ihr niemand sehen…. *schauder*!
Sonntag, 24.12.2006
OH PLEASE LET ME SLEEP (IT'S CHRISTMAS TIME)
HO-HO-HO!!!!!
So... heute ists mal wieder so weit: weltweit zwängen sich Familienväter in feuerrote Klamotten um ihre verkommene Brut (inkognito versteht sich) mit Wohlstandstand und Konsummüll zu überhäufen. Während der kleine Nachwuchssido die Paystation aus der Verpackung reißt und gleich mal die mitgelieferten Killerspiele anzockt (schonmal kein CSU-Haushalt das Ganze) vergnügt sich seine 14 jährige Schwester, während sie gerade mit wehenunterdrückender Gymnastik beschäftigt ist (es winkt ja das Elterngeld), mit dem Becherovka von Opa! Mama und Papa schauen dem Treiben vergnügt zu und freuen sich über das BILD-Abo, welches sie sich selber zum Geschenk machten (im Namen der Bildung versteht sich)! Gegen 22 Uhr sind dann alle dermaßen straff, daß man mit dem resultierenden Leergut eine ganze Guerrilla-Armee mit Molotov-Cocktails ausrüsten könnte... !
Aber da ich mal davon ausgehe, daß jeder, der sich auf diese Seite klickt irgendwie... sinnvoller... ja stilvoller und vor allem leidlich nüchtern feiert, möchte ich mal einen angemessenen Weihnachtsartikel schreiben... und ein paar Virtuelle Geschenke gleich noch dranhängen! :-) Zunächst geht mal ein fröhliches
FROHE WEIHNACHTEN UND EINEN GUTEN RUTSCH INS NEUE JAHR (Anm. d. Red: 2007) !!!
an die Welt außerhalb dieser vier Browserwände. Außdaß ihr ein schönes Fest mit euren Familien und Freunden verbringt und etwas zur Ruhe kommt!
*HO-HO-HO*
:-)
So, da das mit den Geschenken übers Netz so ne Sache ist, dachte ich mir, daß ich einfach mal den einen oder anderen Schmunzler schenke... also habe ich mal gen großen Google befragt... recherchiert... gesucht... und bin natürlich fündig geworden! Hier also ein paar kleine Skurilitäten zum Fest! Laßt es euch alle gut gehen da draußen... viele weihnachtliche Grüße aus dem momentan ziemlich sonnenverwöhnten Weihnachtswunderland... möge die Schnitzkunst mit euch sein!
Hier nun die versprochene Heiterkeit in Bitform:
Die etwas andere Geschenkidee... :
http://www.youtube.com/watch?v=1dmVU08zVpA
Die Erleuchtung... :
http://www.youtube.com/watch?v=rmgf60CI_ks
Will Ferrell vs. the Suppenkasper:
http://www.youtube.com/watch?v=3KS865kF3vo
Der Dreigenerationenhaushalt:
http://www.youtube.com/watch?v=qBJvwQ_TtN4
Chinesische Küche arabophobe Religionsgemeinschaften:
http://www.youtube.com/watch?v=PtUYaSfC20Y
Und zum Schluß noch etwas Mord und Totschlag:
http://www.youtube.com/watch?v=wpMSDXOzq0M&mode=related&search=
EDIT: Der kleine Lapsus beim letzten Clip ist behoben... er zeigt jetzt das, was er soll! ;-)
Samstag, 16.12.2006
SHOOT YOU IN THE BACK
Na Servus wertes Fußvolk des Pixelgrauens! Nachdem ich hier erstmal für Ordnung gesorgt habe, sprich diese unsäglichen Spam-Kommentare löschte (werter Spamer: das nehme ich persönlich und rufe dir pazifistisch wie ich bin warnend zu :“Hömma: noch son’n Ding Augenring!“ ;-) ), fühle ich mich genötigt mal wieder ein neues Kapitel im alltäglichen Wahnsinn aufzuschlagen und es mit ein paar Randnotizen zu versehen! Seit ein paar Wochen geistert ja mal wieder ein Thema durch die Politik, welches unserer Gesellschaft seit Jahren in beängstigender Regelmäßigkeit wieder hochkommt! In dieser Hinsicht hat es ne Menge mit Rosenkohl gemeinsam, ist aber das, was Rosenkohl wenns nach mir ginge auch sein müsste: VIRTUELL! Die Rede ist, klar, von „Killerspielen“! Da sitzt sich nun allwöchentlich die Politprominenz (oder vielmehr das was sich selber dafür hält) in Talkrunden den rektalen Sitzapparat breit und grübelt nach, wie man dieser finsteren Macht Herr werden könnte. Was dabei herum kommt ist, betrachtet man es genauer, nicht mehr als ein großer Haufen Populismus, verziert mit rotschwarzgrüngelber Egosoße. Wenn der Cerberus persönlich Haftstrafen für Zocker fordert oder sein Becksteinchen in den Medienteich schmeißt, auf dass dieses mit der Forderung nach einem Herstellungsverbot möglichst große Wellen schlage, ist das doch NOCH realitätsferner als das Weltbild dieser Hilton-Schabracke die sich in ihrem Gucci-Fummel allwöchentlich durch die Klatschblätter hurt! Welcher US-Publisher schert sich denn auch nur ansatzweise um das, was die versammelte CSU-Riege um ihren weißgrauen Paten so an Gesetzesvorschlägen verbricht?!? Außerdem passt das Ganze auch hervorragend zum leicht miefigen hausbackenen, ja man mag gar sagen eintönig-altmodischen Bild, welches die bajuwarische Polit-Mafia seit Jahren so abgibt. Während im bayrischen Hinterland doch das ein oder andere Dorfkollektiv klammheimlich am Scheiterhaufen bastelt um die rothaarige Dorfzensi samt ihrer unehelichen Brut den reinigenden Flammen der heiligen Inquisition anzuvertrauen, kommuniziert die zivilisierte Welt schon längst via Internet und schiebt Datenpakete (wenn nötig) in Sekundenschnelle von Samoa nach Aserbaidschan. Ähnliches könnte man, rein theoretisch versteht sich, mit besagten „Killerspielen“ tun. Sprich ein beliebiges Metzelspiel, welches ein kaukasischer Gebirgsbauer in seiner Lehmhütte am heimischen Supercomputer in die Tastatur gehämmert hat, kann (rein theoretisch natürlich) an allen Becksteinen vorbei bis auf die Festplatten der deutschen Jugend stoibern. Klar, man kann es verbieten, aber was bewirkt man damit schon?!? Überhaupt halte ich die ganze Debatte für hochgradig scheinheilig. Da werden über Jahre hinweg Bildungsetats gekürzt, Lehrpläne fröhlich vor sich hin altern gelassen und Klassenstärken als zumutbar erklärt, bei denen jeder Wandertag schon eher einem Viehtrieb gleicht. Außerdem soll von manchen Lehrbüchern, Gerüchten zufolge, noch der Führer persönlich grüßen… die Tatsache, dass ich hier nicht von Geschichtsbüchern rede lässt Zweifel an der Aktualität der Unterrichtsmaterialien aufkommen. Aber bevor man mal versucht da anzusetzen, wo man die eine oder andere Eurone investieren müsste um mal was konstruktives zur psychosozialen Entwicklung der Wänster beizutragen, versucht man eher einen Prügelknaben zu finden, welcher auf den ersten Blick auch gesamtgesellschaftlich als logische „Wurzel allen Übels“ akzeptiert wird. So kann man bequem den eigenen Mandatsarsch sowohl aus der öffentlichen (man zeigt ja (blinden) Aktionismus) als auch aus der parteipolitischen (man schont den Haushalt) Schusslinie hieven! Nur behebt man somit halt nicht das eigentliche Problem. Verkannt wird auch oft, dass viele Spiele ja extra für den deutschen Markt (welcher weltweit die stärksten Reglementierungen aufweist by the way) entschärft werden. Betrachtet man zudem die Zahl der Spieler in Verhältnis zu den Amokläufen, wirkt diese alleinige Schuldzuweisung an die so genannten „Killerspiele“ nur umso lächerlicher. Aber das scheint in unserem Land ja so der gängige Weg zu sein wenn man etwas nicht versteht: man spricht ein VERBOT aus (Ich entsinne mich da an den Herrn Schönbohm, der ja so eminent erfolgreich damit war in Brandenburg Rechtsextreme zu verbieten… am Ende hat er sogar selber daran geglaubt)! Was man da eigentlich verbietet, davon hat man zumeist eh keine Ahnung… das war ja schon bei der Debatte um die Abtreibungsgesetze ähnlich. (Das ist sozusagen so, wie wenn Golfer über Sex reden.) Ich würde dem Cerberus mal empfehlen ne runde „Unreal Tournament“ zu zocken… am besten im Onlinemodus gegen seinen Amtskollegen Wowi aus der Hauptstadt… da wüsste er dann endlich mal, wovon er bellt. (Und der Wowi könnte unsere homophobe Politnemesis endlich mal ungehemmt zum Schöpfer fraggen!) Da hätte dann jeder was davon.
Naja, beruhigend ist nur, dass wir uns in Deutschland befinden, so können wir zumindest sicher sein, dass da kurz- bis mittelfristig eh nicht passieren wird. Die graue Masse Politbrei, die zähflüssig durch die Sendeanstalten tropft und an jedem Mikro das man ihnen hinhält kleben bleibt wie Scheiße am Schuh, wird sich mal wieder nur die Münder fusselig reden und sich selbst in gespielter Empörung ergehen. Am Ende wird man das ganze vertagen… es kommt ja wiedermal ein Amoklauf wo man die eigene Inkompetenz mit solchen fruchtlosen und populistischen Höchstleistungen übertünchen kann.
Abschließend will ich noch jeden mal auffordern sich über den Begriff „Killerspiel“ mal Gedanken zu machen, was ist das eigentlich???? Egoshooter? Strategiespiel? Biathlon-Simulation? Wo zieht man da die Grenze? Der Beckstein kann das bestimmt nicht beantworten… und der Cerberus hat nur „Oktoberfest `89“ auf seinem 2/86er installiert… Untertitel: „Wettzapfen bis der Humpen glüht“… der kann da also auch nicht wirklich weiterhelfen bei der Urteilsfindung. Wenn dieses Verbot wider Erwarten dann DOCH irgendwann kommen sollte, dann kündige ich jetzt schon mal an wieder „Lemminge“ zu installieren. (Obwohl die Option diese auf Knopfdruck detonieren zu lassen ja mittlerweile auch nicht mehr wirklich politisch korrekt ist… ;-) )
Sonntag, 12.11.2006
IHR LIEBEN 68ER...
„… danke für alles, Ihr dürft jetzt geh'n! Aber bitte ruft uns nicht an!“ (Peter Licht)
Welch wahres Wort spricht der liebe Herr Musiker in diesem so simpel anmutenden Satz denn wieder einmal aus. Wenn ich die Berichterstattung der letzten drei Tage so vor meinem internen Auge vorbeimarschieren lasse, dann wird mir mal wieder ganz anders. Seit Jahren, ja, man mag gar meinen „Jahrzehnten“ ist es doch mittlerweile das selbe Lied: Irgendwo im ehemals besetzten, frankophonen Bundesgebiet startet ein Gleisfahrzeug, beladen mit alten Brennstäben und schwups dreht hierzulande alles am Rad was mal einen Sommer in Birkenstocks verbracht hat! Da bekommt man dann Bilder zu sehen, die meiner Meinung nach an Absurdität fast nicht mehr zu übertreffen sind. Wenn ihr mich fragt, hat der Großteil dieser Gestalten doch nen veritablen Lattenschuss… und der Rest hat die ganze Sache einfach nicht richtig durchdacht! Aber Gutmensch der ich nun mal bin, will ich diesen Gestalten mal verklickern, wo (um mal eine passende Metapher zu benutzen) die Fehlerlaus im Gedankenfilz hockt! Das Ganze fängt doch schon beim Ansatz der ganzen Sache an: der Grundidee! Die Damen und Herren von der Müslifront müssen sich mal die Frage gefallen lassen, ob es WIRKLICH eine gute Idee ist, sich nur mit verfilztem Haupthaar und nem Batikrock, welcher seit der Kubakrise kein Wasser mehr gesehen hat, vor eine Diesellokomotive zu werfen, welche dazu noch tonnenweise Atommüll hinter sich her zieht!? Sollte der Verstand des Delinquenten vom grünen Friedenskraut noch nicht endgültig in Frührente geschickt worden sein, wird er erkennen, dass das nach außen hin nicht unbedingt sonderlich clever wirkt was er da veranstaltet. Aber selbst Einsichten wie diese, welche zumindest ein Restpotential an Zurechnungsfähigkeit erahnen lassen, werden umgehend vom Gruppenzwang der zutiefst individualistischen Masse eliminiert und zur Not umgehend wieder linientreu diskutiert („Eh du…ne…da müssen wir mal drüber reden! Das können ich und meine Brüder hier in der Kommune nicht so tolerieren, ehrlich du… Ohhhhkaaaaaay?!?“) Fragt so einen Biobauern auf Fronturlaub doch mal nach seiner Definition des „Freiheitsbegriffes“… das Ergebnis dürfte zwar wenig aufschlussreich ausfallen… dafür aber einen enormen Unterhaltungswert besitzen! Natürlich leben wir hier, so wird die Antwort mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beginnen, in einen „Überwachungsstaat“, wo der böse „Bulle“ mit seinem imperialistischen Wasserwerfer seine persönliche Gewaltherrschaft über den armen, unterdrückten Öko-Olaf auslebt! Soweit so gut… aber jetzt stellen wir uns doch alle mal vor, wir würden diese filzgewordenen Geniestreiche mit ihrem penetrant pseudoalternativen Weltverbessererhabitus nach China exportieren. Nach 14 Tagen wäre von dem ganzen Verein wahrscheinlich keiner mehr auf freiem Fuß, sofern er selbige nicht ohnehin schon an diversen Bahndämmen eingebüßt hat. Der China-Mann an sich lacht sich doch nen Ast wenn sich ne Herde dieser Vögel, mit ihren weltverbesserischen Transparenten fuchtelnd, empört vor nen beliebigen Gefahrguttransport wirft… bei so nem Anblick schaltet das lokführende Parteimitglied im Führerhaus doch jauchzend noch nen Gang hoch, damit er auch wirklich jeden erwischt und sich die volle staatliche Abschußprämie sichert. Freiheit kann halt manchmal auch sein, daß man nicht für jeden Schwachfug den man so verzapft gleich ins Erdloch wandert! (Was das angeht ist unsere Gesellschaft fast schon wieder ZU tolerant wenn ihr mich fragt!)
Mit ihrem widersinnigen Gehabe binden diese Heinis zudem sämtliche Polizeikräfte der Republik ein ganzes Wochenende… ein Einsatz der 1. ein Heidengeld kostet und bei dem 2. nix Zählbares heraus springt! Wenn ich - der Gedanke an sich ist schon eklig, aber was tut man nicht alles für sein Land – also wenn ich Kanzlerin wäre, da würde ich diesen Hippies gar nicht die Genugtuung geben und da Einsatzkräfte auflaufen lassen, welche anderswo im Land wesentlich effektiver genutzt werden könnten (beispielsweise um mal in ostdeutschen Regionalligastadien aufzuräumen)! Am Ende sind sie ohnehin nur dazu da die versammelte Hippieschar vor ihrer eigenen Unzurechnungsfähigkeit zu bewahren. Statt sich mit der respektive dem Geliebten daheim um einen ordnungsgemäßen Aufschwung der demographischen Entwicklung zu kümmern (klingt jetzt etwas hölzern, macht an sich aber Spaß), müssen sie ihr Wochenende mit irgendwelchen Freaks verbringen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben gegen Züge zu protestieren. Sie müssen diese Typen von den Gleisen zerren (gegebenenfalls sogar losflexen), von irgendwelchen Masten herunter holen oder aus sonstigen abstrakten Situationen befreien, welche einer langen Lebenserwartung zutiefst abträglich sind und von diesen Gestalten auch noch absichtlich herbeigeführt wurden. Und als Dank dafür müssen sie sich von dieser Ökomeute dann 48 Stunden lang mit irgendwelchen defätistischen Parolen zukaspern lassen… ich hab dann irgendwo schon Verständnis dafür, dass da irgendwann der Befehl ergeht, dieser Hippiehorde unter Zuhilfenahme des einen oder anderen Wasserwerfers mal die Fussel aus dem Jutesack zu spülen.
Na bald ist der Castor dann im sicheren Gorleben ordnungsgemäß endgelagert… da können die versammelten Leinenhemdfetischisten wieder in ihr Kommune zurückkehren und ihren 3. Welt Laden wieder für Gleichgesinnte öffnen, wo sie dann bei einem Tässchen Bärlauch-Brennessel-Tee über ihre letzte, fehlgeschlagene Revolution fachsimpeln können. Insgeheim freuen sie sich dabei schon wieder auf den nächsten Transport, der ihnen eine Rechtfertigung dafür gibt ihr verqueres Wertesystem selbstgerecht in die Welt hinaus zu tragen… ohne Erfolg versteht sich! Eigentlich ist es ja auch total widersinnig, dass bei all dem Elend auf der Welt ausgerechnet diese beschruppten Heinis ein derartiges Medienecho bekommen, dass Attentate auf palästinensische Wohnviertel (jaja… die Raketchen waren NATÜRLICH „fehlprogramiert“… es zweifelt hier niemand an der Unfehlbarkeit der israelischen Armee!!) bei welchen Familien mitunter alle ihre Kinder verlieren, total untergehen und verharmlost werden. Man kann jetzt der Hoffnung sein, dass die Herren „Umweltaktivisten“ irgendwann zur Vernunft kommen und sich für ihre Proteste mal auf wirklich virulente Missstände besinnen… aber man sollte es nicht erwarten, schließlich kann man sich da nicht irgendwo anketten und selbstdarstellerisch den dicken Macker spielen. Daher scheint dieser Zug wohl leider, leider längst abgefahren!
Samstag, 04.11.2006
FOLSOM PRISON BLUES
Huii… da ist man mal (wieder) ein paar Tage abstinent und wird bei seiner Rückkehr ins Universum der Unmöglichkeiten gleich mit zwei (!!!) Trackbacks auf das Konzertberichtlein überrascht! In diesem Sinne schon mal danke an die zwei Autoren.
@Gründervater H: Danke für die Blumen, ich werde die Tage mal mein sträfliches Versäumnis nachholen und endlich auf Deine Mail antworten, ich hab das echt verpeilt und somit auch das WE, wie mir gerade auffällt, verschnarcht. Sorry… . Aber wenn Du durch den Bericht auf den Geschmack gekommen bist, könnten wir das Konzerterlebnis demnächst (hoffentlich) mal nachholen, schließlich verdichten sich die Gerüchte, dass 2007 wieder ein paar Auftritte im „alten Europa“ stattfinden werden zusehends.
@Jule: Die Tracklist ist kein Zufall, gut erkannt. Ich gestehe bei der Zusammenstellung der Empfehlungsliste für das Mixtape noch unter dem Eindruck dieses denkwürdigen Abends gestanden zu haben… dass die Setlist ohnehin auf mich zugeschnitten schien, tat dann noch ihr Übriges!
So, nun aber mal zum Tagesgeschäft… so viele Überraschungen heute, das schreit ja förmlich nach nem kleinen Nachschlag. Auch wenn ich meine, dass ich das Thema dereinst schon hatte, will ich es dennoch erneut aufgreifen und wiederbeleben.
Ja, der Onkel war mal wieder im Indernetz unterwegs (Greencards verteilen)! Dabei stößt man, selbst zu solch vorgerückter Stunde, dann und wann mal auf den ein- oder anderen Unfug der groben Art, man muss halt nur die Augen offen halten. Gern genommen in dieser Hinsicht sind natürlich die Absurditäten des Alltags… zumal sich diese von Zeit zu Zeit auch in niedergeschriebener Form in der Gestalt von Gesetzestexten manifestieren. Schwupps den großen Google befragt und man erhält gefühlte 20.000.000 Links, in denen es um all das gehr, was wahrscheinlich nie passiert, aber trotzdem präventiv schon mal verboten wird. Solcherlei Nonsens gibt es nun weltweit, kein Staat scheint davor gefeit zu sein wider der Vernunft zu richten, dennoch (das sagt eigentlich schon die letzte blumige Umschreibung) gibt es auch in dieser Hinsicht so was wie den Obermacker der Unzurechnungsfähigkeit… das Weltmacht gewordene Absurdistan himself: die USA! Was diese ganzen Stories nun aber besonders köstlich macht, ist die derzeitige politische Situation „in Übersee“… nach 6 Jahren scheint es den Amis so langsam zu dämmern, dass es nicht unbedingt die cleverste Idee war sich nen Ex-Alki mit dem IQ einer kalten Kanne Muckefuck als Führer auszusuchen, welcher dann in seinem pseudoreligiösen Panzer fröhlich mit seinen Mullah-Freunden „Reise nach Jerusalem“ spielt, während daheim selbst die erzkonservativen Fernsehprediger zum Friedman werden!
(Kam heute in den Nachrichten, kurz zusammengefasst: konservativer, die Monogamie zur Kunstform stilisierender und außerdem extrem homophober Bildschirmpater legte alle seine Ämter nieder. Grund: Es kam heraus, dass er sich während der letzten 3 Jahre mindestens einmal im Monat einen Callboy gönnte, welcher ihn auch gleich noch mit harten Drogen (auch wenns thematisch passen würde, hier geht’s nicht um Viagra sondern richtig üblen Stoff) belieferte während er ihn „ins Gebet nahm“! )
Aber so sind die Amis nun mal, und es geht noch absonderlicher wie ein Blick in die Gesetzestexte der einzelnen Kolonien… ähm Bundesstaaten beweisen wird.
Am besten wir fangen mal mit den Automobilen an, davon haben die Amis ja ne Menge… und auch welche mit geradezu astronomischem Spritverbrauch, was Gerüchten zu folge auch schon die eine oder andere Handgreiflichkeit auf globaler Ebene nach sich gezogen haben soll. Bedenkt man nun aber, wo das meiste dieser schwarzen Soße im Sande schlummert, wirkt es geradezu absurd, dass es in Nevada verboten ist sein Kamel auf dem Highway auszureiten! Klar, den braucht man ja auch für die Autos… und wenn man mal darüber nachdenkt, was der Durchschnittsami so alles in seinem Pick-Up erledigt, kann man diese Art der Ablenkung nun aber wirklich nicht auch noch gebrauchen. Neben Drive-In-Hochzeiten oder Friseuren, hat der gemeine Redneck nun auch die Jagd aus der fahrenden CO2 Schleuder heraus für sich entdeckt. Da man besonders in Tennessee über diesen Trend nicht gerade sehr erbaut ist, hat man das Töten von Wildtieren aus dem fahrenden Auto heraus verboten… mit Ausnahme von Walen! Man sollte sich also nicht wundern, wenn man auf einer USA-Reise mal nen Chevy erblickt, der aus voller Fahrt fröhlich vor–sich-hin-harpuniert!
Abschließend zur Rubrik „Verkehr und Mobilität“ noch ein kurzer Blick ins Mekka der us-amerikanischen Idiotie: nach Texas! Es ist texanisches Gesetz, das, wenn sich zwei Züge an einem Bahnübergang begegnen, beide Züge halten müssen und die Fahrt nicht eher wieder fortsetzen dürfen, bis der andere passiert hat. Alleine das wäre ja schon weit mehr als nur grenzdebil, aber der Hintergrund ist, dass ein Abgeordneter (wahrscheinlich einer mit Humor, der aber den seiner Kollegen massiv unterschätzte) diese Formulierung einbaute, damit der gesamte Gesetzestext eben NICHT verabschiedet wird… hat natürlich nicht geklappt und das Ding wurde rechtskräftig! Ich kann vor diesem Hintergrund nur von einer Bahnreise durch Texas abraten… so verschollen wie man da unter Umständen wäre, war noch nichtmal Tom Hanks!
Eine weitere Baustelle auf welcher der juristische Ami-Bob seinen Hammer besonders engagiert schwingt, ist sicherlich jene der Kriminalität. Was hört man nicht alles von Drive-Bys, Messerstechereien zwischen finsteren und stahlharten Ghetto-Gangs (Nein, das kann man nun wirklich nicht mit Gecko-Frisch und den Aggro-Heinis aus der Hauptstadt vergleichen) oder Zweitklässlern, die das Familiensilber verschachern um sich täglich nen halben Zentner Koks im Beisein ihrer Lieblings „Crack-Whore“ rein zu pfeifen! Aber all das ist nichts… ich wiederhole: NICHTS im Vergleich zu jenen Kapitalverbrechen, welche bundesstaatspezifisch aufs härteste sanktioniert gehören (zu dieser Einschätzung haben bestimmt auch Fernsehprediger beigetragen)!
In Louisiana hält man scheinbar nichts von humanen Bankräubern, denn es ist ihnen gesetzlich untersagt nach Vollzug des Überfalls mit einer Wasserpistole auf die Kassierer zu schießen! Solche pazifistischen Hippies will der Durchschnittscop scheinbar nicht verhaften. (Man kann ja auch nicht jeden Leichnam, der gerade auf dem Bordstein ausblutet noch ne Knifte unterschieben damit’s nach Notwehr aussieht)! In Richmond (Virginia) geht man da noch ne Ecke kompromissloser ran: dort gilt bereits ein Münzwurf als illegales Glücksspiel. Mal sehen wann das DSF auf den Trichter kommt seine waaaaaaahnsinnig spannenden Pokersendungen damit zu ergänzen. New York ist da schon weiter, hier setzt man auf Abschreckung, indem man Selbstmördern unter Androhung der Todesstrafe verbietet von Dächern zu springen. Soweit ich das beurteilen kann ist da noch keiner mit dem Leben davon gekommen. (Gut, man kann jetzt sagen, dass das Gesetz da eine Art helfende Hand bietet, wenns dann doch mal nicht klappt… aber dann würde das ja den Sozialetat belasten und wäre vom Dabbelschorsch schon längst zusammengekürzt worden.) Wie Verhältnismäßig diese Strafe ist, kontrastiert das Beispiel von Chico in Kalifornien, wo man, so man innerhalb der Stadtgrenzen einen Nuklearsprengkopf zur Detonation bringt, mit einer Geldstrafe von bis zu 500 Dollar belegt wird! (Also mich schreckt so was ernsthaft ab muss ich zugeben… außerdem war der Sprengkopf schon dermaßen schandteuer (ja, die Russenmafia ist auch nicht mehr so gemeinnützig orientiert wie früher), dass man sich eine größere Regressforderung eh nicht mehr leisten kann). Im Bereich der Kriminalität leistet, um hier auch zum Ende zu kommen, der Bush-Stammstaat ausnahmsweise mal wahre Pionierarbeit: Ein erst kürzlich in Texas verabschiedetes Gesetz zur Verbrechensbekämpfung verlangt von jedem Kriminellen, sein Opfer mindestens 24 Stunden vor der Tat entweder mündlich oder schriftlich über die Natur des geplanten Verbrechens zu unterrichten. Der große Sohn des Staates geht diesbezüglich mit gutem Beispiel voran, bei ihm heißt es aber „Rede zur Lage der Nation“!
Der letzte Abschnitt soll sich nun mit dem Thema beschäftigen, welches unserem prüden Ballervolk wohl die dicksten Schweißperlen über die hohle Stirn kullern lässt: Sex! Sofern die Amis ihn überhaupt haben, muss der ja ziemlich grotesk sein wie folgende Beispiele beweisen.
Das geht schon in Illinois los, wo weibliche Singles via Staatserlaß dazu verdonnert sind ihre männlichen Gegenparts mit „Master“ anzureden (moderne Sklaverei oder einfach nur ein Staat von SM-Freaks?!? Man weiß es nicht genau). In St. Louis ist es dagegen der Feuerwehr verboten, eine Frau aus einem brennenden Gebäude zu retten, wenn diese nur mit einem Morgenmantel bekleidet ist. Um gerettet zu werden, bedarf es vollständiger Bekleidung. Hoffentlich gibt’s da nie nen Bordellbrand, sonst machen sich eventuell noch übereifrige Fire-Fighters strafbar. In Florida wiederum versucht man das Lotterleben der Moderne damit einzudämmen, indem man weiblichen Singles sowie geschiedenen bzw. verwitweten Frauen verbietet sonntags Fallschirm zu springen. In Auburn/ Washington, ist es Männern verboten, Jungfrauen zu deflorieren. Bei Zuwiderhandlung drohen bis zu fünf Jahre Zuchthaus. Es dürfte nicht verwundern, dass die Geburtenraten seither ( Achtung Euphemismus :) leicht rückläufig sind. Nevada ist da schon einen Schritt moderner, da lediglich Sex ohne Kondom verboten… so bekommt man wenigstens noch Bevölkerungszuwachs durch „Unfallkinder“! ;-) In Clawson / Michigan existiert zum Ausgleich ein Gesetz, was es Bauern ausdrücklich erlaubt Schweine, Kühe, Ziegen, Pferde und Hühner als „Ersatzbefriedigung“ heranzuziehen. Hier gilt es zu beachten, dass Michigan noch nicht einmal in den Südstaaten liegt… wer weiß was da los ist!?!!! (Immerhin muss sich der gemeine Michigan-Bauer keine Gedanken darüber machen, dass es in Florida verboten ist die Brüste seiner Frau zu küssen.) Außerdem untersagt es ein Gesetz im Miami-Vice-Staat öffentliche Mülleimer sexuell zu belästigen (jaja, diese dreckigen Luder… ). In Texas hingegen war es von 1839 bis 1974 legitim, den Liebhaber seiner Frau (ohne vorherige Ankündigung) zu erschießen, so man ihn auf frischer Tat ertappte! Abschließend noch eine kleine Skurrilität aus Arizona, wo man den Bestand an Dildos auf zwei stück pro Haushalt limitiert. Mag an der Energiekrise liegen… Duracells sind ja auch nicht mehr sooo billig heute.
Ja, so siehts aus da drüben im Bienenstock der moralisch-religiösen Übertreibung… man muss schon höllisch aufpassen wenn man da nicht anecken will. Man stelle sich nur mal so nen Durchschnittseuropäer vor, der da auf seinem Kamel angeritten kommt und am nächsten Wal-Mart via Münzwurf entscheiden will, welchem der zwei freundlichen Cowboys er seine umfangreiche Vibratorsammlung nun schenken soll… der arme Kerl ist todgeweiht ohne es auch nur zu ahnen! Das ist doch alles absurd wenn ihr mich fragt… und das will das Land der unbegrenzten Freiheit sein? Aber es wären ja nicht die USA, wenn sie nicht auch ab und an mit rigiden Verboten dafür sorgen würden, dass irgendwie doch jeder machen kann was er will. Die tut vor allem Kalifornien und zwar mit meinem neuen Lieblingsgesetz:
In Kalifornien ist es illegal Kinder daran zu hindern über Pfützen zu springen!
In diesem Sinne liebe Netzwelt: treibt’s nicht zu bunt! ;-)
Dienstag, 17.10.2006
KEEP ON ROCKING IN THE FREE WORLD
HERAUS aus den Untiefen des Vergessens mit dieser Seite… zumindest für heute mal wieder. Die Schreibfaulheit und, wenn man so will, inspirative Dysfunktion aufgrund der Verärgerung über das gar schändliche Treiben grenzdebiler Vollpfosten in Thüringer Universitätsgremien soll jetzt mal kurz ad acta gelegt werden. Grund dafür soll der Musik gewordene Lichtblick der letzten Wochen sein. Lange habe ich überlegt ob es 1. Sinn macht ein weiteres Review zu schreiben und 2. ob es überhaupt auf diese Seite passt. Die erste Frage kann man sich via google beantworten. Konzertberichte gibt’s da ne Menge, allerdings mit der kleinen Einschränkung, daß man einige davon getrost in der Pfeife rauchen kann, so mies sind die! Da wird von Songs berichtet, die nicht mal ansatzweise gespielt wurden… nicht einmal im Soundcheck, welchen wir Glücklichen natürlich auch belauschen durften (btw: GAAAAANZ GROßES KINO: „Parting Ways“!!!), oder „Release“ als Opener ausgerufen und „Alive“ zum Schlußsong gekürt… wer so was schreibt, der ist wohl dem größt-möglichen-Haschmich anheim gefallen. Die Melodie vor dem eigentlichen Opener „Go“ stammt 1. von „Once“ und 2. kamen nach besagtem „Alive“ (ja, das wurde wenigstens WIRKLICH gespielt) noch schlappe 7 weitere Songs…und bei weitem nicht die Schlechtesten wie man hinzufügen muß! Was die 2. Frage angeht… wenn ich es entscheide, passt in dieses Blogg alles rein! Als Inhaltsdiktator meines virtuellen Reiches (muß man nur anmelden, nicht erobern oder via Einmarsch besetzen ;-) ) seid ihr mir und meinen Entscheidungen doch alle auf Gedeih und Verderb ausgeliefert… so mehr oder weniger jedenfalls. Also dann mal los:
Um es gleich mal vorweg zu nehmen: Pearl Jam Konzerte beschränken sich nicht auf jene 2,5 Stunden, welche der gute Eddie benötigt um seine obligatorischen 1-3 Weinflaschen auf der Bühne zu vernichten bzw. sie (in unserer Bundeshautstadt so geschehen) an die Leutchen in den ersten Reihen zu verteilen. Nein, so ein Konzi kann zu einer Tagesaufgabe werden oder gar noch mehr: es kann uns ein ganzes Wochenende versüßen! Es kann dies nicht nur, es tut es es auch zuweilen! Am frühen Donnerstag abend trug es sich also zu, daß wir das Auto packten, einen schriftlichen Hinweis auf unser Reiseziel gut lesbar im Fensterbereich anbrachten, und das beschauliche Erzgebirge gen alte Heimat verließen. („Wir“ bezeichnet in diesem Fall übrigens beide Sprösslinge der Familie Mühl… meine Schwester und mich sozusagen). Ein paar Stunden Autobahn und eine völlig abgedrehte Irrfahrt durch den suburbanen Raum des hiesigen Regierungssitzes später waren wir am vorläufigen Ziel angelangt und bereiteten uns mental auf das vor, was in geschätzten 42 Stunden über uns hereinbrechen würde.
Der Freitag war dann Berlin an sich gewidmet, allerdings warfen schon da die im Heraufziehen begriffenen Ereignisse des Folgetages ihre geradezu gigantomanischen Schatten voraus. In diesem Kontext ergehen unbekanntermaßen besonders eindringliche Grüße an die nette Starbucksverkäuferin mit unüberschaubarem Eddie-Tick (der Becher ist toll… ;-) ) und den leicht spacigen Neuseeländer vom Potsdamer Platz (auch wenn das angedachte „see ya at the concert tomorrow!“ dann doch nicht eintrat). Nun, Berlin war somit unwiderruflich unterwandert von positiv Bekloppten… und ich mittendrin! ……….. Wie passend! ;-)
Dann wollen wir nun aber mal zur Schilderung der eigentlich relevanten Ereignisse kommen… sprich das Konzert als solches. Es ist ja nun wahrlich kein Geheimnis mehr, daß meine Wenigkeit selbigem schon seit Monaten mit freudigen Erwartungen entgegensah. Da es meiner Schwester irgendwie ähnlich ging (bis heute ein unerklärliches Phänomen, was ungefähr so mysteriös ist wie etwa Nessie, ein Geschwader Ufos oder das Zustandekommen einer stabilen sexuellen Identität bei Bill Kaulitz), brachen wir kurz vorm High Noon aus unserer Temporärunterkunft auf und trabten gemächlich Richtung Straßenbahn. Keine 30 Minuten später fanden wir uns in Köpenick wieder und unternahmen auf Anraten der Eingeborenen einen 30 minütigen Waldspaziergang (jaja… wir reden hier immer noch von Berlin) zur Wulheide. Dort angekommen besannen wir uns erstmal wieder auf eine der großen männlichen Tugenden: GEDULD! Nach unserer Ankunft waren es noch gut 4 Stunden bis zum Einlaß und geschlagene 7 bis zum Hauptact. Wenn man schon mal in der Gegend ist, gerade nix zu tun hat und einem die Herbstsonne auf den Pelz brennt, dann sollte man sich auch nicht allzu sehr gegen das dargebotene Berliner Kindl vom Faß wehren, was keine 20 Meter entfernt aus den Zapfhähnen nur so herauszusprudeln schien. Diese Einsicht ereilte mich, nachdem wir gut eine Stunde vor dem Einlasstor verharrt hatten, inzwischen auf unseren Jacken saßen und uns über eine Achtergruppe Norweger amüsiernd, welche sich mit 2 Bierkästen und einer schon fast obszön wirkenden Menge an Pornozeitungen (defnitives Highlight: „Oktoberfest Spezial 2006“… so ne Art Sammelsurium nackter Zenzis, bei welchem es dem Alpensepp ganz warm in der Krachledernen zu werden droht) die Zeit „vertrieben“. Jedenfalls war’s amüsant da so vor den Toren rumulungern und die Zeit verstreichen zu lassen… hier und da kam man mit Gleichgesinnten in ein mehr oder weniger ausführliches Gespräch und genoß ansonsten eigentlich nur das malerische Wetter und die relaxte Parkatmosphäre rund um die Waldbühne. Eine Stunde vor Einlaß etwa drangen dann die ersten handgespielten Töne zu uns durch. Mr. Vedder hatte seine Mannen zum Soundcheck zusammengetrommelt und so wehte alsbald der traumhafte Binaural-Closer „Parting Ways“ durch den frühherbstlichen Wald, welches die wartenden Massen (mittlerweile hatte sich aus den schon familiär anmutenden 15 Mann, welche wir zu unserer Ankunft waren, eine stattliche Schlange gebildet) merklich mit Vorfreude erfüllte, welche ein knackiges „Gods Dice“ im Anschluß nur noch weiter anheizte. Dem relaxten Unterton, welcher unter der ganzen Veranstaltung bis jetzt lag, und ihr bis zum Schluß auch nicht verloren gehen sollte, tat dies allerdings keinen Abbruch: um uns herum chillende Leute, die relaxt und mit einer Hopfenkaltschale (bzw. 2 Kästen davon nebst Pornoheft) den Nachmittag genossen und einfach nur froh waren da zu sein, wo sie eben gerade waren. Nachdem ich zunächst mir und dann meiner Schwester (dazu war es nötig ihren Arm um etwa das 2,5fache in die Länge zu zerren und ihn dem Ordner förmlich unter seinen anglophoben („We will work in the front“ „Hääää???“ „VOR-AR-BEI-TEN wolln wir!!!!“ ;-) ) Zinken zu halten, damit auch sie das begehrte Wristband für den direkten Frontstagebereich angelegt bekam. Somit zählten wir schon mal zu den 1500 Auserwählten, welche nun aber wirklich aus allernächster Nähe dem großen ( Metapher) Vedder und seinen Mannen huldigen durften. Nachdem wir die Eingangskontrolle hinter uns hatten und die seit April (19. um genau zu sein) so liebevoll in der Vitrine bewahren und nahezu hermetisch abgeriegelten Karten lieblos ZERRUPPT wurden, gings im Laufschritt gen Bühne. Schnell wurde noch jeweils in ein T-Shirt investiert, wobei ich mich ob des martialischen Layouts des meinigen auch schon wieder der Häme meiner Schwester ausgesetzt sah (weiß gar nicht was sie hat: ein schwarzer Adler, welcher aus ner Faust emporwächst aus welcher grellgelbe Blitze entspringen und der auf der Brust stolz den „Pearl Jam“ – Schriftzug in altdeutscher Schrift trägt, ist definitiv SOWAS VON ROCK!!!! Ein Männershirt R-R-R!!!). Als dies dann auch erledigt war, rannten wir förmlich die Stufen des amphitheateresquen Geländes hinunter um uns einen High-End-Platz in direkt vor der Bühne zu sichern zu sichern. Bevor ich nun noch das ausgiebige Warten und die erfolgten und sehr unterhaltsamen Gespräche mit der anwesenden Forumsprominenz eingehe, will ich mich lieber maßregeln und langsam zum eigentlich Punkt kommen. So schäle ich den Pudel, denn dessen Kern sei unser Ziel…!
1. GO
Es ist ja nicht so, als daß selbiger Song als Opener die pure Überraschung war, aber nachdem man über 2 Stunden im Rund stand, nur von den Black Keys (*Thumbs Up*, sehr gute Musik!!!!) kurz abgelenkt und im Allgemeinen vor Vorfreude nur so sprudelnd… was soll ich sagen… nach dieser Zeit detonierte die angestaute Energie im weiten Rund förmlich und entlud sich in purer Begeisterung. Auch wenn bereits gut eine Stunde vor Konzertbeginn die eine oder andere Laola (!!!!!) die gute Laune der Anwesenden bereits andeutete, DAS was sich da abspielte hätte wohl keiner erwartet. Es war nicht nur „Go“ an sich… es war auch wie er gespielt wurde, das verhieß einen treibenden, rockigen und nicht zuletzt energiegeladenen Auftakt dieses Abends!
2. SAVE YOU
Nachdem die Massen durch GO bereits widerstandslos in jenen Strudel der Faszination gezerrt wurden, welcher die Musik von Pearl Jam naturgemäß umgibt, hagelte es ohne auch nur die Andeutung einer Verschnaufpause gleich das nächste Brett! Eddie (seines Zeichens Sänger von Gottes Gnaden, Gitarrist und Charismat in Personalunion) zellebrierte jedes einzelne „Fuck“ dieses Songs (und es gibt deren mehr als genug in dem Song) und versprühte im Zusammenspiel mit der Band eine Freude, daß einem schon Himmelangst wurde wo das noch hinführen soll.
3. ANIMAL
„1,2,3,4,5 agains one“ hieß es nach dem nächsten, wiederum extrem spartanisch gehaltenen Verschnaufpäuschen. Und wer bis dato noch beeindruckt und abwesend das Geschehen bewundert hatte, wurde spätestens jetzt zum Mitsingen gezwungen und zum Tanzen verdammt! ;-) Die erste Kollektivgesangeinlage des Abends wurde beim Refrain angestimmt… wenn aus 18.000 Kehlen ein langgezogenes „ANIMAAAAAAAAAAAAAAA-AAAAAAAAAAAAAAAAAAL“ ertönt, ist die Gänsehaut garantiert. Ich für meinen Teil war psychisch spätestens seit „Save You“ im kollektiv geteilten Delirium entschwunden und trieb, getragen auf einer Woge von einmaliger Musik einfach nur durch die sternenklare Herbstnacht. Hinzu kam noch, daß Mike, Gitarrengott und Plektrentod der Band, gleich mal anzeigte daß er durchaus in Topform angereist war… glücklicherweise zog sich das dann durch den gesamten Abend.
4. DO THE EVOLUTION
Wer den Song kennt, wird mir zustimmen, daß er nahtlos an das bisherige Set anknüpft. Eddie trieb das Stück zudem mit rauer Stimme immer weiter voran. Nach DTE kamen bein mir dann auch erste Verwunderungserscheinungen auf: Die Kerle die da oben, keine zehn Meter von mir entfernt die gesamte Waldbühne rockten sind alle um die 40… aber wie die abgingen, das hätte den Duracell-Hasen beschämt in den Freitod getrieben!
5. REARVIEWMIRROR
Jo… dann ruhe sanft werter Hase! RVM so früh am Abend und als Abschluß des ersten, rocklastigen Komplexes war schlicht und einfach eine Offenbarung! Ich liebe diesen Song ohnehin, von Present Tense mal abgesehen steigert man sich in keinen Song so kontinuierlich hinein… Live wird der Effekt dann noch mal gesteigert und man fängt mit dem Hineinsteigern erst an jenem Punkt an, an welchem die Albumversion aufhört. Die wohl verdiente, aber dennoch recht kurze Pause nach diesem Song nutzte Ed dann zu einer kleinen Ansprache in der hiesigen Landessprache und einem raffiniert eingewobenen Vedder-Witz. Während er dies tat schnappte sich Stone die Akkustik-Klampfe und startete das erste low-tempo-Stück des Abends, wobei sich auch die Sangeskunst des in der Breite wohl textsichersten Publikums der Rock-Welt erneut und auf eindrucksvolle Weise bestätigte:
6. ELDERLY WOMAN BEHIND THE COUNTER IN A SMALL TOWN
“I seem to recognize your face…” von Anfang an erfüllte ein derart eindringlicher Chor die Wulheide, daß die resultierende Gänsehaut bei allen Anwesenden ungeahnte Ausmaße erlangte. Der gemeinschaftlich gesungene Refrain (Ed: „Come on, help me!“) gab einen leisen Vorgeschmack auf die wahnsinnige Atmosphäre der später folgenden Sahnestücke in Balladenform, welche da noch kommen sollten.
7. SEVERED HAND
Mit diesem Stück begann die Zeit der Avocado. Drei Songs vom neuen Album am Stück, wobei gleich der erste mit „I cant close my eyes because I see the sound in waves…“ gleich einen der lyrischen Höhepunkte des Abends lieferte.
8. WORLD WIDE SUICIDE
Nahtlos angeschlossen dann die nächste Rockoper gegen die Irrungen der Moderne. Mitgerissen von der Direktheit und dem einmaligen Potential von Eddies Stimme, welche nach der kurzen melodischen Auszeit bei Elderly… wieder eine apokalyptische Schroffheit erreichte, rockte die Waldbühne wieder als ob es kein Morgen gäbe.
9. MARKER IN THE SAND
Einer der schönsten Songs der Avocado… mehr kann und will ich dazu eigentlich nicht sagen. Alleine diese Troika des neuen Albums spricht eigentlich Bände.
10. EVEN FLOW
Überraschend kam es nicht gerade, mein persönliches Highlight, seit geraumer Zeit kann man sich ein PJ-Konzi ohne den Song eigentlich gar nicht mehr vorstellen. Seit ich den Erstling der Band in die Finger bekam begeistert mich dieser Song, reißt mich mit und wird Live durch die auch an diesem Abend eingewobenen Soli von Mike und Matt immer wieder variiert und mitunter auf ein neues, noch höheres Niveau gehievt. Heute erreichte er mit 8 Minuten Dauer mal wieder nahezu epische Ausmaße und erlaubte (während Mike die Saiten malträtierte bzw. Matt im alleinigen Rampenlicht die Drumsticks schwang) Eddie das Einlegen einer Raucherpause am Linken Bühnenrand, wo er genüsslich seine American Spirit qualmte.
11. PRESENT TENSE (!!!!)
Ein Traum wird wahr… dieser Song rangierte auf meiner „will ich unbedingt live hören – Liste“ unangefochten auf Rang 1!!!!!! Da er aber nur recht selten die eine oder andere Playlist verschönert, standen die Chancen relativ schlecht, daß er aus dem großen Zauberhut ans Licht der Berliner Öffentlichkeit gezerrt werden würde. Daß er DIREKT nach Even Flow kam, machte es eigentlich nur noch besser. Wenn man Perfektion noch toppen kann… dann nur so. Fassungslosigkeit und unheimliche Freude…
12. BIG WAVE
Im Anschluß switchte man wieder zur Avocado und präsentierte uns einen weiteren Rocker. Metaphorisch gesehen wars irgendwie klar, daß „Big Wave“ kommen musste, wenn Eddie schon nicht leibhaftig surfen kann, dann will er wenigstens dran denken.
13. GREIVANCE
Binaural-Zeit. Persönlich war ich positiv überrascht daß der Song kam. Da hatte sich der Kampf mit dem Album damals also gelohnt… es hatte gedauert bis ich es mir damals erschloß (ein dreiviertel Jahr immerhin) aber nach dieser Performance war es jeden der verzweifelten Hördurchgänge wert!
14. DAUGHTER
Erneut Mitsingzeit. Man macht sich im Voraus keinerlei Vorstellung davon, wie hammergeil es ist zusammen mit der restlos ausverkauften Wulheide diesen Song zu singen… dazu noch das überaus seltene W.M.A. als Daughter-Tag eingeflochten… der Raritätenabend schien eröffnet. „Bitte noch Black!!!!!“ ging mit nur durch den Kopf… diese beiden Hammerballaden an einem Abend LIVE zu erleben, das wäre der nächste Superlativ!
15. GREEN DISEASE
Wieder Rock-Time mit einem meiner Riot Act Lieblinge schlechthin. Mit Save You zusammen die Abgeh-Garanten dieses Albums. Eddie wurde vorher noch kurz politisch und schwupps durchschnitten giftgrüne Scheinwerfer die dunkle Bühnenluft… .
16. BLACK (!!!!)
YEAH!!!! Das Flehen wurde erhört. Was die Emotionalität und Intensität angeht ist dieser Song so was wie das Meisterstück der Jungs… lediglich NAIS vermag es einen ähnlich in seinen Bann zu ziehen. Und die Version welche uns heute offenbart wurde war mal wieder die musifizierte Genialität. Ich kann es eigentlich nur wiederholen: Daughter und Black an einem Abend… und jeweils dieser Fanchor in dessen Mitte man stand…
17. PORCH
Porch war ein würdiger und nahezu perfekt gewählter Abschluß des Mainsets. Sieben Minuten voller Energie, welche uns kollektiv wieder in die legendäre TEN-Ära zurückschmissen. Hymnenhaft und mit einem sehr netten Solo verziert machte Porch nur Lust auch mehr… auf VIEL MEHR Pearl Jam an diesem Abend. Die Jungs hatten Spaß auf der Bühne, das merkte jeder der Anwesenden und die während der letzten 80 Minuten entstandene Stimmung hatte schon lange nichts mehr mit einem klassichen Rockkonzert zu tun, geschweige denn mit einem Gig vor knapp 18.000 Leuten. Vielmehr entstand eine Art private Atmosphäre, welche Eddie nur noch ankurbelte, indem er von der Bühne sprang und fröhlich seinen Rotwein an die erste Reihe verteilte oder auf der Bühne herumkletterte und uns fröhlich zuwinkte. Das ging alles weit über ein normales Konzert hinaus… man kam sich eigentlich eher vor wie in einem kleinen, verrauchten Club, wo man, ein Bierchen in der Pranke, mit einer Hand voll guten Freunden abhängt, die zwischen massiven Holztischen und Bierreklame spontan anfangen ein paar ihrer Lieblingssongs zu jammen. Bloß gut, daß jedem hier bewußt war, daß da noch so einiges auf uns zukommen würde, was das aber dann genau war, wagten sicherlich nur wenige auch nur zu hoffen!
ENCORE 1
18. GIVEN TO FLY
Der erste Zugabenblock, man könnte ihn eigentlich auch als Konzert nach dem Konzert bezeichnen, wurde also mit Given to Fly, dem wohl malerischten Song des ganzen Yield-Albums eröffnet. Wieder so ein Fall von grenzenloser Intensität. Die wenigen Minuten Pause waren nach den ersten Klängen eigentlich schon vergessen, man war sofort wieder in dieser Feierstimmung, was man der ganzen Besuchermasse auch deutlich anmerken konnte.
19. COME BACK
Ich gebe ja zu, daß dieser Song für mich so ziemlich der schwächste (das heißt, in Schulnoten etwa 2+) der gesamten Avocado ist, aber Live gibt’s Extrapunkte!!!!! Zumal Eddie ihn seinem Freund Johnny Ramone widmete (wieder auch Deutsch im Übrigen: „Den nächsten Song singe ich in den Himmel, hoffentlich kann er es hören!“) und das Ganze dadurch eine ganz andere Eindringlichkeit bekam als von CD.
20. I BELIEVE IN MIRACLES
Raritätenalarm… erneut landete die Band einen Treffer direkt ins Bullseye meines Musikgeschmacks. ;-) eines meiner Lieblingscover der Jungs. Klar, nach der Widmung von Come Back hätte man es sich denken können daß das Ramones-Cover nahezu unausweichlich folgen würde… aber man kam nun mal nicht wirklich dazu sich mit solchen Gedankengängen zu beschäftigen… weit wichtiger war es jede Sekunde des Konzertes auf sich einströmen zu lassen. Jedenfalls rockte der Song die so herrlich melancholische Stimmung des Vorgängers wieder auf ein weitaus freudigeres Niveau und es war eine reine Freude Eddie am Mic beim Abgehen zuzuschauen; Mike spielte wie ein junger Gott, Jeff zupfte groovend den Bass während Matt gewohnt präzise auf seine Trommeln einging. Nur was Stone tat kann man nicht umschreiben… „Stone ist eben Stone“ würde meine Schwester sagen und hätte vermutlich auch Recht.
21. CRAZY MARY
Der Hammer… die dritte Ballade der Superlative. Wieder ein Griff in die Raritätenkiste obendrein! „Take a bottle drink it down… pass it around…“ Wieder riß einen diese Band in eine vollkommen andere Welt und der Chor setzte erneut ein, der Song ist einfach prädestiniert dafür. Was für eine Version dieses Songs….
22. ALIVE
HYMNENZEIT! Alive ist wahrscheinlich der PJ-Song schlechthin was die öffentliche Wahrnehmung angeht. Bei den ersten Tönen schrie die Menge auf… diesen Song live zu hören war zwar auf dieser Tour alltäglich, ist aber dennoch etwas Besonderes. Man mochte kaum glauben wie alt dieses Stück ist… unglaublich wie frisch Ed und Co. es rüberbrachten. Ein würdiger Abschluß des ersten Encores. Das zweite sollte folgen, unweigerlich und in seiner Ausstattung geradezu monströs!
ENCORE 2
(Hier sei mal vorausgeschickt, daß ich dem Kaiser, dem Franz, der Lichtgestalt… na ihr wisst schon… daß ich ihm jedenfalls sehr dankbar bin für diese WM!!! Auch beim PJ-Konzi verblüfften die Massen die Band durch ein minutenlanges „Ohhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh“ mit erhobenen, wackelnden Händen, sodaß man eigentlich nur darauf wartete, daß Stone einen Eckball tritt. Sichtlich irritiert nahm Ed das Geschehen auf und animierte uns vorm 2. Encore zur Wiederholung dieses Pausenfüllers.
23. LAST KISS
Eieiei… wieder so ein Stückchen Bandgeschichte, welches nicht unbedingt alltäglich hervorgekramt wird. Der Kollektivchor war nebenbei auch wieder im Einsatz und sang fröhlich einem denkwürdigen Encore 2 entgegen.
24. FOOTSTEPS
„We would like to play a request!“ ... mit diesen Wirten kündigte Eddie eine der atmosphärischsten B-Seiten der Bandgeschichte an. Kein Mensch weiß, warum dieses Stück kein Albumtrack ist… aber angesichts der Stimmung welche dieses Live nur selten präsentierte Schmuckstück begleitete, konnte man ungefähr ablesen welchen Stellenwert dieser Song bei der Gefolgschaft der Band hat. Streng genommen konnte man sowieso nur mitsingen oder fassungslos genießen… mehr Möglichkeiten gab es einfach nicht. Außerde, hatte es sich für die 2 Kerle gelohnt, deren ausdauernd geschwenkte Schilder Eddie zu diesem spontanen Wandel in der Setlist genötigt hatten. Langsam trieb man mit diesem Song dahin und dabei immer mehr seinem gediegenen, melancholischen Ende entgegen…
25. LUKIN
… und wurde übergangslos mit Lukin wiedererweckt! Dieser nahtlose Wechsel zwischen dem gediegenen Footsteps, wie es langsam ausklingt und dann dieses Kantholz von einem Punksong hinterher war der Wahnsinn (Lukin zählt im Übrigen auch eher nicht zu den Liedern mit denen man getrost rechnen kann wenn man auf ein PJ-Konzi pilgert)!!! Zudem muss man es erstmal hinbekommen einen Song, der eigentlich eh nur eine Minute dauert und das Tempo eines TGV auf abschüssiger Strecke besitzt noch mal 7 Sekunden schneller runterzuspulen… UN-GLAUB-LICH!
26. Comatose
… darauf folgte mit Comatose der legitime Nachfolger des No Code Krachers Lukin auf dem Fuße. Mein Fav der Avocado nebenbei bemerkt… einfach nur großartig. Gegen Ende des Berichtes gehen einem einfach nur die Superlative und Beschreibungen aus um das ganze zu beschreiben.
27. WHY GO
Dies ist allerdings sehr schade, denn gerade DIESER SONG war von der Stimmung her das absolute Highlight des Abends. Seit ich im Besitz des Bootlegs bin, ist dieser das meistgehörte Stück. Einfach der Wahnsinn wie die ganze Arena den Refrain „Why go hooooome?! Why go hooooome?!?...“ mitsingt! Den obligatorischen Kommentar á la: Das war das Motto des Abends! Kann ich mir eigentlich sparen, denn das dürfte ohnehin jedem klar sein. Die Band tobte noch mal, ich kann mich nicht erinnern jemals eine bessere Live-Version dieses Liedes gehört zu haben (… soweit das überhaupt mal gespielt wurde früher).
28. BABA O’RILEY
Wiedermal Cover-Zeit. Gleichzeitig aber auch das Zeichen, daß nun die letzten 2 Songs folgen würden. Baba live und in diese Atmosphäre, mit diesem unglaublichen Chor im Hintergrund, das war noch mal der absolute Appetizer für den Schlußsong, welcher sich bei Pearl Jam mittlerweile schon eingebürgert hat als etatmäßiger Closer (bandtypisch allerdings auch ab und an variiert):
29. YELLOW LEDBETTER
Der letzte Song… und gleichzeitig der Abschluß einer einzigen, riesigen Party. Nach all dem, was uns in den letzten 130 Minuten schon geboten wurde, war Yellow Ledbetter einfach der krönende Abschluß eines Konzertes, welches die Fachpresse noch lange beschäftigen wird denke ich… zumindest das Medienecho der Folgetage fiel dem entsprechend aus, auch wenn es an Unmöglichkeit grenzt diese Stimmung auch nur ansatzweise in Worte zu packen. Nachdem Mike sein obligatorisch traumhaftes Schlußsolo gezupft hatte, verabschiedete sich die Jungs noch ausführlich von uns und beschmissen di rasende Menge mit verschiedenen Devotionalien wie Plektren, Drummsticks oder Schweißbändern…. Ich selbst war wohl erst am nächsten Tag wieder halbwegs einsatzfähig… direkt nach dem Konzi stakste ich eher verpeilt durch den Innenraum des Konzertgeländes. Jeder der die Chance hat diese Kerle Live zu erleben, sollte sich gefälligst dahin scheren! Und bis dato: Leute, besorgt euch dieses Bootleg…!
Diese 29 Songs waren ohne Zweifel die mehrfache Potenz dessen, was man sich vorher von diesem Konzert versprochen hatte. Dabei bin ich da schon sehr zuversichtlich herangegangen, daß es das Nonplusultra werden würde war klar, aber daß am Ende des Tages solch ein Erlebnis steht, konnte man nun wirklich nicht vorhersehen… wie auch. Wenn sich die Herren wieder in unsere Nähe begeben muß ich wieder hin… wenn es auch nur halb so großartig wird wie dieser 23. September, dann lohnt sich das schon. Momentan bleibt mir nur ein neidischer Blick gen Australien… die Aussies wissen gar nicht was da in den nächsten Tagen auf sie zukommt… ein glückliches Volk ist das momentan!!!!!
Dienstag, 01.08.2006
WIEHR THIND SSSUPER
Moin wertes Netz! Ja, hier isser mal wieder, der Schurke in polytonen Socken! Und soeben returnierte selbiger von einer höchst wichtigen Mission aus Olbernhau... zu deren Antritt es nötig war die Erweckungsgeräusche des einheimischen Zeiteisens auf 4.45 Uhr in aller Allahs Frühe zu terminieren. Kaum betritt man danach, frisch dem mit Foo Fighter - Klängen gefüllten Gründervater-Mobil entstiegen, wieder die heimischen Mauern, da rutscht man schon wieder fast auf einem gar hinterlistig im Hausflur plazierten Propagandapamphlet der eigenen Kreisstadt aus. Ich stelle mir vor, wie irgend ein schlafloser Attentäter zwischen 5.30 Uhr und 6.00 Uhr durch mein Heimatkaff krawanzt und allerorts seine terroristischen Spuren hinterläßt. Wer weiß, wie viele gischtgekrümmte Rentner heute nicht die artistische Selbstbeherrschung aufbringen können, wie meine Wenigkeit sie an den Tag legte und beim morgentlichen Gang zum Brunnen auf eben diesem Druckerzeugnis ausrutschen, welches ich nun neben mir liegen habe und das ich mit einem anklagenden, vorwurfsvollen Blick abstrafe! Fast hätte es den Gründervater M. gestürzt... aber eben nur fast! Nun mag man sich fragen, was denn nun genau so imens wichtig sein kann, daß man es zu nachtschlafender Stunde im Kreis verteilt... was ist gegebenenfalls so abartig, daß der Verteiler nicht bei seinem schändlichen Tun beobachtet werden will? Nun, liebe Mitmenschen, ich sage es euch ohne Umschweife: Das offizielle Werbeheftel für den 15. Tag der Sachsen! Ein Bundesland feiert sich selbst; und zwar ohne Rücksicht auf Verluste wie es scheint. Marienberg, seines Zeichens die ortsansässige Kreisstadt wider Willen, bekam vor geraumer Zeit den Zuschlag, dieses Weltereignis ausrichten zu müssen... oder dürfen... von "können" kann ja keine Rede sein! Egal, jedenfalls steigt zwischen dem 1. und 3. September die wohl größte Freakshow auf bundesdeutschem Boden. "Tag der Sachsen", da werden bei mir ganz unangenehme Erinnerungen an 2003 wach. Damals, lang lang ists her, aber die Temperaturen waren vergleichbar, besuchte ein geographisches Sondereinsatzkomando, von welchem ich ein Bestandteil war, die Weltstadt Döbeln. "Exkursion" hieß es, lächerlich war es. Dort mußten wir uns schon geschlagene 30 Minuten beschallen lassen, wie Döbeln dereinst den Zuschlag für selbige Veranstaltung erhielt, diese aber Flutbedingt sprichwörtlich ins Wasser fiel. Ein paar Jahre später durfte die pulsierende MEtropole am... ja, was läßt sich denn da markantes finden... egal, die pulsierende Metropole ohne Bezugspunkt durfte seine narzisstischen Triebe jedenfalls nachholend ausleben, diesmal ohne Flut. Das Geseier nervte jedenfalls damals schon und nun ist der ganze Irrsinn in meine Nähe gekommen... entweder bin ich paranoid oder einfach nur zu intolerant was niveaulose Kollektivbesäufnisse im Namen des Freistaates angeht, urteilt selbst. Nun wollen wir uns doch mal, quasi als Strafe für die blasphemischen Umsturzversuche gegen mich, mit dem kund getanen Program des "Tages der Sachsen" auseinander setzen, was kann man denn da erleben, wovon man noch seinen Ur-Ur-Ur-Urenkeln dereinst im Videotagebuch berichten wird?!?
Zunächst fällt das Cover ins Auge, für welches man keinerlei Mühen scheute, damit es so nichtssagend wie möglich daher kommt. Man sieht: zwei mehr oder weniger ansehnliche Menschinnen, welche sich an der breiten Schulter eines PLÜSCHRÄUCHERMÄNNELS räkeln! Absurder gehts doch nicht... Räuchermann aus Plüsch... das ist ungefähr so hirnrissig wie ein Grillabend im Veganerdorf! Aber solche Oberflächlichkeiten wären ja noch zu verzeihen, wenn da nicht der Inhalt wäre, sofern man die niedergemeißelten Halbwahrheiten welche dieses Blatt verbreitet überhaupt als solchen titulieren kann. So verkündet der Bürgermeister Marienbergs im Brustton von geheucheltem Stolz: "Die Nachricht, dass Marienberg den 15. Tag der Sachsen ausrichten darf, wurde von der Bevölkerung mit Begeisterung aufgenommen". Achso? Hab da nix gemerkt! Soweit ich weiß, ging es besagter Bevölkerung nur gehörig auf den Senkel, daß man die komplette Innenstadt im letzten Jahr großräumig umfahren mußte, weil es urplötzlich nötig war den Straßenbelag zu erneuern. Persönlich wünsche ich den Organisatoren noch heute dafür die Krätze an den Hals, da sie meinem Stammdöner dadurch praktisch von der Außenwelt (also mir) abschnitten. Außerdem ist mir von spontanen Freudenkundgebungen schlicht NICHTS bekannt. Weder wurde ein Autokorso um den Markt organisiert (mal abgesehen von den tiefergelegten Stammhonks, die ohnehin täglich ihre Pranzringeln drehen), noch tanzten irgendwelche Chicks splitterfasernackt auf den Tischen... was man in den meisten Fällen ohnehin nicht hätte sehen wollen. Nee... von Begeisterung war nun wirklich keine Spur zu finden. Ein gewisser Herr Iltgen (Präsi des sächsischen Landtages) spricht Marienberg gar die Funktion des "kulturellen Herzschlages Sachsens" zu... na dann wollen wir uns doch mal anschauen, was die sächsische Kultur so ausmacht, aber man sollte sich keine Hoffnung auf schilleresque oder mozartianischen Auswüchse machen, der gemeine Sachse (und erst recht jener aus Marienberg und Umgebung) scheint da im Durchschnitt doch wesentlich einfacher gestrickt zu sein.
Der 1. September strotzt dann auch gleich nur so von Hochkultur und abstraker Verbalerotik! "Die legendäre Opa Unger Show" (höre ich persönlich jetzt zum ersten Mal) eröffnet den Reigen der intellektuellen Leckerbissen an besagtem Wochenende. "Opa Unger"... ich hätte gedacht, daß diese Geißel der Menschheit schon längst im tiefsten Kellerarchiv von Radio PSR, jenes penetranten Konservativo-Senders hier, verbuddelt wurde aber NEIN, der Tattergreis scheint ne Halbwertszeit zu haben, welche mit jener von Uran vergleichbar ist. Wer danach dem obligatorischen Eröffnungsgeseier á la "Där Dooch dor Saggsn is hiormit uffizischell ähröffned!", welches sich durch den ganzen Tag zu zeihen scheint, aus dem Weg gehen will, der kann das bis zum Abend gemeinsam mit einheimischen Genregrößen und Underground-Geheimtipps wie den "Mildenauer Heimatsängern" (eine Speedmetallcombo mit satanistisch-okulten Anleihen), dem "Volkschor Auerbach" (Trip Hop vom Feinsten), der Heimatgruppe Waldhäuser (Grindcore-Metall inspiriert vom Erzgebirgs-Urvater Stülpner Karl persönlich) oder den "Pobershauer Silbermäd" (dazu brauche ich nix mehr zu sagen, alleine das Herkunftsdorf diskreditiert diese Gestalten schon genug) tun. Die musikalischen Highlights am Abend werden dann von zwei Weltstars a.D. gesetzt. Daß es mit dem Bekanntheitsgrad eines "Stars" nicht mehr ganz so weit her ist, merkt man ja immer dann, wenn es der Redakteur für nötig hält seine "größten Erfolge" im Klammersatz zu erklären... ohne diesen Aha-Effekt kennt den vermutlich keine Sau mehr. Selbiges trifft dann auch für Haddaway ziemlich genau zu. Gut, daß "What is Love?" aus dem Jahr 1992 nochmal explizit erwähnt wurde, ich hatte diesen Schund schon verdrängt, den uns diese abartige Dance-Techno-Seuche damals bescheerte. Falls das Niveau dann noch nicht weit genug am Boden liegt, haben die umsichtigen Organisatoren selbstredend vorgesorgt und schießen mit Rednex gleichmal die nächste Ladung Hirnriss hinterher. Rednex mache ich persönlich noch nicht mal nen Vorwurf, die sind schließlich Schweden! Was das damit zu tun hat? Ganz einfach: 1. sämtliche nordische Völker haben bekannter Maßen veritabel einen an der Klatsche, was sie aber mitunter auch recht sympatisch macht. 2. Wenn man nen Schweden (geht auch mit Finnen, Norwegern, Isländern...) zu einem Sauffest nach Deutschland einläd, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn dieser noch seinen ganzen Bekanntenkreis mitbringt um sich am billigen Gerstensaft mal ordentlich die Leber durchzuspülen. Die wissen zwar nicht was hier los ist, aber das WARUM ihrer Anwesenheit haben sie für sich selbst schon recht klar definiert.
Ach ja, fast hätte ich es vergessen, aber irgendwann nach 17 Uhr treten auch noch US5 auf... das heißt, im Wesentlichen wird halt ein Playback laufen, zu dessen sinnleeren Botschaften 5 Gestalten, welche unter normalen Umständen zu einer Knastkarriere mit allem drum und dran (also explizit auch dem berühmten Seifendilemma in der Gemeinschaftsdusche mit all den Sodomisten) verdammt wären, ihre hamplige Performance abliefern. Aber auf diese Grundfeste der "sächsischen Kultur" wie es der fesche Herr Iltgen nennt, möchte ich nich weiter eingehen... es gibt so Dinge im Leben, die sind selbst mir zu behämmert und daher keinen Kommentar wert.
Danach wird halb Marienberg wahrscheinlich, nachdem es sich zwischen Würstchenbude und Bierstand standesgemäß übergeben hat, in irgend ner Ecke eindösen um den Blutalkoholspiegel wieder auf 2 Promille zu senken, schließlich geht ja nahtlos weiter... und zwar am
2. September:
Stellt sich nur die Frage: Womit eigentlich?!? Kann der "Erzgebirgszweigverein (KEIN Scherz, den gibts wirklich) und Theaterverein Homersdorf", das "Schalmeienorchester Großolbersdorf" oder die "Wolfgang Petry Coverband" das am Vortag so erfolgreich hingerichtete Niveau auch wirklich unten halten, in seinem tiefen Verließ? Ich bin da mal optimistisch, wenn es diesen Spezialisten nicht gelingt, wem dann?! Spätestens mit den samstäglichen "Highlight", den beiden (warmen) Brüdern von "Right Said Fred" ist dann wieder der absolute Nullpunkt erreicht.
3. September
Betrachtet man den Sonntag, so fällt ebenfalls nur der "Closer" der ganzen Chose durch einen gewissen Bekanntheitsgrad auf: die Erste Allgemeine Verunsicherung... wer kennt ihn nicht den Ba-Ba-Banküberfall?!? Und sonst?!? Naja, nicht viel. Clever wie der Marienberger ist, hat er das Wochenende nur spärlich mit "Highlights" gesegnet, statt dessen wurde alles was die unterste Schublade so hergibt schon am Freitag verbraten... . Sowas nenne ich vorausschauende Planung! Die millionenfach angereisten Touristen aus dem Tschad, dem Kongo, Kasachstan oder gar Satzung (= ein "Familienunternehmen" mit jahrhundertelanger Tradition) müssen sich ansonsten mit den "Heimatmusikanten des Heimatvereins Lingen-Darme" (Mehr Heimat geht kaum... E-Mail, Schadenersatzforderungen, Autogrammwünsche und Erpresserbriefe bitte an: "Heimatmusikanten-des Heimatvereins-der-heimatlosen-Heimatvertriebenen@heim.at), dem "Country- und Westernclub Hoyerswerda", dem "Volkschor Frisch Auf Niederwürschnitz" oder den "Original Zeisigwald Musikanten" zufrieden geben. 22 Uhr schließlich tut man mit Unmengen Schwarzpulver genau das, was man mit der ganzen Veranstaltung eigentlich machen kann: man schießt es in den Wind. (OK, nennt sich "Feuerwerk", trifft es im Grunde aber trotzdem ganz gut).
Was werde ich froh sein, wenn diese ganze Bande wieder abgereist ist, dieses Gewusel geht mir ja jetzt schon auf den Sack... überall Plakate und Banner... und dann eben dieser Wisch heute früh, welcher mich vor nicht zu unterschätzende Ballaceprobleme stellte. Da halte ich es doch an diesem Wochenende mit "Olaf Stelmecke", welcher am 3.9. auf der "Themenbühne 7" um 19 Uhr seine "Lieder vom Verschwinden" kund tut!
In diesem Sinne: es lebe das Volksfest... nur halt nicht in meiner Nähe! MEI RUH' WILL I HOM! ;-)
Sonntag, 16.07.2006
FIXXXER
Wie ein solcher hängen wir am Fußball, das hat ja erst die jüngste Vergangenheit gezeigt. Und damit hier gar nicht erst Unmut aufkommt angesichts der verkorksten Realität außerhalb des FIFA-gemischten Rasenplatzes, möchte ich nach dem immensen Erfolg der WM Tipprunde anknüpfen und eine offizielle Bundesliga-Tippgemeinschaft verkünden. Aber zunächst: EHRE WEM EHRE GEBÜHRT!
Die Resultate des Foxymorph-WM-Tippspieles:
1. Shun 112
2. Suomieven 110
3. BabyDuck 105
4. Oli 97
5. Albärs 61
Nach langem Kampf errang Gründervater H. somit den Weltmeistertitel innerhalb unserer kleinen aber durchaus erlesenen Runde. Apropos "klein": Besonderer Respekt soll auch Baby Duck gezollt werden. Als Underdog ins Turnier gestartet tippte sie auf konstant hohem Niveau und konnte erst im späteren Verlaufe des Turniers durch den konditionell überlegenen Tippspiel-Gattuso himself von Platz 2 weggegrätscht werden. ;-) Für Oli noch ein kleiner Tipp: Bonusfragen sind auch schon wieder online ;-)! Mit jenen hätte es hinter dem Kompetenzteam sicherlich noch einen ansehnlichen Kampf um Platz 3 gegeben. Zumal den guten Albärs irgendwie auch die Luft ausging... schade eigentlich. Na egal, dieses Spielchen ist jetzt Geschichte, der Drops ist gelutscht oder kurz: wir haben in Shun den Sieger ermittelt.
Also lasset uns nochmals kurz innehalten und seinen Triump angemessen würdigen, bevor wir alle den Fuchsschwanz des Fußballsachverstandes aus dem virtuellen Heimwerkergürtel zerren um an seinem Thron zu sägen! ;-)
Dies kann unter folgendem Link geschehen:
http://www.kicktipp.de/foxy/
P.S.: Da es sich um ein neues Spiel handelt, ist wiederum eine Registrierung erforderlich, die jedoch 1. mit den selben Daten geschehen kann (aber nicht muß), 2. gewohnt unkompliziert und unverbindlich ist.
P.P.S.: Vielleicht gesellt sich ja auch noch der eine oder andere Scherge zu uns, sofern er nicht angesichts des hohen Tippniveaus der Weltmeisterrunge schon in Ehrfurcht erstarrt ist. EINGELADEN SEID IHR ALLE...! :-)
P.P.P.S.: *FUMP!* (nur so)
Dienstag, 04.07.2006
WHOREHOPPIN'
Halbfinalesque Grüße von mir an die Netzwelt! Heute in diesem Theater: Paarungsrituale öffentlicher Würdenträger und ihre mediale Verwurstung! Was durften wir uns in den letzten Tagen nicht so abseits der Fußballberichterstattung anhören... HAMMER! Da hat doch wahrlich der Ottfried Fischer ein angemessenes Äffärchen mit 'ner angeblichen Ex-Nutte am Kochen. Oder zumindest gehabt... . Frau bekams mit und schmiß den Otti raus. Nach diesem Kraftakt fühlte sie sich genötigt ihrem Mann zu verzeihen und ne Aussöhnung anzubieten, woraufhin die BILD offenbarte, daß die Verflossene des Bullen von Tölz (der alte Zuchtstier....) ihre Dienste dereinst für einen relativ unerheblichen Obolus feil bot. (Man könnte auch sagen, daß sie auf den Strich ging, das klingt aber nicht so toll ;-) ) Und nun wird die Story von all den hochglanzpolierten Schundblättern breitgewalzt... da kann dann die 58 jährige Hausfrau aus Bottrop zwischen Kaffeekränzchen und Tupperparty die BUNTE aufschlagen und an besagter Schlammschlacht partizipieren. Was ihr dabei durch den belockenwicklerten Kopf geht,... man weiß es nicht genau. Man sollte da wahrscheinlich auch nicht weiter nachfragen, zu schockierend könnte diese Realität sein als daß wir mit unserem zarten Gemüt das auzuhalten im Stande wären. Mir persönlich ist das Ganze, mal wieder, relativ EGAL!!! Kuck'st du hier BUNTE: E-G-A-L!!!! Es ist ja nicht so, als ob wir solche Meldungen nicht schon kennen würden, eher im Gegenteil. Der Ottfried (wie kriegt man mit dem Namen eigentlich ne 20 Jahre jüngere Geliebte in die Federn... ???) reiht sich doch nahtlos in die Reihe jener ein, welche den fleischlichen Gelüsten früher schon erlegen sind. Gerade in der Promi-Szene (und besonders in Reihen der C- und (Doppel)D-Prominenz) wird ja augenscheinlich am wildesten drauflos geknattert. Deshalb ist es hier mal an der Zeit mit einem weit verbreiteten Vorurteil aufzuräumen: Erfolg macht nicht sexy... er macht scheinbar eher geil! Man braucht sich ja nur einmal den heiß geliebten FC Bayern anzusehen. Oberflächlich betrachtet der erfolgreichste Fußballclub unseres Landes, ein Verein der Trophäen sammelt wie andere Leute Strafzettel. Doch hinter den Kulissen wird da scheinbar korpuliert bis zum Getno! Und nicht jeder hat danach den Anstand seinen "Fehltritt" zwischen zwei Achtelfinalspielen noch fix zu ehelichen, wie es ja unser aller Kaiser jüngst praktizierte. Erinnern wir uns an Ottmar (wie kriegt man mit dem Namen eigentlich ne 20 Jahre jüngere Geliebte in die Federn... ???... oh, den Einwand hatten wir schon...) Hitzfeld, seines Zeichens Erfolgstrainer par excellence und derzeitiger Premiere-Experte mit Dackelblick! So zwischen Pokalsieg und Meisterschaftsfeier hinterging er seine Angetraute mit einem brasilianischen Model... er feierte sozusagen sein ganz privates Double! Analog dazu zerrte unser aller Titan das Weib gewordene Vakuum aus dem P1 (kann mir schon denken wohin) und schoß dafür seine Jugendliebe in den Wind. WIE TRAGISCH!!!! Das bringt das Weltbild der Bunte-Leserinnen natürlich gehörig ins Wanken! Wer hätte denn gedacht, daß der nette Herr Hitzfeld sowas macht?!? Oder daß der Kahn sich noch für andere Dinge als für Kampfsport und Kannibalismus interessiert?!? NIEMAND... also wurde das vorsorglich gleich mal aufs Titelblatt geklatscht. Mit solchem belanglosen Mist kann man scheinbar in unserem von ernsten Problemen ach so arg gebeutelten Land immernoch den großen Maybach machen (um mal den Ansprüchen der Chefredakteure gerecht zu werden). Auf jeden Fall muß es erstmal gedruckt werden! Auf daß die breite Bevölkerung sich den Schriebs auch ja kauft und am Leid der anderen partizipiert. Da kann sich die eine oder andere Gattin (ab welcher Steuerklasse wird aus ner "Ehefrau" eigentlich ne' "Gattin"???) beruhigt zurück lehnen, während ihr der nette Herr Doktor die monatliche Dosis Botox unter die ledrige, straff gezurrte Haut jubelt und sich freuen, daß ihr Mann sowas ja nie machen würde, schließlich hat man als Vorstandsvorsitzender bei VW einen Ruf zu wahren. (Wahrscheinlich bespringt der alte Bock parallel grade das nächstbeste blutjunge Luder auf dem Rücksitz des besagten Maybach... aber das weiß Lederhaut ja nicht... !) Wenn man sich das alles mal vor Augen führt, kann man doch nur an den Moral- und Sittenverfall appellieren, daß er es doch bitte etwas ruhiger angehen lassen sollte. Aber da sind wir ja schon beim nächsten Problem! Um das heere Ziel zu verfolgen, die Moral zu wahren bedarf es in einer Gesellschaft ein paar ganz besonderen Leutchens, die sich eloquent und nachdrücklich für selbige einsetzen. In unserem Halbfinalistenland gibt es diese zwar, allerdings ist es mit deren Unbefangenheit auch nicht mehr so weit her. Seitdem der oberste aller Sittenwächter mal kurzzeitig von seinem Moralkoller Abstand nahm und im Kokainrausch ukrainische Edelnutten vernaschte obwohl seine talkmasternde Frau grad "in anderen Umständen" beim Botox-Mann (oder wo auch immer) saß, traue ich diesem FRIEDen auch nicht mehr, MANN!
Andere wiederum lassen sich bevorzugt in Besenkammern zur Polygamie bekehren und zahlen daraufhin ein Leben Lang Alimente an russische Laufsteggrazien, die den Mund nicht voll genug bekommen können! Ähnlich geht es sogar Staatspräsidenten, deren größtes Vergnügen es zu sein scheint, die eine oder andere Praktikantin in die Knie zu zwingen. Wo soll denn das alles noch hinführen? Ist die Welt denn wirklich so schlecht? Nun, ich sehe das alles weniger tragisch. Im Gegensatz zum BUNTEn Publikum glaube ich nämlich ganz fest an die Realität. Nur weil Prinz XY seine bürgerliche Uschi da mit großem Brimborium und in einem besonders weißen Kleid vor den Alrat schleift, heißt das ja noch lange nicht, daß ein Märchen wahr wird. (Wahrscheinlich kam der unromanische Klotz noch nicht einmal in schillernder Rüstung daher geritten sondern ganz profan im Smoking angelatscht beim ersten Date!) Dieser feudale Märchen-Tick, welcher die Society-Fans hierzulande auszeichnet ist dermaßen IRREAL! Wenns sowas gäbe, dann wäre auch das Rumpelstilzchen existent. Und, habt ihr das etwa schonmal gesehen? Ich nicht, auch wenn man es in manchen Zeitgenossen ansatzweise erahnen kann (besonders bei allem dessen LEbensalter kleiner/gleich zehn ist). Also, liebe Klatschpresse - Schicksen da draußen: GEWÖHNT EUCH DRAN, DAß DAS NUNMAL DER LAUF DER WELT IST. Und überhaupt: was bringt es einem denn, zu wissen wer da aktuell mit wem in die königliche Kiste springt?!? NIX! Ich habs langsam satt wie solcher Mist immer gleich breit getreten wird als ob es nix wichtigeres gäbe. Laßt diesen pseudoprominenten Haufen doch fleißig weiter Swingerclub spielen, ohne gleich ein oder zwei Paparazzi vor dem jeweiligen Anwesen zu plazieren. Die Welt würde eine ganze Ecke ruhiger... und vor allem auch niveauvoller! Sollen die sich doch paaren bis die Physis entgültig versagt, dan sind wir die Gesells, Elverse und Naddels dieser Welt wenigstens los! Außerdem würdet ihr so einigen abgewrackten Pseudopromis die Demütigung ersparen mit diesen Ischen auf ein anzügliches Foto zu müssen nur um die eigene, fragwürdige Karriere wieder anzukurbeln. Abschließend möchte ich noch darauf verweisen, daß es hier ohnehin um nix Strafbares geht... ist doch alles relativ normal. Wenn Else Müller ihren Adalbert mit der Nachbarin erwischt, dann kräht da auch keine eurer Zeitungsenten danach. Also haltet mal den Ball flach, dem einen oder anderen Dude mit entsprechendem Bekanntheitsgrad kann man seinen Spaß ja auch mal gönnen... !
Montag, 19.06.2006
WRITTEN IN THE STARS
Gott zum Gruße liebe Mitmenschen. Wir sind hier zusammengekommen, um Zeuge einer gar außergewöhnlichen Geschichte zu werden. Eine Geschichte, wie man sie in sämtlichen Büchern, Datenbänken und Protokollfurunkeln des Universums nicht wiederfinden wird. Es ist eine lange Geschichte, sicherlich, aber es ist auch eine schöne Geschichte. Eine Geschichte voll von seltsamen Begebenheiten. Eine Geschichte voller Abenteuer und Heldentaten, voller Mut und frei von kitschigem Emotionsgeschwafel. Wer, liebe Leser, braucht denn schon zwei fiktive Gestalten die händchenhaltend in den Sonnenuntergang starren und sich mit dahingeseufzten Liebesschwüren zuschmalzen, wenn er anstatt dieses 08/15 Plots auch Schlachten epischen Ausmaßes, hektoliterweise literarisch vergossenes Blut oder gar die Aussicht auf wahre Gebirge von zerhackten Gebeinen erzschurkenhafter Urviehcher haben kann, welche sich vor einer sympatischen Heldenfigur autürmen!?!? Richtig, niemand! (Außer vielleicht die verkommenen Pilcherianer, eine sehr wehleidige Lebensform aus dem Rosamund-System. Aber dazu später...) Jedenfalls kann ich mit genau so einer Geschichte dienen, sofern Interesse besteht. Da es aber, ich glaube ich wiederhole mich, eine SEHR LANGE Geschichte ist, werde ich sie Stück für Stück erzählen müssen. Dies wird sich über die nächsten Wochen und Monate hinziehen und immer mal wieder neben meinem gewohnen Verballhornungen der real existierenden Realität hier auftauchen. Ähnich wie das "Fires at Midnight" Album des kongenialen Folkrockduos "Balckmore's Night", ist es eine Geschichte in 17 Akten (oder wie unsere Hauptfigur sagen würde: in 17 Streichen), was mich dazu verleitet die Titel der einzelnen Songs jeweils voran zu stellen. Es ist nicht nur die Geschichte von fremden Welten und grünen Rotlichtvierteln, es ist nicht nur die Geschichte von der Schlacht von Benzai - Ten... es ist auch, und vor allem, die Geschichte von Stanislav dem Mondgnom.
TEIL 1: WRITTEN IN THE STARS
Stanislav ist ein Mondgnom! Ein weit verbreiteter Irrtum, vor allem im suburbanem Raum, besteht darin, in Mondgnomen "normale" Gnome zu sehen, wie sie hin und wieder ja mal in Zeitungsmeldungen, in der auf der Erde so beliebten Fantasy-Literatur oder mit Wachtürmen in der Hand vorm LIDL-Markt auftauchen. Ein Mondgnom ist aber NICHTS von alle dem, ein Mondgnom ist "anders". Bevor wir also nun auf die seltsamen Begebenheiten eingehen, welchen sich Stanislav dereinst zu stellen hatte, möchte ich daher mit einem kleinen Bericht über die Mondgnome an sich beginnen.
Mondgnome sind so etwas ähnliches wie die Rainer Callmunds unserer Galaxie... nur dünner... ERHEBLICH dünner, dafür aber mindestens genauso redseelig. Stellt man einem Mondgnom eine Frage, welche dieser durch ein simples "ja", "nein", "vielleicht" oder gegebenenfalls auch ein herzlich gemeintes "verpiß' dich du Freak" beantworten könnte, so erhält man meist einen ausführlichen Bericht. Dieser beginnt gewöhnlich mit der Schilderung, wie er (also der Mondgnom selbst) das Universum unter Zuhilfenahme einer Luftpumpe erschuf und endet fast immer mit einer detaillgenauen Beschreibung seiner (des Mondgnoms) Frau. Irgendwo innerhalb dieses Sermons verbirgt sich dann die Antwort auf die eigentliche Frage (also das "ja", "nein", "vielleicht" oder gegebenenfalls das herzlich gemeinte "verpiß' dich du Freak"). Mal abgesehen von diesem genetisch bedingten Hang zur exzessiven Logorhoe sind Mondgnome aber recht umgängliche Zeitgenossen. Wie der Name schon sagt, bevölkern sie vorwiegend Monde, in deren Kratern sie sich häuslich niederlassen und sich sehr, sehr.... SEHR rasch vermehren. Pro Erdenjahr (um die Probleme von uns Erdlingen mit der pangalaxianischen Zeitrechnung nach Achnatzg Urfmla vom Planteten Tempus von vorne herein zu umgehen) produziert ein durchschnittlich intelligentes, ebenso geschlechtsreifes und jeweils mit ausreichend Körpergeruch gesegnetes Mondgnompärchen zwischen 5 000 000 und 5 000 002 Nachkommen. (In dieser Hinsicht sind sie dann wohl eher die Karnickel des Universums.) Sie sind gesellig, flink, etwas einfältig und mit einer guten körperlichen Konstitution ausgestattet. Sie werden bis zu 2 Metern groß, haben eine gelbgrüne, verhornte Haut und zwischen 3 und 6 Arme (was im Wesentlichen davon abhängt, ob sie in ihrem Wurf zu den Ersten oder Letzten zählten denen Zähne wuchsen). Mit nur 93 Jahren erreichen sie, nach dem Gesetz des großen Grohl (der Sage nach der erste Mondgnom der Geschichte) die Volljährigkeit und werden von ihren Eltern sozusagen zum (nächsten) Mond geschossen, wo der ganze Spaß dann von vorne los geht. (Zumindest sofern ein gegengeschlechtlicher Mondgnom mit passendem Sozialprofil ebenfalls zeitnah aufschlägt) Die hohe Fertilitätsrate (ihr erinnert euch: die Karnickel), führte nun dazu, daß sich diese eigenwillige Spezies sich mittlerweile über das ganze Universum verbreitet hat und dabei mit den verschiedensten anderen Lebensformen in Kontakt kam. Da Mondgnome recht friedlich und umgänglich sind, sind sie bei diesen als Nachbarn, aber hin und wieder auch als Nahrung sehr beliebt.
Was sonst noch so von Bedeutung ist und was man darüber hinaus UNBEDINGT über Mondgnome wissen sollte, läßt sich später noch anhand von Stanislav als konkretem Beispiel klären. Stanislav selbst ist eben einer dieser Mondgnome, mit 67 Jahren noch recht jung und auch noch weit davon entfernt von seinem Vater den finalen Tritt zu erhalten, welcher ihn auf den nächsten Trabanten befördert. Er wohnt samt seiner Geschwister auf dem Jupitermond Lysithea, welcher trotz seiner 36 km Durchmesser langsam etwas eng wird für seine gesamte Sippschaft. Sei Leben verlief bisher in recht geregelten Bahnen, seit seiner Geburt wuchs er halt so vor sich hin und freute sich seines Lebens. Hin und wieder nahm er einem seiner aufmüpfigen Geschwister die eine oder andere Extremität ab oder schubbste sie einfach in die Umlaufbahn (von Gravitation sollte man bei einem Himmelskörper von 36km Durchmesser und 'ner Materialdichte die jener von Schlagsahne entspricht nicht unbedingt sprechen). Kurz: Stanislav gings gut... so RICHTIG gut! Wenn es nach ihm ginge, hätte es auch genau so weiter gehen können. Er hätte noch ein paar Jährchen seine Geschwister getriezt, sich dann seinerseits den obligatorischen Reisean-Tritt zum nächsten Mond vom alten Herrn abgeholt und da dann auf eine möglichst unansehnliche Mondgnömin (man darf von Mondgnomen im Übrigen keinen guten Geschmack erwarten) gewartet um seinerseits das All mit seiner Nachkommenschaft zu bombardieren. Es hätte alles SO SCHÖN werden können, wenn, ja wenn da nicht urplötzlich...
(T.B.C.)
Donnerstag, 15.06.2006
WE ARE GODZILLA AND YOU ARE JAPAN
Servus! Jeder der jetzt meinen mag, ich würde mich zu einer fußballerischen Lobeshyme auf unser Nationalteam hinreißen lassen und den Endsieg in Berlin proklamieren (hat ja schonmal nicht geklappt), der solle sich ein Geschichtsbuch schnappen und sich schleunigst ne Hand voll Piätät aneingnen! Nein, mein Anliegen ist wesentlich subtiler... ja fast schon spitzbubenhaft mag man meinen. In die Welle der nationalen Begeisterung, diese pseudogermanische Verbalschlachtung der Mitfavoriten fällt der gute Onkel Even brachial ein! Ich habe mich in napoleonischer Manier mal eben selber zum personifizierten Wahrheitsmonopol gekrönt um hier nun die Stimme zu erheben und dem vernetzerten Fußvolk da draußen den weiteren WM-Verlauf kund zu tun. Die Erleuchtung liegt geschätzte 5 Meter entfernt... das Regal auf welchem jene schottischen Wahrheitselexire seit geraumen Wochen still ruhen, derer ich mich sogleich bedienen werde um dem Prophetentum auf Erden eine weitere Dimension hinzuzufügen. Also habt geduld werte Mitbürger, wischt euch mal eben die Bifi-Schminke vom fettriefenden Teint und harret der Weisheit die ich in wenigen Augenblicken versprühen werde.
(ca. 5 Minütige Pause, in welcher ich dem Küchenregal einen angemessenen Kelch... nein... GRAL entnehme, ihn mit liquider Weisheit fülle und mich andächtig wieder auf meinem Stühlchen niederlasse)
So... ruft mal jemand fix den Kaiser an, das Gewetze können sich die Herren Balltreter sparen, ich habe das unausweichliche bereits festgelegt. Fangenw ir mal beim Urschleim an: die Achtelfinals.
1. Spiel: Deutschland : England! Lange hat das Insulanervolk auf seine Chance gewartet uns ein Schnippchen zu schlagen... und lange wird es darauf warten müssen dieses verwegenen Plan in die Tat umzusetzen!!!! Nachdem wir schier uneinholbar mit 12:0 führen beschließt Michael Ballack es nochmal spannend zu machen und leitet mit einem Eigentorhattrick zu Beginn der 2. Hälfte die englische Aufholjagd ein. In der 95. Minute erzielt Rooney den Ausgleich mit einem Fallrückzieher von der Mittellinie. Lehmann machtlos! Nach torloser Verlängerung muß nun das Elfmeterschießen entscheiden... Lehmann hält die Schüsse von Klose und Schweinsteiger und Beckham verschießt wegen Mischhaut! Deutschland im Viertelfinale!!!!
2. Spiel: Ecuador : Schweden! Die Skandinavier von Beginn an drückend überlegen. Ibrahimovic mit dem Doppelschlag kurz vor der Halbzeit. Dann der Schock: 56. Minute: ROT für Melberg werden Ellenbogencheck gegen Intimfeind Ljungberg der aber mit gebrochenem Schwellkörper weiterspielen kann. Zu zehnt retten die finnischen Nachbarn das Resultat über die Zeit.
3. Spiel: Argentinien : Mexiko! Agrentinien siegt 3:0 am grünen Tisch da die Mittelamerikaner das Spiel einer ausgiebigen Siesta mit Salma Hayek opferten.
4. Spiel: Holland : Portugal! Im Duell der Unsympaten triumphiert Holland durch ein Abseitstor während der Halbzeitpause. Luis Figo verkündet in der Folge seinen Rücktritt und betreut von nun an ehrenamtlich schwerhörige Eichhörnchen in der Gobi.
5. Spiel: Tschechische Republik : Australien! Die Dudes vom Ayers Rock haben gegen einen Nedved in Hochform nichts auszurichten und gehen 1: 4 (down) under. Den Fans ists egal, nach dem Spiel kapern sie eine Brauerei und errichten die erste reflexive Kolonie Europas.
6. Spiel: ITALIEN : Brasilien!!!!! Die Squaddra Azzura läßt den überschätzten Ballschändern vom Zuckerhut nich den Hauch einer Chance. In der Neuauflage des Finales von 94 werden die Brasilianer 8:0 GE-DE-MÜ-TIGT!!!! Ronaldinho wird von Filigrantechniker Gattuso komplett aus dem spiel genommen und verbringt die Partie fast ausschließlich liegend. Nach Spielende wurde Ronaldo, an der Strafraumgrenze stehend, von seinen Mannen schlichtweg vergessen... man hatte sich an den Anblick irgendwie gewöhnt!
7. Spiel Schweiz : Saudi Arabien! "Allah u'Akhbar"! Die Saudis gewinnen!
8. Spiel Frankreich : Spanien! Ein müder Zidane vergibt 3 Elfmeter und wird in der Halbzeit gegen ein ein 12jähriges, nachnominiertes NAchwuchstalent vom FC Metz ausgewechselt. Die daraufhin gestartete Aufholjagt bleibt erfolglos, Frankreich verliert 0:1.
VIERTELFINALE!!!!!!!!!
1. Spiel: Deutschland : Argentinien! Lehmann wird nach 4 Gegentoren in der Anfangsviertelstunde auf eigenen Wunsch ausgewechselt. Kahn erzielt 2 tore selbst und bereitet den Ausgleich zum 5:5 durch einen Eckball vor, welchen Podolski per Kopf verwandelt. Im Elfmeterschießen siegt Deutschland mit 19:18 nachdem Kahn den entscheidenden Ball mit seinen Zähnen hält.
2. Spiel: Tschechische Republik : Saudi Arabien! "Allah u'Akhbar"! Die Saudis gewinnen!
3. Spiel: Schweden : Holland! Die Schweden nutzen ihre Chancen im gegensatz zu Holland eiskalt und gewinnen 1:0. Nach dem Spiel töten sich Melberg und Ljungberg mit Streitäxten im Endmüdungsbecken gegenseitig.
4. Spiel: ITALIEN : Spanien!!!!!! Wiedermal ist für Spanien im Viertelfinale Schluß. Italiens Totti spielt ronaldinhoesque Pässe und ist für die iberische Boulevardpresse von nun an wie ein rotes Tuch!
HALBFINALE!!!!!!
1. Spiel: Deutschland : Saudi Arabien!!!! "Allah u'Akhbar"! Die Saudis gewinnen! Diesmal sogar mit 9:0, wodurch sie sich in der Addition der letzen beiden Weltmeisterschaften den direkten Vergleich gegne Deutschland sichern.
2. Spiel: ITALIEN : Schweden! In einer packenden Partie, einem offenen Schlagabtausch... einem FUßBALLFEST siegen letztenendes die Italiener glücklich. Hat auch kaum was gekostet...
Spiel um Platz 3!
Deutschland : Schweden! Ein deprimierender Grottenkick! Die Skandinavier gewinnen durch einen Geniestreich von Hendrik Larsson, der Lehmann direkt beim Anstoß, von der Mittellinie aus tunnelt.
FIIIIINAAAAALLEEEEEEE OHOHOHOOOOOOO!!!!
ITALIEN : Saudi Arabien!!!! Italien mit einem Blitzstart. In der 3. Minute jagt Gattuso das Leder nach Hackentrick-Vorarbeit von Totti brachial in den Winkel. Die Saudis geben sich nicht auf und erzielen den Ausgleich kurz vor der Pause. Nach der Halbzeit startet Cannavaro ein Solo aus dem eigenen Strafraum heraus... vor dem gegnerischen Tor angkommen legt er zurück auf Totti, der zieht ab..... PFOSTEN!!!!!!!! Gattuso grätscht beide Innenverteidiger um (ein ungewohntes Bild) und ermöglicht dem eingewechselten Luca Toni das 2:1! Die wütenden Angriffe der Saudis werden von der Squaddra souverän abgewehrt. Nachdem Toni das 3:1 durch einen blitzsauberen Konter erzielte sorgt Gattuso mit einem lupenreinen Hattrick zwischen der 88. und 89. Minute für die Vorentscheidung. Trotz einer Schlußoffensive gelingt den Saudis lediglich noch der Anschlußtreffer! Gattuso wird zum besten Spieler des Turniers gewählt und bis 2014 zum unwidersprochenen Weltfußballer erklärt!
Der Rest ist Geschichte:
Ronaldo erklärt nach der WM-Schmach seinen Rücktritt vom aktiven Fußball und verlängert bei Real Madrid als Eckfahne...als ziemlich voluminöse Eckfahne.... Michael Ballack vollstreckt in der darauffolgenden Saison Kahns Rache an "DIESEM DRRRROGBAAAA!!!!" und wird von Abramovitsch daraufhin beurlaubt (O-Ton Ballack: "Das war ich dem Olli einfach schuldig!")... Jürgen Klinsmann wird Greenkeeper bei den Amateuren des MSV Duisburg und verbringt seine Freizeit mit dem Abfeiern der gesammelten Bonusmeilen... nur der Franz, der wird togolesischer Staatsbürger. Sein Auftrag, sollte er ihn annehmen: Hol uns 'ne WM weis(s)er Mann!!!!!
Mittwoch, 07.06.2006
MINIATURE DISASTERS
Der letzte Beitrag hat mich auf eine geradzu FORMIDABLE Idee gebracht: das erste, von der FIFA offiziell alles andere als lizensierte "FIFA WELTMEISTERSCHAFT 2006 - FOXYMORPH-TIPPSPIEL"! Jeder der sich hier abseits des alltäglichen Medienirrsinns dann doch für Fußball interessiert, der ist geradezu verpflichtet folgenden Link zu klicken:
http://www.kicktipp.de/foxymorph/
anschließend Mitglied zu werden (es entstehen keinerlei Verpflichtungen, Kosten oder Kontakt zu Drückerbanden) und mal zu schauen was er gegen die geballte Fachkompetenz des Autors so ausrichten kann ;-).
IN MY TREE
Wilkommen im Wahnsinn liebes Fußvolk der balltretenden Primadonnen! Mittlerweile dürfte es sich ja rumgesprochen haben: ab Freitag ist WM. Weltmeisterschaft! UNSERE Weltmeisterschaft! Die Weltmeisterschaft, die wo uns der Franz in seiner Funktion als Lichtgestalt und Aushilfsmessias eines gottlosen Volkes ja erst ins Land geholt hat. Klar daß so ein Ereignis für Aufregung sorgt, zutiefst UNKLAR hingegen ist der Hype, welcher seit Wochen auf uns einströmt. Frei nach Pearl Jam möchte ich daher fordern: GEBT MIR EINEN BAUM! Warum? Darum:
"up here in my tree, yeah
newspapers matter not to me, yeah"
Ich kanns einfach nicht mehr hören, dieses Drama was aus jeder Kleinigkeit entsteht. Die sinnlosesten Meldungen werden zur Sensation erhoben. Beispiele gibts derzeit wie Sand am Meer... besonders die Bild tut sich da hervor. So konnte man heute lesen: "Schweini-Borsten von Hoeneß genehmigt"! Gut daß wir nun bescheid wissen! Es ist ja nicht so, als daß in unserem Land generelle Haarschnittfreiheit herrscht... wo kämen wir denn da hin. Vielleicht sollte ich demnächst auch mal beim Ulli anfragen, ob er es denn OK fände wenn ich mal wieder einen Gang zum Loten-Schafott einlege, man kann ja nie wissen was sonst mit einem geschieht. Nebenbei wurde noch breitgetreten, wie eine Elf nach der anderen in Deutschland eintrudelte... Saudis da, Iran da, Brasilien da, Polen da... Autos nicht mehr... . Ich würde mal davon ausgehen, daß die Qualifizierten ihre Gesäße termingerecht ins Land bewegen, das braucht man mir nicht noch aufs Brot zu schmieren. NOCH weltfremder ist allerdings die derzeitige Diskussion um die Spielfähigkeit unseres Korl-Morkx-Stodt-Gungl's Ballack. Man bekommt den Eindruck, daß die Sportnation derzeit nichts weiter zu tun hat als sich auf seine Wade zu konzentrieren (Gerade brachten es die Pro 7 Nachrichten auf den Punkt: "Die Wade der Nation"). In den letzten Tagen habe ich mehr Nachrichtenmeldungen darüber gesehen als Wetterberichte! (Und ich liebe Wetterberichte!) Mit dieser einen Wade (gut, er hat zwei davon, aber DIESE EINE WADE ist nunmal besonders wichtig) steht und fällt nicht nur Ballack selbst, sondern auch das Weiterkommen unserer "Klinsmänner". Wer soll sich denn den versammelten Kopfballungeheuern, Flankengöttern und Knipsern aus Costa Rica todesmutig entgegenwerfen, wenn nicht Ballacks Wade?!?! Sogar die Angela hat sich heute fachkundig und kompetent (wie es nunmal gar nicht ihre Art ist) förmlich ins Trainingslager der Deutschen GEWORFEN um persönlich nachzuhelfen. Nach einer "Heile heile Puste - Session" mit der Kanzlerin darf man doch wohl erwarten, daß der Michael umgehend wieder Fallrückzieher üben geht... und sei es nur mit einer Wade. Besonders logisch war ihre Ansprache danach: "Ich wünsche allen Mannschaften größtmöglichen Erfolg und mit der gebotenen Zurückhaltung besonders der deutschen." In Tacheles heißt das: alle werden Weltmeister, nur wir halt noch ein bisschen mehr. "Weltmeisterer" oder gar "AM WELTMEISTERSTEN" mag der verdutzte Linguist da konstatieren. Da das Konzept unserer nationalen Führungsmumie zwar politisch korrekt und irgendwie auch logisch ist, könnten wir uns die WM eigentlich schenken... wenn da nicht dieser kleine, extrem gut versteckte Makel der kompletten Sinnfreiheit wäre. Ähnliche ist auch bei diversen Fanartikeln gegeben: vom torjubelnden Salzstreuer (Tschibo), schwarz-rot-goldenen Mickey-Maus-Haarreifen (Plus) bis zu einem achtjährigen Whisk(e)y im Glasschuh läßt sich mittlerweile jeder noch so alltagsuntaugliche Ramsch erwerben. Wenn ihr mich fragt, sollte man die Werbung restriktiv auf Produkte beschränken, die DEFINITIV irgendwas mit Fußball allgemein bzw. der deutschen Nationalelf im Speziellen zu tun haben (Trikots, Bälle, Fernseher, Bier, mobile Zapfanlagen, Chips und Antidepressiva).
Naja, bis übermorgen wird uns dieser ganze Nachrichten- und Produktwahnsinn noch erhalten bleiben, danach wirds lediglich schlimmer. Aber wenigstens wird dann endlich gespielt, das machts dann irgendwie auch erträglicher. Bis dahin bleibe ich aber lieber auf meinem Baum statt mich mit diesem Quatsch hier zu beschäftigen "... i'm trading stories with the leaves instead". Wer dann letztenendes Weltmeister wird, ist mir eigentlich egal, eines kann ich aber in meiner bekannten prophetischen Art vorhersagen: Ballacks Wade wirds nicht... da brauchts noch mindestens 21 andere.
Mittwoch, 17.05.2006
PRISON SEX
Es ist doch pervers, was die derzeit veranstalten. Klar, mittlerweile springt irgendwie jeder auf den "WM-Zug" auf um seinen Ramsch unters Volk zu jubeln. Mittlerweile gibts Topflappen, Mützen, Lichterketten, Eis am Stiel und sogar nen Grill in Fußballdesign. Unnützer Ramsch mag der humanitär beschlagene Betrachter meinen, aber es gibt noch größeren Ausschuß der sich über die WM zu etablieren versucht. Ich glaube ich muß diese geschichtsphilosophischen Klappspaten nicht beim Namen nennen, jedenfalls sitzt der Verein, solange er nicht geschlossen gegen seine angebliche Diskriminierung demonstriert, seit geraumer Zeit im sächsischen Landtag und schmollt da vor sich hin. Wie soll ma auch verstehen, daß niemand wirklich daran interessiert scheint sich mit auf hohlen Phrasen aufbauenden und in einem Mischmasch aus Suff und Komplettverdummung artikulierten Großreichsansprüchen auseinander zu setzen.
Das kann schon frustrierend sein, muß es aber nicht. Solange man allabendlich am Parteistammtisch den Adolf raushängen lassen kann und der nette Mann vom Verfassungsschutz sogar ne Saalrunde dabei schmeißt, ist das Schicksal doch gar nicht so schlimm. Man muss halt nur konsequent genug sein die eigene Dummheit zu ignorieren... was unter diesen Voraussetzungen im allgemeinen keine allzu große Hürde darstellen sollte.
Jedenfalls dachte man sich scheinbar, es wäre mal an der Zeit wieder groben Unfug zu verzapfen und sich dabei das denkbar prestigeträchtigste Vehikel auszusuchen wo geben tun tut! Die Fussball - WM! Alleine die Aussicht, dass 31 andere Länder ungestraft auf deutschem Boden auflaufen dürfen und sogar noch eine Flaggenschwenkende Gefolgschaft im Schlepptau haben, muß doch das braune Hirn zum blubbern bringen. Und so schoß es einem der besonders widerwärtigen Parteisoldaten scheinbar in den Kopf, jenen Bockmist zu verzapfen der seit einigen Wochen durch unser Ländle kreist. Der "nationale WM-Planer"... suuuper, ganz tolle Idee! Version 1 wurde auch gleich wegen Verdacht auf Volksverhetzung vom Verfassungsschutz wieder eingezogen (Dickes Lob an die Herren Grundgesetzhüter, hätte ehrlich nciht gedacht daß ihr so schnell eine auch noch so vernünftige Entscheidung fällt *DAUMEN HOCH*)Aber da Scheiße ja nicht nur braun ist, sondern auch hartnäckig am Schuh klebt, wurde schnell mal Version 2 aufgelegt. "Nationaler WM-Planer Reloaded" sozusagen. Ähnlich primitiv, aber leider ohne dem Verfassungsschutz eine angemessene Angriffsfläche zu bieten... :-(! (Auf den Inhalt gehe ich mal nicht näher ein, lohnt nicht wirklich. Man kann sichs eh schon denken und wer es wirklich wissen will, dem empfehle ich die Wdhlg. von Report aus Mainz im Ersten) Also verteilen die mittlerweile munter die demagogischen Pamphlete und können scheinbar noch nicht mal dafür belangt werden. Ich finde das ist ein Armutszeugnis für unser Land! Da wird erst von "Die Welt zu Gast bei Freunden" gesprochen und dann darf sich so ein Scheitelfetischist offen ins Fernsehen trauen, seinen "Planer" anpreisen und nebenher verkünden, daß er und seine Gleichbeschränkten die "Macht über die Straßen um die Stadien" gewinnen wollen. Nee... verstehe das nicht. Wehret den Anfängen sage ich nur, sowas muß man doch schon bei Ankündigung unterbinden. Aber nein, wir sind ja eine Demokratie und da muß man den Andersdenkenden respektieren. (Prinzipiell bin ich da d'accord, aber bei manchen Leuten muß man auch mal hinterfragen, ob man da noch von DENKEN sprechen kann... und sei es im rudimentärsten aller Sinne).
Mittlerweile ist es ja schon soweit, daß der ehemalige Regierungssprecher vom Gerdgas-Kanzler offen vor Ausflügen in die entsprechenden Gegenden warnt. Reaktion? Klar, der Heye ist Schuld, sowas sagt man nicht über unser ach so schickes und tolerantes Land! Mittlerweile mußte der Mann das wieder dementieren. Fragen wir uns mal lieber selber, ob der MAnn nicht vielleicht doch recht hat? Ich denke er hat, es ist zwar traurig, aber nicht zu leugnen. Aber was will man auch erwarten wenn den ewig Gestrigen mit politischer KOMPLETTIGNORANZ begegnet wird. Einige Leute scheinen doch der Realität derart weit entrückt, daß sie nicht mal ansatzweise peilen was in ihrem Bundesland so los ist. Oder, Herr Schönbohm?!?!! Wenn ich zum Thema rechtsextreme Gruppierungen einem Reporter rotzfrech und mit gespielter Empörung ins Mikrofon belle, was er denn bitteschön von mir will, die Gruppierungen gäbe es definitiv nicht, weil man sie ja VERBOTEN habe, dann ists meiner Meinung nach schon zu spät. Die Logik ist so zwingend, daß man der Schokolade auch verbieten könnte dick zu machen! Überhaupt: war das nicht der selbe Schönbohm, der meinte die Rechtsradikalität läge den Ossis halt irgendwie im Blut, da sei ja der Kommunismus schuld?! Noch so ein Klopper! Heißt das jetzt der Schönbohm hat Ossis verboten? Au Scheiße, jetzt bin ich illegal!
So nun aber mal Schluß, ich muß mich auf den Fussballabend vorbeteiten, da bleibt kein Platz mehr für schlechte Laune wegen dem braunen Sumpf oder politischen Spartendenkern. Besonders ersterer hat das mit "Deutschland gegen Polen" wahrscheinlich in den falschen Hals bekommen. Hier gehts diesmal nur um ein kurzweiliges Fussballspiel und nicht mehr. Und mein lieber Staat: Hilf diesen armseligen Gestalten doch bitte, bitte, BITTE dabei, einen ihrer größten Träume zu verwirklichen: Laß sie doch einfach ein paar Monate "Einmarschieren". So, mit diesem Ratschlag an den Schutzmann, wies früher hieß, haben wir auch wieder den Bogen zum Titelsong geschlagen. Und damit sich die Delinquenten schon einmal drauf vorbereiten können was ihnen im Bau so blüht, hier schon mal ein kleiner Appetizer (stellt euch den Gang-Chor halt vor):
"Got your hands bound, your head down,
your eyes closed.
You look so precious now.
I have found some kind of temporary sanity in this
shit blood and cum on my hands."
(Tool, "Prison Sex")
Montag, 08.05.2006
PLEASE MR. POSTMAN
Ja... da isser mal wieder, der buntbesockte Querulant von Döners Gnaden! Ja, lange war ich weg... sozusagen nonsensual abstinent... aber jetzt gibts mal wieder eine Wasserstandsmeldung. Ich war schon WIRKLICH versucht den Beitrag unter das Motto "Come Back" vom neuen, wie immer über jegliche Zweifel erhabenen Pearl Jam Album zu stellen... aber dann sah ich heute Nachrichten! Ja, ich sah NACHRICHTEN!!!! Und was ich da erfuhr, war einfach zu delikat, als daß ich meinen Plan weiter verfolgen konnte, vielmer sah ich mich unverzüglich dazu gezwungen umzudisponieren und dieses Beatles-Liedchen auzubuddeln (OK, is ein Cover, aber wen juckt's?!?). Ihr kennt doch bestimmt noch die gute alte Post, ja meine lieben Konsolenkinder, das gibts auch noch. Ist grob gesagt sowas wie ne E-Mail mit Umschlag. An sich ne feine Sache muß ich sagen. Briefe schreiben rockt! Da kann man sich so Sachen mitteilen die wo niemandem was angehen! GANZ INTIME DETAILLS... SO RICHTIG VERSAUTES ZEUG, wißt ihr was ich meine?!? Ja, oder?!? ;-) Na jedenfalls muß das jetzt auch der Herr Ahmadinedschad erkannt haben. (@verkommene Jugend: stellt euch einfach Tokio Hotel mit Bärten vor (Muhaha, da habt ihr aber was zu tun!!)... das kommt dem schon recht nahe)Jedenfalls verfasste der Advocatus Diaboli des Weltfriedens nach 27 Jahren bockiger Kontaktsperre ein Briefchen an seinen alten Freund Dabbelschorsch in (bitte schnell lesen:) "Wooooooschingtn" ... Gesundheit! Hatte der ein Glück, daß der mittlerweile nicht umgezogen ist. Darin enthalten, angeblich, "Lösungsvorschläge für den Atomstreit"... aber irgendwie will ich das nicht so recht glauben. Überhaupt: wie soll den der Brief aussehen, den so ein kerniger Iraner an diese geistige Litfaßsäule schickt, die jetzt in Bill Clintons ehemaligem Liebesnest die Büroklammern hütet?
"Hallo Schorsch, ich bins mal wieder. Laß uns doch den blöden Streit vergessen und wieder miteinander spielen? Kriegst auch ein Eis! :-)))) *liebguck* *zwinker*"
Nee, das ist mir zu irrealistisch. Ich glaube nicht, daß der Dabbelschorsch Eis überhaupt mag. Außerdem will der leider nicht "nur spielen" wie sich gezeigt hat... beim kleinen Schorschi artets immer gleich aus!!! Mütter sagen bei solchen Gelegenheiten immer: "Ihr macht so lange, bis eeener heult!" Nur heult am Ende nicht der Dabbelschorsch... das ist ja das Dumme an der Sache. Vielleicht hätte Mama Bush ihren Sprößling damals statt der Flasche (... frühe Prägung) öfter mal eine auf den präsidentialen Hintern geben müssen, das hätte einiges verhindern können. Apropos "Hintern von George": ist Frau Merkel eigentlich schon wieder aufgetaucht? Immerhin hat ihr selbstbewußtes und kritisches Auftreten (hier fehlt eindeutig ein Smiley mit LACHKRAMPF) ihm gegenüber unsere texanische Zeitleiste auf Urlaub ja zu folgender Aussage veranlaßt: "Ich habe langsam verstanden, daß Krieg der Mentalität der Deutschen zu tiefst widerstrebt!" Ja... is klar! Und der Iran exportiert Jesuslatschen nach Alaska!!!!!! Man stelle sich das mal vor, da wird der gerade noch von dieser "Erkenntnis" gepackt, ja geradezu übermannt, da flattert schon eine seiner Töchter ins Oval Office. Auf dem Rückweg aus der Kneipe kam sie eh am Briefkasten vorbei und überreicht ihm nun wortlos ein rosa Briefchen mit iranischem Absender, bevor sie sich laut würgend in den Papierkorb übergibt. Nachdem diverse Bundesbehörden besagtes Briefchen umfassend entschärft haben, reißt er den Umschlag mit einem gekonnten Sporenschlag auf und... läßt es sich von "der Condi" vorlesen und von Rumsfeld erklären! So läßt sich dann auch die Diskrepanz zwischen dem geschriebenen "Kriegst auch ein Eis!" und dem verstandenen "Ich schicke dich mit meiner Streitmacht in die neunte Hölle!" erklären
Bin mal gespannt wie das weiter geht... eigentlich müsste jetzt der Schorsch ja auch ein Briefchen schreiben um die Konversation fort zu führen... so von Fundamentalist zu Fundamentalist.Aber BITTE: erklärt ihm wie das mit den Briefmarken funktioniert... nicht daß er seine Botschaften mal wieder mit Raketen schickt. Das mag ja schneller sein... aber leider nicht effektiver! Über den Inhalt dieses Schriftstückes braucht man eigentlich nicht weiter spekulieren... das wird in etwa so ausfallen:
"Hey Buddy! I recieved ya' letter! Couldn't read it. Condi did. Rumsfeld too. Gonna tell ya' one thing fella: I gonna get ya outta ya country! Wherever it might be...! Ya made a capital mistake buddy: ya tried to fool Texas! And ya know how we say in Texas Buddy: "Fool me once,......................... shame................ shame on..................shame on you!............ But a fool can't get fooled again! Know what I mean!?!?" (Anm.: ORIGINALZITAT!!!!) OK buddy, I have to pray a couple of hours, dont forget: I gonna get cha!!!! .... OK Condi, thanks for your help. Put it in an black envelope and get it outta my house!"
Naja, jedenfalls ists irgendwie niedlich wie die derzeit wahrscheinlich gefährlichsten Männer der Welt eine Brieffreundschaft aufzubauen versuchen. Da beide ja auch ihre Trupp.... ähm Teams zur WM schicken, können sie ja auch (wie wir damals) anfangen Duplo-Sammelbildchen auszutauschen! Da kriegt dann der Ahmadinedschad für seinen Mertesacker und zwei Kuranyis entweder einen Jogi oder vier Brennstäbe... unter wahren Freunden kann man sich das dann aussuchen!
Freitag, 07.04.2006
SKIN ON SKIN
"Skin On Skin"
From the moment you said "why haven't you kissed me yet?"
I knew I'd wipe that paint from your lips
I stare the lids off your eyes, gone down on your dirty mind
& end up between your hips
Handfuls of sweat tangled hair, anytime, anywhere
I wanna lick you too much baby
I just play all alone, whispering for your moan
Forced to crawl down this line, just to touch
I can get in
I can't get out
I'm just sweating my sheets
I hate to see you leave, but I love to watch you go baby
Twisted secret lives, the way you bat your eyes
Givin' head, givin' head, givin' head
Watch you come from above
I'm so needy for love, I'm desperate,
Greedy in slavery
I sneak around from behind
I got a one track mind
We got a skin on skin thing baby
I wanna lick you too much
I hear you comin', ooh, aaaah, baby
... dann zweifelt man keineswegs an der Authentizität und der erlebnisorientierten Untermauerung der beschriebenen Vorgänge. Jedenfalls ganz großes Kino der Song, und ein schöner Einstieg.
Also dann... der Onkel ist bereit seinem Bildungsauftrag gerecht zu werden und der Jugend einen... nein, vielmehr DEN Ausweg aus ihrem selbst verschuldeten Dilemma zeigen. Ich habe also denn meine Ohren gespitzt und über alles WIRKLICH Relevante meditiert um euch, meine Schäfchen mit Erleuchtung zu strafen.
(Es sei im Übrigen darauf hingewiesen, daß die Fragen authentisch sind, ich entnahm sie der Homepage besagten Tennie-Propagandablattes in welchem die Hetzschriften unseres Quacksalbers regelmäßig publiziert werden. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes habe ich die Pseudonyme (solch innovative Dinger wie "DeeJay612") lediglich wieder durch die vollständigen Namen, sowie Addressen der hilfesuchenden Waldbewohner ersetzt, sodaß ihr euch alle mit Rat und Tat an sie wenden könnt... solltet ihr mal zufällig nix besseres zu tun haben.) ;-)
Wohlan... so soll es beginnen:
Gunhilda Rotlicht aus 85728 Pimpern an der Ruhr, Flachlegstraße 69 stellte jüngst folgendes Problem in den Raum (und wenn es mich nicht gäbe, stünde es da noch immer):
"Ab wann kann mein Freund mich schwängern?
Ich bin 14, habe seit 7 Monaten ein Freund und wir haben uns jetzt getraut miteinander zu schlafen. Ich will gern wissen, ob er mich schon schwängern kann. Ab welchem Alter funktioniert das bei Jungs?"
Der gute Onkel Even rät: Liebe Gunhilda! Mach Dir keine Sorgen. In deinem Alter kann da prinzipiell noch nix schief gehen, schon gar nicht vor 17.34 Uhr! Mit 14 Jahren bist Du allerdings etwas spät dran muß ich Dir sagen, frag am Besten mal Deine Freundinnen, wenn diese mal abseits der Schwangerschaftsgymnastik ein paar Minütchen Zeit finden, welche Erfahrungen sie so mit der Verhütung gemacht haben. Außerdem scheinst du einen sehr, sehr,.... also förmlich IMMENS verantwortungsbewußten Freund erwischt zu haben, auch wenn du sein Alter nicht angibts scheint er seiner Zeit doch weit voraus. Richte ihm von mir schöne Grüße aus... er soll sich vorm Cerberus hüten, sonst gehts ganz fix zurück in siene belgische Heimat! Ich wünsche dir... also eher euch... weiterhin viel viel Spaß an- und auch miteinander... egal was geschieht: die Demographie kann bei euch zwei Vollpfosten nur gewinnen!
Ein weitaus verständlicheres Problem hat da Marvin Ruhigblut aus 01347 Chillheim, Rotwerdgasse 53b:
"Schüchtern: Wie sprech ich ein Girl richtig an?
Habe ein ziemlich blödes Problem. Es geht wahrscheinlich vielen so, aber mit welchen Satz spreche ich ein Mädchen an, ohne dass es gleich blöde klingt? Bitte helft mir!"
Der gute Onkel Even rät: Marvin, DIR KANN GEHOLFEN WERDEN! Ob ich das allerdings unbedingt tun muß, ist äußerst zweifelhaft. Aber als Gutmensch, der ich nunmal bin, empfehle ich Dir folgende Sprüche um das Eis zu brechen und gleich einen möglichst positiven Eindruck bei der jeweiligen Frau deines Herzens zu hinterlassen.:
"Na, auch hier?!?" - Der Klassiker, ein Evergreen des Flirtverhaltens!!! Nich nur, daß du die Innitiative ergreifst und deiner Angebeteten gleich zeigst, daß du sie prinzipiell schon einmal wahrgenommen hast, nein, gleichzeitig induzierst du auch die Erwartung einer Antwort, was den Gesprächsverlauf eigentlich ins Rollen bringen MUß!!!
Auch gerne genommen ein schelmisches: "Isch dich mach' glücklüsch in mein Golf 3 mit tiefergelegt und voll krasse Anlage!" kommt besonders bei den gebildeten Teilen der Frauenwelt besonders gut an. Versuche es am Besten mit einem offenen Hosenstall und vier Zentnern Pomade im schwarzgefärbten Schopf zu verstärken. Du wirst sehen: dem Charme des eloquenten Yuppies wird sich fast keine Frau entziehen können.
Sollte dies alles nicht fruchten (wie auch immer), so sei dir nahegelegt deine sexuelle Orientierung nochmal zu überdenken. Wer mit diesen Flirttaktiken keinen Erfolg hat, ist als hoffnungsloser Fall zu bezeichnen! Mal ehrlich, lieber Marvin,... so unter und Pastorentöchtern: Muß es denn UUUUUN-BE-DINGT eine Frau sein?!? Aktenvernichter und hydraulische Saftpressen haben doch auch ihren Reiz, oder?!? Na siehst du, aber pass auf daß auch immer fein der Netzstecker gezogen ist!
Abschließend soll auch noch Elsbett Angsthas aus 36457 Trockenübung an der Ems, Fummelgasse 4 zu Wort kommen, sie plagt ein geradezu typisches Problem... aber der Onkel weiß ja Rat:
"Wie macht man Petting denn eigentlich richtig?
nickname111: Also, es ist mir ein bisschen peinlich aber ihr könnt mir vielleicht helfen. Also ich habe einen Freund, den ich über alles liebe und möchte gerne mit ihm Petting haben, habe das aber noch nie zuvor gehabt.
Jetzt hab ich einige Fragen: Wie funktioniert das eigentlich? Was muss ich machen? Ist man da ganz nackt? Kann ich schwanger werden? Und was ist der Unterschied zum richtigen Geschlechtsverkehr? Ich hoffe, ihr antwortet mir!"
Der gute Onkel Even rät: Um es einmal vorweg zu nehmen: WIR ANTWORTEN DIR NICHT! Könnte ja jeder kommen und uns hier mit irgendwelchen kranken Fragen bombardieren. Außerdem erlaubt mein Geisteszustand durchaus noch den SINGULAR!!!! Das wäre dann ein "DU", oder noch besser ein respektvolles "SIE"... wenngleich ein standesgemäßes "IHRO EMINENZ, DURCHLAUTIGSTER ALLER DURCHLAUCHTEN, ALLMÄCHTIGER DONNERGOTT AUS DEN FERNEN GESTADEN WALHALLAS" mich sogar zu einer ernsthaften Antwort nötigen könnte! UnterUmständen! Unter sehr sehr selten eintretenden Umständen versteht sich. Aber ich will mal nicht so sein, Petting ist eigentlich ganz einfach! Kuckst du hier, da hab isch Betriebsanleitung:
Petting mit das Frau:
Zur Vorbereitung der von ihnen gewünschten Operation bitte ich sie, zunächst sämtliche Kleintiere aus ihrer Körperbehaarung zu entfernen. Ausdrücklich eingeschlossen sind gewollt platzierte Untermieter. Ist dies geschehen, betätigen sie bitte Knopf "Y34" in Kombination mit einem sanften Druck auf Schaltfläche 48B (allerdings bitte vorher die Kippschalter 56, 78, 23, 12, 4, 7, 98 und 398 bis 394857 auf "on" stellen. Sollte die gewünschte Reaktion (Stöhngeräusch oder wenigstens eine Handgreiflichkeit zur Bestätigung der Wahrnehmung iher Bemühungen) nicht erfolgen, wiederholen sie selbigen Vorgang bis sich das erwünschte Ergebnis andeutet. Anschließend durch ständiges Nachjustieren den ordnungsgemäßen Betriebszustand sicher stellen und langsam zur Stimulation übergehen (dazu auch Anhang B Seiten 89 bis 673, sowie Handbuch zur autonomen Störfallbehebung Kapitel 6 bis 98)!
Für Petting mit die Mann:
Entfernen sie zunächst Bierdose (1) aus der rechten Hand (2), sowie Fernbedienung (3) aus linker Hand (4)! (Anm.: Je nach Sozialisation und genetischen Voraussetzungen kann die Verteilung der Applikationen 1 und 3 auf die Extremitäten 2 und 4 variieren, wir bitten sie sich darauf einzustellen). Anschließend ist davon auszugehen, daß das System betriebsbereit ist, es empfiehlt sich lediglich die störende Außenhaut zu entfernen, wobei allerdings auf eventuell verwachsene Essensreste und Schmierstoffe jeder Art geachtet werden sollte!
So, ich hoffe ich konnte dir weiter helfen. Hach... ist es nicht ein schönes Gefühl wenn man der Jugend noch etwas Nützliches beibringen kann.
Ich möchte mich nun also verabschieden, im guten Gefühl nicht nur drei bedauernswerten Hirnspendern auf ihrem Weg zu den Alimentenzahlungen einen Schritt weiter geholfen zu haben, sondern vielmehr auch wieder drei der wirklich bewegenden Fragen der modernen Menschheit einer endgültigen Lösung zugeführt zu haben.
Der Onkel hat nun aber wirklich einmal Hunger, also dann machts gut meine Schäfchen und haltet euch von allem Fleischlichen fern... angegrillt wird erst morgen!
Mittwoch, 05.04.2006
ARC
Howg! Seit vielen Monden wandele ich, Evenflow (was in den Zungen der unrockbaren Bleichgesichter soviel heißt wie "Der-Den-Döner-Nicht-Schont") vom Stamme der Nonsensualen Verbaldelinquenten, nun auf der vom großen Manitou erschaffenen Erde. Mein Reservat durchwandernd beobachtete ich viele seltsame Dinge, welche sich in ihm vollzogen. Meine Brüder mögen mir meine Ausschweifungen der vergangenen Monate verzeihen, welche ich dabei auf der virtuellen Büffelhaut meines Bloggs verewigte.So es der Wille des großen Vaters ist, wird diese Chronik des modernistischen Stammes der Globalonen dereinst als Zeugnis der Hochkultur unseres Volkes Einzug in die Datenbänke der Klingonen erhalten, welche von weit her kommen werden um uns fremdartige Blumenkränze zu flechten.
Gestern, zum Feste des "Mohawkini", des barfüßig erlegten Grizzlies also, vollzog sich gar merkwürdiges im Geiste des Evenflow, wovon die nächsten Zeilen meinen roten, aber auch schwarzen, gelben und bleichgesichtigen Brüdern Zeugnis geben sollen.
Soeben flocht Mindcrime (Bin jetzt mal gespannt ob der das pflichtbewußt ließt und mich im VAF beknuspert ;-) ), mein musikalischer Bruder vom Stamme der rumpelfüßigen Colognen, seinem Geißbock einen "Hennes" in den Bart um seinen götzenhaften Poldi sowas wie eine Torquote zu bescheren, als mich beim Anblick des kunstvollen Totems, welches er damit fabrizierte, eine Vision ereilte, welche nur vom großen Manitou geschickt sein konnte. Ich sah mich durch die Augen des großen Geistes persönlich über die ewigen Jagdgründe blicken, wo alle meine Brüder und Ahnen versammelt waren um mit zu verkünden, wie ich die Geschicke meines Stammes in Zukunft zu ordnen habe. So ließ ich mich an ihrer Seite nieder und rauchte mit ihnen das Kalumet des Friedens, da es unsere Gemüter beschwichtigte, kamen wir nicht umhin direkt danach noch das Kalumet des Weltfriedens zu rauchen. Als der große Geist in seiner Weisheit das fünfte Kalumet (das des intergalaktischen Weltfriedens mit Ausnahme romulanischer Doom-Metaller und der Borg) grundlos verglimmen ließ, erhielt ich von meinen unsterblichen Ahnen Auskunft über das, was die Bleichgesichter als "Sinn des Lebens" bezeichnen und was in der Sprache meines Volkes weithin als "Das kollektive Uff-Uff" bekannt und geachtet ist. Bevor die Sonne hinter dem großen Windrad aufsteigen konnte um die Geister der Nacht zu vertreiben, materialisierte sich der große Manitou persönlich im fahlen Licht unseres Lagerfeuers, über welchem ein häuptlingsgerechtes Stück Büffellende schmorte, und begann seine weise und basslastige Stimme an mich zu richten. Der große Geist teilte mir die Antwort auf die wohl dringendsten Probleme meines Stammes mit ehrte mich mit einer Flügelfeder der Gwaihiri - Adler, welche ich mir stolz in den Schopf steckte. Stolzen Hauptes ritt ich auf einer Kumuluswolke in Gestalt eines stolzen, schwarzen Mustangs zurück über den Styx in die Welt der Bleichgesichter um euch hier meine Botschaft zu verkünden. Der Botschaft des großen Vaters folgend werde ich bis die Sonne morgen fünfeinhalbkommaachtdreizweisiebenvier Finger breit über dem Horizont steht eine autokratisches Despotenregime, mit nicht zu leugnenden Prägungen einer absolutistisch-konstitutionellen De-Facto-Monarchie in einem Wasserglas errichten, den Weltfrieden mit Hilfe eines halben Mehrkornbrotes herbeiführen, den Nacktmull aus Wappentier der Franzosen etablieren und symbolisch und selbstlos alles verzehren was mein weißbeschürzter Bruder vom Stamme der Bosporussen mir nach dem Willen Manitous zu kredenzen gedenkt. Meinem Bruder Mindcrime allerdings soll ich vom großen Manitou dreierlei Botschaften überbringen.:
1.: Der große Geist bedauert die hoffnungslose Lage seines Stammes in dem, was die Bleichgesichter "Bundesligatabelle" nennen und bittet um die Opferung eines Ziegenbockes um den direkten Wiederaufstieg 2012 mit dessen Blut besiegeln zu können.
2.: Die des Evangeliums.
und
3.: Die US-amerikanische!
Möge er weise und bedacht mit diesem Geschenk des großen Vaters umgehen und es zum Wohle seines Stammes nutzen. Ich, Evenflow vom Stamme der Nonsensualen Verbaldelinquenten, werde nun stolz erhobenen Hauptes meine roten Mokkasins mit dem Totem des Chuck Taylor vom Stamme der Dunkings überstreifen und mich der ersten Aufgabe widmen, welche mir der große Manitou in seiner Weisheit aufgetragen hat: ich werde zu den Weidegründen der Bosporussen gallopieren um mich zu stärken und anschließend meinen weißen Bluts- und Gründervaterbruder jenseits der Schienen des großen Feuerrosses welches den Namen CVAG trägt aufsuchen. Gemeinsam werden wir Kriegsrat halten und die Regentänze der balltretenden Socceronen studieren.
Der große Manitou sei mit euch meine schriftbegabten Brüder und Schwestern, die ihr diese Zeilen lest. Ich werde nun entschwinden und möchte euch abschließend noch ermunternd eine Weisheit des großen Manitou verkünden, welche er mir mit auf den Wege gab und über welche ich euch zu meditieren anregen will:
Wenn der Pudding eine Skitour macht müssen die Zahnspangen aufpassen daß sie die Straße nicht aus Versehen zu fünft überqueren!
Howh! Ich habe gesprochen!
Sonntag, 02.04.2006
THROW AWAY YOUR TELEVISION
Servus und allzeit gut geölte Scheibenbremsen auf dem Wege ins Elysium werte Mitbegründer grüngelber Satellitenstädte. Jaja, es ist schon ein paar Tage her seit der Zirkus im Städtchen war und ich mich gezwungen sah dies zu kommentieren. Aber in der Zwischenzeit war der gute Even fleißig, was die Schreibfaulheit entschuldigen mag.
Aber heute, heute wars dann aus mit der Zurückhaltung. Grund war mal wieder die Absurdität des TV-Programmes. Wir kennen sie doch alle: diese Arztserien. Los gings mit Emergency Room, was eigenlich noch ganz OK war vom Inhalt her. Gut, der Clooney Schorsch hat schon ab und an genervt, so wie ihm alles Weibliche hinterher zu hecheln schien, aber das konnte man im Endeffekt verschmerzen. Merke: Arztserien mit realistischen Verletzungen, literweise Blut, verschwurbelten aber echten Diagnosen und ein paar möglichst authentisch wirkenden Gestalten sind TOLL! Oder zumindest ertragbar. Nun wollte es aber das Schicksal, daß der Trend von jedem drittklassigen Privatsender aufgegriffen wurde und uns solch schmalztriefende Komplettsülzen wie "Für alle Fälle Stephanie", "Dr. Stefan Frank - Der Arzt dem die Frauen vertrauen" oder etwa das "Alphateam" folgten. Alles MUMPITZ!!!! HOCHKANTER MUMPITZ!!!! Keine Stationsschwester findet in ihrem Alltag auch nur annähernd soviel Zeit um Mitgefühl vorzuheucheln wie diese Stephanie, Stefan Frank ist trotz des Titels der Sendung mitnichten ein Gynäkologe und das Alphatem entpuppte sich eher als Kaffeekränzchen semiintriganter Frührentner, denen man sich nichtmal im Angesicht des Todes anvertrauen würde. Zu-Tode-Kitschen-lassen will sich ja auch keiner! Außerdem besaßen selbst Spulwürmer eine höhere mediziniesche Qualifikation als das in diesen Sendungen vereinte Hobbymetzgergesindel. (Wer jetzt noch einen Kommentar zur Schwarzwaldklinik erwartet, den muß ich enttäuschen. Dr. Brinkmann und Co sind unantastbar, waren sie ihrer Zeit in Punkto Romanzenkitsch und klischeéhaftem Herumtrampeln auf dem Bild der "Götter in Weiß" doch weit voraus!)
Nun hat aber, läuft auf Pro 7 an, der Wahnsinn ein neues Betätigungsfeld gefunden. Mit "Greys Anatomy" scheint also eine neue Stufe auf der schier nicht enden wollenden Leiter zur Niveaulosigkeit erklommen. Das liegt jetzt nicht an der mangelnden medizinischen Untermauerung, ein Thorax bleibt auch dort ein Thorax, nein, vielmehr fällt die nahezu penetrante Verquickung mit dem "Sex and the City"-Prinzip negativ auf. Ich meine: Mal ehrlich... "Sex and the City" an sich war ja schon eine televisorische Zumutung, ebenso wie diese Arztserien... jetzt gibts diesen Spittel auch noch im "2 in 1 - Format", kann man denn da wirklich mit einer Steigerung rechnen? Nehmen wir das Ganze doch einmal auseinander... Stück für Stück. Fangen wir am Besten gleich mit dieser S.a.t.C. an. Da ich mir gut vorstellen kann, daß ich mir mit den folgenden Zeilen besonders in der weiblichen Leserschaft ein paar - nennen wirs mal vorsichtig: - "Feinde" machen könnte, wäre vielleicht eine taktische Vorbemerkung angebracht. Ich könnte sowas schreiben wie: "Die nun folgende Diffarmierung von Sarah Jessica Parker und ihren nymphomanen Kolleginnen ist zutiefst satirisch, subjektiv und alles andere als ernst gemeint! Sorry im Voraus!" Aber andererseits könnte ich das auch lassen und einfach frei von der Leber weg diesen Irrweg, ja diese Repräsentation der medialen Geschmacksverirrung ANPRANGERN!!!!!! Denn genau das hat sie verdient, diese Geißel der Männerwelt! Hmmm... was mache ich also: Weichspülertaktik oder brutalst möglicher Aufklärer? Na entscheidet selbst! ;-)
Jedenfalls gehts da um eine Hand voll weiblicher Enddreißiger in New York, die jeweils ungefähr die selbe sexuelle Agilität wie Bohlen, Becker und die gesamte Führungsriege des FC Bayern zusammengenommen an den Tag legen. Diese Schicksen kopullieren sich also fröhlich kreuz und quer durch New York, schlürfen dabei einen Cosmopolitan nach dem anderen und bringen dabei außerdem keinen anständigen Spannungsbogen zustande, der es auch nur im Entferntesten rechtfertigen würde, daß breite Massen der Bevölkerung ihre Dienstagabende opfern um sich diesen Humbug anzuschauen. Persönlich kann ich mir nicht vorstellen, was an ein paar gelifteten Schicki-Micki-Bräuten mit nem ausgeprägten Statusdünkel und ihrem moralisch höchst zweifelhaften Treiben so spannendes dran sein soll.
Jetzt wird das ganze auch noch in den OP verlagert... ich sehe da doch schon die Patienten in astronomischen Stückzahlen auf dem OP-Tisch verrecken, nur weil der feine Herr Hirnchirurg den Zwist des Vorabends (Aufmerksamkeitsdefizit, keine Blumen mitgebracht oder einfach nur Errektionsprobleme... man kanns ja nie wissen, man "steckt ja nicht drin" wies so schön heißt - wenigstens da kann man sich also mit dem Hirnchirurgen identifizieren ;-) - ) mit der OP-Schwester nebenbei noch beizulegen hat. Deutschen Ärzten kann sowas nicht passieren, wenn da einer zwischen seinen Schichten, Bereitschaftsdiensten, Überstunden und freiwillig übernommenen Notoperationen überhaupt noch Zeit für zwischenmenschliche Bindungen hat, so unterhält er sie doch meist zu Johnny Walker und Co. Ich weiß nicht was das soll... wenn dieses Seriengemixe weiter geht, da gibts bald ne Symbiose aus ALF und den A-Team... aber das hätte wenigstens noch etwas Stil muß ich sagen. Aber wenn wir Glück haben, wird dieser "Anatomy"-Schnickschnack genau so kläglich scheitern wie alle anderen Versuche Sex and the City auf einen anderen Serienkontext zu übertragen bzw. dreist abzukupfern. Wir haben schon ne Menge überstanden in dieser Hinsicht und es wird wohl auch noch eine wesentlich größere Menge stumpfsinniger Schnulzen auf uns zurollen... aber wir werdens irgendwie überleben denke ich. Noch hilft simples Abschalten der Glotze oder konsequente Ignoranz, militant müssen wir noch nicht werden um unserem Ärger über diese ebenso durchschaubare wie dreiste Aufgießerei ausgelutschter Serien Ausdruck zu verleihen... wenns dann doch mal ganz hart kommt, können wir ja immernoch nen Zuschauerbrief an MacGyver schreiben, eine Inventarliste unseres Küchenschrankes beilegen und abwarten, was er uns empfiehlt um uns diverser Programmdirektoren zu entledigen!
Donnerstag, 16.03.2006
TEMPLE OF THE DOG
Die Möglichkeiten, welche dieses Ereignis bietet, sind nahezu unbegrenzt. Da könnten Clowns die Stimmung aufheitern, während übermüdete Blagen wegzuschlummern drohen... man könnte als Zeichen der göttlichen Allmacht hin und wieder einen Elefanten durch die Manege treiben, wenn ein lästerhafter Blasphemiker mal wieder einen säkularen Zwischenruf in die Runde schmeißt, oder man könnte auch den stotterndten Pfarrer, welcher das Wort Gottes durch seinen angeboren Sprachfehler verunhunzt, direkt den Löwen zum Fraß vorwerfen. Das haben ja schon die alten Römer praktiziert und wer schlau genug war bereits im ersten Jahrhundert einen Limes zum Schutz gegen die Deutschen zu bauen, der muß doch wissen was er macht, oder?!? Sowas nenne noch heute "VISIONÄR"! An sich könnte das also ein ganz ganz großer Spaß werden am 26.3.2006 auf dem "Hartmannplatz"... wenn, ja wenn da nicht dieser unsägliche Untertitel der ganzen Veranstaltung wäre! In kleinerer, ja schon fast hinterfotzig versteckter Schrift (Verdammt... dieser Wortschatz muß von meinem Pilzerlebnis im Körper des Bayern übrig geblieben sein... SORRY!) steht das geschrieben (und ich zitiere wörtlich!!!): "Thema: "Schon infiziert?""! Da fiels mir dann wie Schuppen von den Augen: Der "Circus Berolina" hat die weltweit renomierteste Dressur von Haubentauchern! In diesen harten, schweren und unsicheren Zeiten, in welchen man keinem gefiederten Freund mehr trauen kann, betont ein Zirkus das immanente Infektionsrisiko bewußt! Für mich ist das kommerzieller Selbstmord! Aber mich fragt ja wieder keiner. Man sollte die Besucher, jene lebensmüden Subjekte, die sich während des Gebetes von gestörten Vögeln freiwillig anhusten lassen (Fetische gits vielleicht... tststs), vor und vor allem nach der Veranstaltung durch Desinfektionswannen treiben und dabei zur Selbstgeißelung zwingen!!! Desinfektionswannen fragt ihr jetzt?!? Klar... hat auf Rügen doch auch geklappt und die Armee ist doch eh anwesend... am "Hartmannplatz"! ;-)
Montag, 13.03.2006
HERE COMES THAT WEIRD CHILL
Moin liebe Plasteflasche im Berg aus Wohlstandsmüll,
Gut geschlafen? Dann scher Dich aus meinem Bett!
Die Affen sind schon rodeln, wenigstens Ruhe hier
Erstmal Kaffe brauen, gut für die Nieren
Fernseher brennt... OK, dann eben Kekse
KÄÄÄÄÄKSÄÄÄÄÄÄÄ... Krümel nicht das Monster voll,
Du elender Defätist im Schlafrock!!!
Milch in die Tasse... Koffein mit Kuhelexir,
Gut für die Nieren und den Teint!
Mein Teint brennt... Mischhaut wahrscheinlich,
Brauch 'nen Liposomenkomplex Q10 mit Hubbeln!
Traue mich aber nicht in die Apotheke,
Denn da lauern die Kastraten im Frack!
Die wollen doch nur spielen...
Mit ihren Messern und Äxten!
Also muß die Gurkenmaske reichen,
Mit Pfeffer und nem Pfund OMO... OMO(tm)!
Mein Hamster will mit seiner Barbie spielen,
Nüscht gibts... ab in den Mixer!
Tiercocktail mal anders:
Nager mit Schirmchen!
Die Barbie schenke ich dem Nachbarn,
Der sammelt künstliche Frauen!
Dann wieder aufs Sofa, ab in den Schnee,
Nur keine Lawine auslösen, könnte jucken!
Will nicht mehr lesen, nichtmal Nietzsche,
HAMSTER IST TOT! (... mit Schirmchen :-) !!!)
Die Schrankwand beginnt zu singen,
In E-Moll, ein Terzett mit fünf Köcheln!
Mozart war also auch Zimmermann,
Genau wie Jesus!
Erst 11 Uhr, am Besten ich spiele Schach
Gegen meine Jukka-Palme da drüben,
Die ist so blöd, da gewinne ich immer!
IMMER GEWINNE ICH DA... nicht nur manchmal! IMMER!
Um 12 dann in die Küche,
Die Affen sind vom Rodeln zurück und knacken Kekse,
Ich mach mir ein Eis,
Schön mit Ketschup und Zwiebeln!
Und mit Schirmchen! :-)
Ich mag Schirmchen!
Wirklich,
Schirmchen sind toll! Hamster nicht so...
Aber das ist eine andere Geschichte!
Zurück aufs Sofa,
Wieder eingeschlafen!
Zum Kaffe erwacht und sofort in die Küche,
Melitta Harmonie: die Fontane Gedächtnis-Mischung,
Auf den Negerküssen reitet der Schimmel, also Kekse!
KÄÄÄÄÄKSÄÄÄÄÄÄ!! Jetzt krümel ich das Monster voll!
Jetzt gerade... die Sau hat kein Schirmchen!
Die Affen gehen bowlen,
Sie vermissen den Hamster: tränende Augen!
Mir doch egal, denn Hamster sind komisch!
Selbst noch mit Schirmchen!
Bis zum Abend wieder Kaffee kochen,
Vielleicht noch ein Keks!
Der Monsun ist im Radio,
Präpubertäre Mistkrücken!!!!!
Die passen aber leider nicht in den Mixer!
Am Abend dann den Fernseher gelöscht,
Langsam wurde die Luft etwas dick!
Die Affen sind mittlerweile ausgezogen,
Also im Sinne von "weg", nicht von "nackt"!
Affen sind nicht nackt, außer wir!
Noch ein Wellness-Brot vom Ex-Osmanen,
Man will ja nicht den Aligator wecken!
Und schon ists wieder Mitternacht,
Der Mond brennt durch die Wände!
Die Ratten tanzen Samba im Garten
Und der Kapitalist pflückt Primeln!
Werde wieder müde,
Muß schlafen gehen und träumen!
Werde morgen hungern müssen,
Heilfasten aus Zwang:
Mir sind die Hamster ausgegangen!
Leider!
ABER: ICH HAB NOCH JEEEEEEDE MENGE SCHIRMCHEN!!!
Samstag, 04.03.2006
MONSTERS IN THE PARASOL
Ich fand mich in einer bunten Welt voller magischer Lebensformen und verquerer, weil stark asymmetrischer Architektur wieder. Trotz der extremen Verzerrung der Realität erkannte ich plötzlich Berlin! Der Fernsehturm war zu einem sich in den Himmel schlängelnden Wassereis mutiert, von dem fortwährend Tropfen gelösten Fruchtsaftes auf die Passanten tropften, die sich unter ihm aufhielten und sich die Zeit mit Nacktbaden vertrieben. Dabei wurde der eine oder andere von Zeit zu Zeit von einem Obstkern erschlagen, den der heftig rotierende Bratapfel, welcher dereinst die Weltzeituhr gewesen sein mochte, mit an Überschall grenzender Geschwindigkeit unter die Massen geschleudert wurde. Ich beschloß diesen grausigen Ort schnellstmöglich zu verlassen und stieg schnurstracks in eines der bereit stehenden Emus ein, welche die Evakuierung der neu angekommenen Touristen übernehmen sollten. Dabei schubste ich, mich leicht vordrängelnd, eines der eigenartigen Insektenwesen zur Seite, welche die ganze Zeit neben mir gestanden und ebenso überrascht geschaut hatten wie ich selbst. Im Wesentlichen sahen sie aus wie überdimensionale Käfer mit Rädern, besaßen allerdings auch einen Kopf, der einer Gießkanne verdammt nahe kam und dessen kleine, grünrote Äuglein wie Scheinwerfer in die taghelle Nacht funkelten. Nachdem ich eines dieser Wesen also seines sicheren Platzes im Evakuierungsemu beraubt hatte, sah ich nur noch, wie sein Panzer von einer Salve Pfirsischkerne durchbohrt wurde und sich seine Innereien in einer Wolke aus grünem Schleim und Billardkugeln über die anderen Anwesenden ergossen. Ich konnte gerade noch erkennen, wie eine Horde Affenmenschen in maßgeschneiderten Menschenaffenkostümen dem pulsierenden Dimensionsloch entstiegen, welches wahrscheinlich auch dafür verantwortlich war, daß ich (in meiner Seppl-Schale) vom beschaulichen bajuwarischen Hinterland plötzlich in dieser quietschbunten Freakshow landete. Aus den Augenwinkeln nahm ich noch wahr, wie sie ohne zu zögern anfingen den Alexanderplatz an das bolivianische Großreich zu annektieren, als mein Emu mit heulenden Sirenen davon zuflitzen begann. Da ich auf die Rutenfindung dieses ausgehöhlten Transportvogels keinen Einfluß hatte, widmete ich mich der integrierten Minibar und goß mir einen handwarmen Maracujasaft ein, während wir Unter den Linden entlang sausten und ein überdimensionales Spinnennetz durchschlugen, das eine Horde wahnsinnig gewordener Veganer zwischen den Säulen des Brandenburger Tores gespannt hatte. Im Rückspiegel sah ich sie noch fluchend mit ihren fünf Armen wedeln, während sie und mit Baggern, Kreissägen und ähnlichem Baugerät beschossen. Vor dem Reichstag schließlich hatte mein Emu Traktionsprobleme und schlitterte gegen einen Laternenmast aus solidem Gußholz, wobei ich aus der Fahrgastzelle quer über die Straße geschleudert wurde. Ich hatte allerdings erneut Glück und landete auf einer überdimensionalen, aufblasbaren Zeitungsente, die der Springer Verlag wohl vergessen hatte aufzusammeln. Flux wich ich noch dem letzten Betonmischer aus, den der Anführer der Veganer mir hinterher schleuderte und begann zu rennen!!! Hinter mir implodierte mein Rettungsemu und verursachte einen außerordentlich gigantischen Riß im Raum - Zeit - Kontinuum. Durch genau diesen Riß aber wurde einem Stoßtrupp marsianischer Carnivorsgrillen ermöglicht, die Veganerbande mit Schinken zu attackieren und die so paralysierten Kriegsgefangenen an langen Wurstketten in ihre Dimension zu schleifen, wo sie wahrscheinlich unter höchsten Qualen ihr Dasein aushauchen werden. All das registrierte ich über meine Nackenhaare, war mein Blick doch weiterhin starr auf die großen, zuckerbesetzten Lebkuchentüren des Reichstages gerichtet, welche ich erreichen mußte, bevor ich fataler Weise mit einem dieser Irren Netzwerker verwechselt und ebenfalls auf eine Reise durch den Raum geschickt wurde. Ich hastete die Treppen herauf, wunderte mich dabei nicht weiter, daß meine Rollschuhe knöcheltief in ihnen versanken und sprang mit einem gewaltigen Satz durch die sich soeben öffnende Tür. Hinter mir gab es ein gewaltiges Pfatschen, als eine der Wurstketten in dem Moment, in welchem sich die Tür wieder schloß gegen sie prallte. Ich erhob mich und drehte mich herum... hinter mir stand eine etwa 4 Meter kleine Gestalt mit roten Haaren und Langlaufski, welche einen großen Bronzeschlüssel quietschend im schloß rotieren ließ, ihn wieder unter ihrem Poncho verschwinden ließ und mich schelmisch angrinste. Nachdem er mich eine halbe Stunde lang über meine Herkunft und den Zweck meines Besuches befragte, während er mich nebenbei mit halbgaren Knoblauchzehen beklebte, forderte er mich auf ihm zu folgen. Wir schritten lange Gänge entlang, deren Wände mit Portraits von englischen Puddingfabrikanten und dem einen oder anderen Landschaftsbild der mongolischen Tropen verziert waren. Als wir eine Treffe erreichten, die ganz und gar aus bunt gescheckten Frettchen zu bestehen schien, forderte er mich auf die Mütze abzusetzen und meine Ohren zu kämmen. Er selbst schnallte sich die Ski ab und ersetzte sie durch bequem anmutende High-Heels. Wir stiegen in der Folge die Treppen hinab, wobei die Frettchen unter meinen Füßen vergnügt quietschten. Das Ziel diesen langen Abstieges - es schienen mir mindestens 20345 Stockwerke zu sein - schien eine stählerne Salontür zu sein, deren Messingbeschläge im von den unteren Fenstern des Treppenhauses hereindringenden Morgenrot leicht purpurn glänzten. Bevor ich dies lobend erwähnen konnte, dematerialisierte sich mein Gefährte vor meinen Augen und überließ mich meinem Schicksal. Ich beschloß die Tür zu öffnen. Zögerlich umfasste ich den Türknauf aus blank poliertem Lackritz und betrat vorsichtig den Raum. Ich fand mich in einer Art Nachtbar wieder, in deren Mitte sich ein Podest befand, welches von etwa 9 Tischen umringt wurde. Außer mir schien niemand anwesend zu sein, also trat ich ein und bestellte mir ein Glas Kuhsaft. Nachdem es halb geleert war, öffneten sich plötzlich die Tore hinter besagtem Podest und das Licht verdunkelte sich. Die letzten Strahlen ausnutzend hechtete ich an einen der Tische und ließ mich auf einem der gepolsterten Melkschemel nieder, lehnte mich entspannt zurück und legte die Füße auf den Tisch. Was nun geschah, spottet jeder Beschreibung. Zunächst betrat eine bayrische Gestalt mit Sprachfehler die Bühne, deren graumelierter Haarschopf im Scheinwerferwind wehte und leicht zerzaust wurde. War es möglich?!? Dieses Wesen ähnelte doch verdächtig dem cerberianischen Ede aus dem Weißwurstland?!? Nachdem er eine Hetzrede gegen illegal eingewanderte Zungenbürstenfabrikanten aus Schwerin gehalten hatte, begann er sich zu entkleiden. Während der DJ einen Mix aus Modern Talking und den frühen Werken von Richard Wagner (seine so genannte "Braune Periode") intonierte, bekam er Gesellschaft. Auf der Bühne bot sich nun ein Bild des Grauens: zwei schwarzafrikanische Transvestiten gesellten sich zum Hauptakteur und begannen eine Art von Performance-Kunst zu zelebrieren, die mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Angewidert beschloß mein Geist, in seine Alltagshülle zurück zu kehren und seinen temporären Ex-Wirt dem Grauen zu überlassen, was sich hier abspielte. Ich sah, während mein Geist fluchtartig zurückschwebte, noch kurz wie mein desorientiertes Temporär-Ich seinem ihm so unverhofft (aber auch in sehr befremdlicher Aufmachung) erschienenen Übervater und Idol eine 100 Reichsmarknote ins Strumpfband schob.
Wieder in meiner eigenen Welt angekommen erkannte ich, daß ich noch mal Glück gehabt haben mußte. Soweit ich das beurteilen kann, gehts mir soweit ganz gut, nur die Füße taten mir vom virtuellen Treppensteigen etwas weh. Hmm... wenn ich jetzt so darüber nachdenke, sollte ich mir vielleicht nicht so viele Gedanken machen. Schon gar nicht über die potentiellen Auswirkungen von Drogenkonsum und ihre gesellschaftlich differierenden Auswirkungen. Nach diesem Horrortrip werde ich wohl auch das Meditieren erstmal einstellen, wer weiß wo ich das nächste Mal lande. Also gut, ich verabschiede mich jetzt mal von euch! Ich muß noch versuchen alle unlogischen Bestandteile aus dem eben verfassten Text zu extrahieren... man will sich ja nichts nachsagen lassen! Also dann gute Nacht liebe Netzwelt... bis zu meinem nächsten Urlaub! ;-)
Mittwoch, 01.03.2006
SO WIE EINST REAL MADRID
20.22 Uhr: Willkommen zur großen Foxymorph-Blogg-Liveticker-Ein-Spiel-Vom-Abgrund-Entfernt-Sei-Konferenz vom Delling des Grauens in freundlicher Kooperation mit Radio Dnjepropetovsk 106 Punkt 6!
20.25 Uhr: Erster Aufreger: Günter Netzer im güldenen Gewand! Sieht ein wenig aus wie ein Lamettafabrikant auf Fronturlaub, hat aber irgendwie seinen Reiz.
20.29 Uhr: Das Ziel ist vorgegeben: Nach 15 Spielen will man mal endlich wieder "EINEN GROßEN SCHLAGEN"! Das Prinzip kennen wir alle noch vom Schulhof, wissen aber auch, daß das meistens nach hinten los ging!
20.32 Uhr: Kuck an... das Spiel steigt also in Florenz. Gefällt mir... schöne Stadt! :-)
20.42 Uhr: Die Lierhaus interviewt den Jogi! Der Lukas... der Robert... alles tolle Spieler! Außerdem sagt der Netzer ein "hohes Niveau" voraus für den Kick. Na das klingt doch alles super soweit, hoffentlich beherzigen das auch "der Lukas" und "der Robert"... !
20.46 Uhr: Im Gewinnspiel gibts heute eine Einparkhilfe nebst Auto zu gewinnen. Mir reichts langsam wieder mit Vorberichten, auch wenn die Analogie "deutsche Fans im Vogelkäfig" in diesen harten Zeiten irgendwie beängstigend ist.
20.48 Uhr: Ich mach mir erst einmal ein Wurstbrot!
20.55 Uhr: Lippi meinte es wäre "Die Mutter aller Spiele"... uns erwarten also 90 Minuten Frauenfußball!
20.57 Uhr: Das ist aber auch ein großartiges Wurstbrot was ich hier habe!!!! :-)
21.09 Uhr: Anpfiff. Deutschland von links nach rechts mit den achselschweißfreien, blutgetränkten Trikots und den erwartungsgemäß unansehnlicheren Frisuren. Die Botschaft vom Papst hat das Spiel schon vor dessen Beginn deutlich beruhigt.
21.11 Uhr: Mein Wurstbrot ist alle.
21.13 Uhr: Erwartungsgemäß das frühe 1:0 unserer mediterranen Inflationskünstler per Abstaubertor von Gilardino. Der Sieg ist verdient, die Deutschen standen bisher das ganze Spiel nur hinten drin und versuchten das Unentschieden zu halten... jetzt haben sie die Quittung bekommen. Die Frage stellt sich nur noch, wie hoch die Blamage ausfallen wird.
21.16 Uhr: Ein Schützenfest deutet sich an, Luca Toni mit dem nächsten Schritt auf dem Weg zum Dutzend. 2:0 nach nur sieben Minuten. Zur Zeit gibts von der Mutter aller Spiele ganz schön Dresche!!!
21.20 Uhr: Die "Fans" auf den Rängen gehen momentan härter in die Zweikämpfe als unsere Innenverteidigung.
21.22 Uhr: Nachdem wir den Italienern den vereinbarten Vorsprung gewährt haben, kann ich erst einmal beruhigt zum Kühlschrank schnieken und ein Bierchen öffnen.
21.23 Uhr: FUMP!
21.26 Uhr: Laut Beckmann kann der Ball laufen... und zwar über drei oder vier Stationen. Wenn man das der Bahn erzählt, gibts bald runde ICE's!
21.32 Uhr: Deisler mit einem nahezu infarmen Versuch Buffon zu belästigen. Daß mir das nicht nochmal passiert!
21.34 Uhr: ZWISCHENFAZIT: die Deutschen präsentieren sich in beeindruckender Frühform. Nicht nur, daß sie den Welttorhüter der Italiener kaum zur Entfaltung kommen lassen, auch ließ die übermächtige Abwehrreihe nunmehr seit 19 Minuten kein Gegentor mehr zu. Auf dem Weg zur WM im eigenen Land scheint Jürgen Klinsmann die Weichen auf Erfolg gestellt zu haben!
21.39 Uhr: Gilardino versagt kläglich vor Lehmann. So eine Chance bekommt man gegen einen deutschen Gegner auf diesem Niveau höchstens sieben bis acht Mal pro Spiel. Dies könnte sich für die Italiener noch rächen!!!
21.42 Uhr: Erstes erfolgreiches Foul von Huth. Die Vertreter der sizilianischen Sponsoren rühren bereits Beton an!
21.46 Uhr: TRAUMHAFTER Einwurf von Lahm. Auf Höhe der Mittellinie warf er das Leder über eine Distanz von gut und gerne 10 Metern präsise auf den Fuß von Ballack... und ermöglichte den Konter der Italiener.
21.47 Uhr: Vom Offensivwirbel der letzten Minuten geblendet, einer der seltenen Fehler der deutschen Abwehrreihe. DeRossi nutzt die kurze Unaufmerksamkeit mit einem Sonntagskopfball zum dritten Ehrentreffer der Italiener aus. Damit endet auch die unglaubliche Serie von 32 gegentorlosen Minuten unserer Ballschänder.
21.52 Uhr: FAST der zweite Fehlpass der Squaddra Azzura... aber auch nur fast!!!
21.54 Uhr: Halbzeit. Fazit: Ein Spiel auf sehr hohem internationalen Niveau. Zwei europäische Topteams duellieren sich hier und bieten Konterfußball und Defensivkust vom Feinsten. Eine abgeklärte DFB-Elf hielt den Rückstand gekonnt einstellig und hat immernoch alle Chancen in der zweiten Hälfte doch noch das ein oder andere Gegentor zu kassieren. Nach dem Pausentee melden wir uns wieder hier aus Florenz u.a. mit einem Exklusivinterview mit Roger Rabbit und einer zehnminütigen Komplettanalyse der besten Aktionen der deutschen Nationalelf während dieses Spiels.
22:07 Uhr: Olli Bierhoff verleiht der Frustration Ausdruck und fordert von den Spielern, daß sie in der zweiten Halbzeit "draufgehen sollen"!
22:10 Uhr: Olli zieht aus dem Lostopf den letzten Vor-WM Gegner der Nationalkaschper. Am 16.Mai wird der FSV Luckwalde also der letzte Prüfstein für Klinsmanns Truppe sein. Mit etwas Glück kann man mit einem Remis im Hinterkopf gestärkt in die WM gehen.
22:12 Uhr: Beginn der 2. Hälfte. Frisch gestärkt betritt das rote Fussballbalett den Rasen um den Italienern Paroli zu bieten.
22:15 Uhr: Bier ist alle...
22:18 Uhr: Asamoah spielt das Leder fair ins Aus, nachdem ein Italiener selbiges unglücklich verlor. Dieses psychologische Feingefühl der deutschen Nationalelf qualifiziert sie jetzt schon zum "Sieger der Herzen"!
22:19 Uhr: Ein verunglückter Rückpassversuch von Frings geht knapp zwei Meter am gegnerischen Tor vorbei.
22:22 Uhr: Schneider prüft Buffon... ein schallendes Signal zur Schlußoffensive!!!!!
22:24 Uhr: *LOL*!!!!! Signal angekommen... Schlußoffensive gestartet... logische Folge: 4:0 Italien! Der Hüne Del Piero läßt Leemann und Mertesacker im direkten Kopfballduell im Fünfmeterraum keine Chance und nickt ein. Gegen dieses Kopfballungeheuer sieht jede Abwehr der Welt alt aus!
22:27 Uhr: Erfolgreiche Abseitsfalle der Deutschen. An diesem Erfolgserlebnis gilt es sich aufzurichten und Mut wür die letzten 30 Minuten zu schöpfen. HIER GEHT NOCH WAS!!!!!
22:29 Uhr: Auswechslung Italien: Gilardino verläßt fluchtartig den Rasen. Er wurden von der deutschen Defensivorgie überrollt, demotiviert und mit lediglich einem erzielten Treffer nahezu komplett aus dem Spiel genommen! Mit hängendem Kopf verläßt er das Spielfeld.
22:34 Uhr: Schweinsteiger und Borowski werden von Klinsmann eingewechselt. Sie sollen sich anscheinend das nötige Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben holen!
22:36 Uhr: In frenetischer Feierlaune das zweite Bier geöffnet und dabei fast das herrliche Kopfballtor von Luca Toni verpasst... Buffon verhindert in infarmer Weise diese nette Geste seines Mitspielers.
22:41 Uhr: Schweinsteiger mit einem akrobatischen Purzelbaum im Mittelfeld... MEHR DAVON!!!!
22:47 Uhr: Nesta verläßt das Spielfeld. Er wurde während der absolvierten 80 Minuten von der deutschen Offensivmaschinerie förmlich aufgerieben und schleppt sich ebenso wie der bis auf seinen Kopfballtreffer chancenlose Del Piero entkräftet zur Seitenlinie.
22:48 Uhr: Der Startschuß zur Aufholjagt wurde soeben von Pistolero Robert Huth gegeben. Mit einem überlegten Rechtsschuß verkürzt er auf 1:4... das wird noch eine heiße Schlußphase hier in Florenz.
22:53 Uhr: die deutsche Mannschaft hat sich ein drückendes Übergewicht in der Aufwärmzone erkämpft... jetzt gilt es diesen Vorteil nur noch umzusetzen und den Ball 11 Freunde sein zu lassen, die man nach dem Spiel rund macht um sie ins Eckige zu treiben.
22:55 Uhr: Nächste Auswechslung Italien. Pasquale wird ins kalte Wasser geworfen. Diese Auswechslungsorgien der Südeuropäer sind ein Zeichen dafür, wie sie von der DFB-Elf konditionell aufgerieben und zermürbt wurden.
22:58 Uhr: AUS AUS AUS!!!!! DEUTSCHLAND IST... naja, weiß ich jetzt auch nicht!
23:00 Uhr: Schlußfazit: Mit einer starken kämpferischen Leistung verdienten sich die stark überlegenen DFB-Kicker gegen eine fahrige und in ihrer Chancenauswertung zu höchst inkonsequente italienische Mannschaft ein SENSATIONELLES 1:4 De-Facto-Unentschieden. Die Spieler feiern noch auf dem Rasen und während sich "Schweini" und "Poldi" gegenseitig mit Prosecco übergießen stemmt Michael Ballack freudestrahlend seine vergoldeten Schuhe in den florentiner Abendhimmel. Italien wiederum sieht sich mit der Frage konfrontiert, ob man in dieser Verfassung, in der man in einem Heimspiel das "zu Null" gegen Deutschland nicht halten kann und selber lediglich vier Buden macht, Gegnern wie der Elfenbeinküste oder Togo wirklich gewachsen ist.
23:04 Uhr: Das war es von dieser Stelle. Wir verabschieden uns von einer rauschenden Fußballnacht aus dem Herzen Italiens. Ein denkwürdiger Abend geht zu Ende, der unter dem Strich nichts weiter war als eine weitere Demonstration der fussballerischen Extraklasse unseres Nationalteams. Wenn die sich abzeichnende Entwicklung sich in dieser Form fortsetzt, steht einem Triumph der Klinsmänner im kommenden WM-Finale eigentlich nichts, aber auch rein GAR NICHTS mehr im Wege. Wir können uns im Endeffekt nur selbst schlagen. Der gewählte Titelsong der Sportfreunde Stiller erwies sich somit im Nachhinein als durchweg prophetisch... !
NA DANN GUTE NACHT!!!
Donnerstag, 23.02.2006
DIE IDEE IST GUT, DOCH DIE WELT NOCH NICHT BEREIT
Na Mahlzeit! :-) Lange... sehr sehr lange habe ich überlegt, zu welchem Thema ich mich heute echauffieren werde. Man hat in diesen Tagen ja eine Auswahl, die schier unübertroffen zu sein scheint. Auf der einen Seite sind die bemitleidenswerten Gestalten, die da angemalt und in den absurdesten Aufmachungen die Karnevalssitzungen verfolgen; sich gegenseitig mit Bonbons bewerfen und deren Frohsinn ungefähr so durchorganisiert ist wie sonst nur die sizillianische Camorra! Auf der anderen Seite geisterte die Tage aber auch das Horrorszenario schlechthin durch die Medien, welches ich für wesentlich interessanter halte als den krampfhaften Versuch alkoholgeschwängerter Frührentner einen auf Partyvolk zu machen.
Es hat selbstredend mal wieder etwas mit der Vogelgrippe zu tun! Wie eigentlich jede Schlagzeile heutzutage. Weder der an und für sich schon übersättigte Zeitungsleser, noch der rüganer Inselschwan an sich können ihr entgehen. Für den Schwan ist das allerdings mit weitreichenderen Folgen verbunden... aber der hats dann wenigstens hinter sich. Nicht so die Bundesbürger mit ihren BILD-Abbos und vertieften Explosiv-Kenntnissen aus dem RTL Vorabendprogramm. Man hat ja nun schon akzeptiert, daß der Himmel wahrscheinlich bald vogelfrei sein wird. Auch das bevorstehende Siechtum, welches uns kollektiv dahinraffen wird, macht so recht schon keinem mehr Angst... man weiß es ja schließlich! Nun, da eigentlich schon alles geklärt ist, man eigentlich nur noch warten muß bis die Pandemie an die Tür klopft um ihr dann höflich das Immunsystem zu öffnen, scheint den Schmierfinken der bundesdeutschen Desinformationszentrale aufgefallen zu sein, daß es eine neue Knallermeldung bräuchte. Nachdem man dem Landsmann allerdings nach dem Broiler auch die Aussicht auf sein Weiterleben vergellt hatte, griff man nun ganz tief in die Trickkiste und packte ihn da, wo's wirklich weh tut! Bei der Fußball WM! Da geisterten Meldungen durch die Presse, daß im Falle der bereits vom Bundestag (gleich im Paket mit der Mehrwertsteuererhöhung) abgesegneten Pandemie Essig ist mit Fussballfest! Dann kommt hier kein Togolese, Iraner oder Elfenbeiküsterich angejettet um sich seinen Vorrunden-K.O. anzuholen, sondern freut sich vielmehr, daß er dem sicheren Tode so knapp entronnen ist! An sich ist das für den Bayern-Ede doch ne schöne Vorstellung, möchte man meinen, aber so ganz dürfte es seinem Fußballherz (da hat halt jemand kleine schwarze Achtecke auf diesen Granitfels gemalt) auch nicht behagen. Schlimmer noch: die Idee stammt auch noch von "ner Grünen", jener Volksgruppe, die in Bayern ohnehin nahezu komplett entrechtet ist. Bärbel Höhn heißt die Frau, ihres Zeichens die Vorsitzende des Agrarausschußes des Bundestages. "Vorsitzende des Agrarausschußes des Bundestagen???" mag man da fragen, gibts das? Ja, das gibts! Da freut sich also der durchschnittliche Bundesbürger seit Jahren auf "unsere WM", hat schon brav das Trikot gebügelt und die Bierdosenmütze fürs Eröffnungsspiel bereit gelegt und dann kommt da die Bauernbeauftragte und nimmt ihm selbige wieder weg. (Also die WM, nicht die Bierdosenmütze) Dachte man noch, daß der Franz in seiner Funktion als Lichtgestalt sich mit der Weltmeisterschaft sein eigenes Denkmal setzen würde, so muß man das nun überdenken. So was evolutionär Sinnloses wie Vögel machen ihm das zunichte. Das Bild ist insofern auch recht passend, weil ja gerade Denkmäler gerne von den Tauben beschissen werden.
Der Fan an sich wird nun nach der ohnehin schon vorhandenen Wirtschafts- auch noch in die Sinnkrise gestürzt. Wenn diese Depristimmung anhält, können wir den Laden hier eigentlich gleich dicht machen. Dann werfen sich die Fans im Nationaltrikot selbstmörderisch in den nächsten Hühnerstall... und dann hat WM gleich gar keinen Sinn mehr.
Aber wäre es nicht auch total unverantwortlich die weltweit besten Balltreter mitten in einen Seuchenherd zu schicken? Dieses "Die Welt zu Gast bei Freunden"-Dingen nimmt uns ja jetzt schon keiner ab. Fußball an sich ist ja ein Rasensport... das hat mit "Vögeln" nicht viel zu tun! (Fasst es auf wie ihr wollt, beides ist im Grunde genommen korrekt ;-) ) Aber sobald sich dann der Beckham an einer seiner Kabinengangbekanntschaften aus Versehen infiziert (womit auch immer), dann hört das mit den Freunden auch ganz schnell auf. Dann haben wir 31 Nationen gegen uns... da würden aus "Freunden" auch schnell mal Besatzer. (Andersrum hats ja auch schon einmal funktioniert... das war aber ungleich angenehmer als dieses Szenario werden würde) Ist so eine WM also in Kombination mit "H5N1" so was wie nationaler Suizid? Sieht ganz so aus. Jedenfalls hat diese Ankündigung mal wieder den Trend zum weinerlichen Germanenhabitus gesetzt. Statt jetzt freudig die Herren Ballack und Podolski zum Hattrick zu schreien, wird der Durchschnittsbürger angsterfüllt in den Himmel blicken und nach subversiven Gänsen Ausschau halten, die die schöne WM kaputt machen wollen. Eigentlich auch nicht schlecht, so fällt das zu erwartende Gegurke von Klinsmanns Hobby-Kickern gar nicht weiter auf. Ein Vorrungen-Aus ließe sich somit auch als lebensverlängernde Maßnahme vermarkten. Nicht nur daß man die eigenen 22 Ballschänder errettet, nein, auch der Fan kann davon profitieren.
Also machen wir uns schon mal mit dem Gedanken vertraut, daß der Ball im Sommer ruhen wird! Vögel die Katastrophenzustände auslösen... ein Umjubeltes 0:4 gegen Ecuador in der Gruppenphase... die WM vielleicht ganz abgeblasen, weil ne grüne Ausschußvorsitzende den Franz entmachtet hat! Was bis gestern noch unvorstellbar schien, könnte übermorgen schon Realität gewesen sein!
Donnerstag, 16.02.2006
MOKINGBIRDS
Aber halt!!!! Es geht auch anders liebe Leute! Momentan besteht die Hauptbeschäftigung der rüganer Vögel scheinbar im Formationssterben, mit optimaler B-Note für den formvollendetsten Abgang vom Ast. Die Hauptbeschäftigung der rüganer Menschen (laut Bild ohnehin alle dem Tode geweiht) wiederum besteht darin, die Dahingeschiedenen aufzusammeln und zu entsorgen! Problem: zu viele Leichen, zu wenig Personal! Also was macht der ostdeutsche Insulaner in so einer Situation? Klar, er greift zur geradezu schildbürgerlichen Rationalität und bestimmt ein paar Harz IV'ler kurzerhand als "Flugtierkadaverräumkommando vom Dienst"! Diese Information stöberte ich soeben auf Spiegel.de auf, wo passend zwei in weißes Plastik gekleidete Menschen einen verendeten Schwan symbolisch Richtung Walhalla schleiften. Ein-Euro-Job-Chance Vogelgrippe... ein Schelm wer Böses dabei denkt! Irgendwie erinnert mich das auch an Autobahnen... ! Jedenfalls, nun, da wir alle auf kurz oder lang vom Terrorspecht und seinen Schergen ins nasse Grab geschickt werden, hätte das doch wahrlich auch die Bundesregierung persönlich übernehmen können... zur "Chefsache" erklären sozusagen. Clever war mal wieder nur der Ostdeutsche, genauer gesagt der Thüringer und (man mags scha gaum gloooom:) Dor Saggse, beide machten im fernen Turin gleich mal ein eigenes Häuschen auf, in welches die Sportliche Elite nebst Familie, Freundin, Frau, Frau und Freundin und allen anderen Spielarten menschlicher Privatsphäre kurzerhand evakuiert wurde. Unter dem Deckmantel eines sportlichen Großevents wird sich dort darauf vorbereitet, zur gegebenen Zeit die Bundesrepublik neu zu bevölkern! (Stellt euch das mal vor: danach ist Bayern voller Ossis... herrlich!!!! Ich glaub der Cerberus geht gleich persönlich mit zur Entenjagd wenn der das spitzkriegt! "Ähhh...ähhh...ähhh...Ähnte: du bist des ähhh... Todes!"... köstlich!) Überhaupt: Das "Sachsenhaus", wie kann ich mir das denn vorstellen? Ist das so pyramidenförmig mit einem Spalier aus Räuchermänneln davor? Im Keller eingelagerte Survival-Packages mit Dresdner Christstollen, Buttermilchgetzen und Wernesgrüner Bier? Wenn dem so ist, dann bitte ich um sofortige Evakuierung!
Na gut, warten wir mal ab, wie sich die Todesseuche in den nächsten Tagen noch entwickelt. Es kann sich zwar nur noch um Stunden handeln, bis auch in München das Chaos ausbricht, aber vielleicht, man kann ja noch dieses winzige Fitzelchen Hoffnung haben, ist dieses ominöse "H5N1"-Ding ja gar nicht so apokalyptisch wie die Herren Redakteure meinten und Glauben machen zu müssen... letztmalig möchte ich hier zum Abschluß noch mal auf's Lampenöl verweisen!
Dienstag, 14.02.2006
DAS GROßE HALLALI
Ihr alle kennt doch Wachteln! Wachteln???? Ja, WACHTELN!!! Wachteln legen Eier, in Fachkreisen auch gerne als "Wachteleier" bezeichnet und relativ lecker. Wachteln scheinen also Vögel zu sein, warum? Klar: weil Vögel im Allgemeinen Eier legen. Wäre die Wachtel kein Vogel, wäre sie wahrscheinlich ein Krokodil oder ein beliebiges anderes Reptil. Warum? Klar: Weil die auch Eier legen! Da aber nun eine Wachtel Federn hat, das kann kein Krokodil von sich behaupten, ist die Wachtel folgerichtig ein Vogel! So, ich hoffe jetzt ist zunächst einmal Punkt eins der heutigen Biostunde abgehakt. Für alle die noch Fragen haben, stelle ich hier mal den Link ( http://www.beepworld.de/members65/wachteln/ ) ein, da kann man sich über alles informieren, von den geltenden Tierschutzbestimmungen bis hin zur "Mastwachtel" ist dort nahezu alles nachzulesen, was auch nur im Entferntesten mit Wachteln zu tun hat. Wachteln, Wachteln, Wachteln... überall Wachteln! Nun mag sich der eine oder andere fragen, was das hier soll... was der Typ plötzlich mit seinen Wachteln hat. Nun, man mag es kaum glauben, aber es gibt Leute, denen man scheinbar gar nicht oft genug erläutern kann, was denn eine "Wachtel" ist! Dumm wirds nur, wenn diese Leute es sich in den Kopf gesetzt haben, an einer Jagd teil zu nehmen, auf der natürlich... na was wohl... Wachteln erlegt werden sollen. Noch dümmer wird die ganzen Geschichte, wenn man statt der ersehnten *lol... gleich kommts wieder:* WACHTELN einem seiner Begleiter eine Ladung Schrot auf den Pelz brennt. Und ganz ganz dumm gelaufen ist das Ganze, wenn dieser Begleiter auch noch Anwalt ist! Der Durchschnittsbürger könnte sich nen Strick nehmen und sich vor der U-Bahn erschießen, wenn denn dann auch die nächste Voraussetzung erfüllt ist: das ganze geschah in den USA. Nun mag man sagen: OK, die erschießen da drüben noch ganz andere Sachen als Anwälte... stimmt, aber wer hat denn gesagt, daß es sich um den Südstaatenami XY handelt, der im Pickup durch die Prärie rammelt und beim Square-Dance die Sporen klappern läßt?!? Nein, der Mann um den es hier geht ist kein geringerer als Dick Cheney, seines Zeichens US-Vizepräsident (mehr oder weniger) vom Dienst! (Nein, ich werde hier keine billigen Witze über den Spitznamen des armen Mannes reißen!) Am Wochenende solls geschehen sein, in (wo wohl?!?) Texas! Das malerische Texas, wo die Wachtel noch Wachtel sein darf! An einem jener beschaulichen Februartage, für die die Südstaaten ohnehin berühmt sind, brachen also mehrere Männer, den Wind im sonnengegerbten Gesicht, im schönen Texas zur Wachteljagd auf. Mittendrin der Vizepräsi. Das Gewehr im Anschlag stromerten sie wahrscheinlich durch den texanischen Dschungel, irgendwo zwischen Brüllaffen und einer Horde Nashörner, gleich neben zwei Königspinguinen, die auf einer ausgedienten Baumwollplantage nen "gepflegten Skat kloppten", meinte er dann auch fündig geworden zu sein. (Man muß noch wissen, dass Mr. Cheney stolze 78 Lenze zählt, sein visuelles Wahrnehmungsvermögen hat also auch schon leicht gelitten.) Da saß sie und sortierte Dollarbündel in einem schwarzen Lederaktenkoffer mit Messingbeschlag: Die gemeine Wachtel! Ein entschlossener Griff zur Flinte, und in bester Cowboy-Manie locker aus der Hüfte geschossen. "Howdy!!!!! Say goodnight Wachtel!" Das böse Erwachen kam aber schnell... Wachteln tragen keine Armani-Anzüge und haben im Allgemeinen auch keine Prozessakten in den Flügeln (wurde erst dann als "Hand" zweifelsfrei identifiziert, als man die Möglichkeit daß es sich vielleicht doch um eine extrem seltene Wachtel handeln könnte, zweifelsfrei ausgeschlossen hatte). Da hatte der Ami-Vize, Dabbeljuhs Stellvertreter auf Erden, also seinen ersten Anwalt erlegt! In freier Wildbahn versteht sich! Der arme Mann, namentlich Harry Whitington, liegt mit Verletzungen in Gesicht und Brustkorb mittlerweile im Krankenhaus, was er in ungefähr einer Woche voraussichtlich wieder verlassen kann. Ich bin mal gespannt, ob er den Schneid hat, seine Stellung zu mißbrauchen und den guten Dick zu verklagen. Logisch wäre das, zumal die Rendite, die da im Amiländle winkt ja astronomisch ist. 10 Milliarden Schmerzensgeld pro Schrotkugel und ein Botschafterposten in Thailand würden winken. Da muß man doch zugreifen! Zumal offenbart wurde, daß der Herr Cheney nur 50% der Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Wachteljagd erfüllte: Er besaß einen Waffenschein! Gut, den zu bekommen ist in Texas ungefähr so schwer wie sich bei uns ein Eis zu kaufen, aber immerhin! Was er nicht hatte, war die "erforderliche Zulassungsmarke für die Wachteljagd" (Spiegel, 14.2.06). Es gibt also Zulassungsmarken für die Wachteljagd... man lernt halt nie aus! Aber hätte er die denn gebraucht? Schließlich hat er doch gar nicht auf Wachteln geschossen... fragt seinen Anwalt, der wirds bestätigen! Jedenfalls ists halt mit den real existierenden Schießkünsten der politischen Führung des Vereinigten Kaiserreichs von Amerika scheinbar nicht wirklich weit her. Nehmen wir also diesen Jagdunfall zum Anlaß eine wichtige Lektion im Leben zu lernen: egal was passiert, am Ende lacht wieder einmal nur die Wachtel!
Freitag, 10.02.2006
OLYMPIC PLATINUM
Dienstag, 07.02.2006
MEIN TEIL / BRING YOUR DAUGHTER TO THE SLAUGHTER
Aber zurück zum Thema: Dennoch trieb die ganze Geschichte immer zweifelhaftere Blüten in den letzten Monaten. Besagter Hobbymetzger saß also in seiner Zelle bei einem Gemüseschnitzel und nem halben Teller Trennkost und hörte vom Filmprojekt "Rothenburg", in welchem die US-Filmindustrie seine Tat mediengerecht "verwurstet" und das eine oder andere Milliönchen einzufahren gedenkt. Nun haben wir, weiß nicht inwieweit das schon offiziell bestätigt ist aber ich behaupte das jetzt mal so ganz frech, einen Rechtsstaat. Will heißten: Jeder kann hier jeden wegen allem verklagen wenn ihm was nicht paßt. Und wir haben den Schutz des Urheberrechts. Da kam also der Herr Armin M. auf den Gedanken, daß dieser Film zunächst einmal seine Persönlichkeitsrechte verletzt (Gabs im Knast ne exklusive Preview, daß er das beurteilen kann?!?) und, was für mich das eigentlich Perverse an der Sache ist: Er hat die RECHTE (!!!!) an seiner Story schon an die ARD für eine Doku verschachert, der Film ist somit rein juristisch gesehen so etwas wie eine imitierte Gucci-Tasche aus Zentralasien! Wo sind wir denn, wenn hier jeder Spinner auch noch die Rechte für seine Untaten meistbietend verschachern kann?!? Das muß man sich mal vorstellen, da schlachtet der Typ vor laufender Kamera seine Chat-Bekanntschaft dahin und besitzt darauf de facto noch das Copyright!!! Demnächst läßt sich Ganoven-Ede wahrscheinlich noch seine selbst geschnitzten Dittriche patentieren! *kopfschüttel* Ich verstehe das nicht! Daß sich ein Anwalt findet, der diesen Humbug dann auch noch in der Öffentlichkeit vertritt, ist ja kein Wunder... da winkt ja auch neben der Medienpräsenz (Andy Warhol setzte seine "15 Minuten Ruhm" wohl etwas niedrig an) auch noch ein hübsches Sümmchen Bares. Dafür kann man seine Seele schon mal dem Leibhaftigen überschreiben. (Im allgemeinen Sprachgebrauch ist dieses okkulte Ritual auch als "Staatsexamen" bekannt) Die Frage die sich stellt ist doch, wie viel ist denn so ein Mord (und damit das Leben des Opfers) wert? Wenn man schon die Rechte verschachert, dann wird dabei bestimmt auch ein hübsches Sümmchen dabei heraus springen. Gut, im Knast wirds dem Herren Meiwes schwer fallen die Kohle durchzubringen, auch ein Ausflug nach Vegas um die Knete zu verzocken dürfte vollkommen unrealistisch sein, aber der Anwalt wirds schon richten. Oliver Stone brachte es in "Natural Born Killers" schon recht gut auf den Punkt: solange die Verbrechen nur maßlos und abartig genug sind, wird man auch ohne Dieter Bohlens Hilfe zum Medienstar! Auch Hannibal Lecter, der von Thomas Harris erfundene und von Anthony Hopkins verkörperte Sympathieträger der Kannibalenfraktion wirkt gegen diesen Meiwes richtig... niedlich. Na warten wir mal ab wie dieser Aufgußprozess ausgeht und ob es demnächst sogar lizenzierte Merchandising-Produkte vom Rothenburger Hobbymetzger gibt. Dönermesser oder das eine oder andere Essbesteck würden sich ebenso anbieten wie eine eigene Kochsendung, dann aber nur nach 23 Uhr und stark gekürzt... und statt "Leber, dazu Favabohnen und einen ausgezeichneten Chianti! *ffwffwffwffw*" (Lecter, 1992) gibts ein schönes, vollmundiges Glas Lampenöl!!!
Montag, 30.01.2006
TICKET TO RIDE
"Aus dem Hintergrund müßte Rahn schießen... Rahn schießt... TOOOOOOOOOOOOOOR!!! TOOOOOOOOOOOOOOOOR!!! TOOOOOOOOOOOOOOOOOR!!" Wem jagt dieses schon legendäre Ausrüfchen nicht die Gänsehaut über die tätowierten Lenden? Bald wird man dieses Zitat wahrscheinlich noch im Grundgesetz verankern und damit die antiquierte Gewaltenteilung aus dem Text kippen... daß die von gestern ist, zeigen uns ja die Herren Putin und Berlusconi. Demokratie, oder zumindest etwas, was dem offiziell recht nahe zu kommen scheint, geht auch ohne diesen humanistischen Schnickschnack! Wir, also unsere Generation wird so was vermutlich nie wieder erleben, so einen sporthistorischen Hammer, der da anno 1954 auf das entnazifizierte Partialdeutschland einstürzte. Es folgten noch zwei Titel als globaler Fußballhegemon. Nun steht also dieses Jahr erneut eine Chance an, den Rest der Welt souverän vom Platz zu schießen... und das diesmal sogar ohne drohende Konsequenzen in Form eines D-Days. Aber ich will hier dieses ewige Gleichnis von Teutonen, der im Stechschritt zum Bäcker marschiert und abendlich seine Stiefel wienert nicht länger strapazieren, es ist zu abgedroschen! Wenngleich sich eine interessante Parallele auftut, rein linguistisch versteht sich: Gab es früher den Slogan "Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!" (Laß uns da mal drüber reden Okaaaaaaaayyyy?!?), so müßte man ihn heute wohl leicht modifizieren. Statt "Krieg" tut es dieses Jahr auch das Kürzel "WM"! Für den durchschnittlichen Spoilerfetischisten der im tiefer gelegten Manta mit Tempo 160 und lockeren Radmuttern durch die Allee rammelt, ist wohl letzteres das größte Schreckensszenario wo gibt. Aber so abwegig ist das scheinbar gar nicht, zumindest wenn man der medialen Berichterstattung Glauben schenkt. Da werden Abertausende von Eintrittskarten an Sponsoren und Bürokraten verteilt... Stadträte, Manager und Mobilfunkkonzerne bekommen die Billets gleich bündelweise ausgeliefert. Glaubt man Gerüchten, lieferte der "Kaiser" (unser Kaiser, der Franz... na ihr wisst schon, die Lichtgestalt, der wir überhaupt zu verdanken haben, dass das Wort "Weltmeisterschaft" noch im Duden steht) die Teile persönlich im Phaeton aus. Dann erhält natürlich auch jeder teilnehmende Verband (von Holland, über Trinidad & Tobago bis hin zur Elfenbeinküste) ein "angemessenes" Kontingent und der Restbestand, der wird dann ans einheimische Volk verschachert. Das Zauberwort heißt hier "Lostrommel", jeder der ein Kärtchen haben will, ist auf Fortuna angewiesen... deren Wirken ja auch Glaubenssache ist(Super, wieder nur Griechen im Stadion)! So kommt es nun, dass es in der Bunten Republik Deutschland zu vermehrter Schwarzseherei kommt (nein, hat mal nix mit der GEZ zu tun). Seit Wochen wird diskutiert, gejammert und geknietscht. Selbst Politmagazine widmeten sich dem Thema und deckten investigativ auf, dass man sich in Politkreisen großzügig mit Karten eindeckt, während die "Beherrschten", eben jene Bausparer außerhalb des Rathauses, sich dumm und dämlich losen, ohne allerdings das heiß ersehnte Ticket zu ergattern. Und da soll sich bitte noch mal jemand über den miserablen Konsumklimaindex hier aufregen!!! Früher lästerte man über die Zustände in der DDR (wahlweise SBZ oder "drüben"), wo so mancher Konsumschatz bestenfalls noch unterm Ladentisch verschwand, normaler Weise aber schlicht nicht bekannt war und man ergo vieles nicht kaufen konnte, selbst wenn man wollte. Wenn ich mir das so ansehe, ist das doch viel Schlimmer! Der große Fußball-Stalin hockt auf einem Thron aus volkseigentümlichen Karten und schenkt den systemtreuesten Schergen der Partei- und Wirtschaftsspitze gleich pauschal drei bis vier Dutzend als Belohnung für den ordnungsgemäßen Morgengruß. Wie "Report aus München" heute berichtete, wurden sogar die Vertreter der WM-Gastgeberstädte mit einem Vorkaufsrecht auf je zehn Kärtchen ausgestattet, was natürlich das freie Kontingent belastet... und da sind Städte wie Köln oder Hannover dabei, also keine wirklich wichtigen! Aber gut, Schluß mit diesem Gezeter meinerseits... ich habs ja schließlich erst gar nicht versucht Karten zu bekommen. Teils Resignation ob des Vergabemechanismus, teils aber auch, weil ich noch weiß, was wir an G. Delling und G. Netzer als dynamisches Moderatorenduo haben. Zudem kam mir die "Jagd auf WM-Karten", wie sie zuweilen tituliert wurde, ohnehin eher wie das Besorgen des "Passierscheins A-38" vor... also ein nahezu hoffnungsloses Unterfangen! Für alle, die ich jetzt zur totalen Resignation getrieben habe, will ich abschließend noch einen klitzekleinen Lichtschimmer ans Ende des Tunnels setzen: Die Oberbefehlsgewalt über die ganze WM mit allem drum und dran hat ja besagte Lichtgestalt... und der ist dem Fleischlichen ja durchaus zugetan wie man in der "Bunten" liest. Was das mit WM-Karten zu tun hat? Naja... wies aussieht sind die Dinger mittlerweile "Bück dich Ware"! ;-)
Donnerstag, 26.01.2006
DO THE EVOLUTION
Heißa!!! Was hab ich auf diesen Moment gewartet: endlich kann ich den rockigen Pearl Jam - Meilenstein vom 98er Album "Yield" mal der breiten Weltöffentlichkeit unter die Nase reiben! Was bisher fehlte, war lediglich ein Thema, welches diese Wahl nahe gelegt hat! Nun haben wirs endlich, es nennt sich "Kreationismusdebatte"! Der Schmarn geht wieder mal vom Mutterland der Scheinheiligkeit und religiösen Demagogie aus: Den uniteden States von Nordamerika. Ausgehend von deren Freizügigkeit und der "wir nehmen wen und was wir kriegen können"-Einwanderungsbestimmungen der letzten Jahrhunderte, zog es neben den handelsüblichen Weltreligionen auch manch Endzeitsekte und paranoide Spinnerorganisationen ins Land. Dort wurde man dann seßhaft, kaufte sich vielleicht ne kleine Farm mit haufen abenteuerlichen Viehzeugs, metzelte den einen oder anderen Indianerstamm dahin, bis diese so dezimiert waren, daß man sie in mickrige Reservate stecken und von da an seine Kippen respektive Kautabak zollfrei von ihnen beziehen konnte. Die Indianerreservate wurden also für die Amis das, was der Vietnamesenmarkt für die Randtschechen im schönen Sachsen ist (um mal einen politisch nicht ganz sauberen, aber allgemein verständlichen Vergleich zu ziehen)! Nun entwickelte sich das Land so vor sich hin und man sicherte seinen Einwohnern die Freiheit der Religionsausübung zu, was im Allgemeinen darin gipfelte, daß jeder Spinner sich seine eigene Sekte zusammenzimmern konnte und, quasi nebenher, seine zweifelhaften Weltansichten durch Flugblätter oder (modern) Fernsehpredigten zu verbreiten suchte. Wenn der Ami XY nun also die Glotze anschmeißt, hat er die Wahl zwischen 34 Predigten diverser religöser Fanatiker, 20 Actionfilmen und 32 Talk-Shows (und das sind nur die landesweiten Programme). Der Kulturkanal versteckt sich irgendwo zwischen Jerry Springer und Oprah, was nicht selten dazu führt, dass das orientierungslose Fernbedienungsnutzerchen beide mit selbigem verwechselt! Nun kam es aber auch dereinst, daß man aus Versehen den Schorsch Dabbeljuh ins Amt wählte... naja, eigentlich tat man das ja nicht, aber das sit wieder ne andere Geschichte. Der stigmatisierte sich gleich mal als "wiedergeborener Christ", also so was wie eine Mischung aus Hindu und Volksfront von Judäa (ich liebe die Monthy Pythons!!! ;-) ). Diese Wiedergeborenen, um es mal so zurückhaltend und ziemlich wie nur irgend möglich zu sagen, haben vorher ein durchaus weltlichen Genüssen zugewandtes Leben geführt... Schnaps, Koks und Nutten... soweit die Leber reicht; manchmal sogar alles gleichzeitig! (ATENTION!!!: Do not confuse with german Talk-Masters... der Friedmann kam seinerzeit ohne Schnaps aus!) Nun jedenfalls sind diese Zeiten vorbei und man hat sich versammelt um die Welt besser... christlicher... und, so hat man den Eindruck: auch DÜMMER zu machen! Seit Charles Darwin sollte ja das Prinzip der Evolution bekannt sein. Man nehme zwei Viehcher gleicher Bauart, eines läßt sich in der 34ten Generation Füße Wachsen um besser fliegen zu können und schwupp ist der mutationsfaulere der beiden Zweige des Evolutionsbaumes gnadenlos verreckt, da er einfach nicht mehr kompatibel genug zur Umwelt war! Mach das ein paar Jahrtausende, ja, Jahrmillionen hindurch und ruckzuck bist du da, wo wir heute stehen: ein Planet, welcher von sechs Milliarden Humanoiden beherrscht wird, welche nicht mal ein ordentliches Fell, geschweige denn einen kompletten Satz anständiger Reißzähne ihr Eigen nennen... das aber mit fahrenden Sofas und Büchern über "1001 Möglichkeit eine Bierflasche zu öffnen" zu kompensieren suchen. So, und genau hier wirds jetzt spannend!!! Besagter US-Präsi und wiederauferstandener... also quasi "Zombiechrist", zweifelt genau an diesem Vorgang. Nebenbei gesagt: auch ein Großteil seiner Unterdrück... öhm Beherrschten findet Evolution irgendwie auch "voll doof" und so ganz "unamerikanisch". Gut, das dauert halt ne Weile, bis man auf diesem Wege einen Michael Jordan, Joe Montana oder Wayne Gretzky (wenigstens der ist Kanadier) zusammenmutiert hat, aber man kann diesen Sachverhalt wenigstens nachweisen. Da gibts Knochen von so ziemlich allem, was jemals auf unserem Planeten rumgelatscht ist... manche sind alt... sehr SEEEEEEHR alt, manche noch recht frisch, um letztere kümmert sich aber das Team von CSI Miami! Objektiv gesehen, kann also kein Zweifel daran bestehen, dass wir uns langsam vom Primaten abspalteten, Werkzeuge erfanden, sesshaft wurden, Siedlungen gründeten, die Welt kolonisierten, das allgemeine, geheime, gleiche und freie Wahlrecht erfanden und... na ist ja auch egal, von da an gings ja eh nur noch abwärts! Was ich eigentlich sagen will ist: "Evolution olé olé! Ich glaub an dich, du bist SUUUUUPER!" Wenn man nun wissen will, wie die Alternative zur Evolution aussieht, kann man das sogar nachlesen. Es steht im einzigen Buch, was den "Herr Der Ringe" in der Sparte "Bestsellerliste Fantasy-Literatur seit Menschengedenken" schlagen konnte: die Bibel. Da steht, dann, daß sich Gott 'ne Woche Zeit nahm um sein Projekt "Erde" mal nebenbei zu verwirklichen. Für die Jüngeren unter euch: Das ist ungefähr so, als wie wenn sämtliche Pokemon auf einmal auferstehen und in eurer Playstation einziehen und anfangen Alkopops zu produzieren. Ja, das kommt der Genesis schon sehr nahe, jedenfalls wenn man sie der verkommenen Jugend zu erklären hätte. Na egal... alles gaga. Das Lustige an der Sache ist nur, dass genau diese religiöse Sicht der Dinge jetzt doch bitte schön auch an den US-Schulen unterrichtet werden soll. Raus mit allen Affen, Halbaffen, Brückentieren und gefiederten Halbechsen aus den Schulbüchern... und statt dessen die Bibel in den Ranzen gepackt und der Wanst ist umfassend informiert und aufs kommende Biologiestudium in Harvard bestens vorbereitet! Wer braucht schon "Evolution" wenn er Amerika ist und gerade dabei ist die Welt vom bösen, bösen Terrorismus zu befreien?!?! Man kann den Eindruck gewinnen, der Dabbelschorsch will sich auf diese Art und Weise sein Land quasi "schönregieren" (vom "schönsaufen" hat er ja Abstand genommen... als Wiedergeborener).
Das perfide ist nur, daß nach neuesten Umfragen schon 40% der Briten der Ansicht sind, daß dies ne gute Idee ist und man doch bitte der eigenen Nachkommenschaft auch die Chance geben sollte diesem evolutionären Humbug zu entkommen... zu Gunsten des Kreationismus versteht sich! War ja klar daß ausgerechnet unsere Insulaner zuerst auf diesen Zug aufspringen! Da winkt der große Intellektuelle auf dem Washingtoner Thron mit nem neuen Anfall von grobem Unfug und schwuppdiwupp: der Brite muß mitmachen, weil er fürchtet sonst nicht mehr ernst genommen zu werden! Ich glaube der Tony hat schon damit angefangen die Ausgrabungsstätten eigenhändig wieder zu zuschütten... Wenn das so weiter geht, dann gehört bald jeder zur "Achse des Bösen", der auch nur das Wort "Evolution" denkt... abgestempelt als kolossaler Spinner muß er dann sein Leben im österreichischen Exil fristen und gleich bei der Post Zuflucht suchen (die liefern wenigstens nicht aus) ;-) ! Nee, das ist wieder ein typischer Fall von "in so einer Welt will ich nicht mehr leben!". Klar, wenn man sich die Urheber dieser Diskussion ansieht, dann glaubt man zwar verstärkt an den Grundsatz "dumm aber glücklich", zweifelt gleichzeitig jedoch an einer ständigen "Höherentwicklung im evolutionären Kontext"! Vielleicht ist auch ein Anflug von Selbstreflexivität Anreiz für diese wahnwitzige Idee der schulischen Desinformation gewesen, man kann ja nie wissen!
Jetzt nehmen wir mal kurz an, dass er damit Erfolg haben würde und die nächsten zwei bis vier Generationen junger Stars-and-Stripesler würden zwischen Ganggründung und erstem Drive-By-Shooting wirklich nur mit der religiösen Erklärung des Menschseins konfrontiert... was hätten wir denn dann in den USA? RICHTIG: nen Gottesstaat! Und was wollte der Fundamentalist gleich noch mal errichten...?!?
Montag, 23.01.2006
PARTY ANIMALS
Apropos: wo wir gerade bei der finanziellen Seite der Geschichte sind:
Die Preise liegen laut Medienberichten irgendwo zwischen 4 und 8 Euro pro Person und Abend. Für, im schlechtesten Fall, nur 8 Eier erwirbt man also die Lizenz zum Löten. Was sollen denn unsere europäischen Mit-Europäer in Europa von uns halten? Nehmen wir doch mal die Finnen, Schweden oder Norweger: da bekommt man für diesen Preis (wenn man Glück hat) gerade einmal zwei Flaschen Bier kredenzt. Und so ein Skandinavier (der Finne natürlich auch... wenn nicht sogar ganz besonders) hat einen geradezu immensen Durst! Was wird er denn davon halten, wenn er das sieht? Wer solche Exzesse zuläßt (winke winke an den Gesetzgeber und speziell nach Bayern an die werte CSU), der soll doch bitte bitte endlich zugeben, dass Deutschland auch auf lange Sicht ein Einwanderungsland bleiben wird!
Freitag, 20.01.2006
A BIGGER BANG
Sonntag, 15.01.2006
FAHRENDE MUSIKANTEN
(JBO)
Hallöchen! Na, da bin ich also mal wieder der verbalen Gruft entstiegen und möchte mich einem Thema meiner Wahl widmen... na mal sehen was uns heute so auf der geplagten Seele liegt. Ich würde vorschlagen, wir widmen uns heute mal wieder einer typisch deutschen Eigenart zuwenden: der guten, alten Volksmusik. Klar, seit die BILD-Zeitung von der "Volksaktie" über das "Volksnotebook" bis hin zur "Volksverdummung" alles mögliche unter die Leute jubelt, sollte es auch nicht mehr allzu schwer sein für diesen Auswuchs Abnehmer zu finden. Und so muß man wochenends nur die Flimmerkiste zur Prime-Time anschmeißen und einen beliebigen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender am Stellrad des Nachkriegstelevisors einstellen, und prompt ist man mitten im Grauen gefangen. Hordenweise sitzen Rentner an Biergartentischen in der selbstredend ausverkauften Stadthalle von (beispiesweise) Darmstadt und schlürfen entweder Diätpils oder stilles Wasser (schon den Magen und kommt sich mit der halben Packung Granufink vom Vorabend nicht ins Gehege), während ein vom Wahnsinn gepackter Kammeramann wie von der Tarantel gestochen durch den Saal rennt sodaß die Gesichter der doppelbeherzten Musikfetischisten am Bildschirmrand zu einer breiigen Masse zu verschwimmen scheinen. Am Ende dieser Odysee stoppt das Objektiv vor einer Bühne... schön mit einheimischen Pflanzen verziert, ein paar mit roten Herzchen dekorierten Weinfässern als Sitzgelegenheit und einer gut kaschierten Bühnentür versehen, aus welcher sich gleich das blanke Grauen in die "Erwin-Rommel-Halle" besagter Darm-Stadt ergießen wird. (Wenn sich jetzt jemand über den Namen der Halle echauffieren sollte, dann sei gesagt, daß es sogar eine Bundeswehrkaserne gibt, die diesen Namen noch heute trägt... und wenn man schon "braune" Namen vergeben muß, welche Stadt wäre denn da besser geeignet als DARMstadt?!?) Na egal, das soll ja heute nicht das Thema sein, auch wenn der Veranstaltungsort sicherlich den einen oder anderen Veteranenklub dazu gebracht haben mag, am heutigen Abend Einmarsch in die Halle zu halten. So weit so gut, würde der ganze Spaß nun noch unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfinden, dann wäre es ja auch nur halb so schlimm... aber wie alleine die erwähnte Fernsehkammera schon erahnen läßt, wird der Spaß auch noch bundesweit ausgestrahlt!!! Man muss sich das mal vorstellen: Ein Saal voller Rentner, unter denen lediglich der eine oder andere Dirndlfetischist den Altersdurchschnitt Richtung 80 senkt, tritt im allabendlichen Quotenkrieg (ja, so weit sind wir schon) gegen den Terminator oder billige, sextriefende Teenykommöden aus Übersee an und, das ist das eigentlich Erstaunliche daran, behauptet sich auch noch! Gut, man mag jetzt mit dem Erfahrungsvorsprung der Zuschauer argumentieren um dies zu erklären, politisch korrekt wäre das aber wohl eher nicht! Irgend etwas scheint in unserem Land ganz gewaltig schief zu laufen, daß so etwas noch möglich ist!!! Dieses Phänomen kann man auch ausnahmsweise mal nicht, wie sonst gerne getan, der Regierung anlasten... das gabs schon unter den verschiedensten Konstellationen... selbst in der Bronzezeit (das war die Epoche, als die FDP noch Minister hatte... war also so kurz vor Faustkeil nach deren Zeitrechnung) wurde dieses Geleier schon exzessiv gehört. Wie kann man das denn nun erklären... keiner verlangt eine logische Antwort... aber wenigstens irgend eine Antwort!!?! Da treten Gruppen auf, deren Namen ungefähr so sinnvoll sind wie ein Kanu in der Gobi, beispielsweise "Die Wildecker Herzbuben" oder "Die Zillertaler Schürzenjäger"... ganz großes Verbaltennis ist das!!!! Wenn man mal wissenschaftlich-analytisch an die Sache heran geht, dann kann man folgende Formel extrahieren: Man muß 1.: irgendwo her kommen... das sollte einen möglichst volkstümlichen Namen haben und wenns geht nach Gemütlichkeit und "Almhütte mit Heuhaufen davor" klingen. (Böse Zungen mögen dabei auch an abgelegene Bergdörfer denken, in welchen seit Generationen der Genpool aus nicht mehr als 3 Familien besteht, deren Urväter Geschwister waren... aber wie gesagt: das tun nur böse Menschen!) und 2.: Man muß etwas verwegenes sein! Ein "Schürzenjäger", "Herzbube" oder etwas anderes was den Charme einer Jukkapalme ausstrahlt und das Blut der Zuhörer ob seiner unterschwelligen Obszönität mal wieder in Wallung bringt. Dann schreibt man diesen Dudes noch den einen oder anderen "heile Welt"-Hit auf den Leib, welchen sie unterstützt von einer Blaskappelle zum Besten geben und schon schunkeln sich die Mittachziger dieser Nation einen Wolf! Ach ja, fast hätte ich es vergessen: man braucht noch eine Identifikationsfigur, die durch den Abend führt und in hörgerätgerechter Stimmlage den nächsten Gaudi-Hit ankündigt. So werden dann auch Karl M. und Florian Silber-E. mit einer Daseinsberechtigung ausgestattet. Nach kurzer Anmoderation wird dann also der erste Hammerhit des Abends auf die versammelten Panzergrenadiere a.D. los gelassen: "Die original Kasthelruther Korkenkäfer" mit ihrem Gassenhauer "Schunkeln bis die Krücke kracht", gleich gefolgt vom aufgehenden Stern der Szene, dem Knabenchor der "Gelsenkrichner Domgeier" mit ihrer ersten Singleauskopplung "Hömma' Kalle, de Pommes sin' wech" aus ihrem Debütalbum "Ich breche in die Zeche"! Nach einer viertelstündigen Pause, in welcher die Tore des Publikumsraumes zwecks lebenserhaltender Maßnahmen für ein Batallion Zivis geöffnet wurden, kann es auch schon weiter gehen mit der wilden Adrenalin-Hatz! Gleich nach den "Schwenninger Schwerverbrechern" und den lustigen "Hodenheimer Hobbyhitlern" mit ihrem balladesquen Wanderlied "Hänschen Klein marschiert allein (in die Nachbarländer ein)" folgt dann der der vorläufige Höhepunkt des Abends: ein Gastauftritt des Doppelherz-Erfinders, welcher extra für diesen Abend mal von den lebenserhaltenden Maschinen abgeklemmt werden durfte! Nachdem dieser von Daniel Köblbock persönlich einmal quer durch den Saal geschoben wurde, beschließen dann die einzigartigen "Trauensteiner Trippertangas" den Abend mit einem Medley ihrer größten Hits. Dabei darf natürlich keiner fehlen... die treuen Fans wollen sowohl das leicht melancholische "Schunkelbruder adé" als auch den mitreißenden und basslastigen "Brezelwalzer" hören! Pünktlich nach 120 Minuten erlöschen dann die roten Lämpchen der Kammeras und es kehrt wieder so etwas Ähnliches wie Normalität ein! Der Gastgeber rückt noch schnell jedem Gast persönlich die Gehbank zurecht und verabschiedet sich breit grinsend zur "After Show Party" mit den Beleuchtungstechnikern ins nächste Rotlichtviertel! (Wohin auch sonst in dieser Gesellschaft?!?!!!) Als Bilanz bleiben mal wieder zwie vergeudete Stunden Sendezeit und Bereitschaftsdienst für 35 Sanitäter, welchen diese selbstredend nicht bezahlt, sondern nur durch Fotos mit den Sängern (kaum in Anspruch genommen) und erzählten Kriegsgeschichten ihrer Patienten (zwangsläufig in Anspruch genommen) vergütet bekommen.
Na gut, ich bin wahrscheinlich noch zu jung um das nachvollziehen zu können, aber ich ziehe dann gerne mal Vergleiche mit der "verkommenen Jugend" und ihren Idolen: Stefanie Hertel als "Britney Spears der Pensionierten" oder das Napalmduo... 'tschuldigung... Nabtalduo als "perspektivisches Tokio Hotel". Nur werden wir das wohl kaum erleben dass sich unsere heutigen Heroen so abwandeln, dass man sie dereinst in einer Gagasendung wie dieser bei Bier und Brezn verwursten könnte, während die "Fans" in Trachtenkleid und Krachlederner der Ekstase entgegen schunkeln. Die meisten Rocker und Rapper gehen ohnehin schon vor der Volljährigkeit oder kurz danach über den Jordan, wofür entweder die Halluzinogene oder eine rivalisierende Gangsta-Crew per Drive-By sorgen. Und mal ehrlich: wer will denn schon ernsthaft Slipknot mit Gamsbarthüten sehen, oder einen 75jährigen Robbie Williams, dem irgend wann einmal die Nierenwärmer statt der Spitzen-BH's entgegen segeln...
Freitag, 06.01.2006
LEAVING HERE
Jedes Jahr im Sommer packt unsere Mitmenschen die Lust auf Sommer, Sonne, Urlaub. Während die einen ihren Campingrucksack schnüren und zu einem 14tägigen Hikingtrip durch die Wüste Gobi aufbrechen, sich den einen oder anderen Achttausender barfuß hinauf quälen oder sich auf "Malle" die Grütze aus dem Schädel saufen, zieht es andere nebst Caravan und Familie in die Ferne, bevorzugt Italien... mit denen kam man in der Geschichte ja schon immer besonders gut klar. Schnell ist das halbe Kinderzimmer der Blagen in den Stauraum verfrachtet und eine ansehnliche Anzahl von Schminkkoffern, auf welche die holde Weiblichkeit "unter keinen Umständen verzichten kann", in den Wohnbereich geschleppt. Das eigene Gepäck (zwei Paar Socken, eine Synthetik-Badehose aus den 70ern sowie 4 Muskelshirts und ein Ledertanga für die langen Partynächte) quetscht der Mittvierziger dann irgendwo zwischen die mitgeführten Bierkästen im Schlafbereich. Nach einer fünfstündigen Aufwärmphase im Berufsverkehr schwenkt man sein Familienmobil dann geradewegs auf die Autobahn ein und schickt die nörgelnden Sprösslinge aufs Chemieklo, man will ja jetzt, wo es einmal so gut rollt, nicht gleich die erste Pinkelpause einlegen und den hart erkämpften Vorsprung vor dem penetranten Wartburgfahrer wieder einbüßen, den man sich in einem 30 minütigen Kopf an Kopf Rennen auf der Überholspur mit spektakulären 94 km/h so mühsam erkämpft hat. Das wilde Gestikulieren der nun endlich überholenden Mitbürger tut man kalt lächelnd als Penisneid ab und wendet sich geflissentlich der Bild am Sonntag zu, die man über das Lenkrad ausgebreitet hat. Man muss ja wissen was in Hartz IV - Land so vor sich geht und über welchen Politiker sich man momentan mit den noch zu organisierenden Saufbrüdern beim abendlichen Grillfest am Besten aufregen kann. Nachdem man die nächsten 300 Kilometer mehr oder weniger im Blindflug hinter sich gebracht hat und die toten Insekten bereits für eine leicht schlierige Sicht auf die Fahrbahn sorgen, legt man die Lektüre bei Seite und steuert gerne den nächsten Autohof an um die Mittagspause mit einer Bockwurst und einem kühlen Bierchen zu verbringen. Während die Gattin im Bad das vom Schweiß verwischte Makeup nachbessert und der Nachwuchs sich in die nahe gelegenen Geranienbeete des Parkplatzes übergibt, bleibt dafür auch die nötige Zeit. Die letzte Etappe wird nach 90 Minuten Rastzeit in Angriff genommen. Bis man am Campingplatz angelangt ist, wird sich wohl mindestens eines der Kinder noch die Schuhe vollreihern und sich der Inhalt des einen oder anderen Küchenschrankes beim Überholpern italienischer Autobahnen seinen Inhalt ins Wohnwageninnere ergießen. Als man dann auf seinem "Stellplatz" (alleine das Wort erinnert schon irgendwie an 1933) angekommen ist, weiß man auch, dass die Stoßgebete mal wieder nicht erhört wurden und es dann doch die Vitrine mit den Biergläsern erwischt hat. Also wird man den Urlaub notgedrungen als Flaschenkind verbringen. Schwupps ist die Satellitenschüssel ausgerichtet, die Stromversorgung angekoppelt und das Vorzelt istalliert. Während die Angetraute sich wieder in die Naßzelle verabschiedet um sich "ein wenig den Lidstrich nachzuziehen" nutzt der gemeine Camper die unverhofft gewonnen Stunde Freizeit und pflanzt sich probeweise schon einmal in den vergilbten Plastikliegestuhl und öffnet sich mit lautem Zischen die erste Flasche Gerstensaft, während er die Kinder im Auge behält, die unter Einsatz ihrer Spielzeug-Lasergewehre gerade damit beschäftigt sind einem holländischen Rentnerpaar das Leben zur Hölle zu machen. Darüber leicht schmunzelnd rülpst der Herr Papa unterdrückt in seinen Schnauzbart und döst kurz darauf weg. Als er wieder erwachte beginnt es bereits zu dämmern und aus dem Augenwinkel sieht er noch, wie die Ambulanz den Platz verläßt und vom Rentnerpaar aus Tulpenland nix mehr zu sehen ist. Ohne weiter darüber nach zu denken nimmt er den schuldbewußt drein schauenden Blagen die Gebißhälften aus den Händen und sucht den Speisesaal auf... die Gattin ist bereits da und bezirzt in einem Hauch von Nichts den mindestens 20 Jahre jüngeren Kellner, dessen speckiges Poloshirt mit einem goldenen Namensschild verziert ist, welches seinen Namen "Luigi" kund tut! "Gott, noch platter ging es wohl nicht... "Luigi"!" Aber gut, Hauptsache es gibt deutsches Essen! Schnell bei Gianluca (dem Aussehen nach der Zwillingsbruder jenes unsäglichen Luigis) ein Eisbein und je einmal Pommes mit Wiener für die Kinder bestellt und als Tribut an die fremde Küche noch je einen Amaretto zum Nachspülen geordert (man muss sich ja anpassen wo es geht) und die Wartezeit mit einem erzieherischen Monolog vor den Kindern überbrückt. Thema: "Warum macht Schokolade krumme Ohren"! Zum Nachtisch schließlich gesellt sich auch die Angetraute wieder zum Familienreigen und läßt ungeschickt den Bierdeckel, auf welchem "Luigi" ihr seine Nummer hinterließ, im Ausschnitt verschwinden. Mehr Klischeé geht nicht, aber weniger wäre auch unglaubwürdig. "Ich war noch kurz Zigaretten holen" lautet ihre Ausrede... (OK, mehr Klischeé geht!)! Mit einem Schulterzucken tritt man alsbald den Rückweg zum Wohnmobil an und Genehmigt sich noch drei oder vier Flaschen Billigwein aus dem Platzeigenen Wucherladen und schlummert dann gegen 23 Uhr ein. ("Nachtruhe" war schon 22.30, aber man ist ja Revoluzzer genug dies eigenmächtig um ganze 30 Minuten (!!!!) zu überziehen) Am nächsten Morgen bereitet einem das Frostschutzmittel im Chianti-Verschnitt aus der zwei Literpulle für 2 Euro einen ansehnlichen Kater, den man mit ein paar Brötchen und Schwarzwälder Schinken zum Frühstück bekämpfen will. Während die Angetraute sich mal wieder schminkt schickt man also eine der Blagen in den Kiosk... solle gleich noch die neue BILD mitbringen. Augenzwinkernd steckt man dem 12 Jährigen Sohn noch nen Euro extra in die Hemdtasche... "Für ein Eis!". Keine 20 Minuten später trifft dieser mit Speisen und Lektüre beladen wieder ein... warum aus dem Eis eine Packung Long Papers und Selbstdrehfilter geworden sind, wagt man sich gar nicht zu fragen. Ist ja im Grunde genommen auch egal, immerhin hat man es schon einmal erfolgreich geschafft den ersten Tag ohne nennenswerten Kontakt zu den Eingeborenen und deren kulturellen Eigenheiten zu überstehen. "FUMP!!!!" Zur Feier dieses Ereignisses fliegt der erste Kronkorken Richtung Nachbarparzelle. Den Vormittag verbringt man damit, sich am Strand einen ansehnlichen Sonnenbrand zuzulegen und die Kinder dabei zu beobachten, wie sie wehrlose Krabben aus der Adria fischen und sie wildfremden Urlaubern in die Badehose zu setzen. Der Nachmittag besteht aus dem Überwachen der Zeltnachbarn, vielleicht läßt sich ja einer wegen Verstoß gegen die Mittagsruhe anschwärzen, und aus dem anschließenden Warmtrinken fürs Abendessen. Damit dies so stilvoll wie möglich geschieht, stülpt man sich dann ausnahmsweise mal eines der mitgebrachten Muskelshirts über den sich bereits schälenden Wohlstandsranzen. Irgend wann am Abend holt man dann die Angetraute von "Luigi" ab (schickes Reihenhaus mit Meerblick, aber einen Tick zu viel Efeu an der Fassade), wo sie "aus Versehen gelandet ist" als sie "sich auf dem Weg vom Speisesaal zum Caravan verlaufen" hatte und legt sich dann zur Ruhe. Streng genommen ist jede Schilderung der restlichen Urlaubstage überflüssig, sie verlaufen gleich! Nahezu bis ins Detail! Am Ende hat man, abgesehen von "Luigi", keinen Einheimischen aus der Nähe gesehen, das Selbe Essen konsumiert wie in der Heimat und der BILD-Zeitung auf ihrem Siegeszug durch Europa einen weiteren Etappenerfolg bescheert. Die Kenntnisse über das Gastland beschränken sich auf die 12 Hektar Campingplatz sowie den holprigen Autobahnverschnitt, der einen bereits auf der Anreise die ansehnliche Bierseidelsammlung kostete. Außerdem unterwarf man sich sinnlosen Regeln und Verboten, die man zwar nicht verstand, aber dennoch in bester Blockwartmanier überwachte... immer bereit den Mitmenschen vom Zelt gegenüber zu denunzieren, wenn er auch nur ein einziges Mal zu laut hustete. (Wahrscheinlich in der Hoffnung, daß der Delinquent von den Maschinengewehrsalven der Carabineri durchsiebt wird, während man ihm noch ein "Ich hab Dich gewarnt elender Unruhestifter!" zurief) Wenn sich da mal die Fahrt in ein fernes Land nicht gelohnt hat...
Donnerstag, 05.01.2006
NEW YEARS DAY
Samstag, 31.12.2005
IMAGINE
Hallo meine Schäfchen! Heute, "zwischen den Jahren" wie man so schön sagt, melde ich mich aus dem Besinnlichkeitsinferno der vergangenen Tage und will zu euch sprechen! Ich habe eine gar eindringliche Botschaft zu verkünden und bitte euch, mir einen kurzen Moment eure Ohren zu leihen (Adresse zu erfragen beim Verfassungschutz ihrer Wahl und bitte nur per Einschreiben)! Hach, da ist doch tatsächlich mal wieder ein Jährchen vergangen. In die Weltgeschichte wird es eingehen als DAS einzig wahre Jahr 2005! Ein anderes werden wir wohl nie wieder erleben, damit müssen wir uns abfinden. Was hat es uns denn gebracht, dieses ominöse "2005"?!? Was bleibt hängen oder wird gar den Weg in die Geschichtsbücher unserer Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel finden? Ich möchte nicht mit diesem durchgenudelten Rückblendenmist anfangen, der uns in den vergangenen Tagen von sämtlichen SendeANSTALTEN präsentiert wurde, nein, ich möchte tiefer gehen und das wirklich relevante heraus kehren. Was hat man denn davon, wenn auf allen Kanälen die ach so originelle Playlist der jüngsten 365 Tage runtergeleiert wird, die eigentlich nur aus Tragödien besteht und vom Tsunami über den Moshammermord, die Papstkrönung eines ehemaligen Golffahrers aus dem schönen Bayernland und die Kanzleramtübergabe ("besenrein") an der/die/das (?) Merkel bis hin zu den Entführungsorgien der letzten Wochen führt!? Begnügte sich der Iraki noch mit einer Geisel, muss es beim Jemeniten schon ne fünfköpfige Familie sein... Maßlosigkeit hält also selbst beim "Muselmann" (was man so alles aus der Ringparabel lernen kann! ;-) ) langsam Einzug. So frage ich euch: WAS bleibt denn dabei auf der Strecke? Klar: der WELTFRIEDEN!!!!! Diese leere Floskel wird unserer Gesellschaft nun seit 1968 ungeniert um die Ohren gedroschen, nur sind wir diesem Ideal noch kein Stück näher gekommen. Viel mehr haben uns die us-amerikanischen Vernunftsverweigerer (Optimisten nennen sie "Wähler") auf dem Wege zum globalen Kuschelplaneten einen gar bösen Streich gespielt! Pfui...! Der Songtitel heute ist also bewußt gewählt, war es denn nicht John Lennon, der sich mit seinem japanischen Vorzeigeweibchen dereinst in Hotelbetten tummelte und wochenlang für besagten Weltfrieden fröhlich vor sich hin korpulierte?!? Jetzt nix gegen John Lennon, die Beatles waren toll, Lennon ein musikalisches Genie und sein Abgang mehr als tragisch... zumal er vorher mit erwähnter Yoko Ono eigentlich schon genug gestraft war. ABER: Der gute Johnny war bei Leibe nicht dieses gewaltfreie Herzel, das Probleme ausdiskutierte und Kröten über die Autobahn trug! Ehefrau Nummer eins hatte da ganz andere Erfahrungen gemacht, welche sie natürlich in Buchform verwurstet und noch einmal ein paar Pfund extra einsackt. Aber gut, heute ist das wohl (leider) legitim und normal! Aber wie dem auch sei: John Lennon ist sowas wie der Fleisch gewordene Weltfrieden, BASTA! Nun möchte ich mich aber auch nicht in die Tradition der klassischen Schmalzbacken begeben, die uns was von einer weltweiten Harmonie erzählen wollen, wo Palästinenser sich das Konterfei von Ariel Sharon auf die Stirn tätowieren lassen, gerahmt in einem rosa Herzchen versteht sich... nein, soweit wird es nicht kommen, das sollte uns allen bewußt sein. Aber sonst wäre so ein bissel Weltfrieden doch was ganz was Feines!!! Nun aber erst einmal zum Wort an sich, was beinhaltet es denn? Niemand hat den "Weltfrieden" bisher näher definiert und Ziele die man nicht kennt, die kann man nur schwer erreichen! Klar, Kriege sind DOOF!!!!!!!!!! Hört alle her: DOOF, DOOF, DOOF!!!! Jeder der Krieg macht ist D-O-O-F!!! Ich denke da sind wir uns ohnehin alle einig, aber Weltfrieden MUß doch weiter gehen meiner Meinung nach. Wenn ihr mich fragt, ist Weltfrieden weder dieses Utopia der 68er, wo wir alle nackt durch den Garten Eden springen und uns so furchtbar lieb haben daß eine Rosamunde Pilcher Verfilmung dagegen das reinste Splatter-Movie ist, noch ist es der bloße Verzicht der Staaten, Stämme oder zwielichtigen Familien auf gewalttätige Mittel um ihren sturen Nischl' durch zu setzen, wenngleich letzteres schon ein Anfang ist. Weltfrieden beinhaltet auch Restriktionen: beispielsweise sollten weder Mitgleider der Familie Bush noch jegliche Österreicher jemals wieder irgend ein politisches Amt besetzen dürfen (mein Gott, man muß doch als Menschheit dazu fähig sein aus der Geschichte zu lernen!!!). Weltfrieden ist nix manifestes, er ist eine Philosophie der Güte und des Verzichts... sozusagen Zuckerbrot und Peitsche! Weltfrieden beginnt in der Familie, wenn die renitenten Blagen im Supermarkt wieder am Süßigkeitenregal quängeln und ihre Eltern, sowie alle umstehenden Kunden (Respektspersonen... also im Wesentlichen mich ;-) ) in den Wahnsinn treiben, statt sich mit dem 20kg-Vorratspack getrockneter Rinderpansen als Knabberzeug zufrieden zu geben und er hört erst bei den Regierungschefs auf, die ihre Nachbarländer immernoch als potentielles, topografisches Upgrade ihrer Pseudodiktatur verstehen oder ganz profan aufs Öl geiern. alles was sich dazwischen abspielt gehört auch dazu... zum Weltfrieden. Klagewellen wegen schief gestrickten Wollhandschuhen oder Maschendrahtzäunen, politische Hetzjagten auf Regierungschefs die ihre Praktikaninnen leicht zweckentfremdeten, aber sonst eigentlich ne tolle Figur abgeben... solcher Mist steht dem Weltfrieden im Weg, weil sich jeder an solchen Sinnlosen Details hoch zieht und sich maßlos über Dinge ereifert, die ihn entweder nix angehen, oder die einfach mal so bedeutungslos sind wie die Texte von Modern Talking! (Oder kann mir einer die literarische Relevanz von "Geronimos Cadillac" überzeugend erörtern?!?!!!! Na egal, bringt ja eh nix hier... auch der Definition von "Weltfrieden" sind wir hier nicht wirklich näher gekommen, argumentativ drehe ich mich im Kreis, wie ich soeben feststellen muß. Also bin ich erstmal "draußen" wie der Rapper sagt! Nächstes Jahr komme ich aber wieder und dann, da bin ich mir sicher, wird auch wieder das eine oder andere "sinnvolle" Thema am Start sein... wem bringts denn schon was, wenn ausgerechnet einer wie ich hier über den "Weltfrieden" referiert?!? Nächstes Jahr wird alles besser... Tokio Bordell werden weg gefangen und mit dem Segen von Amnesty International vom Papst persönlich irgendwo im Mariannengraben versenkt, der Schröder verschachert (G)Erdgas an die Ukraine und der Dabbeljuh schlägt in einem lichten Moment im Lexikon unter "Staatsmann" nach und erklärt vollkommen desillusioniert seinen Rücktritt als Füh... ähhh President der verenigten Amerikaner!
In diesem Sinne: FROHES NEUES JAHR LIEBE WELT!!! RUTSCHT GUT INS WM-JAHR *originelles Wort kreiert hab*!
Mittwoch, 21.12.2005
EIN FEST....
HO-HO-HO wertes Wichtelvolk! Hier ist der Gründerrupprecht M. mit seinem Boulevardmagazin des Grauens! J.B.O. beschreiben in ihren Ballädchen das, was uns unmittelbar bevor steht! Gar festlich ist unser Republikchen derzeit geschmückt und überall strahlen die Adventskränze mit den alkoholschwangeren, roten Riechorganen ihrer Eigentümer fröhlich um die Wette! Ja, es ist mal wieder so weit, Weihnachten stürzt unser Land in ein Delirium irgendwo zwischen Weihrauch und Lebkuchenhaus. Erwachsene Menschen setzen sich rote Zipfelmützen auf, welche mit kitschigen Leuchtsternchen versehen sind und penetrant vor sich hin funzeln. Zu allem Überfluß wagen sich die Besinnlichkeitsgestörten dann in diesem Aufzug auch noch in die Öffentlichkeit, weil sie meinen damit ihren Mitmenschen was Gutes zu tun. Da Lachen bekanntlich gesund ist, gelingt ihnen das indirekt auch zu meinst. Außerdem fällt auch der einzige Kirchenbesuch des Jahres zumeist auf diesen Tag. Hat man dann das Krippenspiel hinter sich gebracht, welches von ebenso untalentierten wie angetrunkenen Mitgliedern der ?Jungen Gemeinde? in laienhafter Manier vorgeführt wurde, schiebt man schnell noch ein paar Groschen in die Kollekte und geht dann flinken Schrittes dem Festmahl entgegen. 5 Bratwürste und einen dreiviertel Liter Linsensuppe später reißt der gemeine Deutsche dann gierig das Papier vom Wohlstandstand und bedankt sich artig bei seinen Angehörigen, bevor er sich endgültig die Kalorienkante verabreicht und mit einer Flasche Doppelkorn nachspült. Ursprung dieser Konsum- und Fressorgie ist die Geburt eines Kindes mit armen Eltern in einem Stall! Soviel zum Kontrastprogramm...! Mittlerweile kann man seit September im Discounter um die Ecke Schokoladenweihnachtsmänner kaufen? wahrlich, wir hatten noch nicht einmal offiziell abgegrillt, da wurde im Plus-Markt die Holzkohle schon durch Lebkuchen ersetzt. Ein Affront gegen die Steakfreunde dieser Welt! Überhaupt: wo kommt denn eigentlich der Weihnachtmann her??? Jesus kanns nicht sein, schließlich ist dessen Biographie bekannt (gut, die ?Junge Gemeinde? mal ausgenommen). Mythen bildeten sich über die Jahrhunderte hinweg. Mittlerweile gehen Menschen ab 18 Jahren davon aus, dass ein netter alter Herr am Polarkreis vor sich hin wurstelt und das ganze Jahr lang Rentiere striegelt und eine Armee von Wichteln engagiert, die die neueste Playstation mit hübschen Schleifchen versehen. Die Erdenbürger unter 18 Jahren Lebenserfahrung halten Santa Clause für einen netten, alten Herren, der das ganze Jahr im Coca-Cola-Laster durch die Welt tourt und Lufballons verteilt. Nur eines hat der Gute verlernt: die Ausübung seines Bildungsauftrages!!! Nachdem er ellenlang durch die Marketingmaschine geleiert wurde und von Schuppenshampoo bis zum Naturheilprodukt gegen Reizdarm nahezu jede Werbekampagne zwischen Oktober und Januar zierte, nimmt den kein Kind der Welt mehr als Autoritätsperson wahr! Was waren das früher noch für herrliche Zeiten, als die kleinen Wänster noch zittern mussten und ihre Holzlokomotive nur dann bekamen, wenn sie nachweislich und urkundlich beglaubigt den Status ?brav? nachweisen konnten! Heerscharen von Kindern hörten bei der bloßen Erwähnung des Rupprechts plötzlich mit dem Geningel auf und verspeisten pflichtbewusst ihren Spinat? verlangten vielleicht sogar noch Nachschlag! Nachdem diese erste Hürde genommen war, musste man immer noch Nervenstärke bewahren und dem bordeauxroten Sackschlepper ein Liedchen fehlerfrei vorträllern oder ein mühsam einstudiertes Verslein aufsagen um keine Dresche zu beziehen und am Ende dann doch leer aus zu gehen! Wer allerdings diese Disziplin nicht aufbringen konnte und in den letzten 12 Monaten hemmungslos Drogen konsumierte oder pausenlos Satan huldigte, dem wurde vom Weihnachtsmann unter zu Hilfenahme einer so genannten ?Rute? (zumeist ein Reisigbündel mit Widerhaken und Lakritzgeruch) der Hosenboden stramm gezogen und mit Geschenken war dann auch Essig! Bei der heutigen, verkommenen Jugend möchte man dem Knecht Rupprecht manchmal schon einen Morgenstern statt ner Rute in die Hand drücken? alleine dem Selbstschutz wegen. Außerdem hat er ja mit dem erwähnten Autoritätsverlust zu kämpfen? keiner glaubt mehr an ihn und die weichspülpädagogisch erzogenen Blagen werden zunehmend frech. Um am Ende nicht vorm Kadi zu enden weil er einen dieser Jungterroristen gabenfrei ausgehen lässt und somit ein Trauma sonders gleichen generiert, gibt unser rauschebärtiger Freund heutzutage viel zu schnell kleinbei und drückt selbst den kriminellsten Vorschülern die georderte X-Box, das Jamba ? Monatsabo oder die Beretta Schreckschusspistole in die schlagringbewährten Händchen! ?PFUI? FREVEL!!!!? sagt da der neutrale Beobachter und wendet sich angewidert ab! Man sollte den Kerl endlich wieder den Erziehungsauftrag zurück geben. Auch sollte man aufhören seine Autorität mit Colawerbung zu untergraben! Wir brauchen die Rückkehr der Respektsperson ?Weihnachtsmann?! Ein harter Kerl, ein Rauhbein, das zeigt wo es lang geht und bei dem Jugenddelinquenz knallhart mit Geschenkentzug oder Friseurgutscheinen bestraft wird! Das Bild vom netten, alten Herren mit Rauschebart und in seiner roten Kutte taugt dazu ungefähr genauso gut wie ein Meerschwein als Reittier. Also wäre ich dafür den Kerl in eine schwarze Lederkluft zu stecken, 3-4 Patronengurte um den Torso zu schnallen und statt der Rute bekommt der Kerl taktische Atomsprengköpfe in die Hand, mit deren EMP er die heimische Playstation (freilich nur in besonders schweren Fällen und ?unartig gewesen?) kurzer Hand ins Nirvana schicken kann. Vom Typ her sollte ?Knecht Ruppig? irgendwo zwischen Stephen Seagal und Lemmy Killmister (Motörhead) liegen, einen Tick näher an Lemmy würde ich sagen, damit wirklich keiner der Wänster die Bescherung unverstört überlebt! Hach? wäre das `ne schöne Welt? endlich würde Ruhe einkehren und man könnte wieder Whisky kaufen gehen, ohne am Spirituosenregal dauernd über diese Elfjährigen zu stolpern, die per Räuberleiter versuchen an den guten ?Scotch Guard? heran zu kommen! Wenn die Industrie endlich einsieht, dass nur ein starker Weihnachtsmann ein guter Weihnachtsmann ist, und ihn von nun an nur noch Tabak-, Bier- und Waffenwerbung zuschanzt die seinem ?Bad-Ass-Motherfucker? - Ruf zuträglich ist, dann wird diese Welt wieder eine gute Welt? und der wahre, ehrliche, warmherzige Geist von Weihnachten würde zurückkehren.
Freitag, 16.12.2005
NIGHT TRAIN
Eine Gedenkminute für alle polnischen Putenschnitzel aus ökologischer Produktion! Der Titelsong ist eine Referenz an die guten, alten Public Enemy... was es damit auf sich hat, dazu komme ich nun gleich ohne Umschweife! Versprochen!
Was wären wir Menschlein denn ohne unsere Vorurteile? Woran könnte man sich in dieser sich beschleunigten Welt von Globalisierung und Hornhauthobeln mit Perlmutgriff noch fest halten, wenn man nicht jene unumstößlichen Wahrheiten hätte, auf die man im Zweifelsfall immer wieder zurückgreifen kann?!? Wir wären wahrlich verloren. Der Mensch weiß einfach, daß holländische Tomaten aus Wasser sind, Marmeladenbrote immer auf die beschmierte Seite fallen, Rottweiler eine gourmethafte Vorliebe für Briefträgerwaden haben (der Postbote kann froh sein, wenn?s bloß bei der Wade bleibt), Polen klauen und... ja.... und daß die Bahn unpünktlich ist! Folgendes Szenario: Der Gründervater kommt schwer geschlaucht vom allfreitäglichen Hallenfussball und springt behände unter die Dusche, schmiert sich eiligst drei Salamibrötchen mit tschechischer Chilisauce und geht schon mal in den virtuellen Tiefstart, weil er kaum 40 Minuten nach seiner Ankunft seine Schwester vom Bahnhof abholen soll. Schwer gezeichnet von universitären Anstrengungen kehrt sie über Weihnachten aus dem fernen, fremden und unbekannten Gestaden des Landes "Thüringen" heim. Eine Gegend, die man als argloser Wanderer, sobald man sich in sie verirrt, normaler Weise nie wieder verläßt. Man läuft Gefahr von einheimischen Urviehchern hinter die Baumriesen gezerrt und übel zerfleischt zu werden! (So oder so ähnlich stand es wenigstens bei Tolkien, obwohl dieser statt "Thüringen" das Pseudonym "Mordor" zu verwenden pflegte!) Meine Schwester trotzte also all diesen Gefahren, erlegte einheimische Orks, und schlich hobbit-like an schlafenden Drachen vorbei. In der Ferne sah sie wahrscheinlich bei ihrer Abreise noch das Nachglühen der Anna Amalia-Bibo, welche vor ein paar Monaten mal kurz Schicksalsberg spielte. Sie betrat also eines jener stählernen Ungeheuer, die sich schnaufend durch die unwirtlichen Lande schieben und spätestens mit Ronneburg dann auch den schlimmsten Auswuchs an Unzivilisiertheit und Fortschrittsverweigerung hinter sich lassen. (Wahrscheinlich wird da die Lokomotive als Satanswerk angesehen und von den Ureinwohnern mit Knüppeln beworfen oder so...) Jedenfalls erhielt ich soeben einen Anruf, in welchem meine Schwester mir mitteilte, dass sich ihre Ankunft um "ungefähr 130 Minuten" verzögern wird. Mag sein, dass einer der Knüppel heute besonders gut getroffen hat und sich die "Jäger" nun das Fleisch des Lokführers teilen, während sie mit wilden Knurrlauten um den Scheiterhaufen tanzen, auf welchem gerade der Schaffner geröstet wird... vielleicht ist aber auch ganz simpel die Bahn schuld! Irgendwie bekommen die das auf dieser Strecke ohnehin nicht gebacken auch nur ansatzweise ihren eigenen Fahrplan zu befolgen. Was meine Schwester betrifft, ist das nun schon die 3. Komplikation in gut 2 Monaten... und glaubt mir, mit "130 Minuten" ist sie noch gut bedient!!!!! Ich erinnere mich noch, als ob es gestern war, als ich auf dem Glauchauer Hauptbahnhof stand und aus den Lautsprechern die Worte "Der Zug verspätet sich auf unbestimmt Zeit!" erklangen. Unbestimmte Zeit.... diese Lari-Fari-Einstellung hat man doch auch bloß bei unseren Ex-Beamten mit den runden Winkelementen und Trillerpfeifen! Jedenfalls kam das Ding dann doch irgendwann an damals. Schafften es denn diese Schienenrowdys nicht einmal den Schaden halbwegs einzudämmen?!????? 130 Minuten.... das ist doch pervers!!! Herzchirurgen können sich so was nicht leisten. Wenigstens Nun sitzt sie irgend wo in der tiefsten Pampa fest und hat wahrscheinlich nicht mal Papierkügelchen dabei, die sie dem Schaffner in den Schnauzbart schnippsen könnte! Meine Wenigkeit wiederum hockt hier vorm Rechner und wartet auf den Anruf, der einen Aufbruch Richtung Bahnhof legitimiert. Ganz großes Kino mal wieder! Ich sehe diese Gestalten schon wieder bei der nächsten feierlichen Gebührensystemrevolutionskonzeptenthüllung in ihren Armani-Anzügen und fein gegeelten Fremdhaarimplantaten in die versammelte Presseschar grinsen und "Pünktlichkeit als Dienst am Kunden" preisen. Man habe ja Fortschritte gemacht.... (kann man nicht mal entkräften, von "unbestimmter Zeit" bis zu "130 Minuten" ists ja schon ein wahrer Quantensprung!!!) und außerdem würden sich die Züge im Schnitt um nicht mehr als 5 Minuten verdaddeln.... daß die nächsten 26 pünktlich sein sollen, daran hege ich so ganz, ganz leise Zweifel!!!! Am Ende wird dann ein gigantomanisches, von armenischen Vorschulkindern fußgestricktes Plakat enthüllt mit dem dicken Aufdruck: "Die Bahn kommt!"! Nur: WANN DENN?!??!!!! Ich glaube nicht mehr dran, dass ich mich noch am heutigen Tage in mein Auto schwingen und gen Bahnsteig 14 abdampfen werde, nein, ich glaube einfach nicht dran! Was die Bahn angeht, kann man das Vorurteil der "Unpünktlichkeit" schon fast als Euphemismus bezeichnen! Ich hoffe mal, dass sich nicht alles in diesem Maße bestätigt, was man so an vorgefertigten Bildern im Kopf hat, sonst könnte man sich ja mit Tomaten duschen, aber was die Bahn angeht, da kann ich nur mal wieder eines konstatieren (jaja Mehdörnchen, da kannst du jetzt auf deinem Ledersessel auf und ab huppen wie du willst): ES STIMMT JEDES WORT!!!!! Mich wundert bei diesen enormen Verweildauern im Wagon ohnehin, daß immer noch mehr Rentner zu Hause das Zeitliche segnen als im Zug! Wahrscheinlich sind die clever genug das Auto zu nehmen.... man lernt halt mit der Zeit! Die Manager besagter Schienschleicher haben ja gut Reden, immerhin können sie sich ja nen Privatjet leisten und dem ganzen Murks aus dem Weg gehen. Vielleicht sollte man ihnen das mal an Beispielen verdeutlichen, die sie auch verstehen.... wo sie LEIDEN!!! Zum Beispiel wenn der Vorstand sich mit seinen VW-Kumpels wieder einmal zum kollektiven Hormonabbau nach Südamerika in den Urlaub verabschiedet... wenn das Leben gerecht ist, dann kriegen die nur extrem faule Prostituierte ab.... 130 Minuten Verspätung können spielentscheidend sein, wenn das blaue Pillchen nachläßt!
Na egal, immerhin habe ich nun schon ein dreiviertel Stündchen rum bekommen... mal sehen was ich mit dem Rest der Zeit noch anstellen kann. Ansonsten lasse ich mir meine Schwester demnächst per FED-EX mach Hause schicken. Die Typen schaffen es, wenn man es darauf anlegt, innerhalb eines Tages ein Päckchen Hamsterfutter von Los Angeles nach Bottrop zu schicken... fristgerecht versteht sich. Leute die es angesichts dieser Konkurrenz nicht schaffen einen 200 Meter langen Stahlkoloss die mickrigen 130 Kilometer von Jena nach Chemnitz zu schieben, ohne dafür einen Schlafwagen anhängen zu müssen, die kann ich nur als DILLETANTEN bezeichnen!
Freitag, 09.12.2005
DIE, DIE, DIE MY DARLING
Apokalyptische Grüße werte Gefährten! Heute wirds morbide und düster... SEHR düster! Metallica coverten dereinst o.g. Song und unterstrichen somit gleich dreifach das Thema des heutigen Tages. Auf meiner Suche nach Informationen über das Geschehen des heutigen Tages, welches sich so auf unserem Planetchen zugetragen hat, stieß ich auf einen Artikel, der an bürokratischer Sinnleere schon fast nicht mehr zu überbieten ist! Aber langsam... eines nach dem anderen! Brasilien dürfte den meisten hier ein Begriff sein. Brasilien das ist ein südamerikanisches Land, in welches man von Nordwestafrika ziemlich gemütlich einfallen kann um dem Gegner den mickrigen Kontinentbonus zu stibitzen! Außerdem können die Jungs da ganz passabel Bälle in Tore verfrachten und haben jede Menge Regenwald und fast noch mehr Bestechungsskandale am Hals. Zu Karneval geben die sich nicht mit diesem steifen, mehr als peinlichen Frohsinnsgenudel ab wie etwa die Kölner ("organisierter Frohsinn"... ist ungefähr so paradox wie Gruppensex zu zweit), sondern schicken knapp bekleidete Mädels wild tanzend durch die Straßen. Statt "Alaaaaaaaf" hört man zwischen den Sambaklängen meist nur die Hilfeschreie von westlichen Touristen, die gerade ausgeraubt oder einer stümperhaften Nierenamputation in der Seitengasse unterzogen werden. Nun ritt aber dereinst der Amtsschimmel gen Rio und gedieh prächtig im feuchtwarmen Klima (machen sonst ja nur Keime und Krankheitserreger, aber das sagt ja schon einiges über den Amtsschimmel aus! ...heißt ja auch schon "Schimmel" ;-)! ). Nun mag man sich beschweren über die europäischen Absurditäten in der Gesetzgebung, denke man nur an EU-Normen für Bananenkrümmung oder Parkverbote vor Verkehrsämtern, aber was die Brasilianer sich nun geleistet haben, das schlägt ALLES!!! Wir schreiben also das Jahr 2005 und ganz Brasilien beugt sich den Naturgesetzen! Ganz Brasilien? Nein... ein kleines Dorf mit dem Namen Biritiba Mirim weigert sich standhaft dem natürlichen Lauf des Lebens zu folgen! Unser Held dieses Kaffs ist Bürgermeister! Er hat ein Problem: der Friedhof ist voll! In der Vergangenheit gingen die Dorfbewohnen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einer nach dem anderen über den großen Fluß ins Jenseits und man verscharrte ihre sterblichen Überreste auf besagtem Gottesacker! Nun ist das Ding aber Voll... niemand passt mehr drauf. Hinzu kommt, dass die brasilianische Umweltkommission ums Verrecken keinen neuen genehmigen will! Hmm... was macht man da? Klar: man erläßt ein Gesetz, welches das Sterben verbietet! Männlicher Pragmatismus in Reinform, allerdings ohne jeden Anspruch auf Vernunft! Die Hoffnung ist nur, dass der Brasilianer an sich nicht unbedingt der Gesetzestreueste ist, also wird da wahrscheinlich in Zukunft einfach illegal weiter gestorben. In Deutschland würde das nicht klappen... so gesetzestreu und "ordnungsgemäß" wie wir hier drauf sind, würden wir uns wohl peinlichst genau dran halten und zur Not auch noch unseren frisch, aber höchst kriminell, dahingeschiedenen Nachbarn beim Ordnungsamt denunzieren! Wir wären vermutlich das erste und einzige unsterbliche Völkchen auf diesem Planeten, hätten eine demographische Alterspyramide wie ein Atompilz und Bestattungsunternehmen würden von einer wahren Pleitewelle heim gesucht, während die schon fast untoten Humanaltbauten von "plastischechirurgie24.de" jährlich komplett renoviert werden würden. Nicht auszudenken!!!! Nun frage ich mich aber, wie die Konsequenzen aussehen, wenn in Biritiba Mirim ein Delinquent in dahingeschiedenem Zustand aufgefunden wird??? Weder herkömmliche Haftstrafen, noch die Todesstrafe würden ja wirklich abschreckend wirken! Selbst das Prinzip "Eltern haften für ihre Kinder" ist meist nicht mehr anwendbar... wie also will man einen Straftäter dieser Coleur denn zur Rechenschaft ziehen? Man könnte ihn teeren und federn und ihn anschließend im Dorfmuseum als Mumie präsentieren... aber da braucht man bald ein riesiges Dorfmuseum und ob da nun wieder der Umweltrat mitspielt?? Ich habe so meine Zweifel. Die Bürokratie treibt schon seltsame Blüten manchmal. Vergessen wir aber nicht, daß ohne die eifrigen Umweltkaschper, denen eine Hand voll Affenbrotbäume über jede Pietät geht, dieses Gesetz gar nicht möglich gewesen wäre. Das Kaff hätte einen neuen Friedhof und es könnte wieder Normalität einkehren. Andererseits wäre uns aber auch diese neue Perversion der menschlichen Vernunft nicht vergönnt worden. Naja, hoffen wir mal das Beste. Durchsetzen wird sich dieses Projekt sowieso nicht, es wird warhscheinlich zuerst von der Zeit eingeholt und dann ganz ganz langsam vor die Hunde gehen!
Sonntag, 04.12.2005
LEG OF LAMB
Einmal Schlachterplatte mit doppelt Sülze für die oberen Zehntausend! Mit diesem Gruße will ich mich zurück melden, zurück melden hier in der Welt der virtuellen Geschmacklosigkeiten. Weihnachten steht vor der Tür wie ihr mitbekommen habt und was bewirkt diese Zeit bei den Menschen? Klar: Besinnlichkeit und Friedfertigkeit. In diesem Sinne bin auch ich heute mal in mich gegangen und habe mit höchstem Bedauern festgestellt, dass ich einer Gruppe Mitmenschen ganz, ganz übel Unrecht getan habe. Welche von den hundertvierundfünfzig einhalb (Tokio Hotel ist keine Gruppe sondern eine Zumutung) ich meine, will ich mit dem dezenten Hinweis via Titelsong der Queens of the Stone Age andeuten: die militanten Veganer! Im Zeitalter von Gammelfleisch, Schweinepest und Sojaweizen mit pestizidresistentem Killergen wird auch der ärgste Verfechter der carnivoren Ernährungsstrategie nachdenklich. Also will ich mich mal in eines dieser bedauernswerten Geschöpfe hinein versetzen, die tagtäglich einen halben Zentner Müsli wegknuspern und sich danach demütig den ehemaligen LPG-Feldern zu Füßen werfen um sich bei den abertausenden Pflanzen zu entschuldigen daß sie ihre ungeborenen Kinder vertilgten. Auch wenns ein immenser Kraftakt für die Psyche ist, aber stellen wir uns doch einmal vor, ich wäre Veganer! Ausgangspunkt ist also folgendes Endzeitszenario: Gründervater M. betritt in Jesuslatschen, langen, verfilzten Haaren, Vollbart und zerlumpten Leinenklamotten die Bildfläche und verströmt dabei einen unangenehmen Geruch, der irgendwo zwischen jamaikanischem Hobbykeller und abgestandener Buttersäure liegt. Als Begrüßungsformel genügt ein kurzes "Du das find ich aber nich Okaaaaaayyy mhhhh?!?!" und dann gehts los: ACTION!!!! Da stehe ich nun, sagen wir vor einer x-beliebigen PLUS Filiale. Warum stehe ich da? Nun, irgend wo habe ich gehört, dass es bei Plus diese Woche ein halbe Pfund Sonnenblumenkerne aus biologischem Anbau zum Vorzugspreis gibt und man beim Kauf von 4 Packungen noch nen halben Liter Mottentod gratis obendrauf bekommt. Man könnte auch sagen ich will lediglich den Grundbedarf für meinen selbst verschuldeten Lebensstil decken. Was sehe ich nun, wenn ich den bösen, bösen, großkapitalistischen Tante-Emma-Laden-Tod betrete? Klar, rechter Hand der Bäcker... Bäcker sind was Feines, da gibts Kuchen, Brot, Semmeln, Kürbiskernbrötchen und die BILD-Zeitung! Moment... dann ist der Bäcker ja schon nicht mehr so fein... also sagen wir einfach: Bäcker sind ein notwendiges Übel in einer Gesellschaft von kadaverschändenden Schnitzelfetischisten wie dieser, in welcher ich friedfertiges Veganerseelchen zu leben gezwungen bin. Zaghaft hebe ich den Kopf und lese das wöchentlich aktualisierte Propagandaschild: "Diese Woche: Schinkenbrötchen, 6 Stück nun 99 Cent". Ich falle fast der Ohnmacht anheim bei der Lektüre dieser Perversion der Schöpfung! Da werden gehackte Schweinemuskeln in Teigwerk gebacken und an Hinz und Kunz zu reinen Hohnpreisen verjubelt!!!! Für den nächsten Protestmarsch halte ich auf meinem chlorfrei gebleichten Papyrusblock fest: "Bäcker sind die Handlanger des Leibhaftigen"! Sollen mal sehen was sie davon haben... ! Schnell laufe ich weiter, blicke noch kurz nach links, stolpere über die Gehbank einer Rentnerin, gerate aus dem Gleichgewicht und pralle frontal gegen eine Kühltheke. Ich öffne mitgenommen die Augen und blicke in die Auslage der ansässigen Metzgerei! Der Schock welcher mich packt, läßt mich die Oma vergessen, die mich, den "jugendlichen Rowdy ohne anstand den es früher nicht gegeben hätte" (fiktive Rentnerin, 2005), mit ihrer Handtasche auf mich eindrischt. Ich springe panikartig zurück und sehe "meinen Freund das Kalb" in seine Einzelteile zerhackt in der Auslage vor sich hingammeln. Gleich daneben "mein Kumpel das Schwein", welcher noch manigfaltiger geschändet nur noch zu erahnen ist, wenn man die Schnitzel, Salamis oder Leberscheiben in der Auslage betrachtet. Hinter dem Thresen steht eine Mittvierzigerin mit lächerlichem Plastikhäubchen, die mich verständnislos ansieht. Als wäre das nicht schon genug, öffnet sich just in diesem Moment die Kühlraumtür und ein Mann in ähnlich lächerlicher Montur betritt den Verkaufsbereich und befördert emotionslos eine Schüssel mit etwa 8 Kilogramm Hackfleisch in die Kühltheke... gleich zwischen die vorgewürzten Schaschlik und den Kasslerbraten. Mit einem breiten Grinsen wischt er sich die blutigen Hände an seiner Schürze ab und zückt ein übergroßes Küchenbeil. Dieses schwingt er dann freudig, während er seinen Weg zurück in den Schlachttrackt antritt und der Verkäuferin irgend etwas von "Spanferkel" und "gleich fertig" zuraunt. Sekunden später läßt ein Lebensendquieken nach dem anderen die Verkaufsräume erzittern. Fluchtartig weiche ich zurück und drehe diesem Sündenpfuhl den Rücken zu. Langsam schleppe ich mich zur Sonnenblumenkernauslage, kralle mir ein paar Tüten und zahle. Die Wursttheke mit all meinen eingeschweißten Freunden, wie sie wehrlos und tot als Massenware aufgestapelt liegen und "Du Darfst" oder "Gutfried" heißen, meide ich seit ich letztes Mal beim Versuch aus 54 Packungen Schinken und Bierwurst, sowie vier Wienern ein funktionstüchtiges Schwein zu rekonstruieren so kläglich gescheitert bin. Außerdem mußte ich nach der Festnahme einem Polizeibeamten gegenüber sitzen, der während der Protokollierung einen Chickenwing nach dem anderen verzehrte. Noch heute erscheint er mir in meinen Alpträumen, wie er die Fleischfetzen mit seinen Zähnen vom Knochen riß, zerkaute und sie, mit vollem Mund vor sich hin nuschelnd, bei Worten wie "Zivilklage" oder "Hausverbot" über seine Schreibmaschine verteilte. Diesem Höllenloch entstiegen, wünsche ich den Kunden, Verkäufern, Eigentümern und Aktionären dieses Etablissements die Pestilenz, die Ewige Verdammnis oder wenigstens Karl Moik an den Hals und ergreife die Flucht! In meiner WG angekommen berichtet mir Cornelius, mein Mitbewohner und mit 56Kg auf 1.93 der wohl genährteste unserer kleinen, glücklichen Fanatikerfamilie von der nächsten "Aktion". Den folgenden Tag verbringen wir also damit, zwölf Hektoliter aderwarmes Schweineblut in Benzinkanister (Benzin=BÖSE) abzufüllen, in seinen schimmelgrünen Saporosch mit dem selbst gemalten Zoo an der Heckscheibe zu verladen und uns auf den Weg nach Berlin zu begeben. Dort wollen wir es vor dem Kanzleramt ausschütten um gegen das sinnlose Morden von Nutztieren zu protestieren. Leider kommt es gar nicht so weit, schon nach 24 Kilometern implodieren die ersten Kanister, woraufhin Cornelius, vom Schreck gepackt und vom Schweineblut geblendet, unser Auto frontal an der nächsten Eiche abstellte. Bluttriefend verlassen Cornelius, Gertrude (seine Freundin, die uns immer diese feinen Pullover mit den Zick-Zack-Mustern aus unbehandelter Bisonwolle strickt) und Karl-Peter (der sympathische, aber seit Ewigkeiten an Skorbut leidende Althippi und Mentor unserer Gruppe) aus dem Gefährt und Wringen unsere Klamotten im Straßengraben aus... nix mit Protestaktion! Aber wenigstens haben wir die Gewissheit, dass, unserem dreisten Diebstahl sei Dank, die Blutwurstpreise in den nächsten Tagen auf Rekordniveau verweilen werden! Frustriert treten wir den Heinweg an und freuen uns schon auf heute Abend: auf eine Extraportion Sonnenblumenmüsli mit selbst gemachter Hagebuttenkonfitüre für alle. Dazu singen wir dann kambodschanische Arbeiterlieder und spielen "Reise nach Jerusalem" bis uns die Mottenkugeln aus den Haaren kullern!
So.... nun ist aber genug mit diesem Gespinne!!! Ich habs ja jetzt schon satt... dieses unwürdige Dasein! Besinnlichkeit ist ja schön und gut, aber so as geht dann doch zu weit! *Schauder* Nee... auf den Glanz meiner Mitgliedschaft werden diese Erbsenschubbser wohl genauso verzichten müssen wie auf mein Mitleid wenn ihnen die Fingernägel ausfallen! Außerdem hab ich von dem ganzen Geschreibe über Wurst, Fleisch und vor allem diese leckere Leber richtigen Heißhunger auf ein Wurstbrot bekommen... schön dick mit Leberwurst bestrichen und nem Schuß Ketschup!!!! Also ich werd dann mal in die Küche gehen, da warten noch 4 Schinkenbrötchen darauf ihrer natürlichen Bestimmung zugeführt zu werden!
Montag, 28.11.2005
UNHOLY WARCRY
Guten Abend werte Jünger der festverzinslichen Apokalypse! Heute muss ich mich mal zurück besinnen auf den Urschleim menschlicher Konfusion. Die Italo-Metaller von Rhapsody engagierten dereinst die graue Eminenz subsympatischer Schurkenrollen für das Intro des oben erwähnten Songs. Christopher Lee intonierte also ihre Interpretation einer mythisch-fantastischen Schlacht zwischen Gut und Böse! So! Im realen Leben gibts das auch, es nennt sich eben nur "Geschlechterkampf" statt "Blutige Schlacht zwischen den Kriegern des Lichts und der Armee der Finsternis"! Seit Jahrhunderten ist uns dieses Phänomen bekannt, Mann versteht Frau nicht, Frau versteh Mann nicht.... nur wirklich drüber reden will meist nur eine beteiligte Partei. Jedenfalls ging es doch lange Zeit gut, irgendwie haben es unsere Vorfahren verstanden diese Problemchen durchaus erfolgreich zu meistern ohne den Fortbestand der Menschheit ernsthaft zu gefährden. Generationen von Ahnen und Urahnen meisterten das Leben. Doch dann kam der Strom! Ja, der böse, böse Strom ohne welchen wir kein Fernsehen hätten. Pfiffige Programmdirektoren schufen abertausende von Task-Force-Creative-Think-Tank-Labs, in welchen ein Hammerkonzept ausgebrütet werden sollte, welches die Menschheit nach getaner Arbeit vorm Flimmerkasten fesseln sollte! Am Ende dieser zweifelhaften Evolution von Sendekonzepten stehen nun die momentan boomenden "Er vs. Sie" Shows! Da werden verschiedenste Repräsentanten der Geschlechtergruppen aufeinander los gelassen und erklären sich den virtuellen Zickenkrieg. Sie erklärt die oben gelassene Klobrille zum Scheidungsgrund und reitet ellenlang auf der Multitaskingfähigkeit herum, während er sich spätestens nach der 412. Anfeindung seiner Tischmanieren panisch in die "Jäger- und Sammler Gesellschaft" flüchtet und dem Urmenschen die Schuld an seinem Mangel an Perfektion zu weist. Mittlerweile denkt jede SendeANSTALT, dass dieses Konzept etwas GAAAANZ Originelles wäre und man damit die Einschaltquoten in astronomische Höhen katapultieren könnte. Ich betrachte diese Sendungen als verfassungswidrig... eine offene Verhöhnung von Artikel 1, Abs.1!!! Erstens will wohl keiner, weder Männlein noch Weiblein, ersthaft mit der dort befragen C-Prominenz in einen Topf geworfen werden. Frauen werden dort vertreten von solchen Gestalten wie Kader Loth oder irgend welchen Society-Queens, die ungefähr so weit an der Realität vorbei schießen wie Hugh Heffner am Zöllibat! Außerdem sind die alle noch so dermaßen vakuumös im Hirn... *kopfschüttel*... wenn die wirklich repräsentativ für die gesamte Weiblichkeit wären, dann hätte man selbst in Bayern die Homoehe schon seit 40 Jahren als andere Form von Kirchenasyl anerkannt. Anders herum fühle ich mich persönlich angegriffen, wenn sich Leute wie Rudi Assauer, dieser Bro'Sis Heini oder Mark Terenzi (wer die Connor heiratet, der sollte ohnehin lieber in der Ecke stehen und sich schämen als noch im Fernsehen rumzukaschpern) als Argumentatoren zum Thema "Männlichkeit" vor die Kamera stellen!!!! So vollziehen sich diese Auseinandersetzungen also auf ganz, ganz niedrigem Niveau... am Ende steht ein Erkenntnisgewinn von ungefähr -30. Wenigstens sind die Exemplare, die da aufeinander los gelassen werden in gleichem Maße gesellschaftlich unbrauchbar, so trägt niemand einen Scheinsieg davon, nur weil er mehr als zwei Hauptsätze unfallfrei zu bilden im Stande wäre. Noch schlimmer sind meiner Meinung nach ja die Ursprünge dieses Trends: "Sex and the City" und Konsorten! (Ich sehe den weiblichen Teil der Leserschaft förmlich am PC sitzen und empört aufschreien... ;-) ) Eine solche Serie wäre ja noch zu verschmerzen gewesen, eben "Sex and the City")... da kann man sich noch merken, wann man dem Fernseher lieber aus dem Weg geht... aber jetzt schießen die Klone ja wie Pilze aus dem Boden, sei es "Desperate Housewifes" oder der neueste Streich "Alles außer Sex" von Pro 7! (Es gibt nix Peinlicheres, als wenn eine deutsche Produktionsfirma ein US-Konzept derart dreist abkupfert und dann doch kläglich scheitert) Für einige der Sendeinhalte wären die Verantwortlichen vor 20 Jahren noch ins Exil nach Österreich geschickt worden. Aber heute ist das "Kult"! Ich verstehe es nicht! Ist es denn nicht schon genug, wenn sie die Menschheit im realen Leben mit den Unzulänglichkeiten ihres Gegenübers auseinander setzen muss??? Ist es denn dann noch nötig, dass man ganze Serien drüber dreht, die das Bild vom anderen Geschlecht noch mehr verzerren weil sich die Chefsekretärin aus Wiesbaden plötzlich in einem männermordenden Yuppie-Vamp aus New York wiederzuerkennen meint? Es werden da auch Problemlösungsstrategien vermittelt, die in der Realität einfach nicht funktionieren. Beispiel gefällig? Gerne. Nehmen wir an besagte Oberschichtlerin aus dem Big Apple tröstet sich über den verloren gegangenen Mr.X hinweg, indem sie kurz mit ihren Freundinnen parliert und dann auf einer Firmenfeier von Microschuft oder einem beliebigen anderen Global-Player die halbe Vorstandsetage vernascht. In der Serie wird das als "gute Idee" verkauft... fragt mal die Sekretärin was sie dazu sagen würde... meistens schreibt ja ihr Arbeitsvertrag ohnehin schon Bigamie vor, aber auf solche Ideen wie in den Serien kommen normale Menschen Gott sei Dank ja gar nicht! Wenn ihr mich fragt, ist "Raumschiff Enterprise" noch realistischer, das beruht wenigstens auf Physik, Chemie und Fantasie... grundsolide Wissenschaften also! Bloß gut, dass noch nicht die letzte Barriere zwischen Realität und TV-Fiktion gefallen ist, sonst würde die Welt ja bald von frustrierten Enddreißigerinnen (im Schnitt noch 70% Originalbauteile) wimmeln, die versuchen den "Mr. Right" (noch so ne tolle linguistische Erfindung dieser Fernsehwelle) aus dem Heer von verschüchterten Börsen-Yuppies heraus zu zerren, welche vorher ja schon vom Rest ihrer Freundinnen zu Grunde gerichtet wurden. Wenn man für "Verherrlichung von Prostitution" immer noch verurteilt werden würde, dann wäre der Knast voll von Drehbuchautoren. Warum gibts denn eigentlich so eine Serie nicht aus der Sicht von Männern????? Ganz klar: das kann man nicht machen! Jeder Senderchef, der so etwas innitiieren würde, der hätte sofort die "Emma" samt Anhängerschaft am Hals, weil es ein falsches Frauenbild vermitteln würde. Da stimme ich sogar uneingeschränkt zu, aber "Sex and the City" und Co. gehen ja noch weiter, sie vermitteln ein falsches MENSCHENbild! Wir sollten einfach etwas relaxter an die Sache ran gehen finde ich. Am Ende sind diese Unterschiede ja gar nicht so dramatisch, wenn man es mal nüchtern betrachtet, sie werden oft erst dann wirklich wahrnehmbar, wenn sie uns auch im TV-Alltag immer wieder und wieder unter die Nase gerieben werden. Am Ende glaubt der Mensch halt alles was ihm der adrette Herr Jauch und dessen Kollegen nur glaubhaft genug vorlügen! In diesem Sinne: bis demnächst und verwerft doch bitte dieses medial-stereotype Spartendenken! ;-)
Sonntag, 27.11.2005
WO IST DAS PROBLEM?
(Farin Urlaub)
Hoffnungslose Grüße sende ich heute in unser Entwicklungsland in spe! Dieser Tage fällt es einem mal wieder verstärkt auf, wie miserabel es doch um unser Land zu stehen scheint. Alles Mist hier in der Bundesrepublik, zumindest wenn man dem öffentlichen Gemecker Glauben schenkt, welches sich aus sämtlichen Kommentaren unserer Miteinwohner über die Medienlandschaft ergießt. Nichts scheint so recht zu klappen, alles nervt nur noch und überhaupt steuert unser Land unaufhaltsam dem Untergang entgegen und nicht einmal das bekommen wir zielsicher und unbeirrt hin. Viel mehr eiern wir dem Abgrund entgegen und zögern den definitiven Absturz nur noch unnötig hinaus. Es gibt wohl weltweit kein anderes Volk, das objektiv betrachtet zwar den Wohlstand hortet wie die Elster den Schmuck, andererseits aber ein Selbstbild nach außen trägt, was jenem eines Fünfjährigen entspricht, dem man soeben sein Lieblingsspielzeug mit ner Streitaxt zerhackt hat! Sehen wir es doch mal objektiv: uns geht es relativ gut! Punkt! Wir sind Exportweltmeister, gut, das ist jetzt zwar kein offizieller Titel wie etwa "Vogel des Jahres", aber dafür kann man sich davon im wahrsten Sinne des Wortes "was kaufen"! Doch statt uns daran zu erfreuen, dass von Argentinien bis Zimbabwe jeder unseren Wohlstandsmüll erwerben kann sobald er mehr oder weniger beabsichtigt vom Laster fällt, jammern wir lieber über nicht-EU-Norm-gerechte-Bananen oder unergonomische Bierkästen. Nehmen wir doch mal den Wintereinbruch zur Hand, ich denke das ist eine recht annehmbare Verdeutlichung. Ein paar Regionen hats wirklich hart getroffen dieses Jahr, keine Frage, aber das meine ich auch nicht. Viel mehr geht es mir um die Genies, die einen voll verchromten 7er BMW fahren, jeden noch so sinnlosen technischen Schnickschnack einbauen lassen (Rückbanksauna mit elektrisch verstellbaren Bierdosenhaltern und Navigationssystem mit vorinstallierter Software samt aller Sackgassen in Botswana), es aber nicht gebacken bekommen, vier Winterräder zu erstehen bevor sie ihre bortoxtriefende Gattin in den Nerzfellmantel quetschen und einen Romantikurlaub im Nußknackerparadies Seiffen ansteuern. Diese Experten stehen dann des Öfteren am Straßenrand und haben ihr Flaggschiff bundesdeutscher Automobilbaukunst säuberlich zwischen Schneewehe und Alleebaum zum Stehen gebracht und schimpfen! Ja, sie schimpfen! Der gesunde Menschenverstand mag nun denken, dass sie von der Einsicht gepackt werden, dass es nicht unbedingt das Cleverste ist, wenn man zu einem Winterurlaub im Mittelgebirge mit Slicks antritt... aber weit gefehlt. Schuld sind natürlich die anderen. Wer hätte denn auch ahnen können, dass es Ende November zu Schneefällen kommen kann und dass überdies auch noch die Straßen eine dezente Glätte entwickeln?!? Natürlich liegen dem Lackschaden am Stoßfänger auch eklatante Versäumnisse des Winterdienstes zu Grunde... als Spitzensteuersätzler hat man doch wohl das Recht auf beheizte Bundesstraßen... auch im Osten!!! So wird dann wieder ellenlang debattiert und gemeckert, nur um sich die eigene Dummheit nicht eingestehen zu müssen! Nach etwa 4 Stunden hitziger Diskussion ist man thematisch genauso weit wie vorher, dafür dem vorzeitigen Herztod wieder 14 Tage näher gerückt. Erstaunlich ist, dass immer jene sich am meisten beschweren, die es am wenigsten nötig hätten. Macht doch beispielsweise dem Afrikaner in seiner handgestapelten Lehmhütte mal bewußt, warum es in einem Land zu hitzigen Diskussionen um den verantwortungsbewußten Umgang mit Weißblechdosen kommt. Bestenfalls weiß der Kerl gerade mal, was eine Weißblechdose so ungefähr sein könnte. Man muss sich mal vor Augen führen, dass wir in einem Land leben, in welchem er mehr verschiedene Sorten Diätmargarine gibt als saubere Trinkwasserdepots in Schwarzafrika. Leute investieren abertausende von Euro in Designerklamotten für hoch gezüchtete Westentaschenwauwaus, lassen sich ihren Wohlstandsspeck alljährlich absaugen oder tragen den Haushaltsetat eines Entwicklungslandes in Form einer Rolex und zweier Diamantarmreifen am Handgelenk während sie sich über die Unzumutbarkeit von Bettlern in Fußgängerzonen beschweren. Wenn man keine Probleme hat, dann macht man sich halt welche. Da wird die Autobahnbaustelle zur persönlichen Angelegenheit, weil man seinen Luxushobel nicht über den dritten Gang hinaus treten kann, da mutiert eine fünfminütige Verspätung des ÖPNV's zur Provokation und alleine die Vorstellung, dass man für das halbe Pfund Butter 10 Cent mehr löhnen muss treibt einem die blanke Existenzangst in die Augen bevor man mit seinem Zweitwagen zur Castor-Blockade fährt. ALSO NOCHMAL: Wenn man keine ernsten Probleme hat, dann macht man sich halt welche... und seien sie noch so dämlich. Bloß gut, dass sowohl die neue Chefin dieses ganzen Haufens hier, als auch die neuen Reisepassfotos dieser Mentalität optisch angemessen sind, sonst könnten ja noch böse Gerüchte aufkommen, dass wir Deutschen im Stande wären das Leben zu genießen. Aber nein, es wird geningelt ohne Ende! Man kann den Eindruck gewinnen, dass viele unserer Mitmenschen einfach kein Interesse daran haben ein zufriedenes Leben zu führen... irgendetwas muss immer als Negativum her halten. So zickt sich also ein ganzes Volk objektiv gesehen recht erfolgreich durch die Weltgeschichte und wahrt äußerst effektiv den Nimbus der "Unzufriedenstellbarkeit". Wer den Hals nicht voll genug bekommen kann, der findet garantiert auch immer das eine oder andere Haar in der Suppe des Lebens! Wenn man mal in der Metapher bleiben will, dann hoffe ich nur, dass das "Gammelfleisch" auch den Weg in die richtigen Süppchen gefunden hat...
Mittwoch, 23.11.2005
THIS BOY
Gute Fahrt sehr geschätzte Mitmenschen. Heute nur mal eine kurze Bemerkung zum gestrigen Tage. Der Song hat inhaltlich zwar nur geringfügigen Bezug zum Thema, das sei allen gesagt, die wild über einen Aufbruch zu "anderen Ufern" meinerseits spekulieren. Dies ist definitiv nicht der Fall!!! Aber war es nicht eben jene neumodische Schalmeienkapelle "Franz Ferdinand", die anno 2003 das Revival der "guten, alten" Namen in die europäische Volksseele trugen? Gerade in unserer mittlerweiligen Kanzlerinnenrepublik sollte dies eigentlich besonders sensibel wahrgenommen worden sein. Franz Ferdinand... nicht unbedingt ein Name der die Postmoderne widerspiegelt, wo Promis ihren Wänstern Bezeichnungen wie "Dandelion" (K. Richards Rolling Stones), "Elijah Bob Patricius Guggi Q" (Bono U2), oder gar "Dweezil" und "Moon Unit" (Frank Zappa) antun. Viel mehr wird sich hier auf das zurück besonnen, was sich vor jenen schlimmen Ereignissen abspielte, die einem die ganze erste Hälfte des 20. Jahrhunderts verhagelten. So verwundert es auch nicht, dass dem Gründervater H. ( http://crazysoc.blogg.de/ ) und mir beim gestrigen Fußballabend und der Politikbeobachtung etwas extrem Retrospektives auffiel: Dienstag war der Tag des "HORST"!!!! Ich sage das jetzt nicht einfach so, nur weil es sich irgendwie anbietet, nein, empirische Beweise belegen dies auch. Als wir uns zur Observation der Champions League - Spiele im TAC einfanden, dämmerte es uns schnell, dass wir Zeuge von etwas großem wurden: einem Namenstag außer Plan und vor allem außerhalb des menschlichen Fassungsvermögens. Mit Barca und Bremen spielten zwei Teams, in deren Reihen mit van BronckHORST und FahrenHORST je auch ein Vertreter dieses großen Namens mehr oder weniger virtuos gegen das Leder latschten. Alleine das, zwei Horste (oder Horsts???) auf dem selben Spielfeld ist schon Wahnsinn, aber noch nicht genug damit. Zudem war ja gestern auch großer Vereidigungstag in Berlin, von Merkel bis Steinmeier wurde alles ins Amt gezerrt, was in der großen Kollision meint Rang und Namen zu haben. Nur, wer ernennt die denn wahlweise zum Innen-, Außen-, Gesundheits-, oder Schnürsenkelminister??? Na klar: HORST Köhler! Der erste Mann im Staat... alleine deshalb sollte er eigentlich "Adam" heißen. Aber da logischer Weise die Angela (Name liegt ja ohnehin schon nahe an der biblischen Symbolik dieses Denkansatzes) dann die "Eva" wäre, kann es ihm wohl keiner verdenken, wenn er sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt. Jedenfalls war es also wiederum ein HORST, der die Weichen unser Republik gestern neu stellte (gen Abgrund zwar, aber immerhin...). Also plädiere ich dafür, den gestrigen Tag zum Nationalfeiertag "zu Ehren des ewigen HORST" zu erklären! Man könnte den Ministern an so einem Tag kostenlosen Zugang zu einem HORSTessen-Service gewähren oder sie in einer fingierten Geiselnahme kurzer Hand mit dem polizeilichen Status "HORSTage" versehen. Auch wäre ein großes Dinner möglich mit LeberHORSTstullen und handgeschöpftem Brunnenwasser aus Sri-Lanka. Ich sehe es als meine Pflicht, dies hier publik zu machen und dazu aufzurufen, dem "HORST" von nun an wieder mehr Beachtung zu schenken, dieser Name hat es einfach verdient, dass er wieder aufpoliert wird. Wir, die Hobbybasketballer, haben dies schon längst getan, immerhin ziert sein Name ein kleines Wurfspielchen bei dem es gelinge gesagt um eine Variante des "um die Wette Schießens" geht. (Gut, als Politiker hört man das nicht gerne, aber wir haben immerhin unseren Beitrag schon geleistet! So, das wars dann heute schon wieder für heute. Es lag mir wirklich am Herzen das mal kund zu tun hier, wo wären wir den ohne den einen oder anderen HORST in unserer Umwelt?!?? Alleine 56% der bundesdeutschen Volkshochschulen stünden ohne Hausmeister da! Denkt mal darüber nach, wie ihr eurem persönlichen HORST von nebenan mal wieder eine Freude machen könnt... legt ihm einen Blumenstrauß vor die Tür oder frisiert heimlich seinen Rotweiler im Garten... glaubt mir, das hat er verdient!
Samstag, 19.11.2005
MOMENT OF TRUTH
Brot und Spiele im Land der forstwirtschaftlichen Konjunktur werte Mitstreiter! Ich sag euch: ich habs satt!!!! Seit dem 16.9.habe ich, wie ihr hier nochmals nachlesen könnt, ja meine Verantwortung wahrgenommen und mich selbst zum Papst ernannt. Gut, der eine oder andere mag das für vermessen halten, andere mögen es für kompletten Unfug halten daß ausgerechnet ich hier Pontifex spiele, aber das ist ja nicht mein Problem. Langsam hab ich das aber satt, Papst sein ist nicht schön kann ich euch sagen! Dieses ewige Rumgehänge im Vatikan, lauter riiiiiiiesengroße Hallen in deren Mitte ich auf nem uralten Thron stundenlang vor mich hin hocke und warte, bis diese lahmarschige Schweizer Garde endlich mit der bestellten "34 süß-sauer mit doppelt Hähnchen und dreifach scharf" vom Chinesen nebenan wieder eintrudelt... und dann muss man das mittlerweile lauwarme Mahl auch noch teilen, nur weil so ein Freak aus der Kardinalsversammlung vor hunderten von Jahren auf die Idee kam einen Vorkoster zu engagieren. Ein Beschiß ist das hier kann ich euch sagen! Dazu dieses Gischt-Tempo in welchem man sein Leben fristen muss! Angeblich soll es ja würdevoll, ehrwürdig und andächtig wirken, wenn man durch die Peterskirche schreitet um irgend eine Schnickschnack-Zeremonie zu zelebrieren oder die eine oder andere Persönlichkeit heilig zu sprechen, welche einer meiner Vorgänger seiner Zeit ja erst mühsam aufspüren, der Ketzerei anklagen und anschließend dahinmeucheln musste! Würde ich einen Zahn zu legen, würde wohl zudem der eine oder andere Kardinal in meinem Gefolge dem Herzkaschper anheim fallen und das will ich als Menschenfreund ja auch nicht riskieren! Also latsche ich Tag für Tag im Hesters-Tempo dieselben Marmorgänge entlang und versuche auf Teufel komm raus dabei eine möglichst andächtige Mimik bei zu behalten! Nee... das geht so nicht weiter beschloss ich heute! Irgendwann ist Schluß mit lustig, soll dieser Seniorenzirkel sich doch nen neuen Häuptling aussuchen, ich mach das nicht mehr mit! Das führt uns sogleich zum heutigen Titelsong, stammend aus der Feder der Alt-Rapper "Gang Starr", und wie heißt gleich noch mal deren Frontmann? Nein, nicht "Klaus Kinski"...*kopfschüttel* immer diese Ignoranten die das hier nicht so recht ernst nehmen wollen tsss... nein, der Mann heißt "GURU"! Und genau DAS wäre doch eine schöne Variante mich neu zu orientieren. Außerdem käme mir meiner Erfahrung als Oberhaupt der Christenheit da sicherlich zu Gute! Also, ich werd' jetzt Guru und mache meine eigene Sekte auf! Nee... Sekte ist zu negativ belegt... nennen wir es lieber "Gemeinschaft"! Was gehört nun zu so ner Geschichte? Na zunächst das richtige Outfit! Also hopp hopp in den Dritte-Welt-Laden und ne Unmenge bunter Tücher nebst Turban und kunterbunten Glasperlenkettchen erstanden. Dazu dann noch Jesuslatschen und (was mir am schwersten fällt) ne Komplettrasur des Schädels! So, geschafft... jetzt sehe ich schon mal aus wie einer dieser spirituellen Rattenfänger, die selbst redend alles Beschißkittel sind im Gegensatz zu mir! Weiter im Text: Räucherstäbchen! ICH BRAUCHE RÄUCHERSTÄBCHEN!!! Unmengen von Opiate verströmenden Duftstängeln mit denen ich den gemeinsamen Meditationsraum in eine erleuchtende Räucherkammer verwandeln kann! Also gleich noch mal los gechillt und sämtliche Alternativläden leer gekauft, dazu noch ein Paar Keramikelefanten und nen Deckenventilator in milden Orangetönen der die Schwaden dann noch schön im Raum verteilt und dann den Kram wahllos im Zimmer verteilt! Nun kommt allerdings die kreative Seite: man braucht einen möglichst nichts sagenden Künstlernamen, der angeblich eine ach so tiiiiieeeeeefe spirituelle Bedeutung hat und dem inhaltsschwanger das Karma von jedem i-Punkt trieft! Ich hab mich da für "Kurvendiskussion" entschieden! "Kurvendiskussion" deshalb, weil meine Sekte stets mit ihrer eigenen Unzulänglichkeit konfrontiert werden soll und der großen, schon zu Schulzeiten Ehrfurcht gebietenden "Kurvendiskussion" somit die Rolle des Demut gebietenden Oberwischisaschis zukommt, welcher nur den Reinsten der Reinen und Auserwähltesten der Auserwählten innerhalb der Gemeinschaft die "Erleuchtung" ins Hirn schießt! Außerdem war "Kurvendiskussion" auch der Name des legendären dritten Hofnarren unter der Egide des großen, edlen, barmherzigen und doch plattfüßigen Mahraradschas von Grunbakumi, welcher im Jahre 1689 n.Chr. eigenhändig die ersten Krötentunnel unter dem Ganges aushob. So, nun ist das Grundequipment am Start, nun kann ich meine Opfer... ähhh Brüder und Schwestern suchen, welche unwissend und, was noch viel schlimmer ist: UNERLEUCHTET durch unsere Konsumgesellschaft krawanzen! Also noch fix in einer der kürzlich von mir in HÖCHSTEN TÖNEN GELOBTEN Frauenzeitschriften eine Anzeige geschaltet um ein paar frustrierte Hausfrauen von ihren Talk-Shows los zu eisen und den ganzen Haufen dann schleunigst in das bereits präparierte Meditationszimmer gesperrt. Schnell die ersten 349 Räucherstäbchen entzündet, Fenster und Türen verrammelt und verriegelt und dann kanns los gehen! Während aus dem Kassettenrekorder "Dr. Bombay" mit "Kalkutta" unterschwellig dröhnt, widme ich mich dem Punkt der Vorbereitung, welchen ich nicht aufführte bisher, da meine Qualifikation dazu eh außer Frage steht: WIRRES ZEUG REDEN! Nach 49 Stunden schlafloser Dauererleuchtung kann man die Luft im Konferenzraum dann schneiden, schließlich wurden fortwährend Rächerstäbchen nachgelegt. Nachdem ich meine Brüder und Schwestern nun mit einem Überblickswissen über die Grundsätze der "Gemeinschaft" versehen habe, entlasse ich sie vorerst, auf daß sie meine frohe Botschaft von Seelenheil und geistiger Zufriedenheit in die Welt tragen mögen. Jeder Erdenbürger soll davon profitieren und die schier unglaubliche Energie erleben, welche eine gemeinsame Meditation mit mir, mit "Kurvendiskussion" höchst persönlich, in ihm frei setzen wird. Als "meine Kinder" dann den Raum der gemeinsamen Erhellung verlassen, drehe ich Bruder Ingolf noch fix den Deckenventilator zum 68-fachen des Einkaufswertes an und preise scheinheilig seine Weisheit, welche ihn diese wertvolle Reliquie hat erwerben lassen! Puhh, war wieder mal ein anstrengender Tag als Seelenretter und spirituelles Oberhaupt der eigenen Sekte ähm... Gemeinschaft. Dauernd nur Enthaltsamkeit, Bescheidenheit, Zurückhaltung und das bedingungslose Entsagen im Bezug auf jedweden weltlichen Besitz predigen kann ganz schön schlauchen. Also schnell in die Jeans gehüpft, Lederjacke an und den Reingewinn (entspricht rund 67 orangefarbenen Deckenventilatoren) des heutigen Tages geschnappt und fluchs Skateboards für meine alten Kardinäle gekauft... da muss der neue nicht immer so schleichen! ;-)
Freitag, 18.11.2005
UNROCKBAR
Ein dreifaches Hoch dem Treibhauseffekt und dem Spesenkonto werte Freunde elfenbeinerner Manschettenknöpfe! Heute will ich dieses Forum mal kurz zur Bühne meines musikalischen Unmutes machen! Es handelt sich dabei ausdrücklich NICHT um die neue "DSDS"-Staffel... ich sagte ja schon, dass es schon noch irgendwo um "Musik" im weitesten Sinne gehen soll! Ich weiß, dass es dreist ist, daß ich ausgerechnet einen Ärzte-Song für dieses Thema nehme, aber man muss auch provokatorischen Pioniersgeist an den Tag legen wenn man mit Dingen konfrontiert wird, die sich einfach mal gegenseitig ausschließen! So zappte ich, eigentlich entschlossen heute nix mehr zu schreiben, zum Abschluß des Fernsehabends nochmals kurz durch die Programmliste und erstarrte vor Ungläubigkeit und Verwirrung. Beides wandelte sich alsbald in Abscheu! Da ist irgendein Popmusikalisch verunhunzter Praktikant bei MTV doch tatsächlich auf die Idee gekommen, dass man "Die Toten Hosen" doch mal auf eine Unplugged - Session einladen könnte! Leider griff die Redaktion das Ganze dann auch noch auf und lud die Typen dann auch wirklich ein und drehte ihnen einen Knebelvertrag an, welcher es ihnen unmöglich machte aus der Nummer noch irgendwie heraus zu kommen. Das eigentlich Bedauernswerte ist nur, dass die das Geschrammel dann auch noch sendeten. Mal kurz zu den Hosen an sich: Es dürfte weitläufig bekannt sein, dass ich mit denen nicht sonderlich viel anfangen kann. Gut, wichtig sind sie irgendwie für die deutsche Musikszene, auch wenn sie von dem, was ich unter "Punk" verstehen würde (WIZO, HBW oder die frühen DRITTE WAHL) ungefähr so weit entfernt sind wie Island von Palmenstränden. Aber gut, sollten sie machen... meinen Segen hatten sie. Doch nun erreicht das Unheil eine neue Dimension... Tote Hosen UNPLUGGED!!! Tut mir leid, aber das war gelinde gesagt eine L-Ä-C-H-E-R-L-I-C-H-E Vorstellung! Ich kann nur hoffen, dass denen nie jemand den Strom abstellt auf einem Konzert, denn dann würde sich dieses Schauspiel ja wiederholen, solange sie noch elektrische Instrumente haben kann mans je wenigstens noch ertragen. Was hat uns MTV nicht schon alles für legendäre Unplugged-Sessions beschert?!!! Angefangen von Nirvana, dem wohl größten Geniestreich in dieser Richtung, oder Laurin Hill (Ex- und nun wieder Fugees), die eine Akustik-Set ablieferte was an Intensität so ziemlich das Beste war, was man sich vorstellen konnte. Auch die Nine Inch Nails lieferten ganz großes Tennis und von Pearl Jam, deren Set an Minimalismus mal wieder nicht zu überbieten war, will ich gar nicht erst anfangen, da gerate ich nur wieder ins Schwärmen. Und nun diese Verballhornung des Grundgedankens!!!!! Gut, dafür daß sie alle, nach eigenem Bekunden, absolut keine Noten lesen können, wars ja von der rein musikalischen Seite ja ausreichend würde ich sagen, aber dann dieser Campino... *kopfschüttel*!!! Mag ja sein, dass er Live (elektrische Instrumente voraus gesetzt) mit seiner Krähstimme die Massen son bissel mitreißt, aber ohne diese diskrete Übertönung der zahlreichen Unsauberkeiten in seinem Gesang ist das schon eine ziemliche Zumutung! Im Vergleich zum ebenfalls erstklassigen Ärzte-Set war das wirklich nix werte Rockopas!!! "6, setzen!"! Vielleicht hätte ihm einfach mal einer sagen sollen, dass man mit akustischen Instrumenten im Hintergrund auch gerne mal eine Spur leiser singen kann (gröhlen passt wohl besser), damit das Ganze auch stimmig wirkt. Aber diese Loopings, welche sein Geträller bei diesem komischen Bommerlunderlied schlug, waren echt die Krönung... da rollten sich mir die Zehennägel auf muss ich sagen (Der Song klingt ja sowieso schon wie ein Loblied auf die Südkurve mit 4 Promille). Es gibt halt zwei Wege so ein Unplugged zu meistern: entweder man hat es einfach drauf (siehe L. Hill) oder man hat es eben nicht drauf seine Songs ähnlich intensiv rüber zu bringen. Selbst dann gibt es aber noch einen Ausweg, den uns zuletzt die Queens of the Stone Age präsentierten: Man schreibt die Songs mal eben um (gut, dazu wäre es nun wieder hilfreich, wenn man Noten lesen könnte ;-) ) und veranstaltet statt der Präsentation der "normalen" Songs "mit ohne Strom" einfach mal eine auditive Freakshow auf allerdings musikalisch höchstem Niveau. Das gefällt dann zwar auch nicht jedem (ich fand es auch komisch, aber das breite Grinsen, welches Mr. Hommes Gesicht zuweilen zierte während er verträumt und für seine Verhältnisse extrem lahmarschig an seiner Countryklampfe zupfte sagte mir, dass das nicht unbedingt ungewollt war), aber immerhin wirkt das dann stimmig! Nun gut, ich sollte all diese genannten Bands nun wirklich nicht mit den Hosen vergleichen fällt mir gerade auf, das haben sie nach der Vorstellung heute einfach nicht verdient! Und den Herren Campino hätte man gleich noch auf seinem Stuhl fixieren sollen, das Gehampel da auf der Bühne ist dermaßen PEINLICH bei einem Unplugged (stromlos "rockt" nun einmal nicht, also sollte man da auch seine Gräten unter Kontrolle halten und nicht dem Kaschper Konkurrenz machen während die Band gediegen die Instrumente steichelt)! Nunja, ich hätte nie gedacht dass ich das mal sagen würde, aber: "GEBT DEN KERLEN IHRE E-GITARREN WIEDER!!! BIIIIIITTEEEEEEE!!!!" Und MTV sei gesagt: da müssen jetzt schon wieder einige Schmerzensgeld - Sessions folgen um diesen Imageschaden auszubügeln! Doch ich sehe es schon kommen: morgen wankt der Selbe, bemesserte Praktikant durch die Redaktionstür und hat seine neuste Superidee im Gepäck... will heißen: nächsten Monat kommen Scooter!
Dienstag, 15.11.2005
GHOST
Heidihooo... und wünsche wohl geruht zu haben werte Landsleute! Da der heutige Song (ebenfalls Pearl Jam) etwas in die Irre führen kann, muss ich die Wahl zunächst mal kurz begründen. In selbigem Stück gibt es eine kleine, feine aber sehr bezeichnende Textzeile mit der Message (im Gegensatz zu Küblbock und Konsorten besitzen Songs von PJ nämlich noch so etwas): "So much talk, it makes no sense at all!". Punkt! Das lasse ich erst einmal so im Raum stehen und versuche mal langsam zum Thema zu kommen...! Es gibt so Erfindungen, für welche das Studentenherz recht dankbar ist, wenn es selbige nutzen und teilweise schon zellebrieren kann. Die lokale Caféteria ist einer dieser Plätze, ein Ort des multikulturellen Zusammentreffens, der Pflege von sozialen Kontakten und Geburtsstätte einiger der obskursten Ideen, welche ein Soziologenhirn so kreieren kann (kre- ieren, nicht krei-eren) ;-) . Ich für meinen Teil fand mich heute dort ein um neben einer Mittagsmahlzeit die zweite Funktion zu erfüllen... man kann auch einfach sagen: ich wollte mal nen Kaffee mit ner Freundin trinken! So... das ist etwas, was man schon sooooo oft getan hat, dass man sich blindlings in die nächste Sitzecke (für Insider: "Sitzecke des männlichen Cafétentagebuchmitglieds") setzt und gibt sich zudem der Illusion hin, dass man ungestört seine Koffeinbrühe schlürfen und sich unterhalten kann! Meeeeeeeep..... Fehler! Am Tisch befanden sich zwei, ich nenne es mal "Exemplare" der Gattung Mensch. Diese waren genauer gesagt MenschINNEN, also weiblich veranlagt. Soweit so gut, normaler Weise stellt das kein tiefer reichendes Problem dar und man hätte sie auch toleriert, wenn ihr Habitus nicht so penetrant HOHL gewesen wäre! Jawohl, er hat HOHL gesagt... HOHL, HOHL, HOHL!!!!! Stellt euch mal vor, ihr werden Zeuge eines 30 minütigen Monologes über das Liebesleben der lieben C-Prominenz, mit welchem "Exemplar A" versucht "Exemplar B" die ach so wichtigen Grundregeln der High Society zu erläutern! Der Hammer... die Frau leierte den Inhalt der aktuellen Ausgabe von "DIE BUNTE" nicht nur extrem textsicher, sondern auch in einer Lautstärke und nervigen, manchmal fast schon ans Hysterische grenzenden Stimmlage herunter, daß die Milch im Kaffee sauer wurde! "Exemplar B" lauschte ihren weisen Worten andächtig (sie hätte auch gar keine Chance gehabt Zwischenkommentare ab zu geben, dazu besaß das artikulative Maschinengewehr neben ihr eine viel zu hohe Schußfrequenz) und brachte abschließend ihre Zustimmung in einem zwar auf 5 Minuten beschränkten, aber ebenso inhaltsschwangeren Zustimmungsstatement zum Ausdruck! Hmm... da saßen wir nun... ich überlegte mir, was "Exemplar A" uns eigentlich mitteilen wollte. "Künstler haben ja immer ein Anliegen, nur bei Gestörten sucht man das vergebens." dachte ich mir. Ich weiß es nicht was der Informationsgehalt war... keine Ahnung... EHRLICH!!!! Hätte man der Frau zu tiefsten Zonezeiten die Stasi auf den Hals gehetzt um sie abzuhören, die hätten so was wie ne SOKO bilden müssen um diesen sinnleeren Informationsschwall überhaupt nur ansatzweise überblicken und protokollieren zu können! Wahrscheinlich hätte man sie so schnell wie möglich als "subversives Subjekt" kategorisiert und an den Westen verschachert! Ich war bis heute der Meinung, dass es an Universitäten recht schwer ist Leute zu finden, die sämtliche Klatschblätter auswendig lernen und dir den Stammbaum sämtlicher Königshäuser Europas herbeten können ohne dabei auch nur eine sexuelle Abart der Mitglieder auszulassen! Diese Illusion brach heute in sich zusammen... da saß es, das Gegenbeispiel: "Exemplar A"! Wobei mir der Sinn von solchen Papiergräbern wie "Neue Revue", "Die Aktuelle", "Frau aktuell" und was es da nicht noch alles an Verbrechen am gesunden Menschenverstand gibt, ohnehin verschließt. Spätestens als die Schergen dieser Wurstblätter die ehemalige Ikone der Tratschbewegung in Paris gegen den Brückenpfeiler hetzten, musste es ihnen doch langsam dämmern, dass es keine wirklich gute Idee ist die letzte Ecke Privatleben von anderen Menschen noch ausleuchten zu wollen... aber nein... statt dessen wurden "Extrablätter" gedruckt und gewinnbringend abgesetzt. Da "Reflektieren" nicht wirklich die Stärke ihrer Leserschaft ist, fiel auch keinem auf, dass da genau die Leute das Geld scheffelten, die den Mopedknipsern sonst die Schnappschüsse abgekauft haben, somit also auch nicht ganz unschuldig waren an dem was passierte! Naja, kranke Welt mal wieder! Ich für meinen Teil sehe auch keinen allzu großen Fortschritt für die Menschheit, wenn man zwar weiß, mit wem Prinz Schlagmichtot auf der letzen Anti-Sterbenskrank-Gala war, andererseits aber nicht einmal erklären kann warum Hummeln fliegen! (ihre Anatomie macht das ja eigentlich unmöglich... aber sag' das mal einer der Hummel!) Jedenfalls sollte mal jeder fein sein eigenes Süppchen kochen hier. Das wäre eine feine Welt, in der jeder, selbst der Papst, einfach mal das machen kann was er will, ohne sich Sorgen machen zu müssen was passiert, wenn hinter der nächsten Hecke ein als Feldhamster getarnter Paparazzo lauert und seine Heiligkeit dann im Ledertanga von der nächsten "BILD" grinst. Mich interessiert es einfach nicht, was der eine oder andere "Royal" so in seiner Freizeit treibt oder ob das "perfekte Glück" der Promiehe von einem bösen "Ex-Playmate" zertrümmert wird. Selbst wenn ich es wüßte, was solls... that's life, da gehts dem Schnulzenbarden wie dem Stahlarbeiter, solche Sachen passieren nun einmal im Leben. Aber das gibt noch niemandem die Berechtigung halb Brasilien zu entwalden nur um diese schlimme, schlimme Kunde unter den Wohlstandsweibern Europas zu verbreiten. Laßt sich diese "VIP's" doch kreuz und quer unter einander paaren oder eine Scheinehe nach der anderen führen... das ist alles ihr gutes Recht und solange sie es einfach tun, belästigen sie uns auch nicht weiter! Solche intellektuellen Totalverweigerer wie Paris Hilton würden uns erspart bleiben, als Kulturgut ist diese Frau ungefähr so nützlich wie Möbelpolitur im Urwald! Ich stelle mir da immer die armen, armen Außerirdischen vor, die nur auf den richtigen Moment warten um uns den Warp-Antrieb, den Welthunger beseitigende Agrartechniken, Antigravitationsantriebe und funktionierende Betriebssysteme für Heimrechner zu überbringen. Vielleicht surrten genau zwei dieser grauen Gefährten grad über besagter Sitzecke (die haben natürlich Tarnkappen die sie unsichtbar machen... natürlich!) und lauschten dem "Exemplar A" bei seinen Ausführungen. Wenn ich das als potentieller "Besucher" hören würde, ich wäre ganz fix wieder auf den Weg zurück zu meinem Heimatplaneten. Denn für dererlei Stuss hat niemand eine Lösung, nicht mal ALF! Wahrscheinlich sollten wir noch froh sein, dass sie uns nicht als "kranken Irrpfad der galaktischen Evolution" auf der Stelle vernichten! Die Menschen sollten sich mal auf das Wesentliche zurück besinnen und diesen Kokolores einfach außer Acht lassen! Wenn der Jet-Set jet-setten will, dann soll er doch, spätestens wenn da keine Kamera mehr zu schaut, dann wird ihnen die Sinnleere ihrer Dekadenz bewußt und es zieht wieder Normalität ein hier! Na gut, uns gelang die Flucht, als am anderen Ecke der Caféte ein Tisch frei wurde und wir wieder unsere Ruhe hatten... aber SO WAS hab ich noch nie erlebt. Leute wie die sind Schuld am Elend dieser Welt!!!! Außerdem sammeln sie vermutlich Unterhosen von Roy Black und halten Heino für den Inbegriff des "Latin Lovers"! Na gute Nacht Deutschland....
Sonntag, 13.11.2005
BLOOD
MUUUHAHAHAHA!!!!!! Hier ist der dunkle Gründervater mit seiner Bestandsaufnahme aus der virtuellen Gruft! Heute soll es uns um die Kunstform "Splatterfilm" gehen... wahlweise auch "Horrorfilm" genannt, jedoch niemals erhältlich unter 18 Jahren und ebenso selten mit einem sonderlich realistischen Handlungsstrang versehen. Der Pearl Jam Titel ist angesichts der Hauptrequisite selbiger Streifen wohl mehr als passend. Was fasziniert uns denn an den Dingern? Nun, ich weiß es nicht... poetischer Realismus kanns nicht sein, der ist zwar zuweilen genau so grausam (ich erinnere nur an "Effie Briest"... alleine dafür müßte man Fontane steinigen) allerdings nicht annähernd so unterhaltsam! Die Idee hinter den Filmen ist eigentlich immer ähnlich, wenn nicht sogar gleich: Held plus lauter Komparsen werden von Monstern attackiert; Held überlebt; Komparsen sterben (langsam und wenns geht so viel Hämoglobin wie möglich auf die Umwelt verteilend); Schluß: Held killt Monster (zumindest vermeintlich... man will sich ja die eine oder andere Fortsetzung offen halten)! So, bis hier hin ist selbst eine Steuererklärung noch origineller. Das eigentliche Salz in der Suppe sind 1. die Monster und 2. eine möglichst große Vielzahl von Varianten, wie man einen Humanoiden in seine Einzelteile zerlegt und Richtung Schöpfer schickt. Gerne genommen sind Zombies, Vampire oder Aliens. Das sind wohl die 3 großen sozialen Schichten in der Welt der Urviehcher und Ungeheuer. Vampire... klar: die sind finster, gut gekleidet, aristokratisch angehaucht und relativ übermenschlich (flugfähig) aber mit ner bösen Lichtallergie und dem Knoblauch mehr als abgeneigt! Die sind so was wie die "Engländer" der Monsterszene... trotz ihrer geographisch leicht andersartigen Herkunft. Aliens kann ich jetzt nicht so genau definieren, weil die Dinger einfach zu unterschiedlich sind, aber blutrünstig sind sie alle und haben zudem Zugang zu jeder Menge martialischer Waffen, denen das Menschliche Stütz- und Bewegungssystem nicht wirklich viel entgegen zu setzen hat. Die Zombies sind die ulkigsten Viehcher von allen... sie sind uns einfach am Ähnlichsten! Nicht nur, dass die mal Menschen waren, bis, ja bis sie gebissen wurden und auch das letzte Stückchen Selbstkontrolle verloren, was sie zu Lebzeiten noch auszeichnete, nein, viel mehr haben sie auch ähnliche Verhaltensmuster wie wir! Jaja, das mag jetzt den einen oder anderen verwundern, aber ein Zombie auf der Suche nach dem einen oder anderen schmackhaften Hirn ist in seinem Habitus nicht von einer 58jährigen Hausmeistergattin zu unterscheiden, die bei H&M die "Stella McCartney"-Collektion von den Bügeln reißt. Wobei man dem Zombie zumindest zugestehen muss, dass es sich bei "Hunger" um ein elementares Grundbedürfnis handelt, die Stillung also hochgrading funktional ist. Ihnen sind Moral und Ethik fremd (gut, das gilt jetzt auch für den US-Präsi, aber der sucht ja nicht mal ansatzweise nach einem Hirn... Vorteil Zombie kann man da nur sagen), was sie nahezu zur idealen Tötungsmaschine macht. Ihnen wird es nicht übel genommen, wenn sie einen menschlichen Organismus mit bloßen Händen zerfetzen und sich dabei in den absolut ekligsten Organen verbeißen, die das Verdauungssystem so zu bieten hat. Andererseits sind sie somit aber auch wie geschaffen dafür, in wahren Racheorgien der noch atmungsbefähigten Restindividuen standesgemäß zerschossen, zerschnitten, zerrupft, zerhackt, zerstückelt, gehäckselt, gemeuchelt, gemetzelt, verbrannt, gepfählt, oder ge-was-auch-immert zu werden. Am Ende verliert meist der Zombie, was soweit nicht weiter schlimm ist, denn er ist an sich ja eh schon tot, muss sich also nicht erst an diesen Zustand gewöhnen. Hat man sich einmal dafür entschieden WER hier gegen die Menschheit antritt und um welche Anzahl diese während des Films minimiert wird, kann man schon die erste Hochrechnung anstellen, wie viel Kunst- bzw. Schweineblut man beim netten Osteuropäer vom Schuppen nebenan ordern muss... kleiner Tipp: lieber immer ein paar Hektoliter zusätzlich in der Hinterhand haben... man weiß nie wie die Phantasie des Regisseurs noch eskalieren kann! ;-) Die versammelten Laienschauspieler werden also drei bis vier mal quer durchs Bild gescheucht, wobei man immer den einen oder anderen subtrahiert und zerlegen läßt" und schwupp hat man mit dem letzten Überlebenden schon den armen Kerl gefunden, der mit Kettensäge und Küchenmixer der versammelten Zombieschaar im finalen Gemetzel gegenüber tritt und ihnen ordentlich die untoten Hintern versohlt! (das Auswahlprinzip hat also etwas von "Reise nach Jerusalem"... und ist nur unwesentlich blutiger, was nicht unbedingt begrüßenswert ist) Hat man das dann auch noch im Kasten und der Held steht in einem Meer von Extremitäten und wischt sich entkräftet den Lebenssaft vom iPod (Product-Placement ist auch hier trumpf), kann man das Projekt beruhigt als "abgedreht" (in welchem Sinne des Wortes auch immer) betrachten! Nun gilt es nur noch einen möglichst Angst einflößenden Titel für das Machwerk zu finden, welcher dem Zuschauer zudem auch schon eine wage Vorstellung vom zu erwartenden Gemetzel vermittelt ohne eine gewisse Aura des Geheimnisvollen dabei vermissen zu lassen. "Pippi im Tackatuckaland" ist also ebenso ungeeignet wie "Monster Inc." oder "Ich weiß wen du letzten Sommer gegessen hast". Es muß etwas Schlagenderes her... "Braindead" war so ein Beispiel oder "Dawn of the Dead", "Land of the Dead" und auch der Klassiker "Die Nacht der lebenden Loser" mit dem einzigartigen Henry Gründler! Sollte einem das nicht gelingen, muss man den Namen so abstrakt und entfremdet wählen, dass selbst Picasso rote Ohren dabei bekommen hätte...und da sind wir an dem Punkt angelangt, der mich zum heutigen Eintrag inspirierte: In den Untiefen des Internet stieß ich auf den Filmtitel "Das Blutgericht der reitenden Leichen"! ...Blutgericht der reitenden Leichen... REITENDE LEICHEN!!!!!! Es ist vielleicht ein Fehler sich so etwas immer bildlich vorstellen zu müssen, aber ich kann nun einmal nicht anders. Wäre der Film nicht schon 1975 entstanden, dann würde ich wieder mal an der heutigen Welt zweifeln, aber so... wenn bereits vor 30 Jahren jemand "reitende Leichen" erfand, die ein "Blutgericht" abhalten (über dessen rechtliche Grundlage eh noch zu diskutieren sein dürfte)... was geht denn da heute in der Splatter-Szene ab?!? Ich will es vielleicht gar nicht wissen! Ich sehe doch schon Videotheken vor mir, in deren Regalen Schocker wie "Das Hirnbuffet der parkinsonesquen Chirurgen", "Der Untote Computer-Inder und die Green-Card der ewigen Schlachtung" oder "Der letzte Brunch des schizophrenen Blutmetzgers von Bad Tölz" neben "Bambi", "Findet Nemo" und "Not a Girl - The Britney Spears Movie" stehen! Gut, letzteres ist ein schlechtes Beispiel, nimmt es doch dem "Blutmetzger" sofort den Schrecken. Will ich das wirklich? Hmm... keine Ahnung. Jedenfalls kann ich es nicht wirklich verurteilen, andererseits finde ich den Trend der sich da vollzieht auch etwas lächerlich teilweise. Na egal, jedenfalls will ich mir "Das Blutgericht der reitenden Leichen" mal anschauen. Entweder ich sehe den Anfang vom Ende der Humanmetzger-Filmkunst, oder eben genau das, was man halt hofft: reinsten Splatter mit möglichst wenig Handlung und noch weniger Logik, dafür aber unterhaltsam und jede Menge "BLOOD"!
Samstag, 12.11.2005
BACK IN THE U.S.S.R.
Wohl bekomm's sehr geschätzte Alpabeten! Um den heutigen Song, einen wahren Klassiker der käfrigen Musikgeschichte, zu verstehen, muss man einen kleinen Persepktivwechsel einnehmen... aber dazu gleich! Ich verweile mal wieder im schönen Gebirge übers Wochenende und werde somit auch unfreiwilliger Zeuge eines jährlich wiederkehrenden Phänomens. Invasionäre Zustände wiederholen sich Jahr für Jahr und ich armes, kleines, unschuldiges und zart besaitetes Wesen werde immer aufs Neue deren Zeuge! Bereits an geklungener Perspektivwechsel bezieht sich übrigens auf die Sichtweise westdeutscher Rentner, welche die Hauptträger besagter Völkerwanderung werden! Versuchen wir also das Unvorstellbare und nehmen mal kurz deren Perspektive an. Kurz vor Fasching wird bei den Pensionären zwischen Passau und Bremen ein rätselhaftes Enzym frei gesetzt, was auch den letzten Rest an Rationalität in den Winterschlaf schickt und ihnen suggeriert daß es zu ihrem Überleben unbedingt nötig wäre, einen Kurztrip ins Erzgebirge zu unternehmen und einen handgefertigten Nußknacker zu erstehen! Selbiges geschah vor gar nicht allzu langer Zeit auch bei und mit Kai-Gustav Gartengöbler aus Groß-Dudelsackingen (nahe Klein-Dudelsackingen) bei Stuttgart. Kai-Gustav und seine Angetraue ersannen somit arbeitsteilig einen ebenso ausgefeilten, wie gewieften Plan dies zu erreichen! Da das gepflegte und wöchentlich gewienerte Familiengefährt (Jahrgang 1983) für einen solchen Höllenritt in die tiefste SBZ zu schade scheint, entschließt man sich für eine Materialschonende Busreise. (Wer weiß denn schon, wie dieses unzivilisierte Pack reagiert, wenn es mit den technischen Wundern des Kapitalismus, wie es ein Ford Fiesta zweifelsfrei darstellt, konfrontiert wird!!) Da man bei der Planung ein nahezu erschütterndes Maß an Originalität an den Tag legt, lautet das überraschende Ziel der nun gebuchten Kaffeefahrt "Seiffen" im Erzgebirge. So kommt es also, dass beide sich an einem Sonnabend in aller Herrgottsfrühe aus den ehelichen Federn schwingen und gemeinsam mit 42 gleich Gesinnten den Reisebus der Humanmaterialspedition "Gamsmüller" vor dem heimischen Rathaus besteigen. Gemeinsam macht man sich nun auf, jene unbekannten Welten zu erkunden, von welchen bisher nur widersprüchliche Gerüchte an die schwerhörigen Ohren drangen. Nachdem man die ersten fünf Stunden im Bus dank selbst geschmierter Nutella-Brötchen, einem halben Liter Granufink und dem schier unerschöpflichen Schatz an Hansi-Hinterseher (?) CD's des Busfahrers halbwegs anständig überstanden hat, nähert man sich nun zusehends dem Ziel. Hektik keimt auf, als die männlichen Businsassen wild gestikulierend ihre Weltkriegserlebnisse austauschen, und die Lage ihres damaligen, mit der bloßen Hand ausgehobenen Schützengrabens nachzuvollziehen versuchen, aus welchem heraus sie damals angeblich die halbe rote Armee vernichteten (es gab alleine im Bus schätzungsweise 24 "halbe rote Armeen", was uns zu etwa 12 ganzen roten Armeen und somit zu ebenso vielen Sowjetunionen führt). Als man dann sämtliche unglücklichen Umstände erörtert hat, die dazu führten, dass man schließlich doch überwältigt wurde hat man das Ziel eigentlich schon fast erreicht. Nur eines steht ihnen noch im Wege: eine Schlange von 203 Bussen voll gestopft mit Altersgenossen aus dem NKA (Nichtossis bitte nachschlagen *fg*), welche auf unerklärliche Weise die Selbe Idee hatten. Kai-Gustav und seiner Angetrauten stehen somit einige Stündchen Wartezeit bevor, welche sie entweder mit einer Vertiefung der Heldenmythen ihres Sitznachbarn oder dem Amüsement über die am Busfenster vorbei flanierenden Ureinwohner verbringen können. Wenn man die in den Fahrtpreis integrierte Werbeveranstaltung für Heizdecken abzieht, bleibt ihnen so dann auch nur ein halbes Stündchen um sich unters Volk zu mischen und einem Eingeborenen ein kultisches Relikt (Fachausdruck "Räuchermännel") abzukaufen bevor sich der Bus wieder Richtung vermeintlicher "Zivilisation" aufmacht! Jahr für Jahr kann man dieses Naturschauspiel beobachten und sich nur über die Irrationalität der Menschen wundern. Reisebusse verstopfen ganze Innendörfer (von "Städten" mag man ja selbst als Einheimischer kaum reden), parken vor Rathäusern und ergießen ihren alternden Inhalt zur Mittagszeit in jeden zur Verfügung stehenden Dorfgasthof. Nicht daß es nerven würde, dass sich die Busfahrer ihre Egoprobleme damit zu lösen versuchen, dass sie meinen jede Seitenstraße meistern zu können und somit teilweise heilloses Chaos verursachen... nein, überhaupt nicht! Aber manchmal ist es schon sehr abenteuerlich, was da geschieht. Wagt man sich als Einwohner mal aus dem Haus, erntet man im Minutentakt die mitleidigen Blicke westdeutscher Mitbürger jenseits der 70, welche dem fremden Seiffen entgegenzuckeln. (Interessante Beobachtung: der weibliche Teil hält die Handtaschen meist fest umklammert auf ihrem Schoß... so als würde bereits die bloße Nähe zu Polen ihre Instinkte schärfen.) Außerdem sehe ich persönlich überhaupt keine Notwendigkeit Rentner nach Ostdeutschland zu bringen... hier gibts eh schon genug. Man sollte diesen Katastrophentourismus einfach mal anprangern und eindämmen...! Hmm... aber was solls... solange man denen jegliche Fehlschnitzungen zu reinen Wucherpreisen andrehen kann, kommt man dem Seelenfrieden zumindest ein Stückchen näher. Denn wer die neuen Länder mit seinen Reisebussen im wahrsten Sinne des Wortes am "voran Kommen" hindert, der muss sich auch mit einem dreiäugigen Förster zufrieden geben der aus zwei Löchern räuchert!
Freitag, 11.11.2005
ZERSTÖREN
Hellau werte Mitmenschen! Das heutige Musikstück, vom frisch erschienenen Rammstein - Album entlehnt, weist schon darauf hin, welchem pikanten, ja geradezu heiklen Thema wir uns mal kurz widmen wollen: Frankreich! Ich hab mir das jetzt lange genug mit angesehen, 2 Wochen mittlerweile, aber irgendwie wird das nicht ruhiger in der Grande Nation! Irgendwann hat man mal die Nase voll, so wie ich heute! Wenn man die Intensität der Unruhen schon daran fest macht, dass an einem Abend statt 1600 lediglich 1200 Autos in Flammen aufgingen, dann muss doch irgendetwas nicht so ganz richtig sein mit den Wertmaßstäben! Klar, relativ gesehen ist das eine Beruhigung um 400 Autos... aber absolut betrachtet würde ich da trotzdem noch nicht parken! Auch bleibt mir die Logik der jugendlichen Randalierer verschlossen, wenn man ein System oder einen Staat "Scheiße" findet, dann bringts doch nix, wenn man automobiles Privateigentum zum Teufel schickt... das ist doch grob gesagt INEFFIZIENT!!!! HALLO... AUFWACHEN! Sinnvoller wäre es, öffentliche Grünanlagen umzugraben, die Müllabfuhr via Parkkrallen lahm zu legen oder die Eingänge sämtlicher Ämter kurzerhand zu vermauern! So was trifft das verhaßte "System" direkt und man kann sich den teuren Sprit sparen, den man benötigt um einen handelsüblichen Renault anzukokeln. Außerdem wäre das wesentlich zivilisierter. Wer weiß denn schon genau, zu welchen menschlichen Tragödien das schon geführt hat? Wenn beispielsweise der Pfarrer sich sowohl der Versicherung, als auch seiner Pfarrersfrau gegenüber plötzlich verantworten muss, was sein Wagen um 3 Uhr nachts denn ausgerechnet vor einem Etablissement mit dem Namen "La nuit chaud" zu suchen hatte, wo er dann (Achtung, jetzt kommt die Lieblingsphrase der Nachrichtensprecher) "Ein Raub der Flammen" wurde! Eng wirds auch, wenn sich der Mob ausgerechnet das Vehikel eines angesehenen Unterweltbosses aussucht und sich diesen somit auf Lebenszeit zum Feind macht. Wer da den Molli schleudert, der braucht sich nicht wundern, wenn er und sein kompletter Freundeskreis binnen der nächsten Wochen und Monate auf unerklärliche Weise diversen "Unfällen" zum Opfer fallen. Ich glaube die wissen gar nicht was sie da genau tun. In Deutschland wäre so etwas nahezu undenkbar! Erstens ist die Jugend bei uns politisch dermaßen planlos, dass es ihnen ja schon schwer fällt zwischen Edmund Stoiber und Gregor Gysi nennenswerte Unterschiede auszumachen (jedenfalls den 5% die beide NICHT für Klingeltontiere halten), außerdem gelingt es unserer Gesellschaft ja schon seit Jahren die betreffende Gruppe via Alkopops und Castingshows dermaßen ruhig zu stellen, daß ihnen jegliche Protesthaltung abhanden gekommen ist. Selbst wenn es zu einem nennenswerten Aufkeimen solcher Tendenzen kommen würde, noch haben wir ja Otto Schily! Und wenn die Koalitionsverhandlungen weiterhin derart erfolgreich voran schreiten, dann haben wir den noch ne ganze Weile! Nach all den (Anti-) Terrorgesetzen welche er uns bereits in seiner unermesslichen Härte beschert hat (er ist ja so was wie Knecht Rupprecht mit Schlagstock), würde er auch diesen inneren Feind zu bekämpfen wissen! Mich würde es nicht wundern, wenn innerhalb von wenigen Tagen sämtliche Jungadoleszenten mit explodierenden Fußfesseln versehen wären, die sich dann von den Hubschraubern aus, welche ja ohnehin schon auf der Jadt nach subversiven Graffiti - Sprayern sind, bequem und quasi so ganz nebenbei zünden lassen würden. Dann würde die deutsche Revolutionsbewegung mal wieder den französischen Nachbarn hinterher hinken, wäre ja nicht das erste Mal! Dabei wäre ein politisch führungsloses Land wie unseres eigentlich prädestiniert für solchen Kokolores, jedenfalls eher als Frankreich, wo Monsieur Chirac die Fäden recht fest in der Hand hält... zumindest bis jetzt eben. Mann... da können wir mal wieder froh sein, dass unsere Nachfolgegeneration so gaga ist! Sicherlich wissen die auch wie der Prozess des "Zerstörens" in seinen groben Zügen zu verlaufen hat, nur fällt es ihnen halt schwer das von der Playstation ins reale Leben zu transferieren, was dazu führt, dass sie dann eher hilflos vor einem Benzinkanister stehen und ungläubig die leere Weinflasche betrachten aus welcher dieser ulkige, Öl getränkte Lappen hängt! Und ehe man sich versieht: BUMM... hat die Fußfessel ihre Schuldigkeit getan! Naja, trotzdem: liebe Franzosen, laßt den Quatsch langsam mal wieder sein, damit sich unsere Nachrichtensender endlich wieder den wirklich wichtigen Dingen widmen können: Promischeidungen und Inzestprozessen geistiger Totalverweigerer. DAS war ja auch wieder so ein Vorbeimarsch heute: da hat eine 21jährige mit ihrem Bruder bereits 4 Kinder zu Stande gebracht (so etwas geht ja fix, kein Wunder, daß da keine Behörde so schnell reagieren konnte) und wurde heute dann zu Recht dafür juristisch abgewaatscht. Aber noch bezeichnender fand ich den Fakt, dass sie nach dem vierten Balg (die treten später bestimmt alle geschlossen in die CSU ein mit ihren "Begabungen") mitbekommen hat, daß das wahrscheinlich doch nicht wirklich clever war was sie da getrieben hat und mittlerweile der "Blutschande" (ja, auch ich bin bibelfest) entsagt hat und nen neuen Macker an den Start brachte. Selbiger ist allerdings auch schon 27 Jahre älter als sie und somit... ihr ahnt es... könnte er ihr Vater sein! KRANKE, KRANKE WELT!!!!
Dienstag, 08.11.2005
FREAK ME OUT
Küss' die Hand werte Leserinnen... Leser müssen sich mit einem Druck der selbigen begnügen! :-) Wieder mal streife ich das virtuelle Superheldencape über und will versuchen die Welt zu verbessern, Meerschweinen das Wahlrecht zuzuschanzen und grüne Socken gesellschaftsfähig zu machen! Worum gehts nun heute? Es geht mir um Menschen! Da kommt so ein bissel der Gutmensch in mir durch, aber egal. Der heutige Titelsong stammt aus der Feder von "Weezer" und beschreibt meinen Grundgedanken zu diesem Thema doch recht treffend! Meiner Meinung nach mangelt es Deutschland an einer sehr wichtigen Gesellschaftsgruppe immens: den FREAKS! Nicht nur dass diese sich schon im Titel wieder finden, nein, es gibt wohl auch kein besseres Beispiel für sie als Weezer. Da stehen die Herren in biederem Hemd und weinroten Pullunder auf der Bühne, balancieren dicke Hornbrillen auf ihren Riechkolben und machen eher den Eindruck, es handle sich um den Mathematikklub von Princeton als um eine Rockgruppe.... und dann fängt dieses Sammelsurium von (optischen) Freischwimmeraspiranten an "Hash Pipe" zu performen und, was soll ich sagen, man glaubt es ihnen! Für Freaktum sind die Kerle also quasi prädestiniert! Was meine ich nun damit, dass dieses Land mehr von solchen Leuten gebrauchen könnte? Ehrlich gesagt weiß ich das selbst nicht genau, weil so ein Freak multifunktional ist und sämtliche Lebensbereiche bunter gestalten kann, ist ein genauer Einsatzort nicht so leicht fest zu legen! Aktuell könnte man wohl die Politik als warnendes Beispiel für die allgemeine Verernstung unserer Gesellschaft heran ziehen. Da dackeln mittlerweile Tag für Tag gestriegelte Krawattenfetischisten in ein Verhandlungszimmer und dreschen danach immer die selben Phrasen in die Reportermikros... der vormals "große Satan" Sozial- oder wahlweise Christdemokratie ist, seitdem man mit ihnen Verhandeln muss, plötzlich gar nicht mehr so Furcht einflößend und man ist darauf bedacht dem Erzfeind von gestern nicht allzu sehr auf den Schlips zu treten... man könnte ihn ja nochmal brauchen! Das ist alles so gähnend langweilig, dass selbst Mutter Beimer mit einer Kanne Kamillentee mehr Enthusiasmus versprüht als die glatt rasierten Ministergesichter die dem Volk täglich beibringen müssen, dass es an sich nix zum Beibringen gibt! Der Reporter tun einem schon leid wenn sie diesen Schwachfug auch noch minütlich kommentieren müssen. Griesgrämig und aalglatt wird da den Fragen ausgewichen und Sendezeit sinnlos in die Tonne getreten, nur damit man die Gesichter, die uns irgendwann, rein hypothetisch gesprochen, mal regieren sollen nicht vergißt! Wenns nach mir ginge, könnten uns auch gleich die Muppets regieren! Das wäre lustig und mindestens genauso effizient wie eine große Koalition! Freaks an die Macht! Ein Frosch, der von einer liebestollen Sau verfolgt wird, der hat meines Erachtens schon genug Krisensituationen er- und vor allem überlebt um selbst dem Cerberus eine Weißwurst auszureden... der perfekte Kanzlerkandidat! Zudem würde die Grundstimmung im Land ansteigen, wenn der Innenminister wöchentlich die Amtsgeschäfte aus der Tonne führt und die Mehrwertsteuer generell umgerechnet wird in "Keeeeeeeeeksäääääääää"! Verbraucherschutz geht dann an den schwedischen Hackebeil-Koch und "Schweine im Weltall" taugt ja ohnehin schon seit Jahren als vernünftiger Pensionierungsplan für ausgediente Kabinettsmitglieder! Immer was zu lachen halt... und bunt wirds auch noch! Die Musikbranche macht es uns doch vor... wo wären wir denn ohne J.B.O., Adam Green oder auch Rammstein? Nicht auszudenken!!! Ein Land, das sich allen Ernstes Angela Merkel als Kanzlerin aussucht, das hat definitiv Bedarf an Freaks! An Leuten, die sich nicht ernst nehmen und ihre Umgebung mit schrägen Verhaltensweisen und Ideen in Schwung bringen! Aber wie reagieren wir denn darauf, wenn ein Kerl im Clownskostüm Parkuhren mit Sprühsahne verziert oder mit seinem Hausschwein einen Spaziergang im Park unternimmt. In einem Land, in welchem der Nonkonformismus stellenweise schon bei der Weigerung sein Auto wöchentlich zu polieren beginnt, können solche Typen ihrem Bildungsauftrag ja gar nicht gerecht werden! Jeder der aus der Einöde hervor sticht, wird ausgegrenzt, anstatt sich mal zu fragen, was man denn von ihm lernen könnte. Vielleicht sollten wir uns alle mal drauf einlassen und nackt um die Rathäuser tanzen, während wir usbekische Arbeiterlieder grölen und unsere Bürokraten mit Mottenkugeln bewerfen! Ändern wird man zwar nichts, aber man erspart sich wenigstens dieses monatelange Gejammere über jeden neuen Steuerentwurf, der sich am Ende doch eh nur in lyrisch eher wertlosen Aufklebern der Bild Zeitung wie etwa "Weg mit der ö-K.-O-Steuer Herr Tritt-ihn" oder ähnlichem Rotz ergießt. Die Dinger pappen sich dann die braven Familienväter an ihren Kombi und rasseln nur noch frustrierter gen Phantasialand! Bringt doch nix...! Erfindet man hingegen einen Weg aus Katzen Diesel herzustellen, ist das schon eher ein Zeichen! Wer auf diese Idee kam, der kann ja auch nicht alle Steine auf der Schleuder haben, ABER: er hat was bewegt! Wer rechnet denn schon damit, dass er da täglich eine potentielle Tankfüllung mit Scheba mästet?!? Da hat mal einer quer gedacht, gut so! Oder da wäre noch der Typ, dessen Hobby darin besteht mehr oder weniger Prominenten Personen eine Torte ins Gesicht zu klatschen... der wohl meist gesendete Ausschnitt von Bill Gates besteht nämlich genau aus dieser Szene... auch ein Weg sich für Windows zu rächen. Dann wäre da noch dieser französische Rentner, der sich auf öffentlichen Empfängen einschleicht um sich mit Prommis fotografieren zu lassen und es schon bis zum Gruppenfoto mit den Staatoberhäuptern der EU gebracht hat (man muss fairer Weise dazu sagen, dass er dies vor dem Jahrtausendwechsel schaffte... da war das noch nicht so schwer). Da stiftet man einerseits Verwirrung und nimmt den selbst stilisierten "VIP's doch glatt die Illusion von Sicherheit... also hat auch er was erreicht indem er einfach mal neue Wege ging! Noch was... ach ja: Peter Jackson, ein neuseeländischer Regisseur, der Filme drehte, in denen er wahre Blutorgien veranstaltete, Zombies mit Rasenmähern vernichten ließ, lebendige Gedärme in einem Küchenmixer terminierte und einen Kung-Fu-Priester erfand, der die Untoten zeitweilig nach Strich und Faden verdrosch bevor er selber gebissen wurde und mit einer beinahe kopflosen Krankenschwester (der eine Keramik-Hummelfigur in der Stirnplatte steckte) ein Zombiekind zeugte! Auch drehte er einen Film mit korrupten, drogensüchtigen und nymphomanischen Handpuppen die ihr mafiöses und moralloses Treiben in einem Kinderfernsehambiente vollzogen. Freak durch und durch... und nun hat er ne ganze Kollektion von Oscars und verfilmt die ganz großen Stoffe wie King Kong oder den Herren der Ringe! Der Typ hat definitiv ein tief sitzendes Problem und einen unnatürlichen Hang zur Morbidität, aber genau DAS macht ihn doch erst so gut! Man könnte die Reihe noch beliebig fortsetzen, aber würde in Deutschland nichts erreichen damit! Das Land, welches den Terminus "ORDNUNGSGEMÄß" erfand (der Franzose kennt und braucht sowas ebenso wenig wie der Spanier... vom Italiener und Jamaikaner will ich gar nicht erst anfangen) ist einfach nicht offen für alles, was vielleicht kreativ, einfallsreich und bunt, aber eben NICHT "ordnungsgemäß" ist! Was wir da an Chancen verpassen unsere Gesellschaft zu reformieren und die Lebensqualität durch akuten Humoranstieg zu steigern, ist schier unglaublich! Aber lassen wir das... ich habe den Eindruck, dass ich schon viel zu viel geschrieben habe heute... zudem noch recht irrelevante Einsichten. Einsichten wie man sie nunmal bekommt, wenn man den ganzen Tag lang rosa Wühlmäuse lackiert!
Montag, 07.11.2005
THESE WORDS
Na Servus! Puhh... da isser wieder! Die Universität forderte mal wieder ihren Tribut und ich musste ihr gleichwohl arbeitsam und stressgeplagt Tribut zollen und meine sinnlosen Verbaltiraden in Richtung Wohlstandsgesellschaft erst einmal für ein Wöchelchen einstellen. Ich setze mal voraus, dass mir das nicht weiter nachgetragen wird! Und selbst wenn.... hey, wir sind hier im virtuellen Raum, wer hier blutige Rache an mir üben will, der muss schon nen sehr langen Arm haben! ;-) Für alle die auch anhand der Überschrift der Zweifel an meiner geistigen Zurechnungsfähigkeit gepackt hat, sei gesagt, dass rein musikalisch gesehen an Natasha Bedingfield erst einmal nix auszusetzen ist, selbst wenn ich euch hier sonst nur die musikalischen Brachialhämmer der Marke Tool oder QOTSA um die Ohren haue... auch der Onkel Even hat manchmal durchaus Sinn für Wohlklang im Gehörgang! Also gehen wir mal gleich zum Thema über: Neologismen! Da findet man mal wieder Zeit sich dem Fernsehen und seinen Ausgeburten zu widmen, da wird man prompt wieder mit Wortneuschöpfungen, zweifelhaften Pflanzen und aberwitzigen Wortspielen konfrontiert dass die Schwarte kracht! Beginnen möchte ich mit etwas, was uns, werte Mitmänner, hoffentlich erspart bleiben wird, aber schon jetzt in penetrantester Manier durch die Fernsehlandschaft flimmert: Granufink Prosta.... (tm)! Die Werbung an sich, von ihrer optischen Seite gesehen, ist ja nicht weiter spektakulär, da sieht man nix, was man sonst nicht auch in einem Altenheim seiner Wahl geboten bekommen würde (na gut, die Senioren im Fernsehen lächeln... aber man kann ja auch nicht alles haben). Interessant wird es, sobald der Arzneimittelkürbis ins Spiel kommt! Der ARZNEIMITTELKÜRBIS!!!!! A-R-Z-N-E-I-M-I-T-T-E-L-K-Ü-R-B-I-S!!!! Den kennt ja nicht einmal das ansonsten so allwissende Google... und das will was heißen, schließlich kann es uns bei so tiefgründigen Dingen wie "Humptata", "Langhaarigen Bombenlegern" oder gar dem "Anti-Gravitationsauto" zuverlässige Auskunft liefern! Nur beim Arzneimittelkürbis versagt es kläglich! Wer denkt sich denn sowas aus? Sitzt da ein Biologe, den sie in die tiefste Kammer im dunkelsten Keller der abgelegensten Tochterfirma des Mutterkonzerns gepfercht haben etwa bei spärlichem Kerzenschein vor einer Lemwand und kratzt mit seinen Fingernägeln, schon halb den schlimmsten Wahnvorstellungen verfallen, solcherlei kryptische Worte in die Wand? Werden genau diese Worte nach seinem tragischen und unvorhersehbaren Ableben dann von Werbestrategen entziffert und in drittklassigen Werbespots verbraten? Man weiß es nicht genau! Jedenfalls gibts dieses Etwas jetzt im Bewusstsein der halben Republik, auch wenn es biologisch gesehen ein veritabler Unfug zu sein scheint! (Ich lasse mich da auch gerne eines besseren belehren... also wenn jemand einen Arzneimittelkürbis persönlich kennt oder gar besitzt, immer her mit den Beweisfotos!!!) Wenn ich mir das Ding mal versuche vorzustellen ende ich überdies auch immer beim selben Bild: einer großen, orangefarbenen Schachtel voll Zäpfchen... gibts wahrscheinlich auch in der Halloween-Edition mit grimmigen Gesichtern! Über die "Zahnarztfrau" wundert sich ja schon längst keiner mehr, da muss schon was anderes herhalten, eine imaginäre Pflanze die weiß, was Männer brauchen! Wer weiß wo das noch endet, wenn sich das rum spricht, die Welt ist ja schon krank genug! Aber wir wären ja nicht in der kunterbunten Welt der Werbung, wenn es nicht noch eine Spur geschmackloser ginge! Mr. Propper ist einem ja nur als ohrlochgepiercter Glatzkopf mit anabol begünstigtem Oberkörper und einem Strahlelächeln jenseits von Mr.Ed bekannt... aber nun gibts was Neues: Waschmittel... Mr. Propper (tm) Waschmittel!!!! Will diese grinsende Speckfettbemme (Nicht-Sachsen bitte nachschlagen) mit der Nationalistenfrisur sich etwa mit dem weißen Riesen anlegen? Scheint so! Aber wie soll man es denn rüber bringen, dass Mr. Propper wirklich ALLES wieder heraus bekommt? Klar, es muß ein definitver Scheiß-Job her, keine Frage, aber einer, welcher bei der Zielgruppe auch auf ein veritables Maß an Akzeptanz und Bewunderung stößt! Was läge da näher als ein Tierarzt, nicht irgendein Tierarzt, sondern einer, der sich auf bäuerliche Nutztier spezialisiert hat (warum das eminent wichtig ist, erkläre ich gleich). Besagtem Veterinär schneidert man dann noch ein flottes Sprüchlein auf den Leib und zerrt ihn mit der Prämisse immer schön schelmisch in die Kamera zu grinsen vor deren Linse! Und so kommt es, dass man bei Mr. Propper (tm) - Werbung nun einen weiß gekleideten Animalmediziner sieht, wie er sich, lässig neben einer dümmlich drein schauenden Kuh stehend, einen schulterlangen Gummihandschuh über den Arm zieht und dazu den Satz: "Steckt der Herr Doktor einmal tief im Steiß, wäscht der Propper alles weiß!" zu Pro(k)tokoll gibt! (Hier erklärt sich das auch mit der Spezialisierung auf Nutztiere... mit Hamstern würde diese Werbung nämlich nicht funktionieren) Ich habe lange nix so Abstruses mehr im Werbefernsehen erblickt... wenigstens bleiben einem diese ewig grinsenden Hausfrauenklischees erspart, deren Wäsche auf unerklärliche Weise immer noch ein bisschen weißer als weiß war und noch einen Tick weicher als weich. Die Entdeckung des Fäkalen auf Werbeebene... ganz großes Kino... nur bitte nicht zur Essenszeit senden! Apropos Essenszeit, aus dieser Rubrik stammt auch das Einzige, was mir heute Mut machte: die HACKFLEISCH-DIÄT, welche derzeit von "Bild der Frau" (tm) propagiert wird! DAS ist doch mal eine Diät, die man getrost auch in der Sport-Bild abdrucken könnte! Kein abschreckendes Herumkauen auf irgend welchen Pflanzenresten, nein, Gesundheit durch Hackfleisch!! Ein Slogan, der garantiert auch den einen oder anderen Mann inspirieren würde... wenn er Bild der Frau lesen würde! Aber in dem gnazen Irrsinn, den ich heute so entdeckte, ist das doch echt ein Hoffnungsschimmer gewesen. Man besinnt sich auch bei den Frauenzeitschriften nicht auf pseudo-esoterische Gerichtskompositionen aus Fern-Ost, deren Zutaten man entweder selber züchten oder nur unter Mißachtung der Artenschutzbestimmungen erst ins Land schmuggeln muß, nein, man entdeckt das gute, alte Hackfleisch wieder! So muss es sein... back to the roots... back to Hackfleisch Country!
Dienstag, 01.11.2005
JEIN
(Fettes Brot) Definitive Aussagen für die Zukunft Deutschlands und eine geradlinige, kontinuierliche Politik hatte man uns versprochen. Die 2 großen Politvereine unserer Parteienlandschaft wollten sich zusammenraufen (oder doch eher zusammen raufen?) und für unser Land nur das BESTE bewirken! Na HALLELUJAH.... bis jetzt klappt das ja erstklassig! das mit "dem Besten" hatte man ja schon mit der Nominierung vom Cerberus fürs Kabinett ad absurdum geführt. Mit geschickten Argumenten brachte er seinen Freistaat hinter sich und wollte mit bajuwarischer Power nach Preußen marschieren um dort für Ordnung zu sorgen! Aber jetzt? Nix da, zurück in den Weißwursthades zieht es ihn, und das ist durchaus verständlich. Schauen wir uns das Kaschperletheater doch mal genauer an. Das Kanzlerchen macht mittlerweile die letzten Stationen seiner Abschiedstournee durch und kümmert sich einen doch sehr feuchten Dreck um die Koalitionsverhandlungen seines Polithaufens mit den Christdemokraten und der CSU. Der Münte sollte es halt richten, Parteisoldat par excellence und mit einem Tränensack immer noch manifest in der Parteibasis verankert. Münte was "THE MAN"... der Heilsbringer des sozialdemokratischen Spagats zwischen Machterhalt und Kolaboration mit der physikalischen Pastorentochter a.D.! Er zog die roten Fäden und lies hier und da einen Ministerpräsidenten zappeln und moppste der vermeintlichen "Wahlgewinnerin" alle wesentlichen Ministerposten. Nun aber, so mitten im Marionettenspiel wird der "Puppet-Master" mit dem virtuellen Godesberger Ehrentatoo von seinen Untergebenen einfach abgesägt. "Tschö, war schön mit Dir aber nun schleich' dich alter Sockenbügler!" riefen sie ihm im übertragenen Sinne zu. Hmmm... und nun? Ein Vizekanzler, der was die Vertrauensbasis angeht de facto auch als Parteilos gelten kann... gibts nicht. Also erstmal präventiv den Rücktritt von allen Ämtern erklären und flux die private Rentenkasse checken... passt schon! Also ab in den Ruhestand! Sollen die Rebellen aus dem eigenen Stall doch sehen wie sie weiter klar kommen. Das wäre mal ein konsequenter Schachzug gewesen. Die SPD hätte mit Frau Nehles an der Spitze wohl ein recht lustiges Bildchen abgegeben in der nächsten Zeit. Unkoordiniert wäre sie durch das Polituniversum gedriftet und dereinst wahrscheinlich von den Lafo-Borg assimiliert worden! Aber nein, es gibt ja noch die politische Notbremsfunktion, repräsentiert in der Selbsterkenntnis des "Was haben wir getan?!?". Nun übt die ganze Partei den virtuellen Kniefall vor dem Abgewählten und will ihn doch behalten. Verstehe einer diese Welt. Jene, welche den größten Anlauf für den "Arschtritt" genommen haben, geben sich nun die größte Mühe Loyalität vorzuheucheln. Auch die anderen Lager bleiben nicht verschont. Der Bayern-Ede macht, wie erwähnt, einen Rückzieher und will lieber wieder in seinem Schuhplatteldistrikt zurück und Auswärtige über die Grenze nach Österreich zurückschuppsen, statt sich dieses Chaos weiter an zu tun. Selten hat ein SPD-Spitzenpolitiker bei einem Bayern so viel Ansehen genossen wie der Münte in der Begründungserklärung vom Cerberus, der ihn zu einer "tragenden Säule", einer "Integrationsfigur" und einer "Kompetenz" machte. Da hat er sogar mal Recht wenn mans objektiv betrachtet, nur wann sagt das schon mal ein lederbehoster Wadenbeißer dermaßen offen?!? Dem Ede kommt das Chaos im ungeliebten Koalitionspartner doch ganz gelegen, oder kann sich jemand ernsthaft vorstellen, dass diese Gestalt demnächst ihren Hauptwohnsitz in Berlin anmeldet und die Schweinshaxe gegen ne gepflegte Currywurst eintauscht?! Nicht wirklich...! Also zurück nach Gamsbart County und Landesfürst spielen! Also fassen wir zusammen: die SPD verzapft den größten Haufen Bockmist, den sie sich derzeit hätte leisten können und wird damit bestraft, dass der Cerberus zickt! Kranke Welt hier! Während man sich heftig um diverse Posten kabbelt und ein Netzwerk aus Intrigen spinnt, in welchem sich vermutlich noch der eine oder andere verfangen wird, wurstelt die Bevölkerung unkontrolliert weiter Richtung Pauperismus und kann bestenfalls den Kopf über diese Realsatire schütteln, die ihm als "Regierungsbildung" verkauft werden soll. Ein Wunder, dass in einem Land, dass de facto seit März nicht mehr regiert wurde, noch nicht die anarchistische Keule ausgepackt hat und das mit der Basisdemokratie man ernst nimmt! Aber dazu sind wir hier wohl zu pflichtbewusst und brav. Und die "Angie"? Schon beeindruckend wie Konsequent sie ihre angehende Regierung im Griff hat! Solange sie noch das Machtwort sucht, was man ja durchaus mal sprechen könnte, wird das Hickhack weiter gehen. Ich bin mal gespannt wer am Ende wie und warum welchen Posten besetzen soll... man könnte daraus gleich ne kleine Tombola machen und die Jobs verlosen finde ich. Da spielt die Merkel Glücksfee und die Auserwählten werden alsbald vom Cerberus persönlich auf die Bühne gezerrt, ob sie nun wollen oder nicht! Wenn man sich mal anschaut, in welche Tradition sich die Angela so einreiht, da kann man nur den Kopf schütteln. Bei so viel Führungsschwäche würde der Adenauer im Grabe rotieren. In den Nachrichten wird sogar schon beiläufig erwähnt, dass man im nächsten März ja noch ein Wochenede frei hätte, welches nahezu ideal wür eine Neuwahl scheint! Also wenn das nicht ein Angebot ist... holt die Plakate wieder raus und los gehts... Neuwahl! Nur, wer wird denn da kandidieren? Sukzessive hat man doch, sowohl in SPD als auch CDU ja alles demontiert was halbwegs Rang und Namen hat. Schröder ist Altmetall, Cerberus kann nicht schon wieder die Meinung ändern, Merkel hat versagt, Münte ist politisch auch am Ende... und sämtliche MP's kann man streng genommen auch knicken, vom Wowereit mal abgesehen, welcher allerdings dem Hauptstädtchen erstmal treu bleiben will und bei dem Chaos wohl auch gut daran tut. Am Ende steht dann wohl eine Koalition aus Linkspartei, FDP und Grünen... die SPD scheitert an der 5% Hürde und die Union schaffts auch nur über die Direktmandate. Na Super! Wenn das hier so weiter geht, dann kann man blad den Laden dicht machen und Wiedervereinigung mit Polen feiern... nur diesmal friedlich und anders herum! Mal schauen was sich in den nächsten Tagen noch so ergibt im "Poker" um die Ämter. Rein technisch gesehen, hat das ganze Konstrukt da die kritische Masse schon längst überschritten, als Physikerin müsste man das erkennen!
Montag, 31.10.2005
STEIN UM STEIN
"... mauer' ich dich ein!" (Rammstein, 2004) Lang lebe der Froschlaich und sein Winterfell werte Audienz! Heute werde ich, getragen von einer Welle martialischer Weltverbesserungsphantasien, mal wieder versuchen unser Heimatländle von einer Plage zu befreien, welche nicht einmal die Bibel vorhersehen konnte. Ich will mal mit einer kleinen Kausalkette beginnen: Stein+Stein+(n*Stein)=Mauer! 4*Mauer+Dach=Haus! Haus - Fenster - Tür = ein idealtypisches Tokio Hotel! Da gehören se rein die Blagen, da dürften sie auch nie wieder raus! Schauen wir uns das ganze doch ein Mal an. Da schnappt sich die Plattenndustrie ein paar präpubertäre Mitglieder der verkommenen Jugendkultur heutiger Tage und malt den ganzen Verein möglichst finster an, drückt ihnen elektronische Instrumente in die Hand und vermetrosexualisiert ihr Erscheinungsbild so lange, bis man sich als leidender Zeitgenosse fragt, ob es sich hier eigentlich noch um menschliche Wesen (die Voraussetzung dafür, so lehrte uns die Aufklärung, ist ja schließlich "vernunftbegabt") oder schon um die neueste Generation Tamagochis handelt. Das Penetrante an der ganzen Sache ist ja, dass man ernsthaft versucht sie in die Rock'n Roll Ecke einzuordnen! Nur, jeder der eine halbwegs gesunde Einstellung zu diesem Genre hat, der fällt bei dem Versuch letztendlich einem Lachflash sonders Gleichen anheim. Man möchte nach Teer und Federn rufen wenn man den Haufen aknephiler Jungspackos im Fernsehen seine Turnübungen machen sieht, traut sich dies aber dann doch nicht so ganz, weil man an der Strafwirkung der Aktion gewisse Zweifel anmelden kann. Am Ende genießen die das noch, und belohnen wollen wir doch auch keinen! Andererseits könnte man die gefiederten Endresultate wirksam in der Nähe eines BAMS Verkaufsstandes platzieren, drückt jedem eine Reklametafel mit der Zeichenkombo "H5N1" in die teerverklebte Patschhand und wartet dann ab bis der hysterisierte Mob zur Lynchjustiz greift! Alles Varianten sich dieser Plage zu entledigen, alles Wege wieder RUHE zu haben vor penetranten 14-jährigen und alles Alternativen um den Haufen mal klar zu machen, dass das, was sie unter Weltschmerz verstehen (und leider auch noch besingen) noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist! Schauen wir uns doch mal die "Kollegen" dieser rockenden Clearasil-Clowns an und ziehen Vergleiche die für besagte Teenie-tus-Gruppe, soviel kann man schon sagen, mehr als blamabel enden werden! Nehmen wir zunächst den großen, alten Mann des Hard Rock, nehmen wir Lemmy Killmister von Motörhead! Qua Selbstdefinition spielt "Tokio Hotel" in der selben Liga, der des Hard Rock... MUHAHAHAHA!!! Die Lächerlichkeit dieser musikalischen Gleichschaltung einer Bubi-Combo mit den Urvätern des Killer-Riffs wird einem auf Anhieb bewußt! Beweise? Gerne! Schauen wir uns mal die Songtitel an, das ist entlarvend genug! Wie eröffnen die japanischen Pensionskasper ihr Machwerk? Klar, gebührend mit einem "Schrei"... toll... ich hab Angst! Motörhead wiederum hämmern einem gleich mal "Overkill" um die Ohren und erläutern damit gleich ihre Bandphilosophie "Auf unserer Platte geht es um verschiedene Varianten von Morden, aber positive Morde!" (Lemmy, 2004). Der Gaga-Kracher "Durch den Monsun" wird zum lauen Lüftchen wenn aus den oppositionellen Verstärkern das obligatorische "Born to raise hell" erklingt, die hoch gegeelten Stacheln vom Sänger-Wanst brechen unter dem Trommelfeuer einer Snare-Drumm, die bie "Death or Glory" ein für alle Mal klar stellt, dass da wo Motörhead sind, kein Platz für diese Wimperntuschlinge ist. Auch wenn man sich mit "Jung und nicht mehr Jugendfrei" gegen Ende des Albums noch mal aufrührerisch präsentiert und so richtig evil scheinen will, kostet dies die Cowboystiefelträger nur ein müdes Zucken der behaarten und verwarzten Mundwinkel bevor sie sich in einer musikalischen Kausalkette mit "Vibrator", dem "Whorehouse Blues" und "Orgasmatron" zu einer etwas exakteren Definition von "nicht mehr Jugendfrei" hinreißen lassen! Am Ende steht also ein deutlicher Erstrunden-K.O. unserer Minderjährigen Vorzeige-PISA-Versager gegen die geballte Übermacht rockmusikalischer Authentizität! Man muss aber nicht unbedingt die, zugegeben, etwas einfacher gestrickten Brachialrocker zu Rate ziehen um klar zu machen, dass Tokio Hotel alles sein kann, nur keine ernst zu nehmende Musik. Aber unsere Gesellschaft liebt ja bekanntlich die Extreme, also fühlte ich mich mal berufen diesen Bedarf zu decken. Wenn ich mir vorstelle, dass man in den nächsten Jahren noch miterleben muss, wie diese Vögel "reifen", sich musikalisch "weiterentwickeln" (oje, das wird aber ein langer Weg) oder gar "erwachsen werden"... da wird mir ehrlich gesagt schlecht! Diese Kasper sind jetzt schon an Penetranz nicht mehr zu überbieten und haben eigentlich nix weiter Verdient, als wieder in ihr bedeutungs- und sinnloses Leben zurück zu kehren, welche ihnen gebührt. In 10 Jahren sehe die persönlich eher als Kesselflicker in einem sibirischen Strafgefangenenlager als in jeglicher seriöser CD-Sammlung, also sollte man ihnen nahe bringen, dass sie es gar nicht erst versuchen sollten, ist eh sinnlos! doch da es heute leider nicht nach musikalischem Potential geht, sondern eher nach Massenkompatibilität und der Fähigkeit mit einem stupiden Lächeln möglichst viele pubertäre Zeitgenossinnen mit fortgeschrittener Geschmacksverirrung zur Hysterie zu treiben geurteilt wird, bleibt uns dieser Verein wohl leider noch etwas erhalten! Sogar "Schnappi" hatte ja noch einen tiefgründigeren Text als dieses Monsun-Genudel. Ich warte ja noch auf den Tag, an dem sie Jeanette Biedermann featuren und sich an einer Metal-Version von "Schwarzbraun ist die Haselnuss" versuchen! Zuzutrauen wäre es ihnen jedenfalls und so wie es aussieht wird das auch kommen. Wir sollten ihnen am Besten ein eigenes Genre einrichten, bevor solcherlei Gitarrenschänder weiterhin versuchen das wohl großartigste aller musikalischen Schublädchen zu vergewohlwurschteln. Eine Kategorie, wo jeder weiß, dass er außer massenkompatiblen Weichspülriffs die keinem weh tun und Texten mit einem Anspruch jenseits von Geschirrspülmittelwerbeslogans nicht viel zu erwarten hat. Wie läuft denn das mit dem Volksentscheid gleich noch einmal? Wäre es nicht möglich, sofern man genug Unterschriften sammelt, unseren scheidenden Innenminister dazu zu veranlassen die Mädels nach Österreich zu verkaufen? Dann sind wir die los und die Ösis haben sie am Hals. So gibt man denen noch Sendezeit und ein Forum um ihre zweifelhaften Lebensweisheiten unters Volk zu bringen. Unter ein Volk, das sowieso schon geschädigt genug ist durch seine gewählten Vertreter und das Vorrücken der Vogelgrippe, welche es bis auf den letzten Mann auszurotten droht. Es gibt Sachen, die kein Land der Welt verdient! Die Vogelgrippe... OK, das seh ich ja noch ein, aber TOKIO HOTEL?!?!!!! Nee, tut mir leid, irgendwann hört der Spaß auf! Nicht nur dass das Schicksal sprichwörtlich grausam ist, nun scheint die Sau auch noch zynisch zu werden!!!! Um endlich wieder in Frieden leben zu können muss also das fensterlose Gebäude aus dem Rammstein-Liedchen her... denn wie sangen Motörhead schon so passend: "Dead men don't tell stories"!
Donnerstag, 27.10.2005
ABOUT A GIRL
Dienstag, 25.10.2005
JESUS CHRIST POSE
Dosenbier und Trockenobst für die Steiermark wertes Fußvolk!!! Bis jetzt gabs wohl kein Thema in diesem kleinen Kuriositätenkabinett, bei welchem mir die Titeltrackwahl so leicht fiel. Der Soundgarden-Klassiker drängte sich mir förmlich auf, als ich vor ein paar Minuten durch die so genannten "Musik"sender zappte und "Deine Lieblingsrapper" über den Bildschirm hippten und hoppten! Mir liegt es sehr am Herzen, dass hier mal festgestellt wird, dass es nicht MEINE, sondern eben DEINE Lieblingsrapper sind (wer auch immer sich da jetzt angesprochen fühlt, er hat mein volles Mitleid)! Der Titel lautete "Steh wieder auf"... dabei musste ich mich eher erst einmal setzen! Der Stein des Anstoßes war der Herr SIDO... Gerüchten zu Folge steht dieses kryptische Kürzel für "Super Intelligentes DrogenOpfer"... kann aber auch einfach "Schwere Inkontinezielle Diskrusdiaröh Obsession" heißen. Ich bin weiß Gott nicht religiös, gehöre keiner Sekte an und nennenswert abergläubig dürfte ich auch nicht sein wenn man meinem Horoskop glaubt, aber in dem Moment, wo ausgerechnet dieser Sido am Kreuze hängt und Gottessöhnchen spielt, dann komme ich ins Grübeln! Zudem verzichtete er auf die obligatorischen Nägel, welche eine derartige Fixierung am Kruzifix doch erst richtig realistisch aussehen lassen und hält sich lediglich an ein paar Bändchen fest... Sockenbügler!!!! Aber denken wir das mal zu Ende. Ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass der gute Jesus dereinst durch die Jerusalemer Partyszene tourte und im Halluzinogenrausch die Fuffies in den Club schleuderte, während er eine lächerliche Goldmaske auf der Nase balancierte und dabei einen Prolligkeitswettbewerb mit seinen Jüngern, den "True-Aggros", abhielt! Nein, glaubt man den Gerüchten, dann war der eher so ein Typ wie Mutter Theresa... ein Gutmensch und moralisch integrer Zeitgenosse. Mit so 'nem Vogel wie Sido hatte der ungefähr genau so viel zu tun wie Kojack mit Haargummis! Also warum diese Perversion mythologischer Religiosität? Der will einem doch nicht ernsthaft weiß machen, dass er sich für so eine Art Erlöser hält... und selbst wenn: Erlöser für wen????? Für mich nicht, ich würde mich mit Händen und Füßen wehren wenn der Kerl vor der Tür steht und mich erlösen will... und außerdem: von WAS will der einen erlösen? Jemand der seine musikalischen Zumutungen "Arsch****song" und ähnlich nennt, der kann doch nicht ernsthaft verlangen, dass man ihm den Spaß da abkauft! Was der unter "erlösen" versteht, das dürfte im Strafgesetzbuch wahrscheinlich unter dem Stickwort "Kapitalverbrechen" nachzuschlagen sein! Wenn ihr mich fragt, dann leidet hier jemand unter ganz, ganz bösem Realitätsverlust und hat zudem noch Glück, dass das mit der Inquisition schon ne Weile nicht mehr aktuell ist! Kennt ihr eigentlich "Das Leben des Brian" von den Monty Pythons? Sagt euch in diesem Zusammenhang die Steinigungsszene etwas? Sido wäre genau der Typ der im Büßerhemd noch feste "Jehova, Jehova,..." brüllt, während das Publikum nen halben Steinbruch anschleppt um ihn damit in die nächste Welt zu katapultieren! Und so jemand vergleicht sich mit Jesus... demnächst erzählt uns der Schorsch Dabbeljuh wahrscheinlich noch er wäre ein guter Christ *kopfschüttel*! Was man hier alles über sich ergehen lassen muss in unserer Mediengesellschaft. Man muss doch nicht jedem die Möglichkeit geben sich im Fernsehen zu produzieren und seinen geballten Schwachsinn auf die Menschheit los zu lassen, nein, bitte nicht! Da wird doch wirklich alles an ethnischen Werten pervertiert! Wo soll das denn noch alles hin führen, moderiert demnächst Slipknot den "Eurovision Song Contest" oder ein Priester die "Mini-Playback-Show"?!? Wenn das so weiter geht, dann sind wir nicht mehr lange Papst kann ich euch sagen... ! Dann suchen die sich wieder ein Volk aus, was den Job ernst nimmt... den Irak oder so! Letzten Donnerstag meinte Harald Schmidt noch "Was in Israel fehlt um den Tourismus wieder anzukurbeln, wäre mal wieder eine vernünftige Prominentenhinrichtung!" (Schmidt, 2005) ich hätte da schon ne Idee wen wir demnächst mal den Kreuzweg entlang jagen könnten! Zweite Tür links und jeder nur ein Kreuz!
Sonntag, 23.10.2005
GOD KNOWS
MANDO DIAO GEHEN ZUM GENITALBILDHAUER!!!!! Peng!!!! So, jetzt hab ich gleich mal die essentielle Message von "Spiegel TV" zusammengefasst, welches gerade eben noch über meinen Bildschirm flimmert! Thema sind die Auswüchse des Grouppie-Daseins. Aber langsam, eines nach dem anderen! wir alle kennen das Bild vom Rockstar, der Energie geladen seine Show zellebriert und danach erst einmal duschen geht, im Falle eines Metallica-Frontmanns kann dies durchaus schon mal gemeinsam mit 8 (!!!!) Mitmenschinnen geschehen, um sich dann frisch gesäubert auf die Fan-schaar zu stürzen, was man durchaus wörtlich verstehen kann in diesem Kontext! die Reportage drehte sich genau um dieses Thema und deckte sämtliche Bereiche der Musik ab, von diesen peinlichen Fashionkaspern namens "US Fünf" bis hin zum großen, alten Mann der multilingualen Nachkommenschaftszeugung himself: Mick Jagger nebst der Rolling Stones. Von der Zahnspangenfraktion bis hin zu den Mittsechzigern kam also jeder auf seine Kosten! Nun ist aber so ein Bericht nur halb so spannend, wenn man nicht auch ein paar besonders krasse Auswüchse der Szene vorstellt und genau DAS tat man dann auch ausgiebig. Der Fall des Modells, welches sich von Herrn Jagger ein Kind andrehen ließ, selbigen dann verklagte und die 30 Mios einkassierte klingt ja noch recht plausibel und unspektakulär. Das kennt man ja schon von Boris Becker in ähnlicher Weise. Nur dass sich der Ober-Stone für seine Fehltritte wahrscheinlich ein Hotelzimmer leisten kann und nicht auf Besenkammern von Drittklassigen Absteigen in England angewiesen ist. Naja, wems gefällt...! Jedenfalls kulminierte diese Zusammenstellung menschlicher Absurditäten in einem Kurzportrait einer US-Amerikanerin, die sozusagen ihr Hobby zum Beruf gemacht hat und die Gipsrepliken der Genitalien berühmter Musiker erst anfertigt und dann im Netz vertreibt. Ganz großes Tennis. Ihr "größter" Schatz ist, so behauptete sie selbst, das Gemächt von Gitarrengott Jimmy Hendrix. Die Gute muss den Kerl also nach einer seiner Shows, sagen wir mal "inspiriert" haben, auf dass dieser ganz profan die Hosen runter lies! Und wers dann braucht, der kann sich eine 15,4cm hohe Stele der besonderen Art in ihrem Internetshop ordern, legt die 15000 Dollar auf den Tisch und das Meißener Porzellan in der Wohnzimmervitrine bekommt erektile Gesellschaft! Ich frage mich bei solchen Stories dann: Wer zum Henker kommt auf so KRANKE (ich wiederhole: K-R-A-N-K-E) Ideen und wer kauft das denn noch?!?!?!? Den Rockern kann mans ja nicht vorwerfen... Drugs sind meist eh schon im Blut, Rock'n Roll hat man soeben hinter sich gebracht und die nette Skulpturkünstlerin bietet an sich um den Rest zu kümmern... dass die einen "Abdruck" verlangt, das kriegen die meisten gar nicht mit, beim Anblick von Gipspulver bauen sich bei ihnen eh ganz andere Assoziationen auf! Also bringen wirs auf den Punkt: diese böse Frau beutet die armen, wehrlosen Rockstars aus und nutzt ihre Rauschzustände schamlos aus um ihre primitiven Triebe zu befriedigen. BÖSE MENSCHEN WANDELN HIER AUF DEM PLANETEN!!!! Die Fabrikanten des Titelsongs, die schwedischen Pop-Rocker von Mando Diao, sind sowas wie die primärste aller Primärzielgruppen dieser (ich nenne sie nur noch despektierlich:) "Person"! Die Dudes hörten von der Idee und erklärten sich spontan dazu bereit, sich quasi verewigen zu lassen und gingen sogar noch einen Schritt weiter, sie schlugen allen Ernstes "Serienproduktion" vor! Das ist man seinen Fans schließlich schuldig!! Das Problem ist nur, inwieweit die "Nachfrage" in ihrem spezifischen Fall nicht vom "Angebot" enttäuscht wird...! Naja, man hätte es wissen müssen, schließlich glänzen die Herren aus Sverige nicht gerade mit Bescheidenheit oder gar Realitätsnähe. Ich bin mal gespannt wie und vor allem wo das noch enden soll... wenn solcherlei Dinge schon den Weg zu Spiegel-TV finden und dann zur besten Sendezeit breit gekaut werden, dann will ich nicht wissen, worüber das nächste "Literarische Quartett" dann sinniert... wahrscheinlich die tief reichende Metaphorik der neuesten Brigitte-Diät oder noch Schlimmeres! Naja, irgendwie ist es zwar befremdlich, aber doch auch gut zu wissen, dass es sowas gibt! Denn was würden Mando Diao denn mit ihrem überschüssigen Ego veranstalten, wenn sie es nicht auf diese Art und Weise kanalysieren könnten? Womöglich würden sie Nachwuchs zeugen und das will derzeit auch keiner wirklich riskieren! Die Herren sollen sich mal schön auf die Musik konzentrieren, das können sie und dabei kommt im Gegensatz zur Verbalartikulation auch was Vernünftiges dabei heraus. Den meisten Menschen wirds dann auch egal sein, ob die Band Gipsabdrücke ihrer Zauberstäbe im Cyberspace verscherbelt oder nicht, aber die, welche sich dafür interessieren, die sollten schon einmal den Rechner anwerfen und ne zweite Hypothek aufnehmen, denn billig ist der "Spaß" nicht... !
Samstag, 22.10.2005
FEEL GOOD INC.
Mahlzeit! Heute will ich mich mal über nichts weiter aufregen! Nein, heute war ein schöner Tag!!!! Die Steaks waren blutig und die Strickmützen bunt! Manchmal gibts halt so Tage, an welchen man auch auf diesem Planetchen absolut nix zu kritisieren hat! Vielleicht hängt dies aber auch einfach nur damit zusammen, dass man jeglichen Kontakt mit der Außenwelt auf ein Minimum beschränkte, mal die Glotze tagsüber ruhen lies und sich fast den ganzen Tag der Lektüre eines guten Buches oder einer anderen sinnvollen und explizit NICHT sinnleeren Beschäftigung widmete! Wie dem auch sei, heute lief mir mal keine neue Idiotie über den Weg, obgleich ich mir ziemlich sicher bin, dass auch dieser Tag wieder jede Menge von ihnen hervor brachte! Es ist ja nicht so, dass die Welt besser wird, nur weil meine Wenigkeit sie ein mal ein paar Stündchen, oder gar nur Minuten, sich selber überlässt... NEIN!!!! Vielmehr wird die Produktion neuer Abscheulichkeiten wahrscheinlich noch beschleunigt werden, wenn Papi mal weg schaut! die Kulturindustrie ist wie ein pubertierender Jugendlicher: der größte Mist wird immer dann verzapft, wenn keiner hin schaut! Also ist auch heute wahrscheinlich der neueste Klingeltontrend schnurstracks an mir vorbei marschiert. Ich sollte mich jetzt nicht der sinnlosen Illusion hingeben, dass der moralische Abstieg mit "Rolf dem Rülpsvieh" oder den "2 singenden Klosteinen" bereits vollzogen wäre, es geht immer NOCH niveauloser, selbst wenn man es nicht mehr für möglich hält! Also wenn da heute irgend ein pampeliger Designer von Jamba, Zed oder von wem auch immer wieder von der Kreativität (oder wie man diese "Gabe" die oben erwähnten Viehcher hervor zu bringen auch nennen mag) gepackt wurde und dabei einen jodelnden Sicherungskasten, steppende Mehrwegpräservative, "Zvonimir, die rappende Zylinderkopfdichtung" oder gar "die lustigen, kopulierenden Kathederbeutel" erfand, dann lief das zwar an mir vorbei, ist aber trotzdem nicht minder moralisch verwerflich! Böse, böse, böse!!!! Aber was ich nicht weiß... naja... ist ja bekannt der Spruch! Ich könnte natürlich auch, bloß um die Zeilen zu füllen, wieder anfangen irgend ein Märchen zu verunglimpfen und meinetwegen die Sozialstruktur des Schlaraffenlandes um vierköpfige Killerziegen oder vegetarische Zombies aus Tasmanien erweitern, aber nein... selbst dazu kann ich mich heute nicht wirklich durchringen! Außerdem würde es auch schwer werden die bloße Existenz beider Geschöpfe plausibel zu erklären und sie irgendwo zwischen fliegendem Hähnchenbraten und Sirupseen möglichst störungsfrei ins Ökosystem zu integrieren. Das ist mir heute alles zu kompliziert, damit will ich mich nicht einmal ansatzweise auseinander setzen!!! Also nehmt es mir nicht übel, heute bin ich mal wieder Pazifist... leben und leben lassen. Das ist übrigens etwas, was mir an dieser Welt generell fehlt, der Pazifismus, besonders im privaten Bereich! Wie viele Leute wollten denn schon bei ihrem Nachbarn am liebsten einmarschieren, nur weil dessen Zierhecke einen asymmetrischen Zuschnitt hatte oder dessen Rasenmäher die in der Gemeindeordnung fixierte Maximaldezibelzahl um exakt 4,3% überschritt. Das führt dann zur Gutachtenschlacht und letztendlich schüttet man nen Limes auf und spielt Stellungskrieg zwischen Erdbeerbeet und Rosenstrauch. Der Gartenzwerg wird zum Fußsoldaten der gärtnerischen Kriegstreiberei und im Falle der Eskalation erleben dann die Waffen der Bauernkriege ihre Renaissance und zwei erwachsene Männer gehen mit ner Mistgabel und ihrer Gartenkralle bewaffnet aufeinander los um im letzten Gefecht das ultimative Ende herbei zu führen und den Rivalen vom Antlitz der Kleingartensiedlung zu tilgen, auf daß seine verwesende Leiche, von Buchfinken zerhackt, als Mahnung an alle weiteren Mitmenschen am Eingangstor besagter Schrebergartenkolonie aufgeknüpft werde! die Wahrheit sieht dann meist eher so aus, dass man sich nebst Gipsverbänden und (wenn der Nachbar mit seiner Gartenkralle umgehen konnte) künstlichem Darmausgang vor dem Kadi wieder trifft und sich wegen einer Nichtigkeit weitere zwei bis drei Jahre die Ohren voll zickt, bevor man sich entweder doch außergerichtlich einigt oder einer der Kontrahenten an seinen erlittenen Kriegsverletzungen vor die Hunde geht! PAZIFISMUS Leute... lasst es einfach mal ruhig angehen und schon euren Hormonhaushalt. Wir sollten uns als Gesellschaft mal darauf verständigen, dass wir Sanktionen der drastischeren Art nur dann ergreifen, wenn es sich auch lohnt, will heißen: wenn ein wirklich existenzbedrohender Konflikt vorliegt! Ansonsten immer schön den Ball flach halten und seinen Rachedurst, wenns denn unbedingt sein muss, in besonders einfallsreiche Aktionen ummünzen! Beispielsweise die nachbarlichen Zuchthühner rosa lackieren oder in einer Nacht und Nebel Aktion den einen oder anderen Termitenhügel im Gewächshaus des Delinquenten errichten... das ist witzig und in 30 Jahren schon können beide drüber lachen... wenn sie so lange überleben sollten versteht sich! Na egal, das sind zwar alles grausame, für mich aber trotzdem relativ irrelevante Schicksale! Heute war ein ruhiger Tag... heute war Fasching im Kühlschrank!
Donnerstag, 20.10.2005
MEIN KLEINER, GRÜNER KAKTUS
Mittwoch, 19.10.2005
NÝ BATTERí
Isländische Grüße an die Fußsoldaten des Konsumwahns! Na, wie war denn euer Tag heute werte Internetler?!? Meinerseits wurde ich mal wieder von einer Erkenntnis heimgesucht! Wie der Titel, eines der wohl sphärischsten Stücke von Sigur Rós, bereits andeutet, hat selbige etwas mit Batterien zu tun. Jeder der jetzt denkt, mir wären auf meinem heutigen Lebensweg pausenlos irgend welche Duracell-Häschen über den Weg gehoppelt und ich hätte selbige mit neuem Stromvorrat versehen müssen um ein reines Gewissen zu behalten, der liegt falsch, aber so richtig! Viel mehr fungiere ich derzeit wie ein solches, aber ein paradoxes welches! Gut, bei einem Blick in den Spiegel schleicht sich auch bei mir die Einsicht ein, dass ich der wohl freakigste Duracell-Hase seit Tut-Ench-Amun bin, aber auf Äußerlichkeiten wollen wir ja ohnehin keinen Wert legen. Viel mehr beschleicht mich in den letzten Tagen das Gefühl eines sich wieder auffüllenden Akkus. Lief dieser vor 2 Wochen noch auf den letzten Fitzelchen von Restspannung die man irgendwo in den Untiefen der eigenen motivatorischen Hirnstrukturen zusammen kratzen konnte, merkt man nach 11 Tagen prüfungsfreiem Leben so langsam, wie die Kräfte in einen zurück kehren und einem wieder so allerlei Unfug in den Sinn kommt! Gut so, das ist schließlich der Sinn des Lebens: Unfug!!!! Wie sonst ließen sich diverse Alltagserscheinungen auf diesem Planeten erklären, wenn nicht durch das humanimmanente Potential an Blödsinn! Fangen wir mal wieder auf der politischen Ebene an. Gestern war es so weit, der bunte Präsident hatte die noch aktuellen Regierungsmitglieder und Mitgliederinnen geladen um ihnen die offiziellen Entlassungsurkunden zu überreichen! Mich persönlich würde mal interessieren was zum Teufel in so einem Dingen drinne steht. Etwa: "Hiermit sind sie, sehr geehrter Herr Schröder, als Regierungschef gefeuert!" oder beim Verteidigungsministerlein Struck, der phänotypischen Reinkarnation des preußischen Feldherren, steht da schlicht und ergreifend: "Degradiert!"? Ich fände es schon schön, wenn die Texte ein bissel persönlich wären. So könnte man Trittin ein mit Bio-Tinte bekritzeltes Palmblatt mit der Aufschrift "Grüner wirds nicht" in die schweißnasse Patschehand drücken, während man Ulla Schmidt passender Weise ein Röntgenbild der krankenden Bundesrepublik überreichen müßte. Für Joschka gibts dann ein paar Laufschuhe mit persönlicher Widmung von Michael Glos und nen Eimer Faltencreme! Das wäre doch mal schön... aber was gabs wirklich? Ein vorgedrucktes Mäppchen in deprimierendem dunkelblau. Kein Wunder dass da auch bei Wolfgang Clement nicht wirklich die Partylaune aufkommen wollte, vom Hans Eichel, dem bürokratischen Prototyp schlechthin mal ganz zu schweigen. Für die Mädels gabs scheinbar nicht einmal Blumen zum Abschied, Frechheit! Also lieber Herr Köhler, das ist alles noch ausbaufähig, mit dem Ede und der Frau Merkel können sie sich solch einen Reinfall nächstes Jahr nicht erlauben!!! Da müssen sie ihnen schon via Kniefall für ihre 7 Monate konstruktive und höchst frucht... neee... furchtbare Regierungsarbeit danken und ihr Bedauern kundtun, dass ihr unfähiges Volk die Frechheit besaß sie wieder abzuwählen! Und die Angie hat dann auch nen Blumenstrauß verdient, obwohl der Cerberus aus alter Verbundenheit gegen den Begriff "Strauß" in Verbindung mit Frau Merkel wohl protestieren wird. Unser Ministerverschleiß wird sich ohnehin dramatisch erhöhen in den nächsten Jahren, daher sollte man diese Urkündchen sowieso in Massenproduktion geben, es gibt bestimmt ne ganze Menge tadschikischer Halbwaisen, die das übernehmen würden, sofern man nur mal nett fragt und den einen oder anderen Euro rüberschickt. Dann könnten wir uns den Spaß einer Neuwahl auch öfter mal erlauben, was das für ne Gaudi macht beweist uns ja Italien schon seit Jahrzehnten!!! Dort gibt?s nicht diese steifen, angestaubten Rituale... da werden keine Urkunden überreicht wenn man, sagen wir es wie es ist, VERSAGT hat... dort gibts vom ewigen MP nen Tritt ins Gesäß und ein angemessenes "Stronzo!" als letzten Gruß hinterher, während das Kabinett durch die Parlamentstüren fliegt. So muss das sein, das ist Entertainment pur!!!! Aber Deutschland kriegt das ja nicht hin! Ein Land dessen größtes Sportidol selbst in nem Ferrari hinterher fährt, das kann nicht dynamisch sein, wirklich nicht! Vielmehr sollten wir eher darauf bedacht sein, dass wir uns nicht allzu sehr lächerlich machen in der Welt von morgen! Wir brauchen einfach jemanden, der unser Land angemessen repräsentiert... der Joschka war da schon ganz gut geeignet. Leicht kauzig, Sorgenfalten überall und den Gürtel bisweilen so eng geschnallt, dass selbst Kate Moss daran zu ersticken gedroht hätte. Aber kompetent was multikulturelle Höflichkeitsbesuche von Albanien bis Zimbabwe anbelangt. Wir brauchen wieder einen, den wir guten Gewissens durch die Welt schicken können ohne Angst zu haben, dass uns irgend ein Schurkenstaat nach dem Staatsbesuch postwendend den Krieg erklärt, nur weil der Repräsentant unseres zentraleuropäischen Bundesrepublikchens (welcher auch immer... da gibts im neuen Kabinett ja nahezu unbegrenzte Auswahl) dazu hinreißen ließ die Tochter des lokalen Stammeshäuptlings anzuzwinkern oder weil er das traditionelle Begrüßungsessen (Hammelhodensülze auf Griesbrei mit einem Hauch von Seegurkenaroma) nicht wirklich lange bei sich behalten konnte... blamabel wäre das! Also schlage ich vor wir nehmen Nicki Lauda für den Posten! Was lacht ihr denn da so?!?!!! Das ist mein voller Ernst! Gut, der Kerl ist Österreicher aber das war bei uns doch noch nie wirklich ein Hinderungsgrund so einem ein hohes Staatsamt anzuvertrauen, oder?!? Außerdem kennt sich der Lauda aus, wo der schon überall war, HAMMER! Und fliegen kann der auch selber, man bräuchte also die Flugbereitschaft der Luftwaffe gar nicht zu bemühen, Nicki steigt einfach in seinen Jet und düst los... nach Botswana, Panama, Kirgisien oder die USA, je nachdem, wo er den Demokratiegedanken gerade am Dringendsten verbreiten muss. Ideal wäre der, eine gewisse Reputation besitzt er ja schon, diese kann sich eigentlich nur noch ausweiten finde ich! Und wenns doch nicht so laufen sollten, dann bekommt ihn RTL halt wieder zurück, dann kann er wieder das Versagen der roten Flitzer kommentieren. Wir brauchen so einen Weltmann, keinen angestaubten Schreibtischtäter, der zwar rein theoretisch weiß wo Argentinien liegt, aber dem Kollaps anheim fällt, sobald er seine heile Behördenwelt hinter sich lassen muss um diese aus seiner Sicht "Wilden" zu besuchen (Wild im Sinne von: "Die brauchen weniger als 4 Formulare pro Arbeitsgang")! Ähnlich verhält es sich in nahezu jedem anderen Ministerium, aber dazu ein anderes Mal, sonst ist meine Batterie schon wieder leer bevor sie halbwegs wieder aufgeladen ist! Also, denkt mal drüber nach, ich finde das ist ne gute Idee... man sollte Hinz und Kunz für jedes Ministerium in Betracht ziehen... schlimmer kanns ja nicht mehr werden!
Dienstag, 18.10.2005
SHISM
Gott zum Gruße werte Freisassen der multimedialen Krawuppkewelt da draußen! Hier bin ich wieder, zurückgekehrt aus den Untiefen der thüringischen Schichtstufenlandschaft und der (noch) netzweltlosen Studentenbude der gründerväterlichen Schwester! Wohlan, so trete ich wieder ins gleißende Licht der Weltöffentlichkeit, reitend auf einem weißen Rappen feinster Rohan-Zucht, gekleidet in die Paradeuniform der gondorianischen Leibwache stehe ich, als Bildnis des reziproken Nonsenspoeten thronend auf dem Amon Sul, während hinter mir die Sonne ihre Strahlen, den früh morgentlichen Nebel durchdringend, über die Bergspitze und dero Ruinien schickt. Hintergründig erklingt mal wieder die Kapelle "Tool" und kündigt den freien Völkern mein erscheinen an, auf daß sie die Döner in Sicherheit bringen und schon mal die Gebetsteppiche ausrollen um mir den standesgemäßen Kniefall zu entrichten wenn ich ihr Dorf durchreite! "FÜR GONDOR!!!! FÜR GONDOOOOOR!!!!! FÜÜÜÜR GONDOOOOOOOOOOOR!!!!!!" Jaja, man erlebt so einiges, wenn man in die nachbarbundesstaatliche Ödnis vordringt, die Autobahnen benutzt (wer weiß schon wem die demnächst gehören!??!!) oder einfach nur durch Jena schreitet. Aber darum solls nun nur am Rande gehen, im Grunde genommen sind die Thüringer genau solche Vögel wie die Sachsen, sie haben zwar bessere Rostbratwürste, dafür aber keine Ahnung, wie man ein grundsolides Räuchermännel schnitzt! Was besonders den Gründervaterkollegen H. im fernen Estland interessieren wird: Mein Getränkereservoir ist dank des umfangreichen Warenangebotes des anglo-amerikanisch-imperialistischen "Wall-Marts" um einen köstlichen Trunk bereichert wurden! Zwischen "Rour Roses" und dem rauchig herben "Glentime" thront nun eine fast noch unangetastete Flasche "Black and White"-Edel-Blend in klassischer Formgebung und harrt der Dinge die da kommen mögen! In unserer Funktion als gründerväterliches Interventionskommando habe ich o.g. Glasappartatur schon angedroht, dass wir sie gnadenlos "alle machen" werden! Da kennen wir nix, was muss das muss, da beißt die Maus keinen faden ab... liebe Flasche: MACH SCHON MAL DEIN TESTAMENT!!! Was für Whisk(e)y-Flaschen gitl, sollte man aber nicht unbedingt auf den Rest der Menschheit anwenden, was der Chemnitzer an sich aber gerne macht habe ich den Eindruck! Da fährt man mit gemütlichen 100 Kilometerchen pro Stunde auf eine Autobahnbaustelle zu, das "80" Schild schon fest im Blick, da meißelt doch glatt ein Audi an einem vorbei (V(audi) entsprach grob 2*V(gründervater) ), ging kurz vor der Fahrbahnverengung konsequent in die Eisen und machte mir unbeblinkt allen Ernstes meinen Sicherheitsabstand zum vor mir hertuckernden Tanklaster abspenstig! Die Sau!!!! Und was stand auf dem Kennzeichen ganz vorne? Klar: ein "C", ein "C" wie ich es an meinem noch recht frischen Hauptwohnsitz häufiger zu sehen bekomme. In solchen Momenten ist man mitunter recht froh, dass der Fuß den Weg zum eigenen Bremspedal mit schlafwandlerischer Sicherheit zu finden vermag. Die Genugtuung folgte allerdings schon wenige Meter später, die grenzenlose Impertinenz des Rasers war mit selbiger Aktion nur unzureichend befriedigt, nein, die aufkeimende Frustration ob des unterirdischen Reisetempos ermunterte ihn sich zunächst ein paar Meterchen hinter den Tanker zurückfallen zu lassen (nicht ohne dadurch auch meine Reisegeschwindigkeit böse zu calmieren) und dann seinem Genitalersatz mal so RICHTIG die Sporen zu geben um dem Rest des Reisevolkes mal vor Augen zu führen, dass geschätzte 300 Pferdchen auch in Autobahnbaustellen gepflegt den Breiten markieren können! Dumm nur, dass es da noch das staatliche Gewalt- und Kontrollmonopol, personifiziert in den Männchen in den lustigen grün-beigen Uniformen, gibt. Kurz bevor der Delinquent meinen Blicken entschwinden konnte *pling* .... roter Blitz und Foto! Geschieht im Recht, diesem High-Speed-Hussein!!!! Das sind so die Momente im Leben, wo man genüsslich in sich hinein lacht und sich vorstellt wie der von Komplexen (klein, dürr, dumm, omnivariat zu kurz) geplagte Choleriker hinter dem Steuer seiner 100.000 Euro Schleuder wirklich GANZ GROßES KINO liefert! Schadenfreude ist was Feines, zumindest wenns Leute trifft, die's verdient haben. Aber gut, darüber wollte ich mich ja nicht weiter auslassen hier, hab ich ja angekündigt! Nur noch ein kleiner Rekurs auf den heutigen Titelsong sei gestattet. Selbiges Liedchen schrammelte heute etwa 7 Mal durch mein Auto während ich die Autobahn bezwang. Passend fand ich das Ganze in der Hinsicht, dass ich die letzten Tage als eine Art Nachrichtenguerilla verbrachte. Alles schismatisch, alles gaga, alles so, wies der gewissenhafte Bildzeitungsleser nie machen würde! Beginnen wir mit dem Fleischskandal! An sich ist das ja schon etwas, was mir ziemlich an die Nieren geht. Ausgerechnet das Fleisch muss nun unter Profitgier leiden und dem Konsumenten, DEM Konsumenten... also MIR... wird der Genuss fremdfaunatischer Muskelstücke durch Bilder und Meldungen vergellt, die ein Bild von vor sich hin gammelnden Kadavern in der Supermarkttheke konstruieren. Vor meinem inneren Auge sehe ich schon die Geier über der Kühltruhe im "Plus" kreisen, von ihrem schändlichen tun nur durch das Hyänenrudel abgehalten was sich gerade zwischen Kräutersteaks und Bratwürsten austobt. Aber Gott sei Dank ists ja noch nicht so weit. Es ist ohnehin zu spät für solcherlei Panikmache!!! Sehen wir es ein das Corpus Delicti ist bereits verzehrt... 2 Jahre schon hat der Endverbraucher an minderwertigen Schweineinnereien Geknabbert ohne es zu merken! Also verschont doch bitte die ehrenhaft gemetzelten Schlachttiere und kauft Fleisch!!! Nicht dass ganze Horden von Schnitzelschweinen ihr Leben umsonst hergegeben haben, bloß weil der Verbraucher XY meint zu irgendeiner veganen Spinnerorganisation überlaufen zu müssen. Es musste ein Exempel statuiert werden, ich musste ein für alle Mal klar stellen, wo der Hase lang läuft (oder besser: wo der Hase hinlaufen soll, damit er bald nirgends mehr hin läuft)!!! Also erwarb ich eine 25g Packung Trockenfleisch mit Pfefferwürzung und verzehrte sie in aller Öffentlichkeit, genüsslich schmatzend und mit einem breiten Grinsen auf den Lippen! Mit gutem Beispiel voran gehen, Flagge zeigen... nennt es wie ihr es nennen wollt, jedenfalls habe ich ein Zeichen gesetzt! In schweren Zeiten wie diesen, wo man Rufmord am Steak begeht, muss es Leute wie mich geben, die dem Wahnsinn ein Ende machen und klar stellen daß Fleisch das bessere Gemüse ist! Ähnlich verhält es sich mit der Vogelgrippe! Allerorts wird man mit Meldungen über das Vorrücken der Geflügelinfluenza zubombardiert, dauernd rückt die Bedrohung näher, wird die Front breiter. Unaufhaltsam kommt die potentielle Vernichtung europäischer Zivilisation auf uns zu gehuppt... und wir können rein GAR NICHTS dagegen unternehmen!!!! Die freien Völker Europas werden von Vögeln ausgerottet, Vögel die ihre Viren auf zivilisatorische Denkmäler scheißen und den Tod somit mitten in die Gesellschaft tragen! Die aufkeimende Endzeitstimmung erfasst ja mittlerweile schon die Bevölkerungsschichten, die nicht 3/4 des Tages deliriös in ihre Stroh 80 Flasche starren und im restlichen Viertel die Kinder zum Bier holen schicken. Nein, langsam bekommts der Bundesbürger mit der Angst zu tun hier, die Taube auf dem Dach könnte ein potentieller Amokläufer sein und der graziös-anmutige Flamingo im Zoo (mal ehrlich: irgendwie sind das die homoerotischsten Tiere auf unserem Planeten) würde wahrscheinlich ohne mit der Wimper zu zucken eine Großstadt wie Berlin komplett ausrotten und entvölkern! Ich sehe schon die absurdesten Szenen heraufziehen: immer wenn zukünftig ein Schwalbenschwarm in die Triebwerke einer Boeing gerät, wird sich die Passagiermeute nicht mehr ihren Existenzängsten hingeben oder sich panisch schreiend an die Stewardessen klammern in der Hoffnung, das brennende Triebwerk wäre so zu löschen! Nein, Applaus wird aufbranden, verbunden mit der Chuck-Norris-Esquen Lebenseinstellung: "Wenigstens nehmen wir ein paar dieser Schweine mit in die Hölle!"! Kaum gibt der Islamist mal ein paar Tage Ruhe, da wird das Vogelreich zum neuen Schurkenstaat erklärt, welcher ja auch noch mobil ist, das heißt: Schorsch Dabbeljuh wird Probleme haben ihn aus seinem Nest zu bombardieren! Naja, ich für meinen Teil hab auch dieser beängstigenden Situation getrotzt, die Meldungen, so reißerisch diese auch waren, konsequent ignoriert und mir heute eine große Packung TRUTHAHNSALAMI gegönnt! Bevor diese hinterhältigen Auftriebspartizipanten uns durch ihren Dung verseuchen, schlage ich vor sie einfach zu verzehren! In diesem Sinne: Laßts euch schmecken und grillt nciht zu viel Rohrzucker, das macht bunte Socken!
Donnerstag, 13.10.2005
HELLS BELLS
Mahlzeit liebe Leute! Heute solls mal wieder eine kleine Ecke hypothetischer werden als sonst, man ist ja der Abstraktion noch was schuldig, nachdem der letzte Eintrag eher eine realpolitische Frustrationsnotiz war, wollen wir heute, anknüpfend an AC/DC doch mal schauen wem besagtes Geläut wohl bald blühen wird oder besser müsste! Wer oder was hat sich also durch moralische oder intellektuelle Delinquenz binnen der letzten Jahre für einen postmortale Dauerkur beim Belzebub qualifiziert! Selbstredend kann diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, dazu haben wir zu wenig Platz und Zeit, also gilt es viel mehr ein paar Randpfeiler zu umreißen, deren Wegfallen alleine die Gesellschaft erträglicher machen würde! Fangen wir gleich mal bei der GEZ an! Ist es nicht eine Frechheit, dass diese wild gewordene Bürokratenhorde allen Ernstes Gebühren eintreibt für das Fernsehprogramm der öffentlich rechtlichen Sender? Wer schaut das denn noch?!? Von Harald Schmidt mal abgesehen ist das doch wirklich so was wie der Seniorenstift der C-Prominenz bundesdeutscher Mikrofonlegastheniker. Da wird einem als Legitimation für besagte Abgaben allen ernstes das Wörtchen "Qualitätsfernsehen" um die Ohren geschmissen, auf der anderen Seite belästigen einen dann aber die Töpperwiens, Flieges, Rübenbauers, Beckmanns und wie sie alle heißen Tag für Tag mit ihrer moderationalen Inkompetenz. Deshalb: GEZ-Dudes ab nach Unten! Für die Führungsetage gibts ne halbe Ewigkeit Grillspieß ohne Chance auf Bewährung und schon ist der Gerechtigkeit Genüge getan! Damit die da nicht so alleine sind, schicken wir gleich noch ein paar Irre hinterher, wie wäre es denn mit der "verkommenen Jugend von heute"! Jep, das ist mein Ernst und die habens auch verdient! Punkt! Ob der 12 Jährige im Rigo-Rausch den Feueralarm des Wohnheims auslöst oder in seinen Südstaatlerklamotten einfach nur eine ästhetische Qualitätsminderung der Umwelt darstellt, das bleibt sich am Ende gleich! Eine Generation von weichspülpädagogisch verunhunzten Nerds wächst da heran, moralisch verwerfliche Freaks denen jegliches moralisches Grundschema abhanden gekommen ist! Kleine Sidos und Paris Hiltons werden diesen Planeten überrennen! Als Belohnung für ihre Penetranz und geistige Arbeitsverweigerung werden die dann noch als "Zukunft Deutschlands" bezeichnet... na dann gute Nacht liebe Bundesrepublik! Bleibt nur mal gründlich auszusieben und den "befallenen" Anteil schicken wir dann zum Hähnchenschlachten nach Rumänien, und schwupps sind die bei den GEZ'lern und der Durchschnitts-IQ von Deutschland wieder doppelt so hoch! Damit die dann auch jemanden haben, der die martialischen Strafandrohungen von Satans Schergen in den ihnen verständlichen "Ey-Alta-Krass-Mann-Check-das-Out"-Dialekt übersetzten, schicken wir gleich sämtliche VIVA- und MTV Moderatoren hinterher! Stellt statt denen intimgepiercte Samoaner vor die Senderkulisse und laßt die "Songs", sofern die Machwerke diese Bezeichnung überhaupt verdient haben, von türkisfarbenen Nacktmulls anmoderieren, merkt eh keiner und ist "Künstlern" wie B.Spears, J. Simpson oder Modernd Torkeln auch angemessen! Ab mit der ganzen Bildschirmbrut in den Höllenofen, einmal gut durch rösten und dann als Futter für die Gargoyls verwerten, da nutzt man wenigstens deren Nährwert! Ein paar Produktentwickler können wir auch mit schicken! Ich erinnere da nur an das Reinigungsmittel "SUPER BLUE STUFF", welches vor ein 1-2 Jahren im Nachtprogramm rotierte! Der Name ist ungefähr so kreativ wie "Aktennotiz" und die Interpretationsspanne reicht von eben dieser bis hin zum Pazifik... was zum Henker will man uns mit der Produktbezeichnung sagen? Klingt fast wie "fragt lieber nicht was drin ist, aber kauft den Schrott!" Jeder der so etwas verbricht, naja, ich brauchs wohl nicht blumig zu formulieren: FUMP!!!! Ab ins Fegefeuer! Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen und die Vorratskammern für Humankapitalressourcen des Antichristen damit ganz ansehnlich aufstocken. Doch Schreibfaulheit und generelle Unlust hier wirklich jeden Spinner aufzuführen der es verdient hätte und dann auch noch zu begründen warum, halten mich dann doch davon ab! Am Besten man schaut sich mal um, jeden Tag, überall, die potentiellen Kandidaten können es scheinbar gar nicht abwarten sich zu qualifizieren! Nur leider ist das mit der Hölle auch so ne Sache... wenn ich da Teufel wäre, dann würde ich, bei DEN GESTALTEN die hier teilweise auf dem Planeten rumhampeln, auch nicht mehr jeden rein lassen! Wenn Gott zynisch genug ist solche Vögel zu erschaffen, dann soll er auch selber sehen wie er mit denen klar kommt!
Dienstag, 11.10.2005
FELL ON BLACK DAYS
Montag, 10.10.2005
ICH HATTE EINEN PARKPLATZ AM FUßE DER N'GONG BERGE
(Peter Licht) Und auf diesem Parkplatz saß ich, zurückgelehnt in die Kunstledersitzbezüge meines Italo-Gefährts und kam ins Grübeln. Die Plastetüte auf dem Beifahrersitz duftete vor sich hin und verströmte ein angenehmes Aroma von Knoblauch mit einem Touch Chili, beigemengt einer nicht unerheblichen Masse an krossem Fleisch und diversen Gemüsebestandteilen. Das Radio dudelte ausdauernd einen Mix aus Dido, Motörhead und Slayer vor sich hin und ich beobachtete, wie die Sonne die Berggipfel in ein warmes Licht tauchte, nicht lange, dachte ich, und sie würde hinter ihnen verschwinden und den momentan noch so farbenfroh illuminierten Parkplatz in eine beklemmende Finsternis tauchen. 8... vielleicht 10 Minuten blieben mir also noch, bis dies geschehen würde. Nicht viel Zeit, aber immerhin Zeit, Zeit, die man zu sinnvollen Aktivitäten nutzen kann, gerade genug Zeit um ein Döner Kebap zu vertilgen. Ich hatte aber zwei davon in der Tüte, weiß der Fuchs warum! also öffnete ich die Folienumhüllung des ersten und biß genüßlich hinein. In dem Moment, wo die ersten Bissen meine Kehle herunter glitten kam mit die Erleuchtung, ich kannte, dass ich hier wesentlich mehr in der Hand hielt als nur eine Komposition verschiedener Nahrungsmittel, die sich soßengetränkt zu einem Gesamtkunstwerk veredelten! Nein, es war mehr, wesentlich mehr!!! Es war das, was seit Goethe's Zeiten unter der Phrase "Was die Welt im Innersten zusammen hält!" bekannt ist. Es lag also seit den 70er Jahren, als ein türkischer Restaurantbetreiber, nennen wir ihn passender Weise einfach "Messias", in Berlin das heimische "Kebap" in eine Brottasche füllte, offen vor uns, wir hätten nur zugreifen müssen und die Augen öffnen (zugegriffen haben wir ja) um zu erkennen, was uns da kredenzt wurde. Das Sein der Menschen repräsentiert in einem Nahrungsmittel, geht es profaner? Geht es deutlicher und zu gleich subtiler? Beginnen wir mit der Grundform: vier Döner (prall gefüllt) aneinander gelegt ergeben einen Ellipsoiden, gleich der Erde. So spiegelt sich im Kleinen das Große. Ähnlich wie im Döner ist auch die Welt pluralistisch zusammengesetzt. Es gibt das Fleisch, die Fauna, Tiere und Menschen eben, die dem Döner/der Erde erst die gewisse Würze geben. Ohne wäre beides langweilig. Die Flora, sie findet sich im Döner repräsentiert in erlesenen Gemüsevarianten wieder, und das Wasser, das allem Leben zu Grunde liegt und es zur Entfaltung bringt, im Kebap symbolisiert die Soße diesen Lebenssaft, umspült alle "Zutaten" und ist auch durchaus variabel in ihren Geschmacksrichtungen (entspricht Süß- bzw. Salzwasser). Die Alufolie, welche das Nahrungsmittel schützt ist interpretierbar mit der Ozonschicht unseres Planetchens, der Mensch zerstört beides aus niederen Motiven, nur dass das beim Döner weniger dramatische Folgen hat. Ist die schützende Schicht beseitigt, liegen sowohl Döner als auch die Erde auf dem Präsentierteller für Angriffe von außen und sind, sagen wir es wie es ist: verletzlich, SEHR verletzlich! Beim einen ist es auch ganz gut so, dass es so ist, beim anderen eher suboptimal. Desweiteren dachte ich mir, während ich mein Abendmahl so vor dem in einem immer intensiveren Rot glühenden Hintergrund betrachtete, verbindet ein Döner Kulturen. Er ist das zivilisatorische Brückentier. Da sitzt ein Bundesbürger im italienischen Auto vor den N'Gong Bergen und konsumiert einen türkischen Energiespender, der mit spanischem Salat, holländischen Tomaten und französischen Zwiebeln gefüllt ist. Mehr Multi-Kulti gibts nur noch in einer beliebigen Bundesligamannschaft... aber nur wenige würden auf die Idee kommen diese zu verzehren. Wenn man den symbolischen Akt des Verspeisens also vollzogen hat, hat man manigfaltige Ausprägungen global-kultureller Pluralität verinnerlicht. Man hat sie in sich aufgenommen und tritt somit mit einer unglaublichen Tolleranz ans Licht der Öffentlichkeit, man verströmt sie förmlich, ist von einer Aura von Globalität umgeben, die ein leiser Hauch von Knoblauchduft durchzieht. Treten wir nun in die religiöse Sphäre ein denke ich mir, während das erste Drittel der Sonne bedächtig und sanft in die Bergwelt eintaucht und den blutroten Schimmer der Gipfel noch intensiviert. Wer gutes tun will, Nächstenliebe in ihrer materialisierten Form zu repräsentieren sucht, der kann an sich eigentlich nur ein Dönermann sein! Stellen wir uns den Allmächtigen also nicht länger als Chemnitzer Soziologiestudenten vor, der Pearl Jam hörend dem Schottentrunk frönt und durch dichotome Sockenwahl glänzt, nein, stellen wir ihn uns auch als leicht ergrauten Mann mit Schnauzbart und weißer Mütze vor, der den Schicksalsspieß rotieren läßt und die herab fallenden Brocken seinen Schöpfungen unterjubelt, mögen sie diese nutzen und genießen. Ein Mann von außergewöhnlicher Weisheit, der in seiner Kunst zum Virtuosen herangereift ist, ein Mann, der wie kein anderer mit Salatzangen und Brotröstern umzugehen weiß! Wir nennen ihn respektvoll "Murat", DER EINE MURAT, DER GROßE MURAT!!!!! Jeder der also die spirituelle Erkenntnis sucht, sollte sich zunächst mit einem Studium des einzig legitimen Stellvertreter Murats auf Erden, dem Döner, widmen. Ich kann ohne rot zu werden von mir behaupten, dass ich mich seit anderthalb Dekaden auf der, ja, nennen wirs ruhig GRALSSUCHE nach dem perfekten Döner befinde und dabei so allerlei erlebt habe. Ich nähere mich Stück für Stück der Perfektion an, ich umschleiche das Fleisch gewordene "Heureka" und suche den Zugang zu ihm, noch bleibt er mir verwährt, aber hartnäckig werde ich die Hoffnung nie aufgeben dereinst vom reinsten Ambrosia in Brotmantel zu naschen. Aber ein Döner ist viel mehr als all das, was ich soeben beschrieben habe, man kann es nicht in Worte fassen, man muss es erleben! Man sollte ihm Schreine errichten, vor welchen ein jeder Erdenbürger niederknien und ihm huldigen muss, bevor er seinen Weg fortsetzt! Des Weiteren beweist die schiere Existenz des Kebaps auch den menscheneigenen Drang zur Selbsterkenntnis. Auf der Suche nach dem Wesen seiner selbst entdeckte und replizierte er das Instrument göttlicher Macht! Zeus musste noch Blitze schleudern um sich Respekt zu verschaffen, Thor schleppte einen gewaltigen Hammer mit sich rum mit dem er unbeugsamen Menschlein einen auf die Omme gab wenn sie nicht spuren wollten. Alles Schnee von Gestern! "Murat", DER EINE MURAT, DER GROßE MURAT ist da subtiler, ja schon fast fauler mag ein despektierlicher Denunziant meinen, wenn ihm ein Erdenbürger die Gefolgschaft verweigert oder eine ketzerische Bratwurst vertilgt, wenn in zumutbarer Entfernung eine Kebap-Kathedrale thront, dann macht er sich nicht die Mühe den Delinquenten mit unangemessener Gewaltanwendung ins Nirvana zu katapultieren.... nein, er sorgt lediglich dafür, dass dieses Individuum zukünftig immer nur die minderwertigsten Fleischbrocken in die Teigtasche geworfen bekommt. Selbst ein Spitzenmanager kann so in religiöser Hinsicht zum Döner-Proletarier werden, nie war der Gleichheitsgedanke so fair und überzeugend umgesetzt in der Weltgeschichte. Der große Gleichmacher im Dönerhimmel kennt zwar Erbarmen und Mitgefühl, in solcherlei frevelhaften Situationen allerdings keine Gnade! All dies gilt es zu berücksichtigen, bevor man den Döner despektierlich als "Fast-Food" abtut und ihn unreflektiert hinunter schlingt! Als ich genüsslich den letzten Bissen verzehrt hatte, verschwand die Sonne hinter dem Bergmassiv und ein letztes Aufflammen der Gipfel kündigte die heraufziehende Nacht an. Ich startete den Motor und verließ den Parkplatz, dabei strich ich ehrfurchtsvoll über den verbliebenen Kebap in der nun halb leeren Plastetüte und wurde mir bewußt, dass ich am heutigen Abend noch eine zutiefst religiöse Pflicht zu erfüllen haben würde. Im Rückspiegel verschwanden die nur noch schwach leuchtenden Bergrücken hinter einer Wand aus Nebel und Finsternis... nur besagte Reliquie neben mir schien diese Trostlosigkeit mit einem heiligen Leuchten zu durchbrechen... !
Sonntag, 09.10.2005
MY TORTURED SOUL
Und da schlug er zu, anno 2004, der Berserker an der Base-Drum, der wohl beste Schlagzeuger, der sich seit Menschen Gedenken auf unserem Heimatplaneten durch seine Songs drosch: Dave Grohl! Er versammelte alles, was in der Heavy-Metal Szene Rang und Namen hat um sich und fabrizierte mit seinem Projekt "Probot" das wohl umfassendste Album, was man in diesem Genre seit langem gesehen hat! "My Tortured Soul" ist einer dieser Geniestreiche, zudem einer, welcher den allgemeinen Zustand eines Soziologiestudenten nach nem guten halben Jahr Prüfungslernstress wohl am Besten beschreibt! Freitag wars soweit: letzte Prüfung... überstanden und sogleich fest gestellt, dass man doch ganz schön gelitten hat in der letzen Zeit! Aber gut, nun ist ja erst mal Sense mit dumpfen Lektüretagen in der WG-Küche, wo man seinen Körper zum Massengrab für Koffeingetränke umfunktionierte und mir dabei Textmarker in rauen Mengen zum Opfer fielen! "Die, welche durch die Dunkelheit gehen, müssen das Licht sehen" (Bibel bzw. "From Dusk Till Dawn")... dieser Grundsatz blieb immer irgendwo im Hinterkopf, auch wenn Licht ne ambivalente Sache ist, denn gerade in seiner Forma als "Erleuchtung" wollte es sich in den letzten 6 Monaten nicht immer widerstandslos einstellen. Viel mehr musste man es schon erzwingen, dass mal ein kleines Lämpchen am Theorietunnel vor sich hin glimmt! Dennoch ists nun vorbei, niemand trauert den Prüfungen so recht hinterher. Wäre ja auch Schwachsinn... oder Masochismus in Reinform. Ich für meinen Teil widme mich mal wieder genüsslich der Musik... wann konnte man denn schon zwei bis drei Alben am Stück hören, reulos und in Ruhe... sich mal wieder hinein versetzen und die rhythmischen Defizite eines Lars Ullrich auf den frühen Metallica-Alben beispielsweise herausbaldovern, oder sich bei Bootlegs von Pearl Jam wundern, warum ein gewisser E.Vedder nach über einem Jahrzehnt immer noch dazu tendiert den Text von "Even Flow" zu vergessen. Jaja... lang lang ists her! Aber eines muss man dem Lektürekurs lassen: man lernt ne menge abstrakte Wörter kennen unter anderem las ich bei Rammert die ultimative Sozilogenphrase vom "signifikantem Signifikat der Technik" (Rammert, 199x) Mehr geht nicht! Wenn schon das Signifikat signifikant wird, dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht! "Signifikantes Signifikat", das ist sowas wie das "schwärzeste Schwarz", der "dümmste Dumme", der "dönrigste Döner" oder gar die "toteste Leiche" seit Menschengedenken! Da soll noch mal jemand dem Fach eine gewisse Spezifik absprechen!!!!! Deterministischer kann eine Aussage... nein, besser noch ein Terminus ja nicht selektiert werden um einen spezifischen Casus präziser zu definieren! Im Theorem-Kosmos gesellschaftstheoretischer Gegenwartsdiagnosen bildet eine solche Expression ein orientatorisches Leuchtfeuer, an welchem sich jeder Konsument der Lektüre ausrichten kann, ja ferner sogar muss, wenn er den multifunktionalistischen Phänotyp technischer Applikationen in unserer modernistischen Sozietät in seinen Verständnishorizont integrieren will! Geht man vom durchaus als ambivalent zu betitelnden Selbstverständnisvermögen Milchsäure abbauender Darmbakterien aus, so ergeben sich aus diesem Determinismus durchaus kontraproduktive, aber auch erkenntnistheoretisch frucht- und furchtbare Perspektivwechsel für die behavioral settings in gothischen Kathedralen! Technische Halbwahrheiten wie diese kolonisieren die Lebenswelt der systemisch überformten Einzeller, welche ein Dasein zwischen habermasscher Zivilgesellschaft und präexkrementalen Nahrungsmittelrudimenten fristen und sich nur schwer aus diesem Wirkungsgefüge zu lösen vermögen. Begreift man dazu den humanoiden Verdauungsmechanismus noch als stahlhartes Gehäuse im weberschen Sinne, aus welchem ein Entrinnen seitens der Individuen nahezu ausgeschlossen ist, liegt nicht nur eine unfreiwillige Innenbeziehung der Darmfloristen zum korporativen Akteur "Mensch" (als Abstrakt des direkt zu beobachtenden Subsystems, in welches die Bakterien eingebunden sind) ein, aus welcher ein Entweichen nahezu ausgeschlossen ist. Eine Zwangssituation, die man in etwa mit jenen drei Gitarrenriffs parallelisieren kann, welche sich nicht aus dem Kompositionskontext eines gewissen D. Bohlen zu lösen vermögen, sondern sein Tätigkeitsfeld seit Jahrzehnten dominieren! Findet man solcherlei Handlungsspielraumnivellierungen auf der Individualebene also lediglich im biologischen oder sozio-kulturellen Kontext von ausdifferenzierten Gesamtgesellschaften, oder kann man einen Nexus zu höheren Wirkungsbeziehungen und, wenn man so will, gar zum kosmischen Rahmen herstellen, der uns die Umwelt präsentiert und abgrenzt, in welcher wir sämtliche Tätigkeiten, vom Aufwaschen bis zur komplex strukturierten Opfer-Zeremonie düsterer Voodoo-Religionen einzubetten haben? Mancher mag nun einwerfen wollen, dass es einfach zu weit gegriffen ist, diesen Reduktionismus anzuwenden und die multifaktorale Beeinflussbarkeit realitärer Interaktionsprozesse nahezu auszublenden, teilweise mag diese Intervention durchaus gerechtfertigt scheinen, besonders wenn sich die Kritik auf das Ausklammern der reziproken Beeinflussungspotentiale der Simulakren 4. Ordnung bezieht, welche einem unschwer als Erstes ins Auge zu springen scheint, wenn man sich mit der Materie auseinander setzt. Definitorische Einschränkungen scheinen also von Nöten um diese Konstruktion zu spezifizieren und ihren Wirkungsradius abzugrenzen, keine Frage! Philosophisch gesehen stellt der Rekurs auf die Sinnhaftigkeit post-moderner Luftgitarren und deren zweifelhafter Anteil an der Gebrauchswertproduktion seitens neomarxistischer Suburbaniden in Indochina die größte Barriere dar. Um diese allerdings zu überwinden bedarf es lediglich eines theoretischen Feingriffes auf der Meso-Ebene, indem man nämlich die Semiperiabilität domestizierter Gemüsezweibeln EBEN NICHT als rein eufaktorielle Gegebenheit, sondern viel mehr als selbstreferenzielle Qualität botanischer Emanzipationstendenzen versteht, kann man man den Interpretationshorizont besagter Luftgitarren auf seine relevanten Elemente reduzieren und schließlich deren subsystemische Relevanz auf die Lebensumstände der kasachischen Minderheit in Island beziehen, sowie auch sozialstrukturelle Veränderungen in Mexiko in ihren ursächlichen Grundstrukturen grob nachzeichnen! Die Bedeutung dieses neuen Paradigmas gesellschaftlicher Krisenhaftigkeit und das TOOL, welches für dessen Diagnose gleichzeitig bereit gestellt wird sind in ihren revolutionären Potentialen im Kontext wissenschaftlicher Analyseverfahren kaum hoch genug einzuschätzen! Schon die stillschweigende, weil selbstverständliche, Desintegration Schreibtischtätern aus dem Analyserahmen entkoppelt den politisch-administrativ geprägten Bürokratenstab und erlaubt einen ungetrübten Blick auf eine sich als herrschaftsfrei äußernde Kooperationsstruktur von Gärtnern und afghanischen Opiumbauern, deren Interdependenz in der Soziologie lange, lange.... ja sogar schon sehr lange Zeit als de facto nicht existent abgetan und somit in ihrer Relevant stark unterschätzt wurde! Abschließend möchte ich noch kurz auf die kommunikativen Aushandlungsprozesse eingehen, über welche Tiefseegarnelen ihre hierarchischen Strukturen konstruieren. Rekursiv zum Anfangspunkt unserer Betrachtung zurückkehrend läßt sich da natürlich keinerlei Verbindung herstellen, allerdings darf man auch hier nicht unterschätzen, welche krisenhaften Mutationen ein außer acht Lassen dieses Spezifikums in der horizontalen, sozialen Mobilität von Klingonen auslösen würde! Man kann also, von einer omnipräsenten, kosmischen Interdependenz sämtlicher Lebensformen ausgehend, durchaus ein umfassendes Theoriegebäude konstruieren, welches (ausgehend vom Dahrendorfschen Hausmodell selbstverständlich) die Sozialstruktur von was-auch-immer mit der Körperhygiene von Klempnern aus Krummhermersdorf in Relation setzt und darüber dann in der Lage ist eine verlässliche Aussage über die durchschnittliche, prozessuale Resistenz linksdrehender Milchsäurekulturen zu treffen, welche diese den erwähnten Darmbakterien entgegen zu setzen haben! Sowohl Arbeitsintensität als auch -zeit dieser wird also von all den genannten Faktoren massiv determiniert, ihnen aufoktruiert und somit gleicht ihr Dasein sowohl dem eines autoritär Beherrschten Leibeigenen, als natürlich auch dem der ausufernden Seegurkenpopullation in der Hudson-Bay! Wenn ich beginne diesen Ansatz zu durchdenken, dann wird mir neben der Unausweichlichkeit von El Ninjo noch die überaus kafkaesque Sinnstruktur eines Soziologenhirns bewußt, die Theorie ist also in gewisser Weise auch eine selbstreferenzielle, autopoietische Endlosschleife von aneinander geschweißten Krawattennadeln und als solche von Natur aus nur diskursiv zu entblubbern!
Donnerstag, 06.10.2005
THE HOLLOW
Da wir gerade schon bei den perfekten Kreisen und damit auch bei Tool-Frontmann Maynard J. Keenan sind, brauchen wir heute auch etwas EXTRA-Krankes als Gesprächsthema!!! Na, hat da wer ne Idee?!? Gesäßimplantate für Männer? gut, aber noch zu spießig, nächster Vorschlag! Jeannette Biedermann? schon besser, aber selbst die ist mir noch nicht krank genug! Wie wäre es denn mit Koalitionsverhandlungen?!? Was jetzt? zu normal? Mitnichten!!!! Was man da in den letzten Wochen so alles erleiden musste ist schon mehr als der gesunde Menschenverstand ertragen kann! Reflektieren wir mal die Situation vor dem 18.9.2005: Da war da der Schröder, oder auch ?Gerd? für seine Freunde, mit seinem Verein der Seltsam Postpubertären Dackelfriseure, noch in arger Konkurrenz mit allem was sich sonst noch so ?Partei? zu nennen dürfen meinte! Die ?Angie? konnte er nicht leiden, schließlich war sie schwarz und noch nie mit ihm verheiratet, der Westerwelle war zwar nicht schwarz sondern gelb, aber wäre gern mit ihm verheiratet, fiel also auch durch und was den Lafontaine angeht? der spielte sich dem Gerd gegenüber ja auf als WÄREN sie noch verheiratet? mit dem will er erst recht nicht spielen! Nur dem Faltenmann von der Öko-Partei war unser Kanzlerchen grün! Also hämmerte er im Wahlkampf präventiv erstmal alles ins politische Nirvana, was ihm seinen Berliner Prunkbau streitig machen wollte! Nun, die Wahl ist vorbei und sogar der Wahlkreis 160 hats mit geringfügiger Verzögerung geschafft seine politische Partialbotschaft vom Elbflorenz in die Hauptstadt zu schicken, hat sich aber alles gewendet! Klar, gewonnen hat irgendwie jeder! Sagt mir mal eine Verliererpartei? seht ihr? niemand hat gejammert, alle waren happy, aber keiner war schlauer! Nun muss man mit dem Problem leben, dass man den ganzen Haufen irgendwie wieder einen muss? denn alleine (das hat der Münte ihm in stundenlangen Vorträgen klar gemacht) kann der Gerd den Laden nicht mehr schmeißen! Auch die niedlichen Windradjunkies die bisher jeden Mist mitgemacht haben reichen nicht mehr, also gilt es sich um zu orientieren! Da aber alle irgendwie eingeschnappt sind und keiner so recht mit keinem will, stellt sich das alles schwer dar momentan! Guido zickt rum und will nur mit der Angie (Hmmmmm? *skeptisch guck*) und gibt der ?Ampel? einen Korb, während das ach so intellektuell anmutende, linguistische Meisterkonstrukt der ?Schwampel? wieder daran scheitert, dass der bajuwarische Cerberus in seiner Ministerpräsidentenfunktion die Ökos so böse anbellt, dass denen glatt das Gras aus dem Dübel springt! Bleibt also die derzeit verhandelte ?Große Koalition?? wenn dieser Haufen die vollen vier Jahre zusammen bleibt (sollte er überhaupt zustande kommen), dann müsste Satan schon zum Katholiken werden! Morgen geht?s weiter? Sondierungsgespräche? unser aller Autokanzler soll ?Rückzugsbereitschaft? bekundet haben. Aber angeblich können Schweine ja auch fliegen! Manche Leute kleben nun mal an der Macht wie Scheiße am Schuh und das wird sich auch nicht ändern, nur weil ne Physikerin mit dem Demokratiebegriff wedelt! Und wenn der Gerd es schon nicht schafft die Angie abzusägen, dann stehen die bereits vor Jahren desertierten Parteisoldaten aus Hessen und Maßkrugland, sowie der jüngste, dynamischste Finanzexperte den die Union zu bieten hat schon mit dem Solinger Qualitätsbesteck hinter ihrer Vorsitzenden um sie persönlich (und im politischen Sinne) auszuMERZen! Nicht nur, dass das ganze Konstrukt sich permanent am Rande des Abgrunds bewegt und versucht den schwarzen Peter jeweils dem anderen unterzujubeln, nein, einer der beiden hat auch noch eine innere Hierarchie wie `ne Tüte ?Colorado?! Seht schön? und besagter Faltenmensch joggt mittlerweile nach Brüssel um denen die Türkei als Mitgliedsstaat anzudrehen! Wenn das wiederum der Ede hört, dann hat der doch glatt so einen Glos im Hals, da rennt der hinterher und bewirft ihn mit Becksteinen! Alles Radikalos hier, kein Wunder dass es hier nicht zur demokratischen Einigung kommt! Mal sehen wo das hier noch hin führt, ernst nehmen kann man den ganzen Haufen langsam eh nicht mehr! Der Wechsel ist keiner mehr, zumindest kein richtiger, denn die, welche ihn wollten, betätigen sich als Krücke für die den eigenen Ansprüchen hinterherhinkende Sozialdemokratie, die Schergen der Krücken müssen nun in die Opposition, die ansonsten so links ist, dass den Guido schon beim bloßen Gedanken daran das nackte Grauen ÜBERMANNEN wird! Und die, die konstellatorisch neu sind, die dürfen und wollen auch erst gar nicht in die Verantwortung. Wenn man sich?s recht überlegt, dann ist ja eine durchschnittliche Krabbelgruppe noch kompromissfähiger als unsere Parteilandschaft anno 2005! Wenn man es mal von der pragmatischen Seite sieht, sollte man ne NACHwahl initiieren. Der Stimmzettel würde dann auch genau 2 Feldern bestehen: entweder man votiert für NEUwahl und verpflichtet sich damit automatisch ein eindeutiges Ergebnis zu fabrizieren, oder man stimmt gleich dafür sämtliche Verwaltungs- und Hoheitsrechte an Weißrussland abzutreten? da gibt?s solchen Schnickschnack wie ein ?gleichberechtigtes Mehrparteiensystem? erst gar nicht, nur ne stabile de facto Diktatur, da wäre dann endlich Ruhe im Karton? und das auf Jahrzehnte hin!!!! Und wenn wir dann die Loveparade in Minsk wieder beleben könnten, dann wären wir auch noch all die Hippies los, die glauben einen hier noch mit Marusha belästigen zu müssen! Denn wenn die erst einmal vollgepumpt mit LSD und XTC durch die Minsker Straßen wanken, dann werden die nur noch als verpflanzungsfähige Einzelteile via Schwarzmarkt hierher zurück geliefert und verschwinden dann postwendend im Wanst finanzkräftiger Mafiabosse! Aus den Augen, aus dem Sinn!
Mittwoch, 05.10.2005
BLOW UP THE OUTSIDE WORLD
Montag, 03.10.2005
ONCE (upon a time...)
Heute ist der Onkel Even mal gar märchenhaft aufgelegt! Heißt es doch immer, dass die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit relativ fließend sind (will heißen: man kann sich ?fließend? in eine Fiktion begeben, sofern man genug hat, was man vorher fließen lassen kann? in diesem Sinne PROST!) wobei eine genaue Grenze nicht vorgegeben wird. Da stelle ich mir doch die Frage, was passieren würde, wenn es eben diese Grenze nicht geben würde, wenn die Gebrüder Grimm nix weiter gewesen wären als empirische Beobachter und ihrerseits mit Diktiergerät, Videokamera und Zettelblock seinerzeit durch den Märchenwald latschten und die ganze Bande von Urviehchern und putzigen Männeln lediglich beobachteten, statt sie zu erfinden. Was wäre also, wenn wir im Märchen leben und automatisch die ?Märchenviehguren? (bei manchen Wortspielchen bin ich auf mich selbst stolz ;-) ) auch in unserer Realität rumhuppen würden! Wenn das Rumpelstilzchen also plötzlich vor unserer Tür steht und versucht uns den ?Wachturm? anzudrehen? könnten wir dann noch so weiter leben wie wir es gewohnt sind? Würden dann nicht automatisch die Leibnitz-Kekse nach Essig schmecken oder Atomkraftwerke bloß noch türkise Luftmatratzen mit Rübenmuster produzieren? Lasst es uns einmal kurz durchdenken! Pearl Jam liefern mit ihrem heutigen Titelstück praktischer Weise gleich mal den perfekten Einstieg in ein Szenario voller Absurditäten, in welches ich euch, werte Leser(innen) heute entführen will!
?Once upon a time?? (PJ) war da einmal ein kleiner Wanst weiblichen Geschlechts! Dem Marxismus zugetan und einem üblem Kittelschürzenfetisch verfallen chillte sie den lieben langen Tag durch ihr Viertel. Nennen wir sie einmal Sieglinde und ihr Viertel, ihren Block, ihr Zauberwaldghetto einmal die berüchtigte ?Little-Red-Rinding-HOOD?! So spazierte das juvenile Gör also Tag ein, Tag aus über die Waldwege und zockte sich Klamotten von seinen Spielkameraden oder beging den einen oder anderen Raubmord wenn sich mal wieder ein VW-Manager auf der Suche nach käuflicher Liebe in ihre Gegend verirrte! Ihr Markenzeichen war das weithin sichtbare rote Basecap, welches sie Gerüchten zu Folge, mit dem Blute von sieben unschuldigen Zicklein getränkt hatte, nachdem sie unter Zuhilfenahme einer Stihl-Kettensäge an dieser Öko-Bande von Wanduhrfetischisten ein Exempel in Sachen Zahlungsbereitschaft für Schutzgeldforderungen statuiert hatte! Das Leben verlief in geregelten Bahnen und hätte schöner nicht sein können, wäre, ja wäre da nicht die monatliche Tributpflicht an den Don des Ghettos gewesen. Getarnt als Großmutter fristete nämlich Don Vincenco Corleonesi in einem Wohnanhänger am Rande der Hood sein Dasein und verlangte sowohl von Sieglinde, als auch von den anderen Jugendbanden eine bescheidene Gewinnbeteiligung! Also schnürte besagte Sieglinde jeden zweiten Sonntag ein Päckchen mit allerlei güldenem Tand, Körperteilen und Baumarktwerbung um es dem Boss der Bosse persönlich zu überbringen! So trug es sich nun zu, dass sie an einem verschneiten Winterabend im September eben diesen Weg einschlug, den Morgenstern verspielt um ihr linkes Handgelenk rotieren ließ und sich ein Liedchen pfiff! Von Zeit zu Zeit hielt sie am Wegesrand an um ein Eichhörnchen zu kastrieren oder sich als Wegzehrung einen Uhu zu rösten, ?business as usual? eben! Plötzlich, sie hatte gerade die letzte Klaue einer weißen Eule vom Fleische befreit und den abgenagten Kadaver schwungvoll in den Vorgarten eines der hier häufig vorkommenden Pfefferkuchenhäuschen befördert, wo er mit einem schmatzenden Geräusch vom Rasenmähertraktor der soeben bei der Gartenarbeit tätigen Vorstandsvorsitzenden des Hexenclubs ?Knusper-Knusper-Knäuschen e.V. & Co KG? in mikoskopisch kleine Splitter zerlegt wurde, ? wie gesagt, plötzlich ereignete sich gar Seltsames. Sieglinde wurde von einem langhaarigen Transvestiten mit spitzen Ohren umgerannt und fiel vornüber in eine große Pfütze aus Aquarellfarbe. Während sie, für umgehende Rache gerüstet, ihre Machete aus dem Strumpfband zog und soeben ausholen wollte um den Delinquenten umgehend von der Last seines Hauptes zu befreien, durchströmte sie ein merkwürdiges Gefühl von tiefer Seelenverwandtschaft mit dem nun verdutzt auf ihre rechte Hand starrenden Lebewesen. In seinen Augen glänzte die Mildtätigkeit und Güte von hunderten von Jahren an Lebenserfahrung, seine schwingende, vertrauensschwangere Stimme, mit welcher er ihr seinen Namen mitzuteilen suchte (?Halt ein holde Maid, ich bin Legolas, der Waldelb deines Vertrauens und bin gekommen um dir zu zeigen wo der Aragorn sein Deo verlor und dir ein Leben in unendlicher Barmherzigkeit zu schenken? von nun an sollest du heißen: Ghandi!?) bewirkte in ihren Ohren einen nie erahnten Wohlklang und versetzte sie in einen euphorischen Zustand von Gesetzestreue. So ließ sie sich belehren und schenkte Legolas ein scheues Lächeln?. Bevor sie ihn dennoch in die nächste Welt beförderte? und zwar in 4 Teilen! Kann ja sonst jeder kommen hier!! Sie wischte die triefende Klinge an ihrem Schürzchen ab und setzte ihren Weg alsbald unbeirrt fort! Sie fing schon nach wenigen Metern wieder an ein gar fröhlich Liedchen anzustimmen und sprang so quietschvergnügt ihrem Ziel entgegen, wobei das ?Rammstein-Tattoo? auf ihren Bizeps vor Freude zu schunkeln schien! Etwa 300 Meter vor besagtem Wohnanhänger wurde sie jedoch erneut aufgehalten, ein Vertreter der Sparküssen GüMbH drehte der ahnungslosen Sieglinde dank seiner seriösen-Bosporus-Ausstrahlung eins-fix-drei eine Wucherhypothek an, für deren Tilgung sie dereinst ihre Großmutter wird verkaufen müssen (Organhandel floriert ja ohnehin). Sie steckte die Police in ihr Handtäschchen aus echtem Zwergenleder und schreitet nun zur Tributpflichtigen Tat, wegen welcher sie die Strapazen ja eigentlich auf sich genommen hatte! Was sie nicht wusste, war dass der Schwäbisch-Hall Fuchs den Don am Stück verschlungen und sich nun seinerseits als Großmutter getarnt hatte um dessen Geschäfte zu übernehmen! Just in dem Augenblick, als Meister Reinecke den Teenager, welcher ihn mit allerlei dämlichen Fragen über seine kosmetische Imperfektion belästigte, ebenfalls seinen Verdauungssäften anvertrauen wollte, explodierten plötzlich die Scheiben den Wohnwagens und die GSG9 stand urplötzlich in der guten Stube. Mit blitzenden Läufen wurde der fresssüchtige Rotrock ins Jenseits verabschiedet! Nachdem Herr Kaiser den Leichnam im Brunnen versenkt hatte und Sieglinde ihrerseits Herrn Kaiser im Brunnen versenkt hatte, trat sie im Bewusstsein etwas Gutes getan zu haben den schicksalsvollen Heimweg an! Auf halber Strecke etwa, sie war gerade mit ihrer zweiten Flasche Jim Beam beschäftigt, wurde sie erneut angerempelt. Ein lockiger Gnom fiel ihr zu Füßen und sah sie aus verquollenen Augen leidend an, während er versuchte seine einzige Habseligkeit, einen kleinen, goldenen Ring, vor ihr zu verbergen. Keine 5 Sekunden später baumelte der Hobbit (diese Information entnahm sie seinem Personalausweis) in ca. 3 Meter Höhe, aufgeknüpft an seiner eigenen Unterwäsche, am Traumzauberbaum und würgte unverschämte Fluchformeln hervor. Sie steckte achselzuckend den Ring ein und überließ ihn der fürsorglichen Zuwendung der 9 netten Herren in schwarzem Umhang, welche sich alsbald daran machten den Kleinen mit ihren Klingen zu malträtieren. Sieglinde ihrerseits sah nun ihre Chance die Weltherrschaft an sich zu reißen und wurde? Verfassungsrichter!
Und wenn sie nicht gestorben ist, dann richtet sie noch heute!Sonntag, 02.10.2005
BLACK OR WHITE
Freitag, 30.09.2005
FREE SPEECH FOR THE DUMB
KARRRRRRRRRRRRRRTOFFELPUFFER.... liebe Netzwelt! Na, wie gehts denn so da draußen?!? Metallica habens erkannt und ferner gleich gecovert, unsereins braucht für diese Erleuchtung lediglich die Flimmerkiste am Nachmittag anzuschalten und Schwupp... schon kommt's direkt in unsere Wohnzimmer: Das GRAUEN! Die Rede ist von den Rudimenten der vormals so beliebten Talkshows, die sich aber zur Aufgabe gemacht haben, das Nieveau so weit unten zu halten, dass man gar im Mariannengraben noch nen Spaten bräuchte um es freizulegen! So geschehen heute: Oliver Geissen hatte geladen und versuchte mal zu erörtern, was denn wohl mehr rockt: Machismus oder Gleichberechtigung! Das Ergebnis war mal wieder ambivalent, denn sonderlich helle war (natürlich) keiner der Gäste. Da war beispielsweise ein amphetamingetränkter 1,65m Dude, der auf jede Kritik an seiner Einstellung (entsprach ungefähr: "Isch bin Macker, Frau is Putzkraft mit Kochqualifikationen und wenns geht dann bitte ohne eigene Meinung.") mit seinem Standardsätzchen "Ich seh besser aus als Du, geh mal zum Chirurgen!" antwortete! Das führte zu total abstrakten Dialogen, etwa dieser hier: Frau: "Du hast doch nur Angst, dass deine Frau dir intellektuell überlegen ist und dich sitzen läßt!" Antwort: "Ich seh besser aus als Du, geh mal zum Chirurgen!". Hallo?!?!? Was leben denn für Honks in diesem Land... man hätte den auch fragen können, ob er seinen Kaffee lieber mit Lebertran, Mistelsirup oder doch schwarz will, wahrscheinlichste Antwort: "Ich seh besser aus als Du, geh mal zum Chirurgen!"! Zugegeben, er konnte immerhin einen Satz halbwegs gerade aus formulieren... aber sonderlich flexibel ist dieser natürlich nicht, zumal eben multisituativ benutzt. Da kann man sich fix mal ins soziale Abseits manövrieren... was in diesem spezifischen Fall wahrscheinlich nicht mal schade wäre! Nicht dass einer denkt, die Gegenargumentanten wären sonderlich überzeugender gewesen... klar, ihre Einstellungen waren gut und richtig, nur: LEUTE, man muss sich dann auch artikulieren können! Da prügeln also 5 Leute runde 45 Minuten lang verbal aufeinander ein, und am Schluß heißt das vom Moderator gegebene Gesamtfazit schlicht: Jeder wie er will! JA!!! DAS ist Pluralismus wie wir ihn brauchen! Treten wir ein Thema erst unnötig breit und geben am Ende offen zu, dass das hier doch alles sowieso nix bringt und das Volk genauso schlau ist wie vorher. Anschließend werden die Delinquenten wieder in ihren Alltag entlassen ohne dass ihnen professionelle Hilfe zu teil wird (bei einigen heute wäre das wirklich wichtig gewesen) Zumindest einen zweiten Satz hätte man dem o.g. beibringen können. So was wie "Bitte nehmen sie mich nicht ernst, meine Eltern waren Geschwister!"... DAS würde man solchen Vögeln sogar mal glauben! Ich versuche mich dann immer in den Herrn Geissen hinein zu versetzen, der hat jeden Tag mit diesen Gestalten zu tun und hat überdies auch noch diese 80er Jahre Shows aufgebrummt bekommen... trotzdem macht der Mann noch einen glücklichen Eindruck... ich verstehe es nicht! Mich würde wahrscheinlich vor jeder Show die Hoffnung antreiben, dass der Pool an Idiotie, welcher in diesem Land besteht doch langsam erschöpft ist und bereits komplett durch die Sendung geschleust wurde. Aber da würde man ja jeden Tag eines besseren belehrt. Ja man sieht sich ja auch schon genötigt die Themen der Aufnahmefähigkeit der Zielpersonen anzupassen! Auf "Ey krass, mein Macker hat drei Ohren!" reagiert die breite (manchmal durchaus auch im übertragenen Sinne zu sehen) Öffentlichkeit nun mal sensibler als auf Belanglosigkeiten wie "Hilfe, ich wähle CSU!"! Bei letzerem Thema wäre zudem auch ein wahres Heer an Psychotherapeuten nötig um den Betroffenen zu helfen wieder als ernst zu nehmendes Mitglied in die Gesellschaft integriert zu werden nötig. Der mit den drei Ohren unterhält die Massen und kann auch ruhig so weiter leben, stört ja keinem, nur daß ers schwer haben wird passende Kopfhörer zu finden! (Aber da kann ihm sicher der Viernäsige auf dem Nachbarstuhl während der Show entsprechende Ratschläge geben). Wenn unser Land wirklich darauf angewiesen ist eine Selbstdiagnose zu starten und sich in Form solcher Sendungen selbst zu therapieren, dann nur zu! Aber da will ich dann bitte auch Fortschritte sehen! Will heißen: BESSERUNG!!!! Aber die Shows haben NULL Effekt, weite Teile unserer Bevölkerung werden in ihrer Umnachtung nur bestätigt statt geläutert! Therapieversuch "Talkshow" ist somit gescheitert, wäre nett wenn man das mal einsieht und nachmittags statt diesem Mist nur noch ein Testbild sendet, dessen Informationsgehalt ist allemal höher als 45 Minuten Intensivgeprolle und -gezicke an deren Ende alles doch immer noch beim alten ist! Ich für meinen Teil ziehe aus solchen Sendungen jedenfalls den Schluss, dass meine Weltsicht sich mit folgenden Worten zusammenfassen läßt: "ALLES GAGA, AUßER MICH!" ;-)
Donnerstag, 29.09.2005
THE STRANGEST TRIBE
Guten Morgen werte Leser und Leserinnen unserer (fast) alltäglichen Netzkolumne zum Thema "Eisbecher und Granufinkwerbung im Kontext des globalen Ungleichgewichts im Agrarsektor"! Wieder mal ein Pearl Jam Liedchen als Tagesmotto, so muss das sein! Es geht halt wieder los, die Invasion der schulsystemisch verunhunzten Jugend auf dem Campus! Die Erstis kommen!!!! Begibt man sich dieser Tage auch nur in die Nähe eines Verwaltungs-, Büro- oder Lehrgebäudes auf dem Campus, da fallen sie einem auf: Erstsemester en masse! Wie ein Ameisenvölkchen, wuseln sie umher, dringen in jede Tür ein die nicht durch Selbstschußanlagen oder bullige Türsteher versperrt ist und machen alles in allem einen durchaus desorientierten Eindruck! Da kommt der gestandene Studi schon mal ins Grübeln, ob er sich auch mal so aufgeführt hat und tut dies zumeist mit einem lakonischen "Nein" ab, bevor er sich wieder seinem Bier und der Entlausung seines Army-Rucksacks zuwendet. Zum Teil ists aber auch vollkommen irrational was da geschieht! Menschen, die den Anspruch erheben einmal "Student" zu sein und ein "studentisches Leben" zu führen, gehen allen Ernstes davon aus, dass es schlau ist pünktlich 8 Uhr in der Früh vorm Büro der als erleuchtet erachteten Lehrkraft zu stehen um belanglose Fragen abzuklären! HALLO... wenn man Glück hat, dann trifft man selbige etwa gegen 10 an, wie sie den Gang herunter gewankt kommt und wird mit nichts sagenden Blicken für sein Durchhaltevermögen entlohnt. Gut, das ist ja noch nachvollziehbar, weil einfach mal ein Irrtum... und solcherlei Dinge sind nun einmal menschlich. Aber wenn man nach dem dritten Reinfall immer noch nicht smoth genug ist um sich da mal anzupassen und statt dessen rumningelt, da muss doch ein wichtiges Instrument der Erkenntnis massiv versagt haben! Naja, wie jedes Jahr wird es sich nur um Wochen handeln bis selbst der letzte sich in sein Schicksal gefügt hat und das alles mit der nötigen Ruhe angehen lässt! Aber weit wichtiger sind die NEPPER, SCHLEPPER und BAUERNFÄNGER die es auf das Portemonaie des studentischen Jungvölkchens abgesehen haben! Da werden denen Bücher angedreht, die kein Mensch braucht und auch der ambitionierteste Streber bestenfalls zum Beschweren der heimischen Bierdeckelsammlung verwendet. Klar, so kann man einem befreundeten Wissenschaftler einen Gefallen tun und ihn mit den künstlich in die Höhe getriebenen Verkaufszahlen gegebenenfalls vorm Suizid retten... aber der Studi hat den Schinken dann über mehrere Semester lang am Hals und beginnt irgendwann den Neuwert des Schriftstückes wehleidig in Bier oder Gras umzurechnen während er nach einer langen Partynacht mehr gurgelnd als atmend ´heim kehrt. Irgendwo hat das doch jeder schon mal erlebt, oder?!? Der so vertrauenserweckend aussehende Herr empfiehlt einem ganz dringend das eine oder andere Standardwerk zu erwerben und dann verstaubt das Ding bis zum Auszug im Regal und sieht dabei nicht mal gut aus. So kann das nicht weiter gehen... Ressourcenvergeudung nenne ich das! Außerdem besteht das Problem dass gar zu aktivistische Neulinge die Etablierten mit ihrem rastlosen Gewurschtel um den wohl verdienten Schlaf bringen. Sei es direkt in der Vorlesung, wenn der Banknachbar sich genötigt fühlt als Einziger im Saal mit einem akkurat gespitzten Bleistift die Ausführung des Dozenten zu protokollieren und dabei einen überaus perversen Kratzton produziert, oder indirekt, wenn man bereits 10 Uhr (also in aller Herrgottsfrühe) von schluchzenden Müttern geweckt wird, die ihren Horst oder ihre Britta-Angelika alleine im großen, bösen Wohnheim zurücklassen müssen. Leute... lassts mal ruhig angehen... hier wird keiner kastriert oder gar in siedendem Öl gekocht... das ist ne Uni!!!! Das Schlimmste was eurem Sprößling hier passieren kann ist, dass die Leber doppelt so schnell altert wie der Rest. Das sind aber alles Lernprozesse, das sehe ich ja ein, als hör ich damit auf. Ohnehin willte ich auf ganz was anderes hinaus: Statistik! Ja, ich hab mal wieder ne schöne gefunden und zwar in eben einem dieser Informationshefteln die derzeit wieder exzessiv an Newbies und (gezwungener Maßen) auch an die Alteingesessenen verteilt werden! Lycos hat ne Studie in Auftrag gegeben (kein Witz) die die Präferenzen europäisch-univeritärer (also irgendwo um die 20) Singles bei der Partnerwahl erfassen sollte! Ich dachte ja schon immer, dass wir Deutschen komisch sind und allesamt kräftig einen mitlaufen haben wenns um unser Anspruchsdenken geht... aber es geht NOCH obskurer! 47,1% der Spanier präferieren einen Partner der mindestens zwei Patenkinder in der 3. Welt unterstützt!!!! Tolles Kriterium, oder? Aber es geht noch lustiger: 95% der Schwedinnen scheinen langen Unterhosen (wie auch immer) etwas erotisches abgewinnen zu können oder sind zumindest nicht strikt abgeturnt wenn Björn-Olaf damit auf der Bettkante balancieren übt, zudem sagt der Schwede an sich auch "Ja" zu Schlagermusik beim Beischlaf (6,7% der Befragten gaben an, dass das eher die Regel als die Ausnahme sei). Noch krasser die Engländer: 96,5% der Männer halten Cocktails für unmännlich und würden lieber ein Glas Wasser bestellen wenn sie mit einer Frau ausgehen, diese muss aber für beachtliche 21,4% der britisch-männlichen Solisten folgende Basisqualifikation besitzen: sie muß Autoscooter fahren können!!!! Während die Spanier sich zwar als EU-Leader in Sachen Pornographie (18,3%... ich nenne es mal "User" gibts da) entpuppen, zeichnen sie sich, wie der Rest des Kontinentchens übrigens auch, wohl dadurch aus, dass sie ihre Prioritäten wieder mal falsch setzen und ein ordentliches Heim dem schnellen, schlüpfrigen Spaß opfern! Ganz anders mal wieder wir Deutschen: 17,5% von uns legen mehr wert auf ordentlich zusammengerollte Socken als auf Sex... in Schweden sinds nur 2,4%... mal wieder typisch deutsch!!! Mit solchen Informationen werden die Erstis also konfrontiert! Für mich ists da kein Wunder dass es den einen oder anderen im Verlaufe des Studiums in die diversesten nordischen Länder zieht... die sind da einfach lockerer drauf da oben... und wers braucht kann dort auch ohne Einbußen an amouröser Selbstverwirklichung seinen Fetisch für Ganzkörperunterwäsche ausleben ohne seine Socken rollen zu müssen! Wer allerdings ob seiner Pornosucht eher nach Spanien will, sollte vorher ruhig mal bei Unicef vorbei schnieken und zwei kleine Kongolesen adoptieren! (Ich allerdings frag mich wo beide Fakten zusammen passen sollen) Da wird Fox Mulder mal wieder Recht behalten: "Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen!"
Mittwoch, 28.09.2005
CRACKHOUSE BLUES
"...sometimes when the night gets hot, I search around for the crack I lost (...) got' to sweep the floor to keep the crackhouse clean" (Adam Green, 2004)
Mahlzeit! Jeder der sich ob dieser Zeilen nun einen Kommentar über so mancherlei illegales erwartet hat und sich schon erwartungsfroh die eine oder andere Vene abbindet, Kreditkarte und gerollten Hunni bereit legt oder ähnliches, der kann die Seite beruhigt schließen und sich Dingen wie der Sinnerörterung von Aufreißlaschen an Joghurtbeckern zuwenden! Vielmehr ist wieder heute einer der Tage, an denen ich... wie soll ich sagen... irgendwie komisch drauf bin (Leute die mich gut kennen mögen jetzt an der Außergewöhnlichkeit dieses Zustandes massive Zweifel haben, aber das ist wieder eine andere Geschichte). Ich weiß nicht was es ist, aber irgendwie ist die Außenwelt heute BESONDERS komisch für mich! FREAKS FREAKS FREAKS!!!! ÜBERALL!!!! Das geht schon los wenn man sich in die Caféte begibt um relaxt und in angenehmer Atmosphäre sowie netter Gesellschaft einen Kaffee (oder zwei... oder drei) zu schlürfen. Grade dem Wohnheim entstiegen ist man schon MITTENDRIN: Die Anstalt, welche zuweilen auch als Öffentlichkeit bezeichnet wird. Da strömen Rentner mit ihren Fifis über die Wohnheimwege, damit diese ihre verdauten Cäsar-Reste an den strategisch dümmsten Stellen plazieren können. Nicht dass ich was gegen Hunde habe... im Gegenteil, Wauwaus ROCKEN!!! Aber irgendwo ist schon dreist von unseren Veteranen, dass sie die Haufen ihrer domestizierten Wolfsabkömmlinge (bei den meisten Tieren ist diese Bezeichnung allerding Realsatire) wie selbstverständlich über den Campus verstreuen. Irgend ein Mitglied dieser verkommenen Jungend wird schon reintreten. Da stapfen also die Pensionäre in ausgeleierter Leinenhose, aber von Oma mit ner akkuraten Bügelfalte versehen, meist grauen Annoraks und nem formschönen Hut auf dem schlohweißen Haupte über das Unigelände. Das Kreuz schön durchgedrückt und die Nase zum Himmel gereckt als wollten sie sagen "Achtung, Blockwart kommt!". Am einen Handgelenk taumelt die Herrenhandgelenkstasche unrhytmisch um diverse Achsen, welche neben diversen Ausweispapieren, Rentenbescheid (ach... ob ich sowas noch erhalten werde!?!?!?), dem Doppelherz Lutschdrops für unterwegs wahrscheinlich auch noch das obligatorische Stofftaschentuch enthält (Innitialien liebevoll eigestickt, ansonsten aber schon seit Monaten ungewaschen). In der anderen Hand dann die Aufrolleinrichtung für die braune Lederleine an deren anderem Ende der kleine Fifi sein Dasein fristet. So wird dann am studentischen Wohnraum vorbei flaniert und nur anghalten wenn die Strickmiez einen Laternenpfahl benetzen muss oder sich im knöchelhohen Gras verlaufen hat und nun schier unauffindbar scheint. Macht mal ein Experiment und lauft an so einem Herrchen vorbei während das, was Gerüchten zu Folge ein Hund sein soll, sich gerade entleert. Euch wird sofort der geringschätzige Blick des Rentners treffen, als wolle er sagen, dass nicht er, sondern viel mehr ihr die Daseinsberechtignung in diesem urbanen Teilraum unserer Stadt verwirkt hättet. Mit Verlaub gesagt: aber wer ist denn eher Schuld an der ganzen Scheiße?!?!? Na egal... jedenfalls liefen mir heute auch solcherlei Exemplare über den Weg... ich frage mich dann immer was die wohl sagen würden wenn der Computerinder sich da ein Beispiel nimmt und seine Kuhherde durch ihren Schrebergarten treibt wenn denen der Darm drückt! Na egal... weiter im Text. Treppen hoch und da kam es mir entgegen: das Sinnbild des "Checkers". Zur genaueren Phänotypenbeschreibung empfehle ich meinen Text "A Boy Named Sue". Klamotten irgendwo zwischen geschmacklos und feminin... dafür aber teuer und mit dicken Markenlabeln versehen, ein Blick der einem förmlich das "Hey Baby, isch bin konkeret Checka von die Hood" entgegenschreit, dazu ein Laufstil wie ein läufiger Grizzly... nur dass ein Grizzly meist mehr als 1,75 mißt und eine relativ iposante körperliche Erscheinung ist... naja, wieder ins Nachdenken gekommen! Sorry, aber solche Leute nehme ich nicht ernst... geht einfach nicht! Wenn ich mir dann noch vorstelle wie der in seinen umgebauten Golf 4 steigt, Scooter bis zum Anschlag aufdreht und zu seiner Friseuse saust, dann verfalle ich in ein wissendes Grinsen. und verbuche die Begegnung unter "Subkulturen die man nicht wirklich haben muss"! Solche Leute trinken nämlihc auch Alkopops und schuppsen Babys vom Nachttopf!!!! Also weiter geschniekt Richtung Caféte. Die Erscheinungen die einem da aus den Lehrgebäuden entgegenwanken um sich ihre täglichen 5 Minuten Sonnenlicht abzuhohlen brauche ich wohl nicht weiter zu erwähnen, an die hat man sich in einer Studentenkarriere ja schon gewohnt! Mit dem Teint kannst du beruhigt auch eine Zweitkarriere als Guru einer satanistischen Endzeitsekte beginnen... Erfolg garantiert! In der Catéte wars dann Gott sei Dank erstmal vorbei... klar, da rennen auch so manche Gestalten rum, vom Vegetarier im kunterbunten Poncho bis zum BWL'ler im Maßanzug und Armani-Aktenkoffer ist da alles dabei, aber man ists ja gewohnt und gibt auch selber so ein individualistisches Visitenkärtchen ab was vom Rest registriert und unkommentiert (meist zumindest) hingenommen wird! Nach einiger Zeit wieder abgedampft Richtung Heimat, dabei fast eine dieser hyperfokussierten Karrierefrauen umgerannt die wie von der Tarantel gestochen ihre Aktentasche vor sich her schob und mich anschaute wie "Platz da, ich muss jetzt die Welt retten" und dann mit klackernden Absätzen der Universität entgegen strebte wobei sie sich vergeblich mühte in diesen Latschen einen auch nur halbwegs runden Laufstil vorzutäuschen! (Das sah eher aus wie Reinhold Messner in Balletschuhen) FREAKS, FREAK, FREAKS.... und ich mittendrin! Naja, jetzt bin ich im schützenden Wohnheim angekommen, lausche TOOLs - "Hooker with a penis" und freue mich, dass wenigstens ich normal bin. Oder doch nicht...?!? naja, das müssen andere Entscheiden! Aber sollte ich mir jemals einen Hund von der Größe eines mittleren Meerschweinchens zulegen um damit die Zukunft unseren Landes zu bescheißen, ärmellose Tops mit "GUCCI"-Schriftzug aus Strass-Steinen anziehen oder mich zum karrieristischen Yuppie entwickeln, dann dürft ihr mich getrost einweisen lassen! Jeder Junkie auf Entzug verhält sich ja noch rationaler als diverse Teile der sächsischen Stadtbevölkerung. In diesem Sinne... ich brauch erst mal nen Kaffee... ! Außerdem hab ich heute noch nen langen Tag vor mir, mal sehen was ich noch so erleben werde! ;-)
Dienstag, 27.09.2005
Griechischer Wein
Jupheidi... Udo Jürgens! Für alle, die mich jetzt für vollkommen meschugge halten: wartet's einfach ab, bis ich in etwa 70 Zeilen zum eigentlichen Thema komme! ;-) Zunächst mal zu meiner Schreibfaulheit in den letzten Tagen: nicht dass diese entschuldbar wäre, aber dennoch ist sie ein logisches Produkt meiner Lernanstrengungen. Da es einem immer schwerer fällt sich zu konzentrieren und die Theoriemodelle kognitives Karussell-Fahren üben, man somit immer mehr Zeit benötigt um immer weniger zu lernen (das temporäre Bildungsparadox kognitiv-kapazitiver Provinienz) war ich des abends zu müde bzw. zu frustriert um noch irgendwas zu schreiben, was wie gewohnt jenseits des guten Geschmackt rangiert. DAS WÄRE ALLES ZU ERNST GEWORDEN!!!! ;-) Nun versuche ich auf leisen Sohlen zum Thema zu schleichen! Statt mich im Cyberspace herumzudrücken oder auf dem Mensaparkplatz Drogenpilze zu jäten und dabei im Micky Maus Kostüm pausenlos Satan zu huldigen, während ich alle "Magnum 7 Sünden" gleichzeitig verdrücke, habe ich mich hörbüchern zum Thema "Griechische Mythologie" gewidmet. Also an sich war das ja ein nettes Völkchen diese Griechen... immer zu einem Scherz aufgelegt, immer ein Gläschen Wein an den Lippen und für jeden Schabernack nen Exta-Gott! So gabs da auch den Gott des Schlafes. SUPER finde ich das, das ist die pure Gewaltenteilung... nicht wie bei uns, wo ein und der selbe Typ für nahezu alles verantwortlich ist. Multifunktionsgott will ich mal sagen! Man muss sich das mal vorstellen: da sitzt der Genosse oben auf seiner Wolke und muss sowohl die amourösen Geschicke, die militärischen Scharmützel und Gefechte, Sinfluten, Kreuzigungen Familienangehöriger sowie auch die Fußpilzinfektionen und Vogelgrippeepidemien der ganzen christlichen Menschheit auf einmal regeln. Da kann man schon mal den Überblick verlieren und prompt hat der Gott, ohne es zu wollen, nen Küblbock erschaffen, der dann nichts als weitere Probleme nach sich zieht!!!! Der Grieche hatte es da besser: Oberdude im Olymp war Zeus, der notorisch alles begatten musste was ihm so unterkam, mit Gattin Hera an der Seite (deren Haupttätigkeit wiederum bestand darin, all diejenigen rigoros platt zu machen, denen sich Zeus so gewidmet hatte) und dann gabs da noch die Dienstleistungsklasse von Sekundärgöttern, die sozusagen für die Pampelarbeiten verantwortlich waren. Aphrodite sorge in der Gesellschaft für die nötigen Konflikte, Zwietrachten und Kleinkriege indem sie wildfremde Menschen mit Liebespfeilen drangsalierte, Apoll war so bissel der Intellektuelle Selbstzweifler der ganzen Bande und Dyonisos sorgte dafür, dass die Becher auch immer schön voll waren während die Menschlein auf der Erde vom Götterkollegium vergackeiert oder schlicht und ergreifend in bösen Kriegen dahingemetzelt wurden. War dies geschehen, gings ab zu Hades, in den selbigen, wo man für die Ewigkeit vor sich hinvegetierte und wahrscheinlich Halma spielte oder den Cerberus Oberschenkelknochen apportieren ließ. Brauchte man mal Feuer, auch kein Ding, dafür gabs ja den Prometheus, welcher uns den ganzen Spaß hier mit dem Menschsein auch eingebrockt hat! Also ne feine Sache soweit das Griechenland der Vorzeit! Der, verzeihung, Arsch wußte zwar zumeist nicht was der Kopf tat, aber irgendwie liefs rund und es war immer ne Menge los auf Erden! Man denke nur an den trojanischen Krieg... halleluja was war das ein Spaß! Ganz Griechenland war ein männerleerer Sektor, diese saßen nämlich gut 10 Jahre vor den Mauern besagter Festung und warteten darauf, dass jemand auf die Idee kam ein Pferd zu bauen (UND DAS WAR NICHT ODYSSEUS!!!!!!!). Und warum das? Nur weil so ein pampeliger Jüngling, der bezeichnenderweise in der Verfilmung von Orlando Bloom gespielt wird, nem Griechenkönig die bessere Hälfte gemopst hatte! Das war damals ein Grund nen Krieg vom Zaune zu brechen... heute nicht mehr denkbar! Die meisten Könige wären heutzutage sogar froh wenn sie die angetraute los wären (da braucht man nur mal nach England zu schauen... da heißt der König noch nicht mal König, weil die Liesbett König ist). Krieg?!? Muhaha... kein Gedanke mehr! Aber wie gesagt, da war ne Menge los im alten Griechenland! Auch gabs da noch ordentliche Monster!!!! Nix mit Fleckenzwergen oder "dem kleinen Hunger", ja selbst weiße Riesen oder der berühmt berüchtigte "Callmund" sind nichts, ich wiederhole NICHTS gegen Minotauren, Argos oder den gefräßigen Pferden diverser lokaler Eminenzen, die sich bevorzugt von Menschenfleisch ernährten und entsprechend den Feierabend mit Feuer speien verbrachten. Das waren noch Zeiten!!!! Götter waren fehlbar, Monster waren noch gruselig, Männer waren noch richtige Männer und Frauen waren... nun... sie waren halt auch irgendwie dabei in der Antike und spielten entweder eine fatale Rolle (manches ändert sich halt nie) oder waren im Gegensatz zu besagten Kerlen der einzige Quell von rationaler Vernunft (manches ändert sich halt doch). Nur eines war nicht sauber bei den alten Griechen: das mit der Moral war dann doch bissel arg fragwürdig! So ein durchschnittlicher Gott von damals würde heute entweder in der Anstalt oder im Knast landen... und das auf lange Zeit! Es gab so ziemlich keine Grenze genetischer Vermischung, die Zeus alleine nicht schon gebrochen hat!!! (Persephone war sowohl seine Tochter, als auch seine Enkelin, als auch seine Nichte... und um das dann noch zu verkomplizieren teilte er sie sich dann quasi mit Hades, seinem Bruder...) wenn mans so betrachtet ist dann doch wieder kein Wunder dass dieses System irgendwann untergehen musste... wer sich einen derart pervertierten Genpool schafft ist am Ende selber Schuld wenn er vom Olymp geschuppst wird! Nur die Römer... die Römer fanden das alles so toll, dass sie den ganzen Götterhaufen sofort importierten und nur mit anderen Namen versahen... da ging die Sauerei dann wieder von vorne los.
Sonntag, 25.09.2005
SLEEPING WITH GHOSTS
Prosit Neujahr werte Interessenten an posttraumatischen Orthopädieschuhphobien! Der heutige Placebo-Titel des gleichnamigen Albums deutet bereits auf das Kernthema hin, welchem ich mich heute widmen will: Teflonsex... ähm... Telefonsex! Wer kennt denn folgendes Szenario nicht: da hat man sich, weil die deutschen Korbjäger schon mal den Schritt ins EM Halbfinale geschafft haben, nach der üblichen Theoretikerschlacht der Diplomprüfungsvorbereitung, welche auch die Thematik "Sozialstruktur Japans" beinhaltete, den Gründervater H. zum gemeinsamen Sportabend eingeladen und wohnt einer wahren EM Sensation bei (ungefähr die 4. welche die Dribbelpicassos um Dirk Nowitzki in den letzten Tagen ablieferten). Die deutschen spielen gut, lassen den Spaniern zwar zu viele Rebounds, aber am Ende schickt der gute Dirk die Iberer dann doch deprimiert duschen, indem er 3,9 Sekunden vor Schluss mal klar stellt, wer hier das Privileg hat morgen im Finale die Griechen rund zu machen! Spanien darf dann morgen die Franzosen im Spiel um Platz 3 belästigen, wobei ich ihnen selbstredend die Daumen eben NICHT drücke, denn wer sich dereinst der "Koalition der Billigen... nee... Willigen" zugehörig fühlte, für den ist auch die Bronze Medaille noch zu viel! In diesem Sinne VIVE LA FRANCE... Bouillabaise... Marsaillaise... Tour Eifel et la baguette pour tout le monde et un triomphe por l'equipe tricolore!!! Olé olé, super Frankreich! Jedenfalls ist das Spiel vorbei und man zieht sich bei einem guten Schluck Schottentrunk in politische Anschlussdiskussionen zurück und vergisst dabei die vor sich hin dudelnde Flimmerkiste zeitweilig. Wichtiger erschient es, sich über Schwampeln oder das politische Profil eines FDP Spitzenpolitikers auszutauschen (OK, das Thema war schnell vom Tisch, denn soviel Erwähnenswertes gibts ja da nicht). Und plötzlich realisiert man, dass der visuelle Volksempfänger nun umgeswitcht hat vom ballzentrierten Spitzensport auf nackte Tussis, die uns ihre Fortpflanzungswilligkeit via auditiver Kommunikationsapplikationen kredenzen wollen! Wußtet ihr, dass man, sofern man "Lesben 2" an eine spezifische Nummer per SMS schickt, eine entsprechende Antwort erwarten darf?!? Ich nicht, und um ehrlich zu sein wäre mein leben auch nicht trostloser, wenn diese Information an mir vorbei geschrammelt wäre. Aber egal, die Kulturindustrie doktriniert es einem förmlich auf. Mich persönlich würden zwei Dinge interessieren in dieser Hinsicht: 1. WER ZUM HENKER MACHT DAS ÜBERHAUPT? und 2. Wie sehen eigentlich diese, ich nenne sie mal "Dienstleisterinnen" aus, in welchem sozialen oder privaten Kontext bieten sie dies denn an? Ich möchte diesbezüglich mal ein kleines Planspielchen durchgehen, welches die soziale Interaktion veranschaulichen soll. Nehmen wir einmal an, dass es in Kastrop-Rauxel einen Mann gibt... nennen wir ihn von mir aus Karlheinz Schmidtgen. Wir müssen uns eben diesen Karlheinz als angehenden Endvierziger vorstellen, der sein Leben eigentlich schon hinter sich hat... er weiß es nur noch nicht! Sein Einfamilienhaus ist gebaut und abbezahlt, Frau und Kinder treiben sich eh nur noch bei Juan-Antonio (dem neuen Latino-Nachbarn aus der Kleingartensiedlung nebenan) herum und genießen wahlweise dessen Playstation Spielesammlung oder sexuelle Aufmerksamkeit, in seinem Skatclub ist er Gesamtdritter der ewigen Bestenliste und Herman, sein Rasserammler aus der hauseigenen Karnickelzucht hat bei den Dorfmeisterschaften das blaue Band qausi aboniert! Nun sitzt der gute Karlheinz also abends vorm Fernseher und verfrachtet die mittlerweile 7. Flasche Kölner Dombraü (Export) zurück in den sich leerenden Kasten und streicht sich mit den Fettfingern durch die im Rückgang begriffene Frisur. Doch dann, er hat sich schon damit abgefunden im Ledersessel einzuschlummern und den morgentlichen Genickschmerz mit zwei Kümmerling und ner halben Packung Aspirin zu betäuben, wird er mit eben diesen Werbespots konfrontiert! Instinktiv erhebt er sich aus seiner Lethargie und beugt sich vor, um die beiden Bildschirme in seiner Wahrnehmung zu einem Einheitsbild zu vereinigen, dabei wölbt sich seine ansehnliche Wohlstandswampe respekteinflößend über seinen Adidas-Sporthosen und stellt das ehemals weiße, nun eher ins grau-gelbe tendierende Feinripp-Unterhemd vor eine nicht zu unterschätzende Zerreißprobe. Kurz entschlossen greift er sodann zum Schnurlosen Telefon und gibt eine der über den Bildschirm huschenden Nummern in den Ziffernblock ein... tuuuuuut.... tuuuuut....*klick* "Haaaaaaiiiiii... Süßer... hier ist die scharfe Edeltraud (Name wahlweise änderbar)... worauf stehst du denn so du schlimmer Finger Du?!? *stöhnseufz*" Da gehen bei Karlheinz die Alarmglocken an und der vom alkoholischen Exodus verschonte Bestandteil an Restfantasie dreht wahre Kapriolen ob der dargebotenen Informationsfülle (Edeltraud... scharf... Finger). Vor seinem inneren Auge spielt sich eine Szenerie ab, in der sich eine Südseeschönheit am Strand räkelt und am knappen Bikini lediglich die Haltevorrichtung für die Handy-Freisprecheinrichtung befestigt hat und nur auf ihn, Karlheinz Schmidtgen aus Kastrop-Rauxel gewartet hat... ja, die sich nach ihm verzehrt! Die Realität sieht aber GAAAANZ anders aus!: Irgendwo bei Eisenhüttenstadt klingelt ein Telefon. Gertrude Müller-Heinzelbank, eine 63jährige ehemalige Fleischwarenfachverkäuferin der ansässigen Dorf-HO und Mutter von 5 Kindern (3 derzeit wegen Drogendelikten oder sexueller Nötigung von Zwerghamstern im offenen Vollzug, die anderen beiden in der FDP) hebt den Hörer ab und säuselt ihr Standardsprüchlein durch die Horchmuschel. Nebenbei jagt sie die Hauskater noch vom Esstisch und schiebt ihren deliriösen Ehegatten kurz zur Seite um auch unter dem Glastisch saugen zu können. Nachdem sie Karlheinz Schmidtgen die Erfüllung all seiner Wünsche nebst die Richtigkeit ihrer Angaben (24 Jahre, 92-61-89, ungebunden, jung und zu allem bereit) per Schwur auf das große Postleitzahlenbuch (kennt noch einer dieses Maskottchen "Rolf", diese fünffingrige Hand mit Sonnenbrille?!?) glaubhaft versichert hat, übernimmt sie den weiteren Gesprächsverlauf und schildert ihm diverse Aktionen, die nicht mal im Entferntesten mit der Realität zu tun haben. Während sie ihre Hausarbeiten erledigt vollzieht sie jene abstrakte "Dienstleistung", für welche sie monatlich mit 456,98 Euro von der "Agency of Telecomunication related Consumer Satisfaction & Co KG" mit Firmensitz auf Vanuatu entlohnt wird. Just als sie den Inhalt diversen Katzenklos entleert hat und soeben dabei ist sich den Schorf vom nässenden Ekzem am wülstigen Oberschenkel zu schaben... nun, wie soll ich es sagen?!? am besten ökonomisch: just in diesem Moment ist die Nachfrage nach der dargebotenen Dienstleistung seitens Karlheinz Schmidtgens quasi "gesättigt". Nach kurzen Abschiedsfloskeln kann sich Gertrude wieder dem Tascheninhalt ihrer Kittelschürze und dem brodelnden Sauerkohleintopf mit Heimtierfleischzulage (Zwerghamster sind in der Familie ja genügend vorhanden) zuwenden, während Karlheinz Schmidtgen im fernen Kastrop-Rauxel mit dem Gefühl etwas großes vollbracht zu haben in den Schlaf sinkt! Ists nicht immer wieder toll, was die moderne Telekommunikation so ermöglicht? NEIN!!!!! IST ES NICHT!!!!! Kann es nicht einfach einen Sender geben, der speziell auf solche Nerds zugeschnitten ist (Gut, RTL2 war das ja mal, ist aber mittlerweile auch schon zu seriös geworden, sprich auf BamS-Niveau emporgeschossen) und den der Durchschnittsbürger (naja, bin ich ja auch nicht... also eher der Bürger mit alternativ-nonsensueller Grundeinstellung), der primär daran interessiert ist wie Dirk Nowitzki mit seinem Turn-Around-Fade-Away-Jumpshot die Defense der iberischen Ballschänder aber auch SOWAS von alt aussehen läßt, einfach meiden kann?! Kann doch nicht so schwer sein liebe Industrie... einfach"9Live" aufkaufen und deren Programm mit diesem Mist zuschütten und fertig ist der Lack! Fällt auch gar nicht weiter auf, glaubt mir! Naja, morgen ist jedenfalls Finale, und um eine neuerliche Konfrontation mit den simulakresquen Auswüchsen hormoneller Gesellschaftsverblödung zu umgehen, haben sich der Gründervaterkollege und meine Wenigkeit schon einen Anschlussfilm parat gelegt... "Der Name der Rose"... denn ein Film, in welchem Mönche in Bottichen mit Schweineblut ertränkt werden, der dürfte sogar den guten Karlheinz Schmidtgen aus Kastrop-Rauxel in seinen autoaktiven Handlungen auf der moralisch einwandfreien Ebene verweilen lassen! In diesem Sinne: Ruf doch mal an... ;-) !
Samstag, 24.09.2005
DEAD BODIES EVERYWHERE
Guten Abend meine sehr verehrten Damen und Herren! Heute mal zur Abwechslung ne gute Nachricht! Ja, es gibt auch schöne Sachen in der Welt, es gibt auch Freude, Frohsinn, Heiterkeit und Stachelschweine! Den heutigen Soundtrack lieferten übrigens "Korn" in ihren (damals noch) alternativen Zeiten ab... meine Herren, die konnten damals richtig rocken!!!! Jaja, lang lang ists her, heutzutage tastet sich Jonathan Davis ja eher mainstreamhaft an seinem Mikrofonständer mit weiblichen Konturen hoch (scheußliches Ding... vor allem weils sich um Korn handelt!!!!! Bring so ein Teil bei Q.O.T.S.A. und es wird prompt glaubhaft) und murkst sich mehr oder weniger erfolglos durch die verschiedensten musikalischen Stile... nur damit sein Rock'n Roll-typischer Privatjet seinen Samthintern auch in Zukunft standesgemäß in die Heimatvilla befördern kann, ohne dass dafür ein Kredit nötig wäre! Na egal... der Song rockt jedenfalls... und nun fragt sich der eine oder andere sicherlich, worauf das hier noch alles hinaus laufen soll? Nun, Leichen überall... zersägte Körper in den unmöglichsten Anordnungen über die Parkflächen von Kleinstädten verstreut, brennende Schulsäle, durchdrehende Rasenmäher, welche ihren Eigentümer in konfettihafte Gewebestücke zerlegen, nur weil ein x-beliebiger Komet gerade haarscharf an an unserem Himmelskörper vorbei schrammt!!! Na, klingelts?!? Wessen Fantasie konstruiert uns denn schon seit Jahrzehnten den Stoff, aus dem Massaker sind? RICHTIG Stephen King... der Gute wurde diese Woche 58 Jahre und ich beschloß ihm mal eben zu huldigen! Jemand der mehr Blut vergossen hat als der nette Schächter von nebenan muss einfach entsprechend geadelt werden. Er ist mittlerweile ein Klassiker der Weltliteratur geworden, der perfekt die alltäglichen Ängste aufgreift, welche eigentlich keinen von uns plagen, sie aber so herrlich beklemmend umsetzt, dass der geneigte Leser bei jedem Umblättern rätselt, welche Körperteile der vormals so nette Fast-Food-Clown aus der Werbung der Bande präpubertärer Wänster (bewaffnet mit Silberohrringen und Asthmaspray) wohl als nächstes abnagen wird. (Wer dies liest, ist Ronald McDonald gegenüber SEHR SEHR SKEPTISCH... und das ein Leben lang!) GAAAANNNNZ GROßES TENNIS!!!! Jeder, der eine gewisse morbide Veranlagung hat und das sind zumindest die meisten männlichen Lebewesen, der KANN diesen Autor eigentlich nur vergöttern. Jede dumme und hinterhältige Idee um seinen Mitmenschen das Lebenslicht auszupusten und dabei eine möglichst große Schweinerei zu hinterlassen, auf die man selber nicht kommt, die liefert der nette Herr King! Dann bastelt er noch ein schickes Geschichtchen drumrum (ordnet um die Primärbluttat noch viele weiter Nebenmorde an) und prompt legt man seine Werke nicht mehr aus der Hand! Jaja, so isser der Stephen! Ich persönlich glaube ja, dass die amerikanische Gesellschaft froh sein kann, dass jemand mit seiner Fantasie ökonomisch und sozial integriert ist und ein hohes Maß an literarischer Kreativität sein Eigen nennt... nicht auszudenken, wenn dieser Mann Analphabet und Aktionskünstler wäre!!! Das wäre vielleicht eine Sauerei!!!! 58 Jahre Stephen King... plastisch ausgedrückt sind das ganze Fußballstadien voller Zombies, Horden von Vampiren, die sich mit ihren außerirdischen Monsterfreunden daran machten ganze Kleinstädte zu entvölkern, ja sogar Satan persönlich marschierte in einem verschlafenen Provinznest ein um den Bewohnern irgendwelchen Ramsch zu verscherbeln, welcher sie dazu brachte sich gegenseitig bei lebendigem Leibe zu obduzieren.... mit Küchenbeil und stumpfem Löffel versteht sich. Bei King wird auch schon mal versucht, einen kleinen Jungen zu entführen um ihn am Abend in geselliger runde mit seinen Freunden zu verspeisen.... dumm nur dass der Lausbub renitent wird und die Dame ihrerseits am Ende nicht in, sondern viel mehr aus der Röhre schaut. Selbige Röhre übrigens, in der ein "Musterschüler" und sein ehemaliger KZ-Aufseher Freund in einem weiteren Werk streunende Katzen entsorgen! Ich will jetzt lieber aufhören, sonst kriegt der eine oder andere noch Hunger... und wer weiß wo das dann noch endet! Wenn ich das jetzt so durchdenke, dann wäre es nach etwa 6 Jahren Abstinenz eigentlich mal wieder an der Zeit eines seiner Bücher zu Hand zu nehmen und mal zu sehen, ob ihm trotz seines nun ja gehobenen Alters der Hang zur exzessiven Blutrunst nicht etwa abhanden gekommen ist. (Wer allerdings das Hörbuch zu "Das Mädchen", eines seiner jüngeren Werke, kennt, der stellt das nicht wirklich ernsthaft in Frage) Naja, alles Gute jedenfalls zum 58. ... nachträglich. Sollen ihm die Ideen nie versiegen. Es gibt noch so viele Alltagssituationen, deren Potential an grausamen und möglichst humankapitalvernichtenden Eskalationen noch nicht erschlossen ist, da ist für den guten Herrn King noch ne Menge zu tun!!! Mögen ihm weder Inspiration, Motivation, anatomischen Kenntnisse, Zynismus, schwarzer Humor, Tintenfüllerpatronen, noch magenberuhigende Medikamente ausgehen. Aufdass wir beim nächsten Roman wieder frohlocken können "Dead Bodies Everywhere"!!!
Freitag, 23.09.2005
A BOY NAMED SUE
Zum Wohl liebe Netzwerkler! Jaja... der gute alte J. Cash, Gott hab ihn seelig. Einer der GAAAAANNNNZ GROßEN Musiker unserer Zeit war er!!! Außerdem liefert er gleich den Titelsong für unser heutiges Psychogramm einer Weltgesellschaft außer Rand und Band! "A boy named Sue"... wenn es doch nur beim Singular bleiben würde... aber nein, der Trend geht zum Plural... welcher Trend mag nun gefragt werden, nun, ich nenne es beim Namen: Metrosexualität! Bei Metro denke ich persönlich immer erst an die gute, alte U-Bahn! Aber nicht so das durchschnittliche Trendopfer ("Fashionvictim" als Fachbegriff) der kosmetischen Industrie. Gehen wir dem Ganzen mal auf den Grund. Wer ist denn die Ikone dieser Bewegung? Antwort: David Beckham! Ein Engländer (was mich nicht wirklich überrascht), welcher zwar ganz passabel gegen Bälle treten kann, aber sonst eher durch geistige Totalverweigerung glänzt. Ich möchte hier nur an seinen Gala-Auftritt im Eichmann-Portrait-Pullover erinnern... "hat mir ein Fan geschickt, ich weiß nicht wer das ist!" (Beckham, 200x). Schlimm genug, dass die weltweite Männerschaft nix besseres zu tun hat, als in immer größer werdender Anzahl die Badtür vor ihrer Frau abzuriegeln, um sich die Lachfältchen mit Avocado-Creme zuzuspachteln, was die Angebetete BLOß NICHT sehen soll... man will ja trotz der lackierten Nägel noch den Nimbus der Männlichkeit wahren... nein, sie müssen sich auch ausgerechnet Beckham als Vorbild aussuchen! Alles fing mit dem Grundgedanken an, dass der Mann sich doch auch pflegen könne. Gut, soweit geh ich gerne noch mit... das macht Sinn! Prompt fingen die XY-linge an sich zweimal die Woche zu duschen... dan drei...vier... und am Ende täglich! OK, soweit so gut. Das macht durchaus Sinn und findet meine uneingeschränkte Zustimmung. Auch tägliche Rasur (wer mich kennt weiß, dass ich nicht jeden sinnvollen Trend mitmache) hat ihre Vorteile; jedenfalls bis zu einer gewissen Grenze... die liegt irgendwo zwischen Kinn und Adamsapfel. Aber spätestens wenn erwachsene Männer anfangen sich mit einer Gurkenmaske im Gesicht, die Heißwachsrudimente noch am verbliebenen Brusthaar klebend, sich die Beine zu rasieren und anschließend mit gegeelter Tolle in der Dorfdisko versuchen den "Breiten" zu markieren... nein... dann komme ich mal wieder ins Zweifeln! Klar, von mir aus kann jeder mit seinem Körper machen was er will und so oft er will! Manche lassen sich halt Stahlbolzen durch die obskursten Hautpartien treiben, Bilder ihres qualvoll verendeten Nymphensittichs auf die Stirn tätowieren, lassen sich Brandings setzen, ziehen ganze Güterzüge mit ihrem Gebiss über die Schiene, lassen sich an Fleischerhaken aufhängen und nennen das Kunst (sehr beliebtes Hobby bei Spitzenmanagern hab ich mir sagen lassen)... aber diese Leute sind wenigstens authentisch!!!! Ganz ehrlich: ich mag die... die machen das aus Überzeugung... weil sie Spaß daran haben und nicht weil ein x-beliebiger Engländer das auf den Fussballbühnen der Welt so vorkaspert! Aber nein, da schreibt die "Bild" einmal was vom neuen Trend, und schon ist eine neue Mode - Erscheinung geschaffen, mit der man den besagten Trendlingen die Penunzen aus dem Sparstrumpf leiern kann! Ist es nicht ein Alarmsignal, wenn ein junger Mann zwar 12 Bodylotions am Geschmack erkennen kann, bei der Frage nach der Anzahl der Bundesländer jedoch passen muß?!? Klar, bei Caesar gabs noch Brot und Spiele, das hat dem Römer auch gereicht! Der musste nicht an seinem Teint arbeiten bevor er ins Kolosseum einmarschierte um ein paar Mitmenschen den Schädel zu spalten! Das ging damals überraschender Weise auch TROTZ Mischhaut und Spliss! Heute reicht das nicht mehr... heute muss man die holde Männlichkeit schon mit Lachfältchen und Bortox beschäftigen, damit sie nicht merken wie sie industriell ausgebeutet werden. Männlich ist das nicht gerade... ich würde es eher eine Wohlstandskrankheit nennen! Natürlich, im Vergleich zu Somalia, Afghanistan oder dem Irak haben wir in unserem Wohlstandsländchen keine WIRKLICH ernsten Probleme (Ich meine jetzt ausdrücklich nicht die USA!!!)... nur müssen wir sie uns deswegen denn selber schaffen? Ja man hat langsam der Eindruck, dass es ein Makel ist mit Bartwuchs und behaarten Waden auf die Welt gekommen zu sein! Es scheint so, als wären rosa Seidenhemden das neue Identifikationssymbol der menschlichen Geschlechtsgruppe, die früher Mammuts mit behelfsmäßigen Steinäxten ins Nirvana knüppelten oder im tiefen kanadischen Wald die Ahornbäume zerlegte (nicht selten nur mit einem Schweizer Taschenmesser und einer Rolle Klebeband bewaffnet)! Nein, in so einer Welt will ich nicht leben! Eine Welt, in der Männer aussehen wie Frauen und dies ernsthaft damit zu legitimieren versuchen, dass diese das wiederum als Zeichen von Männlichkeit definieren und "voll drauf abgehen"... das ist keine schöne Welt mehr! Nein, das ist weltfremd und kontraevolutionär. Wenn Gott gewollt hätte, dass Männer sich schminken, dann hätte er "aprikot" und "limettengrün" in ihr Farbwahrnehmungsspektrum eingegliedert und nicht nur als "komisches hellgelb" oder "dieser krasse Buntton" in ihr Vokabular integriert! Da der Mensch nicht perfekt ist, sollte er auch dazu stehen. Männer ganz besonders, denn, bei allem gebührenden Respekt liebe Geschlechtsgenossen: unsere Stärken liegen nun mal nicht darin, graziös und elgeant zu erscheinen, wir sind von der Evolution halt eher zum robusten Grobmotoriker ausersehen und WIR SOLLTEN STOLZ DRAUF SEIN anstatt zu versuchen den darwinschen Grundeffekt zu überlisten! ;-) Denn eines ist mal sicher: so kanns nicht weiter gehen! Ich warte nur noch auf den Tag, an dem sich der erste Profiboxer in der Ringpause vom Cutman statt der Platzwundenversorgung der implodierten Augenbraue den Lidstrich nachziehen läßt... dann werde ich jubeln, denn das ist genau DER Tag, an dem ich mein gesamtes Vermögen bei der nächsten "Mister Universum"-Wahl beruhigt auf Uschi Glas setzen kann!!!!
Donnerstag, 22.09.2005
KILLING IN THE NAME OF...
N'Amd! Vorerst will ich mal den Gründervater H., bei dessen Bloglektüre mir ganz anders wurde, meine uneingeschränkte Solidarität und Aufbauhilfe zusichern!!!! Ist schon eine kleine Schweinerei was einem hier in der Prüfungsperiode zugemutet wird... die sonst von ihm nicht gekannte Meckerphase somit vollends legitim! Sollte ein gemeinschaftlicher Whisky am Abend nötig sein um ihn ein bisschen aufzubauen, dann stelle ich mich hiermit höchstoffiziell und gerne zur Verfügung! Kopf hoch!!! (Nein, ich komme Dir jetzt nicht mit "bis zur Hochzeit wird alles wieder gut!"... das geht hoffentlich schneller!)
So, was will uns der heutige Titelsong eigentlich sagen? Rage Against the Machine sind ja ne tolle Band (gewesen), die nahezu jegliche Auswüchse des modernen Kapitalismus kaputtzurocken versuchten, allerdings einen dieser Auswüchse kannten die Mannen um Zack de la Rocha bestimmt nicht! Jenes Grauen, welches sich in personifizierter Form durch Anzeigen, Anleitungen, Werbeplakate und semiperiable Kaffefiltertüten zieht! Die Inkarnation marktwirtschaftlicher Anonymität... ja der Anonymus an sich! Die Rede ist selbstredend von MAX MUSTERMANN!!!!!! Niemand kennt ihn, niemand weiß so recht wie er aussieht, niemand kennt seine Stammkneipe, niemand seine Schuhgröße oder Lieblingsschokolade, niemand hat überhaupt einen blassen Schimmer, was Max Mustermann so in seiner Freizeit treibt! Max Mustermann ist ein Neutrum in einer Welt voller Neutren... er ist der König des Nichts, der Herrscher des Inexistenten, ja, ich gehe sogar soweit zu sagen, dass eben er der viel zitierte Quark im Schaufenster ist! Dennoch hat Max Mustermann alles was der moderne Mensch so zu brauchen glaubt: Personalausweise (jeweils verschiedene Adressen, was auf ne Menge Zweitwohnsitze hin deutet), Lottoscheine, Reisepässe, DSL-Anschlüsse bei jedem Anbieter, Führerscheine, doppelte Staatsbürgerschaft und nicht zu letzt Karten für die FIFA WM 2006! Ein gemachter Mann an sich, wenn da nicht (neben seiner NICHTEXISTENZ) ein Problem wäre, welches ihm das Leben zur Hölle macht: ERIKA MUSTERMANN!!! Sie ist die Abstraktion des Anonymen von seiner Geschlechtsspezifik und tritt als solche in Konkurrenz zu ihrem Namensvetter und macht ihm eben all das abspenstig, was er sich in jahrelanger Anonymität so zusammenillusioniert hat. Diese "Anonymin" wenn man so will, ist so etwas wie die Emanzipation des Entstofflichten. Ein Nichts (also ein männliches Nichts) scheint die Macht zu haben, dass es als Gegenpart ein weibliches Nichts bedarf um die diskriminierende Wirkung dieses maskulinen Nichts zu nivellieren! Die Gleichberechtigungsbewegung sah sich also de facto bedroht von... genau: NICHTS! Und schuf sich ein eigenes NICHTS! Ergo ist Nichts nicht gleich Nichts... nein, es kommt drauf an ob es "der" oder "die" Nichts ist! Verwirrend, nicht wahr?!? Jedenfalls ist mir besagter Max Mustermann heute zwei mal aufgefallen... das erste Mal in der Caféteria, wo mir ein Pamphlet im Pamphletständer (wen wunderts: voll mit Pamphleten) auslag, wo eben dieser Name einen anlächelte. Dann noch ein Mal im Verlaufe des Abends (Kontext nicht mehr rekonstruierbar.) Langsam wurde es mir unheimlich... überall dieser Mustermann. Wo kommt er her, wo geht er hin? Wie gesagt, keiner weiß es auch nur annähernd, wahrscheinlich weiß er das selber nicht! Jedenfalls ist er nicht mehr alleine (er hat ja jetzt die Erika), das ist schonmal ein beruhigender Gedanke, schließlich ist der Mensch ja ein soziales Wesen, auch wenns manchmal besser wäre, er würde genau das NICHT sein. Also nochmal der Appell an die Außenwelt, an alle Mustermänner und Mustermännerinnen da draußen: bleibt wie ihr seid, ihr seid SPITZE... zwar irgendwie unlogisch, in sich widersprüchlich und penetrant unscheinbar, aber im Grunde seid ihr wirklich SUPER!!! Also macht weiter so... wenn ich genau drüber nachdenke, dann würde ich auch manchmal gerne ein Mustermann sein: der ganze Wahnsinn der Menschheit und diverse Einzelbestandteile eben dieser würden einfach an mir (als omnipräsentes NICHTS) vorbei rauschen... ich hätte meine Ruhe ohne auf den Ruhm einer Scheinexistenz verzichten zu müssen!
P.S.: Ich hoffe mal, dass ich morgen abend nicht so spacig drauf bin... hab ja selber Probleme mir zu folgen... *grübel*!?!?
Dienstag, 20.09.2005
Weichspüler
"Mein Kaffee hat kein Verwöhnaroma, mir schwindet jeder Lebendmut!" (J.B.O.) Mahlzeit liebe Netzwelt! Da läßt man sich nach überstandener Prüfungstortour schon mal herab und widmet einem kompletten Werbeblock seine Aufmerksamkeit, und schwuppdiwupp sind sie wieder da: Die Zweifel an der menschlichen Gesellschaft und der Sinnhaftigkeit derer, welche uns ihre Produkte anzudrehen versuchen! Los gings mit Hornbach! Die neue Kampagne wirkt eher wie eine Tatortbesichtugung als wie das Anpreisen von Dübeln und linksdrehenden Häckslern. Da sieht man ein Herz schlagen, an sich ne schöne Sache... wenn es das nicht tun würde, dann wäre es weitaus beunruhigender nehme ich an. Aber das eigentlich verstörende ist das Ambiente, welches aus Mauerschutt, Badezimmerkacheln und ähnlichem Tand besteht. Hätte da nicht "Hornbach" am Bildschirmrand gestanden, wäre ich ob des von mir interpretierten neuen "Tool"-Videos (Krass, wie sich Werbender und zu verwechselnde Band hier schon nominell zu ergänzen scheinen) wahrscheinlich in wahre Jubelarien ausgebrochen!!!! Normalerweise erwartet man derart kranke und obskure Bilder nämlich wirklich nur von den Mannen um Maynard James Keenan... oder von Führerscheinen, aber das ist eine andere Geschichte! Jedenfalls hatte ich meine Gedankenwelt soeben wieder geordnet und mich gefragt wo in meiner Nähe eigentlich der nächst Hornbach ist, denn da würde ich gerne mal persönlich vorbei schauen wies da so aussieht, da kam schon die nächste Absurdität über meine braunsche Röhre geflimmert! Intimpflegetücher von Carefree... "Ein Gefühl wie frisch geduscht!" (Werbetexter XY, 2005) Also ich weiß ja nicht wie der Rest der Welt das handhabt, aber für mich sind "DUSCHEN" und "CAREFREE INTIMPFLEGETÜCHER" zwei verschiedene paar Schuhe... wenn das jetzt den Trend lostritt, dass sich die halbe Welt, statt sich konventionell unter die Brause zu stellen, dreimal wöchentlich mit Intimpflegetüchern abrubbelt, dann suche ich mir schon mal ein malerisches Hüttchen im tiefsten finnischen Wald (mit Dusche versteht sich)! Da mutet die sich chronisch verplappernde Wetterfee, die vom "kleinen Hungergefühl" verfolgt ihren kompletten Job riskiert und dabei auch noch verschmitzt grinst, als hätte sie gerade diverse Experimente mit halluzinogenen Substanzen hinter sich, ja noch domestiziert an dagegen. Aber Werbung wäre ja nicht Werbung, wenn sich innerhalb eines fünfminütigen Blockes nicht eine gewisse Steigerung erzielen ließe, indem man das Sinnlose NOCH ein Stückchen sinnloser macht als es ohnehin schon ist! (Im Wesentlichen kann man sich Werbung also so ähnlich vorstellen wie ein Modern Talking Album... da liegt das selbe Prinzip zu Grunde) Also kulminiert der Irrsinn in einer einzigen Person: dem schon so schmierig klingenden "Howard"! Besagter Howard ist ein Enddreißiger, mit Marinade im kurz geschorenen Latinohaar, welcher sich im schnieken Smoking duch die high Society kaspert und überall Frohsinn verbreitet. Warum er das tut, oder womit, das bleibt zunächst unklar! Dem Opfer (Zuschauer wäre hier ein Euphemismus) wird zunächst einmal gezeigt, was "Howard" so den gnazen Tag lang macht! Dabei gibt es eigentlich nichts, was er NICHT macht, zumindest nichts von dem, was Leute mit einem mindestens siebenstelligen Kontostand so treiben wenn sie von der Langeweile aus ihrem Gucci-Sessel gerissen werden scheint unserem Howie fremd zu sein! Worauf läuft das denn alles hinaus? Tja, das fragte ich mich auch, bis unser Society-Liebling seine Daseinsberechtigung offenbarte und hunderte von "Rocher" Kügelchen an güldenen Fallschirmen auf seine Schicki-Micki-Freunde herabregnen läßt! Nun wissen wirs: Howard ist der, der wo machen kann dass Schokolade fliegen tun tut! Tolle Leistung Howie... kannst stolz auf dich sein und bei der anstehenden Feier sowohl dich, als auch deine komischen Freunde in ihren Maßanzügen und "Ich-Zieh-das-Teil-ein-Mal-an-danach-ist-das-nicht-mehr-schick-weils-die-"BUNTE"-schon-kennt"-Kleidern von mir aus in Champus ertränken... bloß sehen will ich diesen Mist nicht mehr, obwohl Ferrero Rocher an sich ne leckere Sache ist, das will ich hier mal klarstellen! Doch als Firmenboss würde ich mir den Howard, sowie die Werbeleute schnappen und dafür sorgen, dass die Löwen im Zoo was zum Spielen haben! Schlimmer, zumindest von der Grundidee her fand ich nur diesen Immodium Akut Spot, welcher vor einiger Zeit lief. Da steigt ein Kerl in einen Heißluftballon ein, und erkundigt sich vorher bei seiner Lebensgefährtin, ob dies angesichts seiner morgentlichen Diarröh wirklich als gute Idee zu bewerten sei! Souverän zerstreut sie seine Zweifel mit Hinweis auf das zuvor konsumierte Medikament... jetzt mal ehrlich: die Frau kann ihn doch nicht wirklich lieben oder?!? Wenn der nun vollgepumpt mit dieser Soße den Ballon besteigt und in 743 Metern Höhe merkt, dass das mit der Darmberuhigung dann doch nicht so funktioniert hat, und der anderthalbe Truthahn, welchen er sich zum Frühstück nebst Bier und heißem Pfanumenmuß genehmigte (Achtung, Männerlogik: Man soll ja "was Leichtes" essen... Truthahn: fliegt; daraus folgt: Truthahn: leicht) jetzt so langsam seinen Tribut fordert, spätestens dann wird ihm (und wenns ganz dumm kommt auch diversen Anwohnern im überflogenen Gebiet) neben dieser Tatsache (also der bösen Frau da...) auch noch bewußt werden, dass Werbung primär mal eines ist: ein RIESENGROßER BESCHIß AN DER MENSCHHEIT!!!!
Montag, 19.09.2005
FRANTIC
Sonntag, 18.09.2005
Wahltag
Gute Nacht! Wer jetzt denkt "Hoho... das wars wohl mit dem Songtitel als Tagesmotto!" FALSCH gedacht: Denn auch mit dieser Materie beschäftigten sich dereinst die Punk-Pioniere von "Dritte Wahl"! Allerdings möchte ich kurz erwähnen, dass ich mich eigentlich aus diesem Theater heraus halten wollte was Kommentare im elektronischen Primärmedium angeht, dies aber soeben verworfen habe. Zu dringend scheint es, dass ich mich mal als moralische Instanz höchster Integrität aufspiele und mal versuche die Prioritäten hier mal zurecht zu rücken! Schon komisch, wie die Politik plötzlich den "Wähler" neu entdeckt... was ich mir neuerdings schon so alles für Bezeichnungen gefallen lassen musste... "Volkssouverän"... "Träger der politischen Macht"... "Zukunft unseres Landes"... all diese Assoziationen fallen dem gemeinen Amtsträger ein, wenn er zu Wahlkampfzeiten über die nachdenkt, welche er vier (gut, nun mal eben nur drei) Jahre geschickt aus seinem Verantwortungsbewußtsein gestrichen hat. Aber niemand fragt mich, ob ich all das überhaupt sein will!!! Was ist denn der Preis dafür sich "Zukunft des Landes" nennen zu dürfen?!? Da wiederum haben alle Beteiligten verschiedenartige Vorstellungen was man uns, den "Beherrschten", so abknüpfen kann dafür, dass man ihnen gut 3 Monate lang die verbal die Füße geküsst hat. Aber darauf will ich jetzt nicht eingehen, sondern viel mehr auf die Zumutungen, welchen sich der Passant so gefallen lassen muss, sobald er sich auch nur annähernd in die Nähe eines x-beliebigen Wahlstandes begibt. Stellen wir uns vor, dass uns nach einer harten, durchzechten Nacht der erste zarte Sonnenstrahl, welcher durch die im Morgenwind hin und her wogenden Gardinen auf unser geschwollenes Näschen fällt (warum mussten wir denn gestern auch unbedingt versuchen die Zeche zu prellen) sanft aber bestimmt gegen 13.30 Uhr aus dem Schlaf kitzelt. Nachdem wir die Karosserieschäden im Gesicht einer kurzen Begutachtung im Spiegel unterzogen haben und uns nach der obligatorischen Dusche das letzte Cocktailschirmchen, sowie etwa 2 1/2 Pfund Konfetti aus den Gehörgängen geangelt haben, fühlt sich der Kaffee, welcher den Körper wohlig warm durchströmt und uns wieder relativ nahe an die minimale Funktionstüchtigkeit heranführt, an wie reistes Ambrosia dass unsere Kehle benetzt. Beim Öffnen des Kleiderschrankes fällt uns sofort unser gutes altes "Slayer"-Bandshirt mit dem auf ein flammendes Pentagramm gedübelten Ensemble aus menschlichen Skeletten entgegen. Jaja... die Jugendsünden... kurz hinterfragen wir zwar noch den Grund, warum es sich uns so fordernd zu Füßen wirft, streifen dann aber kommentarlos über, schließlich sind wir ob des Regentanzes, welchen die Erinnerung an den Vorabend in unserem Schädel vollführt, in Modefragen heute eher anspruchsloser als sonst. Nach einem kurzen Blick in den Spiegel überkommen uns zwar geringfügige Zweifel ob unserer damaligen musikalischen Orientierung, aber WENN es ein Kleidungsstück gibt, was dem allgemeinen Wohlbefinden heute angemessen scheint, dann ja wohl dieses. Die Jeans von gestern sowie unsere Lieblingsstrickjacke komplettieren das Outfit. Nach 2 Talkshows und 5 weiteren Tassen Meisterröstung fühlen wir uns dann gewappnet den Weg in die Innenstadt anzutreten, wo wir uns neben einer neuen Packung Cocktailschirmchen auch noch mit den nötigen Elektrolyten zur Katerbewältigung (Chipsfrisch, Rollmops und Co.) eindecken wollen. Die Straßenbahn, welche immer mehr Anstaltcharakter anzunehmen scheint in den letzten Jahren, knapp überlebt betritt man dann die Bühne der gezielten Volksagitation! Durch die letzte Querstraße brechend eröffnet sich uns ein Bild des Grauens: der sonst so herrlich leere Marktplatz, auf welchem man sich unbelästigt in einem kleinen Spaziergang vor sich hin sinnierend ergehen konnte und dem Rest der Mitbürger wirklich reichlich egal war, ist nun gefüllt von Menschen... oder zumindest etwas, was dem doch noch relativ nahe kommt. Unter bunten Sonnenschirmchen steht ein wahres Sammelsurium aus grinsenden Parteisoldaten der verschiedensten, bleiben wir in der Metaphorik, Streitkräfte und wetteifert um die Zweitstimmen der arglosen Flaneure. Keine fünf Meter neben uns hat sich einer Horde der so genannten "Julis" formiert und bearbeitet gerade einen etwa vierzig Jahre alten Mann mittleren Alters, mit ihren Vorstellungen von "der Zukunft"! Der Arme Kerl scheint relativ überfordert ob der fünf Spätadoleszentler, die mit gespielter Freundlichkeit auf ihr einreden, während einer von ihnen, während der Mann vom Rest des Rudels abgelenkt scheint, dessen Handgelenkstasche ebenso dumm grinsend sowie ausdauernd mit dutzenden von Westerwelle-Buttons verziert. Wir nutzen die Situation aus und entfernen uns mit 4 schnellen Sprüngen aus der Reichweite der liberalen Rattenfänger und sehen uns prompt mit dem nächsten Problem konfrontiert: Keine zwanzig Zentimeter von uns entfernt baut sich eine Gestalt in einem verwaschenen, orangefarbenen T-Shirt auf und hält uns breit grinsend einen Zettel mit dem Konterfei eines ziemlich unansehnlichen Herren hin. Nervös fragen wir, nur um uns nicht als Polit-Banause zu outen, was der nette Herr auf dem Foto denn für einen Standpunkt zur zunehmenden Einwanderung sambischer Löffelschnitzer im Erzgebirge haben würde und kramen, die Antwort erwartend nervös in unserer Hosentasche nach dem letzten Mon Cherie vom Vorabend, welches uns durch dieses klebrige Gefühl in der Leistengegend schon den ganzen Tag an seine Anwesenheit erinnert. Nervös klauben wir alsbald die Schokosplitter aus dem zähen, nach Kirschlikör duftenden Papier-Folie-Brei welchen wir ans Tageslicht befördert haben und harren der Antwort des nun komischerweise nicht mehr so scheißfreundlich grinsenden Zeitgenossen... kurz angebunden klärt er uns darüber auf, dass wir den Chromosomensatz der Person, der zukünftigen Kanzlerin immerhin belehrt er uns, auf dem Flyer wohl falsch gedeutet hätten und wendet sich mit einem knappen "was will man von diesem subversiven Hippie-Gesocks auch erwarten" dem nächst besten Besserverdiener zu. Gut, soll uns recht sein, solange er diese komischen Fotos mitnimmt, denn so stabil ist der Magen auch noch nicht wieder! Irritiert und im Glauben das Schlimmste währe überstanden pirschen wir uns am Stammstand unseres soeben verprellten Kommunikationspartners vorbei und rennen prompt einer überdrehten Frau in die Arme, die sich kumpelhaft bei uns einhakt und uns noch bevor wir eine annähernd deutbare Ordnung in unsere Gedanken gebracht haben zu einem Stand schleift, der in einem augenfreundlichen Grün gehalten ist. Eigentlich kein übler Gedanke mit der sympathischen, jungen Dame mit den verfilzten, bunten Haaren und den an sich schon bedenkenmildernden Bob Marley Buttons auf der Jeans ein kurzes Pläuschchen über ihre Ansichten zu halten, immerhin hat sie unsere Hilflosigkeit ob der Gesamtsituation scheinbar erkannt... vielleicht gibts ja auch ein Käffchen abzustauben und genug Zeit sich einen Überblick über den besten Fluchtweg zu verschaffen. Aber da fällt es... das böse Wort... bei dem uns bewußt wird, dass sich der Wolf mal wieder im Schafspelz travestiert hat und wir ihm arglos in die pseudoalternative Falle getappt sind: "Hey, lass uns doch drüber reden... über VEGANES Leben und so, Okay?!?" Entsetzt blicken wir in die vormals so beruhigend wirkenden braunen Augen und sehen in ihnen nun das flackernde Höllenfeuer unsäglicher Entbehrungsqualen... das ist er also... unser persönlicher Satan und wir waren auch noch dumm genug es bis zum Körperkontakt kommen zu lassen. Ausweg... Ausweg... ?!? Etwas mehr als fünf Meter vom Ziel der Wanderung entfernt gelingt es uns Gott sei Dank uns aus der unheilvollen Umklammerung zu lösen und mit dem Verweis auf den laufenden Motor unseres (imaginären) Ford Mustang, welchem nach 6 Stunden Standgas nun doch langsam der 70Liter Benzinvorrat auszugehen drohe, welches uns zum unverzüglichen Tanken nötigen würde, auch noch ein Argument aus den Tiefen unseres Verstandes hervorzukramen, was uns einen geordneten Rückzug ohne weitere unangenehme Fragen gestattet. Nachdem wir taktisch geschickt sämtliche andere Informationshöllen umgangen haben und dem eigentlichen Ziel, dem Einkauf, nachkamen, steht also einem relaxten "Resttag" nahezu nichts mehr im Wege! Nichts mehr bis auf diese dicke Frau in dem merkwürdigen, schweren und ausgebleichten 20er Jahre-Kleid mit dem psychedelischen Blümchenmuster und der dicken Hornbrille Marke "Honnis Vermächtnis", welche uns gütig, aber auch etwas weltfremd anlächelt und klarstellt: sie sei hier um mit uns "über Gott zu sprechen", wobei der "PBC" Aufkleber auf ihrer linken Schulter fröhlich zu wippen beginnt! Starr und ausdruckslos sehen wir den Laienprediger vor uns an, eine unendliche Leere breitet sich in unserem Kopf aus bis... ja bis wir erkennen, dass der Tag, so wie der bisher verlief DOCH einen in sich schlüssigen Sinn ergibt. Während sich das breite, selbstgefällige Grinsen des Jungunionisten (freilich BEVOR wir seine Idolin der falschen Geschlechtskategorie zuordneten) langsam und prozeßhaft in unsere Gesichtszüge einschleicht, beschließen wir, diesen Wahnsinn hier und jetzt zu beenden. Alles ergibt plötzlich einen Sinn, diese Situation ist nur der konsequente Abschluss eines Tages, welcher mit einem anständigen Kater und der Erinnerung an musikalische Kontra-Haltungen in unserer Jugend begann. Die Frau, ob sie sich dessen nun bewußt ist oder nicht, hat diese Freakshow, welche wir heute, heute im Wahlkampf, heute hier in dieser öffentlichen Anstalt, durchleben mussten zu einem finalen Sinnzusammenhang geführt. Wir beschließen diesen Moment auszukosten und beginnen langsam, gaaaaaaaaaaaaaanz langsaaaaaaaaaaaaam den Reißverschluss unserer Strickjacke zu öffnen...
Samstag, 17.09.2005
BETTER LIVING THROUGH CHEMISTRY
Prost! Jo Herrgott's Zeitn'... doa is freili scho morsche wuider O'ZAPFT!!!! Demzufolge wird sich unser Nachbarvolk binnen der nächsten Wochen sowohl wieder dem exzessiven Alkoholkonsum hingeben, die Nasenscheidewände mit Schnupftabak pflastern, als sich auch die Haut von selbstgefahrenen Hirschen über den Allerwertesten stülpen und es mal wieder so richtig krachen lassen! Chemie spielt nicht nur im Erreichungsprozess des gewünschten Rauschzustandes eine gewisse Rolle, sondern auch in der Bewältigung der Konsequenzen... QOTSA passt hier also wie der Löwensenf zum Lerberkäs'! Zusammengepfercht in weiß-blauen Bierzelten werden sich die Gerstensaftjunkies versammeln um sich der kollektiven Illusion hinzugeben, dass das alles auch nur im Entferntesten irgendeinen Sinn ergeben würde! Hätte die Evolution gewollt, dass der Mensch sich dumm grinsend vor einem Weltpublikum zum Affen macht, im Rausch vollkommen sinnlose Statements an seine ähnlich talentierten Mitstreiter richtet und wegen Belanglosigkeiten wie etwa einem falsch justierten Gamsbart eine Schlägerei anfängt... dann wären wir alle US-Präsidenten geworden! Hat sich der gemeine Bayer nämlich erst einmal auf der Wiesn eingefunden, dann ist nämlich erstmal Schluß mit Zivilisation.
Die 5 getankten Weißbierliter, welche man alsbald re-peristaltisch auf 3 reduzierte, nur um das entstehende Alkoholdefizit unverzüglich mit 4 Klaren und nem Viertelliter "Äpplwoi" (am hessischen Stand in der "wir lernen fremde Kulturen kennen" Ecke im abgezäunten Quarantänebereich) wieder auszugleichen, drängen spätestens auf dem um 12 Achsen rotierenden Fahrgeschäft mit dem kryptischen Namen "Preußenschleuder" aufs Übelste wieder ans Tageslicht. Hat er nun das angedaute Resultat auf ähnlichem Wege wie die zwei oben erwähnten Maßkrüge unter, oder in Anbetracht der besuchten Fahrattraktion wohl besser ÜBER die Leute gebracht, wankt unser schuplattelnder Freund zur nächsten Fressbude (nenne mir einer ein passenderes Synonym!) um eine magenschonende Schweinshaxe zu konsumieren, welche er mit einer halben Packung Rennie und (schon präventiv) einer Hand voll "Laxoberal Abführperlen" intrinsisch garniert. Aufdass das fettdurchsetzte Fleisch, welches er mühselig vom Knochen des Ringelschwänzlerkadavers nagte, auf ihnen möglichst schnell durch den Verdauungstrackt rollen möge. Frisch gestärkt gehts also wieder ins Bierzelt, wo er sich in das Menschenmeer einreiht, welches zum hochkarätigen Künstlern wie Micky Krause oder Jürgen Drews auf der Tanzfläche herumwabert und dabei die schweißdurchnässten Brusttoupés aneinander reibt, als gelte es die Körpersäfte des anderen möglichst intensiv aufzusaugen, um sich beim anschließenden Wet-T-Shirt-Wettbewerb im Rahmen der Mr. Oktoberfestwahl bereits einen angenehmen Vorsprung gegenüber Otfr ied Fischer ergaunert zu haben. Drei Humpen, sowie ein halbes Kalbsschnitzel später, fällt der Delinquent, nachdem er von einem türkischstämmigen Türsteher (das kommt davon, wenn man das bayrische Kulturgut ausgerechnet in der SPD-Hochburg verorten muss) per Fusstritt in eine respektable Distanz zum Konsumtempel der Braukunst befördert wurde, deliriös ins kurz gemähte Gras, welches bereits einen respektablen Säuregrad aufweist. So schlummert er dann ein... der Xaver! Der nächste Morgen beginnt dann standesgemäß mir zwei Packungen Alka Seltzer und der "guten Morgen-Maß", bevor der beschriebene Teufelskreis erneut einsetzt. So dreht sich in diesen Tagen ganz Bayern nur um München... die Metropole wird quasi zum Zapfhahn des Freistaates. Eigentlich eine günstige Gelegenheit den Alpenrändlern endlich die Unabhängigkeit zuzuschanzen und der Bundeswehr damit die Legitimation zum Einmarsch und der militärischen Befriedung des Krisengebietes zu liefern. Bis München ist ohnehin nicht mit nennenswertem Widerstand zu rechnen; und alles was innerhalb der Stadtgrenzen das wehrfähige Alter auch nur ankratzt... naja, siehe Xaver! Das nach der Befriedung dann quasi vakante "Großgrundstück Bavaria" könnte man dann wieder an Polen angliedern und hätte damit prompt einen Schurkenstaat weniger zum Nachbarn. Bayern als polnische Enklave innerhalb des... naja, ich nenne es mal "vormaligen Bundesgebietes"! Europa wäre damit ein gutes Stück zurechnungsfähiger als bisher... und der Glaube an den Menschen als vernunftbegabtes Wesen hätte auch wieder eine marginale Legitimation!
Freitag, 16.09.2005
ANTICHRIST SUPERSTAR
Mahlzeit!!!! In Ermangelung aktueller Inspiration, welche mir heute irgendwie nicht so recht über den soziologischen Weg laufen wollte (Die Sau wird sich wieder mit der Kreativität vergnügt haben), will ich mich nun mal einem Thema zuwenden, welches unser schniekes Bundesrepublikchen schon einige Monate bewegt, und das selbst ich nun langsam zu akzeptieren beginne. Zugegeben, so ganz uneigennützig ist das nicht, aber was solls... Posten muss man ausnutzen, das lehrt uns schon der politische Alltag!
Bei meiner alltäglichen Portion Rock-Musik, ohne welche ich mich irgendwie nicht so recht wohl fühle auf diesem blauen Gugelhupf der durchs Weltall saust, stieß ich auf gleichnamigen Marilyn Manson Song (Also der Titel "Antichrist Superstar... meines Wissens nach schrieb der Gute nie nen Song namens "Blauer Gugelhupf der durchs Weltall saust"), welcher mir folgenden Sachverhalt erst richtig klar machte: WIR SIND PAPST!!! das heißt natürlich: ICH BIN PAPST!!!! (der Umstand, dass ich dies nur zu einem zweiundachzigmillionstel bin, spielt keine Rolle für mich, ICH bin Papst und basta!!!!) Der Ratze ist nur mein Stellvertreter... der hält den Platz schön warm fegt halt jeden Sonntag mal durch, damit ich mich bei meiner Ankunft im Vatikan auch wohl fühle (Moment... warum fegt der Kerl denn dann?!?) Naja, wo ich schon mal Papst bin (passiert einem ja auch nicht unbedingt jeden Tag), da will ich auch gleich mal zu Reformen greifen... REFORMEN, REFORMEN, REFORMEN!!!! Es gibt wohl kein Wort, was dem Bundesbürger in diesen Tagen öfter um die Ohren gezwurbelt wird als dieses! Also will ich da nicht hintan stehen und sage: REFORMEN, REFORMEN, REFORMEN!!!!!! Qua meiner nun päpstlichen Autorität will ich die globale Weltgesellschaft verändern, Sozialsysteme für alle installieren, Ballonseide verbieten, die Umwelt schützen, Frieden stiften, Stifte stiften, stiften gehen und nicht zu letzt den Amazonas begradigen! Und wer sich mir da in den Weg stellt, den steck ich kurzerhand ins Kloster! ;-) Dort darf er dann Choräle trällern und Unkraut jäten bis die Bio-Möhrchen zupfreif sind! Apropos Choräle... die gehören (na was wohl?!?) REFORMIERT! Orgelinstrumentalisierungen lassen sich in ihrem epischen Ausmaß durch den geschickten Einsatz von hochgestimmten E-Gitarren, sowie nen Brummbass und ein fein geöltes Drumm-Set bis ins Unermessliche steigern! Dann noch das Grundtempo verzwölffachen und "Father Hetfield" verkündet per apokalyptischen Headbang das "St. Anger Evangelium" in 11 siebenminütigen Psalmen!
Da wird die Kirche doch gleich wieder für die Jugend attraktiv!!! Gleich wenn dies durchgesetzt ist, werde ich den Ablaßhandel re-etablieren und das Zwangsbeichten einführen, wodurch vor allem aus obersten Management- und Spekulantenkreisen die Milliönchen en masse in die vatikanische REFORMkasse purzeln werden. Diese werden dann postwendend in Döner umgesetzt und Via Stealth-Bomber (hätte ich den Aufbau der päpstlichen Luftwaffe vielleicht noch erwähnen sollen?!?!?) über England abgeworfen, damit die kulinarische Zivivlisation und der Mythos vom Gewürz nun auch endlich in GANZ Europa präsent ist!!!! Geht ja nicht an, dass unsere EU-Insulaner quasi als die Asterixe des Gewürzregals agieren und jegliche geschmackliche Zumutbarkeit strikt ablehnen! (Hat mal jemand diese Essig-Chips gekostet?!?) Vom Rest kann ich mir dann noch locker bei der NASA ein neues Papamobil ordern, den Schumi als Chauffeur verpflichten und fortan als Hauptredner bei Tupperparties aufkreuzen! So nebenbei wäre dann noch die Polygamiepflicht für Priester ("unter 12 Frauen kannst Du Dir den Kardinal aber abschminken mein Freundchen!!!"), Iron Maiden - Aufdrucke auf den ohnehin schon vorbildlich schwarzen Nonnengeändern (Realsatire: olé, olé) sowie die Helmpflicht bei Prozessionen fällig! Zack... und fertig ist der Lack! Die Weltkirche nach Vorstellung von Gründervater M.!!!! Wenn wir, also besser gesagt ICH das nächste Mal irgend was wichtiges sind, respektive BIN, dann bitte ich aber um eine etwas längere Vorwarnzeit, damit ich mich schon mal ein paar Wochen vorher an meinen neuen Posten gewöhnen kann um dann schnell die nötigen REFORMEN einzuleiten! Nicht dass ich wieder das erste halbe Jahr im Amt damit verbringen muss, ein REFORMprogramm erst aufzustellen, nächstes Mal hab ich das Ding schon unterm Umhang... oder besser noch: Unterm Trikot, denn wer wird 2006 gleich nochmal Fussball-Weltmeister?!? Richtig: ICH!!!!
Donnerstag, 15.09.2005
Quark
"Du redest Quark... den ganzen Tag (...) Sogar im Sarg!" Ärzte
Moin allerseits! Dem aufmerksamen Beobachter gründerväterlichen Weblogs wird nicht entgangen sein, dass der Gründervater H. und meine Wenigkeit uns am heutigen Abend König Fußball widmeten. Dazu trafen wir konspirativ im Studiclub, in Insiderkreisen (welche nicht immer rund sein müssen, wie uns die Geschichte der Nassrasur lehrt) auch "TAC" genannt! ENDLICH wieder Champions League... endlich wieder biertriefende Abendgestaltung und Observation flitzender Spitzensteuersätzler in bunten Hemdchen! Und schließlich: ENDLICH WIEDER VERBAL DARGEREICHTER NONSENS!!! In diesem Sinne möchte ich den heutigen Beitrag ganz und gar dem unbekannten Sportmoderator widmen, jenem Wesen, das von den Senderchefs bis tief ins kasachische Hinterland geschickt wird, nur um das Freundschaftsrumpeln der C-Elf eines x-beliebigen Bundesligisten gegen die Ältestenrat des betreffenden Dorfes mitten ins Sportgedächtnis der bundesdeutschen Gesellschaft zu kommentieren! Daß einem dabei nicht immer philosophische Erkenntnisse von Weltrang entfleuchen, ist ja fast schon logisch. Aber das WAS man da manchmal hört, gibt dann doch schon Anlaß zur Sorge um die mentale Gesundheit der betreffenden Mirkofonschänder! Unsere Besuche in besagtem "TAC" bescherten uns schon so mach denkwürdigen Verbalmord am ethischen oder grammatikalischen Selbstverständnis unserer geliebten Dichtersprache! Unvergessen bleibt der einzigartige Fritz von Thurn und Taxis, welcher dereinst (WM 2002) das Spiel Italien - Südkorea zur Bühne seiner zweifelhaften Gattungstheorien weltgesellschaftlicher Ethnien machte und bei welchem der "groß gewachsen, hünenhafte Vieri", die Südkoreaner, "diese lästigen Moskitos, diese Blutsauger, von sich abschüttelte!" GAAAANZ GROßES TENNIS!!!! Somit fungiert er quasi als Urvater des bestollten Rasen-Semitismus! Aber man braucht nicht unbedingt soooo weit zurück blicken um die fußballerische Metaphorik mit der Sinnfrage zu konfrontieren. Da ist mitunter die Rede von der "Kontermaschine", welche läuft, oder (heute frisch vernommen), dass nicht die cleverere Mannschaft, sondern die Glücklichere gewonnen habe! Heißt es aber nicht immer, dass erst "dumm" so richtig glücklich macht... dieser Kehrtschluss könnte sich seitens des FC Barcelona in einer Sammelklage über Premiere ergießen, wenn nicht schleunigst ein Dementi folgt!!! ...vorausgesetzt man ist clever genug dies zu innitiieren! Auch hört man oft, dass ein bestimmter Spieler das "Hirn/Herz der Mannschaft" sei... nun... 11 Mann und ein Hirn, das kommt einem manchmal ja noch plausibel vor wenn man an das eine oder andere Spielerinterview denkt... gelegentlich meint man gar, das mit dem "1 für 11" wäre sogar noch etwas hoch gegriffen..., aber ein Herz ist dann schon rein biologisch ein rechter, nennen wirs ruhig beim Namen, MIST!!!!!
Es ist zwar allgemein bekannt, dass Fußball darin besteht, dass "11 Freunde" für die Spieldauer von "90 Minuten" einem "runden Ball" hinterherlaufen, welchen man gegebenenfalls "ins Eckige" (bei Naturvölkern mit primitiver Sprache auch "Tor" genannt) befördern muss, auch scheint es chronologisch recht plausibel, dass "nach dem Spiel" irgendwie schon wieder "vor dem Spiel" ist. Doch was zum Henker haben "Beinschüsse", "Blutgrätschen", "Schüsse" wie "Granaten" (schon ein Widerspruch in sich) oder ganze Teams, welche gar "kopflos" agieren (Rekurs aufs "eine Hirn" was dies erklären könnte) mit sport zu tun!?!?!? Das klingt doch eher nach Freistilmetzeln im Gaza-Streifen als nach einem gepflegten "Kick". Auch sexuelle Anzüglichkeiten sind im Fußi-Vokabular vorzufinden! So legt sich der gemeine Balltreter gerne mal "von alleine hin", "spritzt" bei gegnerischem Ballbesitz "dazwischen" oder (für die Frustrierten:) zeigt Defizite in der "Mann-Deckung"... im schlimmsten Fall macht gleich das ganze Team "hinten auf" wenn es sich ob eines Rückstandes dazu genötigt sieht.
Nüchtern betrachtet möchte man als an sich vernunftbegabtes Wesen diesem kommentatorischen Treiben gerne mal einen (Abwehr)Riegel vorschieben, die Verantwortlichen an die (Vierer-)Kette legen und nach einer gehörigen Halbzeitpredigt (Sünden gegen die Muttersprache und die germanistische Volksseele, Sünden, SÜNDEN!!!!!!) direkt ins verbale Abseits verfrachten... irgendwohin, wo es kein Sportereignis gibt, welches sie so schurkenhaft vergewohlwurschteln können! Sagen wir einfach den Südpol, dort können sie dann das "eiskalte Nutzen von Großchancen" üben oder sich einfach nur mal einem 20jährigen mentalen Grundlagentrainig unterziehen, auf dass man ihnen alsbald die Spracherlaubnis (auf Zeit und eingeschränkt versteht sich) wieder zuerkennt! Dann könnten auch diese Gestalten irgendwann wieder ein Mitglied (nicht zwangsläufig ein "nützliches Mitglied", aber immerhin ein Mitglied) unserer Bildungsgesellschaft werden. *skeptisch guck* Neeee.... lieber doch nicht, zu schön wars doch heute, diesen ganzen Artikulationsmüll zu kommentieren, sich beim Bierchen mit Gründervater H. in umfangreichen Analysen der metaphorischen Pfostenschüsse zu ergehen. Wenn der Verzicht auf gerstensaftzentrierte Abendgestaltung mit dialoglastiger Verballhornung eben dieser Kommentatorenwesen WÄHREND eines Fussballspieles (ob nun in Kasachstan oder Niedersachsen... ist doch eh alles das Selbe)... wenn genau dieser Verzicht nun der Preis für sinnvolle, nüchtern-analytische Sportberichterstattung mit unzweideutigem Grundvokabular sein soll, dann verzichte ich! *gggg* Man sollte es mit dem "Ernst des Lebens" (Der arme Ernst... Leibeigenschaft ist ein hartes Schicksal) nun wirklich nicht übertreiben! Außerdem: was hätte ich denn sonst heute zu berichten gehabt?.... Seht ihr... alles hat einen Sinn, so unsinnig dieser auch sein mag!
Mittwoch, 14.09.2005
LEATHER BOYS WITH ELECTRIC TOYS
Dieser, nennen wir es einmal ?Szenehit? von Pretty Boy Floyd führt uns sogleich zum eigentlichen Thema unserer heutigen Betrachtung des menschlichen Wahnsinns und der defizitären Mediennutzung durch intellektuelle Akkuschrauber in Lackschühchen! Da behauptet der/die/das Daniel Küblböck/Kübelbock/Küblbök/?was auch immer? doch infarm und verleumderisch, dass er dereinst ein amouröses Affärchen mit unser aller Superstar, dem einzigen, dem artigen, dem EINZIGARTIGEN Alexander (Nachna(h)me lag bei Redaktionsschluss nicht vor) gehabt zu haben! Dieser dementierte dies unverzüglich, mit Verweis auf seine ausgeprägte Männlichkeit! *LOL* !!!!!! Da wird der Hund in der Pfanne verrückt?. Moment? das war im Wohnheim nebenan! Naja, jedenfalls ist?s a Schmarrn! Nicht dass ich den beiden Grazien ihr Glück nicht gönnen würde? ganz im Gegenteil! In solch einer Liaison sehe ich aus biologischer und sozialer Sicht NUR Vorteile!!! Zwei der übelsten Irrwege evolutionärer Spontanmutation im Genotyp würden sich vereinen (wie auch immer) und würden, mangels potentieller Fortpflanzungsfähigkeit, welche sich in beidseitiger Ermangelung einer Gebärmutter ausdrückt (Hier spielt der Phänotyp dem Genotyp nen üblen Streich) vom restweltgesellschaftlichen Genpool abschotten! Dieser bleibe sauber, unbefleckt? REIN!!! Keine kumulative Steigerung musikalisch-künstlerischer Anspruchshalluzinationen mehr... der Horror wäre vorbei!!!!! Die zwei Grazien würden wahrscheinlich in einer Dreizimmerwohnung in Düsseldorf vor sich hinvegetieren und den Lebensunterhalt mit der Synchronisation von Pandapornos (Leute: RETTET DIESE ART!!!) verdienen! Wenn wir viel, aber auch nur wenn wir SEHR viel Glück hätten, würden sängerische Grabenkämpfe irgendwann in einem Ehekrieg enden, welcher in gegenseitiger zu Tode Trällerung, oder wenigstens im Auswandern der Subjekte nach Grönland enden würde! Aber so? wenn da nun doch nix ist? VERDAMMT!!! Kann man nicht irgend etwas einfädeln, dass diese zwei quälenden Stimmchen DOCH noch zueinander finden? dass der Daniel vielleicht DOCH noch zum Zuge kommt beim Alexander? spätestens bei dessen nächstem Gladiatoren-Video? dort könnte er von mir aus auch zum Stich kommen, wäre auch ne Erlösung (allerdings nur so, wie ich diesen Stich interpretiere? die andere Deutung wäre für beide ja keine wirkliche Strafe)! Aber solange sich beide ihrer Verantwortung für unsere Gesellschaft und die Kultur an sich nicht bewusst sind, und sich einer illusorischen Heterosexualität hingeben, solange werden wir wohl weiterhin damit leben müssen, dass sich diese zwei Schnecken da wohl nie finden werden und somit die soziale Umwelt eventuell sogar mit Nachkommen belasten könnten! Schöne Welt ist das? dabei gäben beide so ein schönes Paar ab!!!!
Dienstag, 13.09.2005
Powertrip
Na guten Abend allerseits! Der heutige Tag bestand, zumindest nach 17 Uhr, im Wesentlichen aus Endorphinen ob der überstandenen Psycho-Prüfung! Quizfrage: wer kennt sich mit bewußtseinserweiternden oder Befindlichkeitssteigernden chemischen Substanzen am Besten aus? Klarer Fall: Dave Wyndorff von Monster Magnet!!! ("Its a satanic drug thing you would not understand!"(Wyndorf, 1995) Ergo: Powertrip!
Nun, da diese essentielle Sache geklärt ist, scheint mir ein Rekurs auf den gestrigen Eintrag, sowie die Anmerkungen des Gründervater H. (http://crazysoc.blogg.de) diesbezüglich angebracht! Infarmer Weise legte er meine mathematischen Defizite offen! Aber ich wäre keine gute Soziolog(in), wenn ich für diesen Fauxpas meinerseits keine adäquate Erklärung hätte, die zwar jeglicher Logik und mathematischer Grundlage entbehrt, allerdings beim vom Wortschwall eingelullten Leser ihre Heureka-Wirkung nicht verfehlt! 270 Minuten, an sich ja ne durchaus ästhetische Zahl, steht auf den ersten Blick natrlich in krassem Widerspruch zur Realzahl "630", welche Gründervater H., vom Staube meiner mathematischen Inkompetenz befreit, ins virtuelle Blitzlichtgewitter hielt! Die Differenz beträgt so rund 360 Minuten... was wiederum nicht weniger als 6 Stunden sind! Addiert man diese nun also zum quadrierten Quersummenprodukt der subsequentiell reziproken Kubikwurzel der Schmelztemperatur von Flüssiggas (mittlere Dichte und Zimmertemperatur voraugesetzt), so ergibt sich, wie mir jeder Drittklässler bestätigen wird, das EXAKTE Zwölftel der mediteranen Relaxkontante von Wiener Schnitzel! Bringt man dieses Zwischenergebnis nun korellativ mit dem Rollwiderstand von Juckpulver zusammen und addiert es nun (Punkt vor Strich beachten) mit dem Produkt aus der mittleren Lichtdurchlässigkeitskonstante von bayrischen Dirndln sowie der generellen Ziegenbartvariablen ostusbekischer Naturvölker, so erhält man zwangsläufig ein Ergebnis von rund 622,9847000000000000000000000000000000000123!
Ein gutes Pils, welches man nach all dieser Rechnerei bitter nätig hat, braucht, wie allgemein bekannt sein dürfte, 7 Minuten, das die Diskrepanz zum Co-gründerväterlichen Ergebnis massiv verringert! Der rest ist Standardfehler und liegt im Wesentlichen darin begründet, dass sich mittlerweile auch die besagten Usbeken rasieren um sozialen Normen ihrer jeweiligen Subkulturen zu entsprechen! SO!!! Wer mir das jetzt glaubt ist zwar selber Schuld, aber er tut gut daran... soll er mir doch erstmal das Gegenteil beweisen!
Was hat diese Rechnung nun mit dem eigentlichen Grundproblem zu tun? Und was war das Grundproblem überhaupt???? Tja, zu spät, betrachtet euch als "überzeugt" (von was auch immer! ;-)
Gründervater H. sein noch gesagt: recht hast Du! ;-) Mein Fehler!
Nun aber zum Tagesgeschäft! Dem Thema angemessen sehe ich mich gezwungen einen zweiten Eintrag zu schreiben, welcher wiederum einem Mottosong untergeordnet ist... das Problem, welchem ich mich widmen will ist einfach ZU köstlich, als dass ich das unterlassen könnte!!! ;-) Also bis gleich liebe Netzwelt!
Education
N' AAAAAAAAAMD'!!!!
"i'm questioning my education
rewind and what does it show?" (Pear Jam)
Nachdem der komplette Tag, alles in allem 10 1/2 Stunden (das sind immerhin 270 GANZE Minuten!!!) für die letzten Schliff (hofft man zumindest) in Sachen Pädagogische Psychologie drauf ging, ist mein bildungsmäßiges Selbstbild schwer erschüttert!!!! Was mache ich eigentlich hier???? - Diese Frage wirft sich des öfteren auf! Woche für Woche beschschäftigt man sich mit Literatur, Handouts und reflexivem Sinnieren und intensiver Konspektausarbeitung, nur damit man in der dagegen schon lächerlich anmutenden Zeitspanne von gerade mal 30 Minuten dan DOCH vom omnipotenten Professor die Grenzen aufgezeigt bekommt... irgendwie... naja, wie soll ich sagen... sinnlos! Jeder Ökonom würde, sofern er dies im Rahmen eines Kosten - Nutzen - Kalküls analysiert, einem barbarischen Lachflasch anheim fallen! Der größte Hohn ist ja noch, wenn man lernen muss, wie man theoretisch gesehen lernt! Also lernen, wie sich die Leute, die einem das antun, sich "lernen" eigentlich vorstellen! Theoretisch ist das ja toll... aber praktisch gesehen versenkt der geneigte Student mit Diplomambitionen dadruch mal eben ein (reichliches) halbes Jahr im Literaturstapel... und wer dankt es einem?!?!!!! Der Prof. bestimmt nicht... die eigene Karriere? Mag sein... aber das ist dann eine arg aufgeschobene Verstärkung, was wiederum bedeutet, dass sie inneffektiv ist! Wer dankt es einem denn??? WER?!?!!!! Anstelle der angebrachten Huldigung (samt Kniefall und einhergehender Reinigung der studentischen Fussbekleidung) seitens des Lehrpersonals nach bestandener Prüfung, statt der angebrachten Entschuldigung in demütiger Intonation, ob des unmenschlichen Lehrstoffes, welcher uns armen, kleinen, schmächtigen und gänzlich wehrlosen Individuleinchen aufgebrummt wurde wie Atlas dereinst das Himmelszelt ("So, nun seht mal wie ihr das schultert!!!"), statt all dieser angebrachten Praktiken erwartet uns doch nur ein neuerliches "Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg weiterhin!"... wenn überhaupt! Unterschätzen will ich das jetzt nicht, ist bestimmt ernst gemeint... aber eben nicht wirklich angemessen! Verdammt!!! Ich glaube ich gebe mich wieder mal der allgemeinen Ereiferung hin... außerdem ist mein Bier leer... ich glaube ich sollte ins Bett gehen und für morgen einfach das Beste hoffen! Viel Schlaf ist ohnehin des angehenden Soziologen bester Freund in Prüfungszeiten! Also dann mal gute NAcht liebe Netzwelt... vielleicht wird sich mein Gemüt ja morgen, also eher gesagt "dann" gegen 17 Uhr erhellen... irgendwie muss sich der ganze Stress ja auszahlen!
" could be, the truth it becomes you
i'm a seed, wondering why it grows" (Pearl Jam)
Montag, 12.09.2005
SOBER
So... Ende Gelände!!!! Genug gelernt vorerst... morgen ist auch noch ein Tag, welchen ich brütend über diversen hyperaktiven und pädagogisch-psychologischen Handouts mit koffeingetränkter Brühe die intellektuelle Kehle herunter spülen kann! Und werde! MUß!!!!!
Zunächst aber gebührt dem Gründervaterkollegen H. (http://crazysoc.blogg.de/) noch ein soziologischer Dank, einhergehend mit einen Lob der Stufe 10 für seine Erwähnung und Huldigung des fröhlichen vor-sich-hin-Alterns meinerseits! :-) Letzteres wurde von einer Expertenkommission, welche unter meiner persönlichen Leitung bei einem Schluck "Old Canada Single Malt" zusammentrat und sich im wesentlichen aus mir, mir, mir und last but not least schließlich mir (Teilnahme lange unklar, aber glückliche Umstände ermöglichten die Mitarbeit in dieser Elitetruppe wider Erwarten doch noch) bestand, streng nach den Regeln der cafétenzentrierten Belobigungsnorm erarbeitet, umfangreich diskursiv erörtert sowie in Form eines 294 seitigen Gutachtens, ja eines Manifestes mag man sagen, veröffentlicht und vergeben. Basierend auf der gründerväterlichen Autorität und quasi-Zurechnungsfähigkeit gilt es somit als unangreifbar! Rechtmittel können von mir aus gerne erwogen werden, würden aber förmlich verpuffen, sobald die zu Grunde liegenden Argumente im Kontext unseres Gesetzestextes (der große H. & M. in zwei Bänden) einer pulverisierenden Prüfung unterzogen werden! Ich könnte auch einfach sagen "Danke"... aber das will doch hier nicht ernsthaft jemand lesen, der meinen Hang zu dramaturgischen Knopflochscheren und artikulativen Verbalorgien kennt!
Vorhin hatte ich sie nicht, jetzt nehme ich sie mir einfach: DIE ZEIT, EIN WEITERES KAPITEL MENSCHLICHER ABGRÜNDE ZU ERFASSEN UND ENTSPRECHEND MEINES EIGENEN WELTBILDES DURCH DEN MENTALEN FLEISCHWOLF ZU BEFÖRDERN, NUR UM MIT DEM - NENNEN WIR ES DER EINFACHHEIT HALBER "OUTPUT" - DIE VIRTUELLE WELT WIEDER EINEN SCHRITT NÄHER AN DEN SINNIVELLIERENDEN ABGRUND ZU SCHUPSEN!
Bleiben wir der Einfachheit halber zunächst bei "Tool" als Mottoband... nachdem sie bereits die Gaumenfreude schlechthin lieferten, so wollen wir uns nun dem Titel "Sober" widmen!
"Sober", also frei gedeutet als "nüchtern", bezeichnet genau DEN Zustand, den ein Großteil der Programmverantwortlichen der privaten Fernsehsender nie, oder nur sehr selten (Urlaub, Therapie, U-Haft), zu erreichen scheinen! Versüßen uns die kommentierenden Sachverstandsantagonisten Netzer und Delling uns wenigstens ab und an den öffentlich-rechtlichen Fussballabend mit ihren verbalen Reviermarkierungen ("Jetzt haben sie endlich auch mal was Vernünftiges gesagt Herr Delling!" (Netzer, 2005) ), so entbehrt doch manches, was die schönen, bunten Werbeblöcke so jäh unterbricht, schon jeglicher Informativität!
Beispiele gefällig? Gerne... sehr gerne sogar. Nachdem ich die obligatorische "11.9.2001 - der Terror kam nach New York"-Doku von Spiegel-TV auf RTL verfolgte, beginnt nun, quasi DIREKT im Anschluss der Horror der (von GVH bereits angesprochenen) Kulturindustrie: "Hinter Gittern - der Frauenknast! Eine Subkultur eingepfärchter Fertilitätsverweigerer zickt sich wöchentlich die Seele aus dem maskulin geformten Leib und beweist dabei ungefähr so viel Tiefgang wie ein Luftkissenboot. Mit dem realen Alltag in deutschen Haftanstalten hat dieser stupide "kratz mich, dann k(n)eif' ich"-Plot wohl genau so viel zu tun, wie eine Nasenkorrektur mit Marxismus. Also fix rumgeschaltet... hängengeblieben bei MTV. Na holla... wer ist denn das? Der gute, alte Mr. Neil Young singt im Rahmen einer Benefizveranstaltung für die Katrina-Opfer ein Ständchen für seine "Soul Guitar". DAS nenne ich mal einen Lichtblick! Aber weiter im Text... nach Neil (Harvest Moon in Ehren), belästig einen jetzt einer dieser Möchtegern-Gangstaz mit seinen Thesen zu Ruhm, Gewalt gegen Mitschüler (und das wo er es wahrscheinlich nur bis Klasse 4 schaffte... der ist ja mal so RICHTIG evil!!!), Drogenkonsum und Fixierung auf weibliche Kleindarstellerinnen mit... nein... eigentlich sogar schon OHNE knappe Kleidung. Also nächster Sender... oder leiber doch nicht?!? Lohnt es sich überhaupt weiter zu suchen, wenn doch jede Suche am Ende im inhaltlichen Nirvana landet? Da lobe ich mir doch den guten, alten, in der Realität angeblich recht kinderfeindlichen (Der Mann wird aus seiner Berufserfahrung so seine Lehren gezogen haben) Peter Lustig: einfach Abschalten!!!! Denn "Sober" ist das nicht mehr zu ertragen!
P.S.: Warum habe ich eigentlich nicht die Call in Shows, Klingeltonwerbung, Wahlkampfspots der ewig Gestrigen, Jürgen Fliege, Bibel-TV, "Sarah & Mark in Love" (Fortsetzung wahrscheinlich "Sarah & Mark und die scheidiungsbedingte Anfechtung der Gütertrennung") oder sämtliche "Ein(e) XY(Nomen bitte nach Belieben einfügen --> Anregungen im DUDEn) zum Verlieben"-Fernseh/Filmproduktionen als Beispiele für den Sinnverlust des Fernsehens an sich angesprochen?!? Ganz einfach: Es gibt für ALLES eine Grenze, meistens ist es eine moralische, finanzielle oder ethische... bei diesen Sendungen spielt auch die des "Ekels" eine gewisse Rolle!
Sonntag, 11.09.2005
Die Eier von Satan
Salve...! Gar kryptisch mutet das heutige Tagesmotto an! Grund für die Entscheidung meinerseits, eben diesen Titel als Leitmotiv des heutigen Tages zu wählen, ist die kulinarische Kreativität meiner Schwester! Unter dem Motto "Ein viertel Jahrhundert Gründervater M." kredenzte sie mir einen (Achtung, jetzt kommts): FLEISCHKUCHEN!!!!!! Da der Tool - Song aus einem ähnlich gelagertem Backrezept besteht, schien mir dieses Motto angebracht... außerdem ist der Text ohnehin so herrlich krank... früher oder später musste ich ihn öffentlich erwähnen!!!! Besser früher! ;-)
Gut... jetzt noch ein paar Stündchen praktisches Ausführen psychologischer Lernprozesse, will heißen: HEUTE MAL KEINE pseudophillospohischen Ergüsse über Jugendfussball oder millitante Veganer! Ressourcenschonung ist angesagt! Aber ein kleiner Denkanstoß soll noch gebracht werden: was wäre, wenn es kubische Kugeln gäbe???? Denkt mal drüber nach...
Samstag, 10.09.2005
Dirty Harry
Moin allerseits! Nach einem etwas ausgedehnten Voip-Telefonat mit meiner Schwester genieße ich nun die Wiederholung der beiden Harald Schmidt-Shows der Woche, was auch den Gorillaz Song als Tagesmotto hinreichend erklären dürfte! (Nicht zu verwechseln mit "Clint Eastwood" vom Debütalbum... ja, da muss man aufpassen!)
Zunächst mal (erneut) Danksagung an Gründervater H. (Das Initial wird hiermit zur Kunstform erhoben) zwecks Verlinkung meines bescheidenen Beitrages zur Informationsvermüllung des Internetes, sowie die lobenden Worte, welche er angesichts meiner dreisten Trittbrettfahrerei fand. Natürlich will ich nicht hint-an-stehen und auch sein Weblogg hier erwähnen. Machen wirs zur Abwechslung mal kurz und knackig: crazysoc.blogg.de! Wärmstens zu empfehlen! :-)
Nun... was war denn heute eigentlich, abseits des typischen Theoriestakato der psychologischen Prüfungsliteratur, so los in der Welt, oder besser gesagt im eizig relevanten Teil dieser: IN MEINEM!!!!!? An sich hielten sich die Ereignisse von weltpolitischer Reichweite arg in Grenzen, wen wunderts... hab für solchen Firlefanz momentan einfach keine Zeit! Man kann leider nicht jeden Tag irgendeinem Drittweltland sein verqueres Demokratiebild aufdoktrinieren und die politische Elite meistbietend an Schurkenstaaten verschachern... das mussten schon ganz andere Leute einsehen als ich! Also widmete ich mich in bewährter Manier der musikalischen Pausengestaltung und dem Sinnieren über das Erringen der Weltherrschaft... irgendwann muss ich das Problem mit Aserbaidschan noch lösen... langsam nervts!
Ei!!! eine Sache noch bevor ich mich hier vorerst mal wieder verabschiede: Was zur Hölle ist eingentlich ein "Kackarschmongole"?!? Bevor die Empörten gleich via Aufschrei ihren Unmut äußern, ob dieser diskriminitativen Wortwahl: Das ist nícht auf meinem Mist gewachsen!!!! Dieses Wort schni-schna-schnappte ich soeben in der Harald Schmidt-Show auf, unter der Rubrik "Zitat des Tages"! Entstammen soll dieser Begriff einer Studie zum Verhalten von Eltern während Jugendfusßballturnieren. In seiner ganzen Pracht entfaltet soll es geheißen haben: "Spiel' endlich richtig, du Kackarschmongole!" (unbekannter Vater, 200x)! Was mag ein liebendes, sorgsames und sonst sicherlich auch auf moralische Integrität bedachtes Elternteil dazu bewogen haben seinen Sproß mit diesem Ausdruck zu belegen? Manigfaltige Erklärungsansätze durchwabern meinen Geist... soll er etwa beim Anblick seines vorlauten Liebesnachtresultats zu der Erkenntnis gekommen sien, dass er an dessen Entstehung wahrscheinlich doch weniger beteiligt war als er selber dachte? Wird er angesichts dieser Einsicht nun vom Hass gepackt, dass seine promiskotitive Ehepartnerin sich einem dieser liberalen Schachspieler hingegeben hat, statt ihn wenigstens mit einem Erstligaprofi zu hintergehen? Oder liegt die Wurzel viel tiefer... Familiengeschichte... wurde der "Ur mal zehn hoch minus 19"- Großvater des kickenden Schußtechniklegasthenikers damals von Dschingis-Khan persönlich nach der Unterwerfung geschwängert und setzt sich dies nun im Genpool der Sippe fort? "Reiten kann er ja, aber Fusßball spielen ist nicht sein Ding... die Windel jagt den CW-Wert in astronomische Höhen... und das in der B-Jugend!" ... man weiß es nicht genau.... vielleicht sollte man das mal untersuchen, sowas bringt unsere Gesellschaft weiter, mehr noch als jede erdenkliche Gerichtsshow, so fundiert sie auch sein mag! ... "Kackarschmongole"... naja, wieder was gelernt über die Untiefen der menschlichen Kreativität! Wo wir ohne diese stünden wage ich gar nicht zu fragen... wahrscheinlich wären wir so etwas wie die Delphine des Festlandes: niedlich, stupide lächelnd, unser Leben lang relativ nutzlos (sieht man mal vom Erholungswert von Sea-World ab) aber dennoch irgendwie glücklich! Wenn man diese Perspektive einnimmt, bleibt dem reziproken Ronaldinho, der seinen Vater infarm zu diesem Ausbruch provozierte (dessen bin ich mir sicher), nur zu wünschen, dass er sich seinen Lebtag nicht im Tornetz verfangen werde... Delphine sterben bei sowas!
Freitag, 09.09.2005
The Lost Art Of Keeping A Secret
Erstmal vielen Dank an den Gründervater H. (bin mir jetzt nicht wirklich sicher, inwieweit man hier Namen veröffentlichen sollte, also bleibt es vorerst beim Innitial), der mich auf diesen herrlich modernen Weg des Verbreitens mehr oder minder sinnvoller Botschaften erst aufmerksam machte. Damit dürfte auch klar sein, an wen die Beschwerden zu richten sind, wenn ich hier zarte Seelchen mit meinen Ausführungen in ihrem inneren Frieden beeinträchtigen sollte! ;-)
Widmen möchte ich diese digitale Betrachtung des täglichen Wahnsinns vor unserer Haustür... dem schlechtesten Pearl Jam Song den ich kenne... und untertreibe wohl kaum, wenn ich konstatiere: ICH KENNE SIE ALLE!!!! *gg* So steht "Hey Foxymorphandlemama, That`s Me!" sowohl musikalisch, als auch in diesem Blogg, letztendlich für genau den Widerspruch, der unser aller Dasein so bereichert: Die beängstigende Tendenz an sich genialer Menschen von Zeit zu Zeit mal so richtig schön am eigenen Anspruch zu scheitern und sich selbst auch mal nicht so ernst zu nehmen! Globale Erwärmung ist ernst; Massenarbeitslosigkeit: ebenfalls ernst; Militante Veganer die uns das Steak vergellen wollen indem sie vom Nutztier wie von ihrem Ehepartner sprechen (wenn man sich die Gestalten anschaut, möchte ich jedenfalls nciht wissen inwiefern da was dran sein könnte): ganz schön ERNST (!!!); vom Aussterben bedrohte Arten: hallo?!? Natürlich ERNST (sofern sie nicht schmecken jedenfalls); Britey Spears ist mitten im Fortpflanzungsprozess: EXTREM ERNSTE LAGE kann man da nur sagen; aber dieses Tagebuch hier... naja... ich nenne es mal "sub-ernst mit Abstrichen"!
OK, dann malpostwendend zur Tagesordnung! Traditionell werde ich jeden Tag mit einem Song versehen... sowas wie der Soundtrack für die Wachphase die ich gerade hinter mich gebracht habe. Heute in diesem Theater: die "Queens of the fucking Stone Age" (Homme, 2005) mit ihrer Verschwiegenheitshymne "The lost art..." ... naja, steht eh im Titel! Jedenfalls möchte ich dies als autopoetische *g* These verstanden wissen... weil ich nunmehr schon runde 40 Zeilen gefüllt habe ohne auch nur IRGEND ETWAS Sinnvolles dabei zu fabrizieren, außer euch Sachen mitzuteilen, die besser unausgesprochen geblieben wären (ich erinnere nur an die Veganer...)!
Der heutige Tag war mal wieder von psychologischer Ödnis geprägt... Lesen und Lernen... SUUUUUPER!!! Hätte ich meinen kroatischen Importkaffee nicht gehabt, dann hätte mich eine Verzweiflung ungeahnten Ausmaßes ergriffen und vor lauter Freude über den Lernstoff wäre ich vermutlich... eingeschlafen! Ha... aber morgen wirds zwar nicht besser, aber trotzdem anders... denn morgen stehen gleich zwei Kapitel zur Disposition... vielleicht mache ich den Kaffee lieber gleich stärker.
Zu allem Überfluss sendet VIVA 2 gerade "These Boots are Made for Walking"... natürlich nicht die Nancy Sinatra Version... NEIIIIIIN, wo kämen wir denn da hin?!?!? Kultur für de Jugend, das ist doch umsatzschädigend!!! Nein, Jessica Simpson (ist sie nun untalentiert und hohl, oder doch eher umgekehrt?!?) vergewohlwurschtelt das schöne Lied auf ihre ureigene sinnivelliende Art... und Country-Gott und Gitarren-Ästhet Willy Neson (das war er zumindest bis jetzt) macht bei diesem Mist auch noch mit... leise rieselt der Kalk befürchte ich... ist ja auch schon über 70 der Gute! Toll... und ein neues Klingelton-Vieh gibts obendrauf!
Aber geben wir die Hoffnung nicht auf... irgendwo da draußen, zwischen magensäureregulierenden Fruchtkaugummis, Imagekampagnen für Anwaltskanzleien, Drogenpilzen mit "Bei-Nicht-Gefallen-Geld-Zurück-Garantie"und Epilliergeräten mit Persönlichkeit, MUß es sein... das viel zitierte "Intelligente Leben"!